Seite wählen

Bisingen im Zollernalbkreis schrieb in der Zeit des Nationalsozialismus eine besondere Geschichte. Von August 1944 bis März 1945 wurden im Rahmen des Unternehmens „Wüste“ insgesamt 4.150 KZ-Häftlinge in das Konzentrationslager Bisingen deportiert, um Öl aus dem dort zu findenden Ölschiefer zu gewinnen. Ein Drittel der Inhaftierten starb dabei.

Während eines internationalen Workcamps im Sommer 1997 legten Jugendliche aus verschiedenen Ländern Überreste der Produktionsanlagen im Kuhloch frei und bauten einen Holzsteg auf dem ehemaligen Lagergelände in der Schelmengasse, um den Weg zum Appellplatz zu symbolisieren.

Im Oktober 1998 wurde der Geschichtslehrpfad eröffnet, der die historischen Orte jener Zeit verbindet und anhand von Monumenten und Hinweistafeln den dunklen Abschnitt der deutschen Geschichte kenntlich macht.

Wegbeschreibung

Der Start ist am Bahnhof (1) in Bisingen, wo im Jahr 1944 die KZ-Häftlinge ankamen. In nordöstlicher Richtung führt ein Steg über die Bahnschienen, dem wir folgen und uns dann rechts auf den Altenweg halten. Nach 150 m biegen wir links ab und gehen auf der Straße rund 400 m weiter. Schließlich treffen wir auf die Schelmengasse und wenden uns dort nach rechts. 

Wenige Schritte später befand sich einst auf der linken Seite das KZ Bisingen, an dessen ehemaligem Appellplatz (2) heute ein Steg und Hinweistafeln erinnern.

Der Weg führt über die Schelmengasse weiter ins sogenannte Kuhloch (3), dem ehemaligen Ölschieferabbaugelände. Diesen Weg gingen die Insassen jeden Tag. Er wird aufgrund der gestreiften Kleidung der Häftlinge als Zebra-Wegle bezeichnet. 

Am Platz des ehemaligen Meilerfelds befindet sich heute ein Sportplatz, an dem zwei Hinweistafeln über die alte Nutzung aufklären. Hier biegen wir nach rechts auf den Trampelpfad ab, der uns zu Relikten des Schieferwerks (4), des Ölbehälters und des Gebläses führt. Dann kommen wir wieder auf die Fahrstraße zurück, wenden uns nach rechts und verlassen sie 50 m weiter nach links auf einen schmalen Pfad, auf dem wir an der alten Abbaukante des Ölschieferwerks (5) entlang gehen. Eine Tafel des Lehrpfads weist auf den Ölschieferabbau hin. 

Am Ende des Weges führt die Strecke über die Kirche (6) zum Museum Bisingen (7), in dem sonntags von 14 – 17 Uhr und auf Anfrage bei der Gemeinde die interessante und sehr anschauliche Ausstellung „Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung“ zu sehen ist.

Der Geschichtslehrpfad ist jederzeit frei zugänglich. Der Rundgang ist von jeder Station aus möglich. Informationen zu den jeweiligen Orten bieten Text-Bild-Tafeln entlang der Strecke.

Infomaterialien

Bisingen

Das Unternehmen „Wüste“