Baden-Baden: Merkurs Würfel

Karte wird geladen, bitte warten...

Auf dem Gipfel des Merkurbergs in Baden-Baden erfährt man in einer außergewöhnlichen Ausstellung Wissenswertes über Herkunft, Eigenschaften und Verwendung von 17 Gesteinsarten. Höhepunkt der Ausstellung ist ein überdimensionales Würfelspiel aus mächtigen Gesteinsbrocken, wie zufällig vom römischen Gott Merkur vor den Merkurturm geworfen.

Merkurs Würfel sind ein ideales Ausflugsziel: Die MerkurBergbahn, eine der längsten und steilsten Standseilbahnen Deutschlands, bringt Sie auf den Gipfel des Merkurbergs. An der Bergstation gibt es kostenlose Infoflyer zur geologischen Ausstellung, die Sie auf dem Weg zum Merkurturm erleben können. Von der Aussichtsplattfornm des Merkurturms haben Sie einen imposanten Rundumblick auf die geologischen Hightlights in der Region.

Ausstellung und Aussichtplattform können Sie vorab am PC, Tablet oder Smartphone erleben: 360-Grad-Panoramatour.

Berghaupten: Badische Kohle

Karte wird geladen, bitte warten...

Am Eingang des Kinzigtals, im Naturpark Schwarzwald, liegt der idyllische  Wein- und Erholungsort Berghaupten. Das Kinzigtal ist das am tiefsten eingeschnittene Tal im inneren Schwarzwald. Wegen des dort sehr milden Klimas gehört das Tal zu den wärmsten Gegenden Deutschlands. Obstgärten und Weinberge prägen das Bild der Landschaft.

Im malerischen Ortskern fällt besonders der stattliche Bau des Rathauses, ein ehemaliges Wasserschlösschen, ins Auge. Ringsum reihen sich die schmucken Häuser.

Dass früher in Berghaupten Bergbau betrieben wurde, war eigentlich einem Zufall zu verdanken. Mitte des 18. Jahrhunderts wollte der Grundherr von Berghaupten, Freiherr von Schleys, Heilquellen entdecken, wie sie auch in der Region, z.B. in Baden-Baden, gefunden worden waren. Statt der Heilquellen fand man Steinkohle. Heute erinnern noch ein Bergwerkskamin und ein Denkmal an die Zeiten des Steinkohleabbaus.

Kohlenbergwerk

Der Grundherr von Berghaupten Freiherr Tobias Ernst von Schleys sowie die Freiherrn von Röder in Diersburg wollten Heilquellen ausfindig machen, denn die Quellen der Heilbäder in der Region wie in Baden-Baden, Badenweiler, im Renchtal waren bei Fürsten, Grafen und der begüterten Schicht sehr begehrt. Die angeheuerten Bergknappen fanden jedoch statt des ersehnten Heilwassers Steinkohle. Gegraben wurde im Hagenbach, in Zunsweier, in Diersburg und in Berghaupten, vor allem im Bereich der Heiligenreute und bei der Bergkuppe Barack, die deshalb so heißt, weil dort die Wohnbaracken der Bergleute aufgestellt waren. 1755 begann man mit der Öffnung der Lager und dem Abbau der Kohle. Im Lehensbrief von 1755 heißt es,” … deren Öffnung dem Publico nützlich seyn und besonders den Unterthanen zu Berghaupten zu mehrerer Nahrung und Verdienst gereichen könnte”. Mit diesem Lehensbrief beauftragte von Schleys, Johannes Bauer, Bürger und Pflugwirt zu Kehl-Dorf “, alle Gänge auf seine Kosten und Gefahr zu öffnen und die Unkosten an sich selbst zu haben”. In dem genannten Trakt verpflichtete sich Johannes Bauer den Wert des fünften Zentners von Steinkohlen an die Herrschaft zu entrichten und vierteljährlich zu bezahlen. Der Pflugwirt Bauer förderte 40 Jahre lang Kohle. Teilweise waren 100 Mann im Bergwerk tätig, wobei vor allem Zimmerleute benötigt wurden, um die Schächte abzustützen. Im Berghauptener Revier hatte man stets mit großen Wassermassen zu kämpfen, wobei letztlich 20 Zentner Wasser bewältigt werden mussten, um 1 Zentner Kohle zu fördern. Dieses Problem führte die jeweiligen Betreiber immer wieder in große wirtschaftliche Schwierigkeiten, wenngleich ein Gutachten aus dem Jahr 1845 der Kohle bescheinigt, “die Vorzüglichkeit der Berghauptener Kohle ist unbestritten, sie übertrifft die Saarkohle und ist der besten Ruhrkohle gleich, zehrt das Eisen nicht ab, wie andere Steinkohlen und das gröbste Eisen und Stahl kann damit verarbeitet werden.” Mitte der 20er Jahre schloss nach über 200 Jahren Betriebsamkeit das Steinkohlebergwerk. Heute zeugen noch der Bergwerkskamin und das Bergwerksdenkmal von der Zeit des Kohlereviers Berghaupten.

Stollenmundloch bei der ehem. Bergbauansiedlung Barack (Hagenbach)

Hinweistafel zur ehem. Ansiedlung

Freudenstadt: Eugen-Drissler-Weg

Die folgende Beschreibung wurde vollständig übernommen von der privaten Webseite http://www.christophstal-freudenstadt.de.

Mit freundlicher Genehmigung von Roland Gänßler. VIELEN DANK.

Der Eugen-Drissler-Weg verbindet Freudenstadt mit Baiersbronn. Er wurde 1985 eingerichtet – nicht von der Stadtverwaltung Freudenstadt oder der Gemeinde Baiersbronn, sondern von der Ortsgruppe Baiersbronn des Schwarzwaldvereines. Er war ihr Geschenk zum hundertjährigen Bestehen der Ortsgruppe Freudenstadt. Der Weg wurde nach Eugen Drissler benannt, der ein hiesiger Hobbygeologe war und sich mit dem Bergbau im Forbachtal beschäftigt hat.

Etappe 1 – Marktplatz Freudenstadt bis Finkenwiesle

Der Weg beginnt auf dem Freudensttädter Marktplatz; er führt die Murgtalstraße zwischen dem früheren Kaufhaus Wagner (heute Buchhandlung) und dem Schickhardtbau – heute als Polizei genutzt – herab zu der Adler-Anlage. Von hier aus haben wir einen ersten Blick ins Christophstal mit dem Bärenschlößle, dem Wahrzeichen des Christophstals. Es wurde 1627 von Peter Stein erbaut, dem damaligen Generalfaktor.

Wir wenden uns nach links und steigen die alte Straße mit dem Kopfsteinpflaster herab. An der Treppe werfen wir einen Blick unter uns das Gasthaus Zum Bad, an dessen Stelle ursprünglich die Messingfaktorei, dann die Eisenfaktorei standen. Später war hier die Forstverwaltung untergebracht, bis Jakob Wälde das Gebäude mit den Nebengebäuden kaufte und ein Bad und eine Gaststätte darin unterbrachte. Links neben dem Gasthaus steht die alte Tuchfabrik Hoyler, die heute nicht mehr genutzt wird. Sie ist aus dem Oberen Großhammer entstanden, dessen Ursprünge im späten 16. Jahrhundert liegen.

Unser Weg führt uns nicht die Treppe herab, sondern weiter die Straße herab bis zur Forbach-Brücke, auf der wir den Forbach überqueren. An dieser Stelle hat es eine Furt gegeben, von der manche den Namen des Baches ableiten. Links der Brücke steht ein älterer Brunnen aus Gußeisen, der daran erinnert, daß im Tal Jahrhunderte lang Eisen verarbeitet wurde.

Aber nicht nur Eisen wurde hier weiter verarbeitet – auch Bergbau war hier vertreten. Im Hang über dem Brunnen befand sich einer der Stollen, in denen hier nach Erz gegraben wurde, der Christophsstollen. Das Erz wurden dann auch hier im Tal verhüttet, um Silber, Kupfer und Eisen zu gewinnen.

An dieser Stelle kreuzt ein alter Weg den Forbach – er verlief etwas unterhalb der Straße, die wir herab gestiegen sind. Er verband Tübingen mit Straßburg und bestand sicher schon im 12. Jahrhundert. Links der Brücke kreuzt er die talstraße und führt er zum Kniebis hoch.

Gegenüber der Einmündung steht ein Wohnhaus, dessen moderner Anblick täuscht. Es ist das alte Wirtshaus Zum Großen Christoph, eines der ältesten Wirtshäuser Freudenstadts.

Wir überqueren die Talstraße und gehen auf das blaue Gebäude zu. Dieses war Jahrhunderte lang eine Mahlmühle, die Vordere Mühle, später eine Textilfabrik; heute ist hier die Galerie Christophstal untergebracht.

Das „Blaue Haus“, die Galerie Christophstal.

Die Straße führt weiter gerade aus über den Parkplatz. Links von uns sehen wir das Bärenschlößle, bei dem ein Wildgehege ist. Es liegt in einer Karmulde aus der letzten Eiszeit zwischen zwei Schuttmoränen. Ein kleiner See erinnert uns an einen Karsee, wie er hier einmal bestanden haben mag. Links in der hinteren Mulde war einmal die Freudenstädter Sprungschanze angelegt, die 50 Jahre lang bekannt war. Vom Parkplatz aus gehen wir weiter und haben rechts uns die Tuchfabrik Hoyler, die langsam verfällt. Einst war sie – wie erwähnt – eine Eisenschmiede, die von Heinrich Schickhardt geplant wurde. Die beiden Gebäudeteile, die mit Schindeln verkleidet sind, enthielten die Schmiede und eine Kohlscheuer. Kurz danach passieren wir das Gasthaus Bad, das einmal Verwaltungsgebäude der Christophstäler Hüttenwerke war und erreichen den Wald.

Noch einem kurzen Stück treffen wir an einer Abzweigung ein Hinweisschild, des Eugen-Drissler-Weges, das uns auf den Bergbau hinweist. Unser Weg führt rechts weiter, aber ein Abstecher zum Steinbruch mit einem vergitterten Stolleneingang ist drin. Auch hier steht ein Hinweisschild des Eugen-Drissler-Weges.

Hierbei handelt es sich um eine renaturierte Deponie, von der heute nichts mehr zu erkennen ist. Von hier haben wir einen Blick auf Freudenstadt.

Hinter der Hütte zeigt ein Lücke den Weg zu einem vergitterten Stollen an. Er gehörte wohl zur Grube Ferdinand, die hier betrieben wurde, um Silber und Kupfer abzubauen. Heute ist der Stollen gesperrt, um Fledermäusen eine Schutzmöglichkeit zu bieten.

Wir gehen den Weg zurück zum Talsträßle und folgen ihr. Hin und wieder – leider viel zu selten – können wir einen Blick auf das Tal mit seinen Gebäuden oder die Silhouette Freudenstadts erhaschen. Immer wieder zweigen alte Wege ab, die der Wald zurück erobert hat.

Bald erreichen wir eine Stelle, der Hang aus mehrere Einsturzstellen zu haben scheint. Hier ist die Pinge der Grube Dorothea, die eine der letzten war, die im Tal betrieben wurde. In den Gebäuden davor, die durch die Bäume zu sehen sind, war eine Walke untergebracht, in der die Freudenstädter Tuchabrikanten ihr Tuch walkten, damit es dichter wurde. Hier stand auch – oder steht noch – das Grubenhaus der Grube. Unterhalb der Walke befinden sich die Fischteiche der Fischzucht Lohmühle und ein Untersuchungsstollen, den die Firma Sachtleben in den Hang getrieben hat – den Dorothea-Untersuchungsstollen.

Weiter geht es das Talsträßle entlang. Nach wenigen hundert Metern lichten sich rechts die Bäume und geben den Ausblick ins Tal frei. Wir haben das untere Tal erreicht. Hier standen einst ein Pfannenhammer und ein Großhammer. Hier steht auch das Platzmeisterhaus, ein Biedermeierhaus, von dem aus die Königlichen Eisenwerke im unteren Tal und im Friedrichstal verwaltet wurden. Pfannenhammer und Großhammer sind verschwunden, nur die Häuser der Laboranten stehen noch…

Ein kurzes Stück nach der Lichtung vereingt sich am Finkenwiesle unsere Straße mit der, die aus dem Tal kommt. Wollen wir nur diese eine Etappe wandern, so biegen wir hier rechts ab und gehen die Straße hinab. An der Stelle, wo heute ein Spielplatz ist, stand 250 Jahre lang eine große Hammerschmiede – der Untere Großhammer oder auch Wilhelmshammer. Er wurde 1904 abgerissern. Geblieben ist nur der Mühlkanal.

Über die Brücke gehen wir gerade aus und können entweder links abbiegen und zur Bushaltestelle am Gasthaus Schiff gehen, um mit dem Bus zurück zu fahren, oder wir halten uns rechts und gehen die Talstraße aufwärts zur Walkensteige und dort hinauf zur Stadt.

Etappe 2 Finkenwiesle bis Michaeliskapelle

Für diese Etappe können wir zwischen 2 Varianten wählen. Eine führt durch den Talgrund, vorbei an Fischteichen und der Grube Untere Sophia durch  Friedrischstal oder am Waldrand entlang durch das Jägerloch und das Reichenbächletal zur Michaeliskapelle.

Das Dorf Friedrichstal entstand, als 1761 für die damals noch herzoglichen Eisenwerke zuätzliche Werke eingerichtet werden müßten. Da weiter oben kein Platz mehr vorhanden war, breiteten sich die Wrke nach unten ins Tal aus. Dabei überschritt man die Gemeindegrenze nach Baiersbronn. Später wurden die „Neuen Werke“ abgetrennt und selbstständig. Nachdem die oberen Werke im Tal stillgelegt wurden, wurden die unteren Werke – der Pfannenhammer und der Großhammer – denen im Friedrichstal angeschlossen. Zeitweilig wurden sie aber vom Platzmeisterhaus im unteren Christophstal aus verwaltet.

Vom Finkenwiesle aus gehen wir auf der Straße weiter. Bereits nach 100m –  am 2. Abzweig hinter dem Rondell – gabelt sich der Weg. Rechts geht es den Weg herunter ins Tal, links weiter auf der Straße. Leider ist unser Weg schlecht bis gar nicht gekennzeichnet, so daß man hier aufpassen muß. Aber auf der linken Seite führt eine Treppe zum Sankenbachfall und zum Kniebis. Sie kann uns auch als Orientierungshilfe dienen.

Variante 1 – Durch den Talgrund

Der Weg  durch den Talgrund zweigt nach rechts ab und führt den Weg hinunter ins Tal – vorbei an den Fischteichen zur Fischerklause. Am Waldrand trifft unser Weg auf einen anderen, in den wir nach links einbiegen. Rechts von uns liegen die Fischteiche des Kreisfischereivereins Freudenstadt, bei denen auch eine Einkehrmöglichkeit ist. Am Ende des Weges biegen wir rechts ab, gleich danach wieder links und gehen die Straße entlang, den Wilhelm-Günther-Weg. Die Straße führt uns an der Grube Untere Sophia vorbei, von der man nichts wußte, als der Weg eingerichtet wurde. Erst später wurde sie wiederentdeckt.

Von der Grube gehen wir weiter zur Michaeliskirche – den Wilhelm-Günther-Weg entlang, geradeaus weiter durch die Pulvermüllerstraße und die Kniebisstraße hoch zur Kapelle. Der Straßenname „Pulvermüller“ kommt nicht daher, daß hier Pulver gemahlen worden wäre, sondern soll Friedrich August Pulvermüller ehren, der hier im Friedrichstal sein Verfahren zur Stahlherstellung erfunden hat.

Bei der Michaeliskirche angekommen, machen wir eine kleine Rast und genießen die Landschaft.

Variante 2 – Am Waldrand entlang

An der Abzweigung zur Variante 1 biegen wir nicht links ab, sondern bleiben auf der bequemen Straße und folgen ihr ins Jägerloch. Hier befindet sich der Schießstand der Kreisjägerschaft, in dem sie ihre Schießübungen abhalten. Es darf uns also nicht wundern, wenn wir hier Schüsse hören. Wir kommen jedoch nicht direkt am Schießstand vorbei, sondern in einigem Absand.

Bald nach der Kehre stößt von links eine Straße auf unsere. Wir halten uns an der Einmündung rechts und gehen weiter auf der Straße entlang. Sie folgt dem Hang aus dem Jägerloch heraus und ins Reichenbächletal Wir folgen ihr weiter, bis nach einer Rechtskehre ein Fußpfad abzweigt. In diesen biegen wir ein und folgen ihm zum gegenüberliegenden Hang, wo er auf einen asphaltierten Weg mündet, auf den wir nach rechts einbiegen. Er führt uns nach etwa 200 m zur Michaeliskapelle.

An der Michaeliskapelle

Die Michaeliskapelle ist erst in der Mitte des 20. Jahrhunderst erbaut worden – von 1949 bis 1951. Sie fällt auch durch ihre Form – ein Achteck – auf. Ungewöhnlich ist auch der Standort der Kapelle am Rand des Dorfes.

Hinweis: Beim Parkplatz an der Michaeliskapelle führt ein anderer Weg in den Wald, den Berg hinauf. Dort finden wir einen Schleifstein und einige Gruben. Früher wurden hier Schleifsteine hergestellt, mit denen im Tal Sensen und Messer geschliffen wurden.

Neben der Kirche ist ein kleiner Park, in dem mit einem kleinen Denkmal an die Gründung Friedrichstals erinnert wird. Seine Inschriften lautet: FRIEDRICHSHAMMER MDCCCIV – DURCH FRIEDRICHS BEHARRLICHKEIT ENDLICH GEGRÜNDET – SCHAFFT DEM LANDMANN DIE SICHEL – DEM ERWERBSFLEISSE NEUEN KUNSTSTOFF – DEM KRIEGER DAS SCHWERT. Gemeint war der damalige Herzog Friedrich II und spätere König Friedrich I  von Württemberg.

Etwas unscheinbar wirkt das alte Ortsschild, das ebenfalls aus dieser Zeit stammt.

Etappe 3 – Von der Michaeliskapelle zum Bahnhof

Die Etappe 3 bietet uns wieder 2 Varianten: entweder gehen wir durch das Tal entlang dem Forbach weiter Richtung Bahnhof

Variante 1 – Durch das Tal

Der Werg führt uns den Sankt Michelsweg hinab. Unten angekommen, gehen wir geradeaus über die Straße Am Sensenhammer weiter. Am bach biegen wir nach links auf den Uferweg ein, auf dem wir dem Bacg folgen. Nach ca 700m überqueren wir den Forbach auf einer kleinen Brücke und halten uns links. Nach einigen hundert Metern erreichen wir das Tor der Baiersbronner Frischfaserkarton, in der Faltschachteln produziert werden. Sie gehört zur Meyr-Melnhof-Karton Gesellschaft m.b.H und ist einer der größten Arbeitgeber Baiersbronns, das eigentlich für seine Küche(n) bekannt ist.

An der Fabrik halten wir uns links und gehen weiter den Bach entlang. Die Fabrik begleitet uns noch eine Weile. Einige hundert Meter nach der Frischfaserkartonfabrik kommt der Bahnhof von Baiersbronn in Sicht. Etwa auf der Höhe der Mitte des Bahnsteiges biegt der Weg vom Bach ab und führt zum Bahnübergang. Von dort biegen wir rechts auf die Bundesstraße und gehen zum Bahnhof.

Variante 2 – Der Panoramaweg

Wie gehen den Sankt Michaelsweg ca 100m entlang, bis links ein Weg abzweigt, in den wir einbiegen. Terilweise geht es durch lockeren Wald, teilweise an Rand entlang. Am Anfang einer Rechtskurve biegen wir links auf einen anderen Weg ab, der annähernd geradeaus führt und uns zum Reuteweg führt. Wir biegen nach links in die Straße ein, die sich wie eine Panoramastraße am Hang entlang zieht Unter uns sehen wir Friedrichstal mit dem Sensenhammer und dem Königshammer-Museum, dann den Gewerbebereich mit der Frischfaserkarton-Fabrik, danach Baiersbronn, unser Ziel.

Nach fast 1,5 km auf der kleinen Straße erreichen wir den Stöckerhof, einen alten Bauernhof, der heute als Pension genutzt wird. Hier biegen wir nach rechts in den Stöckerweg ab und gehen talabwärts. Unten biegen wir rechts in die Stöckerwiesen ein, gleich danach links auf einen Fußweg, der uns über den Forbach führt. Dort stoßen wir auf den Uferweg, in den wir nach links abbiegen und ihm zum Bahnübergang folgen. Hier biegen wir rechts in die Bundesstraße ein und gehen zum Bahnhof.

Informationen zur Wanderung

Markierung: Leider ist – vor allem im Freudenstädter Bereich kaum noch Markierung vorhanden. Ursprünglich eine weiße Raute mit den Buchstaben F und B. stellenweise grüne Infotafeln.Wegbeschreibung: In der Stadtinformation Freudenstadt ist auf Nachfrage eine Wegbeschreibung erhältlich (kopiertes A4-Blatt).

Photos: Kitzlinger (1), Gänßler

Freudenstadt: Wasserleben – ein wanderbares Museum im Christophstal

Karte wird geladen, bitte warten...

Die folgende Beschreibung wurde vollständig übernommen von der privaten Webseite http://www.christophstal-freudenstadt.de.

Mit freundlicher Genehmigung von Roland Gänßler. VIELEN DANK.

„Das Christophstal unterhalb von Freudenstadt war auf Geheiß des Stadtgründers Herzog Friedrich wegen der Silberfunde zum Zentrum des württembergischen Metallindustrie ausgebaut worden. Hier lebten über Jahrhunderte Laboranten, Bergknappen und Handwerker. Eisen- und Sägewerke, Walken und Mühlen drängten sich ans Ufer des Forbaches. Die Wasserkraft des Forbaches wurde zum Antrieb der Maschinen genutzt. Zahlreiche Relikte aus den letzten Jahrhunderten zeugen von der damaligen Betriebssamkeit im Christophstal.1 Soweit der Flyer mit dem Wegverlauf, der sich so auch in der Broschüre „laufen. lachen. entdecken – 45 Pfade erleben“ des Landratsamtes wiederfindet.

Wir verlassen den Marktplatz zwischen dem Kaufhaus Wagner und der Polizei und gehen geradeaus zu den Adler-Terrassen, wo wir bereits einen Blick ins Tal werfen können. Unser Weg führt links die alte Straße hinunter, bis wir zu einer Treppe kommen, der wir abwärts folgen. Dort finden wir die ersten Hinweisschilder.

Links haben wir die Tuchfabrik Hoyler. Ursprünglich stand hier der Obere Großhammer, der sich aus einer Eisenschmiede entwickelte, die von Heinrich Schickhardt geplant wurde. Ca 250 Jahre lang wurde hier Eisen verarbeitet, bis die Schmiedehämmer verstummten und die -feuer erloschen. Danach zog die Textilfabrik Hoyler hier ein, die Weltgeltung errang. Heute verfällt das Gebäude leider langsam vor sich hin.

Rechts von der Textilfabrik steht ein Wohnhaus, in dem die Forstamtsdiener wohnten  daneben das Gasthof „Zum Bad“. Dazwischen stand ein Gebäude, in dem sich das Christophstaler Gefängnis befand. An dieser Stelle stand ursprünglich eine Messingfaktorei, die aus dem Kupfer, das hier gefördert – und aus anderen Gegenden angekauft – wurde verarbeitete und vertrieb. Nachdem die Messingherstellung eingestellt wurde, wurden die alten Gebäude abgerissen und ersetzt.

Erst war hier die Verwaltung des Eisenwerkes Christophstal untergebracht, dann folgte die Forstverwaltung, bis 1862 das Haus in private Hände gelangte. Jakob Wälde richtete dort eine Badeanstalt mit Restauration ein. Heute wird nur noch das Gasthaus betrieben.

Unser Weg führt nach rechts, wo wir schnell auf die Feilenhauerei Bührle stoßen, die heute leider nicht mehr in betrieb ist. Sie war eine der letzten Feilenhauereien in Deutschland, wo Feilen noch manuell hergestellt wurden. Zwischen 1622 und 1628 wurden hier Münzen geprägt, Anfangs solche aus der Kipper- und Wipperzeit, einer Zeit, in der den Münzen viel unedles Material zugesetzt wurde, dann aber reguläre, die den Vorschriften entsprachen. Später wurde das Gebäude als Zainhammer genutzt.

Beim Durchgang zwischen der Feilenhauerei und dem Wohnhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen wir rechts einen Hangkeller, auf dessen Türsturz die Jahreszahl 1664 eingemeißelt ist – ein Hinweis auf das Alter des Kellers.

Der Weg führt weiter die Straße hinab. In der Nähe der Feilenhauerei steht ein Hinweisschild an einem Wohngrundstück. das Schild verweist auf einen Streckhammer, der dort gestanden hat. Erbaut wurde das ursprüngliche Gebäude 1612 als Drahtmühle nach der Planung von Heinrich Schickhardt. Hier wurde die Wasserkraft genutzt, um Eisenstäbe durch Locheisen zu ziehen und dadurch den Durchmesser zu verringern. Das Ergebnis war ein Draht, bei dem die Spuren der Ziehzangen noch zu sehen waren. Später wurde das Gebäude als Schmiede verwendet, bis es zu einer Sägemühle ausgebaut wurde.  Der jetzige Eigentümer hat die Sägemühle gekauft und abgerissen. An der Stelle steht heute sein Wohnhaus.

Weiter talabwärts folgen einige kleinere Häuser, von denen eines auf den ersten Blick ziemlich alt erscheint. In solchen Häusern wohnten die Beschäftigten der Schmieden hier im Tal. Doch es gab auch größere Wohngebäude, wie das Haus , zu dem wir jetzt kommen. Das Hinweisschild erklärt uns, was es mit diesem Gebäude auf sich hat: Es wurde 1790 von der damaligen Eisenmanufaktur gebaut, um dort Laboranten unterzubringen, war also ein Laborantenhaus.

Mit Laboranten wurden die Arbeiter bezeichnet, die in den Schmieden arbeiteten. Das Schild behauptet zwar, daß dieses das letzte wäre, welches im Christophstal stände, doch stehen zwei weitere große – jüngere – Laborantenhäuser im unteren Tal, zwei weitere im Friedrichstal, das früher zum Christophstal gehörte.

Das „Blaue Haus“, die Galerie Christophstal.

In der Nähe des Laborantenhauses steht auf der gegenüberliegenden Talseite ein Hinweisschild an einer Toreinfahrt zu einer brachliegenden Fläche. Hier stand ursprünglich ein Kupferhammer, in dem Kupfer verarbeitet wurde. Nachdem die Kupferherstellung eingestellt wurde – das meiste Kupfer wurde zugekauft – wurde der Kupferhammer in einen Pfannenhammer umgebaut, den Oberen Pfannenhammer. Weiter unten im Tal gab es einen weiteren. Beide Pfannenhammer stellten schmiedeeiserne Pfannen her. Für den Haushalt, aber auch für Salzsieder und ähnliche Anwendungen.

Nachdem der Betrieb des Hammers eingestellt wurde, siedelten sich hier andere Betriebe an – Textilindustrie und später die Firma Bürkle, die hier ihren Ursprung hat. Sie war die letzte Firma, die auf diesem Grundstück produzierte, bis sie auf ein neues, größeres Gelände im Osten der Stadt Freudenstadt zog.

Unser Weg geht am Haus Votteler mit dem kleinen malerischen Fachwerkhäuschen – einer alten Mühle – und der Walke vorbei zu den Forellenteichen. An der Walke wurde von Freudenstädter Webern das Tuch gewalkt, das sie herstellten. Vorher war dahinter der Eingang zum Dorothea-Stollen, einem der Gruben hier im Tal.

Von den Fischteichen aus sehen wir schon den Eingang des Dorothea-Untersuchungsstollens, mit dem die Firma Sachtleben erkundete, ob sich der Abbau von Schwerspat lohnen würde. Er ist der letzte betriebsbereite Stollen im Tal. Beim Vortrieb stießman auf den alten Doprothea-Stollen und stellte fest, das dort die Verzimmerung des Stollens noch in Ordnung war.

Unterhalb der Fischteiche verlassen wir die Straße und biegen links ab. Am Eingangstor des Grubengeländes sehen wir ein weiteres Hinweisschild des Wanderweges. Es weist zum einen  auf die Grube Sachtleben – den Dorothea-Untersuchungsstollen – hin, aber auch auf die Kupfer- oder Silberschmelze, die auf der anderen Wegseite stand.

In dieser Schmelze – und einer weiteren Am oberen Ende des Tales wurde das Erz, das hier gefördert wurde, verhüttet, um an die Metalle wie Kupfer, Eisen und Silber zu kommen. Heute fließt der Forbach an der Stelle, wo einst die Schmelze stand. Der Bach ist dort um 1903 herum begradigt worden, was auch an einem kleinen, ausgemauerten Graben erkannt werden kann, der mitten in der Wiese endet. Hier begann der Mühlkanal des Unteren Pfannenhammers. Wir überqueren die Brücke und folgen dem Weg hangaufwärts., bis wir zum Talsträßle kommen. Ein Hinweisschild informiert uns über den Bergbau hier im Tal, dem wir schon begegnet sind.

Wir folgen dem Talsträßle talaufwärts und kommen wieder an der Tuchfabrik vorbei.  Kurzs danach sehen wir auf der rechten Seite das Bärenschlößle mit seinem Treppengiebel. 1627 wurde es von Peter Stein, dem damaligen Generalfaktor des Tales erbaut – vermutlich an Stelle des Bergverweshauses, das damals hier gestanden haben soll. Später wurde es als Bauernhaus genutzt bis ein Restaurant dort einzog. Beim Bärenschlößle befindet sich auch ein Wildgehege, in dem Rotwild gehalten wird.

Den Parkplatz überqueren wir und gehen zu dem blau gestrichenen Haus. Dieses Gebäude war ursprünglich die Vordere Mühle, in der Getreide gemahlen wurde. Später zog hier eine Seidenweberei ein, für die das Haus grundlegend umgebaut wurde. Heute beherbergt das Gebäude die Galerie Christophstal.

Wir folgen der Christophsstraße abwärts. An dem Haus an der Einmündung auf die Talstraße weist uns ein Hinweisschild des Weges darauf hin, daß es sich bei dem Gebäude um die frühere Talwirtschaft „Zum großen Christoph“ handelt, die bereits 1580 erwähnt wird. Allerdings stnd sie damals wohl auf der anderen Straßenseite. Nach einem Brand wurde sie an der jetzigen Stelle errcihtet. Heute dient sie nur noch als Wohnhaus.

Auf der anderen Straßenseite weist ein Hinweisschild auf den Christophsstollen hin, der am stadtseitigen Hang des Tales in den Berg getrieben wurde. nach ihm hat das Christophstal seinen Namen. Dieser Stollen war mit 600m einer der längsten des Tales.

Wir biegen nach rechts in die Talstraße ein und folgen ihr wenige Meter bis rechts die Alte Kniebissteige abzweigt. Sie ist ein Teil des alten Schwabenweges, der Tübingen mit Straßburg verbindet. Dieser Weg ist sicher seit dem 12. Jahrhundert bekannt, wie alte Spuren zeigen. Einige römische Funde in Freudenstadt und Dornstetten lassen die Vermutung, daß es sich um einen alten römischen Weg handelt, nicht völlig abwegig erscheinen.

Etwas weiter talaufwärts steht das Haus Greising, daß als Lohmühle erbaut worden ist. Später wurde hier eine Messerschmiede eingerichtet, in der unter anderem Strohmesser gefertigt wurden, mit denen Bauern im Winter das Futter ihres Viehs portionierten. Später übernahm die Familie Greising das Gebäude und betrieb bis 18948 eine Schindelfabrik. Abgesehen vom Wohnteil wurde das Haus in den letzten Jahren abgerissen.

Die letzte Station des Weges ist die Haas’sche Mühle, die noch ein kurzes Stück talaufwärts an einer Forbachbrücke steht. Erbaut wurde sie vermutlich als Drahtmühle, wurde aber schon bald genutzt, um Waffen und Waffenteile zu fertigen. Später wurde sie als Walk- und Mahlmühle genutzt, aber 1808 wieder zur Herstellung von Waffenteilen eingesetzt. Nach einem Brand 1811 in einem der Nachbargebäuden, die zu der Fertigung gehörten, zog die Waffenproduktion nach Oberndorf am Neckar um und wurde dort die Keimzelle der Waffenfabrik Mauser.

Unser Weg führt uns noch ein Stück talaufwärts, bis er links von der Straße abzweigt und den Hang hoch zurück zum Marktplatz führt.

Daten zum Weg

Länge des Weges: 6km

Einkehrmöglichkeiten:

  • Historischer Gasthof Bad
  • Bärenschlößle

Quellen:

1 laufen. lachen. entdecken – 45 Pfade erleben, Landratsamt Freudenstadt, 2010

Download:

Flyer mit Wegführung (PDF, 84kB)