Bad Neuenahr-Ahrweiler: Eisenweg

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Eisenweg

Archäologische Ausgrabungen

Als in den 1950er Jahren Waldarbeiter im Ahrweiler Stadtwald auf seltsame Bodenerhebungen stießen, ahnten sie, dass hier etwas ganz Besonderes verborgen lag. Sie meldeten ihren Fund weiter und kurze Zeit später begannen Archäologen der Universität Bonn mit den Ausgrabungsarbeiten. Schon bald zeichnete sich ab, dass an dieser Stelle im Altertum eine größere Anlage zur Verarbeitung von Eisenerz bestanden hatte.

Fortan gab es an dieser Stelle in den Wanderkarten den Vermerk „Römersiedlung“ bzw. „Gräberfeld“. Kaum ein Wanderer nahm davon Notiz. Erst mehr als fünfzig Jahre später erinnerten sich die Verantwortlichen bei der Verwaltung des Kreises Ahrweiler und der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler an den geschichtsträchtigen Schatz im Stadtwald.

Der Eisenweg

Seit Anfang Mai 2001 gibt es offiziell den „Eisenweg“, der Teil der „Historischen Straße“ist, zu der auch die beiden Themenwege „Wacholderweg“ sowie „Köhler- und Loheweg“ gehören.

Auf der Wanderung trifft man auf Mauerreste, die zu ehemaligen Gräberfeldern der römischen Eisenschmelze gehören. Zudem finden sich hier Teile der fast 2000 Jahre alten Industriesiedlung.

Infotafeln am Weg geben Aufschluss über eine längst vergangene Zeit.

Wegbeschreibung

Die Tour beginnt am Wandererparkplatz „Alte Mauer“ an der Ramersbacher Straße zwischen Ahrweiler und dem Örtchen Ramersbach (Eifel-Ardennen-Straße). Eine Informationstafel liefert wertvolles Hintergrundwissen.

Nach etwa 300 Metern folgen wir links der Ausschilderung A7. Kurze Zeit später weist uns ein Schild auf das Gräberfeld der römischen Eisenschmelze links vom Weg hin. Ein paar Mauerreste von rechteckigen Fundamenten und Ziegelscherben beweisen, dass zwischen den Kiefernstämmen und Brombeersträuchern vor langer Zeit Menschen ihre Toten auf die verschiedensten Arten begraben haben.
An der nächsten Wegekreuzung weist die Wegemarkierung A7 nach rechts. Nach wenigen Metern lichtet sich der Wald rechts von uns und die Überreste einer fast 2000 Jahre alten Industrieansiedlung liegen vor uns. Eine Hinweistafel klärt uns zunächst über die ökologische Bedeutung des Ausgrabungsortes auf: Zahlreiche Amphibien wie Frösche und Molche, aber auch seltene Pflanzen und Insekten finden ihren Lebensraum in den Tümpeln und in deren Uferbereich am Rande des Ausgrabungsfeldes.

Eine andere Tafel zeigt, wie wir uns das ursprüngliche Umfeld der Mauerreste vorstellen dürfen. Wir erfahren, dass es u.a. die reichhaltigen Eisenerzvorkommen waren, die die Römer veranlassten, sich im 1. Jahrhundert v. Chr. hier niederzulassen. Die Gebäude, die hier errichtet wurden, zeugen von einer fortgeschrittenen Baukunst. Insgesamt war die Anlage im Altertum wahrscheinlich größer als die heute freigelegten Mauerreste.

Das Eisenerz, das hier verarbeitet wurde, stammte aus verschiedenen Stellen der Umgebung, wo es im Tagebau gewonnen wurde. Zur Weiterverarbeitung wurde es in Körbe gefüllt und zu Pferde oder mit Maultieren zur Verhüttung transportiert. Das eigentliche Verfahren zur Herstellung von Eisenbarren wurde mittels sogenannter Rennöfen durchgeführt.

Nachdem wir den Ausgrabungsort ausführlich angesehen haben, wandern wir weiter. Nach wenigen Metern biegen wir an der Wegekreuzung mit dem alten Basaltkreuz nach links ab. Kurze Zeit später stoßen wir auf einen breiteren Querweg, dem wir nach links folgen. Schon von weitem ist die nächste Informationstafel auf der Waldlichtung links vom Weg zu erkennen (Tafel 5 „Breiter Kopf“). Im Bodenaufschluss in der Böschung dürfen sich insbesondere unsere jüngsten Mitwanderer als „Eisensucher“ betätigen.

Das gelbliche Gestein knapp unter der obersten Deckschicht des Waldbodens ist durchzogen von rötlichen bis schwarzbraunen Verfärbungen, die mal als Adern, mal als Schichten deutlich zu erkennen sind. Wir haben eisenhaltiges Gestein (Brauneisenstein) entdeckt. Vor über 250 Millionen Jahren ist es entstanden. Die Tafel informiert, welche geologischen Geschehnisse dazu geführt haben. Wir haben nun auch eine Erklärung für die zahlreichen Gräben, Trichter (Pingen) und Erdhügel im Wald entlang unseres Weges.

Mit einem kleinen rostroten Souvenir in der Hosentasche wandern wir wenig später auf dem historischen Eisenweg weiter. Interessant ist auch der Wald beiderseits unseres Weges, der offensichtlich wie ein Staudamm wirkt. Links erkennen wir an den typischen Sauergräsern (Seggen), dass hier das Regenwasser nur schlecht abfließen kann (Staunässe). Rechts des Weges zeigt die Bodenvegetation ein ganz anderes Bild. Waldrebe (Geißblatt) und Brombeersträucher gedeihen üppig zwischen den Kiefernstämmen.

An der nächsten Kreuzung bei den beiden Findlingen geht es geradeaus weiter bergauf. Auch hier sind die Spuren der frühzeitlichen Bergleute unübersehbar. Wenn wir uns die Bäume und die Bodenvegetation wegdenken, können wir uns die einstige „Mondlandschaft“ denken, die es hier zur Zeit der Erzsucher gab. Umweltschutz gab es damals noch nicht und der Bedarf an Rohstoffen für die Eisenhütte war enorm. Kurze Zeit später erreichen wir die Schutzhütte „Alte Mauer“.

Von hier geht es bergab bis zum Parkplatz am „Waldwinkel“. Am alten Steinkreuz folgen wir der Ausschilderung „Historische Straße“ nach rechts. Am Forsthaus mit dem Hirschgeweih am Giebel geht es wieder in den Wald hinein. Kurze Zeit später geht es dann nach links. Der Weg führt uns wieder auf freies Feld und nachdem wir die Höhe vor uns überschritten haben, liegt Ramersbach vor uns.

Eine Viertelstunde später erreichen wir die ersten Häuser. Dann stoßen wir auf der Höhe eines kleinen Kapellchens auf die Straße Ramersbach – Ahrbrück, der wir nach links in Richtung Dorfmitte folgen. An der Einmündung dieser Straße auf die Hauptstraße biegen wir nach rechts ab. An der Kirche und dem kleinen, von Bäumen beschatteten Dorfplatz und dem „Tante Emma-Laden“ vorbei wandern wir bis auf Höhe der alten Schule, wo wir vorsichtig die Straße überqueren und der Ausschilderung folgend in der Forststraße wenig später in den Hof des Gasthauses „Halfenhof“ gelangen.
Halfer nannte man im Mittelalter die Bauern, die die Hälfte ihres Ertrages als Pacht an den Landesherrn zahlen mussten. Das schmucke Anwesen macht einen einladenden Eindruck. Wir betreten die rustikal eingerichtete Halfenstube. Zahlreiche Fotos, ergänzt durch Modelle in Glasvitrinen und allerlei Gegenstände, dokumentieren den Arbeitsalltag der Köhler, die bis ins 20. Jahrhundert in dieser Gegend Holzkohle hergestellt haben. Nach einem vorzüglichen Mahl, abgerundet durch einen klassischen Ahrrotwein, setzen wir unsere Wanderung fort. Der Ausschilderung folgend geht es aus dem Dorf hinaus hinüber zur Florianshütte am Waldrand und weiter hinab nach rechts ins Tal.

Wir folgen dem Wanderweg bis zu einer markanten Wegegabelung. Ein paar Meter folgen wir dem rechten Weg bis zu der weithin gut sichtbaren Informationstafel. Wir erfahren, dass sich an dieser Stelle zur Römerzeit ein stattlicher Gutshof befand. Übrig geblieben ist allerdings nur wenig. Ein paar Mauerreste, Bruchstücke von Ziegelsteinen, mehr nicht. Zurück auf dem Wanderweg geht es weiter talabwärts, bis wir den Grund des Bachemer Bachs erreichen, den wir überqueren.

Auf dem gegenüber liegenden Hang geht es halbrechts hinauf bis zur Straße. Dieser folgen wir nur wenige Meter nach links bis zur nächsten Wegemarkierung, die uns nach rechts auf einen Waldweg leitet. Am Wegrand können wir überall Gesteinsbrocken sammeln, die Spuren von Roteisen aufweisen. Dann gabelt sich der Weg. Wir halten uns links, gelangen, den Markierungen folgend, wenig später über den teilweise bereits bekannten Weg zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

© Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

Infomaterialien

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Bad Neuenahr-Ahrweiler

Eisenweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Baiersbronn: Erlebnispfad 1 – Flößer, Köhler und Waldgeister

Baiersbronn: Erlebnispfad 1 – Flößer, Köhler und Waldgeister

Erlebnispfad durch die Geschichte des Holztransports, der Köhlerei und des Dorfes Schwarzenberg. Holzkohlestückchen bei den Kohlplatten, Flöße und die Holzaufzugsmachine machen Vergangenheit begreifbar – begleitet von einer reizvollen Landschaft.

Infomaterialien

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Baiersbronn

Erlebnispfad 1 – Flößer, Köhler und Waldgeister – keine Infomaterialien vorhanden!

Baiersbronn: Im Tal der Hämmer

Baiersbronn: Im Tal der Hämmer

Geologie, Bergbau und Quellen, Schwerindustrie und das früher dazugehörige Waldgewerbe samt seinen Spuren, aber auch eine schöne Landschaft erwartet Sie auf diesem Rundweg.

Die Geschichte des Bergbaus und der Erzverarbeitung, vor allem aber die Geschichte der „Königlichen“, heute „Schwäbischen Hüttenwerke“ sind Thema des historischen Kultur- und Erlebnispfades in und um Friedrichstal.

Lassen Sie sich entführen in die Zeit der klopfenden Schmiedehämmer.

Erfahren Sie mehr über das Tal der Hämmer auf der privaten Webseite Christophstal.

Die Wegstationen
Station 1: Königshammer Weiher
Station 2: Am Sensenhammer
Station 3: Johannes Gaiser
Station 4: Holzriese „Schleifwasen“
Station 5: Am Quellhorizont
Station 6: Michaelskirche
Station 7: Schleifsteinwerkstatt Hohacker
Station 8: Oberes Dörfle
Station 9: Grube Sophia
Station 10: Weiche Stoffe - Harter Stahl
Station 11: Murgtalbahn
Station 12: SHW-Zentrum

Infomaterialien

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Baiersbronn

Wiedereröffnung Erlebnispfad „Im Tal der Hämmer“ 2014

Freudenstadt: Wasserleben – ein wanderbares Museum im Christophstal

Freudenstadt: Wasserleben – ein wanderbares Museum im Christophstal

© Roland Gänßler, Christophstal

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Das Christophstal unterhalb von Freudenstadt war auf Geheiß des Stadtgründers Herzog Friedrich wegen der Silberfunde zum Zentrum des württembergischen Metallindustrie ausgebaut worden. Hier lebten über Jahrhunderte Laboranten, Bergknappen und Handwerker. Eisen- und Sägewerke, Walken und Mühlen drängten sich ans Ufer des Forbaches. Die Wasserkraft des Forbaches wurde zum Antrieb der Maschinen genutzt. Zahlreiche Relikte aus den letzten Jahrhunderten zeugen von der damaligen Betriebssamkeit im Christophstal.

… Soweit der Flyer mit dem Wegverlauf, der sich so auch in der Broschüre „laufen. lachen. entdecken – 45 Pfade erleben“ des Landratsamtes wiederfindet.

Wir verlassen den Marktplatz zwischen dem Kaufhaus Wagner und der Polizei und gehen geradeaus zu den Adler-Terrassen, wo wir bereits einen Blick ins Tal werfen können. Unser Weg führt links die alte Straße hinunter, bis wir zu einer Treppe kommen, der wir abwärts folgen. Dort finden wir die ersten Hinweisschilder.

Links haben wir die Tuchfabrik Hoyler. Ursprünglich stand hier der Obere Großhammer, der sich aus einer Eisenschmiede entwickelte, die von Heinrich Schickhardt geplant wurde. Ca 250 Jahre lang wurde hier Eisen verarbeitet, bis die Schmiedehämmer verstummten und die -feuer erloschen. Danach zog die Textilfabrik Hoyler hier ein, die Weltgeltung errang. Heute verfällt das Gebäude leider langsam vor sich hin.

Rechts von der Textilfabrik steht ein Wohnhaus, in dem die Forstamtsdiener wohnten  daneben das Gasthof „Zum Bad“. Dazwischen stand ein Gebäude, in dem sich das Christophstaler Gefängnis befand. An dieser Stelle stand ursprünglich eine Messingfaktorei, die aus dem Kupfer, das hier gefördert – und aus anderen Gegenden angekauft – wurde verarbeitete und vertrieb. Nachdem die Messingherstellung eingestellt wurde, wurden die alten Gebäude abgerissen und ersetzt.

Erst war hier die Verwaltung des Eisenwerkes Christophstal untergebracht, dann folgte die Forstverwaltung, bis 1862 das Haus in private Hände gelangte. Jakob Wälde richtete dort eine Badeanstalt mit Restauration ein. Heute wird nur noch das Gasthaus betrieben.

Unser Weg führt nach rechts, wo wir schnell auf die Feilenhauerei Bührle stoßen, die heute leider nicht mehr in betrieb ist. Sie war eine der letzten Feilenhauereien in Deutschland, wo Feilen noch manuell hergestellt wurden. Zwischen 1622 und 1628 wurden hier Münzen geprägt, Anfangs solche aus der Kipper- und Wipperzeit, einer Zeit, in der den Münzen viel unedles Material zugesetzt wurde, dann aber reguläre, die den Vorschriften entsprachen. Später wurde das Gebäude als Zainhammer genutzt.

Beim Durchgang zwischen der Feilenhauerei und dem Wohnhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite sehen wir rechts einen Hangkeller, auf dessen Türsturz die Jahreszahl 1664 eingemeißelt ist – ein Hinweis auf das Alter des Kellers.

Der Weg führt weiter die Straße hinab. In der Nähe der Feilenhauerei steht ein Hinweisschild an einem Wohngrundstück. das Schild verweist auf einen Streckhammer, der dort gestanden hat. Erbaut wurde das ursprüngliche Gebäude 1612 als Drahtmühle nach der Planung von Heinrich Schickhardt. Hier wurde die Wasserkraft genutzt, um Eisenstäbe durch Locheisen zu ziehen und dadurch den Durchmesser zu verringern. Das Ergebnis war ein Draht, bei dem die Spuren der Ziehzangen noch zu sehen waren. Später wurde das Gebäude als Schmiede verwendet, bis es zu einer Sägemühle ausgebaut wurde.  Der jetzige Eigentümer hat die Sägemühle gekauft und abgerissen. An der Stelle steht heute sein Wohnhaus.

Weiter talabwärts folgen einige kleinere Häuser, von denen eines auf den ersten Blick ziemlich alt erscheint. In solchen Häusern wohnten die Beschäftigten der Schmieden hier im Tal. Doch es gab auch größere Wohngebäude, wie das Haus , zu dem wir jetzt kommen. Das Hinweisschild erklärt uns, was es mit diesem Gebäude auf sich hat: Es wurde 1790 von der damaligen Eisenmanufaktur gebaut, um dort Laboranten unterzubringen, war also ein Laborantenhaus.

Mit Laboranten wurden die Arbeiter bezeichnet, die in den Schmieden arbeiteten. Das Schild behauptet zwar, daß dieses das letzte wäre, welches im Christophstal stände, doch stehen zwei weitere große – jüngere – Laborantenhäuser im unteren Tal, zwei weitere im Friedrichstal, das früher zum Christophstal gehörte.

Das „Blaue Haus“, die Galerie Christophstal.

In der Nähe des Laborantenhauses steht auf der gegenüberliegenden Talseite ein Hinweisschild an einer Toreinfahrt zu einer brachliegenden Fläche. Hier stand ursprünglich ein Kupferhammer, in dem Kupfer verarbeitet wurde. Nachdem die Kupferherstellung eingestellt wurde – das meiste Kupfer wurde zugekauft – wurde der Kupferhammer in einen Pfannenhammer umgebaut, den Oberen Pfannenhammer. Weiter unten im Tal gab es einen weiteren. Beide Pfannenhammer stellten schmiedeeiserne Pfannen her. Für den Haushalt, aber auch für Salzsieder und ähnliche Anwendungen.

Nachdem der Betrieb des Hammers eingestellt wurde, siedelten sich hier andere Betriebe an – Textilindustrie und später die Firma Bürkle, die hier ihren Ursprung hat. Sie war die letzte Firma, die auf diesem Grundstück produzierte, bis sie auf ein neues, größeres Gelände im Osten der Stadt Freudenstadt zog.

Unser Weg geht am Haus Votteler mit dem kleinen malerischen Fachwerkhäuschen – einer alten Mühle – und der Walke vorbei zu den Forellenteichen. An der Walke wurde von Freudenstädter Webern das Tuch gewalkt, das sie herstellten. Vorher war dahinter der Eingang zum Dorothea-Stollen, einem der Gruben hier im Tal.

Von den Fischteichen aus sehen wir schon den Eingang des Dorothea-Untersuchungsstollens, mit dem die Firma Sachtleben erkundete, ob sich der Abbau von Schwerspat lohnen würde. Er ist der letzte betriebsbereite Stollen im Tal. Beim Vortrieb stießman auf den alten Doprothea-Stollen und stellte fest, das dort die Verzimmerung des Stollens noch in Ordnung war.

Unterhalb der Fischteiche verlassen wir die Straße und biegen links ab. Am Eingangstor des Grubengeländes sehen wir ein weiteres Hinweisschild des Wanderweges. Es weist zum einen  auf die Grube Sachtleben – den Dorothea-Untersuchungsstollen – hin, aber auch auf die Kupfer- oder Silberschmelze, die auf der anderen Wegseite stand.

In dieser Schmelze – und einer weiteren Am oberen Ende des Tales wurde das Erz, das hier gefördert wurde, verhüttet, um an die Metalle wie Kupfer, Eisen und Silber zu kommen. Heute fließt der Forbach an der Stelle, wo einst die Schmelze stand. Der Bach ist dort um 1903 herum begradigt worden, was auch an einem kleinen, ausgemauerten Graben erkannt werden kann, der mitten in der Wiese endet. Hier begann der Mühlkanal des Unteren Pfannenhammers. Wir überqueren die Brücke und folgen dem Weg hangaufwärts., bis wir zum Talsträßle kommen. Ein Hinweisschild informiert uns über den Bergbau hier im Tal, dem wir schon begegnet sind.

Wir folgen dem Talsträßle talaufwärts und kommen wieder an der Tuchfabrik vorbei.  Kurzs danach sehen wir auf der rechten Seite das Bärenschlößle mit seinem Treppengiebel. 1627 wurde es von Peter Stein, dem damaligen Generalfaktor des Tales erbaut – vermutlich an Stelle des Bergverweshauses, das damals hier gestanden haben soll. Später wurde es als Bauernhaus genutzt bis ein Restaurant dort einzog. Beim Bärenschlößle befindet sich auch ein Wildgehege, in dem Rotwild gehalten wird.

Den Parkplatz überqueren wir und gehen zu dem blau gestrichenen Haus. Dieses Gebäude war ursprünglich die Vordere Mühle, in der Getreide gemahlen wurde. Später zog hier eine Seidenweberei ein, für die das Haus grundlegend umgebaut wurde. Heute beherbergt das Gebäude die Galerie Christophstal.

Wir folgen der Christophsstraße abwärts. An dem Haus an der Einmündung auf die Talstraße weist uns ein Hinweisschild des Weges darauf hin, daß es sich bei dem Gebäude um die frühere Talwirtschaft „Zum großen Christoph“ handelt, die bereits 1580 erwähnt wird. Allerdings stnd sie damals wohl auf der anderen Straßenseite. Nach einem Brand wurde sie an der jetzigen Stelle errcihtet. Heute dient sie nur noch als Wohnhaus.

Auf der anderen Straßenseite weist ein Hinweisschild auf den Christophsstollen hin, der am stadtseitigen Hang des Tales in den Berg getrieben wurde. nach ihm hat das Christophstal seinen Namen. Dieser Stollen war mit 600m einer der längsten des Tales.

Wir biegen nach rechts in die Talstraße ein und folgen ihr wenige Meter bis rechts die Alte Kniebissteige abzweigt. Sie ist ein Teil des alten Schwabenweges, der Tübingen mit Straßburg verbindet. Dieser Weg ist sicher seit dem 12. Jahrhundert bekannt, wie alte Spuren zeigen. Einige römische Funde in Freudenstadt und Dornstetten lassen die Vermutung, daß es sich um einen alten römischen Weg handelt, nicht völlig abwegig erscheinen.

Etwas weiter talaufwärts steht das Haus Greising, daß als Lohmühle erbaut worden ist. Später wurde hier eine Messerschmiede eingerichtet, in der unter anderem Strohmesser gefertigt wurden, mit denen Bauern im Winter das Futter ihres Viehs portionierten. Später übernahm die Familie Greising das Gebäude und betrieb bis 18948 eine Schindelfabrik. Abgesehen vom Wohnteil wurde das Haus in den letzten Jahren abgerissen.

Die letzte Station des Weges ist die Haas’sche Mühle, die noch ein kurzes Stück talaufwärts an einer Forbachbrücke steht. Erbaut wurde sie vermutlich als Drahtmühle, wurde aber schon bald genutzt, um Waffen und Waffenteile zu fertigen. Später wurde sie als Walk- und Mahlmühle genutzt, aber 1808 wieder zur Herstellung von Waffenteilen eingesetzt. Nach einem Brand 1811 in einem der Nachbargebäuden, die zu der Fertigung gehörten, zog die Waffenproduktion nach Oberndorf am Neckar um und wurde dort die Keimzelle der Waffenfabrik Mauser.

Unser Weg führt uns noch ein Stück talaufwärts, bis er links von der Straße abzweigt und den Hang hoch zurück zum Marktplatz führt.

Daten zum Weg

Länge des Weges: 6km

Einkehrmöglichkeiten:

  • Historischer Gasthof Bad
  • Bärenschlößle

Infomaterialien

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Freudenstadt

Wasserleben – keine Infomaterialien vorhanden!

Idar-Oberstein: Edelsteinschleiferweg

Idar-Oberstein: Edelsteinschleiferweg

Die Wanderung steht ganz im Zeichen der Edelsteine und verläuft in einigen Bereichen auf alten Schleiferpfaden, auf denen einst die Edelsteinschleifer zur Arbeit unterwegs waren. Sie bietet eindrucksvolle Aussichtspunkte zur Stadt, über den Hunsrück und ins Nahetal.

Der Weg beginnt an der Historischen Weiherschleife, der letzten mit Wasserkraft angetriebenen Edelsteinschleifmühle am Idarbach – ein Besuch lohnt sich! An einem ersten Aussichtspunkt bieten sich Ausblicke über die Weiherschleife, die dahintersteil aufsteigenden Felswände eines Steinbruchs und zur Wildenburg . Später folgen die Aussichtpunkte am Schachenkopf und Hasenklopp sowie der Picknickplatz „Dietzenplatte“.

Am Aussichtspunkt Enzweiler hat man einen außergewöhnlichen Blick ins Nahetal.

Hinter Algenrodt beginnt der Weg zum Besucherstollen der Edelsteinminen Steinkaulenberg. Unterwegs führt er an vielen ehemaligen Stolleneingängen vorbei. Der Wanderweg verläuft über die Abraumhalden früherer Edelsteinminen. Die Edelsteinminen Steinkaulenberg sind die einzigen in Europa für Besucher zugänglichen Edelsteinstollen. Im weiteren Wegverlauf befindet sich der geologischen Lehrpfad, der viel Wissenswertes über die Geologie der Saar-Hunsrück-Nahe-Region vermittelt.

Tipp

Planen Sie einen Besuch in der historischen Weiherschleife und den Edelsteinminen „Steinkaulenberg“ ein – es lohnt sich!

Infomaterialien

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Idar-Oberstein

Edelsteinschleiferweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Bad Neuenahr-Ahrweiler: Eisenweg

Königsbronn: Industrie- und Geschichtspfad

Es waren Zisterzienser Mönche, die die Entwicklung der Schwerindustrie in Königsbronn in Gang gebracht haben. Die ehemalige Klosteranlage liegt wenige Schritte vom Brenztopf entfernt und bildet neben den Stationen zur Industriegeschichte einen zweiten Schwerpunkt des Themenpfades.

Darüber hinaus hat Königsbronn weitere Besonderheiten zu bieten, wie die Burgruine Herwartstein, den Itzelberger See oder die Gedenkstätte, die dem Hitler-Attentäter Georg Elser gewidmet ist. Auch diese Stationen sind ausgeschildert und laden zur Erkundung ein.

Ausgangspunkt der Tour ist der Brenzursprung, um den sich gleich mehrere der insgesamt 19 Stationen des Industrie- und Geschichtspfades gruppieren – darunter das Rathaus mit seiner Rokoko-Fassade, die Hammerschmiede und das Turbinenhaus.

Sehenswürdigkeiten

© Gemeinde Königsbronn

Brenzursprung

4 Meter tiefer Quellsee mit klarem, blaugrünem Wasser. Die Quelle tritt unter einem mächtigen Felsen hervor. Die Schüttung beträgt 400 Liter in der Sekunde (34560 cbm pro Tag). Die Wassertemperatur beträgt das ganze Jahr über 7°C. Der Brenzursprung ist eine der schönsten und größten Quellen der Schwäbischen Alb.

Seit dem Jahr 2000 wird die Wasserkraft der Brenzquelle wieder genutzt.

Rathaus Königsbronn

Das Rathaus Königsbronn ist das Wahrzeichen der Gemeinde.

1775 erhielt das heutige Rathaus seine Spätbarocke Fassade und eine kostbare Innenausstattung, die jedoch bis auf das Fürstenzimmer im Dachgeschoß leider verloren gegangen ist.

Zum 100 jährigen Rathaus – Jubiläum wurde die Barocke Fassade vollkommen neu renoviert. Das geschah 1985 im Zuge der Ortskernsanierung.

Klosterhof-Areal

Das Zisterzienserkloster Königsbronn, welches sich durch wertvolle Privilegien, Schenkungen und Patronatsrechte, dieses u.A. in der Reichsstadt Reutlingen und zu Pfullendorf besaß, umfangreich entwickelte und zu beachtlichem Wohlstand kam, vor seiner am 29. und 30. April 1552 erfolgten völligen Einäscherung und Zerstörung durch Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach, (dem Verbündeten des Kurfürsten Moritz von Sachsen, der im Krieg gegen den Kaiser stand) als Strafe dafür, daß sich das in kaiserlicher Huld stehende Kloster der Reformation, die Herzog Ulrich v. Württemberg durchzuführen bestrebt war, entzog, indem es sich auf die Rechte des Österreichischen Königs Ferdinand stützte.

Flammofen

Aus dem ursprünglichen „Alten Gießhaus“, das bereits 1667 in Königsbronn stand, wurde später das Flammofengebäude der schwäbischen Hüttenwerke. Von 1820 bis 1920 wurde der Flammofen innerhalb des Flammofengebäudes betrieben. Aus dem 19. Jahrhundert stammt der hölzerne Kran mit Laufkatze, mit einer Tragkraft von ca. 5 Tonnen. Dieser Kran, der die Arbeit mit dem Eisenguss im 19. und 20. Jahrhundert verrichtete, kann im Flammofengebäude bis heute noch per Hand bedient werden.

Im Zuge der Industrialisierung wurde der Ofen zur Herstellung der ersten Hartgusswalzen in Mitteleuropa eingesetzt. Die dafür eingesetzte Technik wurde aus Großbritannien übernommen und bildete den Grundstein eines effektiveren Herstellungsprozesses. Bis heute werden im angrenzenden Hüttenwerk Walzen gegossen und bearbeitet.

Mit dem Besuch im Flammofengebäude kann der Film „Feuer und Flamme für Eisenguss“ zur Herstellung von Gießereiprodukten wie Glocken, Öfen und Grabplatten angesehen werden.

Itzelberger See

Der Itzelberger See ist ein beliebtes Naherholungsgebiet im Teilort Itzelberg. Im Sommer ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Mit Minigolf, Kiosk und Fahrten mit dem Tretboot. Ein Runderwanderweg führt um den ca. 8,4 Hektar großen See herum.

Der Itzelberger See wurde von den Mönchen des Klosters künstlich angelegt. Fische waren die Fastenspeise. Über Jahrhunderte hat das Wasser seine Bedeutung für die Fischzucht erhalten.

Ein eindrucksvolles Landschaftsbild gewährt die Vogelschutzinsel am Einlauf der Brenz in den Itzelberger See. Dieses Feuchtbiotop entstand während der großen Entschlammungsaktion des Itzelberger Sees.

1957 entschlossen sich die Gemeinderäte aus Königsbronn und der damals noch selbständigen Gemeinde Itzelberg, den See zu entschlammen. Dies wurde notwendig, nachdem sich im Seebecken eine zwei Meter hohe Schlammdecke angesammelt hatte und der Wasserstand teilweise nur noch eine Tiefe von 30 Zentimeter erreichte. Im Nord- und Westufer des Itzelberger Sees lag zu jener Zeit ein 4 Hektar großes Sumpfgebiet, die „Mooswiesen“.

Im Zuge der Entschlammung wurde ein großer Teil der Sumpfwiesen mit dem Schlamm aufgefüllt, der in ausgetrocknetem Zustand mit großen Baggern aus dem See entnommen wurde. Seinerzeit wurden über 170.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Seebecken entfernt. Von dem ehemaligen Moor blieb nur ein zwei Hektar großer Restteil übrig, aus dem sich die Vogelschutzinsel bildete. Es entstand ein ideales Brut- und Rückzugsgebiet für Vögel und Amphibien.

Mittlerweile findet man an dieser Vogelschutzinsel den Eisvogel, Stockenten, das grünfüßige Teichhuhn, Kanadagänse, aber auch Bisam und Fischreiher sind anzutreffen. In den Wintermonaten rasten viele Wasservögel, besonders Tafelenten, Kolbenenten und Möwen, auf dem See die dann im Frühjahr in ihre Brutgebiete weiterreisen.

Im Uferbereich entdeckt man gelegentlich auch Spuren von Füchsen, die frühmorgens über den Nebenflussarm der Brenz auf die Vogelschutzinsel schwimmen und dort im dichten Unterholz nach Beute suchen. Auch der Marder und die Elster finden auf dem unzugänglichen Inselbereich ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

Feilenschleiferei

Das Gebäude wurde um 1800 von Eberhardt Blezinger (Enkel von Johann Georg Blezinger) als Drahtzuggebäude erbaut. 1823 gingen Gebäude und Werkstatt in den Besitz der Königlichen Hüttenwerke über. Ab 1836 als Mittlere Dreherei genutzt, wurden hier die ersten Hartgusswalzen hergestellt.

Das damals hölzerne Wasserrad wurde 1888 durch eine Stahlkonstruktion der Fa. Voith ersetzt und ist bis heute erhalten geblieben.

1902 verkauften die Hüttenwerke die Dreherei und das Wohnhaus an die Familie Burr, welche die Werkstatt fortan als Feilenschleiferei nutzte. Das Wasserrad wurde, nach mehreren gescheiterten Versuchen den Wasseranstau zu erhöhen, 1920 stillgelegt. Der Antrieb der Schleifsteine erfolgte nun über einen Elektromotor. Die Nutzung der Werkstatt dauert noch bis 1970, danach wurde die Fertigung eingestellt.

Im Mai 2010 erwarb der Kulturverein Königsbronn die Werkstatt, um diese als Industriemuseum wieder zu beleben.

Seit 2011 laufen umfassende Sanierungsarbeiten am und im Gebäude, die von der Gemeinde und dem Kulturverein Königsbronn mit Unterstützung des LEADER Förderungsprogramms durchgeführt werden.

Durch die großzügige Spende des Königsbronner Apothekers, Herrn Horst Schmidt, an den Kulturverein war es letztlich erst möglich die umfassande Sanierung des Gebäudes und des Wasserrades durchzuführen.

Die Instandsetzung des historischen Wasserrades, nach den Originalplänen, konnte mit tatkräftiger Hilfe der Fa. Voith (Ausbildungszentrum) erreicht werden. Ebenso waren die ortsansässigen Firmen und Handwerker eine große Hilfe.

Weiter unterstützte das LRA Heidenheim, insbesondere der Fachbereich Forsten, das Projekt unter anderem mit einer großen Lärchenholzlieferung und einem mobilen Sägewerk.

Hammerschmiede

Hammerschmiede

Die Hammerschmiede, mit ihrem besonderen Ambiente, bietet Raum für die Durchführung einer Vielzahl von Veranstaltungen verschiedenster Art. Konzerte, Theateraufführungen, Vorträge, Seminare, Ausstellungen, Hochzeiten oder private Veranstaltungen – mit der mobilen Bühne und der umfangreichen Ausstattung wird jede Veranstaltung ein voller Erfolg.

Ein Schmuckstück entstand

Von Königsbronn aus entstand im 15. und 16. Jahrhundert der Brenz folgend, Europas erstes Zentrum der Schwerindustrie. Seit 5. Juli 1529 wird die Wasserkraft des Brenzursprungs industriell genutzt. Unter dem bedeutenden Abt des Königsbronner Zisterzienserklosters Melchior Ruf wurde hier die erste Eisenschmiede gebaut. Weitere folgten im Laufe der Jahrhunderte.

Bereits 1652 erfolgte der Bau einer neuen Schmiede. Unter dem außergewöhnlichen Unternehmer Johann Georg Blezinger entstand hier 1772 ein über Deutschland hinaus bestauntes „Wunderwerk der Technik“ – ein gusseiserner Wasserkasten, von dem aus die 9 Wasserräder der beiden Hammerschmieden betrieben wurden. 1788 / 89 brach man eine dieser Anlagen für eine neue Schmiede ab.

1860 / 61 wurde auch dieser Bau durch einen weiteren Neubau ersetzt, es entstand das heute noch bestehende Gebäude der Hammerschmiede. Bereits wenige Jahre später wurde dieses Werk zur Walzendreherei umfunktioniert und Mitte des 20. Jahrhunderts als Produktionsstätte aufgegeben.

Die Hammerschmiede wurde ab 1956 zur Brenzturnhalle umgebaut. Später, nach einer kurzzeitigen Nutzung als Asylbewerberunterkunft wurde sie von einem Arbeitskreis ehrenamtlich nutzbar gemacht.

2008 beschloss der Gemeinderat, dieses einzigartige Gebäude im Rahmen der Ortskernsanierung umfangreich zu renovieren. Nach knapp einjähriger grundlegender Sanierung entstand nun zwischen der Brenz und dem ehemaligen Triebswerkskanal ein besonderes Schmuckstück – die „Hammerschmiede“.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und wünschen allen Veranstaltungen in diesen historischen Räumlichkeiten einen harmonischen Verlauf.

Georg Elser Gedenkstätte

Georg Elser versuchte mit seinem Attentat auf Adolf Hitler in das Rad der Geschichte einzugreifen. Die Elser Gedenkstätte beinhaltet die größte Dokumentation über den Königsbronner Widerstandskämpfer.

Neben wertvollen zeitgeschichtlichen Dokumenten sind auch die Verhörprotokolle vom Dezember 1939 einzusehen und gewähren einen umfassenden Einblick in die Hintergründe des Attentats.

Infomaterialien

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Königsbronn

Faltblatt „Feilenschleiferei und Schmiede“