Altensteig: Auf der alten Bahntrasse nach Nagold (Altensteigerle)

Altensteig: Auf der alten Bahntrasse nach Nagold (Altensteigerle)

Nagold – Altensteig (Altensteigerle)

Bis auf eine Unterbrechung bei Berneck ist die Meterspurtrasse des Altensteigerles zum Radweg der B 28 ausgebaut worden. Etwas abseits davon befindet sich in Nagold am Rand des ehemaligen Landesgartenschaugeländes eine sehenswerte Schauanlage.

Einfache Streckenlänge

  • 13,9 km (davon ca. 10,1 km auf der ehem. Bahntrasse) und weitere 0,4 km abseits der beschriebenen Route straßenbegleitend

Status, Beschilderung

  • kombinierter Fuß-/Radweg

Textquelle: Webseite „Bahntrasssenradeln“

Die Schmalspurbahn Nagold–Altensteig – im Volksmund Altensteigerle oder seltener auch Rütschle genannt – war eine 15,110 Kilometer lange meterspurige Schmalspurbahn im Nordschwarzwald. Sie verband vom 29. Dezember 1891 bis 1967 als Stichbahn den seit 1872 bestehenden Bahnhof Nagold an der Nagoldtalbahn mit Altensteig. Heute verläuft auf der ehemaligen Strecke größtenteils ein Bahntrassenradweg.

Geschichte

Das Altensteigerle wurde 1891 als erste Schmalspurbahn der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen eröffnet. Sie wurde vor allem für den Güterverkehr erbaut, weil die Holzflößerei immer mehr auf Schwierigkeiten stieß. Außerdem sollte das Holz über Handelsplätze in Württemberg verkauft werden, anstatt auf dem Fluss Nagold ins badische Pforzheim zu gelangen. Um Baukosten zu sparen, verlief die Strecke ursprünglich überwiegend im Planum der heutigen Bundesstraße 28. Sie wurde nach Vorbild der Bahnstrecke Ribeauvillé–Ribeauvillé-Gare, einer schmalspurigen Dampfstraßenbahn im Elsass, erstellt und anfangs teils ebenfalls als Straßenbahn bezeichnet. Formal handelte es sich jedoch stets um eine Eisenbahn. Weil sich später die Bahn und der zunehmende Kraftfahrzeugverkehr gegenseitig behinderten, wurde die Strecke Mitte der 1930er Jahre umfassend ausgebaut. Sie erhielt damals größtenteils einen eigenen Gleiskörper neben der Straße. Auch wurden schon 1927 von der Deutschen Reichsbahn vier neue Dampflokomotiven beschafft, die Nachbauten der sächsischen Baureihe 99.64–65 waren. Von der Filderbahn kamen Personenwagen gebraucht zur Altensteiger Bahn. Mitte der 1930er Jahre folgte eine Garnitur eleganter neuer Personenwagen, da wegen des zunehmenden Ausflugs- und Sonderverkehrs erstmals zwei Personenzüge gleichzeitig fuhren, vor allem weil Nagold bevorzugtes Ziel von Sonderzügen der Organisation „Kraft durch Freude“ wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Bahn dann an Bedeutung, in erster Linie, weil es keine direkte Bahnverbindung in Richtung der großen Arbeitgeber im Raum Böblingen/Sindelfingen gab. Die Deutsche Bundesbahn prüfte eine Umstellung auf moderne Triebwagen, die jedoch zu teuer erschien.

Zunächst wurde im August 1962 der Personenverkehr eingestellt, bevor im Mai 1967 auch der Güterverkehr endete. Langjährige Bemühungen der Interessengemeinschaft Nebenbahn in Altensteig, der rund hundert örtliche Unternehmen angehörten, blieben vergeblich. Allerdings nutzen viele Unternehmen die Bahn in den letzten Jahren nur für wenig ertragreiche Fracht, während lukrative Güter eher an die Lastwagen-Speditionen vergeben wurden. Insofern hatten auch die Anlieger ihren Anteil am Niedergang. Die Deutsche Bundesbahn wiederum machte keine Zusage über einen möglichen Mindestfortbestand der Bahn, so dass die Güterkunden ihre Logistik immer weniger auf die Schiene ausrichteten. Die Strecke wurde im Sommer 1967 sofort komplett abgebaut. Bemühungen der Politik, aus „strategischen“ Gründen – sowohl militärisch wie wegen der Abhängigkeit des Straßentransportes vom Erdöl – die Infrastruktur zu erhalten, hatten keinen Erfolg. Die Stadt Nagold bezeichnete die Bahn wegen der mehrmaligen Querungen mit Straßen als Verkehrshindernis und betrieb die Auflassung der Strecke, obwohl seit 1962 nur noch ein Zugpaar verkehrte.

Als Besonderheit diente die Strecke nach Altensteig unter anderem der Maschinenfabrik Esslingen im Laufe der Jahre immer wieder als Versuchsstrecke zum Erproben von Schmalspurfahrzeugen, die für den Export bestimmt waren. Mit einer Maximalneigung von vier Prozent in Nagold war sie die steilste öffentliche Bahnstrecke in Baden-Württemberg und daher für Testfahrten geeignet.

Verlauf

Vom Ausgangsbahnhof Nagold senkte sich die Strecke anfangs ins Tal der Nagold hinab, um dann nach dem Haltepunkt Nagold Stadt wieder anzusteigen. Dem Fluss folgte sie dann bis zum Endbahnhof Altensteig, der mit seinen zahlreichen Gleisen stets der Betriebsmittelpunkt der Strecke war.

Fahrzeugeinsatz

Zunächst wurden zwei Dampflokomotiven der speziellen Bauart „Klose“ beschafft. Adolf Klose hatte das Grundprinzip der Konstruktion ursprünglich für die Zahnradlokomotiven der Appenzeller Straßenbahn entwickelt. Die Bauart bewährte sich auch in Bosnien über Jahrzehnte hervorragend. 1927 wurden diese frühen Altensteiger Lokomotiven dann durch vier Exemplare der schon erwähnten Baureihe 99.19 abgelöst. Zwei Lokomotiven gingen durch Kriegseinwirkungen verloren (eine Maschine kam zur RBD Halle, die andere nach Jugoslawien), sodass nach 1945 nur noch zwei Maschinen zur Verfügung standen. Nach der Ausmusterung der einen Maschine kam 1956 dann die 99 044 als Ersatz. Ab demselben Jahr stand dann ebenfalls eine Diesellokomotive der Bauart V 29 zur Verfügung. Mit diesen Maschinen wurde der Betriebsdienst bis zur Stilllegung 1967 durchgeführt. Die V 29 sowie je ein Personen- und ein Güterwagen sind erhalten und beim Deutschen Eisenbahn-Verein im Einsatz. Ein weiterer Personenwagen ist bei der Öchsle-Museumsbahn vorhanden. 

Textquelle: Wikipedia

Infomaterialien

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Alte Bahnstrecke von Altensteig nach Nagold

Keine Infomaterialien vorhanden.

Bad Peterstal-Griesbach: Wasserlehrpfad

Einem Anstoß des Fachbereiches „Kultur- und Heimatpflege folgend, stieß die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins Bad Peterstal-Griesbach auf das Thema Wasser. Angeregt vom Wasserreichtum unserer Gemarkung, aber auch vom Vorkommen natürlichen Mineralwassers, welches die Entwicklung des oberen Renchtals entscheidend mitgeprägt hat, wurde die Idee eines Wasserlehrpfades geboren.

Der Lehrpfad informiert auf 17 Tafeln über einige unterschiedliche Aspekte dieses Themas, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Das Anliegen von Tafel Nr. 3 „Ohne Wasser kein Leben“ gilt gewissermaßen als Oberbegriff. Der Wasserlehrpfad ist als Appell an alle gedacht, sich der vielen Vernetzungen, Aufgaben und Zusammenhänge bewusst zu werden, die mit dem Wasser verbunden sind – und will auch uns an die Verantwortung aller Menschen erinnern. Wasser wird knapp und immer kostbarer.

Das Anliegen der Wegemacher – über die reine Information hinaus – ist es, einem weiteren bedenkenlosen Verbrauch dieses unersetzlichen Naturgutes Einhalt zu gebieten. Spätestens um die Jahrhundertwende wird die Versorgung der immer noch anwachsenden Weltbevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser die große Herausforderung für die Menschheit sein, um ihr Überleben zu sichern. Diese Versorgung ist bereits heute in vielen Ländern der Dritten Welt nicht mehr gewährleistet. Umfassende Strategien zur Sicherung der Wasserversorgung werden erforderlich; Wasser hat so auch eine politische Dimension.

Kostbares Wasser

Trotz der unvorstellbar großen Menge Wassers auf der Erde bleiben nur etwa 0,2 – 0,3 % für die Trinkwasserversorgung verwertbar. Dabei geht das Wasser nicht verloren: wie immer es genutzt wird, Jeder Tropfen kehrt irgendwann einmal in den globalen Wasserkreislauf zurück. Das Abwasser von heute ist das Trinkwasser von morgen. Ein Bundesbürger z.B. verbraucht pro Tag durchschnittlich 145 Liter Trinkwasser. Nur etwa 3 Liter davon werden als Lebensmittel genutzt: zum Trinken und Kochen. Der große Rest wird für andere Zwecke verwendet (Hygiene, Putzen, WC-Spülung} und fließt in den Abfluss, um dann kostspielig aufbereitet zu werden. Im Grunde genommen bezahlt der Verbraucher sein Wasser dreimal: bei der Trinkwasserversorgung, der Abwasserreinigung und nicht zuletzt durch die Schäden an der zerstörten Natur.

Verantwortungsbewusster Umgang mit dem wertvollen Lebensmittel Wasser kommt also nicht nur unserem Geldbeutel zugute, sondern sichert unser Überleben.

Wegmarkierung

Über Wasserlinien das Brunnentempelsymbol in blau auf hellem Grund

Wegstationen
Natürliches Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser muss laut Gesetz die Anforderung „ursprüngliche Reinheit“ erfüllen, d. h. die Quelle muss frei sein von jeglichen Verunreinigun­gen. Es muss aus einem unterirdischen geschützten Wasservorkommen stammen. Um seinem Namen gerecht zu werden, muss es eine bestimmte, natürliche Menge an Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen.

Mineralwässer enthalten lebensnotwendige Mineralstoffe und Spuren­elemente in natürlicher Komposition, da sie direkt aus den Tiefen der Erd­kruste stammen, also daher wo diese gelagert sind. Das absickernde Re­gen Wasser reinigt sich auf dem langen Weg in die Tiefe und löst beim Durchdringen der verschiedenen Gesteinsschichten mit Hilfe von Kohlensäu­re Mineralien. Bein Austreten aus der Quelle kommt ein mineralhaltiges Wasser – Mineralwasser – zutage. Mineralwasser ist also immer ein Tiefen­wasser.

Das Wasser, welches hier aus dem Trinkbrunnen fließt, entstammt der Stahlbadquelle. Es wird sehr gerne als gesunder Durstlöscher getrunken. Quelle muss frei sein von jeglichen Verunreinigun­gen. Es muss aus einem unterirdischen geschützten Wasservorkommen stammen.

Ohne Wasser kein Leben

Wasser ist durch menschliche Maßnahmen nicht vermehrbar. A/s Nahrungs­mittel undRohstoff ist es unentbehrlich und unersetzlich. (aus dem Wasser­haushaltsgesetz Deutschlands).Das gesamte Wasservolumen der Erde wird auf rund 1,36 Milliarden Kubik-kilometer geschätzt, doch nur 0,2 % dieser gesamten Wassermenge sind für Menschen, Tiere und Pflanzen direkt nutzbar. Wasser ist am Aufbau der Pflanzen- und Tierwelt maßgeblich beteiligt. Der menschliche Körper besteht zu 60 bis 70% aus Wasser, manche Gemüse und Früchte zu mehr als 90%. Der Wasserbedarf eines Erwachsenen beträgt täglich etwa 2,5 Liter. Wasser (ehem. Formel Hz 0) ist für den Wärmehaushalt der Natur durch seine besonders hohe spezifische Schmelz- und Verdampfungswärme ein guter Wärmespeicher, der starke Temperaturschwankungen ausgleicht. Da alle Lebensprozesse in der Zelle in wässriger Phase ablaufen, ist die Bedeutung des Wassers als Lösungs- und Transportmittel für Stoffwechsel­produkte unersetzlich. Sein Anteil am Protoplasma beträgt gewöhnlich 60 bis 70%. Störungen im Wasserhaushalt beeinflussen unmittelbar die Lebensfähigkeit; bei Wirbeltieren ist z.B. ein Wasserentzug von 10 bis 15 % tödlich.

Wasser und Wald

Der Wald ist die Urheimat des Wassers, beide stellen von Natur aus eine Einheit dar. Das beste Trinkwasser spendet der Wald, der jährliche Laub­und Nadelfall ergibt neuen Humus, durch den das Niederschlagswasser sorgfältig gefiltert eindringen kann. Bis 100 Liter je Quadratmeter kann der Boden speichern, das sind eine Million Liter je Hektar. Da der Waldboden selten gefriert, können Regen und Schmelzwasser leicht eindringen; der Wald verhindert so einen raschen oberflächigen Wasserabfluß sowie Hochwasserschäden. Das aufgenommene und gespeicherte Wasser fließt gefiltert dem Grundwasser zu und speist die Quellen nachhaltig das ganze Jahr hindurch, so dass sie auch während langer Trocken- und Frostperjoden nicht versiegen. Das schützende Blätterdach der Bäume verhindert das Abschwemmen des wertvollen Waldbodens, im heißen Sommer schützt es ihn vor dem Aus­trocknen, die Verdunstung wird in Grenzen gehalten. Der Aufenthalt des Menschen im Wald und am Wasser dient in besonderem Maße seiner Erholung.

Pflanzen am Bach

Bäume und Sträucher an Wasserläufen bieten Insekten, Vögeln und anderen Tieren unterschiedliche Lebensräume. Gleichzeitig bereichern sie das Landschaftsbild und dienen der Uferbefestigung. Die häufigsten Baumarten sind Erle, Esche, Ahorn, Ulme, Weide und Hasel. Darunter gedeiht eine artenreiche Waldbodenvegetation mit vielen Fruhjahrsblühern: Schlüsselblumen, Anemonen, Sumpfdotterblumen, Wasserlinsen, Milzkraut, Hängesegge, Weißer Hahnenfuß. Im laufe des Sommers wachsen dort u.a. Engelwurz, Mädesüß, Ruprechtskraut, Echtes Springkraut, Schlangenknöterich, Sauerklee und die eingebürgerten Pflanzen Balsamine und Goldrute.Zu jeder Jahreszeit findet der Betrachter eine Fülle unterschiedlicher Grün-und Blütenpflanzen.


Der Wildbach

Der Wildbach stellt mit seiner permanent niederen Temperatur und hoher Strömungsgeschwindigkeit einen speziellen Lebensraum dar. Dank der vielen Strudel ist der Sauerstoffgehalt sehr hoch, in vielen Wildbächen kommt die Bachforelle noch vor. Die sonstigen Bewohner des Wildbaches sind eher unscheinbar, meist Fliegenlarven und kleine Krebsarten Sie finden auch noch in den engsten Spalten und Unebenheiten der Steine Schutz vor der reißenden Strömung.

Entstehung von Quellen

Unser Grundgebirge ( Urgestein ) besteht aus den wasserundurchlässigen Gesteinsarten    Gneis    und    Granit,    darüber   lagert    eine    mächtige, wasserdurchlässige Buntsandsteinschicht. Das versickernde Niederschlagswasser durchdringt den Buntsandstein und trifft auf die kompakte Urgesteinsschicht. Dort staut es sich und sucht der Schwerkraft folgend, eine Stelle, wo es ungehindert als Quelle zutage treten kann. Den Übergang von wasserdurchlässiger und wasserundurchlässiger Schicht, der sich in unserer Gegend in ca. 600 – 700 m    Meereshöhe befindet, nennt man den Quellhorizont. Hier an dieser Stelle wird sichtbar, wie Wasser aus dem Erdreich austritt.

Wasser und Menschheitsgeschichte

Ohne Wasser wäre die Geschichte der Menschheit nie geschrieben worden. Schon früh siedelten die Menschen in der Nähe von Gewässern. So hatten sie Trinkwasser und außerdem konnten die Wasserläufe als Verkehrswege genutzt werden. Nicht ohne Grund entstanden die großen frühen Hoch­kulturen an Flüssen: am Nil, zwischen Euphrat und Tigris, am Indus, am Hwangho. Zur Sicherung der Wasserversorgung wurde schon früh Wasser-leitungssysteme gebaut, wie man heute noch an den erhalten gebliebenen Aquädukten aus römischer Zeit eindrucksvoll erkennen kann. Ebenso wurde bereits im Altertum die Wasserkraft als Energieträger genutzt. In unserem Zeitalter trat das Wasser in den Blickpunkt von Wissenschaft und Technik. Der Mensch erforscht alle Aspekte des Wassers und macht sie sich zunutze. Die enge Beziehung des Menschen zum Wasser spiegelt sich auch in philosophischen Vorstellungen, religiösen Handlungen und kulturellen Leistungen wider. Im Ritus von Taufe und zelebrierten Waschungen spie/t das Wasser bei vielen Völkern eine mystische Schlüsse/rolle. Auch die Künstler haben sich mit dem Wasser auseinandergesetzt. Bildhauer haben phantastische Brunnen geschaffen, Maler eindrucksvolle Bilder. Unzählige Lieder und Gedichte ranken sich um das Wässer und seine Rolle im Leben der Menschen. So sind Wasser und Menschheitsgeschichte untrennbar miteinander verbunden.

Trinkwasserversorgung

Die Gemeinden sind verpflichtet, für ihre Bürger einwandfreies Trinkwasser bereitzustellen. In unserer niederschlagsreichen Gegend steht hierfür heimisches Wasser zur Verfügung. Die vorhandenen Quellen werden gefasst und über ein Leitungsnetz den Hochbehältern zugeführt. Die Höhe der Standorte für die Reservoirs ist so gewählt, dass der notwendige Wasserdruck für die Versorgung jederzeit gewährleistet ist. 1990 wurde in den hier sichtbaren Behälter der Fichtensodquelle eine Entsäuerungsanlage eingebaut. Unser auf natürliche Weise bereits versauertes Wasser (infolge säurehaltigen Gesteins) wird durch Umwelt­belastungen (saurer Regen) noch aggressiver und könnte in Rohrleitungs­system Auswaschungen hervorrufen, welche die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Dies soll durch die Entsäuerungsanlage verhindert werden.

Wasserschutzgebiete

Zwischen der menschlichen Gesundheit und der Güte des Wassers besteht ein direkter Zusammenhang. Die Verpflichtung zum Gewässerschutz zieht die Pflicht zur Gesunderhaltung der Böden nach sich, um die Selbst­reinigungskraft der Natur zu erhalten. Wasserschutzgebiete sollen die Trinkwasserreserven vor schädlichen Einflüssen schützen. So bestehen Regelungen u.a. für die Bebauung sowie das Ausbringen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Müllablagerungen und Gefahrguttransporte sind verboten. Besondere Sorgfalt ist geboten bei der Abwasserkanalisation sowie bei der Durchfahrt von Kraftfahrzeugen durch diese mit Schildern ausgewiesenen Gebiete. In den Schutzzonen soll so das ober- und unterirdische Einzugsgebiet der Wasserförderstelle gesichert werden.

Gefährdung des Trinkwassers

Da Wasser durch menschliche Maßnahmen nicht vermehrt werden kann, ist der Schutz des vorhandenen Trinkwassers eine vordringliche Aufgabe – die Überlebensfrage der Menschheit, Gefahren drohen dem Trinkwasser z.B.

  • durch ungeklärte Abwässer aus Haushalten und Industrie
  • durch Schadstoffe aus der Luft
  • durch Nitratbelastung der Böden infolge zu starker Düngung
  • durch Verwendung von Pflanzenschutzmitteln     
  • durch unbekannte Gifte aus Mülldeponien
  • durch die Senkung des Grundwasserspiegels infolge Versiegelungder Landschaft
  • durch Fluß- und Bachregulierung
  • sowie durch Ölverschmutzung infolge verschiedener Ursachen

(ein Liter Öl macht eine Million Liter Trinkwasser ungenießbar

Der Kreislauf des Wassers

Das gesamte Wasser auf unserem Planeten ist in einem gigantischen Kreislauf einbezogen, der von der Sonne als Energiequelle angetrieben wird. Wasser verdunstet an der Oberfläche der Meere und Kontinente (Binnenge­wässer, aber auch Wälder etc. ) in großen Mengen. Die feinen Wassertröpfchen werden in großer Höhe mit der Luft als Wolken weiter­bewegt und bei entsprechend kühler Lufttemperatur, wenn die Luft keine weitere Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann, fallen die zusammengeballten Tröpfchen als Niederschlag zur Erde – je nach Temperatur flüssig ( als Regen) oder fest (als Schnee oder Hagel). In unseren Breiten fallen jährlich rund 800 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter, im Schwarzwald bis zu 2000 Millimeter. Mehr als die Hälfte davon verdunstet, während der Rest über die Oberflächengewässer und das Grundwasser wieder dem Meer zufließt. Auch das Wasser des Künsbaches, welches weiter unten von der Rench aufgenommen und über den Rhein in die Nordsee geführt wird, nimmt teil an diesem Kreislauf.

Heilwasser

Die Kenntnis von den Heilquellen des Renchtales ist so a/t wie die Kultur des Renchtales selbst. Das Mineralwasser der heutigen FREYERSBACHER MINERALQUELLEN wird seit 1838 abgefüllt. Es entspringt aus Tiefen von 60 bis 250 Metern. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das magnesium- und calciumhalitge Mineralwasser in versiegelten Tonkrügen versandt. Heilwasser ist ein Arzneimittel; es unterliegt dem Arzneimittelgesetz und benötigt eine amtliche Zulassung. Das Heilwasser der Freyersbacher Alexanderquelle zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Heilwässern in unserem Land. Es wird traditionell angewendet zur Vorbeugung und Besserung des Befindens bei chronischen Magen- und Darmerkrankungen und bei funktionellen Störungen der ableitenden Harnwege. Unten im Talgrund kann man die Gebäude der Freyersbacher Mineralquellen erkennen.

Oberflächenwasser - Grundwasser - Tiefenwasser

Niederschläge fließen zu einem Teil bereits als Oberflächenwasser auf der Erdoberfläche ab und sammeln sich dort in Rinnsalen, Bächen, Flüssen und Seen. All dieses Wasser kann heute in unserem Lebensraum nur noch in seltenen Ausnahmefällen als Trinkwasser verwendet werden. In Trink-wassergewinnungsanlagen (Wasserwerken) muss es zu Trinkwasser aufbe­reitet werden. Ein Teil des Niederschlagswassers dringt in den Untergrund ein, wo es den Grundwasservorrat ergänzt; hier nehmen es z.B. die Pflanzen mit Hilfe ihrer Wurzeln zur Aufrechterhaltung ihres Wasserhaushaltes auf. Bei ausreichender Filterung während der Bodenpassage kann dieses Grundwasser Trinkwasserqualität haben. Wasser, das in den Untergrund versickert, wird auf seiner Wanderung durch Erd- und Gesteinsschichten von Stoffen reingefiltert, die durch Menschen­hand im oberirdischen Teil des Wasserkreislaufes ins Wasser gelangt sind. Ferner kann sich dieses Tiefenwasser mit Mineralstoffen und Spurenele­menten aus der Erdkruste sowie Kohlendioxid, z. B. aus postvulkanischen Aktivitäten, anreichern.

Nutzung des Wassers früher

Unter den vom Menschen genutzten Energiequellen der Erde gehört Wasser zu den ältesten  und umweltfreundlichsten.  Einfache   Vorrichtungen  zur Nutzung der Wasserkraft gab es in Persien schon um 500 v. Chr.Auch im Schwarzwald zeugen viele Mühlen und Sägewerke heute noch davon,  wie man früher das Wasser nutzte.  Das Räderwerk einer alten Sägewerksanlage, Überreste von „ Bühländers Säge“ ist beim Parkplatz der Peterstaler Mineralquellen erhalten geblieben.Darüber hinaus leistete das Wasser gut Dienste zur Gewinnung von Elektritzität.  So wurde in unserem Ort von 1893 bis 1963 im gegenüberliegenden alten   Elektrizitätswerk  Strom  auf  Wasserkraft  gewonnen   und  an  die Gemeinde geliefert. In der Landwirtschaft sorgten selbstgegrabene Kanäle für Bewässerung und Düngung der Wiesen.Wegen des geringen Wasseraufkommens sowie des felsigen Untergrundes der Rench war in unserem Tal Flößerei nicht in dem Maße möglich wie in der Wolf oder der Kinzig.

Äußere Heilwirkung des Wassers (nach S. Kneipp)

Bereits im Altertum waren die heilsamen Kräfte des Wassers auf den menschlichen Organismus bekannt. Aber erst im letzten Jahrhundert wurden diese Kenntnisse vom Wörishofener Pfarrer Sebastian Kneipp wiederent­deckt, zu einem System von Wasseranwendungen ausgebaut und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.So sollen u. a. Wassertreten, Tautreten, Arm- und Fußbäder sowie Güsse, nach bestimmten Regeln ausgeführt, durch den Reiz des Wassers auf die Haut die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen.Der gesunde Mensch bedient sich der wohltuenden Wirkung des Wassers, um seine Gesundheit zu kräftigen und zu erhalten. Beim heute oft gestressten Menschen kann das gestörte Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele durch gezielte Wasseranwendung harmonisiert werden. Durch Kneippen kann er Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Ausgeglichen­heit wieder finden.

Schlüsselbad Geschichte

Auf dem Geländer der heutigen Schlüsselbadklinik befand sich früher eine „Gastherberge und Sauerbrunnen“, wie aus einem Kaufvertrag von 1650 hervorgeht. Erst 1895 wurde die Quellfassung, zusammen mit einem Sand­stein mit der eingemeißelten Jahreszahl MCCCLXXVII (1377), wieder­entdeckt. In einer Tiefe von 7 Meter stieß man zusätzlich auf Mineralwasser, das aus Felsspalten austrat. Adolf Schäck, der Besitzer des 1899 – 1902 neu erbauten Kurhotels Schlüsselbad, bot dieses Wasser als „Peterstaler Schlüsselsprudel“ zum Verkauf an. Im Jahr 1982 wurde das historische Gebäude zur Schlüsselbadklinik umge­baut. Die Quellen gibt es heute nicht mehr.

Infomaterialien

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Bad Peterstal-Griesbach

Wasserlehrpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Berghaupten: Badische Kohle

Foto: Bergwerk Berghaupten, Schornstein der ehem. Kohlenaufbereitungsanlage in Heiligenreute am  14.04.2020.

Dass früher in Berghaupten Bergbau betrieben wurde, war eigentlich einem Zufall zu verdanken. Mitte des 18. Jahrhunderts suche man Heilquellen, stattdessen fand man Steinkohle. Die Steinkohlelager wurden durch Bergknappen der Freiherren Roeder von Diersburg und von der Leyen, Zunsweier, im Jahre 1753 entdeckt. Grundherren vom Dorf Berghaupten waren in jener Zeit das Adelsgeschlecht von Schleys, die im damaligen Schlösschen, dem heutigen Rathaus, ihren Sitz hatten.

Im Jahre 1755 wurden in Zunsweier-Hagenbach mit den eigentlichen Schürfungen begonnen. Das Bergwerk wurde bis nach dem ersten Weltkrieg, also über 160 Jahre lang betrieben. Dabei wurden insgesamt 523.986 Tonnen beste Steinkohle gefördert.

Mitte der 1920er Jahre schloss nach über 160 Jahren Betriebsamkeit das Steinkohlebergwerk. Heute zeugen noch der Bergwerksschornstein und das Bergwerksdenkmal von der Zeit des Kohlereviers Berghaupten.

Kohlenbergwerk

Der Grundherr von Berghaupten Freiherr Tobias Ernst von Schleys sowie die Freiherrn von Röder in Diersburg wollten Heilquellen ausfindig machen, denn die Quellen der Heilbäder in der Region wie in Baden-Baden, Badenweiler, im Renchtal waren bei Fürsten, Grafen und der begüterten Schicht sehr begehrt. Die angeheuerten Bergknappen fanden jedoch statt des ersehnten Heilwassers Steinkohle. Gegraben wurde im Hagenbach, in Zunsweier, in Diersburg und in Berghaupten, vor allem im Bereich der Heiligenreute und bei der Bergkuppe Barack, die deshalb so heißt, weil dort die Wohnbaracken der Bergleute aufgestellt waren.

1755 begann man mit der Öffnung der Lager und dem Abbau der Kohle. Im Lehensbrief von 1755 heißt es,” … deren Öffnung dem Publico nützlich seyn und besonders den Unterthanen zu Berghaupten zu mehrerer Nahrung und Verdienst gereichen könnte”. Mit diesem Lehensbrief beauftragte von Schleys, Johannes Bauer, Bürger und Pflugwirt zu Kehl-Dorf “, alle Gänge auf seine Kosten und Gefahr zu öffnen und die Unkosten an sich selbst zu haben”. In dem genannten Trakt verpflichtete sich Johannes Bauer den Wert des fünften Zentners von Steinkohlen an die Herrschaft zu entrichten und vierteljährlich zu bezahlen.

Der Pflugwirt Bauer förderte 40 Jahre lang Kohle. Teilweise waren 100 Mann im Bergwerk tätig, wobei vor allem Zimmerleute benötigt wurden, um die Schächte abzustützen. Im Berghauptener Revier hatte man stets mit großen Wassermassen zu kämpfen, wobei letztlich 20 Zentner Wasser bewältigt werden mussten, um 1 Zentner Kohle zu fördern. Dieses Problem führte die jeweiligen Betreiber immer wieder in große wirtschaftliche Schwierigkeiten, wenngleich ein Gutachten aus dem Jahr 1845 der Kohle bescheinigt, “die Vorzüglichkeit der Berghauptener Kohle ist unbestritten, sie übertrifft die Saarkohle und ist der besten Ruhrkohle gleich, zehrt das Eisen nicht ab, wie andere Steinkohlen und das gröbste Eisen und Stahl kann damit verarbeitet werden.

Stollenmundloch bei der ehem. Bergbauansiedlung Barack (Hagenbach)

Hinweistafel zur ehem. Ansiedlung

Die Berghaupten-Formation tritt als schmaler, WSW–ONO-streichender Streifen zutage. Lithologisch  handelt es sich um eine Abfolge von grauen Arkosen, Grauwacken und Konglomeraten mit eingeschalteten kohligen Schlufftonsteinen und 2–4 m mächtigen Steinkohleflözen, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts abgebaut wurden. Die Schichtenfolge lagert unmittelbar auf dem Kristallin auf und wurde noch im Karbon von Gneis tektonisch überschoben, weshalb sie keinen stratigraphischen Kontakt zu anderen sedimentären Einheiten hat.

Die größte bekannte Mächtigkeit beträgt etwa 200 m. Infolge der Überschiebungstektonik ist die Abfolge aber örtlich unvollständig erhalten. Die Pflanzenfossilien erlauben eine Einstufung in das Bashkirium (höheres Namur A bis tiefes Westfal.

Textquelle: LGRBwissen

Infomaterialien

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Berghaupten

Badische Kohle – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Berghaupten: Steinfirst (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 15)

Berghaupten: Steinfirst (Ortenauer Sagenrundwege Nr. 15)

Einfach sagenhaft

Die Ortenau verfügt über eine einmalige Vielfalt an Sagen, die einst die Menschen prägten und heute noch bewegen. Gehen Sie den Sagen und Mythen auf den Grund und entdecken Sie die Ortenau von einer ganz neuen Seite!

Der Ortenaukreis hat auf 400 km Wanderwegen insgesamt 32 Sagenrundwanderwege ausgewiesen. Die Wege führen durch 36 Städte und Gemeinden, wo 125 Sagen und Mythen darauf warten entdeckt und erwandert zu werden. Die geistreich gestalteten Sagentafeln entlang der Strecke garantieren ein abwechslungsreiches Wandervergnügen und sind für Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen interessant.

Beschilderung der Sagenrundwege

  • 28 Sagenrundwege sind innerhalb des einheitlichen Wegesystems im Schwarzwald ausgeschildert. An den Kreuzungspunkten stehen Wegweiser. Zusätzlich zu den Basiswegweisern mit Zielen finden sich dort die Routenwegweiser der Sagenrundwege. Zwischen den Wegweiserstandorten werden Sie von farbigen Markierungszeichen (gelbe Raute, blaue Raute, Themenwege etc.) geleitet. Die Markierung kann im Routenverlauf wechseln.
  • Die Sagenrundwege in Meißenheim, Neuried, Rheinau und Schutterwald sind durchgehend mit dem Symbol des SagenGespenstes markiert, da es dort keine einheitlich beschilderten Wanderwege gibt. An den Wegkreuzungen weist ein Richtungspfeil mit dem Sagen-Gespenst den Weg.

Es wird eine Laufrichtung empfohlen. Die Sagenrundwege sind jedoch in beide Richtungen ausgeschildert!

Steinfirst

Auf dem Steinfirst hat einst eine Burg gestanden, darin lebte ein junger Burgherr. Eines Tages ritt er durch den Wald und traf auf eine schöne Frau. Er folgte ihr und verschwand in einem verwunschenen See. Noch heute kannst du in den frühen Morgenstunden auf dem Steinfirst den Liebesgesang von Schwänen hören. Probiere es doch mal aus.

In den Wäldern des Kinzigtals sollen sich allerhand dramatische Geschichten abgespielt haben. So wird von einem Fischer berichtet, der nach seinem Tod jede Nacht mit seinem Licht am Kinzigdamm auf und ab geht. Und von zwei Schwestern, die auf einem Schloss wohnten. Sie wurden bei einem Überfall von Sankt Georg, dem Schutzpatron von Berghaupten, gerettet. Zum Dank verschenkten sie ihren Schlosswald, den „Heiligenwald“.

Entdecke noch weitere Sagen und Mythen entlang der Strecke.

Textquelle: Ortenau Tourismus

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Infomaterialien

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Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Broschüre „Auf Sagenrundwegen die Ortenau erleben“

Bühlertal: Gertelbach-Rundweg

Bühlertal: Gertelbach-Rundweg

Erleben Sie auf einem Rundweg beeindruckende Wasserkaskaden sowie herrliche Panoramaausblicke.

Ein 10 Kilometer langer familienfreundlicher Rundwanderweg durch die Gertelbach-Wasserfälle über die Aussichtsfelsen „Wiedenfelsen“ und „Falkenfelsen/Hertahütte“ sowie das Waldgasthaus „Kohlbergwiese“ zurück zum Ausgangspunkt. Großer Abenteuerspielplatz mit Wasserlauf und Spielwiese abseits vom Verkehr beim Waldgasthaus.

Besuchen Sie den „Schnapsbrunnen“, der mit gekühlten Getränken ausgestattet ist.

Infomaterialien

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Bühlertal

Gertelbach-Rundweg – keine Infomaterialien vorhanden!