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Besenfeld: Auf den Spuren von Wilhelm Hauff

Die Rundwanderung startet in Besenfeld, einem Ortsteil von Seewald. Ein erster Aussichtspunkt oberhalb des Ortes ermöglicht einen Blick auf Besenfeld, in das Murgtal, zur Hornisgrinde – dem höchsten Berg im Norschwarzwald und bei guter Sicht auch bis zur Schwäbischen Alb.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts stand mitten im Wald das Wirtshaus „Oberes Neuhaus“ (1781 – 1803), um das sich einige Räubergeschichten rankten. Diese dienten dem Dichter Wilhelm Hauff als Vorlage für seine Erzählung „Das Wirtshaus im Spessart“. Bei Ausgrabungen fand man noch Reste eines Kachelofens, Tonscherben von Essgeschirr und Fensterglas – sie können im Rathaus „Sonne“ in Besenfeld besichtigt werden. Etwa 50 m dahinter konnte ein Brunnen teilweise freigelegt werden.

Zur gleichen Zeit stand in der Nähe einer der größten Kohlenmeiler im nördlichen Schwarzwald. Ein Nachbau erinnert an die Tradition der Köhler, deren beschwerliche und wenig angesehene Arbeit Wilhelm Hauff zum Thema seines Märchens „Das kalte Herz“ machte.

Zum Waldgewerbe zählte auch die Flößerei. So wurde der Kaltenbachsee um das Jahr 1780 für die Scheitholzflößerei angelegt und um 1813 als Schwellsee mit Schwellwerk in Stein ausgebaut. Über den Kaltenbach wurde das Kleinholz weiter zur Enz getriftet. Für den nötigen Vortrieb musste daher ein großer Wasserspeicher errichtet werden. Der Wasserablauf mit einem markanten Rundbogen unterhalb des Schwelldamms ist noch sehr gut erhalten.

Wie die Enz wurde auch die Nagold bis Anfang des 20. Jahrhunderts für die Trift von Baumstämmen genutzt. Ihre als Nagoldursprung bezeichnete Quelle liegt am Wanderweg beim Seewalder Ortsteil Urnagold.

Textquelle: Schwarzwaldverein

Schon gewusst?

  • Wilhelm Hauff (1802 – 1827) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik, geboren und gestorben in Stuttgart. Er gehörte zum Kreise der Schwäbischen Dichterschule.
  • Seine kurze literarische Schaffensperiode begann 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satan, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs. Hauffs Märchen fallen in die spätromantische Literaturphase. 
  • Er veröffentlichte zwischen 1825 und 1827 Märchen in drei Sammlungen. Der dritte Band, der „Märchen-Almanach auf das Jahr 1828„,  enthält vier Beiträge, die durch eine Rahmenerzählung namens „Das Wirtshaus im Spessart“ verbunden sind.
  • Vier Reisende erzählen sich in einem Wirtshaus im Spessart nachts Geschichten um nicht einzuschlafen, da sie den Überfall einer Räuberbande befürchten.
    • Ein Zirkelschmied erzählt „Die Sage vom Hirschgulden“
    • ein Student das Märchen „Das kalte Herz“,
    • ein Jäger das Märchen „Saids Schicksale“ und
    • ein Goldschmied die Sage „Die Höhle von Steenfoll“.
  • Die Schwarzwaldsage „Das kalte Herz“ ist wohl die bekannteste der Sagen. Die Geschichte vom hilfreichen Glasmännlein und dem teuflischen Holländer Michel, an den der arme Köhler Peter Munk aus dem Schwarzwald sein Herz verkauft, war nicht nur für Kinder gedacht.

Textquelle: Wikipedia

Wikipedia

Das Leben und Werk des Wilhelm Hauff.

Feldbergpass: Wasserfallsteig

Der ca. 12 Kilometer lange Weg führt vom Feldbergpass zur Wiesequelle und von dort über den Hebelweg hinab nach Fahl zum Fahler Wasserfall und schließlich bis nach Todtnauberg zum Todtnauer Wasserfall.

Und Wasser ist nicht nur bei den Wasserfällen zu erleben, auf weiten Strecken wird man von einem wildromantischen Bach begleitet. Abwechslungsreicher Wald und eine schöne Wiesenlandschaft sind weitere Merkmale dieses Weges, einige Aussichten runden das Wandererlebnis ab.

Der Wasserfallsteig ist zwar ein Streckenweg, aber durch gute stündliche Busverbindungen kommt man problemlos wieder nach Todtnau, bzw. an den jeweiligen Ausgangspunkt zurück.

Der Weg liegt in verschiedenen Schutzgebieten: Biosphärengebiet „Schwarzwald“, FFH-Gebiet „Hochschwarzwald um den Feldberg und Bernauer Hochtal“ (Natura 2000), Vogelschutzgebiet „Südschwarzwald“ (Natura 2000) und NSG „Feldberg“.

Schon gewusst?

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Fahler Wasserfall

Das Wasser des „Fahler Wasserfalls“ fällt 50m zu Tal.

Das Quellgebiet des Rotenbachs liegt am 1386 m hohen Stübenwasen. Der Rotenbach mündet in Fahl in die Wiese und später in den Rhein.

 

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Todtnauer Wasserfall

Das Wasser des „Todtnauer Wasserfalls“ fällt 97 Meter zu Tal.

Das Quellgebiet des Stübenbaches liegt am 1.386 Meter hohen Stübenwasen.

Deutsches Wanderinstitut

Der Premiumwanderweg „Wasserfallsteig“.

Gernsbach: Sagenweg

Rund um Gernsbach sowie und im gesamten Murgtal findet sich ein reicher Schatz an Sagen und Geschichten, die sich mit der Herkunft der Flur- und Ortsnamen beschäftigen. Sie geben aber auch einen Hinweis darauf, wie sich die Menschen in früherer Zeit Natur- und Himmelserscheinungen erklärten.

Der Sagenweg führt in den steilen Hängen des Murgtales über verschiedene Stationen, an denen Sagen und Geschichten aus der Region vermittelt werden. Da sind

  • der Grafensprung mit Blick auf die Murg
  • das Schloss Eberstein
  • eine Erzgrube

und einiges mehr.

Markiert mit dem Symbol eines Teufelchens ist dieser Weg auch für das Wandern mit Kindern zu empfehlen. Aufgrund der erheblichen Steigungen sollte man schon etwas Kondition mitbringen.

Charakteristisch sind seine vielen schmalen Pfade, die die einzelnen Stationen miteinander verbinden. Damit ist der Weg allerdings auch nicht für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer geeignet

Die Stationen

An dieser Stelle soll sich in früherer Zeit die Klause eines Einsiedlers befunden haben. Eines Nachts klopfte ein „junges, hübsches Weib in einem feingewobenen Gewande“ an seine Hütte und bat um Zutritt, aber nur wenn er das Kreuz entferne. Der Klausner geriet in Versuchung. Plötzlich erscholl aus einer nahen Eiche der helle Silberton eines Glöckchens, und das verführerische Bild der jungen Frau verschwand. Aus Dankbarkeit errichtete der Einsiedler eine Kapelle. Die heutige Kapelle erbaute Großherzog Leopold von Baden 1852.

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Eine alte Geschichte besagt, dass vor langer, langer Zeit ein Engel Gottes auf diesem Felsen erschien, um die Bewohner des Tals, die vom Teufel in Bann gezogen waren, wieder auf den rechten Weg zu führen. Er predigte von einem herausragenden Felsen nahe der Burg der Ebersteiner. Darüber ärgerte sich der Teufel sehr, und er schwang sich wutschnaubend ins hohe Gebirge. Dort warf er mit schweren Steinblöcken um sich. Sein Rumoren war so laut, daß die Worte der Wahrheit, die der Engel verkündete, nicht mehr zu hören waren. Doch den Einzug des Christentums ins Murgtal konnte er damit nicht verhindern, nur die Namen Engelskanzel und Teufelsmühle künden noch heute von diesen uralten Zeiten.

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Die Menschen im Mittelalter glaubten, dass an diesem Platz besondere Kräfte wirkten und erzählten von seltsamen Erlebnissen. Der Platz vor dem alten Brunnen soll auch zu geselligen Treffen gedient haben. Eine Geschichte erzählt von dem Grafen von Eberstein, der von der Straße hier herunter gestürzt sein soll. Er behauptete, ein Geist sei ihm erschienen. Dieser habe ihm das Pferd scheu gemacht und ihn abgeworfen. Aber vielleicht war er zuvor zu lange im Wirtshaus gesessen und konnte sich nicht mehr richtig auf dem Pferd halten?

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Der Dichter August Kopisch verewigte die Sage um den Grafensprung in einem bekannten Gedicht:

“Die Württemberger schlossen ihn ein:
Was tat Wolf Eberstein?
Er ritt von der Burg
hinab an die Murg
zum steilsten Rand der Felsenwand.

Da war die Welt von Feinden rein,
da sprengt er in die Murg hinein:
erhalte Gott Dich, Eberstein.
So kecke Flucht bringt keine Schmach,
die Feinde selber jauchzen nach.
Er kam herab ohn´ Ungemach.
Fort ritt er dann, frei war der Mann.
Seh´ einer, ob er´s auch so kann.”

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Reich ist der Sagenschatz rund um Schloss Eberstein und das daraus stammende Grafengeschlecht der Ebersteiner. Da gibt es Helden wie den wagemutigen Wolf von Eberstein, den Klosterstifter Bertold oder den liebestollen Wolfheiner.

Überliefert ist auch die Sage, wie die Ebersteiner zu ihrem Wappen kamen. Nach dem Überbringen einer wichtigen Botschaft des Kaisers nach Rom erhielt der Graf von Eberstein vom Papst eine Rose aus glänzendem Gold. Als der Graf auf sein Schloss zurückkam, erwachte die Rose zum Leben und gedieh prächtig. So fand die Rose Eingang in sein Wappen.

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Aus alten Geschichten ist überliefert, dass hier der Eingang zu einem unterirdischen Palast der Erdmännlein sei, die im Innern des Gernsbergs einen großen Gold- und Silberschatz hüten. In vielfältigen Varianten sind die Geschichten der hier beheimateten Zwerge überliefert. So sei einst eine Hebamme von den Zwergen mit einem Taler entlohnt worden, der dafür sorgte, dass ihr niemals das Geld ausging.

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Bei der schönen Aussicht drängt sich ein Blick in den nahe gelegenen Rockertwald auf der gegenüberliegenden Murgseite geradezu auf.

Diesen Blick genoss auch in fernen Zeiten die Gräfin von Eberstein. Sie wollte unbedingt diesen Wald besitzen und versuchte, sich diesen mit einer List anzueignen.

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agsdi-file-pdf

Gernsbach

Flyer „Gernsbacher Sagenweg“

Webseite Gernsbacher Sagenweg

Alles und noch viel mehr über den „Gernsbacher Sagenweg“.

Glottertal: Schwarzwälder Kirschtorten Weg

Entlang saftiger Wiesen und Weiden, mit Blick auf steile Weinberge, vorbei an knorrigen Kirschbäumen und dem Lauf der Glotter folgend, verläuft der Schwarzwälder Kirschtorten Weg.
Die Stationen symbolisieren die verschiedenen Zutaten, die für eine Schwarzwälder Kirschtorte benötigt werden: Eier, Sahne, Kirschen, Honig, Schokolade und ein edles Kirschwasser sowie hochwertiges Mehl von der Hilzingermühle im Oberglottertal. Ein Rundweg auf gut ausgebauten Wegen und Pfaden.
Wieder zurück am Ausgangspunkt liegt es an Ihnen, ob Sie sich in einem der gemütlichen Cafes oder Gasthäuser mit einem Stück original Schwarzwälder Kirschtorte belohnen.

Download Wegskizze mit Beschreibung

(externer Link)

Schon gewusst?

Wer hat sie erfunden? Wo kommt ihr Name her?
Wie so oft liegen auch bei der Schwarzwälder Kirschtorte die Anfänge im Dunkeln.
1934 wurde die Schwarzwälder Kirschtorte erstmals schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit wurde sie vor allem in Berlin, sowie in den guten Konditoreien deutscher, österreichischer und schweizer Großstädten bekannt.
Nach Recherchen eines Tübinger Stadtarchivars wurde die Schwarzwälder Kirschtorte im Jahr 1930 in dem Tübinger Café Walz vom Konditormeister Erwin Hildenbrand erfunden. Hildenbrand hatte in den 1920-er Jahren im Schwarzwald gearbeitet (Furtwangen und Freudenstadt). Das Stadtmuseum Radolfzell archiviert jedoch ein Rezept von 1915, so dass diese Theorie nicht zu halten scheint.
  • Der Konditor Josef Keller (1887-1981) behauptete, die Torte 1915 im damaligen Prominentencafé Agner in Bad Godesberg (heute: Bonn-Bad Godesberg) erfunden zu haben.
  • Möglicherweise könnte die vermutlich aus der Schweiz stammende Schwarzwaldtorte ein Vorläufer gewesen sein. Diese wurde aus Biskuit, Kirschen und Nüssen hergestellt, oft auch in Kombination mit Rahm, jedoch ohne Kirschwasser.
  • Vielleicht war es ja ein Konditor und Eunuch im Kaiserlichen Harem Persiens – so will es zumindest die abenteuerlichste Legende. Er soll die Torte erfunden haben, um die Damen des Harems so schnell und so genussvoll wie möglich auf die damals so geschätzte Leibesfülle zu bringen.

Wie auch immer. Dem Erfinder oder den Erfindern sei gedankt.

Doch eine gute Schwarzwälder Kirschtorte erfordert neben handwerklichen Können v.a. frische Zutaten bester Qualität. Beides gibt es üppig im Schwarzwald, bestimmt aber auch in anderen Regionen – mit Abstrichen.

Webseite Carolas Roseneck

Die Initiatorin des Wanderweges.

Höchenschwand: Schinkenweg

Kulinarisches Highlight und symbolhaftes Markenzeichen des Schwarzwaldes ist der bekannte „Schwarzwälder Schinken“.

Der 12 km lange Schinkenweg informiert, wie tiefgreifend sich das bäuerliche Leben im Schwarzwald verändert hat. Jahrhundertelang produzierten die Höfe eigenen Schinken, fast alles wurde selbst hergestellt. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfasste der wirtschaftlich-technische Fortschritt auch die Bergbauern. Heute sind die Höfe in den europäischen Agrarmarkt eingebunden.

Eine kleine Entdeckungsreise mit Einkehrmöglichkeiten auf dem Schinkenweg.

Schon gewusst?

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Schwarzwälder Schinken

Schwarzwälder Schinken ist ein Rohschinken, der seine einzigartigen Aromen durch das Pökeln und Räuchern über Tannen- und Fichtenholz erhält.

Im Schwarzwald wird er übrigens vom Stück in kleine Streifen geschnitten und gleich pur genossen.

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Schutzstatus

Seit 1997 ist „Schwarzwälder Schinken“ eine geschützte geographische Angabe (g.g.A.) der Europäischen Union.

Diese EU-geschützte traditionelle Spezialität wird ausschließlich im Schwarzwald hergestellt – nach einem seit Generationen festgeschriebenen Verfahren. Seit 2005 musste er dort auch geschnitten und verpackt werden.

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Herkunft

Das Fleisch für die Schinken muss nicht aus dem geografisch abgegrenzten Gebiet Schwarzwald stammen, sondern kann frei aus Deutschland und anderen Herkünften bezogen werden. Die Schweinekeulen stammen von Schweinen aus Baden-Württemberg (10 %), aus anderen deutschen Bundesländern (70 %) und aus dem EU-Ausland (20 %).

Quelle: Wikipedia (Stand: 2020)

Webseite Ferien Südschwarzwald

Infos mit detaillierter Wegbeschreibung.

Kinzigtal: Flößerpfad

Der Flößerpfad veranschaulicht die lange Geschichte der Flößerei und der Waldwirtschaft im Kinzigtal und seinen Seitentälern und macht diese erlebbar. Er verbindet die historisch bedeutenden Flößerorte entlang der Oberen Kinzig von Loßburg über Alpirsbach, Schenkenzell und Schiltach bis Wolfach.

In sämtlichen Tourist-Informationen entlang des Weges sowie in ausgewählten Verkaufsstellen erhält man das Begleitheft zum Flößerpfad mit weiterführenden Informationen.

Auf dem Flößerpfad gibt es 34 Flößer-Stationen mit Informationstafeln zu verschiedenen Themen, Exponaten und einem Geschichten-Buch, das online abrufbar ist.

Das Begleitbüchlein „Holz im Fluss“ beinhaltet  alles Wissenswerte über die  spannende Geschichte der Flößerei im Kinzigtal. Das „Flößerbüchle“ ist 104 Seiten stark und beinhaltet zahlreiche Abbildungen sowie eine Übersichtskarte zum Flößerpfad. Es steht auch als PDF auf der Webseite des Flößerpfades zum Download bereit.

Audioguide

Gehen Sie mit dem Flößer Johann und mit seinem Sohn Uli auf die Reise und hören Sie, wie die beiden die Kinzig hinuntersausen und was sie zu erzählen haben! Der Audio-Guide steht in einer Version für Kinder und einer Version für Erwachsene zur Verfügung.

Den Audio-Guide kann man sich als MP3-Datei unter www.floesserpfad.de/audioguide auf das Smartphone oder einen MP3-Palyer herunterladen.

Schon gewusst?

  • Die Flößerei ist im Schwarzwald seit dem frühen Mittelalter überliefert und war dort ein weitverbreiteter Beruf. Mit Wieden zusammengebundene Baumstämme wurden über die Flüsse zum Bestimmungsort bewegt. Die notwendigen Wassermassen wurden in sogenannten Floßstuben oder Schwallungen angestaut und dann zusammen zur Trift mit dem Floß freigegeben.

  • Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Wasserwege über Murg, Nagold, Enz, Kinzig, Neckar und Rhein bis nach Holland erweitert. Die kleinen Seitenbäche wurden zum Teil ebenfalls floßbar gemacht.

  • Für Städte wie Gernsbach, Schiltach und Wolfach wurde die Flößerei zum Haupterwerbszweig und in sogenannten Schifferschaften organisiert. Bis heute existiert die im 15. Jahrhundert gegründete älteste Forstgenossenschaft, die Murgschifferschaft.

  • Im 18. Jahrhundert führte der niederländische Holzbedarf zur Blüte des Holzhandels, aber auch zum Kahlschlag weiter Regionen des Nordschwarzwaldes. Die langen und geradegewachsenen Tannen waren ideal geeignet als Baumaterial für Schiffe und als Rammpfähle, die in den sumpfigen Böden der Niederlande als Fundament für Städte wie Amsterdam und Rotterdam dienten. Besonders große und wertvolle, bis zu 200 Jahre alte Tannen, wurden „Holländer“ genannt. Bis heute zeugen Wiederaufforstungen mit Fichtenmonokulturen von der Zerstörung des natürlichen Mischwaldes.

  • Während dieser Blütezeit des Holländerholzhandels schwammen kapitale Rheinflöße von Koblenz stromabwärts. Diese gehörten mit 200 bis 400 Metern Länge, 40 bis 80 Metern Breite zu den größten jemals gebauten Flößen. Der Grund konnte so z. B. aus etwa 1700 Stämmen und die Oberlast aus etwa 2000 Stämmen bestehen. Zu ihrer Steuerung wurden 400 bis 500 Mann benötigt, für die riesige Mengen Lebensmittel mitgeführt und Unterkünfte, Küchen, eine Wäscherei, eine Bäckerei, ein Schlachthaus und Viehställe auf dem Floß errichtet wurden.

  • Wegen des Ausbaus des Schienen- und Straßennetzes wurde die Flößerei gegen Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend eingestellt. Nach 1945 waren nur noch sporadisch Flöße auf dem Rhein unterwegs. 1967 wurde hier die Flößerei gänzlich eingestellt.

  • In den Städten Wolfach, Schiltach und Gengenbach wird die Tradition der Flößer und die Herstellung von Flößen praktisch in Vereinen und auch in Museen wachgehalten. Über die Zeit der Flößerei im Nordschwarzwald berichten auch Sagen und Erzählungen. Eine Erzählung um den Holländer-Michl ist „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff.

Textquelle: Wikipedia

Flößerpfad Kinzigtal

Die offizielle Webseite des Flößerpfades.