Breitnau: Ravennaschlucht

Breitnau: Ravennaschlucht

Die Ravennaschlucht ist ein schmales und steiles Seitental des Höllentals, durch das sich der wilde Bach Ravenna über viele Kaskaden und Wasserfälle seinen Weg bahnt.

Die beiden größten sind der große Ravenna-Fall mit 16 und der kleine Ravenna-Fall mit 6 Metern Fallhöhe.

Im unteren Bereich wird die Schlucht von der 37 Meter hohen Ravennabrücke, dem Viadukt der Höllentalbahn überquert. Dort befindet sich auch die St. Oswald-Kapelle (erbaut 1148) und das Hofgut Sternen, in dem Marie Antoinette 1770 und Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1779 übernachteten.

Infomaterialien

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Breitnau

Ravennaschlucht – keine Infomaterialien vorhanden.

Dachsberg: Rund um das Horbacher Moor

Das Hochmoor (ca. 1.000 m.ü.M.) mit einer Fläche von 10,8 Hektar wurde bereits im Jahr 1939 unter Schutz gestellt. Dies geschah mit dem Ziel, den geplanten Torfabbau, der eine gravierende Veränderung der Landschaft nach sich gezogen hätte, zu verhindern. Auf der Wegstrecke rund um das Moor sind fast alle wichtigen Vegetations- und Landschaftsformen der Region wieso schöne Aussichten vorhanden.
Der Rundweg beginnt auf dem Wanderparkplatz. Der Lehrpfad wurde Anfang der 1970er Jahre angelegt. Rund 40 Infotafeln erklären Flora und Fauna des Hotzenwaldes und gehen auf die Besonderheiten der Höhenlage ein. In der Nähe der Querung der Kreisstraße befindet sich eine  Moorbeobachtungsstation.

Infomaterialien

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Dachsberg

Rund um das Horbacher Moor – keine Infomaterialien vorhanden!

Dachsberg-Wittenschwand: Bergbauwanderweg

Der Bergbauwanderweg zwischen den Ortsteilen Wittenschwand und Urberg ist ein Rundwanderweg, der die Stätten des früheren Bergbaus und das Mineralienmuseum miteinander verbindet und zwei sehenswerte Aussichtspunkte hat. Gestartet werden kann er entweder beim Rathaus Wittenschwand oder beim Mineralienmuseum in Urberg. Man folgt dem Bergbauzeichen Hammer & Schlägel. Der Bergbaupfad bei Rüttewies ist in den Wanderweg integriert.

Bergbauzeugen in Dachsberg

In früheren Jahren spielte der Bergbau in den nördlichen Dörfern des Dachsbergs eine bedeutende Rolle. Daran wird heute mit Mineralienmuseum, Themenspielplatz und Bergbauwanderweg erinnert.

In den nördlichen Ortsteilen Urberg und Wittenschwand lebten die Menschen lange Zeit vom Bergbau. Als typisches Bergmannsdorf gilt jedoch nur Urberg.

Bereits im Mittelalter wurden Erze im Tagebau abgebaut. Der Bergbaupfad bei Rüttewies erinnert an die mühselige Arbeit. Pinge und Verhaue entlang des Ruprechtsgangzuges sind heute beschildert und vermitteln lebhafte Eindrücke von früheren Zeiten.

Eine mehrteilige Infotafel im Außenbereich des Mineralienmuseums Gottesehre in Urberg geht auf die Verarbeitung der Erze, darunter auch Silber, ein.

In Wittenschwand wurde oberhalb des Klosterweihers einige Jahrhunderte lang ein Bergwerk betrieben, in welchem zuerst vor allem Silber, später Nickel abgebaut wurden und in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts sogar (erfolglos) nach Uran geschürft wurde. Das Bergbaudorf, das dort entstanden war, ist völlig verschwunden, nur noch die Abraumhalden erinnern an das Vergangene. Vor einigen Jahren wurde im Rahmen eines Projekts zur Förderung des naturverträglichen Tourismus ein viel besuchter Naturerlebnis-Platz mit Spielgeräten zum Thema Stein angelegt.

Der Bergbaupfad bei Rüttewies zeigt eindrucksvoll die Mühseligkeit des Bergbaus im Mittelalter. Der etwa 250 lange bergab führende Pfad beginnt bei der Infostation an der Verbindungsstraße zum Ortsteil Urberg und endet vor dem Ortsteil Laithe. Er führt entlang eines Teilbereichs des Ruprechts-Gangzuges.

Auf zahlreichen Tafeln wird auf den mittlealterlichen Bergbau und die heute noch sichtbaren Tagebauspuren hingewiesen. Wer sucht, der findet in den Pingen und Verhauen auch noch schöne Exemplare von Fluss- und Schwerspat sowie weiterer Mineralien.

Interessantes zu den Orten am Weg

Mineralienmuseum Gottesehre, Urberg

Im Museum selbst wird eine große Sammlung von Mineralien aus dem ehemaligen Fluss- und Schwerspatbergwerk „Grube Gottesehre“ gezeigt, die von Bergleuten zusammgetragen worden ist. Einige Stücke altes Gerät und Übersichtskarten setzen wichtige Akzente. Sehr interessant ist ein Film über Dachsberg und die frühere Arbeit im Bergwerk, der im Nebenraum gezeigt wird.

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Wittenschwand

Wittenschwand ist der Hauptort der Gemeinde Dachsberg. Die einzelnen Ortsteile sind aus Rodungssiedlungen entstanden, die unter dem Einfluss des Klosters St. Blasien angelegt wurden. Zum ersten Mal wird Wittenschwand 1266 erwähnt. Bereits um 1100 blühte zwischen Wittenschwand und Urberg der Bergbau.

Friedrich-August-Grube

Die Friedrich-August-Grube ist seit 2005 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Bergwerk wurde Nickelerz und Magnetkies gefördert. Das Bergwerk wurde benannt nach Friedrich August Walchner, der 1847 erstmals den Nickelgehalt der anstehenden Erze erkannte.

Das Gebiet ist Teil des Fauna-Flora-Habitats „Oberer Hotzenwald“. Es ist Lebensraum für hochspezialisierte und seltene Flechtengemeinschaften auf schwermetallreichen Standorten Ebenso gibt es eine an seltenen Pflanzenarten reichen Felsvegetation, besonders an den Silikatfelsen mit ihrer Felsspaltenvegetation.

Am Klosterweiher findet sich ein arten- und strukturreiches Mosaik aus Röhricht, Großseggenried, Kleinseggenried, Zwischenmoor und Magerrasen.

Die beiden Fledermausarten Großes Mausohr und Bechsteinfledermaus sind hier beheimatet.

Naturerlebnisplatz Friedrich-August-Grube

Der Naturerlebnisplatz Friedrich-August-Grube oberhalb des Klosterweihers beim südlichen Ortseingang des Ortsteil Wittenschwand entstand im Rahmen des Naturprojektes „Hotzenwald-Konzeption“. Der Platz wurde auf dem ehemaligen Tagebaugelände eines zum Ende des 19. Jahrhunderts still gelegten Nickelbergwerks eingerichtet. Die Bergbauvergangenheit wird ausführlich auf großen Infotafeln dargestellt. Ein wieder begehbarer Erkundungsstollen vermittelt Eindrücke von der tiefen Dunkelheit im Berg und Spielgeräte (Sinneserfahrungsgeräte zum Thema Stein) lassen Steine tönen und klingen.

Das gleichnamige Naturschutzgebiet ist einer sehr seltenen Flechtenart gewidmet, die auf der benachbarten Abraumhalde erst vor wenigen Jahren entdeckt worden ist. Diese Flechten sind typisch für nickelhaltiges Gestein. Das Vorkommen ist fast einzigartig in Europa und wird in dieser Größe nur noch äußerst selten vorgefunden, wenn überhaupt dann in Skandinavien. Auch hierzu gibt es ausführliche Infotafeln. Außerdem findet man hier Bartflechten. Sie hängen von den Birken herab und sind ein Indikator für extrem saubere Luft. Nicht weiter verwunderlich, denn auf dem Dachsberg gibt es kaum Verkehr und keine Industrie.

Der Platz ist in der schneefreien Zeit jederzeit zugänglich.

Urberger Weiler

Die zu Urberg gehörenden Weiler sind aus Rodungssiedlungen entstanden, die unter dem Einfluss des Klosters St. Blasien angelegt wurden. Zum ersten Mal werden „die Urberge“ 1237 genannt. Bergbau auf Silber und Blei ist in Urberg schon 1328 nachweisbar und wurde bis 1835 betrieben. In der Grube „Gottesehre“ in Oberbildstein wurde bis 1987 nach Fluss- und Schwerspat geschürft. Heute erinnert das 2002 eingeweihte „Mineralienmuseum Gottesehre“ in Inner-Urberg sowie der Bergbaupfad bei Rüttewies an die traditionsreiche Bergwerksgeschichte des Ortes.

 

Infomaterialien

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Dachsberg-Wittenschwand

Bergbauwanderweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Dreisam: Von Kirchzarten nach Niederhausen

Dreisam: Von Kirchzarten nach Niederhausen

Die Tour beginnt am Bahnhof Kirchzarten.

Nahe der Brücke der Landesstraße 127 von Kirchzarten nach Stegen, entsteht aus dem  Zusammenfluss des „Rotbachs“ aus dem Höllental und dem „Wagensteigbachs“ die „Dreisam“. Bei Riegel münden die „Dreisam“ und die „Alte Dreisam“ in die „Elz“, die als „Leopoldskanal“ bei Niederhausen in den Rhein mündet

Dreisam

Die Dreisam ist ein 29,7 km langer Fluss in Baden-Württemberg. Er entsteht im Schwarzwald (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) im Dreisamtal aus zwei Quellbächen. Die Dreisam durchfließt beim Eintritt in die Oberrheinebene die Stadt Freiburg im Breisgau und mündet nach insgesamt nordwestlichem Verlauf bei Riegel am Kaiserstuhl (Landkreis Emmendingen) von links in die Elz. Zusammen mit ihrem längeren linken Oberlauf, im untersten Abschnitt Rotbach genannt, ist die Dreisam 48,8 km lang. Ihr rechter Oberlauf, der Wagensteigbach, ist jedoch wasserreicher (im Mittel 1,96 m³/s, gegenüber 1,37 m³/s des Rotbachs) und damit Teil des Hauptstrangs im Dreisam-System.

Verlauf

Die Dreisam nimmt ihren Anfang im beckenförmigen Dreisamtal im badischen Südschwarzwald. Nahe der Brücke der Landesstraße 127 von Kirchzarten nach Stegen liegt der Zusammenfluss des etwas längeren Rotbachs aus dem Höllental und des etwas wasserreicheren Wagensteigbachs.

Vom Punkt dieser „Flusshochzeit“ im Westen des Naturparks Südschwarzwald fließt die Dreisam im Breisgau kanalisiert nach Westen und nimmt unter anderem den Krummbach und die Brugga von links auf und von rechts den Eschbach. Mit dem östlichen Ende des Stadtteils Ebnet erreicht der Fluss Freiburg. 1967 wurde dort nahe der Nepomuk-Brücke der Pegel Freiburg-Ebnet errichtet und ist Bestandteil des Oberflächengewässermessnetzes in Baden-Württemberg und dessen einzige Messstelle auf Freiburger Stadtgebiet. 2019 wurde dort die Flusssohle für rund 580 000 Euro so umgestaltet, dass künftig auch die Niedrig- und Mittelwasserstände des Flusses genauer erfasst werden können. Auch die Stufe entfällt, damit der Fluss für Fische durchgängig ist. Nach der Passage des Dreisamstadions wird am sogenannten „Sandfang“ ein Teil des Wassers für den Gewerbekanal und die Freiburger Bächle abgezweigt.

Dieser Wasserlauf teilt sich in der Altstadt in einen Nordarm und einen Südarm. Der Großteil des Südarms mündet unmittelbar westlich der Brücke der Höllentalbahn im Stadtteil Stühlinger wieder in die Dreisam; das restliche Wasser durchfließt in Richtung Westen die Stadtteile Eschholz und Bischofslinde und wird bei Lehen in die Dreisam zurückgeleitet. Der Nordarm fließt (oft unterirdisch) durch die nordwestliche Altstadt in Richtung der Stadtteile Beurbarung und Brühl und mündet westlich von Gundelfingen in den Schobbach, der wiederum bei Nimburg-Bottingen in die Glotter mündet. Somit erreicht dieses Freiburger Bächlewasser erst kurz vor Riegel wieder die Dreisam.

Die Dreisam selbst fließt im Freiburger Stadtgebiet in nordwestlicher Richtung weiter entlang der B 31. Nach Unterqueren der Bundesautobahn 5 verläuft sie, bei March nordwärts einschwenkend, zwischen dem Kaiserstuhl im Westen und dem Nimberg nach Riegel, wo sie in die Elz mündet. Nur 135 m oberhalb ihrer Mündung fließt der Dreisam von rechts die vom Kandel herabkommende Glotter zu.

Die Dreisam wurde von 1817 bis 1842 unter der Leitung Johann Gottfried Tullas auf ihrer gesamten Länge von Kirchzarten bis Riegel kanalisiert. Im Osten Freiburgs wurde sie jedoch zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf einer Länge von 800 m renaturiert. Vier Jahre später, 2019 setzte der Landesbetrieb Gewässer unterhalb des Ottilienstegs tonnenschwere Granitblöcke ein, die als Buhnen die Strömung auch in den Seitenarm lenken. Die Hochwasser im Jahre 2021 hatten jedoch so viel Kies abgelegt, dass der Nebenarm oberhalb der Sandfangbrücke bei Niedrigwasser trocken fällt. Daher wurden im September für 15.000 Euro „so behutsam wie möglich“ 500 Kubikmeter Kies ausbaggert. Vor der Kanalisierung floss die Dreisam weiter westlich entlang des Kaiserstuhl-Ostrandes nach Norden. Bei Eichstetten floss ihr der Eichstetter Mühlbach zu, der heute im weiteren Verlauf kanalisiert annähernd dem einstigen Bett der Dreisam folgt und nordöstlich des St. Michaelsbergs (241 m ü. NN) als Alte Dreisam am gleichen Punkt in die Elz mündet wie die Dreisam. Vor dem Hintergrund der Flussgeschichte wird die Alte Dreisam dennoch als Nebenfluss der Dreisam behandelt. Die Dreisam hat am Mündungspunkt eine mittlere Wasserführung von 10,9 m³/s, ohne die Alte Dreisam eine von 8,6 m³/s.

Die Dreisam hat zwischen Kirchzarten (377 m) und ihrer Mündung (178 m) in die Elz ein Gesamtgefälle von 199 Metern.

Textquelle: Wikipedia

Infomaterialien

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LGRB

Mündungsschwemmkegel der Dreisam

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Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee

Dreisam Renaturierung: Vom Kanal zurück zum Fluss

Textquellen

Ehrenkirchen-Ehrenstetten: Bergbaupfad Ehrenstetter Grund

Entdeckertour im mittelalterlichen Bergbaurevier

Vor 700 Jahren hörte man im Ehrenstetter Grund weniger die Vögel zwitschern als überall lautes Hämmern und Klopfen. An den Berghängen und im Ahbachtal rauchten Schmelzöfen, Kohlenmeiler und Schmiedeherde. Die Berghänge waren größtenteils abgeholzt und der Berg war durchlöchert wie ein Schweizer Käse.

Warum?

Die Bergleute aus nah und fern suchten hier im Mittelalter nach den begehrten Silbererzen. Das daraus gewonnene Silber wurde im Mittelalter in Münzprägestätten wie in Freiburg und Breisach zu Silbermünzen geprägt.

Auf dem Bergbaupfad im Ehrenstetter Grund kann man einzigartig gut erhaltene mittelalterliche Zeugnisse des Silberbergbaus entdecken. Dazu gehören die große Radstube, ein Staudamm, drei heute noch offene Bergbauschächte und zahlreiche Trichter von eingestürzten Erzstollen oder Stollenmundlöchern.

Die Wegstationen
Station 1: Das mittelalterliche Bergbaurevier

Das mittelalterliche Bergbaurevier

Kaiser, Könige, Fürsten und Bergleute

Über die Technik und Organisation des Bergbaus und das Leben und Arbeiten der Bergleute im Mittelalter ist einiges aus zeitgenössischen Urkunden zu erfahren. Der älteste schriftliche Hinweis auf den Bergbau im Südschwarzwald ist eine Urkunde von 1028. Dort verleiht Kaiser Konrad II. dem Baseler Bischof Rechte an den Silbergruben im Breisgau, wobei unter anderem die Gruben im Münstertal, im Sulzburger Tal und bei Badenweiler genannt werden.

Die älteste überlieferte Bergordnung ist aus dem Jahre 1208 und regelte die Organisation und die Arbeit im Bergbau. Sie gibt aber auch Auskunft über das Aufsuchen, Gewinnen und Aufbereiten der Bodenschätze.

Den Abbau und die Gewinnung von Silber betrieben im Mittelalter wirtschaftlich freie Bergleute im Auftrag eines Grundherren oder Fürsten, der seinerseits dieses Recht (Bergregal) vom Kaiser oder König verliehen bekam. Der Grundherr, Fürst oder Vogt musste für den Schutz und die Verteidigung der Bergleute und des Bergbaureviers sorgen.

Das Bergbaurevier im Ehrenstetter Grund

Im Bereich des Ehrenstetter Grundes queren zwei parallel streichende Blei-Silber-Erzgänge das Tal des Ahbachs. Der mittelalterliche Erzabbau auf diese Erzgänge hat an der Oberfläche markante Spuren im Gelände hinterlassen und der Berg ist durchzogen mit Stollen und Schächten wie ein Schweizer Käse. Heute nennt man diese noch offenen Löcher auch Lingelelöcher.

Eine mittelalterliche Überlieferung zu diesem Bergbaurevier gibt es bisher nicht. 1991 führte das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Uni Freiburg im Rahmen des Bergbauprojektes eine Prospektion und Dokumentation der noch erkennbaren Spuren des Bergbaureviers durch. Die dabei in den Schächten und auf den Abraumhalden gefundenen Keramikscherben datieren den Abbau der Silbererze ins 13./14. Jahrhundert.

Ausgrabungen fanden bisher aber nicht statt. Deshalb wissen wir hier auch nicht genau, wo die Erze aufbereitet und verhüttet wurden. Die Bergleute wohnten immer in der Nähe des Bergbaureviers, möglicherweise am Talausgang bei der Streicherkapelle, die bereits 1554 urkundlich erwähnt wird. In der Nähe beim Lehenhof wurden Steinkistengräber aus der Zeit um 800 nach Christus gefunden, die auf eine alte abgegangene Siedlung in unmittelbarer Nähe hinweisen.

Wie man das Silber aus dem Stein bekommt

Gesucht haben die Bergleute nach den begehrten Silbererzen, hier vor allem Bleiglanz, der überwiegend aus Blei und nur zu 0,1 bis 1 Prozent aus Silber bestand (1000 kg Bleiglanz = 1 bis 10 kg Silber). Gefunden haben sie die Silbererzgänge anhand von Geröllen in Bachläufen und anhand von Gangausbissen, dort wo die Erzgänge die Oberfläche erreichen. Im oberflächennahen Bereich wurden die Erzgänge zuerst im Tagebau durch Verhaue ausgebeutet. Später legten die Bergleute ein System aus horizontalen Stollen und vertikalen Schächten an, um die Erzgänge auch in größeren Tiefen abbauen zu können. Stollen und Schächte führten zunächst durch taubes Gestein, bis der Abbauort – der Erzgang – erreicht wurde.

Die Erzaufbereitung und Verhüttung fand in unmittelbarer Umgebung der Bergwerke statt. Bei der Erzaufbereitung wurde das geförderte Erz zerkleinert (gepocht), von tauben Begleitgesteinen wie Quarz und Gneis getrennt und dann sehr fein gemahlen. Danach wurde durch Auswaschen (von Gangmaterial) und Rösten (Schwefelanteile wurde durch Erhitzen verflüchtigt) ein Erzkonzentrat aus Silber und Blei hergestellt, das in der Schmelzhütte geschmolzen wurde. Die dazu benötigte Holzkohle wurde von Köhlern in der Nähe der Bergwerke hergestellt. Bei über 1200 °C entstand ein silberhaltiges Blei. Im Treibofen wurde dann das Silber vom Blei getrennt und als Barren an die Münzstätten im Breisgau nach Breisach und Freiburg geliefert.

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Station 2: Stollenmundloch

Stollenmundloch

Am Fuße des Berghanges befindet sich ein verschüttetes Mundloch (Eingang) eines Stollens mit großer vorgelagerter Halde. Die Größe der Halde gibt Auskunft über den Umfang der Arbeiten unter Tage. Auf der Halde wurde zerkleinertes Gangmaterial und Keramikfragmente des 13./14. Jahrhunderts gefunden.

Abgebaut wurden die Erze mit Schlägel (Hammer) und Bergeisen (meißelartiges Werkzeug), von denen die Bergleute pro Tagesschicht bis zu 30 Stück brauchten, da diese schnell Stumpf wurden. Deshalb gab es in den Bergbaurevieren immer auch eine Bergschmiede, in der der Schmied die Werkzeuge herstellte und nachschärfen konnte. Die Stollen hatten zumeist nur eine Firsthöhe von 90 bis 100 cm. Abhängig von der Härte des Gesteins lag der Vortrieb eines Bergmanns, der nur mit Schlägel und Eisen arbeitete, bei 10 bis 50 m im Jahr.

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Station 3: Die Radstube

Die Radstube

Der größte „Feind“ der Bergleute im Bergwerk ist das durch Klüfte eindringende Wasser. Es wurde zumeist durch einen Stollen auf der Höhe des Talgrundes (Erbstollen) ins Tal abgeleitet. Wo dies nicht möglich war oder das Bergwerk tiefer lag, wurden zur Entwässerung Pumpen im Bergwerk eingesetzt. Diese wurden mittels Tret- oder Wasserrädern angetrieben und förderten das Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche.

Eine solche Wasserhebemaschine befand sich im Ehrenstetter Grund in einer Felskammer, die im Volksmund Eselsbrunnen genannt wird. In dieser 40 m² großen und 11 m hohen sogenannten Radstube war ein ca. 8 m großes Wasserrad eingebaut, mit dessen Hilfe, das Wasser aus dem dahinter liegenden – heute verschütteten – Schacht gefördert wurde. Angetrieben wurde das Rad durch Wasser, das durch einen Hangkanal vom talaufwärts aufgestauten Ahbach auf das Wasserrad geleitet wurde. Das zum Antrieb des Rades notwendige Wasser sowie das aus dem Berg geförderte Wasser wurden durch einen kleinen Stollen aus der Radstube in den Ahbach abgeleitet.

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Station 4: Der Staudamm

Der Staudamm

Zur Förderung und Weiterverarbeitung der Erze wurden in einem mittelalterlichen Bergbaurevier auch Maschinen eingesetzt. Neben der Muskelkraft wurden sie auch durch Wasserkraft angetrieben. Hierzu war die Anlage eines Stausees mit einem ausgeklügelten System von Kanälen erforderlich. So konnten mithilfe der Wasserkraft Wasserhebe- und Fördermaschinen, Pochwerke, Erzmühlen und die Blasebälge der Schmelzhütten betrieben werden.

Der noch 12 m breite und 6 m hohe mittelalterliche Staudamm ist heute von einem modernen Forstweg durchschnitten. Der Staudamm riegelte das gesamte Tal ab und diente zum Aufstauen des Ahbaches. Der so entstandene Stausee war vermutlich 150 m lang und 50 m breit mit einem Volumen von rund 10000 m³ Wasser. Mit diesem Wasser wurde unter anderem mittels eines ca. 200 m langen, heute nur noch in Resten erhaltenen Hangkanals, das Wasserrad zur Entwässerung des Bergwerkes in der Radstube angetrieben.

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Station 5: Der Hangkanal zur Radstube

Der Hangkanal zur Radstube

Zwischen dem Radbrunnen und dem Staudamm ist noch heute im Wald ein ca. 50 m langer Abschnitt des ehemals ca. 200 m langen Hangkanals sichtbar. Er zeigt sich als etwa 1,5 m breite Rinne im Gelände. Staudamm, Hangkanal und Radstube sind ein einzigartig gut erhaltenes Ensemble mittelalterlicher Bergbautechnik. Die Errichtung einer solchen Anlage lässt sich kaum in der Regie von Einzelunternehmern oder Familienbetrieben vorstellen. Eher belegt diese Anlage, dass es in diesem Bergbaurevier vermutlich einen Zusammenschluss mehrerer Bergbauunternehmer, eine sogenannte Gewerkschaft, gegeben hat.

Bergleute, „Zipfelmützen“ und Zwerge

Einigen wird es schon aufgefallen sein, dass die Bergleute in den mittelalterlichen Darstellungen eigenartige „Zipfelmützen“ tragen. Dabei handelt es sich um Kapuzen, die den Bergmann vor Staub und Dreck schützten. Daneben konnte man die Zipfel der Kapuzen mit Schafwolle ausstopfen und schützte so den Kopf in den niedrigen Stollen im Berg. Da die Arbeit der Bergleute für die allgemeine Bevölkerung unverständlich und geheimnisvoll war, entstanden im Laufe der Zeit viele Sagen rund um den Bergbau. Diese mischten sich mit der Zeit mit den Geschichten von Zwergen, Kobolden und Heinzelmännchen, die dann auch mit der markanten „Zipfelmütze“ dargestellt wurden. So lebt diese Kopfbedeckung der mittelalterlichen Bergleute noch heute in der Darstellung der sieben Zwerge im Märchen Schneewittchen, bei den Mainzelmännchen, dem Sandmann, den Schlümpfen und unseren Gartenzwergen fort.

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Station 6: Hangkanal und Schacht 2

Hangkanal und Schacht 2

Oberhalb des Radbrunnens am Berghang ist ein weiterer Hangkanal im Gelände sichtbar, der auf den am Hang liegenden Bergbauschacht 2 zuführt. Solche senkrechten Schächte dienten zur Befahrung der waagerechten Stollen, die zu den Erzadern im anstehenden Gneis führten. Einige Schächte dienten zudem für die Luftzufuhr im Bergwerk oder als Förderschacht für die abgebauten Erze, wobei mittels einer Haspel die gefüllten Körbe an die Oberfläche gezogen wurden. Schacht 2 ist einer von drei heute noch offenen und senkrecht in den Fels gehauenen Bergbauschächten aus dem Mittelalter.

Der Schacht hat an der Oberfläche einen Querschnitt von 3,5 m x 3 m und verengt sich nach ca. 28 m Tiefe auf 1,4 x 1,6 m. In 42 m Tiefe endet der Schacht in einer 6 m x 6 m großen Kammer mit mehreren, in unterschiedliche Richtungen, zu den Abbauen führenden Strecken (Stollen ohne Tagesöffnung/Mundloch), die aber zum Teil verschüttet sind. Vermutlich diente die Kammer als Radstube für ein Wasserrad zur Entwässerung tiefer liegender Abbaue, die heute auch verschüttet sind. Der Hangkanal führte das Wasser zu den Schächten, um die Wasserräder im Berg anzutreiben.

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Station 7: Schacht 1

Schacht 1

Der Bergbauschacht „Lingeleloch“ 1 wurde 1991 vom Institut für Ur- und Frühgeschichte Freiburg untersucht. Der 48 m tiefe Schacht hat an der Oberfläche eine Öffnung von 4 x 4 m und verengt sich mit zunehmender Tiefe auf 1,5 x 2 m. An den Wänden zeigen sich deutliche Spuren des Abteufens durch Schlägel und Eisen. In regelmäßigen Abständen finden sich Vertiefungen an gegenüberliegenden Wänden als Spuren des ehemaligen Holzausbaus zur Sicherung des Schachtes. In 16 m Tiefe zweigt ein Stollen – 90 cm hoch und 45 cm breit – in NW-Richtung ab, der in einem verschütteten Stollenmundloch am Hang endet.

Auf dem Grund des Schachtes befindet sich ein kammerartiger Ausbau mit mehreren, in unterschiedliche Richtungen, zu den Abbauen führenden Strecken (Stollen ohne Tagesöffnung/Mundloch), die heute zum Teil verschüttet sind. Diese Abbauspuren zeigen, dass hier 48 m unter Tage Silbererz sowohl mit Schlägel und Eisen als auch durch Feuersetzen gewonnen worden ist.

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Station 8: Bergbaulandschaft

Bergbaulandschaft

Im Mittelalter war der heute dicht bewaldete Hang des Bergbaureviers kahl geschlagen. Das Holz wurde vor allem für die Köhlerei und für den Ausbau der Stollen gebraucht. Zwischen den zahlreichen Stolleneingängen und Schächten gehörten zu einem Bergbaurevier auch Werkstätten und Wohnhütten, die auf künstlichen Terrassen oder planierten ehemaligen Abraumhalden angesiedelt waren. Da im Bergbaurevier Ehrenstetter Grund bisher keine archäologischen Ausgrabungen stattgefunden haben, wissen wir nicht, wo genau die Wohnhütten und Werkstätten standen.

Im Gegensatz zu heute war das Tal im Mittelalter von Lärm erfüllt. Zu hören waren die Hammerschläge der Schmieden, die die stumpf geschlagenen Bergeisen der Bergleute wieder schärften. Zumeist waren die Schmieden in einfachen Holzhütten mit einer Schmiedeesse und einem Amboss. Daneben waren die Hammerschläge der „Scheider“ zu hören. Nachdem das erzhaltige Gestein zu Tage gefördert worden war, wurde es zuerst per Hand vom tauben Gestein getrennt. Dazu wurde es auf großen Steinklötzen mit dem Hammer zerkleinert und das Erz ausgelesen. Das Erz wurde dann zur Weiterverarbeitung ins Tal gebracht, das wertlose Gestein wurde vor Ort auf die Halde gekippt. Diese Scheidearbeit wurde in unmittelbarer Nähe der Stollen und Schächte ausgeführt.

Am Berghang liegt ein weiterer, dritter noch offener Schacht. Er ist nur 8 m tief und trifft dort direkt auf den Blei-Silber-Erzgang.

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Station 9: Pingen und Halden

Pingen und Halden

Im Wald sind außerdem zahlreiche, sogenannte Pingen (trichterförmige Vertiefungen) zu erkennen, die charakteristisch für aufgelassene alte Bergbaureviere sind. Die Entstehung von Pingen kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen entstehen sie durch den Einbruch des Deckgebirges von oberflächennahen Stollen, zum anderen handelt es sich um eingestürzte ehemalige Schächte (Schachtpingen) oder um tagebauartige Verhaue, die auf den oberflächennahen Erzgang zielten (Verhaupingen). Sie zeigen, dass es neben den drei, heute offenen Schächten noch weitere Schächte im Bergbaurevier „Lingelelöcher“ gegeben hat. Eingestürzte Schächte und tagebauartige Schürfe haben zumeist hangseitig oder um die Pingen herum eine Abraumhalde aus taubem Gestein und Gangmaterial. Die oft wie eine Perlenkette aneinander gereihten Pingen (Pingenzüge) zeigen indirekt den Verlauf der Erzgänge im Gelände an.

Da die Setzungserscheinungen im Zentrum der Pingen bis heute andauern ist das Betreten dieser trichterförmigen Vertiefungen lebensgefährlich!

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Infomaterialien

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Ehrenkirchen-Ehrenstetten

Broschüre „Bergbaupfad im Ehrenstetter Grund“

Ehrenkirchen-Ehrenstetten: Steinzeitpfad am Ölberg

Auf den Spuren von Rentierjägern und Zauneidechsen

Das wohl bekannteste Fotomotiv des Markgräfler Landes ist der Panoramablick vom Ehrenstetter Ölberg.

Kaum jemand ahnt, dass der Ölberg nicht nur ein Weinberg mit historischen Weinbergterrassen und ein Naturschutzgebiet mit einer seltenen Vielfalt von Pflanzen und Tieren ist.

Im Wald versteckt sind imposante Wohnhöhlen der Rentierjäger vor 13000 Jahren und eine bis zu 5000 Jahre alte Wallanlage zu entdecken. Vor 140000 Jahren jagten am Steinberg, direkt neben dem Ölberg, Neandertaler sogar nach Mammuts.

Außerdem können sich große und kleine Wanderer auf dem rund 4 km langen Weg mit 12 Infotafeln auf die Suche nach seltenen Tieren wie Zauneidechsen und Zaunammer begeben oder seltene Pflanzen wie Märzenbecher oder Türkenbundlilien entdecken.

Wegstationen
Die Zauneidechse

Mit etwas Glück und einem behutsamen Anpirschen begegnet man an den Trockenmauern des Ölbergs recht häufig der Zauneidechse. Am sichersten sind windstille Frühjahrsmorgen. Die Sonne sollte schon eine kleine Weile auf den Mauersteinen gestanden sein, damit diese angenehm warm wurden.

Madame oder Monsieur Zauneidechse pflegen genau dann ihr morgendliches Sonnenbad zu machen, wobei sie ihren Körper ganz platt an den Stein drücken, um möglichst viel Wärme aufzunehmen. Und warum diese Wärmegier? Wie alle Reptilien haben Eidechsen nicht unser gleichmäßig warmes Blut, sondern können sich nur mit Hilfe der Sonnenwärme auf Betriebstemperatur bringen.

Dies gilt übrigens noch mehr für ihren Nachwuchs: Die Zauneidechse vergräbt ihre pergamenthäutigen Eier im locker-warmen Sandboden und lässt diese ganz bequem von der Sonne ausbrüten.

Wer hier im Spätsommer entlangläuft, kann dann die Mini-Eidechsen durchs Gras flitzen sehen. Mit gutem Futter – und das gibt es bei uns am Ölberg reichlich in Form von kleinen Raupen, Käfern, Tausendfüßlern und leckeren Wolfsspinnen – wachsen die Winzlinge innerhalb des nächsten Jahres zur vollen Größe heran.

Eines gilt für die ganze Eidechsenfamilie: Bitte nur beobachten, niemals zu fangen versuchen! Denn sonst bricht unweigerlich der lange Schwanz ab und hinterlässt eine blutende Wunde – keine nette Art, Freundschaft zu schließen, oder?

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Die Ölbergkapelle

Weithin sichtbar besetzt die Ölbergkapelle einen Vorgipfel des gleichnamigen Berges oberhalb von Ehrenstetten. Von hier oben entfaltet sich der wohl berühmteste Blick über das Markgräflerland. Die Kapelle beherbergt eine aus Holz geschnitzte Pieta, die aus der Streicherkapelle im Ehrenstetter Grund hier her gebracht worden ist. Im Jahre 1954 wurde die kleine Kapelle zum Gedenken an die in den beiden Weltkriegen gefallenen und vermissten Männer aus Ehrenstetten errichtet.

Von hier aus erschließen sich dem Betrachter im Osten das Hexental, die bewaldeten Flächen der Schwarzwaldvorberge, die imposanten Berggipfelregionen von Schauinsland und Belchen, im Süden die weite offene Ebene des Rheintals, unterbrochen vom Staufener Burgberg und im Westen der Batzenberg und die Kette der Vogesenberge bis auf die Höhe von Breisach.

Unmittelbar an die gepflegte Grünfläche rund um die Kapelle schließt sich linker Hand die historische Weinbergslage „Ehrenstetter Ölberg“ an. Sie zählt zu den wenigen reinen Südlagen im Weinbaubereich Markgräflerland und liefert hochwertige Weine. Seit 1996 ist das Gebiet mit einer Fläche von rund 24 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Trockenmauern aus Kalkstein, die Reben und dazwischen offene Grasflächen bieten einer ökologisch äußerst hochwertigen Flora und Fauna einen Lebensraum. Daher werden seit vielen Jahren im Auftrag der Naturschutzverwaltung sowie durch Mitglieder der BUND-Gruppe Schönberg und des Arbeitskreises Ortsgeschichte Ehrenkirchen Trockenrasenflächen vor der Verbuschung bewahrt und die Trockenmauern gepflegt.

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Die Zaunammer

Die historische Terrassenlandschaft und ihr charakteristischer Vogel

Die Südostflanke des Ölbergs ist heute ein eng verzahntes Mosaik ganz unterschiedlicher Lebensräume. Rebstöcke wachsen auf kleinen Terrassen, die oft erst durch das Aufsetzen von Trockenmauern entstanden sind. Dazwischen sind Gebüsche eingestreut. Im östlichen Teil schließen sich größere Wiesen- und Brachflächen an. Früher als Futterfläche für Ziegen und Stallrinder genutzt, werden sie heute entweder erneut durch Ziegen beweidet oder aber gemäht. Ein solches Nebeneinander fördert das Vorkommen seltener Vogelarten. An erster Stelle steht hier die Zaunammer. Als nahe Verwandte der Goldammer ist sie ähnlich gesangsaktiv, lässt sich jedoch an der Kopfzeichnung von jener gut unterscheiden. Vor allem im Frühjahr prägt ihr „schüttelnd-klingelnder“ Ruf die typische Geräuschkulisse am Ölberg.

Wer also hier ein vermeintlich durchklingelndes Handy geortet hat, sollte mal mit dem Fernglas die Wipfel der Gebüsche und Einzelbäume nach dem eifrigen Sänger absuchen. Das reiche Samenangebot der extensiv gepflegten Wiesenflächen, aber auch die vielen wärmeliebenden Insekten, machen den Ölberg zum Schlaraffenland für die ansonsten den Mittelmeerraum bevorzugende Zaunammer. Übrigens stößt man bei der Ammersuche auf viele andere Vögel der Rebflur. Bluthänflinge und Stieglitze lassen grüßen!

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Eine Wallanlage der Jungsteinzeit

Frühe Bauern auf dem Ölberg

Die Geschichte der Wallanlage auf der Kuppe des Ölberges liegt bis heute noch weitgehend im Dunkeln. Archäologische Ausgrabungen haben hier bisher nicht stattgefunden. Lesefunde innerhalb der Wallanlage, wie Keramikscherben, Feuersteingeräte und ein Steinbeil, datieren um etwa 2200 bis 2000 vor Christus, also am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit. In der Jungsteinzeit, zwischen 5500 und 2200 vor Christus, gibt es im Breisgau bereits eine dichte Besiedlung mit sesshaften Bauern, die Häuser bauten und sich von Getreideanbau und Viehwirtschaft ernährten.

Während der langovale Bergkegel zu drei Seiten flach abfällt und mit Wällen und Gräben gesichert war, war die sehr steile Südostflanke unbefestigt. Auf der bewaldeten Bergkuppe ist eine aus drei Wällen mit vorgelagerten Gräben hintereinander gestaffelte Befestigungsanlage zu erkennen (1–3). Die noch bis zu 4 m hohen Wälle sind mit zahlreichen Steinen durchsetzt und lassen erahnen, dass die heute zusammengefallene Befestigung ursprünglich mit Holzbalken und Steinen zu hohen Mauern aufgebaut war. Eine Lücke im inneren Wall lässt auf eine Toranlage schließen (4). Die Anlage hat eine Größe von 300 m mal 115 m und bietet im Kernbereich eine ca. 0,6 ha große Fläche. Aus dieser Zeit, auch die Zeit der Glockenbecherkultur genannt, kennen wir am Oberrhein nur wenige Siedlungen und einige einzelne Grabfunde wie beispielsweise aus Sasbach oder Wyhl am Kaiserstuhl.

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Im artenreichen Buchenwald

Die flache Nordseite des Ölbergs bedeckt heute ein artenreicher Buchenmischwald, an dessen Rändern stattliche Eichen wachsen. Der Boden ist, im Gegensatz zur Südostflanke, tiefgründig und gut durchwurzelbar. Die Ausrichtung nach Nordwesten führt zu einem gleichmäßigeren Waldinnenklima, weil die Temperaturspitzen der direkten Sonneneinstrahlung fehlen. Insbesondere im Frühling und Frühsommer lohnt sich daher der Blick in die reiche Krautschicht. Im feuchteren Bereich der Mulde zwischen Ölberg und Urberg beginnt der Frühling mit einer wahren Blühwelle der Hohen Schlüsselblume. Etwas höher am Hang siedelt die Einbeere mit ihrem auffälligen Blatt-Viergestirn und der einzelnen schwarzen Beere als Fruchtstand. Ende Mai zeigen sich an den Wegrändern im Mittelhang die prächtigen Türkenbundlilien, wenn sie nicht als Leckerbissen von den ebenfalls zahlreichen Rehen abgeknipst worden sind. Übrigens eignet sich keine der genannten Pflanzen für einen Blumenstrauß – deswegen und aufgrund ihres strengen Schutzes bitte nicht abpflücken!

Der Buchenwald ist nicht nur Heimat von schönen Pflanzen, sondern auch von vielen Brutpaaren unserer heimischen Spechte. Eine Zählung ergab vor wenigen Jahren auf der vergleichsweise kleinen Waldfläche fünf bewohnte Bruthöhlen des Buntspechts, je eine Schwarz- und Grauspechthöhle, zwei Mittelspechthöhlen, zwei Kleinspechthöhlen und drei Höhlenanlagen des Grünspechts. Dass man da im Frühling fast taube Ohren vor lauter Getrommel bekommt, versteht sich…

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Neanderthaler am Schwarzwaldrand

Direkt nördlich des Ölberges, im Bereich des ehemaligen Bollschweiler Kalkwerks am Steinberg, wurden in den Jahren 1995 und 2000 die ältesten Zeugnisse menschlicher Anwesenheit im Breisgau entdeckt. Ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes fanden dort zwei sogenannte Faustkeile, die zu den ältesten Werkzeugen der Menschheit gehören. Diese Faustkeile sind grob und spitz zugeschlagene multifunktionale Steinwerkzeuge von 9 und 18 cm Länge aus Plagioklas-Amphibolit und aus kristallinem Gangquarz – Gesteine, die in der nahen Möhlin vorkommen. Die Faustkeile sind zwischen 140000 und 130000 Jahre alt und datieren in die vorletzte Riss-Eiszeit, als der Neandertaler Mitteleuropa besiedelte. Im Dreiländereck am Oberrhein sind Faustkeile sehr selten und außerdem die ältesten Belege für das Auftreten des Neandertalers am Schwarzwaldrand.

Bei Ausgrabungen der Uni Tübingen1998 im Steinbruch am Steinberg wurden neben vielen Steinwerkzeugen auch zahlreiche Tierknochen gefunden, unter anderem vom Mammut, Wildpferd, Auerochse, Wollnashorn, Höhlenbär und Rothirsch, die von den eiszeitlichen Neandertalern gejagt wurden.

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Tropische Verhältnisse

Zur Entstehung des Ölberges

An den Steilhängen des nordöstlichen Ölberges befinden sich alte Steinbrüche, in denen ehemals Kalksteine abgebaut wurden. Wenn Sie ganz nah an den Kalkstein heran treten, können Sie erkennen, dass er aus ganz vielen stecknadelgroßen Kügelchen besteht. Wegen der Ähnlichkeit mit kleinen Fischeiern, die auch Fischrogen genannt werden, wird der Kalkstein auch Hauptrogenstein genannt. Der Hauptrogenstein ist eine Meeresablagerung, die vor etwa 177 bis 156 Millionen Jahren im sogenannten Mittleren Jura entstanden ist, als das Gebiet des Oberrheingrabens noch von einem flachen warmen Meer bedeckt war. Die Kügelchen des Hauptrogensteins sind aber keine versteinerten Fischeier, sondern durch die Wellenbewegung im Meer entstanden, bei der sich Kalkablagerungen um kleine Sandkörner gebildet haben, die dann mit feinen Meeresablagerungen zusammengebacken wurden.

Bei der Absenkung des Rheingrabens vor etwa 45 Millionen Jahren hoben sich Schwarzwald und Vogesen, während sich das Grabeninnere senkte. Einzelne Kalksteinschollen wie Schönberg und Ölberg blieben „hängen“ und bildeten die Vorbergzone. Vor etwa 5 bis 1 Millionen Jahren, als die Flüsse noch wesentlich höher standen als heute, wurden die Kalksteinschollen durch Erosion und Auswaschung geformt, wobei auch die natürlichen Höhlen und Felsüberhänge an der steilen Ostseite des Ölberges entstanden, die vor 13000 Jahren von Rentierjägern als vorübergehende Behausung genutzt wurden.

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Kleebwälder

Wälder, die an Steilhängen kleben

Wer das Glück hat, unseren Ölbergpfad im März zu begehen, wird sich an der Nordostseite des Ölberges über die prächtigen Schneeglöckchen freuen. Der genaue Blick verrät es: Es handelt sich nicht um den Gartenflüchtling Schneeglöckchen, sondern um die seltene Wildpflanze Märzenbecher – vom Schneeglöckchen stets zweifelsfrei an den gelbgrünen Flecken zu erkennen, welche die Zipfel der äußeren Blütenhüllblätter zieren. Unseren schwäbischen Gästen dürfte die Pflanze aus vielen Taleinschnitten der Schwäbischen Alb bekannt sein.

Sie steht für besondere Umweltbedingungen, die sich an dieser Stelle gut nachvollziehen lassen: Steil zieht sich der Hang von der nahen Möhlin hinauf zu den Kalkfelsen des Ölbergs. Er ist nach Osten ausgerichtet, wodurch die Sonne ihn nur in den Morgenstunden erwärmt. Mächtige Buchen bilden ein dichtes Blätterdach, aber seitlich kann noch genug Licht einfallen. Selbst im Hochsommer bewirkt der nahe Fluss stets eine Feuchte, sowohl im Boden wie auch in der bodennahen Luft. Genau dies mag der Märzenbecher – und steht damit für einen Waldtyp, den man im Schwäbischen Kleebwald nennt, weil er in steilen Taleinschnitten unterhalb der Felsen zu kleben scheint.

Die Märzenbecher stehen unter Schutz und hier im Naturschutzgebiet ist allgemein das Pflücken von Pflanzen verboten!

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Burg Hauenfels

Von Rittern, Mönchen und Räubern

Die kleine Ruine der Burg Hauenfels befindet sich an den östlichen Felshängen des Ölberges zwischen den Steinzeithöhlen. Ihre Geschichte ist weitgehend unerforscht. Gerätselt wird, ob es sich bei dem festen Bauwerk überhaupt um eine Burganlage handelt. Eine mögliche Ersterwähnung als „Huwensteine“ in einer Urkunde des Klosters St. Ulrich ist auf das Jahr 1316 datiert. Funde von der Burgstelle deuten auf einen Nutzungszeitraum vom 13. bis ins frühe 16. Jahrhundert hin. Die Burg, die nahegelegene Felsenmühle und der Weiler Gütighofen dürften eine kleine Wirtschaftseinheit im Mittelalter gebildet haben.

Das Gebäude diente im Dreißigjährigen Krieg dem Dominikanerpater Michael aus dem Predigerkloster in Freiburg als Versteck. Von dort aus führte er zusammen mit versprengten österreichischen Soldaten und Bauern einen erfolgreichen Kleinkrieg gegen die Schweden im nahen Kirchhofen. Später diente der Bau Räuberbanden als Unterschlupf. Von dem, in einen leichten Felsüberhang hineingebauten Bauwerk sind noch Mauern aus gemörtelten Kalkstein-Bruchsteinen von bis zu 4 m Höhe erhalten. Einen Eindruck der Baulichkeit bietet eine Planskizze von Zuccamaglio aus den 1860er Jahren.

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Die Teufelsküche

Rentierjäger am Ölberg

Die Menschen hatten am Ende der letzten Eiszeit vor 13000 Jahren noch keine längerfristigen Wohnsitze, sondern zogen den Wildherden, ihrer Nahrungsgrundlage, hinterher. Die ältesten, heute im Gelände noch sichtbaren Zeugnisse von Menschen im Breisgau sind die drei Höhlen am steilen Osthang des Ölberges zwischen Ehrenstetten und Bollschweil, die im Volksmund „Teufelsküche“ genannt werden. Radiokarbondatierungen belegen, dass hier vor 13.500 und 11.500 Jahren Jäger und Sammler im Winter und Frühjahr mehrmals ein von Wind und Wetter geschütztes Lager aufschlugen.

Von dem Steinzeitlager aus hatten die Jäger und Sammler ihr Jagdrevier – das Möhlintal – im Blick und konnten Rentier-und Wildpferdeherden beobachten und jagen. Mammuts und Wollnashörner waren so gut wie ausgestorben und kaum noch Jagdbeute. Zu dieser Zeit sah es im Hexental anders aus als heute. Das Klima war im Mittel etwa 5 Grad kälter, im Sommer sogar durchschnittlich um 9 Grad. Es regnete seltener und die Winter waren länger. Zum steppenartigen Bewuchs des Hexentals gehörten weite Flächen mit Gräsern und Kräutern, selten Kiefern, Wacholder, Zwergweiden und Birken. Die Landschaft war wesentlich offener als heute, so dass sie von den Höhlen aus gut einsehbar war und die Rentierherden von weitem erkennbar waren.

Bei den Ausgrabungen wurden zahlreiche Steinwerkzeuge aus dem Feuerstein des Markgräfler Landes gefunden. Sie dienten als Messer unter anderem zum Zerteilen der Jagdbeute. Erlegt wurden diese mit Speerspitzen aus Rentierknochen, die mit Messern aus Feuerstein hergestellt wurden.

Alle Fundstücke wurden in der nördlichsten Höhle bei Ausgrabungen von 1925–26 und 1932–34 entdeckt. Die ausgegrabene Höhle war mit einer Fläche zwischen 5–10 qm² relativ klein, weshalb das Lager von 10 bis 20 Menschen wohl überwiegend vor der Höhle lag.

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Vom Leben in den Reben

Neben den vielen Pflegeflächen finden sich am Ölberg natürlich auch traditionsreiche Rebterrassen – schließlich gehört die Kleinlage „Alter Oelberg“ zu den besten Lagen des Breisgaus und Markgräfler Landes! Vom Wanderweg aus lassen sich anschaulich die Lebensbedingungen erkunden, die unter den Rebstöcken eine oft blütenreiche Krautgesellschaft hervorrufen. Selbst im Winter finden sich hier noch die Blüten des Persischen Ehrenpreis, der Roten Taubnessel oder des Reiherschnabels. Früher hat man unter den Rebstöcken gehackt, um den üppigen Rebwurzeln Luft und Lebensraum zu schaffen. Dies begünstigte vor allem kleine Zwiebelpflanzen, die sich durch das Teilen mittels der Hacke sogar noch besser vermehrten. Noch heute ist der Vorfrühling in den Reben tiefblau von den vielen Traubenhyazinthen. Im Mai gesellen sich an manchen Stellen prächtige Doldige Milchsterne hinzu. An den Böschungen und Mauern finden sich fast das ganze Jahr über blühender Erdrauch oder die alte Heilpflanze Schöllkraut.

Klar, dass bei so großem Blütenreichtum die krabbelnde, summende und flatternde Insektenwelt nicht zu kurz kommt. Für unsere Wildbienen deckt der Ölberg einen reichen Tisch.

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Das historische Himmelsstäpfele

Von Rittern, Mönchen und Räubern

Vom Ortsteil Himmelreich, vorbei am Geburtshaus des Künstlers und Baumeisters Johann Christian Wentzinger (1710 bis 1797) geht es steil bergan zum Ehrenstetter Ölberg. Ein beschwerlicher Weg, den die Weinbauern vor langer Zeit gehen mussten. Die Rebflächen in bester Sonnenlage, auf terrassierten, durch Kalksteinmauern gehaltenen Steillagen, sind nur manuell zu bewirtschaften. Die Trockenmauern müssen ständig gepflegt und unterhalten werden. Tatsächlich sieht das Treppchen aus, als führte es geradewegs in den Himmel.

Der Aufstieg lohnt sich, erreicht man doch oben auf einer Bergnase die 1954 errichtete Ölbergkapelle. Ein wundervoller Ausblick auf Schwarzwaldberge mit Schauinsland, Belchen und Blauen und die Weite der Rheinebene bis zu den Vogesen entschädigen den Wanderer und Besucher.

Welch ein Panorama!

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Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Ehrenkirchen-Ehrenstetten

Steinzeitpfad am Ölberg – keine Infomaterialien vorhanden!