Geschichte Bergbau im Schwarzwald

Die meisten Lagerstätten im Schwarzwald stehen genetisch mit der Bildung des Oberrheingrabens in Zusammenhang (Hydrothermale Erz- und Mineralgänge).

Rechnet man die kleineren Gänge und die ohne nennenswerte Erzführung hinzu, so dürfte es sich um mehrere Tausend handeln; ca.  400 bis 500 Hydrothermalgänge haben bislang zumindest zeitweise wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Selten sind hingegen die an das Kristallin gebundenen magmatischen oder metamorphen Erzanreicherungen.

Geschichtliche Übersicht

Der Schwarzwälder Bergbau besitzt eine sehr alte Tradition. Archäologische Ausgrabungen bei Bad Sulzburg im Südschwarzwald erbrachten, dass hier schon in der Jungsteinzeit, vor ca. 7 000 Jahren, Bergbau auf Roteisenerze umging. Die frühesten Zeugnisse eines auf Wert- und Gebrauchsmetalle ausgerichteten, systematischen Eisen- und Buntmetallerzbergbaus in Südwestdeutschland, kombiniert mit z. T. ausgedehnten Verhüttungsanlagen, stammen aus der keltischen Zeit vor rund 2.600 Jahren. Auch die Römer waren im Schwarzwald als Berg- und Hüttenleute tätig, wobei sie sicher in den meisten Fällen den keltischen Spuren folgten.

Viele Bergbaureviere des Schwarzwalds weisen eine lange wechselvolle Geschichte auf, bei der mehrere Bergbauphasen durch oftmals lange Zeiten ohne jegliche Bergbau- oder Verhüttungsaktivität unterbrochen wurden.

Die größte Blüte erlebte der Bergbau im Mittelalter zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert. Auch mit den ausgedehnten Wassersammelanlagen zum Betrieb von Wasserhebeeinrichtungen, wie z. B. bei Todtnauberg oder im Suggental, sind uns beeindruckende Zeugnisse eines umfangreichen Erzbergbaus dieser Zeit erhalten geblieben.

Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts gingen die Gewinnungsaktivitäten bedingt durch Kriege, Pestepidemien, vielleicht auch wegen der ausländischen Silberkonkurrenz und des damit einhergehenden Preisverfalls, vor allem jedoch wegen der zunehmenden Kosten für einen in größere Tiefen vordringenden Bergbau deutlich zurück. Trotzdem gab es während des 16. Jahrhunderts in einigen Revieren aufgrund der verbesserten Bergbautechnik und der günstigeren Bergrechtsregelungen noch einmal rege Bergbauaktivitäten.

Nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg und den späteren Erbfolgekriegen kam der Erzbergbau erst im 18. Jahrhundert wieder in Gang; er entwickelte sich aber in den einzelnen Revieren des Schwarzwalds recht unterschiedlich. Gebiete mit intensivem Bergbau existierten neben solchen, in denen alle Gruben verlassen lagen. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kam dann der Bergbau auf Schwerspat auf, weil dieses Mineral in steigendem Maße zur Produktion von Farbstoffen benötigt wurde. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde am Schauinsland im größten Bergwerk des Schwarzwalds zwar noch intensive Metallerzgewinnung betrieben und bei Menzenschwand gab es kurzzeitig Uranbergbau, jedoch dominierte bis etwa in die 1970er Jahre eindeutig der Spatbergbau. Von den vielen Fluss- und Schwerspatgruben ist heute nur noch die Grube Clara bei Oberwolfach in Betrieb. Sie hat zwischenzeitlich eine Tiefe von 700 m (Stand 2020: 850 m) erreicht.

Die bergbaugeschichtliche Entwicklung der einzelnen Reviere im Schwarzwald verlief schon allein wegen der Vielfalt der abgebauten Rohstoffe und der unterschiedlichen Beschaffenheit der Lagerstätten nicht einheitlich. Daneben führte die territoriale Zersplitterung zu ganz spezifischen Eigenheiten. Als wichtigste Herrschaftsgebiete sind die Vorderösterreichischen, Markgräflich-Badischen, Geroldseck‘schen, Fürstenbergischen und Württembergischen zu nennen. In der hochmittelalterlichen Periode spielten auch die Zähringer und verschiedene Klöster sowie die Bischöfe von Basel und Straßburg eine große Rolle. Trotz der vielen regionalen und lokalen Eigenheiten wird im folgenden Kapitel der Versuch gemacht, einen Abriss der geschichtlichen Entwicklung des Bergbaus im gesamten Schwarzwald zu geben.

Quelle:

Werner, W. & Dennert, V. (2004). Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald – Ein Führer unter besonderer Berücksichtigung der für die Öffentlichkeit zugänglichen Bergwerke. 334 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Hrsg.)

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