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Spuren Geologie und Bergbau

Geotope

Archive der Erdgeschichte

Geotope sind wertvolle Orte mit vielfältigen erdgeschichtlichen Bildungen und Sehenswürdigkeiten.

Es werden folgende Geotop-Gruppen unterschieden:

  • Aufschlüsse: Orte, an denen Gesteine und Böden frei liegen und meist durch den Menschen entstanden sind, wie Straßen- und Weganschnitte sowie Steinbrüche oder Sandgruben
  • Gesteins- oder Landschaftsformen an der Erdoberfläche, die durch natürliche Vorgänge entstanden sind, wie z.B. markante Felsen
  • Quellen
  • Höhlen
  • Geohistorische Objekte, wie z.B. Bergbaustollen

Spuren der Eiszeit

Im Pleistozän waren der Schwarzwald und die Vogesen zu einem beträchtlichen Teil durch Eis bedeckt.

  • Zentrum der letzten Vereisung war der Feldberg. Über die Hochflächen des Südschwarzwaldes erstreckte sich eine Eiskappe, welche im Bereich der Gipfel nur als wenige Meter mächtige Firndecke ausgebildet war.
  • In den Tälern bildeten sich mehrere hundert Meter mächtige Gletscher. Die größte Eismächtigkeit ist im Menzenschwander Albtal mit 440 m nördlich von St. Blasien belegt. Der Albgletscher war zudem mit 25 km Länge während des letzten glazialen Maximums der längste Gletscher im Schwarzwald.
  • Im Nord- und Mittelschwarzwald war die Eisausdehnung deutlich geringer. Die Gletscher waren hier oft nur als Kargletscher ausgebildet, Talgletscher erreichten nur Längen von unter 5 km.

Quelle Infotext: Ber. Naturf. Ges. Freiburg i.Br., 106:31-67, Freiburg 2016

Radioaktivität

Natürliche Radioaktivität

Radioaktive Stoffe sind in der Umwelt überall anzutreffen. Grundsätzlich ist jeder Mensch auf der Erde auf natürliche Weise ionisierender Strahlung ausgesetzt, z.B. dem natürlich vorkommenden Edelgas Radon, das aus dem Boden in Gebäude eindringen und sich dort unbemerkt ansammeln kann. Radon entsteht als Zwischenprodukt der Zerfallsreihe des in allen Böden und Gesteinen vorhandenem Uran-238 über Radium-226.

Die Erkundung der im Schwarzwald vorhandenen Uranvorkommen ist eng mit dem Namen von Prof. Dr. Franz Kichheimer, dem  ehem. Präsidenten des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg, verbunden.

Mit der entsprechenden Ausrüstung ausgestattet, kann man die geogen bedingte radioaktive Strahlung im Schwarzwald aufspüren. Verhaltensregeln im Zusammenhang mit Radioaktivität gibt beispielsweise das Bundesamt für Strahlenschutz vor.

Quellen und Brunnen

Die Mittelgebirgslandschaft des Schwarzwaldes wird auch geprägt durch zahlreiche Wasserläufe. Im Schwarzwald entspringen neben größeren Flüssen (z.B. Donau und Neckar) auch viele kleine Flüsse und Bäche, die den Schwarzwald zerfurchen und zahlreiche romantische Täler geschaffen haben.

Neben den klassischen Quellen bekannter Schwarzwaldflüsse (Acher, Dreisam, Enz, Kinzig, Nagold, Rench, Schutter, Wutach) gibt es auch zahlreiche Quellen besonderer Schwarzwälder Wässer:

  • Mineralquellen, Mineralbrunnen (z.B. Nagoldtal, Renchtal)
  • Thermalquellen (z.B. Baden-Baden)
  • Radonhaltige Quellen (z.B. Menzenschwand)

Besucherbergwerke

Besucherbergwerke erlauben Einblicke in den traditionsreichen Bergbau. Von den vielen hundert kleineren und größeren historischen Bergwerken, die einst im Schwarzwald betrieben wurden, sind heute wieder 16 Bergwerke der Öffentlichkeit zugänglich.

Bergbauspuren

Der Schwarzwälder Bergbau besitzt eine sehr alte Tradition. Archäologische Ausgrabungen bei Bad Sulzburg im Südschwarzwald erbrachten, dass hier schon in der Jungsteinzeit, vor ca. 7 000 Jahren, Bergbau auf Roteisenerze umging. Die frühesten Zeugnisse eines auf Wert- und Gebrauchsmetalle ausgerichteten, systematischen Eisen- und  Buntmetallerzbergbaus in Südwestdeutschland, kombiniert mit z. T. ausgedehnten Verhüttungsanlagen, stammen aus der keltischen Zeit vor rund 2.600 Jahren. Auch die Römer waren im Schwarzwald als Berg- und Hüttenleute tätig, wobei sie sicher in den meisten Fällen den keltischen Spuren folgten.

Neben dem dominierenden klassischen Erzbergbau wurden im Schwarzwald und den angrenzenden Randgebieten lokal auch spezielle Rohstoffe bergmännisch gewonnen:

  • Kobalt
  • Kohle (z.B. Berghaupten, Kinzigtal)
  • Salz (Buggingen)
  • Schwerspat und Flußspat (z.B. Oberwolfach und Renchtal)
  • Uran (Menzenschwand)

Zahlreiche Spuren des früheren Bergbaus können auch heute noch gefunden werden (v.a. Stollen und Pingen).

Bergbaureviere

Viele Bergbaureviere des Schwarzwalds weisen eine lange wechselvolle Geschichte auf, bei der mehrere Bergbauphasen durch oftmals lange Zeiten ohne jegliche Bergbau- oder Verhüttungsaktivität unterbrochen wurden.

Die bergbaugeschichtliche Entwicklung der einzelnen Reviere im Schwarzwald verlief schon allein wegen der Vielfalt der abgebauten Rohstoffe und der unterschiedlichen Beschaffenheit der Lagerstätten nicht einheitlich. Daneben führte die territoriale Zersplitterung zu ganz spezifischen Eigenheiten. Als wichtigste Herrschaftsgebiete sind die Vorderösterreichischen, Markgräflich-Badischen, Geroldseck‘schen, Fürstenbergischen und Württembergischen zu nennen. In der hochmittelalterlichen Periode spielten auch die Zähringer und verschiedene Klöster sowie die Bischöfe von Basel und Straßburg eine große Rolle.

Quelle Infotext: Werner, W. & Dennert, V. (2004). Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald – Ein Führer unter besonderer Berücksichtigung der für die Öffentlichkeit zugänglichen Bergwerke. 334 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Hrsg.).

Rohstoffvorkommen

Steine und Erden

Unter dem rohstoff­wirtschaftlichen Begriff „Steine und Erden“ werden Locker- und Festgesteine verstanden, die als Massen­rohstoffe in der Industrie, vornehmlich der Bauindustrie, genutzt werden. Sie werden fast ausschließlich im Tagebau gewonnen. Die Aufbereitung zu verschiedenen Produkten, meist für den Verkehrswegebau (Hauptproduktgruppe: Körnungen wie Schotter, Splitte und Brechsande) sowie für die Herstellung von Baustoffen als Betonzuschlag, findet i. d. R. direkt neben der Gewinnungsstelle statt.

Als besonders bedeutsam hervorzuheben sind die Kies- und Sandlagerstätten im Oberrheingraben und die Granit- und Quarzporphyr­­lagerstätten des Schwarzwälder Grundgebirges.

Quelle Infotext: LGRBwissen

 

Besondere Orte

Unter den sehr zahlreichen geologischen und bergbaugeschichtlichen Sehenswürdigkeiten im Schwarzwald gibt es doch einige Orte, die sich durch ihre Besonderheit, machmal auch Einzigartigkeit, etwas abheben.

  • So existiert z.B. mit der Grube Clara in Oberwolfach (Kinzigtal) das einzige noch aktive Bergwerk im Schwarzwald (Schwerspat und Flußspat).
  • In Buggingen (Oberrheinebene) wurde bis 1973 in bis 800 m tiefen Schachtanlagen – bei Temperaturen von über 50 °C – Kalisalz abgebaut. Der Abbau war technisch sehr schwierig und auch gefährlich, wie die vielen Totenzahlen belegen.
  • Das Gruben­gebäude des Bergwerks Schauinsland besitzt Stollen mit einer Gesamtlänge von 100 Kilometern, die auf 22 Sohlen verteilt sind. Damit ist es das größte seiner Art im Schwarz­wald und in den Vogesen.
  • In Menzenschwand wurde einst Kobalt für die Blaufarbenherstellung abgebaut, später machten „Abbauversuche“ auf Uran Schlagzeilen weit über die Region hinaus.
  • Im Schwarzwaldobservatorium in Schiltach wird in einem alten Bergbaustollen eine seismische Forschungseinrichtung zur Vermessung des Erdkörpers betrieben.
  • In Oberried befindet sich im ehem. Barabarstollen der „Zentrale Bergungsort der Bundesrepublik Deutschland“, einem Langzeitarchiv photographisch dokumentierter deutscher Kulturgüter.

 

Wegweiser

Alle geolgischen und bergbaugeschichtlichen Sehenswürdigekeiten auf einer Karte.