Lahrer Bähnle

Das ehemalige Empfangsgebäude am Bahnhof Seelbach (Juli 2026)

Bahnstrecke Kehl-Altenheim-Ottenheim-Lahr-Seelbach

Die 24,5 km lange Strecke Kehl–Altenheim–Ottenheim wurde im Jahre 1898 in Betrieb genommen. Die Strecke begann in Kehl Nebenbahnhof und verlief als Straßenbahn zum Rathausplatz und über den Mittelplatz nach dem Ortsteil Sundheim, wo sie das eigentliche Stadtgebiet verließ und über die Ortsteile Marlen und Goldscheuer-Kittersburg nach Neuried-Altenheim weitergeführt wurde. In Marlen zweigte ein Gleis zu einer Kiesverladestelle am Rheinufer ab. Während der Zeit der Besetzung Kehls unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg begannen und endeten die Züge in Sundheim.

In der Gemarkung Neuried durchlief die Strecke die Ortsteile Altenheim, Dundenheim und Ichenheim, der ehemalige Bahnhof Altenheim wird heute als Wohnhaus genutzt. Von Ichenheim kommend durchquerte die Bahn Meißenheim in Richtung Ottenheim. Der ehemalige Bahnhof Meißenheim ist noch erhalten. Die inzwischen geschlossene Gaststätte „Zum Entenköpfer“ ist allerdings nicht der ehemalige Bahnhof. Dieser befindet sich ca. 100 Meter vor der Gastwirtschaft, ebenfalls auf der linken Seite in Richtung Ottenheim und ist noch (bis auf geringe Umbauten) original erhalten.

In der Gemeinde Schwanau durchquerte die Strecke die Ortsteile Ottenheim und Allmannsweier, in Ottenheim befand sich ein Abzweig zum Rheinufer. Der Abzweig mit dem Haltepunkt Rheinufer band das Kieswerk und den Rheinhafen an die Strecke an.

Textquelle: Wikipedia „Mittelbadische Eisenbahnen“ (Abruf Juli 2026)

 MCMC OpenStreetMap contributors, Eisenbahnnetz Lahr, CC BY-SA 2.0

Die 19,4 km lange Strecke Ottenheim–Lahr–Seelbach wurde bereits im Jahre 1894 von der Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommen. Die Strecke folgte dem ehemaligen Verlauf der Landstraße durch Allmansweier und den heute nicht mehr an dieser Stelle befindlichen Ort Langenwinkel bis zum Bahnhof Lahr ME (ursprünglicher Name: Dinglingen Nebenbahn, später: Lahr West), der sich noch westlich des Staatsbahnhofs von Lahr-Dinglingen befand. Der Ausbau der Straße durch Langenwinkel hindurch führte 1956 zu einer Verlegung der Bahnstrecke nach Norden. Zeitweise kreuzte die Straße und mit ihr die Bahnstrecke die Start- und Landebahn des Flughafens Lahr.

Der Bahnhof Lahr ME verfügte über umfangreichere Gleisanlagen sowie eine Rollwagengrube, um normalspurige Güterwagen auf meterspurigen Rollwagen in das Netz der MEG überführen zu können. Von hier aus zweigte östlich des Bahnhofs ein normalspuriges Verbindungsgleis zum Staatsbahnhof ab, westlich des Bahnhofs befand sich ein normalspuriges Anschlussgleis zum Flughafen. Die normalspurigen Anlagen blieben auch nach Stilllegung der Meterspurstrecke bis mindestens in die 1990er Jahre in Betrieb.

Östlich von Lahr ME querte die Meterspurstrecke die Staatsbahngleise zunächst ebenerdig. Mit der Fertigstellung der Straßenüberführung 1910 wurde die ebenerdige Querung ersetzt, die Schmalspurbahn nutzte nun ebenfalls die Überführung. Von hier ab verlief die Strecke als Straßenbahn durch die Hauptstraßen von Dinglingen und Lahr mit einer Reihe von Haltestellen. Östlich des Zentrums von Lahr befand sich der Bahnhof Lahr Schlüssel.

Weiter führte die Strecke auf der heutigen Bundesstraße 415 durch Reichenbach und anschließend auf freiem Feld bis Seelbach. Noch heute steht der im Jahr 2001 restaurierte Bahnhof von Seelbach mit einem Stück Gleisanlage.

Textquelle: Wikipedia „Mittelbadische Eisenbahnen“ (Abruf Juli 2026)

Lahrer Bähnle (Entenköpfer)

Nach einem bewegten jahrelangen Genehmigungsvorspann konnte die schmalspurige Eisenbahnverbindung zwischen Lahr und Ottenheim 1894 und zwischen Kehl und Lahr 1898 in Betrieb genommen werden. Zu Zeiten als noch keine Autos und Omnibusse fuhren, war das Lokalbähnle ein Segen für die Einwohner von Seelbach und der Rieddörfer, die zuvor zum Einkaufen nur selten in die Stadt kamen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Schienenverkehr zum Jahresende 1959 aufgegeben.

Das „Lahrer Bähnle“, so wurde der Schmalspurzug, der Lahr mit dem Schuttertal und mit dem Ried bis nach Kehl verband, liebevoll genannt, fuhr 65 Jahre lang bis 1959 schnaubend und zischend durch die engen Straßen von Lahr, z.B. durch die Kaiserstraße – direkt vorbei am Rathaus. In den Riedgemeinden war die Schmalspurbahn als „Entenköpfer“ berüchtigt, denn manche unvorsichtige Ente musste ihr Leben auf den Schienen lassen.

Nach dem Baubeginn des Schienenstrangs fuhr das Bähnle zunächst vom Rhein kommend über Ottenheim, Allmannsweier und Lahr bis zur Endstation Seelbach. Später wurde die Bahnlinie bis Kehl erweitert.

Historische Ansichtskarte: Die Kaiserstraße in Lahr beim Rathaus. Links erkennt man das ehemlige Gleis der Bahnstrecke nach Seelbach.

Mit dem Rad unterwegs entlang der Schutter auf der alten Bahnstrecke Ottenheim–Lahr–Seelbach bei km 11,5 (Juli 2026)

Bahnhof Seelbach

Der Bahnhof Seelbach war Endpunkt der Bahnlinie Kehl-Lahr-Seelbach. Der Bahnhof wurde 1894 in Betrieb genommen.

Im Volksmund wird das ehemalige Bahnhofsgebäude liebevoll „s’Bahnhöfle“ genannt.

Von 1894 an beförderte morgens und abends eine Dampflok Berufspendler aus dem gesamten Schuttertal nach Lahr. Auf der Strecke war eine Lokomotive vom Typ „MEG Nr. 46“ im Einsatz (Elsässische Maschinenbau-Gesellschaft Grafenstaden).

Im Jahr 1947 notierte ein Fahrgast:
„Morgens nach Seelbach. Es regnet. Bähnle fährt in den Dreck., Autobus holt uns aus Kuhbach ab.“

Schneller und preiswerter wurde es durch den aufkommenden Busverkehr. So wurde 1952 der „Bähnle-Betrieb“ nach Seelbach eingestellt.

Im Bahnhof konnte man bis in die 1970er Jahre Tickets für die lokalen Buslinien und Fahrkarten in alle Welt erstehen.

Ungefähr da, wo Sie den Minigolf-Kiosk sehen, befand sich früher der Lokschuppen der MEG-Lokalbahn Lahr-Seelbach.

Auch das gegenüberliegende Bahnhofshotel (Baujahr 1905/1906) erinnert an diese Zeit. Das Bahnhofhotel bot Einwohnern und angereisten Gästen modern eingerichtete Zimmer und eine Küche mit gutbürgerlicher Speisekarte. Das Haus war Stammlokal für Vereine im Ort und empfahl sich für alle gesellschaftlichen Anlässe. Es schloss am 31. Dezember 1980 seine Pforten.

Textquelle: Infotafel vor Ort (Juli 2026) und Audiotour Seelbach (Station 12).

Das ehemalige Empfangsgebäude am Bahnhof Seelbach (Juli 2026)