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Radioaktivität

Uranprospektion und natürliche Radioaktivität

Die Erkundung der im Schwarzwald vorhandenen Uranvorkommen ist eng mit dem Namen von Prof. Dr. Franz Kichheimer, dem ehem. Präsidenten des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg, verbunden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Schwarzwald nach Uran für die Atomindustrie gesucht.

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Menzenschwand

Das Hauptabbaugebiet wurde Menzenschwand im Südschwarzwald. In der Grube Krunkelbach wurden durch die niedersächsische Gewerkschaft „Brunhilde“ in 30 Betriebsjahren bis 1991 über einen 249,5 m tiefen Blindschacht, auf insgesamt neun Sohlen und einem 4.300 m langen Streckennetz ca. 100.000 t Uranerz gefördert. Besonders pikant an der „Bergbaugeschichte“ im Krunkelbachtal ist, dass die Gewerkschaft zu keiner Zeit über eine Konzession zum Abbau verfügte, sondern lediglich zur Untersuchung/Prospektion.

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Müllenbach

In Müllenbach bei Baden-Baden wurden ab 1975 durch die Fa. Saarberg-Interplan Uran GmbH zwei Probestollen angelegt (Kirchheimerstollen und Sauersboschstollen) und Versuche zur Auslaugung des Urans unternommen. Bis 1982 wurden mindestens 30 Tonnen Uran entnommen.

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Schramberg

In Schramberg wurde Ende der 1950er- und zu Beginn der 1970er-Jahre an zwei Stellen im Bernecktal im Bereich der Geigeshalde im Ortsteil Geisshalden uranhaltiges Gestein festgestellt, das aber nicht abbauwürdig war.

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Wittichen

In Wittichen wurden in den 1970er Jahren durch die Fa. Uranerzbergbau GmbH Prospektionsarbeiten auf Uran in den alten Bergbauhalden (Kobalt- und Silberbergbau) durchgeführt. Die festgestellten Urangehalte in dem pechblendehaltigen Gestein waren für einen wirtschaftlichen Abbau zu gering.

Radioaktive Stoffe sind in der Umwelt überall anzutreffen. Grundsätzlich ist jeder Mensch auf der Erde auf natürliche Weise ionisierender Strahlung ausgesetzt, z.B. dem natürlich vorkommenden Edelgas Radon, das aus dem Boden in Gebäude eindringen und sich dort unbemerkt ansammeln kann. Radon entsteht als Zwischenprodukt der Zerfallsreihe des in allen Böden und Gesteinen vorhandenem Uran-238 über Radium-226.

Mit der entsprechenden Ausrüstung ausgestattet, kann man die geogen bedingte radioaktive Strahlung im Schwarzwald aufspüren. Verhaltensregeln im Zusammenhang mit Radioaktivität gibt beispielsweise das Bundesamt für Strahlenschutz vor.

Mahnstein im Waldbachtal bei Gernsbach (Murgtal, Nordschwarzwald)

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