Mummelsee 

Älteste Darstellung des Mummelsees (Athanasius Kircher 1678, II. Bd., S. 112) mit dem Acherabfluss („Seebächle“, nach unten) mit (heute noch vorkommenden) Bergmolchen sowie dem Panoramablick über den „Katzenkopff“/“Horngrindt“ (links oben), den Wildsee rechts von der „Grindt“ (= Altsteigerskopf, rechts oben) und das Ruhesteinbachtal von oben nach unten (=„Achert“, ganz rechts) mit Keiser´s Steg (=„Alter Weg/Alte Strasse“). Textquelle: https://dr-ortlam.de/acher.htm

Quelle Graphik: Scan, Kircher-Mummelsee, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Geotop

Der Mummelsee wird beim Landesamt für Geologie, Bergbau und Rohstoffe, Baden-Württemberg (LGRB) mit folgender Beschreibung als schützenswertes Geotop geführt (Geotop-Nr. 6786/2704).

Der an der Schwarzwaldhochstraße (B 500) liegende, ganz von Nadelwald umschlossene Mummelsee ist der größte und zugleich der tiefste der Karseen des Nordschwarzwalds.

Er befindet sich in 1.029 m NN direkt unterhalb des Gipfels der Hornisgrinde, des mit 1.163 m NN höchsten Bergs des Nordschwarzwalds.

Der See ist fast kreisrund, weist eine Länge von 240 m und eine Breite von 193 m auf und ist bis 17 m tief. Westlich des Sees steigt die steile Karwand aus Gesteinsschichten des Mittleren Buntsandstein über 130 m steil über die Wasseroberfläche auf. Der See, der seinen Namen wegen der früher zahlreich vorkommenden gelben Teichrosen (Nuphar lutea, volkstümlich Mummeln) erhielt, entwässert in das Seebächle, einen Quellbach der Acher.

Um den Mummelsee ranken sich viele Sagen und Märchen. Die Ballade „Die Geister vom Mummelsee“ von E. Möricke ist sicher die bekannteste literarische Bearbeitung dieser Sagen.

Datenquelle: Geotope aus https://maps.lgrb-bw.de/, 15.07.2022,
© Regierungspräsidium Freiburg, LGRB

Größe

Der Mummelsee ist mit einer Oberfläche von 3,7 ha ein kleiner See, unter den Karseen des Gebietes ist er dennoch der größte und mit 17,7 m Tiefe zugleich der tiefste und mit 1028 m. ü. NN auch der höchstgelegene dieser Seen.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet ist mit 18 ha relativ klein und größtenteils mit Nadelwald bestanden. Der einzige oberirdische Wasserzulauf ist die Hirtensteinquelle direkt am Nordufer des Sees.

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019

Tiefenkarte Mummelsee

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019. Mit freundlicher Genehmigung vom 02.06.2026.

Einzugsgebietskarte Mummelsee

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019. Mit freundlicher Genehmigung vom 02.06.2026.

Seebach (Gewässer)

Der Abfluss des Sees ist der Seebach an der Südostseite. Der Seebach (bzw. das Seebächle) entwässert nach Süden und mündet beim Adlersee/Tennisplatz im gleichnamigen Ort Seebach in die Acher.

Die Acher entspringt ca. 4 km südlich am Ruhesteinloch, hydrographische Kriterien sprechen aber für die Hirtensteinquelle als Acherquelle.

Datenquelle: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW): ISF-Arbeitsbericht 2019

Seebach (Ort)

Der Seebach ist Namensgeber desgleichnamigen Ortes im oberen Achertal. Die Gemeinde Seebach (Ortenaukreis) liegt an der Kreisgrenze zum benachbarten Landkreis Freudenstadt.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich mit seinem größeren westlichen Teil im Grundgebirge des Nördlichen Talschwarzwaldes, der durch die Täler von Simmersbach und oberster Acher gegliedert wird.

Im Norden und Osten steigt das Gebiet bis auf die Hochflächen des Grindenschwarzwaldes an. Im Osten reicht es bis auf die ausgedehnte Hochmoorfläche des Altsteigerskopfs und im Norden bis auf die Hornisgrinde.

Naturräumlich gehört das Gebiet zu den übergreifenden Einheiten des Nördlichen Talschwarzwaldes im Westen und des Grindenschwarzwaldes und der Enzhöhen im Osten. Der höchste Punkt liegt auf 1013,24 m, der tiefste Punkt auf 623,19 m.

Das Gemeindegebiet hat Anteil an dem 520 ha großen Naturschutzgebiet Schliffkopf. Zur Gemeinde Seebach gehören neben dem Hauptort zahlreiche Zinken, Wohnplätze und Höfe.

Der aus einer Streusiedlung entstandene Ort erlangte erst 1818 seine politische Selbständigkeit als Kommune. Eine Ersterwähnung ist für 1347 nachgewiesen.

Seebach ist eine späte Ausbausiedlung, die ursprünglich nach Vorder- und Hinterseebach unterschieden wurde. Das Gebiet gehörte immer zur straßburgischen Herrschaft Oberkirch, Gericht Kappelrodeck. 1803 gelangte es an Baden und war zunächst beim Amt Achern, ab 1924 beim Bezirksamt, 1939 Landkreis Bühl und kam 1973 zum Ortenaukreis.

Seebach ist Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Kappelrodeck, dem auch die Gemeinden Kappelrodeck und Ottenhöfen im Schwarzwald angehören.

Die Gemeinde ist staatlich anerkannter Luftkurort mit einigem Fremdenverkehr; 76% der Gemarkung sind mit Wald bedeckt.

Datenquelle: Landeskunde entdecken online (Leo bw)