Waldhaus Batschari

Im Stadtwald am Fremersberg treffen sich mit dem „Panoramaweg“ und dem „Beutig-Rundweg“ zwei sehr empfehlenswerte Wanderwege.

Dort wurde am 18. Juni 1911 eine Wanderhütte eingeweiht. Die Hütte, das Waldhaus Batschari, wurde nach einem bekannten Baden-Badener Fabrikanten benannt: August Batschari.

August Batschari war Tabakwaren-Fabrikant. Er gründete 1834 im heute weltberühmten Gebäudeensemble des „Batschari Palais“ die erste Zigarettenfabrik Europas.

Mit einer täglichen Produktion von 1,5 Millionen Zigaretten war August Batschari zu dieser Zeit einer der größten Arbeitgeber Baden-Badens. Besonders hervorzuheben ist die herausragende und ambitionierte Reklamekunst der August Batschari Cigarettes.

Bis heute ist das im Jahr 1902 erbaute Batschari Palais (Mozartstraße 8) mit seiner spannenden Geschichte eines der imposantesten Gebäude der Stadt Baden-Baden.

Foto: Alte Zigarettenverpackung. Aufnahme von Siegfried Hoyer

Im Laufe der Zeit nagte auch am Waldhaus Batschari der Zahn der Zeit. Das Dach wurde marode, das lange Gedicht an der Rückwand musste neu geschrieben werden. Auch das ganze Umfeld war in die Jahre gekommen. Dank einer großzügigen Unterstützung von Max Grundig, der seinerzeit auf Mariahalden wohnte, konnte die Hütte saniert und nur dadurch überhaupt erhalten werden.

(Zeitzeugenangaben eines ehemaligen Stadtforstdirektors in den BNN im Juni 2024)

 

Die halboffene Hütte verfügt über einen großzügigen Innenraum mit an den Wänden verlaufenden Sitzbänken sowie Darstellungen heimischer Wildtiere und einem Gedicht von August Batschari.

Foto: Innenraum Waldhaus Batschari (März 2026)

Der nach Nordosten geöffnete Raum und die der Hütte vorgelagerte Terrasse bieten eine herrliche Aussicht über Baden-Baden. Wir blicken auf das Stadtgebiet von Baden-Baden, das in einem Talkessel liegt.

Foto: Ausblick vom Waldhaus Batschari in den Talkessel von Baden-Baden (Februar 2022)

Dieser Talkessel ist eine geologische Senke.

Diese Senke nennen die Geologen einmal „Senke von Baden-Baden“, das andere Mal „Badener Trog“ oder ein weiteres Mal auch „Oberkarbon-Rotliegend-Senke“.

Die Senke ist von Südwesten nach Nordosten ausgerichtet. Ihr Kern ist die in gleicher Richtung verlaufende Battert-Aufwölbung. Nördlich dieser Aufwölbung liegt die Rotenfelser Senke und südlich die Lichtentaler Senke. Die gesamte Senke (Badener Trog) besteht also eigentlich aus zwei kleineren Teiltrögen.

Foto: Ausblick vom Waldhaus Batschari in den Talkessel von Baden-Baden (Februar 2022)

Wir sehen am Horizont von links nach rechts:

Die Oberrheinebene – den Hardberg (375 m) – den Battert mit seinen markanten Steilfelsen (569 m) und den Hausberg von Baden-Baden, den Merkur (669 m), mit seinem weithin erkennbaren Aussichtsturm.

„Unterhalb“ des Battertfelsen das Neue Schloss und das Gebäudeensemble der Stiftskirche am Marktplatz, dem Friedrichsbad und der Carcalla-Therme.

„Links“ vom Battert das Alte Schloss Hohenbaden.

Der gelbe Farbtupfer in der Bildmitte, vor dem Taleinschnitt des Rotenbachtals, ist das Markgraf-Ludwig-Gymnasium in der Hardstraße. 

Und genau dorthin fliegen wir jetzt.