Nationalpark Schwarzwald: Verbreitungsgebiet mit den beiden Besucherzentren, dem großen Nationalparkzentrum am Ruhestein und dem Nationalparkhaus Herrenwies (gelb), sowie den drei Verwaltungsgebäuden am Ruhestein, in Seebach und an der Alexanderschanze (grün). Die Karte zeigt auch die drei Erlebnispfade im Nationalpark.
Gründung Nationalpark Schwarzwald
Der Nationalpark Schwarzwald wurde am 1. Januar 2014 gegründet.
Aufgaben
Die Aufgaben und Ziele des Nationalparks sind vielfältig. Das vorrangige Ziel ist, die Natur sich selbst zu überlassen. Zugleich soll der Nationalpark aber auch den Menschen als Freizeit- und Erholungsort zur Verfügung stehen.
Lage
Der Nationalpark liegt auf dem Hauptkamm des Nordschwarzwaldes südlich von Baden-Baden, zwischen der Schwarzwaldhochstraße (B 500) im Westen und dem Murgtal im Osten.
Nationalparkverwaltung und Nationalparkzentrum befinden sich am Ruhestein, an der Grenze zwischen Baden (Gemeinde Seebach) und Württemberg (Gemeinde Baiersbronn).
Der Nationalpark bestand bei der Gründung aus zwei räumlich nicht zusammenhängenden Teilgebieten mit einer Gesamtfläche von ca. 10.062 ha. Nord- und Südteil waren durch einen ca. 4 bis 5 km breiten Bereich zwischen den Bächläufen „Raumünzach/Hundsbach“ und „Schönmünz/Langenbach“ getrennt.
Erweiterung Nationalpark Schwarzwald
In ihrem Koalitionsvertrag (2021) hat die grün-schwarze Landesregierung festgelegt, den Nationalpark Schwarzwald auf Basis fachlicher Kriterien in einem transparenten Beteiligungsprozess zu erweitern und weiterzuentwickeln, siehe auch Drucksache 17/176 des Landtages Baden-Württemberg vom 07.06.2021.
Mit dem Beschluss zur Änderung des Nationalparkgesetzes gab der Landtag am 12. November 2025 grünes Licht für die Umsetzung der Flächenerweiterung ab 1. Januar 2026.
Mit der Erweiterung werden die bisher getrennten Teile des Nationalparks miteinander verbunden. Das Land erhält damit erstmals ein zusammenhängendes Nationalparkgebiet. Die Fläche des Nationalparks vergrößert sich auf insgesamt rund 11.325 Hektar. Im überwiegenden Teil der Pufferzonen im Umfeld des Nationalparks übernimmt ForstBW das Borkenkäfermanagement. Auf den beim Park verbleibenden Pufferflächen wird die Nationalparkverwaltung das Borkenkäfermanagement auch weiterhin im gesetzlichen Rahmen sicherstellen.
Voraussetzung für den Zusammenschluss ist ein wertgleicher Tausch der Fläche der Waldgenossenschaft Murgschifferschaft mit Staatswald im Raum Enzklösterle. Gleichzeitig verkauft das Land seine Anteile an der Murgschifferschaft an die verbleibenden Genossenschafter.
Infostelen am Parkplatz an der Bundesstraße B 500, südlich Buhlbachsee (2022).
Zonierung
Der Nationalpark ist in drei unterschiedlich stark geschützte Zonen aufgeteilt:
Kernzone
In der Kernzone werden nur Wege und Besuchereinrichtungen gepflegt, ansonsten finden keine Eingriffe statt.
In der Kernzone besteht die höchste Schutzkategorie. Die Waldgebiete werden komplett sich selbst überlassen. Nach internationalen Richtlinien müssen nach 30 Jahren drei Viertel der Fläche des Nationalparks Schwarzwald zur Kernzone zählen.
Diese Gebiete dürfen – unter Berücksichtigung der Schutzvorschriften – auch weiterhin auf ausgewiesenen Wegen betreten werden.
Entwicklungszone
Die Wälder werden durch Lenkung darauf vorbereitet, später in die Kernzone überzugehen. Nach 30 Jahren soll es keine Entwicklungszone mehr geben.
Die unterstützenden Maßnahmen legt der Nationalparkplan fest.
Managementzone
25 Prozent der Fläche des Nationalparks bleibt dauerhaft Managementzone.
Hier wird nur pflegend und lenkend eingegriffen – unter anderem, um Biotop- und Artenschutzziele zu sichern oder die Ausbreitung des Borkenkäfers auf umliegende Wälder zu verhindern.
Dazu gehören auch die Feuchtheiden (Grinden), die dauerhaft erhalten und miteinander vernetzt werden und der Pufferstreifen entlang der Grenze des Nationalparks zum Schutz der direkt angrenzenden privaten und kommunalen Gebiete.
Blick ins Foyer des Nationalparkzentrums am Ruhestein am 03.07.2022.
Gefahrenhinweis
Wegegebot
Das Betreten des Nationalparks ist nur auf ausgewiesenen Wegen und Flächen gestattet und erfolgt auf eigene Gefahr.
Übernachten
Sie suchen eine Unterkunft in der Nähe des Nationalparks? Vom Campingplatz bis zum Luxus-Hotel hat die Region alles zu bieten, was Gäste suchen.
Eine weitere tolle Erfahrung ist es, den Nationalpark Schwarzwald im eigenen Zelt zu erfahren. In insgesamt sechs Trekking-Camps, die von Mai bis Oktober gebucht werden können, ist das Übernachten im Nationalpark Schwarzwald und im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord seit März 2017 offiziell erlaubt.
Auerhahn Heini. Aufgenommen im Südschwarzwald am 05.02.2022. Mit freundlicher Genehmigung von Leon Hohmann. Vielen Dank.