Steinbruch Waldeneck (Sinzheim)

Der Steinbruch Waldeneck liegt südwestlich von Baden-Baden, in einer Exklave der Stadt Sinzheim unterhalb des Yberg. Der aufgelassene Steinbruch ist ein besonders schöner Aufschluss ignimbtrischer Laven.

Geotop-Nr. 6023/3027

In dem großen aufgelassenen Steinbruch (Peter’scher Bruch) im Iburgwald südwestlich von Baden-Baden wurden Gesteine des Rotliegend abgebaut. Es handelt sich um Rotliegend-Magmatite, die als Reste von drei Ignimbrit-Tuff-Decken gedeutet werden. In den höheren Teilen der Steinbruchwand sind diese Tuff-Decken deutlich anhand von Farbunterschieden unterscheidbar.

In den Magmatiten der Umgebung (Klopfengraben, Wernerhütte) finden sich häufig – im Waldboden auch herausgewittert – Baden-Badener Achate, die früher als Halbedelsteine gesucht waren und in Edelsteinschleifereien (z. B. Hofschleiferei in Karlsruhe) verarbeitet wurden. Es handelt sich um Chalcedone, Karneole und andere Quarzvarietäten, die in Geröllen gefunden werden konnten und mit etwas Glück auch noch können.

Textuelle: Geotope aus https://maps.lgrb-bw.de/, 15.07.2022
© Regierungspräsidium Freiburg, LGRB

Ehem. Steinbruch Waldeneck (Peter), Sinzheim

Im 1968 stillgelegten Porphyrschotterwerk PETER sind Quarzporphyre (Rhyolithe) des Oberen Rotliegenden (pc-3-Alter) anstehend. Nach MAUS (1967) handelt es sich um ignimbritische Rhyolithe, d. h. um keine in Form von Lava ausgeflossenen, sondern aus fluiden Suspensionen von Magmateilchen in hocherhitzten Gasen abgesetzte pyroklastische Gesteine.

An den Bruchwänden lassen sich nach der Farbe drei Deckenergüsse erkennen (von unten nach oben: bräunlich rot, grüngrau, rotbraun), die sich auch durch die mineralogische Zusammensetzung unterscheiden. Durch die lagige Anordnung der ehemaligen Gesteinsgläser entsteht eine angedeutete Paralleltextur. Einschlüsse von Grundgebirgsmaterial (Gneise, Granite) sind reichlich vertreten.

An Mineralen treten Calcit, diverse Quarzvarietäten, Turmalin, Siderit und Baryt auf. Auf der Sohle befinden sich ausgeprägte Sekundärbiotope (See, Feuchtgebiete). Literatur: BILHARZ (1934), MAUS (1967), METZ (1977).

Textquelle: Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU): Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe, 2. Auflage, 2000.

Waldenecksee (Petersee)

Der Waldenecksee oder Petersee ist ein Steinbruchsee am Westrand des Nordschwarzwalds. Er liegt in einer von Baden-Badener Stadtgebiet umgebenen Exklave der Gemeinde Sinzheim zwischen Iberg und Fremersberg an der Westseite des Bergs Waldeneck. Um das Jahr 1900 wurde dort ein Steinbruch angelegt, der bis 1968 in Betrieb war. In der Bruchsohle bildete sich danach ein etwa 200 m langer und 35–75 m breiter See. Er trägt einen seiner geläufigen Namen nach dem ehemaligen Steinbruchpächter, dem Porphyr-Schotterwerk Peter. Heute ist er als Fischgewässer verpachtet; das Baden ist verboten.

Textquelle: Wikipedia „Waldenecksee“ (Stand: 10.05.2023)

Felssturz am 08.05.2023

Am Waldenecksee ereignete sich am  08.05.2023 in den frühen Morgenstunden ein Felssturz. Im Bereich des Waldenecksee und der dort entlangführenden Straßen und Waldwege bestehe „deshalb Lebensgefahr“, warnt das Rathaus Sinzheim. „Die Bevölkerung, insbesondere Radfahrer, Wanderer aber auch Angler werden gebeten, diesen Bereich bis auf Weiteres zu meiden“.

Der Felssturz löste eine Fluwelle aus, die weit über den See hinausschwappte und an einer gegenüberliegenden Böschung bis in eine Höhe von ca. 4 bis 5 m ihre Spuren hinterlies. Dabei wurden Bäume sowie Verkehrsschilder umgeknickt und zahlreiche Fische teilweise über einige hundert Meter weit an Land gespült. Trotz eines spontan organisierten Hilfseinsatzes des lokalen Angelsportvereins sind viele Fische verendet. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Feuerwehr hat das Gelände weiträumig abgesperrt. Das Betreten des Geländes ist bis auf Weiteres verboten. Es besteht Lebensgefahr.

 

13.06.2023

Die ersten Sicherungsmaßnahmen an der Abbruchwand sind inzwischen erfolgt. Die nähere Untersuchung ergab, dass der obere Teil der Wand stark zerklüftet ist und weitere Felsabstürze durch kontrollierte Sprengungen verhindert werden müssen. Der Zugang zum See bleibt gesperrt.

Foto: Steinbruch Peter (Februar 2022)