Aufgelassener Steinbruch am Leisberg, BAD-Geroldsau
48.73871, 8.25259
Datenquelle Titelfoto:
LGRBwissen | Abruf am 21.04.2026 | © Regierungspräsidium Freiburg, LGRB.
Geotop-Nr. 13182/250
Pinit-Porphyr des Rotliegenden (Rotliegend-Magmatit, rM): rhyolithische Lavadecke.
Textuelle: Geotope aus https://maps.lgrb-bw.de/, 15.07.2022
© Regierungspräsidium Freiburg, LGRB
Ehem. Steinbruch am Leisberg, Baden-Baden
Im aufgelassenen Steinbruch am Osthang des Leisbergs stehen permische Quarzporphyre an (sog. Leisbergporphyre).
Es handelt sich um hellrotviolette Vulkanite, die im vorigen Jahrhundert als wichtigster Baustein Baden-Badens Verwendung fanden. Sie sind altersmäßig in das Obere Rotliegende (pc-3-Alter, 4. Decke) zu stellen. Klüfte führen teilweise Minerale wie Kalkspat, Schwerspat, Eisenspat. Auf der Sohle befindet sich der Schießstand des Schützenhauses.
Das Gelände ist eingezäunt und nur unter Lebensgefahr (Schilder) zu betreten. Literatur: METZ (1977).
Textquelle: Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU): Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe, 2. Auflage, 2000.
Bei dem aufgelassenen Steinbruch am Osthang des Leisbergs handelt es sich um hellrotviolette Vulkanite (Leisbergporphyre), die schon ab dem 16. Jahrhundert als wichtigster Baustein Baden-Badens Verwendung fanden.
Sie sind altersmäßig in das Obere Rotliegende (pc-3-Alter, 4. Decke) zu stellen. Klüfte führen teilweise Minerale wie Kalkspat, Schwerspat, Eisenspat. Auf der Sohle befindet sich der Schießstand des Schützenhauses.
Verwendung als Baumaterial
Der Leisbergporphyr wurde insbesondere in der Umgebung von Baden-Baden als Werkstein genutzt.
Das verkieselte Porphyrkonglomerat, welches durch Erosion nördlich von Baden-Baden abgelagert wurde, fand Anfang des 12. Jahrhunderts Verwendung beim Bau des Alten Schlosses, das auch als Burg Hohenbaden bekannt ist.
Wahrscheinlich im 12. Jahrhundert wurden die Quarzporphyre für das Mauerwerk der Yburg östlich von Varnhalt genutzt. Die Verwendung des Porphyrs für die Errichtung von Häusern setzte erst im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung im großen Umfang ein.
Der Quarzporphyr wurde bevorzugt für die Fundamente verwendet und der Buntsandstein für die Fassaden. Später entstandene Gebäude wurden vollständig aus Leisbergporphyr errichtet und verdrängten zeitweise sogar den Buntsandstein als Baumaterial.
Beispiele für die Nutzung von Leisbergporphyr für große Bauwerke sind die 1864 begonnene neuromanische Basilika St. Bonifatius in Baden-Baden-Lichtental sowie die gleichalte St. Johanniskirche.
Foto links: St. Johannis-Kirche.
Foto rechts: Detailansicht des Kirchenmauerwerks aus Leisbergporphyr (März 2026)
Des Weiteren wurde das Gestein in der Dreieichenkapelle in Baden-Baden-Weststadt, der Vincenti-Grundschule und in der 1900 errichteten Villa Stroh verbaut.
Die rotvioletten Gesteine fallen an einer Vielzahl von Gebäuden in Baden-Baden auf. So auch an der Brunnengrotte der Fettquelle.
Die Grotte selbst ist mit Abbruchmaterial des füheren Sinterhügels verkleidet (grau). Das direkt angrenzende Stützmauerwerk der Treppenanlage (Dernfeldstaffeln) besteht aus Leisbergporphyr.
Foto links: Brunnengrotte Fettquelle (Oktober 2022).
Foto rechts: Detailansicht des Mauerwerks der Stützmauer aus Leisbergporphyr (März 2026)