Bad Liebezell: Erkinger Weg

09.08.2026 | Märchen und Sagen

Auf rund 5 km Strecke bietet der Erlebnispfad spannende Stationen aus der sagenhaften Welt des berühmten Riesen.

Auf der ca. 2 stündigen Abenteuerreise für Groß und Klein gibt es so einiges zu entdecken und erkunden, denn der verwunschene Pfad führt unter Anderem vorbei am Kinderzimmer des Riesen, seinem Esstisch – einer wahrlich riesigen Überraschung –, dem Turmbau, der zeigt, welch großen Durst ein Riese denn hat, einigen Hörstationen und zahlreichen weiteren, liebevoll gestalteten Wegpunkten.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Besteigung des 34 m hohen Turms der Burg Liebenzell und der atemberaubende Ausblick weit ins Nagoldtal und auf die Höhen rund um Bad Liebenzell.

Die Sage vom Riesen Erkinger

„Vor vielen, vielen Jahren lebte im Nagoldtal ein gewaltiger Riese namens Erkinger. Der war ein böser Räuber und Menschenfresser. In Liebenzell ließ er sich einen starken Turm bauen, und dabei mussten die Maurer den Speis mit Wein anmachen, damit die gewaltigen Quadersteine umso fester aneinander gekittet würden. Hier in seiner Burg hauste nun Erkinger mit zwei Gesellen und brachte Furcht und Schrecken über die ganze Umgegend; denn mit besonderer Vorliebe raubte er den Bauern, wenn sie gerade Hochzeit hielten, ihre Bräute weg, schleppte diese mit sich fort in seinen Turm und fraß sie auf.

Die Gebeine der Menschen, die er verzehrte, warf er immer zum obersten Fenster hinaus. Sie fielen eine gute Viertelstunde von der Burg entfernt immer auf der selben Stelle nieder, mit der Zeit wurde ein ganzer Berg daraus, den man heute noch den Beinberg nennt. Ebenso heißt auch das kleine Dorf, das auf der Höhe liegt. Wegen der Greuel, die Erkinger weit und breit verübte, versuchten manche ihn zu töten. Aber kein Mensch konnte dem Gewaltigen widerstehen, denn er war über vier Meter groß, so dass jeder andere ihm gegenüber ein Zwerg war. Als Waffe trug er eine gewaltige Stange, mit der er jeden niederschmetterte, der ihm zu nahe trat, und in seiner wilden Kraft konnte er sogar Bäume mit samt der Wurzel ausreißen und damit auf die Leute losschlagen. Gegen Verwundung durch Geschosse schützte ihn ein ledernes Kleid, das statt der Knöpfe eiserne Ringe hatte.

Von seiner Burg herab warf er nach seinen Feinden mit dicken Steinkugeln, deren man heutzutage noch manche bei Liebenzell finden kann. In ihrer großen Not wandten sich endlich die Bewohner des Nagoldtals an ihren Landesherrn, den Markgrafen von Baden, und flehten um Hilfe. Dieser verbündete sich mit dem Pfalzgrafen Rupprecht, zog mit einem großen Heer vor die Burg des Riesen und belagerte sie. Den Eingang zum Turm, in den sich der Riese zurückgezogen hatte, ließ der Markgraf über Nacht zumauern. Weil nun Erkinger weder sich ergeben noch verhungern wollte, machte er seinem Leben selbst ein Ende, indem er sich von dem hohen Turm herabstürzte.

Noch lange Zeit bewahrte man das Kleid, einen Hosenträger und einen Schuh des Riesen in der Kapelle auf, welche die Riesenkapelle hieß und in Hirsau stand.“

(Aus Württembergische Volksbücher, Sagen und Geschichten).

Infomaterialien

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Erkinger Weg Bad Liebenzell

Faltblatt

Allgemeine Hinweise

Streckenkilometrierung
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Vor Tourenbeginn
Vor Antritt einer Tour wird generell empfohlen, sich über die Begehbarkeit der Strecke direkt bei den zuständigen Stellen vor Ort bzw. bei den Wegebetreibern zu informieren, insbesondere nach Unwettern oder während des Holzeinschlags.

Nebenwege
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