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Der älteste Bodenlehrpfad in Bayern beginnt und endet am Parkplatz in der Nähe der Wolfsfelder Wiese (von Kalchreuth kommend in Richtung Nbg./Neunhof nach ca. 2 km links).

Der Bodenlehrpfad wurde 2003 eingerichtet und 2013 rundum erneuert. Er ist einfach 1,5 Kilometer lang und führt über einen breiten Forstweg, so dass er auch mit dem Rollstuhl oder mit dem Kinderwagen befahren werden kann. Bei schönem Wetter ist ein alternativer Rückweg (nicht barrierefrei) über die „Teufelsbadstube“ zu empfehlen, den man mit einer Einkehr in dem Felsenkeller verbinden kann.

Folgt man von dort aus dem roten Fuchs auf gelbem Hintergrund, entdeckt man zehn spannende Schautafeln mit interessanten Fachinformationen, die deutlich machen, wie wichtig der Boden für die Umwelt ist und wie der Boden von Industrie und Land- und Forstwirschaft genutzt wird.

Zur Veranschaulichung kann man die gelesenen Informationen mit eigenen Augen direkt vor Ort bestaunen oder bei insgesamt acht Bodenaufschlüssen mit den eigenen Händen erfühlen. An dem Lehrpfad werden an zehn Stationen die hier vorkommenden Böden, ihre Entstehungsgeschichte und weitere Hintergrundinformationen beschrieben. An den begehbaren Profilen können Sie den Boden anfassen und „begreifen“.

Insbesondere der erste Teil des Rundwegs ist sehr kurzweilig, da die Distanzen zwischen den Infotafeln gering sind. Die letzte Schautafel (Nr. 10) lässt etwas auf sich warten und auch zum Ausgangspunkt muss man ein wenig Strecke zurücklegen, die allerdings fast ausschließlich auf Waldwegen durch den lichtdurchfluteten Sebalder Reichswald führt.

Der Lehrpfad führt durch erdgeschichtliche Phasen des Keuper und Jura. In der Keuperzeit (vor ca. 235 – 200 Mio. Jahren) kam es zur Ablagerung von sandigen und tonigen Materialien. Dementsprechend bilden in der Gegend Kalchreuth Gesteine wie Rhätsandstein und Feuerletten (ein Tongestein) das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung. Kalchreuth selbst liegt auf einem Höhenzug am Rande der Frankenalb. Das Untergrundgestein ist hier Kalkstein, worauf auch der Name Kalchreuthhinweist (Kalch = Kalk, Reuth = Rodung).

Die Wegstationen
Gestein — der Baustoff für den Boden

Boden ist die oberste schmale Schicht der Erdkruste. Durch die Verwitterung des Ausgangsgesteins entsteht lockeres Material, das im Laufe der Zeit unter der Einwirkung von Pflanzen und Bodenorganismen weiter verändert wird. Im Durchschnitt dauert es etwa 15.000 Jahren bis ein Meter Boden entsteht. Durch unterschiedliche Standortbedingungen und unterschiedliches Ausgangsgestein entstehen verschiedene Böden.

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Kleine Körner — große Aufgaben

Viele Eigenschaften des Bodens hängen von der Bodenart ab. Mit der Bodenart ist die Zusammensetzung und die Größe der Bodenpartikel gemeint.

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Was macht der Kalk im Boden?

Das Gestein an diesem Standort ist durch Ablagerung von Tonteilchen zusammen mit Kalk entstanden. Dieses kalkhaltige Lockergestein nennt man Mergel. Der klassische Bodentyp im Mergel nennt man Pararendzina.

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Boden und Wasser - eine erfolgreiche Verbindung

Wenn Niederschläge auf den Boden auftreffen, versickern sie bei guter Durchlässigkeit des Bodens in tiefere Bodenschichten und werden schließlich zu Grundwasser. Sandböden lassen Regenwasser gut durch, in Tonbö-den staut sich jedoch schnell das Wasser. Auf diesen Böden sowie auf stark geneigten oder versiegelten Flächen fließt der Regen vorwiegend oberir-disch ab und gelangt ungefiltert in unsere Fließgewässer und kann dort die Pflanzen– und Tierwelt empfindlich stören.

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Pflanzen und Tiere im Boden

Auf unbewachsenem Boden siedeln sich bei günstigen klimatischen Bedingungen zunächst die niederen Organismen wie Bakterien, Algen und Pilze an. Im Laufe von Jahrtausenden entsteht dann eine standorttypische vielschichtige Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren.

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Boden als Grundlage stabiler Wälder

Waldböden sind durch den Menschen weniger verändert als beispielsweise landwirtschaftlich genutzte Böden. Im Wald zeigt sich am besten, wie Böden und Vegetation sich gegenseitig beeinflussen.

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Boden als Temperaturregulator

Temperaturen wie im Keller

Im Gegensatz zur Luft sind die Temperaturen im Boden relativ ausgeglichen. Bereits in weniger als einem Meter Tiefe werden ganzjährig keine Minusgrade mehr erreicht. Diese relativ geringen Temperaturschwankungen ermöglichen es, den Pflanzen und Tieren im Boden zu leben.

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Die organische Substanz – verstecktes CO2 im Boden

Der größte Anteil der organischen Substanz sind abgestorbene Tier- und Pflanzenreste. Die Bodenlebewesen zersetzen diese Bestandteile, vermengen sie mit dem mineralischem Bodenmaterial und bauen so die dauerhafte bodentypische organische Substanz auf, den Humus.

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Wald als Grundlage des Lebens

Der Reichswald besitzt auf großer Fläche natur-schutzfachlich hochwertige Gebiete. Wegen seines Reichtums an Spechten, Greifvögeln und anderer seltener Vogelarten ist fast der gesamte Reichswald europäisches Vogelschutzgebiet. Zusätzlich sind im Reichswald weitere europäische Schutzgebiete (FFH=Flora-Fauna-Habitat-Gebiete), Naturschutzgebiete und Naturwaldre-servate ausgewiesen.

Wälder in Ballungsräumen erfüllen viele Funktionen. Sie sind ein wichtiger Ort für Freizeit und Erholung, wirken ausgleichend auf die Lufttemperatur, filtern Staub aus der Luft und schlucken Lärm. Außerdem schützen die Wälder die Gewässer vor Verschmutzung und Hochwasser und liefern sauberes Trinkwasser für die Bürger. Daneben produzieren sie natürlich auch den wertvollen und nachwachsenden Rohstoff Holz.

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Bodenschätze gestern und heute

Tiegeltonlöcher

An diesem Standort sind die Abbauspuren des Tiegeltons im Sebalder Reichswald zu sehen. Der Wald ist übersät mit Gruben von einigen Metern Durchmesser.

Unter Tegel versteht man ein graues, toniges Bodenmateri-al, das geologisch zu den Tonen des Rhät gehört und in früherer Zeit für Gussformen zur Erz– und Messinggießerei verwendet wurde. Die so produzierten Metalltiegel haben dem Tegel seinen Namen gegeben. Im Mittelalter hatten die Vorkommen des Tiegeltons im Sebalder Reichswald für das Metallhandwerk in Nürnberg eine herausragende Bedeutung.

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Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Kalchreuth-Wolfsfelden

Faltblatt „Bodenlehrpfad Kalchreuth-Wolfsfelden“