Kare – Spuren der Eiszeit

Mummelsee (August 2020)

Buhlbachsee (März 2020)

Als Kar bezeichnet man kesselförmige Eintiefungen an Berghängen unterhalb von Gipfel- und Kammlagen, die von sehr kurzen Gletschern (Kargletschern) ausgeschürft worden sind. Kare werden im Wesentlichen vom darin sich talwärts bewegenden Gletschereis und den von ihm an der Basis mitgeführten Gesteinsbrocken (Geschiebe) ausgeschürft (Exaration).

Die Karrückwände werden vor allem durch Frostsprengung in der Randkluft versteilt, dem vom Eis nicht bedeckten Saum zwischen Felswand und Gletscher. Der hier durch Feuchtigkeit und häufigen Frostwechsel gelöste Schutt wird dann vom Gletscher abtransportiert. Besonders in seiner Mitte, wo die Mächtigkeit und die Bewegung des Eises am größten sind, wird der Grund ausgehobelt; es entsteht die Karmulde, die an der Karschwelle endet und in das umgebende Relief übergeht. Die Karschwelle fällt oft mit Endmoränen des Kargletschers zusammen. Kare gehen somit vorwiegend auf Formungsprozesse im Abtragungsbereich eines Gletschers zurück.

Kargletscher bilden sich dort, wo sich lokal mehr Schnee ansammelt als in der Umgebung. In stark reliefiertem Gelände kommen Kare daher vorwiegend in sonnenabgewandten Hängen vor. Bei größeren Gipfelplateaus häufen sich Kare auch in den Leelagen, wo sich zusätzlich herangewehter Schnee akkumulieren kann.

So sind in den Mittelgebirgen der nördlichen Westwindzone wie beispielsweise dem Schwarzwald die Kare vorwiegend nord- bis ostwärts ausgerichtet, wo sich zusätzlich herangewehter Schnee akkumulieren kann.

Textquelle: Wikipedia „Kar“ (Abfrage November 2025)

Huzenbacher See (Januar 2021)

Karseen

Vor allem die Nationalparkgemeinde Baiersbronn ist mit Karseen gesegnet, drei davon innerhalb der Nationalparkgrenzen 

Huzenbacher See: Neben dem außergewöhnlichen Pflanzenreichtum ist der inselartige Schwingrasen aus Torfmoosen eine der Besonderheiten des Huzenbacher Sees. Über seiner Westseite erhebt sich die rund 160 Meter hohe Karwand.

Buhlbachsee: Gespeist vom Buhlbach schmiegt sich der gleichnamige See idyllisch an seine rund 120 Meter hohe Karwand. Auch er trägt eine birkenbestandene, schwimmende Insel aus Torfmoosen, Sonnentau und Wollgras. Ein Rundweg erlaubt den Blick auf den See von allen Seiten.

Wildsee: Der Wilde See wird auch Wildsee genannt, nicht zu verwechseln mit dem einige Kilometer entfernten Wildsee bei Kaltenbronn, der aber kein Kar- sondern ein Moorsee ist. Am Ufer des Wilden Sees ragt ebenfalls eine halbkreisförmige Karwand aus Buntsandstein fast 120 Meter in die Höhe. Das Gelände um den Wilden See ist seit über 100 Jahren Bannwald und seit 1939 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dort wird die Natur schon seit 1911 sich selbst überlassen.

Die beiden anderen Karseen Baiersbronns sind:

Ellbachsee: Als ausgewiesenes Naturdenkmal ist der Ellbachsee von einer moorigen Verlandungszone umgeben, die ein Biotop für viele gefährdete Pflanzen und Tiere bildet. Auch hier schwimmt eine Torfinsel auf dem Wasser, auf der schon Birken wachsen. Die obligatorische Karwand misst hier 150 Meter.

Sankenbacher See: Am Sankenbachsee ist ausnahmsweise das Baden erlaubt, aber nur an der dafür ausgewiesenen Stelle. Der 40 Meter hohe, zweistufige Sankenbach-Wasserfall rauscht in den malerischen See. Ein Grillplatz mit Grillhütte lockt zum Picknick.

Auf Gemarkung Forbach befinden sich folgende Karsee, zufrieden.

Als besonders romantisch gilt der Herrenwieser See wegen seiner Abgeschiedenheit und der gelben Teichrosen, die im Sommer blühen. Seltene Pflanzenarten bevölkern den Schwingrasengürtel am Ufer, deshalb grenzt ein Holzgeländer den hier verlaufenden Pfad ab.

Der zweite See auf Forbacher Gebiet ist der weniger bekannte Schurmsee, wie die meisten Karseen von einem Naturschutzgebiet umgeben. Auch hier wachsen gefährdete Arten wie Pfeifengras, Stern-Segge, scheidiges Wollgras, rundblättriger Sonnentau, Schlamm- und Schnabel-Segge oder die gelbe Teichrose. Wie an fast allen Karseen lohnt sich hier der Aufstieg auf den Kamm der Karwand, von wo es wunderbare Ausblicke auf den See und die umliegenden Wälder und Berge gibt.

Nur wenig abseits liegt der Blindsee, der jedoch so stark verlandet ist, dass er eher ein baumfreies Moor bildet, das nicht betreten werden darf.

Das „blaue Auge“ nennt man den Glaswaldsee, etwa auf halber Strecke zwischen der Nationalparkgemeinde Bad Peterstal-Griesbach und Bad Rippoldsau-Schapbach gelegen. Seinen Namen hat er aus dem 17. Jahrhundert, als im Seebachtal Glasflaschen für den Rippoldsauer Sauerbrunnen in einer Glashütte geblasen wurden.

„Mummeln“ heißen die weißen und gelben Seerosen, die dem Mummelsee wohl seinen Namen gegeben haben. Böse Zungen nennen ihn „Rummelsee“ wegen seiner hohen Besucherfrequenz. Er ist tatsächlich der bekannteste, meistbesuchte, am höchsten gelegene und älteste Karsee im Schwarzwald. Er liegt auf 1034 Metern Meereshöhe direkt an der Schwarzwaldhochstraße und gehört zu Seebach. An seinem Ufer liegen das Berghotel Mummelsee und ein Schwarzwaldladen mit Holzofenbäckerei. An seinem Ufer, das zum Teil auf einem Holzsteg zu umrunden ist, führt ein Kunstpfad mit ausgefallenen Skulpturen entlang. Als einziger Karsee im Schwarzwald bietet er einen Bootsverleih.

Textquelle: Blog Naturpark Schwarzwald

Ellbachsee