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Ottenhöfen: Geologischer Lehrpfad Felsenweg

Geologischer Überblick

Das Gebiet um Ottenhöfen und Kappelrodeck gehört zum kristallinen Schwarzwald.

Etwa 3-7 km weiter westlich liegt die große Grabenrandstörung, die den Rheingraben vom Schwarzwald trennt. Rheingraben und Schwarzwald sind Strukturelemente eines großen Bruchsystems, das sich quer durch Europa zieht. Es reicht vom Mittelmeer etwas bei Marseille über 20. Breitengrade (ca. 2.000 km) bis in die Gegend von Oslo und nimmt seinen Weg über den Rhone-Graben, die Burgundische Pforte, den Rheingraben, die Wetterau und den Leine-Graben bis zum Oslo-Mjösen-Graben.

Entlang dieser riesigen Bruchzone rückten die beiden Kontinent-Teil im Laufe der Zeit um etwa 5 km auseinander. Zunächst entstand im Bereich des Oberrheingrabens infolge dieser Dehnung nur eine seichte Eindellung, in die das Meer von Süden in Form einer langgestreckten Lagune eindrang. Später brachen Teile dieser Senke, zerlegt in viele einzelne Schollen, tiefer ein, und die Ränder des Grabenbruches wölbten sich zu Schwarzwald und Vogesen auf.

Der Meeresarm zwischen diesen beiden Höhenzügen wurde entsprechend dem weiteren Absinken des Grabens immer wieder mit neuen Sedimenten gefüllt, Sandsteinen, Mergeln, Tonen, Kalksteinen. So wurden im Laufe des Tertiärs im Rheingraben weit über 1.000 m Sedimente abgelagert, während der Meeresboden immer weiter absank und die Grabenränder sich immer höher aufwölbten.

Gegen Ende des Tertiärs, also vor ungefähr 5 Millionen Jahren, verlangsamten sich diese Bewegungen, und das Meer zog sich aus der Senke zwischen Schwarzwald und Vogesen zurück. Doch auch jetzt war der Graben noch nicht zur Ruhe gekommen, so dass der Rhein an manchen Stellen noch über 200 m Kies und Sand ablagern musste, bis das Niveau der Rheinebene entsprechend dem heutigen Zustand ausgeglichen war.

Das heutige Rheintal besitzt gegenüber den höchsten Erhebungen in Schwarzwald und Vogesen einen Höhenunterschied von über 1.000 m. Die tatsächliche Absenkung des Grabens gegenüber den Grabenrändern beträgt jedoch stellenweise über 3.000 m. Dass dieser gewaltige Grabenbruch nicht deutlicher in Erscheinung tritt, liegt einerseits an der Abtragung der Grabenränder, andererseits an der Auffüllung des Grabens durch Fluss- und Meeressedimente.

Textquelle

Maus, H: Geologische Wanderung auf dem Felsenweg, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg, 1980. Herausgeber: Gemeinden Ottenhöfen und Kappelrodeck.

Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde Ottenhöfen. VIELEN DANK.