Sandsteinbrüche in der Gegend um Baden-Baden

In der Gegend um Baden-Baden, Gaggenau und Gernsbach gibt es viele große Sandsteinbrüche („Murgtalsandstein“). In den meisten ist der Betrieb längst stillgelegt.

Die Sandsteine gehören stratigraphisch der „Tigersandstein-Formation“ (Zechstein) an. Die werksteinfähigen Partien sind überwiegend feinkörnige Sandstine mit häufigen Wechseln der Bankmächtigkeiten und v.a. der Farben.

Monotone rote oder graue Typen treten unmittelbar neben lebhaft mehrfarbig gestreiften Typen auf. Häufig sind gebleichte, fast weiße und rötlich gefleckte Sandsteine. Ein großer Teil der Staats- und Gemeindebauten der Umgebung von Baden-Baden sowie in und um Karlsruhe wurde aus diesem Sandstein erbaut.

Vermutlich auch der Alte Bahnhof in Baden-Baden (heute: Entrée Festspielhaus).

Übersichtskarte der Verbreitung der Tigersandstein-Formation bei Baden-Baden

Datenquelle:
LGRBwissen | Abruf am 10.04.2026 | © Regierungspräsidium Freiburg, LGRB.

Mühlsteinbrüche

In den Sandsteinbrüchen (und in den Porphyrbrüchen um Baden-Baden) wurden die Gesteine vorwiegend für den Gebäudebau gewonnen. Dies setzt voraus, dass die Gesteine in größeren Blöcken gewinnbar und auch spaltbar sind.

In den Brüchen wurden aber auch Mühlsteine gewonnen. Harte, abriebfeste Gesteine für Getreide- oder Ölmühlen, aber auch für Schleifereien.

Weitere Mühlsteinbrüche sind von Varnhalt bis ins Murgtal (z.B. im Staatswald Rotenfels) bekannt.

In Steinbach wurden Mühlsteinbrüche mindestens seit dem 13. Jahrhundert betrieben. Die Steinbacher Steinbrüche waren seinerzeit weithin für ihr gutes Material bekannt. Steinbacher Mühlsteine standen hoch im Kurs und waren begehrt.

Im 16. Jahrhundert werden die besten Mühlsteine im Bistum Straßburg in den Steinbrüchen um Steinbach gebrochen, vor allem im Bruch oberhalb von Varnhalt.

In der Straßburger Mühlordnung aus dem Jahr 1568 steht die Anweisung: „Es sollen auch alle Müller der Mühlen, die zu unserer Stadt Straßburg gehören, mit keinem anderen Läufer mahlen als mit Steinen aus Steinbach. Denn die Steinbacher Steine sind besser als alle anderen Mühlsteine. Wenn ein Müller einen anderen Mahlstein als von Steinbach verwendet, so wird er mit 5 Pfund Pfennig bestraft.“