Völklingen: Rundweg Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Die Völklinger Hütte wurde 1994 als das erste Denkmal aus der Blütezeit der Industrialisierung in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Heute ist die Welterbestätte Völklinger Hütte nicht nur das weltweit einzige Eisenwerk dieser Epoche, das vollständig erhalten ist – es ist zugleich ein einmaliger Schauplatz internationaler kultureller Veranstaltungen.

Historische Anlagen

Die historischen Anlagen der Roheisenproduktion sind in der Völklinger Hütte komplett erhalten. Mehrere Kilometer Besucherwege führen zu Meilensteinen der Technikgeschichte wie dem einmaligen Erzschrägaufzug, den gewaltigen Gebläsemaschinen und der Sinteranlage.

Die Völklinger Hütte ist eine Erfahrung mit allen Sinnen. Man kann sich vorstellen, wie es sich angefühlt haben muss, im ohrenbetäubenden Maschinenlärm der Gebläsehalle zu arbeiten oder am Abstich zu stehen, wenn mehr als 1.000 Grad heißes Roheisen aus den sechs Hochöfen geflossen ist.

Ein besonderes Erlebnis ist neben dem gigantischen Gewirr der Rohre der Aufstieg auf die Aussichtsplattform über den Hochöfen in 45 Meter Höhe. Von dort kann man die gesamte Industrielandschaft des Weltkulturerbes überblicken.

© Weltkulturerbe Völklinger Hütte Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur GmbH

Orte und Schauplätze
Station 1: Wasserhochbehälter mit Pumpenhaus

Baujahr: 1917- 1918
Betriebszeit: 1918 bis Betriebsende 2013

Das Gebäude ist in den Jahren 1917 bis 1918 errichtet worden:  unverwechselbar ist die monumentale Größe des Wasserbeckens auf einundzwanzig hohen Betonstützen. Das Wasser diente als Reserve in Notfällen, beim Ausfall von Pumpen und defekten Leitungen. Der Wasserhochbehälter ist eines der ersten technischen Großbauwerke in einer Konstruktion ausschließlich aus Eisenbeton.

Zur Zeit wird der  Wasserhochbehälter zum Entrée in das Weltkulturerbe Völklinger Hütte umgebaut.

Station 2: Gebläsehalle

Baujahre: 1900 bis 1938
Betriebszeit: 85 Jahre bis zur Stilllegung der Hütte

Im Jahr 1900 begann in Völklingen der Bau einer neuen Gebläsehalle für vier große Gasgebläsemaschinen. Mit diesen damals hochmodernen Maschinen konnte das in großen Mengen anfallende Gichtgas der Hochöfen effektiv weiterverwendet werden.

Nach der Fertigstellung der Halle erforderte die stetig steigende Eisenproduktion vor dem ersten Weltkrieg schnell die Aufstellung weiterer Maschinen. Dabei wurde die Halle 1904, 1907 und 1913 jeweils um einen Bauabschnitt verlängert. Diese zeigen sich heute am deutlichsten an den unterschiedlichen Formen der Oberlichter. Ihre heutige Größe erreichte die Gebläsehalle mit dem letzten Ausbau 1938, der in Stahlbeton ausgeführt wurde.

Die Gebläsemaschinen

Die zündende Idee kam spät: 1878 konstruierten die deutschen Ingenieure Otto und Langen den ersten Gasmotor. Die Maschinenfabrik Deutz baute 1894 die erste Gichtgasmaschine. Die „Röchling’schen Eisen- und Stahlwerke“ setzten sofort auf die neue Technik. 1899 wurde bei der M.A.N. die erste Großgasmaschine bestellt, ein Gasmaschine zur Stromerzeugung. 1901 ging die erste Gasgebläsemaschine in der neu gebauten Gebläsehalle in Betrieb.

Nach der Stilllegung des Hüttenwerkes wurde die Gebläsehalle gesichert und verschlossen. Anders als in vielen Gebläsehallen weltweit, blieb so der größte Teil der Ausstattung wie in einer Zeitkapsel erhalten.

Seit 1996 wird die Gebläsehalle, als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum genutzt. Zur Ausstellung „Mon Trésor. Europas Schatz im Saarland“ (2020) wurden die vorhandenen Ausstellungseinbauten restlos entfernt und längst vergessene Schätze wieder freigelegt.

Station 3: Sinteranlage / UNESCO Besucherzentrum

Baujahr:  1928, ergänzt 1938
Betriebszeit:  58 Jahre bis zur Stilllegung der Hütte

1928 entstand in Völklingen eine der größten Sinteranlagen Europas. Sintern bedeutet das Zusammenbacken des beim Brechen von Eisenerzen anfallenden Erzstaubs für den Einsatz im Hochofen. Dies geschah durch Erhitzen bis zur Schmelztemperatur. Das anschließend zu etwa faustgroßen Stücken gebrochene und abgekühlte Material konnte anschließend wieder im Hochofen eingesetzt werden. So senkte es den Verbrauch der eingesetzten Rohstoffe und verbesserte die Qualität des Roheisens.

Die Anlage wurde von der Frankfurter LURGI AG errichtet und arbeitete nach dem amerikanischen „Dwight-Lloyd-Verfahren“. In den 1930er Jahren war die Völklinger Sinteranlage mit einer Monatsproduktion von 55.000 Tonnen Sinter eine der produktivsten Anlagen der Welt.

Heute beherbergt die Anlage das UNESCO Besucherzentrum des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Dort werden den Besuchern Informationen zur UNESCO, zum UNESCO Welterbe, zur Geschichte der Völklinger Hütte und zur Geschichte der Sinteranlage vermittelt. Das mittlere Geschoss beherbergt die große Installation von Christian Boltanski: „Die Zwangsarbeiter – Erinnerungsort in der Völklinger Hütte“. Im Untergeschoss wird eine Dauerausstellung zur Geschichte der Familie Röchling gezeigt.

Station 4: Erzhalle

Baujahre: 1900 bis 1903
Betriebszeit:  83 Jahre bis zur Stilllegung

Die Erzhalle ist eines der ältesten Gebäude der Völklinger Hütte. Ursprünglich war das 1.500 Quadratmeter große Industriebauwerk ein gigantischer Stahlbunker mit einer Lagerkapazität von 12.000 Tonnen Eisenerz und gehörte zum Komplex der Vor- und Aufbereitung des Rohstoffes.

Die Erzhalle ist heute neben der Gebläsehalle zentraler Ausstellungs- und Veranstaltungsort im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Die Restaurierung des alten Erzsilos und seine Inwertsetzung zu einer Ausstellungshalle trägt der Begegnung von ehemaliger Arbeits- und Lagerstätte mit Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert besondere Rechnung.

Station 5: Möllerhalle

Baujahr: 1913
Betriebszeit: 73 Jahre bis zur Stilllegung der Hütte

Vom Völklinger Bahnhof kommend zogen Lokomotiven die schwer beladenen Erzwaggons ins Innere der Möllerhalle. Das Erz wurde nach Sorten getrennt in die einzelnen Silos entladen. Das Gleis für den Antransport der Rohstoffe ist heute noch erhalten. Gut erkennen kann man es von den Wartungsstegen, die heute wieder begehbar sind und das weite Panorama dieser Halle eindrucksvoll sichtbar machen.

Beim Bau der Möllerhalle gingen die Architekten neue Wege: Das Industriegebäude war 1913 eines der ersten Bauwerke dieser Dimension, das in Stahlbeton ausgeführt worden ist. 12.000 t Material fassten die Silos. Insgesamt waren 30 Arbeiter in der Möllerhalle beschäftigt, acht Arbeiter füllten und wogen die Hängebahnwagen. Ein zugiger und extrem staubiger Arbeitsplatz, erfüllt vom Lärm der rangierenden Hängebahnwagen.

Die Möllerhalle heute

Nach der Stillsetzung der Völklinger Hütte, galt es dieses markante Gebäude mit seiner Grundfläche von 3.000 m2 einer neuen Nutzung zuzuführen. Im Untergeschoss hielt das ScienceCenter Ferrodrom 2004 Einzug. Die Bunkertaschen, in denen zu Betriebszeiten die wertvollen Eisenerze und Sinter lagerten, wurden durch Einschnitte in die Seitenwände miteinander verbunden und ein einzigartiger Austellungsraum geschaffen.

Station 6: Hochofengruppe

Bauzeit:  1883 bis 1916, danach wurde die Ausmauerung der Hochöfen mit Schamottsteinen alle 10 – 15 Jahre erneuert.
Betriebszeit: 103 Jahre bis zur Stillsetzung

Die Gichtgasrohre geben der Silhouette der Hütte Kontur. Sie leiteten das Gas aus den sechs Hochöfen ab. Die Hochöfen selbst –  der erste wurde 1883 gebaut – sind kaum zu erkennen, versteckt hinter Gerüsten, Leitungen, den Winderhitzern und Kaminen. Im Abstand von 2,5 bis 3 Stunden wurden im Schnitt 130 t Roheisen abgestochen, täglich etwa 1.100 t pro Hochofen. Die Winderhitzer stehen in Dreiergruppen vor den Hochöfen. Sie heizten den Hochofenwind der Gebläsemaschinen auf 1.200°C. Im unteren Bereich des Hochofens herrschten Temperaturen bis 2.200°C.

Der Erzschrägaufzug

Alle sechs Hochöfen wurden über ein einziges Gleissystem mit Rohstoffen versorgt. Zwischen 1911 und 1918 wurde die Elektro-Hängebahn-Anlage erbaut. Die Gleisanlage ist insgesamt fast 6 Kilometer lang. Auf ihr waren zur Versorgung der Hochöfen im Durchschnitt 265 Hängebahnwagen unterwegs, ihr Quietschen war in Völklinger Tag und Nacht zu hören. Allerdings machte diese Konstruktion eine Vergrößerung der Hochöfen unmöglich. Der Schrägaufzug war für die Höhe von exakt 27 Metern konzipiert. Die Produktion der Völklinger Hütte konnte mit der Entwicklung der eisenschaffenden Industrie nicht mithalten.

Auf der Rückseite der Hochofengruppe bringt ein gleichartiger Koksschrägaufzug den in der Kokerei hergestellten Koks auf die Begichtungsebene, die Gichtbühne.

Die Winderhitzer | Cowper

Bis zu 40 Meter hoch sind die Winderhitzer der Völklinger Hütte. Bei einem Durchmesser bis zu 7 Metern sind sie neben den Hochöfen die größten Bauwerke der Hochofengruppe. Die Steine im Innern der Winderhitzer wurden mit Gas aufgeheizt. Wenn das Mauerwerk aufgeheizt war, wurde die Beheizung abgestellt und der Kaltwind der Gasgebläsemaschinen durch den Winderhitzer geleitet. Dabei wurde der Wind auf bis zu 1.200°C heiß bevor er in den Hochofen eingeblasen wurde. Deutlich erkennbar ist am Winderhitzer 6.3 – also dem 3. Winderhitzer des Hochofens 6 – die Aufschrift Kaltwind auf der Leitung.

Die Gichtbühne

Die Gichtbühne verbindet alle sechs Hochöfen mit einer Ebene. Auf dieser Ebene werden die Hängebahnwagen entlang geführt. Die Gichtbühne ist ca. 240 Meter lang und erstreckt sich in einer Höhe von exakt 27 Meter.  Die Gichtbühne hat Ihren Namen von dem Wort „Begichten“ was das Befüllen der Hochöfen mit den Rohstoffen für die Eisenerzeugung bezeichntet. Eisenerz, Sinter, Zusatzstoffe, Koks, aber auch eisenhaltige Reststoffe aus der Industrie oder Schrott wurden in die Gicht, den Einfülltrichter des Hochofens, gekippt. Die „Haube“, der obere Verschluss des Hochofens, wurde angehoben, dann fünf Hängebahnwagen um den Trichter gefahren. Unterhalb der Haube befindet sich ein zweiter Verschluss, die „Glocke“. Sie blieb geschlossen, um das Gichtgas aufzufangen. Das Material wurde auf die Glocke gekippt, dann die Haube abgesenkt. Erst wenn die Haube geschlossen war, wurde die Glocke nach unten gefahren: Das Material rutschte in den Hochofenschacht.

Die Hochöfen

Die Hochöfen der Völklinger Hütte sind alle 27 Meter hoch und haben einen Außendurchmesser von knapp 10 Metern. Sie sind zwischen 1888 und 1916 entstanden. Allerdings sind sie mehrfach erneuert, umgebaut und erweitert worden.
Die sechs Hochöfen in ihrer bis heute erhaltenen Form datieren aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Hochöfen der Völklinger Hütte hatten ein Fassungsvermögen von mehr als 1000m3.

Die Hochöfen in Völklingen sind von einem 3 cm dicken Stahlblechmantel umgeben. Innen sind sie mit feuerfesten Steinen ausgemauert. Die Ausmauerung ist im oberen Teil der Hochöfen 60 cm dick, im unteren Teil, wo die Hitze größer ist, hatte die Ausmauerung eine Dicke von 1 m.

Aber auch das mächtige Mauerwerk hat nicht ausgereicht, um die Gluthitze im Innern des Hochofens zu bändigen: Fortwährend rieselte Wasser an den Außenwänden herab, um den Mantel zu kühlen.

Die Abstichebene

Alle zwei bis zweieinhalb Stunden sticht der Hochöfner den Hochofen ab. Im Stahlmantel sind zwei Abstichlöcher für Roheisen und Schlacke ausgespart. Die Löcher sind mit einer Tonschiefermasse ausgefüllt, die der Hochöfner aufbohren und auch wieder verschließen kann. Früher öffnete der Hochöfner mit pneumatischem Handbohrer und Sauerstofflanze das Abstichloch des Hochofens, später machte diese Arbeit eine ferngesteuerte
Bohrmaschine. 130 Tonnen flüssiges Roheisen floss durch die Abstichrinne in den Torpedowagen, der das Eisen zum Stahlwerk brachte. Mit einer Temperatur von über 1.400°C fließt das Roheisen aus dem Abstichloch. Hochgerechnet ergibt das für alle sechs Hochöfen eine Tagesleistung von ca. 6.000 Tonnen Roheisen. Heutige Hochöfen können bereits mehr als 10.000 Tonnen Roheisen in 24 Stunden erzeugen, also weit mehr als die sechs Völklinger Hochöfen zusammen.

Station 7: Trockengasreinigung

Trockengasreinigungen I, II und III

Baujahr:
Trockengasreinigung I: 1911/1912
Trockengasreinigung II: 1913/1917
Trockengasreinigung III: 1922-1926

Betriebszeit: 75 Jahre bis zur Stilllegung der Hütte

Die Betriebsfunktion der Anlage war die Reinigung der Abgase aus den Hochöfen. Die Trockenreinigung konnte in einer Stunde bis zu 381.000 Kubikmeter Gichtgas reinigen, also fast das vierfache Volumen des Gasometers der Saarstahl AG. Das gereinigte Gas konnte als Brennstoff vielfältig weiterverwendet werden: zum Antrieb von Gebläsemaschinen und Dynamos, für die Winderhitzung, in der Sinteranlage und in der Kokerei. Der herausgefilterte Staub wurde entweder in der Sinteranlage mit verarbeitet und der Verhüttung erneut zugeführt oder in der benachbarten Zementfabrik als Zuschlagsstoff verarbeitet.

Der Bau der drei Trockengasreinigungen in Völklingen belegt den Erfolg der zunächst noch neuen, in diesen Dimensionen bis dahin unerprobten Technik, der Gichtgasreinigung nach dem Halberg-Beth Verfahren.  Die drei Anlagen mit ihrem zeitlichen Abstand und ihren Umbauten und Erweiterungen sind Zeugnis der Weiterentwicklung der Gichtgasreinigung an der Völklinger Hütte. Ihr durchgehender Betrieb bis zur Stilllegung der Hütte im Jahre 1986 bezeugt ebenfalls die Langlebigkeit dieser Technik. Das System der Trockengasreinigung nach Halberg-Beth fand in den 1910er und 1920er weltweite Verbreitung, wurde dann jedoch von moderneren Verfahren abgelöst.

Station 8: Kokerei

Für den Einsatz im Hochofen benötigt der Hochöfner einen stark kohlenstoffhaltigen Rohstoff, der dem Eisenerz den Sauerstoff entzieht und die enorme Wärme für den Schmelzprozess erzeugen kann. In der Kokerei wird Steinkohle 16 bis 18 Stunden wurde die Kohle unter Luftabschluß bei 1.200° C erhitzt. Dann war der Koks ‚gar‘, die flüchtigen Bestandteile wie Gase und Teer waren entwichen. Jetzt wurden die Kammern geöffnet und der glühende Koks auf die Stahlplatten vor den Öfen gedrückt. Der Koks fing sofort an zu brennen und musste mit Wasser abgelöscht werden. Hängebahnwagen brachten den Koks zum Hochofen. Koks hat einen hohen Kohlenstoffgehalt, eine hohe Festigkeit und ist porös, sodass er mit dem Gas, das den Hochofen durchströmt, gut reagieren kann.

In Völklingen sind die ersten Koksöfen 1897 angeheizt worden. Aus dieser Zeit stammt auch das Kohlensilo aus Stahlblech, das die Kokerei überragt. Das Silo ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der Völklinger Hütte.

Die Kohletürme der Kokerei

1897 ist der vordere der beiden Kohletürme aus Stahlblech gebaut worden. Damit ist er eines der ältesten Bauwerke im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. In den Anfängen der Kokerei ist der Kohlenturm noch mit einem dampfbetriebenen Aufzug gefüllt geworden. Aus dem alten Kohlenturm wurde die Kokskohle in Wagen gezapft und dann mühsam in Handarbeit weiter transportiert. Der neue Kohlenturm aus Beton wurde in den Jahren 1941 bis 1943 gebaut. Aus diesem Kohlenturm konnte die Kokskohle direkt in die Stampfmaschine geladen werden. Insgesamt gab es vier Kohletürme für die Zwischenlagerung der Kohle in der Völklinger Hüttenkokerei.

Station 9: Paradies

An vielen Stellen auf dem weitläufigen Gelände haben sich Flora und Fauna ihr Terrain zurückerobert. Und so ist das Weltkulturerbe Völklinger Hütte als exemplarischer Ort der Industrialisierung zugleich auch ein Ort der Natur. Am augenfälligsten wird dies im Paradies, der grünen Wildnis auf dem ehemaligen Gelände der Kokerei.

Gleich einem geheimnisvoll irdischen Garten Eden hinter einer uneinnehmbaren Mauer ruhte es unbetreten fast 25 Jahre lang: das Areal zwischen der Kokerei und der Saar. Paradiesisch konnten Tiere und Pflanzen im Schatten der Hochofengruppe ungestört zusammenfinden. Fische, Frösche und Eidechsen treffen hier auf Füchse und Wildschweine. An einem der härtesten Arbeitsplätze, wo früher Hitze, Staub und Feuer regierten, wachsen heute Birken und Schmetterlingsflieder zwischen den ehemaligen Koksbatterien. Aus der „Hölle“ ist ein Paradies geworden.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Völklingen

Faltblatt „Lageplan Völklinger Hütte“

Neunkirchen: Hüttenweg

Neunkirchen: Hüttenweg

Einst prägte das Neunkircher Eisenwerk das Stadtbild. Die erste Hütte gründete Graf Albrecht von Ottweiler 1593 im Bliestal. Mit der Übernahme durch die Familie Stumm zu Beginn des 19. Jh. wuchs sie stets und wurde unter deren berühmtesten Sohn Karl-Ferdinand Stumm zu einem mächtigen Unternehmen, das die gesamte Region prägte.

Der Hüttenweg wurde 1991 eröffnet, wo über 150 Jahre das Herz der Stadt – das Neunkircher Eisenwerk oder die „Hütte“ – pulsierte. Heute geben nur noch Relikte einen Einblick in die Lebenswelt der Hüttenherren und Arbeiter.

Bei der Neugestaltung des Geländes wurde großer Wert auf eine naturnahe Gestaltung gelegt, so dass zahlreiche Tiere und Pflanzen hier ein neues Zuhause gefunden haben. Neu angelegte Weiher, wie der Furpacher Gutsweiher oder auch der Heinitzer Weiher laden zum Verweilen ein – die Gastronomie sorgt an Ort und Stelle auch für das leibliche Wohl.

Besucher erfahren auf dem Hüttenweg auch etwas über den Mann, der als Motor hinter der industriellen Entwicklung in Neunkirchen stand: Karl-Ferdinand Freiherr von Stumm.

Wegstationen

Beschreibungen siehe „Infomaterialien“

Station 1: Stummsche Reithalle
Station 2: Wasserturm
Station 3: Hochofen II
Station 4: Hochofen VI
Station 5: Altes Gebläsehaus
Station 6: Eisenstele
Station 7: Hammergraben
Station 8: Spitzbunker
Station 9: Stummsche Kapelle
Station 10: Parkweiher
Station 11: Erbbegräbnisstätte
Station 12: Hüttenschule

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Neunkirchen

Broschüre „Hüttenweg“

agsdi-file-pdf

Neunkirchen

Lageplan „Hüttenweg“

agsdi-file-pdf

Neunkirchen

Infotafeln „Hüttenweg“

agsdi-file-pdf

Neunkirchen

Spurensuche Heinz Gillenberg

Creutzwald: Das schwarze Gold Lothringens

Eurodistrict SaarMoselle FREIZEIT & LOISIRS

© Eurodistrict SaarMoselle

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Auf dem Weg durch die Wälder des lothringischen Kohlebeckens liegt in der Umgebung von Carling eine der letzten großen Industrieanlagen der Kohlezeit: dem Kraftwerk „Emile Huchet“. Das noch junge Bergwerk Vernejoul bei Porcelette ist 2004 geschlossen worden. Neue Unternehmen haben sich im „Kohlwald“ von Creutzwald angesiedelt.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Creutzwald (Lothringen)

Das schwarze Gold Lothringens – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Webseite „Eurodistrict SaarMoselle“

Bexbach: Bexbacher Bergmannstour

Eintauchen in die große Zeit der saarländischen Steinkohle:

Die „Lauschtour“ führt vom Saarländischen Bergbaumuseum auf den Gipfel der Bergehalde „Monte Barbara“. Oben erwarten Sie tolle Aussichten und jede Menge versteinerte Pflanzen!

Audioguide

Die Lauschtour-App kann im Apple Appstore oder im Google Play Store heruntergeladen werden.

Wegstationen
Station 1: Saarländisches Bergbaumuseum
Station 2: Förderkorb
Station 3: Monte Barbara: Weinberg & „Schlackenzwicker“
Station 4: Monte Barbara: Versteinerte Pflanzen
Station 5: Monte Barbara: Gipfelblick

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Bexbach

Bexbacher Bergmanntour – keine Infomaterialien vorhanden!

Saarbrücken: Saarkohlenwald-Runde

Saarland

© Tourismus Zentrale Saarland GmbH

Mit freundlicher Genehmigung am 26.10.2021.

VIELEN DANK.

Ausgedehnte, landschaftlich ausgesprochen abwechslungsreiche Ganztagestour durch idyllische Täler und einsame Wälder mit herrlichen Aussichtspunkten. Mit zahlreichen Industriedenkmälern und mehreren attraktiven Einkehrmöglichkeiten ist die Saarkohlenwald-Runde ein für das Saarland repräsentatives radtouristisches Highlight.

Ausgedehnte, landschaftlich ausgesprochen abwechslungsreiche Ganztagestour durch idyllische Täler und einsame Wälder mit herrlichen Aussichtspunkten. Mit zahlreichen Industriedenkmälern und mehreren attraktiven Einkehrmöglichkeiten ist die Saarkohlenwald-Runde ein für das Saarland repräsentatives radtouristisches Highlight.

Wegbeschreibung

Seit 1997 besteht der „Urwald vor den Toren der Stadt“ als Naturschutz­ gebiet und grünes Herz des Saarkohlenwaldes. Genießen Sie die ständig wilderwerdende Natur mit allen Sinnen! Durch das Netzbachtal errei­chen wir den gleichnamigen Weiher. Wer mag kann im Biergarten eine er­ste kleine Pause machen. Weiter geht es für ein kurzes Stück auf dem Rad­weg entlang der Landstraße nach Fischbach, durch den Stadtpark und wieder hinein in den Wald. 160 Steigungsmeter sind es bis zum ehe­maligen Bergwerk Göttelborn-Reden.

Eine Insel im Industriewald: Wir lassen die Räder unten am Radweg und steigen die letzten Meter zu Fuß auf die Bergehalde. Der Gipfel wurde mit einem Serpentinenweg erschlossen . Der „Himmelspfeil“, eine 250 m lange, leicht ansteigende Rampe zwi­schen Solaranlage und Halde, führt auf eine Höhe von 384 Meter. Hier er­wartet den Besucher ein einmaliger Aussichtspun kt mit herrlichem Panoramablick über den Saarkohlenwald.

Weiter geht es auf der Saarkohlen­wald-Runde über verwunschene Wege durch den Schafwald bei Merchweiler bis zum Altsteigerhaus, einem heute noch im alten Stil erhaltenen Gast­ haus, in dem früher die Bergmänner nach ihrer Schicht einkehrten. Kurz danach sind wir schon im Naherholungsgebiet Itzenplitz.

Der Itzenplitzer Weiher mit seinem klaren Wasser lädt an sommerlichen Tagen zu einem kühlen Bade ein. In der direkt am Wasser gelegenen Gast­ wirtschaft können wir uns eine wohl­ verdiente Pause gönnen. Kurz nach dem Weiher zweigt links die ca. 1 km lange Zufahrt zum Erlebnispark Gondwana – Das Prähistorium in Reden ab.

Mit dem Erlebnispark Gondwana ist auf dem ehemaligen Gelände der Grube Reden eine kulturelle und touristische Attraktion entstanden: Über acht Milliarden Jahre Erdgeschichte sind dort anschaulich und spannend dargestellt. Wir radeln zurück zum Abzweig und dann über den Bahnhof Bildstock zum Hoferkopf in Friedrichsthal.

Einer der schönsten Aussichtspunkte überhaupt erwartet uns oben auf dem Aussichtsturm: Das gesamte südlich Saarland liegt uns zu Füßen. Am Rand von Friedrichsthal entlang kommen wir durch ein Waldstück ins wildromantische Ruhbachtal. Auch hier erwartet uns eine einla dende Ausflugsgaststätte.

Über Sulzbach gelangen wir zum „Brennenden Berg„. Aus Felsspalten tritt hier warme Luft aus. Sie stammt von einem im Untergrund glimmenden Kohleflöz. Schon Goethe staunte über dieses Naturphänomen. Durch Neuweiler und ein kurzes Wald­ stück kommen wir nach St. Ingbert.

Gleich am Ortseingang erwartet uns das Besucherbergwerk Rischbach­stollen. An verschiedenen Stationen erhalten Sie Einblicke in das bergmännische Leben zu der Zeit als noch Handarbeit vorherrschte und Grubenpferde die Kohlenwagen zogen.

Schon kurz danach kommen wir an der „Alten Schmelz“ vorbei, einem historischen Ensemble aus Siedlung, Werksanlagen und einem ehemaligen Park mit über 250 Jahren Industriegeschichte.

Über Rentrisch erreichen wir Sengscheid mit seinem weithin beliebten Biergartenrestaurant . Weiter geht es auf wunderschöner Strecke in flotter Fahrt bergab durch das Grumbachtal nach Schafbrücke.

Auf kaum bekannten Wegen über den Halberg und durch die St. Arnualer Wiesen kommen wir an die Saar. Durch die Stadenanlagen, wie­ der mit großem Biergarten, am Bürgerpark entlang und durch Burbach hindurch kommen wir am Burbacher Waldweiher vorbei und radeln durch das grüne Burbachtal nach Von der Heydt.

Von der Steigung durch Von der Heydt können wir uns im knapp abseits der Route und sehr idyllisch gelegenen Naturfreundehaus Kirschheck erho­len. Zurück zum Ausgangspunkt geht es dann mitten durch den Urwald mit einer letzten kurzen und heftigen Steigung Richtung Forsthaus Neuhaus. Mit dem guten Gefühl viel erlebt zu haben können wir den langen Rad-Tag wunderbar im Ausflugsrestaurant mit Biergarten ausklingen lassen.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Saarbrücken

Saarkohlenwald-Runde – keine Infomaterialien vorhanden!

Schwalbach: Grubenwanderweg 3

Grubenwanderwege

© Gemeinde Schwalbach

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

Ausgangspunkt: Griesbornschacht/Eisenbahnschacht Griesborn, Parkplatz Reitanlage

Länge : ca. 9 km

Wanderzeit: ca. 2,25 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht, nicht geeignet für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen

Der Griesbornschacht (Eisenbahnschacht), an dem unsere Wanderung beginnt, wurde 1857 abgeteuft und war bis 1950 in Betrieb. Verlässt man alte Schachtgelände führt die Wanderung vorbei an dem sanierten „alten Kesselhaus“ der ehemaligen Grubenanlage Griesborn.

Das Kesselhaus, das letzte noch unverfälschte erhaltene Gebäude der einstmals weitläufigen Grubenanlage mit einer Bausubstanz, die erhalten und auch möglichst entsprechend ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung genutzt werden sollte, beinhaltet heute das wohl im südwestdeutschen Raum einzigartige Schmiede- und Schlossermuseum.  Hier werden historische Maschinen und Werkzeuge ausgestellt, die die Arbeit der Handwerker und Bergleute aus vielen Jahrhunderten wieder in die Öffentlichkeit rücken. Das Schmiede- und Schlossermuseum ist geöffnet von Mai bis Oktober.

Einblicke in die Vergangenheit gibt außerdem das in unmittelbarer Nähe eingerichtete Flachsmuseum. Von einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit, dem Flachs, wird in dem Museum der Werdegang vom Samen bis hin zum fertigen Produkt Leinen dokumentiert. „Riffelbock, Breche, Klopfbock, Schwingbock, Hechel“ – in ihrer Gesamtheit alles Geräte, die zur Herstellung des Textilienstoffes Leinen benötigt wurden. Die genannten alten Gegenstände sind im Flachsmuseum untergebracht und teilweise noch voll funktionsfähig.

In der Nähe ist noch das Mundloch des früheren Kettenstollens zu finden. Hier kann man sich über die bergbauliche und industrielle Geschichte des Ortes informieren. Der Stolleneingang wurde im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme durch eine Gruppe der Katholischen Erwachsenenbildung Lebach hergerichtet. Im weiteren Verlauf der Wanderung kommt man am Westwallbunker Nr. 650 vorbei, der im August 1939 in einem Guss hergestellt wurde. Bei dieser Bunkeranlage handelt es sich um einen 3-Schartenbunker (Kuppelbunker) mit Gruppe und flankierenden Anlagen.

In der unmittelbaren Nähe befanden sich ehemals 2 Wetterschächte, Jacob I und II, später Wetterschacht I und II, im Volksmund auch „Moppel“ genannt. In Höhe des Westwallbunkers Nr. 659, einer stark zerschossenen Panzerkuppel, kann man die schöne Aussicht auf umliegende Orts- und Landschaften im Saartal bis hinunter zu den Gauhöhen genießen. 1866 erfolgte das Abteufen des Ensdorfer Schachtes als Wetterschacht, Ab 1870 war er dann Förderschacht.

Am Kohlenlagerplatz vorbei und einem weiteren Westwallbunker Nr. 660 (3-Schartenturm) führt der Weg zurück zum Ausgangspunkt.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Schwalbach

Grubenwanderwege – keine Infomaterialien vorhanden!