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Bexbach: Historischer Grubenweg Nordfeld

Der historische Grubenweg führt über einen idyllischen Waldweg, der aus Pfaden und teils breiteren Wegen besteht zu historischen Orten wie dem „Fortuna und Wilhelmine Schacht“, dem „Stollenmundloch“, der „Verladestation“ sowie der „Dianaquelle“ in der Kerbschlucht.

Der Grubenweg ist mit weißen Schildern mit einen schwarzen Förderturm gekennzeichnet.

Die Wegstationen
Schacht Fortuna
Stollenmundloch
Verlademauer/Umladestation
Kerbschlucht/Dianaquelle
Grubenanlage, Schacht "Wilhelmine"
Beamtenhäuser

Infomaterialien

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Bexbach

Infoblatt „Hisorischer Grubenweg Nordfeld“

Textquellen

Infoblatt

Bliesgau: Entdeckertour Bliesgau

Entdeckertouren

„Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion“

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite „Entdeckertouren Saarland“ herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

Entdeckertour „Bliesgau“

Die Tour startet in Rubenheim am Denkmal für die Rubenheimer Bergleute. Sie führt über den Bergmannspfad vorbei am Golfclub Katharinenhof zu den Kalksteinbrüchen in Gersheim. Hier lohnt ein Abstecher zum Europäischen Kulturpark Reinheim, der mehr als das Grab der keltischen Fürstin zu bieten hat. In der Römischen Taverne des Parks locken kulinarische Genüsse zur Pause.

Anschließend führt die Tour durch das Gersheimer Orchideengebiet nach Walsheim zur ehemaligen Brauerei und dem Freibad. Über Herbitzheim, Ballweiler, Breitfurt und Bliesdalheim geht’s zurück nach Rubenheim, nicht ohne an Kalksteinbrüchen, Muscheln und Eiskellern vorbei zu führen.

Den Abschluss bildet das Museum für dörfliche Alltagskultur und das Museum des saarländischen Aberglaubens, beides unter einem Dach. Hier lohnt sich eine Führung durch den Museumsleiter, aber etwas Zeit ist dafür unbedingt einzuplanen!

Die Wegstationen
Denkmal für die Rubenheimer Bergleute

Zu dem Gedenken der verstorbenen Mitglieder wurde vom Knappenverein Rubenheim im Jahre 1994 ein Bergarbeiterdenkmal errichtet.

Der Knappenverein wurde 1872 als Bergmannssterbekasse gegründet. Bereits Jahre vorher hatten Männer aus dem landwirtschaftlich verarmten Rubenheim den Weg in vor allem preußische Gruben gefunden. Sie wohnten dort für eine oder mehrere Wochen in Schlafschuppen, später in Schlafhäusern.

In der Blütezeit des Bergbaus waren rund hundert Männer aus diesem Dorf im Bergbau beschäftigt. Rubenheim war ein Bergarbeiterdorf mitten im Bliesgau – und es war nicht das einzige.

Nach ihrer „Kohlengrubenzeit“ arbeiteten Rubenheimer Bergleute in den hiesigen Kalksteingruben noch einige Jahre weiter.

Bergmannspfad

Im 19. Jahrhundert gingen die Rubenheimer Bergleute am Sonntagabend oder Montagmorgen zu Fuß in Richtung Erfweiler-Ehlingen, über den „Schwarzen Pfad“ nach Ommersheim und von dort über Heckendalheim ins Sulzbachtal bzw. teilweise auch nach St. Ingbert.

Später, zu Zeiten der Eisenbahn wurde der Würzbacher Bahnhof in Niederwürzbach angesteuert, von wo aus die Arbeitsstätten per Bahn zu erreichen waren.

Golfclub Katharinenhof Rubenheim

Die Anlage des Golfclub Katharinenhof ist sehr weitläufig und großzügig zwischen Wiesen und Wäldern angelegt. Von den meisten Stellen des Platzes haben die Spieler eine weite Sicht bis ins benachbarte Frankreich hinein. Zahlreiche Hügel und Schräglagen und auch die welligen Fairways lassen den Platz trotz der breiten Fairways auch für bessere Golfer zu einer Herausforderung werden.

In der dazugehörigen Gastronomie sind nicht nur Golfer, sondern auch Radfahrer, Wanderer und alle anderen Gäste herzlich willkommen.

Kalksteinbrüche in Gersheim

Die erste Kalksteingrube in Gersheim war im Erzental zwischen Gersheim und Medelsheim. Von hier aus wurde Gesteinsmaterial mit dem „Hängebähnchen“, einer mundartlich so genannten Seilbahn über die Hauptstraße zum Bahnhof Gersheim transportiert.

Die Kalkstein-Abbruchverhältnisse waren in Gersheim wesentlich schwieriger als auf dem Stumme Berg bei Herbitzheim. Die Abraumschicht betrug bis zu dreißig Meter, also ging man nach dem Ersten Weltkrieg zum Untertagebau am Berg „auf der Lohe“ über. 1947 wurde der Übertagebau in Gersheim gänzlich eingestellt. Der Untertagebau wurde fortgesetzt.

Zweimal wurde dieser Abbau zeitlich unterbrochen. Die erste Unterbrechung war ab Herbst 1944. Familien, die nicht in die zweite Evakuierung wollten und hier verblieben, erhielten in den Stollenanlagen für rund hundert Tage sichere Notunterkünfte zum Schutz vor den Kriegshandlungen. Die Bebelsheimer Bevölkerung durfte sogar durch den Wetterschacht im Gersheimer Stollen Schutz suchen. Die zweite Unterbrechung war 1980/81 im Zuge der Unternehmensänderungen.

Im September 2005 endete in Gersheim die mehr als hundert Jahre anhaltende Geschichte des Bliesgau-Kalkbrennens für die saarländische Industrie. Kalk wurde nach 2001 hier nicht mehr gefördert, die Untertageanlagen in Gersheim wurden noch vier Jahre lang verfüllt.

Lore am ehemaligen Gersheimer Bahnhof

Im Saarland wurden nach 1970 viele Erinnerungsstätten an den saarländischen Kohlenbergbau aufgebaut. Dies geschah besonders in Dörfern, in denen die Bevölkerung eine Beziehung zum Steinkohlebergbau besaß und die Erinnerung wachhalten wollte.

Meistens bestanden die Denkmäler aus halbierten ausgebauten Seilscheiben auf den Fördertürmen. Beliebt war ferner ein ausgedienter Hund, in den man schwarz angemalte Kalksteine als Kohle geladen hatte. Hund ist die bergmännische Bezeichnung für die unter Nichtbergleuten bekannten Loren.

Bahnhof Gersheim

Als Ende des 19. Jahrhunderts der Kaiserslauterner Bahnhof an der Ludwigsbahn zu klein geworden war, wurde dort ein neuer Bahnhof geplant und gebaut. Die Steine des alten Bahnhofes wurden sorgfältig abgetragen, geborgen und an die neue Eisenbahnlinie Bliestal verbracht. Damit wurden die beiden Bahnhöfe in Breitfurt und Gersheim aufgebaut. Der hiesige Bahnhof ist mithin der halbe alte Kaiserslauterner Bahnhof.

Der Bahnhof war für die Brauerei Walsheim ein sehr wichtiger Umschlagsplatz, deshalb hieß er eine Zeitlang auch „Gersheim-Walsheim“. In früheren Zeiten hieß er auch „Bliesgersheim“. Und im zweiten Weltkrieg wurde die Strecke wegen der militärischen Einrichtungen und schnellen Truppenverschiebungen nach Saargemünd und Bitsch zu einer bedeutenden Schnellzugstrecke. Gersheim war für wenige Jahre ein D-Zug-Bahnhof.

Kalkwerk Gersheim

1951 erfolgte ein großer Umbau des Gersheimer Kalkofens. Man baute moderne Schachtöfen auf und riss die alten Ringöfen ab. In den Schachtöfen wurde der Kalk unter Zusatz von Feinkohle gebrannt. Das Material wurde dann über Schrägaufzüge in die Öfen gebracht.

Im Sommer 1962 wurde ein Transportband vom Kalkbruch über die Blies zum Werk im Tal gebaut. Der Kalk wurde nun schon im Bruch zerkleinert und dem Werk zugeführt. Die bis dahin bestehende Seilbahn wurde stillgelegt und abgebaut.

Das Gersheimer Kalkwerk besteht heute nicht mehr. Die Bahntrasse Homburg – Sarreguemines, die am Werk vorbei führte ist heute ein gern gefahrener Radweg.

Walsheimer Brauereikeller

Der Brauereikeller der „Walsheim Brauerei“ wurde zwischen 1876 und 1878 gebaut. Damals firmierte die Brauerei noch unter dem Namen „Walsheim-Brauerei Schmidt und Guttenberger“. Es handelt sich dabei um das erste Gebäude, das auf dieser Seite der Straße gebaut wurde. Die ersten Gebäude der Brauerei, wie zum Beispiel die Verwaltung, die Wohnhäuser, die Stallungen und die Mälzerei waren zunächst nur auf der anderen Seite gebaut worden. Heute von vorne zugänglich, war das Gebäude damals komplett unterirdisch angelegt. Die Fenster die an der Fassade zu sehen sind, waren zum damaligen Zeitpunkt nur Lichtschächte. Im Inneren war der Keller in einen Lagerraum und kleinere Kühlkammern aufgeteilt. Im Lagerraum lagerten zunächst Holz-, später Aluminiumfässer mit einem Gesamtvolumen von 50.000 Hektoliter. In den Kühlkammern wurde Eis gelagert. Das Eis stammte bis zur Beschaffung einer Kältemaschine 1886 aus den Eisweihern in der Umgebung. Der Lagerraum und die Kühlkammern waren jeweils mit Eichentüren getrennt. Durch Öffnen und Schließen dieser Türen wurde die Temperatur im Lagerraum reguliert. Durch Rinnen am Boden und Öffnungen an der Decke konnten Kondenswasser und Wasserdampf entweichen.

Walsheimer Freibad und Campingplatz Walsheim

Bevor die weltberühmte Walsheim Brauerei eine Kältemaschine erhielt um Stangeneis zu produzieren, musste das Eis zur Kühlung des Bieres auf anderem Wege beschafft werden. Dafür wurden rund um Walsheim Eisweiher angelegt, um in den Wintermonaten Natureis abschlagen zu können. Nachdem man in den 30er Jahren sich entschieden hatte keine Eisweiher mehr zu betreiben, entschied der damalige Brauereidirektor Dr. Karmann den oberen Eisweiher am Hetschenbach zu einem Schwimmbad in Stahlbeton-Ausführung umbauen zu lassen. 1938 wurde dann der Badbetrieb offiziell aufgenommen. Die Nutzung des Freibades war kostenlos. 1950 kam es dann zur ersten Sanierung des Bades, zur Einzäunung und zum Bau des Campingplatzes. Erst 1974 kam dann das Nichtschwimmer-Becken dazu. Zwei Jahre später wurde das alte Becken durch ein neues Sportbecken mit Kläranlage ersetzt. Die Wasserversorgung erfolgte durch frisches Walsheimer Quellwasser aus dem Hetschenbachtal.

Heute gilt das Walsheimer Freibad als eines der schönsten und erholsamsten in der Region und ist in der Regel ab Mai bis Mitte September geöffnet.

In unmittelbarer Nähe des Freibades befindet sich ein idyllisch gelegener Campingplatz. Dieser bietet großzügige Stellplätze für Wohnwagen oder Zelte. Gäste mit Wohnmobil können sowohl Stellplätze auf dem Campingplatz als auch außerhalb nutzen. Zum Campingplatz gehört eine Gaststätte.

Ringofen in Herbitzheim

Wir befinden uns auf dem Freizeitweg in Richtung Gersheim mit einem Hinweisschild und zugleich an dem einzigen Ruinenrest des Herbitzheimer Ringofens. Dieser Kalkofen wurde 1888 erbaut. Im Gegensatz zu dem Blickweiler Ofen wurde dieser nur im Bedarfsfall in Betrieb genommen. Der Ofen soll der erste dieser Art in unserem Raum gewesen sein. Nach einer Anlaufzeit beschäftigte der Herbitzheimer Betrieb bis zu 40 Arbeiter. Das tägliche Ergebnis war etwa eine Tonne gebrannter Kalk pro Arbeiter.

Was ist ein Ringofen?

Die Keramikindustrie und die Kalkbrenner versuchten im 19. Jahrhundert ihre Produktionsarbeit zu optimieren, zu rationalisieren. In beiden Fällen war das ständige Aufbauen der Rohprodukte und Abbauen der Fertigprodukte zeitraubend und teuer. Die Ingenieure konstruierten Ring- und Tunnelöfen, die eine frühe Fließbandarbeit ermöglichten. Solche Öfen konnten permanent beschickt werden, brannten durch und lieferten – ebenfalls permanent – die Fertigware. Die Arbeitsprozesse mussten nicht unterbrochen werden, wie bei den älteren Schachtöfen.

Gleis 1

Am 1.4.1879 wurde die Bahnlinie Zweibrücken – Saargemünd, die auch durch Herbitzheim führte, eingeweiht. Wesentliche Gründe für den Bau der Bahnlinie waren wirtschaftliche Überlegungen im Zusammenhang mit der industriellen Kalkwirtschaft für die Eisenproduktion.

Am „Gleis 1“ kamen die Pferdefuhrleute mit ihren Kalkwagen an, um den Kalkstein in Güterwagen der Eisenbahn umzuladen. Einst war dieser Ort das Ende der schweren Fahrten der Kalkwagen der Steinbauern vom Stummen Berg herunter. Hier wurde der Kalk, gewogen und auf Eisenbahnwaggons verladen und abgefahren.

Der Weg, später als „Ladestraße“ bekannt heißt heute „Gleisweg“ und war für die Rubenheimer und Herbitzheimer Arbeiter und Bergleute einst die Route, die sie zum Bliesdalheimer Bahnhof nahmen.
1991 wurde der Betrieb der sogenannten Bliestalbahn übrigens gänzlich eingestellt.

„Gleis 1“ heißt heute ein Biergartenlokal und lädt am Bliestal-Freizeitweg zum Verweilen und zur Stärkung ein.

Alter Steinfahrerweg

Der Bruch im Stumme Berg, benannt nach dem alten Inhaber von Stumm, war im Besitz des Neunkircher Eisenwerks. Der Kalk wurde von Herbitzheimer „Stäänbaure“ (Steinbauern) geladen und transportiert. Innerhalb der Geschichte der saarländischen Industrie dürften die Herbitzheimer Steinbauern eine Ausnahme darstellen.

Sie waren Nebenerwerbslandwirte, die durch den regelmäßigen Kalksteintransport einen lukrativen Nebenverdienst hatten.

Steinbauern schafften sich besonders belastbare Pferdewagen und bespannten diese mit kräftigen Pferden, die jedoch nach einem Arbeitsleben von vier bis fünf Jahren schon ausgedient hatten.
Als Hilfspersonal wurden Bremser beschäftigt, die dafür sorgten, dass auf dem abschüssigen Weg Pferde und Wagen keine Schäden erlitten. Zu den Bremsern zählten auch einige Bauersfrauen.
Der Weg von oben war ein gefährlicher, da die schwer beladenen Wagen nur durch viel Geschick von den Fuhrleuten und Bremsern gefahren werden konnten. Bei langen feuchten Wettern konnten die Wagengleise (Fahrspuren) ausgefahren werden, was die Sicherheit der Fuhren weiter verschlechterte. Es kam häufig zu Unfällen.

Die Steinbauern beluden zusammen mit den Bremsern und gelegentlich weiterem Hilfspersonal die Wagen, fuhren die Steine durch die heutige Kremelstraße zu Tal an die frühere Ladestraße, heute Gleisweg. Dort wurden die Steine in Eisenbahnwaggons verladen. Ziel war zunächst noch der Kalkofen in Blickweiler, später der in Gersheim und auch die Neunkircher Hütte.

Stumme Berg

Oberhalb Herbitzheim liegt der hier so genannte „Stumme Berg“. Er trägt seinen Namen nicht, weil es angeblich so ruhig auf dem Berg ist.

Vielmehr gaben die Menschen aus Herbitzheim und Rubenheim dem Berg mit dem Flurnamen „Hanickel“ nach Beginn des Kalkabbaus diesen Namen, nach dem der im ganzen Kaiserreich bekannte Stahlproduzent Freiherr von Stumm Eigentümer des Berges geworden war und hier seinen Hüttenkalk grub.

Kalkabbau in der heutigen Zeit

Die Kalksteingewinnung im Bliesgau hat eine Jahrhunderte währende Tradition. Seit der Besiedlung des Bliesgaus wird das heimische Gestein als Baumaterial verwendet. Im Bliesgau lassen sich an vielen Stellen die Zeitzeugen verschiedener Epochen des Bauens mit Kalkstein erkennen.

Im Jahr 2009 wurde die seit jeher bestehende Kalkgewinnung im Bliesgau wieder intensiviert. Getreu dem Motto „Aus der Region für die Region“ gewinnt die Naturprodukte Rubenheim GmbH und Co.KG qualitativ hochwertige und landschaftstypische Baustoffe und bringt diese auf den Markt.

Der Kalbenberg bei Ballweiler und Seilschwebebahn

Der Ballweiler Kalbenberg war ein wichtiger Kalksteinbruch von bestem Qualitätsmaterial.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts lieferten die Bauern von Blickweiler, Ballweiler und Wolfersheim Kalksteine von eigenen Grundstücken. Sie an die Neunkircher Hütte geliefert. Auf diese Weise entstand auch hier zeitweise ein kleines Steinbauerntum.

Ende der 1890er Jahre kaufte die Neunkircher Kalkwerksgesellschaft lohnende steinhaltige Ländereien auf und legte dort selbst einen großen Steinbruch an. Der Steinbruch wurde optimal bewirtschaftet. Kleinkalk wurde mit kleinen Kippwagenzügen auf die Halde befördert. Die kleinen Brüche, die Bauerngruben und das System der Steinbauern verschwand in diesem Bereich.
Um den Kalkofen voll und ganz ausnutzen zu können und nicht zu sehr von den Witterungsverhältnissen und den Fuhrunternehmern abhängig zu sein, wurde zum Transport der Kalksteine im Jahr 1901 eine eigene Beförderungsanlage, im Volksmund „Drahtseilbahn“ genannt, erbaut. Die Stromversorgung wurde durch die Generatoren der Mimbacher Mühle mittels Wasserkraft sichergestellt.

In der Mitte der 1930er Jahre wurde in Ballweiler ein Untertagebau begonnen. Kriegsbedingt endete der Betrieb in Ballweiler und Blickweiler im Jahre 1944. Die durch den Tagebau angelegten Stollen blieben in der Bevölkerung in guter Erinnerung, weil sie in den letzten Kriegsmonaten als Schutzräume für sie und der umliegenden Dörfer dienten.

Blickweiler Kalkofen

Der Ringofen von Blickweiler stand auf dem Gewerbegelände der heutigen Holzhandlung Becher
1898 wurde neben der Eisenbahnlinie der Bau dieses Ringofens begonnen. Erbauer waren neben Zweibrücker Bürgern auch die Besitzer der Mimbacher Mühle, die mit ihren Generatoren auch die Stromversorgung sicherstellte, sowie Karl Schmidt aus Walsheim, der Eigentümer der Walsheim Brauerei. Auffallend war ein 65 Meter hoher Kamin, damals das höchste Bauwerk im Bliesgau, und der erste Industriebau in der Region, bei dem sich nachweislich ein tödlicher Unfall ereignete, als ein Arbeiter zu Tode stürzte.

Ziel war es, den Qualitätskalk in Ballweiler abzubauen, ihn per Seilbahn zum Blickweiler Ofen zu befördern, dort zu brennen, um ihn dann mit der Eisenbahn zur Neunkircher Hütte zu transportieren.

1943 wurde der Betrieb kriegsbedingt eingestellt. Zudem wurden die Anlagen 1945 durch Kriegseinwirkung beschädigt, sodass Ofen und der mittlerweile auf 75 Meter aufgestockte Schlot teilweise zerfielen. 1946 bestanden die gesamten Werksanlagen in Blickweiler nur noch aus Ruinen. Die Produktion wurde danach nie mehr aufgenommen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Kalkaufbereitung für die Eisenindustrie ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Steinkohlebergbaus war.

Breitfurter Mühle
Die Breitfurter Mühle wurde 1425 erstmals urkundlich erwähnt. Im Gegensatz zu vielen anderen Mühlen im Saarland hat sie den Sprung in unsere Zeit geschafft und ist heute die einzige verbliebene Getreidemühle im Bliestal und die größte Getreidemühle westlich des Rheins. Sie gehört zur Juchem-Gruppe und verarbeitet überwiegend Getreide von regionalen Erzeugern.
Bliesdalheimer Eiskeller

Im 19. Jahrhundert führte die Industrialisierung, wozu auch der Bergbau gehörte, zu einer Reihe von Veränderungen und Erleichterungen im Alltag.

Im Bereich Ernährung wurden so beispielsweise auch Produktion und Vertrieb von Bier weiterentwickelt. Der Eiskeller von Bliesdalheim sollte für eine korrekte Bevorratung solcher Getränke sorgen sollte.

Das Prinzip der Eiskeller war eine Zwei-Keller-Technik. Ein kleiner möglichst würfelförmiger Raum war der eigentliche Eiskeller, in dem das im Januar geschnittene Eis als Kühlelement gelagert wurde. Die Bevorratung von Eiskellern war auf zwei Jahre kalkuliert. Der zweite, wesentlich größere Teil der Eiskeller war der mechanisch regelbare Kühlraum, an den die gelagerte Eismasse ihre Kälteenergie abgab.

Der Bliesdalheimer Eiskeller ist eine typische Bergmannsarbeit. Bergleute, die die kraftraubende Untertagearbeit in den Kohlebergwerken aufgaben, verdingten sich als oft als Kalksteinbergleute oder teilweise auch als Hauer beim Eiskellerbau im Buntsandstein. Wissenschaftler stellten anhand der Aushau-Spuren eine Entstehung des Bliesdalheimer Eiskellers um 1850 fest.

Der Keller kann nach Rücksprache mit der Gemeinde Gersheim in den Sommermonaten besichtigt werden. Während der Wintermonate dient er als Fledermausquartier.

Museum für dörfliche Alltagskultur und Museum des saarländischen Aberglaubens

In der Hauptstraße von Rubenheim, befindet sich unterhalb der Kirche das Museum für dörfliche Alltagskultur und auch das Museum des Saarländischen Aberglaubens. Eigentümer ist die Familie Altenkirch, die das alte, mehrfach prämierte ehemalige Bauernhaus bewohnt. Das Haus war das ehemalige Gasthaus Hepp und stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Das Museum für dörfliche Alltagskultur wurde bereits 1988 eröffnet. Unzählige Exponate stammen aus Bauern- und Arbeiterfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts und dokumentieren das Alltagsleben besonders der unteren Sozialschichten wie Kleinbauern, Arbeiter, Tagelöhner und Vaganten des Saarraumes und angrenzender Gebiete.

Das Museum des Saarländischen Aberglaubens, seit 2013 geöffnet, zeigt aus einer der größten deutschen Sammlungen zu diesem Thema in einzelnen kleinen Ausstellungen den alltäglichen Aberglaube des gleichen Sammelraumes. Besonders zahlreich sind vorhanden: Bauopfer, Hausgeister, Amulette und Talismane, zauberische Zettel aber auch weitere Exponate. In der Regel ist das Museum jeden 3. Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Europäischer Kulturpark – Geschichte grenzenlos erleben

Im idyllischen Tal der Blies, im Herzen des UNESCO Biosphärenreservats Bliesgau, liegt der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim unmittelbar auf der deutsch-französischen Grenze. Die Einbettung in die Kulturlandschaft und die ökologisch wertvolle Flussaue lassen den Besuch des Archäologieparks zu einem einmaligen Erlebnis werden.

Neben den Siedlungsschwerpunkten in keltischer und römischer Zeit spiegeln Funde von der Steinzeit bis ins Frühmittelalter – und letztlich bis in heutige Zeit – eine kontinuierliche Siedlungsentwicklung innerhalb des Talkessels wider.

Das weitläufige Außengelände umfasst die freigelegten Gebäudereste einer römischen Kleinstadt (vicus) mit Thermen und jene eines herrschaftlichen Landguts. Archäologisches Highlight ist das rekonstruierte und begehbare Grab der keltischen „Fürstin von Reinheim“ mit reicher Trachtausstattung und Grabbeigaben aus der Zeit um 370 v. Chr.

Es gibt ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm und interessante Erlebnis- und Bildungsangebote!

Das Freigelände ist ganzjährig zugänglich. Die Museumseinrichtungen sind vom 15. März bis 31.Oktober täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet.

Orchideengebiet Gersheim

Orchideen sind die artenreichste Pflanzenfamilie der Erde. Man kennt heute über 25.000 Arten, die zu mehr als 700 Gattungen.

Die meisten europäischen Orchideen sind an Kalkboden gebunden und gedeihen ausschließlich auf ihm. Sie sind „kalkhold“. Nur wenige meiden den Kalk. Ihre Lebensräume sind in Mitteleuropa die Kalkgebiete der Hügellandschaften der niederen Mittelgebirge und der Alpen. Eine ganze Reihe unserer mitteleuropäischen Orchideen gedeiht in Wiesen, und zwar in Berg- und Gebirgswiesen, auf Bergmatten und in Sumpfwiesen.

Im Orchideengebiet zwischen Gersheim und Herbitzheim wachsen rund 30 verschiedene Arten Orchideen auf engem Raum, die von Anfang Mai bis Anfang Juli nach telefonischer Anmeldung besichtigt werden können.

Unserem Klima entsprechend fällt die Hauptblütezeit der Orchideen in den Frühling und Frühsommer. Sie beginnt etwa Mitte April, erreicht ihren Höhepunkt Anfang Juni, und klingt im Juli allmählich aus. In diesem Zeitraum bietet die Gemeinde Gersheim (Tel. 06843/801-301) auch Führungen an.

Infomaterialien

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Bliesgau

Entdeckerour – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mit freundlicher Genehmigung des „Saarländischen Museumsverbands e.V.“.

VIELEN DANK.

Düppenweiler: Entdeckertour Düppenweiler

Entdeckertouren

„Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion“

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite „Entdeckertouren Saarland“ herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

Entdeckertour „Düppenweiler“

Die Tour startet an der historischen Kupferhütte, wo man direkt mit einer Führung ins Kupferbergwerk beginnen kann. Sie führt über den Weltersberg vorbei an der Kohlegrube und dem „alten Dorf“. Nachdem der Mühlenberg eine herrliche Aussicht in die Region bietet, geht es vorbei am keltischen Hügelgrab zum hinteren Wehlenberg, über den weithin sichtbaren Litermont, an mehreren Steinbrüchen vorbei zurück zum Ausgangspunkt. Hier bietet das Huthaus Gelegenheit zur Stärkung mit Speis und Trank.
Die Wegstationen
Historische Kupferhütte

2010 wurde die Historische Kupferhütte nach Vorbildern des 18. Jahrhunderts errichtet. Sie besteht aus dem Pochwerk und einer Schmelzhütte mit dazugehörigen Weiher.

Das Pochwerk ist eine Erzaufbereitungsanlage. Die im Bergwerk gewonnenen Kupfererze wurden hier über Wasserkraft angetriebene Pochstempel auf Sandkorngröße zerkleinert. Anschließend wurde in Waschherden durch Bewegung des Wassers das leichtere Gestein abgeschwemmt, während das schwere Erz sich auf dem Boden des Waschherdes absetzte.

Die Schmelzhütte besteht aus zwei Schmelzöfen und einem Garofen. Beim Schmelzvorgang müssen Temperaturen von über 1300° erreicht werden. Hierzu ist eine ausreichende Luftzufuhr der Öfen notwendig. Dies wird über vier Blasebälge bewirkt, die sich auf der Rückseite der Ofenmauern befinden und ebenfalls über Wasserkraft angetrieben werden.

Die Schmelzhütte dient heute auch als Standesamt der Gemeinde Beckingen.

Weidenschacht

Der Weidenschacht wurde bereits in der Anfangsphase des Bergwerksbetriebes errichtet. Im Gegensatz zu anderen Schächten, die als bloße Licht- oder Wetterschächte dienten, war der Weidenschacht auch als Fahrschacht ausgebaut, d.h. er diente den Bergleuten zur Ein- und Ausfahrt.

Entgegen allen bergbaulichen Regeln sitzt der Weidenschacht direkt über dem darunter führenden Stollen. Bei der Freilegung des Stollens 1992/1993 wurde der Schacht unterfahren und der noch bestehende Sicherungsausbau aus alten, schweren Eichenbalken durch neuen Ausbau ergänzt. Der Schacht selbst wurde von der Dillinger Hütte 1828 aus Sicherheitsgründen mit Gesteinsmassen verfüllt.

Historisches Kupferbergwerk

Wir stehen hier vor dem „Neuen Barbaraschacht“ des Historischen Kupferbergwerks Düppenweiler.
Bergbau auf Kupfererze ist in Düppenweiler gesichert ab 1723 nachgewiesen. Es gibt allerdings auch einige Anzeichen dafür, dass bereits wesentlich früher, insbesondere im 16. Jahrhundert in Düppenweiler Kupfererze abgebaut wurden.

Die erste und wohl auch ergiebigste und umfangreichste Abbauphase zwischen 1724 und etwa 1735 stand unter der Leitung des wallonischen Hüttenunternehmers Joseph Remacle Hauzeur. Da es in der Saargegend damals noch keine Bergleute gab, ließ er vorwiegend aus dem Erzgebirge rund 300 Bergleute nach Düppenweiler kommen. Unter seiner Regie wurde auch das erste Pochwerk errichtet. Die Kupfererzvorkommen in Düppenweiler waren sehr ergiebig. Der Kupfergehalt im Erz lag bei teilweise 60%.

Später waren es überwiegend französische Betreiber bis etwa 1786. In dieser Zeit sollte eine Feuermaschine – Vorläuferin der Dampfmaschine – errichtet werden. Die Fundamentanlage wurde fertiggestellt. Diese ist heute im Original noch weitgehend erhalten und teilrestauriert. Die Anlage ist von überregionaler Bedeutung, da sie die einzige dieser Art in ganz Deutschland ist. Obwohl auch Teile der in England gekauften Maschine angeliefert wurden, wurde die Maschine nie fertiggestellt, da die Betreibergesellschaft in Konkurs ging.

1987 begann der heutige Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur“ die Strecken teilweise wieder freizulegen. 1995 wurde das Bergwerk für den Besucherbetrieb zugelassen.

Weltersberg

Der südöstliche Bereich des Düppenweiler Bannes, die Umgebung um den Litermont und den Weltersberg, auf dem wir uns hier befinden, ist geprägt von Gesteinen vulkanischen Ursprungs und magmatischen Lagerstätten.

Litermont und Weltersberg wurden im Perm-Zeitalter durch vulkanische Tätigkeit geschoben und hochgedrückt. Vor dem Einsetzen des Vulkanismus war allerdings auch dieses Gebiet mit den Konglomeraten des Unterrotliegenden, eines Unterabschnitts des Perm-Zeitalters, bedeckt. Als Konglomerate bezeichnet man in der Geologie ein Sedimentgestein aus einem feineren Bindemittel und Kies oder Geröll. Bei den in diesem Bereich vorzufindenden Konglomeraten handelt es sich um Ausläufer der sogenannten Kuseler Schichten, die sich von der Waderner Gegend bis hierhin nach Südwesten erstrecken. Während des Perm gab es dann durch den Vulkanismus ganz enorme Verschiebungen der Schichten und so treten gerade hier auf dem Weltersberg an manchen Stellen Gesteine an der Oberfläche auf, die sonst nur in viel tieferen Schichten zu finden sind. Dies ist an einigen Stellen an den Einschnitten in den Hängen deutlich zu erkennen.

Von hier hat man auch einen sehr schönen Ausblick auf den oberen Ortsteil von Düppenweiler.

Alte Kohlengrube

Erstaunlicherweise gibt es auf dem Düppenweiler Bann auch Steinkohlevorkommen. Von der Stelle aus, an der wir uns befinden, kann nur die ungefähre Lage eingesehen werden. Diese befindet sich in dem Dickicht am Ende der hier liegenden Wiese in westlicher Richtung in der sogen. „Schäferei-Grät“. Von den Gruben ist heute kaum noch etwas erkennbar.

Die ersten schriftlichen Nachrichten über diese Kohlengruben, die nördlichsten im Saarland, stammen aus dem Jahre 1788. Es hieß damals, die Kohle sei „von sehr guter Qualität, gleich der festen Kohle aus dem Nassauischen“. Der Abbau erfolgte als Schachtabbau. Vor der Zeit Odelins wurden die Gruben offenbar als Bauerngruben betrieben.

1868 erhielt die Dillinger Hütte die Konzession auf das Kohlebergwerk „Gut Glück“. Sie ließ hier einen Schacht von etwa 70 m Tiefe errichten.

1869 erhielt Ferdinand Loesgen aus Riegelsberg die Konzession für das weiter westlich gelegene Bergwerk „Gute Hoffnung“.

Schon nach kurzer Zeit wurde keinen Abbau mehr betrieben, deswegen wurden beide Gruben über lange Jahre von den „ärmeren Leuten“ im Tagebau ausgebeutet.

Als Ende der 1970er Jahre ein Pferd in den Schacht der Grube „Gut Glück“ eingebrochen war, wurde der Schacht von der Gemeinde gesichert und eingeebnet.

Steinbruch

An dieser Stelle sehen wir rechts der Straße einen heute noch kaum mehr erkennbaren Steinbruch.
Der hier anstehende Quarzporphyr ist Bestandteil der Metzer Störung, die bis zum Rhein verläuft. Er enthält in den Klüften und Spalten auch Malachit. Dieses Kupfervorkommen entspricht eindeutig dem des Kupferbergwerks auf der gegenüberliegenden Seite des Berges.

Dieser Steinbruch wurde insbesondere von den Einwohnern von Düppenweiler als Steinbruch für Baumaterial benutzt.

Hier gab es allerdings keine Sandsteinbrüche wie im Haustadter Tal. Aufwendige und teure Fassadenbestandteile aus Sandstein waren deshalb in Düppenweiler eher die Ausnahme.

Altes Dorf

Wenn man sich rechts des Weges orientiert, kann man links am Waldrand vorbei im Talbereich gerade nach die frühere Lage des alten Dorfes Düppenweiler erkennen. Dieses Dorf wurde erstmals in einer Urkunde der Erzbischöfe von Trier von 1052 unter dem Namen „villaris“ erwähnt. Später wurde es dann „wilre“ genannt. Seinen Bestimmungsnamen „Düppen“ erhielt der Ort erst im 14. Jahrhundert. „Wilre“ war ein Töpferdorf. Eine alte Tongrube ist heute noch erkennbar. Ausgrabungen des früheren Kultur- und Heimatvereins Düppenweiler Anfang der 1980er Jahre erbrachten den Nachweis, dass hier bereits im 10. Jahrhundert eine Töpferei bestand. Der „Topf“ wird hier im Volksmund als „Deppen“ oder „Düppen“ bezeichnet. Düppenweiler hat also seinen Namen von dem alten Töpferdorf erhalten. Das alte Dorf, später in den Urkunden als Ober(düppen)weiler bezeichnet, wurde 1635 im 30jährigen Krieg von französischen und schwedischen Truppen zerstört.

Etwas weiter rechts und ganz im Hintergrund erkennt man den Melaphyrsteinbruch am Kahlenberg. Der Steinbruch liegt im Grenzbereich zwischen Düppenweiler und Reimsbach und ist nur von der Reimsbacher Seite erreichbar. Der Steinbruch gehört der Firma Arweiler und dort findet heute noch der einzige aktive Bergbau auf Düppenweiler Bann statt.

Mühlenberg: Geologie

Wir befinden uns hier an einer auf den ersten Blick unscheinbaren Stelle auf dem Mühlenberg. Auf der rechten Seite des Weges, ca. 10 m im Wald, sehen wir eine kleine Mulde. Hier wurden in den 1970er Jahren geologische Bohrungen durchgeführt.

Der Mühlenberg zog bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jh. die Aufmerksamkeit von Generationen von Geologen auf sich und gibt auch heute noch Rätsel auf. Lange wurde eine hier zutage tretende Gesteinsserie als vordevonisch bezeichnet und damit als ältestes Vorkommen des Saarlandes betrachtet. Doch geht man heutzutage davon aus, dass am Mühlenberg kein Gestein vorhanden ist, das einem vordevonischen Zeitalter zuzurechnen ist.

Vielmehr sind die Phyllite (Tonglimmerschiefer) mit ihren Quarzlinsen dem Unterdevon zuzuordnen. Auch die Grauwacke und der ebenfalls auftretende Zellendolomit sind noch devonischen Ursprungs. Beim Zellendolomit handelt es sich um ein Gestein, das in der näheren und weiteren Region ansonsten nicht mehr aufzufinden ist. Sein Vorkommen in Düppenweiler gibt deshalb Rätsel auf.

Auch wenn die vorstehend aufgeführten Gesteine also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, wie lange angenommen, vordevonisch sind, stellt ihr Vorkommen am Mühlenberg in Düppenweiler dennoch eine außergewöhnliche geologische Besonderheit dar, die europaweit nur noch an zwei anderen Stellen nachzuweisen ist. Bei der Tiefbohrung Saar 1 auf der Spieser Höhe konnten sie nämlich erst in 4.000 m Teufe angetroffen werden.

Mühlenberg: Aussicht

Von hier aus hat man nun einen herrlichen Ausblick über den unteren Ortsteil von Düppenweiler, aber auch in die weitere Ferne bis zum Saarfelser und Merchinger Plateau.

Erst im 14. Jahrhundert wird das heutige Dorf urkundlich erwähnt. Man unterschied in dieser Zeit zwischen Niederweiler, dem heutigen Dorf und Oberweiler, dem alten Dorf. In nördlicher Richtung, am Ortsrand, liegt das Wohngebiet „Im Junkerath“. Hier wurden 1984/1986 beim Aushub einer Baugrube acht keltische Eisenbarren gefunden, einem der größten Hortfunde in Südwestdeutschland.
In keltischer Zeit wurde Eisen im Rennverfahren hergestellt und zu Spitzbarren zusammengeschmiedet. Eisenbarren dieser Art wurden fast ausschließlich in keltischen Siedlungsräumen aufgefunden. Das Gewicht der Barren (2460 g) entspricht fast genau dem achtfachen des keltischen Grundgewichts (= 309 g).

Die Eisenbarren dürften am Fundort entweder gelagert oder weiterverarbeitet worden sein. Ebenso denkbar ist aber auch, dass sie eventuell beim Transport über die dort in der Nähe vorbeiführende alte Heerstraße verloren gegangen sein könnten. Eine Nachbildung dieser Barren kann im Huthaus des Kupferbergwerks besichtigt werden.

Nikolausbrunnen

Ursprünglich stand dieser „Nikolausbrunnen“ an der Hauptstraße in Düppenweiler. Er wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaut und trägt wohl den Namen des damaligen Bürgermeisters von Düppenweiler. Er bestand wie fast alle Brunnen aus dieser Zeit aus einer mittigen Säule mit zwei seitlichen Trögen und diente in erster Linie als Viehtränke. Eine zentrale Wasserversorgung gab es zu dieser Zeit noch nicht und die Trinkwasserversorgung geschah meist über hauseigene Brunnen (Pütze).

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Brunnen erneuert. Erst 1991 mit der Neugestaltung des Dorfplatzes verlegte man den Brunnen in den hinteren Teil des Platzes. Die Konstrukteure legten Wert darauf, den Brunnen wieder in seiner ursprünglichen Struktur (allerdings mit 4 Trögen wegen seiner zentralen Stellung) zu zeigen.

Der Nikolausbrunnen wurde so zum Erzählbrunnen seiner eigenen Geschichte und der Geschichte des Ortes Düppenweiler (auf acht gusseisernen Tafeln an den Trögen). In Sandstein gemeißelt sind außerdem die Wappen von Düppenweiler und seiner Partnerstadt Etain (Frankreich).

Pfarrkirche St. Leodegar

Die Valentinuskapelle im „Alten Dorf“ wurde immer schon von fleißigen Bürgerinnen und Bürgern gehütet und gepflegt, die jetzige Pfarrkirche im Laufe von rund 250 Jahren mehrmals renoviert, restauriert oder erweitert. 

Von der alten Kirche ist nur noch der untere Teil des Turmes erhalten (der denkmalgeschützte Teil der Kirche). Der barocke Bau wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch einen neogotischen ersetzt.
Das heutige Kirchengebäude, wurde in den Jahren 1897 bis 1900 erbaut.

Das Glockengehäuse aus den 50er Jahren und der nachkonziliare „Bildersturm“ in den 60er Jahren veränderten St. Leodegar nicht unbedingt zum Besseren. Die Verschlimmbesserung im Inneren wurde um die Jahrtausendwende mit viel Aufwand wieder rückgängig gemacht. Die Wiedereröffnung fand im Jahr 2000 statt.

Nachdem das Dach ebenso mit enormem finanziellem Aufwand erneuert wurde bleibt dann aber noch die Orgel, die auch einer dringenden Überholung bedarf. Dafür hat sich mittlerweile die Bürgerinitiative „Orgelpatenschaft“ gebildet, um zumindest mittelfristig durch kreative Aktionen das nötige Geld zu beschaffen. 

In der Kirche befindet sich auch eine größere Statue der heiligen Barbara, die stets besonders geschmückt ist, zur Erinnerung an die Bergleute und den Bergbau in Düppenweiler.

Selige Blandine Merten

Im Eingang der Kirche befindet sich rechts die Blandinen-Kapelle.

Die am 10. Juli 1883 in Düppenweiler geborene und am 18. Mai 1918 in Trier verstorbene Maria Magdalena Merten wurde an Allerheiligen im Jahr 1987 von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

Der ehemaligen Ursulinenschwester zu Ehren hat ihre Heimatpfarrei Düppenweiler im Eingangsbereich der Pfarrkirche St. Leodegar eine Kapelle gewidmet. Hier befindet sich eine Knochenreliquie von ihr.

Vor der Kirche steht ein Kunstwerk, das die selige Schwester Blandine Merten als Stütze einer Himmelsleiter zeigt. Die Skulptur stammt von der einheimischen Künstlerin Margret Lafontaine.
In der alten Schule rechts vor der Kirche, heute ein soziales Zentrum des örtlichen DRK, besuchte Blandine Merten von 1889 bis 1897 die Volksschule und machte in den zwei Jahren danach ihre ersten Unterrichtsversuche als Lehrassistentin. Nachdem sie zunächst die  Lehrerinnenbildungsanstalt besucht hatte und einige Zeit in Oberthal, Morbach und Großrosseln als Volksschullehrerin unterrichtete, trat sie 1908 zusammen mit ihrer Schwester Elise in die Ursulinenkongregation Calvarienberg in Arweiler ein. Bis zu ihrem frühen Tod aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung gehörte sie dem Orden an.

Bereits kurz nach ihrem Tod begann ihre Verehrung, da mehrere Menschen nach Gebeten zu ihr Heilung erfuhren. Die Schar ihrer Verehrer und Verehrerinnen wuchs ständig, vor allen Dingen nachdem 1985 die Heilung einer österreichischen Missionsschwester von einem schweren Melanom erfolgte, die 1986 von der Kirche als Wunder anerkannt wurde. Am Hochfest Allerheiligen 1987 sprach Papst Johannes Paul II. Sr. Blandine selig.

Geburtshaus Schwester Blandine

Blandine Merten wurde am 10.Juli 1883 als neuntes Kind in Düppenweiler geboren.
Das Geburtshaus steht in der heutigen Schlossbergstraße. Blandine war die Tochter von einfachen Bauersleuten. Insofern wohnte sie mit ihren Eltern und Geschwistern in einem sogenannten „Südwestdeutschen Quereinhaus“, das in einen Wohn- und in einen Scheunen- und Stallteil gegliedert war. Das Haus wechselte nach dem Krieg den Besitzer und wurde dann auch umfassend erneuert und den Erfordernissen eines Bäckereibetriebes angepasst. Das heutige Haus hat aber mit dem ursprünglichen Bauernhaus nur noch die äußeren Maße gemeinsam.

Bei der Seligsprechung überreichte der ehemalige Ortsvorsteher Papst Johannes Paul II. ein Gemälde von Blandines Geburtshaus. Der Bergmannsverein schenkte ihm eine Kupferskulptur des Bergbausymbols „Schlägel und Eisen“.

Fast ein Jahr nach der Seligsprechung besuchte schließlich der Trierer Bischof Hermann-Josef Spital anlässlich der Blandinenfeier das Geburtshaus der Seligen, um die dort angebrachte Tafel zu segnen.

Museumsbunker

Bereits im Jahr 1992 hatte der damalige Kultur- und Heimatverein Düppenweiler die Idee, den Westwallbunker in der Dieffler Straße zu restaurieren und für Besichtigungen zu öffnen.
Dieser Bunker ist als Regelwerk 10 a Teil des mächtigen Westwalls, der von der holländischen bis zur schweizerischen Grenze reichte. Rund 4000 Bunker mit unterschiedlicher Größe und Bedeutung wurden in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in einem aberwitzigen Arbeitsbeschaffungsprogramm von den Nazis gebaut. Bedeutung erlangte das Bollwerk zu keiner Zeit des verheerenden Krieges zwischen 1939 und 1945.

Der Bunker in der Dieffler Straße besitzt zwei Mannschaftsräume und einen Geschützraum. Seine Besonderheit hat er in der östlichen Richtung mit einer mächtig überdeckten Hangsicherung, einem Flur, der dem Museumsbunker heute dazu dient, die leidvolle Geschichte bezogen auf Düppenweiler zu dokumentieren.

Steinbruch im Loch und Bendersche Schanz

Nach den ältesten Angaben wurde der Steinbruch schon im Jahr 1854 von einer Gehöferschaft betrieben. Gehöferschaften stellten eine Besonderheit des alten Trierischen Landes dar. Nach Auflösung dieser Wirtschaftsform ging der Steinbruch 1885 in den Besitz der Familie Schäfer aus Düppenweiler über.

Der Melaphyr wurde in mühseliger Arbeit im Sprengverfahren gewonnen, wobei die Bohrlöcher von Hand in das harte Gestein getrieben wurden. Nach der Sprengung verarbeitete man das Material in Handarbeit zu Kleinschlag und transportierte es mit Pferdefuhrwerken für den Straßenbau in die nähere und weitere Umgebung. Durch den Bau der Bunkeranlagen des Westwalls und der hierfür notwendigen Zufahrtsstraßen gewann der Steinbruch enorm an Bedeutung. Während die jährliche Ausbeute zuvor durchschnittlich etwa 1000 m³ betrug, erreichte sie im Jahr 1939 die fünfzehnfache Menge.

Aus dem Gelände des Steinbruchs stammt ein keltischer Armreif, ein Hinweis auf die schon frühe Besiedlung in dieser Gegend.

Hier befand sich auch die sogen. „Bendersche Schanz“. Es handelte sich hier um eine Stellung österreichischer Truppen unter dem Obristen Bender in den Revolutionskriegen um 1794. Diese Truppen lagen in einer ständigen Auseinandersetzung mit den französischen Revolutionstruppen im nahegelegenen Dillingen. Die Anlage wurde durch die Steinbrucharbeiten zerstört.

Keltisches Hügelgrab

Eine keltische Besiedlung lässt sich für diese Region mit Sicherheit ab dem 6. Jh. v. Chr. nachweisen.
Auch auf dem Litermont erkennt man noch heute eine Ringwallanlage. Ob diese Anlage keltischen oder römischen Ursprungs ist konnte bis heute nicht festgestellt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser strategisch wichtige Punkt bereits von Römern und Kelten genutzt wurde. Die Existenz von Hügelgräbern (sog. Tumuli) ist auch für Düppenweiler bezeugt. Der von 1832 bis 1848 in Dillingen als Pfarrer wirkende Heimatforscher Philipp Schmitt berichtet in seinen Aufzeichnungen über zwei solcher Tumuli, die etwa 6 Fuß (ca. 1,88 m) hoch gewesen seien und sich von dieser Stelle aus ca. 100 m weit in südlicher Richtung befunden haben. Allerdings sind diese Grabhügel heute im Gelände nicht mehr zu erkennen. Nach einer von Pfarrer Schmitt gezeichneten Karte lag der eine Hügel jedenfalls noch auf der Gemarkung von Düppenweiler, der „andere dort, wo die Wälder von Düppenweiler und Diefflen zusammenstoßen“.

Welcher Zeit die Grabhügel zuzuordnen sind, kann nicht gesagt werden, da sie nie geöffnet wurden. Aufgrund der Beschreibung Pfarrer Schmitts und der Tatsache, dass in der Umgebung vielfach ähnliche Gräber geöffnet wurden, dürften die Düppenweiler Grabhügel in die La-Tène-Zeit einzuordnen sein.

Hinterer Wehlenberg

Von dieser Stelle auf dem 381 m hohen Hinteren Wehlenberg hat der Wanderer einen herrlichen Ausblick auf die Merchinger Muschelkalkplatte und in den Hochwald hinein.

Neben dem Kupferbergwerk hatte die Dillinger Hütte über kurze Zeit noch ein zweites Bergwerk in der Nähe des Ortes Düppenweiler in dem Distrikt „Faule Teilung” angelegt und baute dort noch bis in die 1850er Jahre hinein Eisenerze ab. Die Lage dieser Grube ist von dieser Stelle aus nicht zu erblicken, da sie in der Tallage in der Nähe des Haustadter Weihers liegt. Das geförderte Roherz kam zunächst auf die Schmelzhütte nach Bettingen und dann als gereinigtes Erz nach Dillingen. Nachdem sich der Betrieb allerdings als unrentabel erwiesen hatte, wurde er ebenso wie das Kupferbergwerk schließlich eingestellt. Kein geringerer als der später so berühmte und unglückliche Marschall Ney, der in Saarlouis als Sohn eines Böttchers geboren und aufgewachsen war, stand vor seiner militärischen Laufbahn als junger Mann in den Diensten der Dillinger Hütte und hatte auf den beiden Gruben in Düppenweiler eine Stelle als Schreiber oder Buchhalter inne.

In der Ferne erkennt man hier auch die sogen. Merchinger Platte. Entlang der gesamten Platte befanden sich in früheren Zeiten Steinbrüche, die heute noch zu sehen sind. Während in den unteren Lagen zahlreiche Sandsteinbrüche zu finden sind, wurde in den oberen Lagen dagegen früher in mühsamer Handarbeit auch der harte Kalkstein in Steinbrüchen gewonnen und in Schachtöfen gebrannt.

Auf Saarfelser Gebiet, also ganz am westlichen Ende der Muschelkalkplatte, wurde daneben schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts sogar Gips abgebaut. Von 1930 an bis 1962 erfolgte der Gipsabbau dann sogar im Untertagebetrieb.

Grauer Stein

Wir stehen hier vor einem Felsgebilde ganz besonderer Art, welches schon Ursache für viele Geschichte und Sagen war und im Volksmund teilweise als „Druiden – oder Keltenstein“ bezeichnet wird.

Auf dem Litermont befinden sich verstreut liegende große Gesteinsbrocken. Es sind Gerölle des Rotliegenden der Kuseler Schichten, die beim Aufbruch des Berges vor 220 bis 160 Millionen Jahren mit dem magmatischen Quarzporphyr fest verbacken wurden und hierhin gerollt sind.
Auch der „Graue Stein“ ist vulkanischen Ursprungs. Es handelt sich um Quarzporphyr, fast reinen Quarz mit etwas Eisenanteilen.

Die Gesteinsmassen wurden beim Ausbruch des Vulkans nicht hinausgeschleudert, sondern sind als zäh fließendes Magma an die Erdoberfläche gedrückt worden. Diese Fließstrukturen lassen sich noch heute an dem kleineren Gesteinsbrücken neben dem größeren „Grauen Stein“ besonders gut beobachten. Der „Graue Stein“ steht unter Naturschutz.

Litermont

Wir haben hier das Gipfelkreuz des 414m hohen Litermonts erreicht.

Der Litermont ist insbesondere im Saarland als „sagenumwobener“ Berg bekannt. In Tat ranken sich viele Sagen um diesen Berg. Die bekannteste unter ihnen ist die vom Ritter Maldix, der auf der Burg Litermont wohnte, den Karfreitag missachtete und bei der Jagd auf einen weißen Hirsch hinter der Nalbacher Kirche einen Felsen hinab stürzte. Anschließend soll sich der Teufel seiner bemächtigt haben und ihn in das Innere des Litermonts verbannt haben, wo er den Schatz des Teufels bewachen muss. Nur einmal im Jahr, an Karfreitag, darf er als wilder Jäger den Litermont unsicher machen. Als 414m hoher Berg ragt der Litermont aus dem Primstal hervor.

Vom Gipfelkreuz hat man bei gutem Wetter einen herrlichen Ausblick auf das halbe Saarland und insbesondere auf die ehemaligen Saarkohlengruben. Der Litermont selbst war Gegenstand eines vielfältigen Bergbaus. So tut sich unterhalb des Gipfelkreuzes ein riesiger alter Steinbruch auf. Auf der Nord – und Nordwestseite gab es weitere zahlreiche Steinbrüche auf Melaphyr, Kalk und Feldspat sowie im Kupferbergwerk Düppenweiler auf Kupfer, Blei und Brauneisenstein.
Im 12./13. Jahrhundert hat sich wohl auf dem Litermont eine kleinere Burg befunden. Hiervon sind heute nur noch spärliche Anzeichen zu finden.

Auf dem Bergplateau wurde vor einigen Jahren der Nachbau einer napoleonischen Signalstation errichtet.

Ebenso hat die Gemeinde Nalbach hier einen sogen. „Weidendom“ errichtet, der der Gemeinde auch als Standesamt dient.

Steinbruch im Gewann „Herchenbach“

Hier in der Gewann „Herchenbach“ hatte die Firma Villeroy & Boch in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts damit begonnen, Feldspat abzubauen und legte zu diesem Zweck einen Steinbruch an.
Den Feldspat verwendete Villeroy & Boch hauptsächlich zur Herstellung von Mosaikplatten und Steingut; letzteres in der Steingutfabrik, der Fayencerie, von Mettlach. Den durch Sprengung in großen Massen gelösten Feldspat bereitete man an Ort und Stelle auf und verlud ihn auf große Loren. 1912 stellte Villeroy & Boch den Grubenbetrieb in Düppenweiler wegen veränderter Produktion ein und veräußerte 1914 den etwa einen Hektar großen, damals noch keineswegs erschöpften Feldspatsteinbruch an die Gemeinde Düppenweiler.

In der Folgezeit wurde der Steinbruch in kleinerem Umfang weiter genutzt. Die gesprengten Steine dienten jedoch nicht mehr der Herstellung keramischer Erzeugnisse, sondern fanden hauptsächlich als Baumaterial Verwendung. Noch heute finden sich viele Häuser in Düppenweiler, die aus diesen Herchenbacher Steinen erbaut sind.

Steinbrüche in der Gemarkung „Steinunner“

Hier in der Gemarkung „Steinunner“ befinden sich mehrere sehr alte Steinbrüche; geologisch ähnlich den Steinbrüchen in der Herchenbach.

Die Steinbrüche in der „Steinunner“ wurden bereits im 16. Jahrhundert erwähnt und sind somit wohl die ältesten Steinbrüche in Düppenweiler.

Nachweislich diente der Steinbruch auch dem Aufbau der Fundamentanlage für die alte Feuermaschine (eine Vorläuferin der Dampfmaschine) am nahegelegenen Kupferbergwerk in den 1770er Jahren.

Barbarakapelle und Linsenbergstollen

Der wallonische Unternehmer Joseph Remacle Hauzeur hatte 1724 den Bergwerksbetrieb übernommen und an die 300 Bergleute aus dem Erzgebirge beschäftigt. Diese wohnten in Baracken auf dem Bergwerksgelände. Für seine Bergleute ließ Hauzeur auf dem Bergwerksgelände auch eine Kapelle errichten, die auf einem alten Grubenriss eingezeichnet und auch beschrieben ist. Nach dieser Beschreibung mussten die Bergleute morgens um fünf Uhr zum Gebet in der Kapelle erscheinen, bevor sie eine Stunde später zur Arbeit einfuhren. Die Bergleute waren damals auch aufgrund ihrer gefährlichen Arbeit gottesfürchtig. Sie werden gleichwohl keine ganze Stunde gebetet haben. Vielmehr diente diese Zeit vor der Einfahrt auch dazu, die Bergleute zur Arbeit einzuteilen und sie vor der gefährlichen Einfahrt über steile Leitern auch wach zu halten.

Der ursprüngliche Standort der Kapelle lag etwa 30 m unterhalb dem heutigen Standort. Dort befinden sich auch noch die Fundamente der alten Kapelle. Die neue Kapelle wurde 1995 errichtet. Jedes Jahr am 3. Adventssamstag findet hier unter großer Beteiligung der Bevölkerung die traditionelle Mettenschicht der Bergleute statt.

Neben der Bergwerkskapelle befindet sich der Linsenbergstollen. Im 19. Jahrhundert wurde dieser als Suchstollen der Dillinger Hütte angelegt. Er wurde 2007 wieder freigelegt und ist heute Teil des Litermont-Sagenweges. Er ist daher auch für jedermann frei zugänglich und mit Bewegungsmeldern ausgestattet.

Huthaus

Das Huthaus am Kupferbergwerk wurde 2003 als Info- und Aufenthaltsräumlichkeit zur Abwicklung des Besucherverkehrs im Besucherbergwerk errichtet. Heute befinden sich im Untergeschoss ein Infobüro, ein Raum zur Einkleidung der Besucher des Besucherbergwerkes sowie die Sanitärräume. Im Obergeschoss ist eine Gaststätte mit Restaurant eingerichtet zum Aufenthalt der Gäste, zur Rast für die vielen Wanderer, die den hier beginnenden Litermont-Sagenweg begehen, aber auch zur Durchführung vieler öffentlicher oder auch privater Festveranstaltungen.

Die Bezeichnung „Huthaus“ ist im Saarland im Zusammenhang mit Bergbau kaum oder gar nicht bekannt. Der Name rührt aber daher, dass in anderen bekannten Bergbaugebieten, wie z.B. in Tirol oder im Erzgebirge, der Leiter eines Bergwerks als „Hutmann“ bezeichnet wurde. Er hatte den gesamten Bergbaubetrieb zu leiten oder nach der alten Bezeichnung „zu behüten“. In seinem Haus, dem „Huthaus“, wurden alle Bergbaugerätschaften aufbewahrt und auch die gewonnenen Erze aufbewahrt. Das Gebäude war also nichts anderes, als das Verwaltungsgebäude eines Bergwerks. Im Hinblick darauf, dass die ersten Bergleute in Düppenweiler fast alle aus dem Erzgebirge kamen, wurde auch für unser Infogebäude der Name „Huthaus“ gewählt.

Über etwaige frühere Verwaltungsgebäude am Bergwerk ist nur wenig bekannt. Anfang des 18. Jahrhunderts befand sich ein solches wohl direkt auf dem Bergwerksgelände und am Ende des 18. Jahrhunderts im Dorf Düppenweiler.

Infomaterialien

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Düppenweiler

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mit freundlicher Genehmigung des „Saarländischen Museumsverbands e.V.“.

VIELEN DANK.

Freisen: Achatweg

Der Achatweg Freisen eröffnet einen Einblick in die 290 Millionen Jahre alte Erdgeschichte am Hellerberg.

Vulkanische Kräfte waren der Auslöser für die Entstehung prächtiger Achate, wie sie über viele Jahre im Steinbruch Hellerberg gefunden wurden. Highlight der Tour ist eine mächtige Felsenkugel, die durch den Steinbruch-Betrieb in einer Felswand aufgeschlossen wurde.

An 10 Stationen erhalten Sie auf dieser Wanderung faszinierende Einblicke in das erdgeschichtliche Erbe des Hellerbergs.

TIPP:

Mineralienfunde vom Hellerberg lassen sich im Mineralienmuseum in Freisen und im Mineralogischen Museum in Oberkirchen bestaunen.

Infomaterialien

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Freisen

Achatweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Geislautern: Entdeckertour Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle

Entdeckertouren

„Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion“

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite „Entdeckertouren Saarland“ herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

Entdeckertour „Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle“

Auf den Spuren der Hartfüßler

Mit der Entdeckertour Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle begeben wir uns auf Spurensuche nach Relikten aus der Zeit des Bergbaus, der unsere Region bis heute geprägt hat. Diese Tour ist die erste grenzüberschreitende und zweisprachige Tour! Sie verbindet – wie auch die Kohleflöze und der Bergbau selbst – die deutsche und die französische Seite. Die Tour besteht aus einer Schleife, die durch den deutschen Teil Geislautern und Velsen führt, sowie einer zweiten Schleife Richtung Petite-Rosselle. Start und Ziel beider Touren ist Velsen. Hier bietet die letzte noch im Originalzustand betriebene Kaffeeküche des Saarlandes die Möglichkeit, vor oder nach der Tour zu rasten und sich zu stärken.

Vom Erlebnisbergwerk Velsen geht es los über den Eisvogelpfad und das bergbaubedingte Feuchtbiotop Richtung ehemaliger Hanseana-Brauerei und dem letzten Gebäude des historischen Geislauterner Eisenwerks. Vorbei an den Überresten des „Schlösschens“, in dem einst die erste von Napoleon gegründete Bergingenieurschule des Saarreviers beheimatet war, führt die Tour Richtung ehemaliger Grube Geislautern. Von dort führt sie vorbei am Glas- und Heimatmuseum Ludweiler und einer Bergarbeitersiedlung zum Naturfreundehaus Warndt. Anschließend führt diese Tour vorbei an der Halde Ludweiler nach Velsen.

Die französische Schleife führt an der Grenze entlang der Rosseltalbahn am Schafbachweiher und dem Naturfreundehaus vorbei zum Museum der Amis du Puits St. Charles. Am Fördermaschinenhaus und dem Schachtgerüst St. Charles I vorbei und dem Monument aux morts führt die Route wieder entlang zahlreicher Spuren der Bergbauära zurück nach Velsen. Dabei hat man von der Halde der Grube Velsen aus eine herrliche Fernsicht.

Die Wegstationen
Kaffeekisch

Die Kaffeekisch Velsen ist die älteste, originale und noch in Betrieb befindliche Kaffeeküche des Saarlandes. Das Torhaus mit Walmdach stammen, ebenso wie die ehemaligen Pferdeställe daneben, aus der preußischen Zeit des saarländischen Bergbaus (1907-1911). Im ehemaligen Torhaus ist seit über 60 Jahren die Kaffeeküche Velsen untergebracht. In der Kaffeekisch konnten die Bergmannsfrauen auch günstige Lebensmittel kaufen. Nach der Schicht war die Kaffeekisch voll mit Bergleuten, die dort noch vor der Abfahrt der Busse ein oder zwei Bier tranken.

Noch heute bietet sie Wanderern und Museumsbesuchern eine Einkehrmöglichkeit – wochentags zwischen 5:30 Uhr und 17 Uhr.

Schachtgerüst
Zwischen 1913 und 1917 wurden die Tagesanlagen der Grube Velsen ausgebaut und um den Schacht Gustav II erweitert, der 1915 ein deutsches Strebengerüst erhielt. Das deutsche Strebengerüst ist eine Weiterentwicklung des englischen Bocks. Es hat keine senkrechten Stützen, die Streben werden mittels horizontaler Träger mit dem Führungsgerüst verbunden und bilden den Grundrahmen für die Seilscheibenbühne. Das Gerüst des Gustavschacht 1, ehemals Rosselschacht, wurde bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgerissen. Die tiefste Sohle der Grube Velsen lag in einer Tiefe von über 1000 Meter.
Historische Dampfmaschine
Bei der historischen Dampfmaschine handelt es sich um die älteste Dampffördermaschine des Saarbergbaus von der Firma Dingler aus Zweibrücken, Baujahr 1916. Der Durchmesser der Koepescheibe beträgt 7 Meter bei einer Leistung von 2000 PS, einem Zylinderdurchmesser von 1100 mm und einem Kolbenhub von 1800 mm. Die Schmiede- und Eisenarbeiten für das Fördermaschinengebäude wurden von der Firma B. Seibert aus Saarbrücken gemacht. Im Jahr 2000 wurde die Fördermaschine von Dampf- auf Druckluftbetrieb umgestellt.
Einfahrt
Die breitere Toreinfahrt wurde im März 1961 erbaut. Ein kleiner Teil des heutigen Erlebnisbergwerks Velsen diente bereits im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Belegschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Stollen erheblich ausgebaut und bis 2011 als Lehrstollen für angehende Bergleute genutzt. Das Erlebnisbergwerk befindet sich unter Tage, ist aber durch einen übertägigen Stollen zu befahren. Das Bergwerk beinhaltet mehr als 700 m Strecke auf drei verschiedenen Sohlen. Alle Maschinen können in Betrieb genommen werden. Das Bergwerk zeigt die Technik des Steinkohlenabbaus der letzten 100 Jahre.
Erlebnisbergwerk Velsen
1907 wurde die Grube nach dem Oberberghauptmann Gustav von Velsen (1847-1923) benannt und erhielt im selben Jahr Anschluss an die Eisenbahnlinie Fürstenhausen−Großrosseln. Das Erlebnisbergwerk diente, in kleinen Teilen, während dem zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Übertagebelegschaft und von 1946 bis 2011 als Lehr- und Ausbildungsstollen für junge, angehende Bergleute. Zehntausende von jungen Bergleute aus Luisenthal, Ensdorf, Velsen und dem Bergwerk Warndt mussten hier ihre Grundausbildung absolvieren. Ende 2011 wurde die Ausbildung im Lehrstollen Velsen eingestellt. Seit dem 1. April 2012 hat der Verein Erlebnisbergwerk Velsen e.V. den Lehrstollen von der RAG gemietet. Das Erlebnisbergwerk Velsen ist einzigartig in Deutschland und Europa und das letzte Bergwerk aus der Steinkohlenära des Saarlandes.
Eisvogelpfad
Der Eisvogelpfad in der Rosselaue wurde von Schülerinnen und Schülern des Warndtgymnasiums Geislautern eröffnet. Vorangegangen war der Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ der RAG 2016/17. Mit neuen Gestaltungsideen wie Sitzgelegenheiten und Informationstafeln machten sie das renaturierte Landschaftsschutzgebiet der Rosselaue auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Velsen attraktiver für Wanderer.
Feuchtbiotop
Das Feuchtbiotop ist durch Grubensenkungen entstanden. Über 10 Meter hat sich das Rosseltal durch den Kohleabbau gesenkt. Ein ganzer Straßenzug und die ursprüngliche Brücke mussten abgerissen werden. Heute ist das Gebiet renaturiert und bietet der Flora und Fauna Platz zur Entfaltung.
Ehemalige Schlafhäuser Velsen
Etwa 300 Meter östlich der Grube Velsen standen zwei große Schlafhäuser. In jedem Haus schliefen die Woche über 120 Bergleute aus dem ganzen Saarland, die sogenannten Hartfüßler. Die Hartfüßler kamen aus Düppenweiler, Oppen, Beckingen und vielen anderen Orten des Saarlandes. Um 22 Uhr war Nachtruhe angesagt. In den Schlafhäusern gab es strenge Regeln.
Hansena Brauerei
Die Hansena Brauerei wurde 1905 gegründet und hieß später Schloßbrauerei Geislautern (-1951). Bald darauf wurde sie übernommen von der Schloss Brauerei Neunkirchen/Saar und ging auf in der Schloßbrauerei Neunkirchen und Geislautern.
Firststein
Hier befand sich die alte Hammergrabenbrücke. Der Hammergraben führte das Wasser der Rossel zum Hammerwerk. Der Giebelstein ist der einzige Rest des ehemaligen Direktorengebäudes der Brauerei.
Historische Grubenlok
Auf dem Spielplatz befindet sich eine historische ehemalige Untertage-Diesel-Grubenlok.
Hammergraben
Der Hammergraben wurde 1750 erbaut und lieferte die Wasserkraft zum Antrieb der Wasserräder für die Blasebälge des Hochofens und für die Poch- und Hammerwerke des Geislauterner Eisenwerks. Das Wasser wurde aus der Rossel bei Velsen abgezweigt und in den Graben geleitet. Der Graben selbst wurde verfüllt und ist heute völlig unsichtbar.
Ehemaliges Geislauterner Eisenwerk
Das Gebäude ist das einzig erhaltene historische Gebäude des Geislauterner Eisenwerks. Es ist bekannt durch den Geislauterner Dampfwagen. Die Dampflok wurde 1819 geliefert und sollte Kohlen vom Josefaschacht der Grube Gerhard durch das Frommersbachtal an die Saar ziehen. Leider bekam man die Lok nicht ins Laufen. Das zweite Bild zeigt den Nachbau des Dampfwagens, der heute im Depot des Verkehrsmuseums in Nürnberg zu sehen ist.
Napoleonische Bergschule
1802 ordnete Napoleon an, hier eine Dependence der Pariser Ecole des Mines (Bergingenieursschule) zu errichten. Die Leitung hatte Jean Baptist Duhamel. Hier entstand 1810 der Duhamel-Atlas durch Louis-Antoine Beaunier und Michel-François Calmelet. Es war der erste Saar-Kohle Atlas und hatte für über 100 Jahre Gültigkeit. Der Nullpunkt des Atlas befindet sich an der Mündung des Schwalbachs in die Saar. Im Atlas wurden 64 Konzessionsfelder vermerkt. Das Original des Duhamel-Atlas wird heute im Nationalarchiv in Paris aufbewahrt. Im Volksmund wurde das Gebäude Schlösschen genannt. Im März 1945 wurde es durch einen Brand zerstört.
Napoleonseiche
Eine Sage berichtet, dass Napoleon beim Durchreiten Geislauterns, vom Geruch angelockt, Knödel zum Essen bekam. Die „Napoleonsknödel“, die er sich in Geislautern unter der „Knödeleiche“ an der Warndtstraße schmecken ließ, sind bis heute in Geislautern bekannt.
Haus des Obersteiges Venitz
Dieses Haus gehörte einst dem letzten Leiter der Grube Geislautern, Obersteiger Valentin Venitz. Valentin Venitz war vom einfachen Bergmann zum Obersteiger aufgestiegen und war u.a. in Heinitz und Reden tätig und übernahm 1896 als Obersteiger die Grube Geislautern. 1908 ging er in Rente. Als die Franzosen nach dem 1. Weltkrieg die Grube wieder öffneten, wurde Valentin Venitz als Berater hinzugezogen, da niemand die Grube so gut kannte wie er. Auf dem historischen Foto sieht man ihn im linken Fenster.
Ehemaliger Festplatz im Kloppwald
Auch Bergfeste wurden hier im Kloppwald gefeiert.
Stollenmundlöcher der alten Grube Geislautern
Einige Flöze der Grube Geislautern gingen bis an die Tagesoberfläche. Benannt wurden die Flöze auch nach der preußischen Obrigkeit. Flöz Alvensleben, Flöz Bülow und Flöz Schuckmann zeugen davon. Heute ist von den Stollenmundlöchern nichts mehr zu sehen.
Info Grube Geislautern
Erste Erwähnung fand der Bergbau in Geislautern Anfang des 17. Jahrhunderts. Damit gehört die Grube Geislautern zu den ältesten im Saarrevier. 1751 wurde die Grube Geislautern verstaatlicht. 1833 wurde der erste Schacht abgeteuft. 1840 wurde in Geislautern der erste Kokshochofen im Saarland angeblasen. Bei der Explosion einer untertägigen Dampfmaschine, am 11. April 1864 kamen 6 Bergleute ums Leben darunter zwei Pferdeknechte. Die Stilllegung und Zusammenlegung mit der Tochtergrube Velsen erfolgte im Jahr 1908.
Ratsstube

Das Bauernhaus wurde um 1790 erbaut und im 19. Jahrhundert zur Gaststätte umgebaut. Erhalten sind in der Gaststube Graffitis von französischen Soldaten aus der Zeit der französischen Einquartierung im Jahr 1793. „Vive le Roy“ und „Vive la Republique“. Das Haus war im 18. Jahrhundert auch eine Pferde – Austauschstation. Auf einer gefundenen Holzplatte ist eine liebevolle Kritzlerei zu lesen:

„1792 TISER KLEINE PRIFLEIN INN FERN AN MEIN HERTZ UNT LIEPEN TISER PRIEF IST TIR ZUM ANTWORT HINGESRIP MEIN SCHATZ LIEPE MICH AUS LIEPSTER WIE ICH TICH IMMER IMME LIEPEN MEIN HERZT ALLERLIEPSTER.“

Glas- und Heimatmuseum Warndt
Das Glas- und Heimatmuseum Wandt besteht aus zwei Sammlungsbereichen, der Heimatgeschichte und dem Glasmuseum. Die älteste Glashütte im Saarland stand in Ludweiler! (1616-1647) Im Glasmuseum wird daher die Dauerausstellung gezeigt: „Glas auf den Tisch“ – 13 Tischsituationen aus der Zeit von 1900 bis 1950 mit Gebrauchsglas aus der Zeit im heimatkundlichen Kontext.
Bergarbeitersiedlung

In den Jahren 1906 und 1907 wurden mit dem Bau der Häuser der alten Kolonie begonnen. 22 Häuser mit 44 Wohnungen wurden in Ludweiler vom Wohnungsbau des preußischen Staates gebaut. (K.H. Ruth-Grube Velsen)

In der Völklinger Zeitung vom 15. Mai 1907 ist zu lesen: „Es ist anzunehmen, dass die Gesamtbelegschaft die Zahl 500 schon weit überschreitet. Die für die Arbeiter errichtete Badeanstalt musste infolge der zunehmenden Belegschaft schon vergrößert werden. Aus denselben Gründen musste auch ein neuer, größerer Verlesesaal nebst einigen Steigerbüros erbaut werden. Die hier bestehende Arbeiterkolonie erweist sich auch als sehr zweckmäßig. Mit der Entwicklung der uns nahe gelegenen Grube hängt auch das Aufblühen unseres Ortes zusammen. (Ludweiler) … Bei der diesjährigen Bauprämienverlosung fielen wieder 13 auf Ludweiler.“

Standort der alten katholischen Kirche
Die alte katholische Kirche wurde 1930 eingeweiht und musste 1999 wegen Bergschäden abgerissen werden. Die neue Kirche steht neben dem AWO Zentrum auf der anderen Seite des Lauterbachtals und wurde im Jahr 2000 eingeweiht.
Warndt-Ehrenmal
Das Warndt-Ehrenmal wurde 1934 als zentrales Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus den sieben Warndtgemeinden vom Kyffhäuserbund errichtet. Es wurde von den Nazis für ihre Zwecke missbraucht und 1947 zerstört.
Naturfreundehaus Warndt
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit. 32 Übernachtungsbetten stehen zu kleinen Preisen zur Verfügung.
Halde Ludweiler
Hier fällt der Blick auf die Halde der Grube Warndt, vormals Sandgrube. Der Sand wurde zum Versatz der ausgekohlten Flöze benötigt. Das riesige Loch im Gelände wurde später mit Bergen aus der Kohlenwäsche verfüllt. Die Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Hinter der Halde stand der Schacht Ludweiler (Westschacht) des Bergwerks Warndt.
Bahnhof Velsen / Klarenthal

Der Grubenbahnhof Velsen ging 1907 in Betrieb.

Es wurden 718965 cbm Erdmassen abgetragen und zur Aufschüttung des Grubenbahnhofs, des Eisenbahndammes nach Großrosseln nebst Ortsbahnhof und der Zufahrtstraße nach der Grubenanlage verwandt. Für die Grube wird unter der Bezeichnung „Bahnhof Velsen“ deren Bezeichnung später in „Station Velsen Grube“ geändert wurde, der Stückgut- und Wagenladungsverkehr im Oktober 1907 eröffnet. (LA BWD Nr.148) Vom ehemaligen Bahnhof ist nur noch das Hauptgleis zu sehen.

Grenze Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln
Hier treffen sich die Gemarkungsgrenzen von Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln. Die Anlage Velsen mit der AVA-Velsen liegen auf Saarbrücker Bann. Die Photovoltaikanlage auf Völklinger Bann und das Gelände des alten Schwelwerks auf Großrossler Bann.
Rosseltalbahn
Die Rosseltalbahn wurde 1907 bis Velsen gebaut und 1962 bis zur Grube Warndt verlängert. Sie diente noch bis 2005 zum Transport der Kohlen von der Grube Warndt. Eine mögliche Reaktivierung für den (seit 1976 eingestellten) Personenverkehr wird derzeit diskutiert. Über das Gleis kann man nach Saarbrücken und auf das Gelände der Völklinger Hütte fahren.
Ehemaliges Schwelwerk
Das Schwelwerk wurde 1937 in Auftrag gegeben und im Januar 1942 in Betrieb genommen. Im Jahr 1950 wurden weitere vier Ofenblöcke gebaut. Das Schwelwerk diente zur Herstellung von Schwelkoks und Kraftstoffen (Benzin) aus Kohle. Zu sehen ist es auf dem historischen Foto links der Bahn. Der Betrieb des Schwelwerks wurde am 31. März 1965 eingestellt. Kurz danach, am 8. Juni 1965 wurde der letzte Kohlewagen der Grube Velsen gehoben. Danach wurden alle Kohlen der Grube Velsen untertägig zum Bergwerk Warndt befördert, dort gehoben und aufbereitet.
Schafbachweiher
Die deutsch-französische Grenze geht genau durch die Mitte des Schafbachweihers. Der Angelsportverein, der die Anlage betreut, hat einen französischen und einen deutschen Präsidenten.
Amis de la nature (Naturfreundehaus)
Das Naturfreundehaus „Le Schafbach“ bietet am Wochenende Einkehrmöglichkeiten für Wanderer.
Friedhof Petite-Rosselle
Es bietet sich ein Gang über den Friedhof parallel zum eigentlichen Weg an. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Denkmal für die beim Grubenunglück am 15. März 1907 verstorbenen Bergleute. Für die Bergleute aus Algerien, die auf den französischen Gruben ums Leben gekommen sind, gibt es eine eigene Ecke im unteren, rechten Bereich des Friedhofs.
Grabstein für die braven Bergleute

„Den braven Bergleuten die dem Grubenunglück am 15.März 1907 zum Opfer fielen, von dem Hause DE WENDEL gewidmet.“

Am 15. März 1907 nahmen mehr als 240 Bergleute ihre Arbeit in Petite-Rosselle auf. Um 22:15 Uhr wird eine Explosion ausgelöst. 83 Bergleute kamen dabei ums Leben. Laut einem Bericht der Grubenverwaltung scheint die Entzündung auf eine Lampe und nicht auf eine Sprengung zurückzuführen. Dies war das größte Grubenunglück, den das lothringische Kohlenfeld erlebt hat.

Museum der "Amis du Puits St. Charles"
Dokumente, Bilder und Exponate der Gruben in Petite-Rosselle können hier besichtigt werden. Museum der „Amis du Puits St. Charles“.
Fördermaschinenhaus
Das schmucklose quaderförmige Gebäude beherbergte die Fördermaschine des Schachtes St. Charles 1. Man erkennt noch gut die beiden länglichen Öffnungen, durch die die Seile Richtung Seilscheibe auf dem Schachtgerüst führten.
Monument aux morts
Vor dem Stumpf des einst 48m hohen Kamins des Kesselhauses befindet sich eine Gedenkstätte für die auf den Gruben St. Charles und St. Joseph verunglückten Bergleute.
Ehemalige Pferdeställe
Die Anciennes Ecuries. „Dit Pferdestall“. Die alten Pferdeställe wurden 1902 gebaut und wurden ab 1945 als Garagen der HBL genutzt. HBL – Houillères (Zechen) du Bassin de Lorraine. Das lothringische Bergbaugebiet befindet sich im Departement Mosel, ist 15 km von Nord nach Süd und 30 km lang, mit dem Hauptsitz von Faulquemont im Westen und dem Hauptsitz von Schöneck im Osten.
Schacht St. Charles 1
Der Puits St. Charles 1 auch „Unnerschacht“ genannt. Erster produktiver Schacht im Lothringischen Kohlerevier. Die Etagen waren so niedrig, dass die Bergleute während dem Einfahren sitzen mussten. Die Etagen waren nur so hoch, wie es für die Förderwagen notwendig war. Es gab vier Schächte der Anlage St. Charles. St. Charles IV liegt auf deutscher Seite und ist etwa 2,5 Kilometer vom Schacht St.Charles 1 entfernt. Ab dem Jahr 1956 regelte der Saarvertrag zwischen Frankreich und Deutschland den Abbau von Kohle in verschiedenen Pachtfeldern. Frankreich durfte in mehreren Pachtfeldern unter deutschem Gebiet Kohle abbauen.
Etage 26
Stollen zum Schacht St. Joseph. 26m unter der Erde.
Puits St. Joseph
Standort der ehemaligen Grube St. Joseph
Absinkweiher
Ehemaliger Absinkweiher zur Trennung von Kohleschlamm aus der Aufbereitung. Vor nicht allzu langer Zeit wurde geplant, den Kohleschlamm abzubauen und in Kraftwerken zu verwerten. Wegen den komplizierten Abförderungswegen wurde das Vorhaben eingestellt.
Renaturierte Mülldeponie Velsen
Oberhalb der Bergehalde Velsen befand sich jahrzehntelang eine große Hausmülldeponie, die stillgelegt wurde, als 1997 die Müllverbrennungsanlage AVA Velsen in Betrieb ging. Von 2010 bis 2015 wurde die ehemalige Deponie aufwendig saniert und begrünt.
Berghald der Grube Velsen
Direkt neben der renaturierten Mülldeponie befindet sich die Bergehalde der alten Grube Velsen. Hier wurde das taube Gestein abgeladen. Auf die Bergehalde führt ein Wanderweg und auf dem Gipfel befindet sich ein Aussichtspunkt mit schöner Fernsicht.
Sandgrube Velsen

Schon im Jahr 1934 wurde mit der Einrichtung einer Spülversatzanlage für die Grube Velsen begonnen. An der Rossel wurde eine Pumpenanlage gebaut um die Wasserversorgung der Spülversatzanlage zu sichern. Den Sand für diesen Versatz förderte man aus der nahen Sandgrube. Sand war im Umfeld genügend zu finden, da das eigentliche kohleführende Karbon im Bereich Velsen vom Bundsandstein etwa 100 Meter überdeckt wird.

Spülversatz: Der Sand wird über Tage mit Wasser gemischt und den zu versetzenden Abbauen über Rohrleitungen zugeführt. Der Versatz dient der Stabilisierung des Hangenden und der Minimierung der Senkungen. Die Senkungen können so bis auf 10 % der Maximalsenkung reduziert werden.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Geislautern

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mit freundlicher Genehmigung des „Saarländischen Museumsverbands e.V.“.

VIELEN DANK.

Hasborn: Entdeckertour Schaumberg-Hasborn

Entdeckertouren

„Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion“

Saarländischer Museumsverband e.V.

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite „Entdeckertouren Saarland“ herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

Entdeckertour „Schaumberg-Hasborn“

Eine Entdeckertour lädt ein, den Spuren der Hartfüßler zu folgen

Welche Überbleibsel, Erinnerungen hat die Ära der Berg- und Hüttenarbeiter rund um den Schaumberg hinterlassen?  Was ist geblieben von dieser Epoche, die über Jahrhunderte unsere Gesellschaft geprägt hat? Der Schaumberg-Wanderweg lässt sich in zwei Schleifen erwandern.

Die erste größere Schleife von etwa 11 km Länge beginnt und endet in Hasborn, dem Geburtsort des saarländischen Bergarbeiterführers Nikolaus Warken. Sie führt von dort nach Theley, wo man Rötelkaulen und einen Manganacker entdecken kann. Geschichtsinteressierte erfahren etwas über alte Grenzsteine und ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager.

Die zweite Runde ist kürzer, etwa 7 km lang, und führt rund um den Schaumberg, den Hausberg des Saarlandes. Sie lädt ein, die Spuren des Steinkohlebergbaus im St. Wendeler Land zu entdecken. Sie bietet dem Wanderer aus einer Höhe von 604 Metern über dem Meeresspiegel einen grandiosen Blick auf die umgebende Kulturlandschaft  vom Schaumbergturm. Von dort hat man einen 360 Grad Rundumblick über das Saarland und die sich verändernde Energielandschaft. Der Wanderweg führt über einen ehemaligen Bergmannspfad, den die „Hartfüßler“ nutzten, um zum Tholeyer Bahnhof zu kommen, von wo sie zu ihren Arbeitsstätten in den Kohlengruben gebracht wurden. Ergänzende Hördokumente von Zeitzeugen vertiefen das Wissen um die Geschichte der Bergleute.

Die Wegstationen
Altes Rathaus Hasborn-Dautweiler mit Eckstein-Relief

Das alte Rathaus in Hasborn-Dautweiler wurde nach Plänen des Ottweiler Kreisbaumeisters Dr. Ing. Otto Eberbach gebaut und im Jahr 1912 fertiggestellt. Es steht auf einem Platz, auf dem sich früher die Kirche mit dem Friedhof befand und das Zentrum des Dorfes bildete. Nachdem die neue Kirche 1904 am heutigen Standort fertiggestellt und konsekriert war, riss man 1909 die alte Kirche ab und errichtete auf diesem Platz ein neues Schulgebäude. Als 1956 das heutige Schulgebäude im Brühl fertiggestellt war, wurde die nun funktionslose alte Schule stilvoll in ein modernes Gemeindehaus umgebaut. Heute befinden sich Veranstaltungsräume der örtlichen Vereine und die Räumlichkeiten des Ortsvorstehers und des Ortsrates in diesem Gebäude. Das markante Zwiebelturmdach ist eine Nachbildung des Kirchturmdaches der alten Kirche. Das Gebäude hat sein ursprüngliches Aussehen innen wie außen über die Jahre kaum verändert.

Nikolaus Warken (26.12.1851 – 24.08.1920) war der Vorkämpfer, der ‚Eckstein‘ und erste Bergarbeiterführer der beginnenden Gewerkschaftsbewegung an der Saar Ende des 19.  Jahrhunderts. Mit Mut und Zähigkeit kämpfte er für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bergleute, für gerechten Lohn, für soziale Sicherheit und für gesellschaftliche Achtung. Als Vorsitzender dieser ersten Gewerkschaft an der Saar setzte er sich in unermüdlichem Kampf mit viel Mut und Zähigkeit für die Belange seiner Kameraden ein und kämpfte gegen die sozialen Ungerechtigkeiten gegenüber den Bergleuten. Dafür wurde er ‚für immer‘ von den staatseigenen Gruben abgelegt, dafür suchte ihn die Polizei mit Spürhunden, dafür sperrten sie ihn mehrmals ins Gefängnis. Er hat den ‚Rechtsschutzverein für die bergmännische Bevölkerung des  Oberbergamtsbezirks Bonn‘ mit seinen Mitstreitern am 28.06.1889 in Bildstock gegründet und den dortigen Rechtschutzsaal gebaut. Als Vorsitzender hat er durch sein Wirken maßgeblich mit dazu beigetragen, die Stellung der Arbeiter zu verbessern.

Eckstein-Denkmal

An der Römerstraße in Hasborn steht das Eckstein-Ehrendenkmal, das an Hasborns berühmten, 1851 bis 1920 lebenden Bürger Nikolaus Warken, ‚den Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit im Saarbergbau‘, erinnern soll. Die Einweihung des Marmordenkmals war 1921. Anlässlich ‚100 Jahre Gewerkschaft an der Saar‘ wurde es 1989 um eine kleine Gedenkstätte, einen kleinen mit Sandsteinplatten gepflasterten und mit Sandsteinpalisaden gerahmten halbrunden Platz, erweitert. Inschriften auf einer Sandsteinstelle und auf dem Boden geben Erläuterungen. 2011 wurde das Grabdenkmal Nikolaus Warkens in die Liste der saarländischen Baudenkmäler aufgenommen.

Waldstraße

Kriegerdenkmal in der Waldstraße/Brunnenstraße

Das Kriegerdenkmal erinnert an die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges aus Dautweiler. Die Mehrzahl davon waren Bergleute.

Am Grasewäldchen: KW-Weiher und Schacht 4

Grube Göttelborn

Die Grube Göttelborn war eine der wichtigsten saarländischen Gruben, die von den Saarbergwerke AG, später von Ruhrkohle AG (RAG) betrieben wurde. Sie liegt in der Gemarkung des Ortsteiles Göttelborn (Gemeinde Quierschied), zirka 12 Kilometer nördlich von Saarbrücken.

Das Bergwerk Göttelborn wurde bereits 1887 eröffnet und bis zu seiner Schließung im September 2000 um mehrere Schächte erweitert, so dass es heute zu den größten und bekanntesten Grubenstandorten für Steinkohle im Saarland zählt.

Auf dem ehemaligen Grubengelände können heute spannende Zeugnisse aus der Zeit des saarländischen Steinkohlebergbaus besichtigt werden. Zu den spektakulärsten Objekten zählt das mit einer Gesamthöhe von 87 m mächtigste Fördergerüst Europas. Ein weiteres Highlight ist die 427 Meter über NN aufragende Haupthalde, von deren Gipfelplateau sich bei günstiger Witterung ein einzigartiger Panoramablick bis hin zu Schwarzwald, Vogesen und Hunsrück bietet. Nahe der Grube zeugt die größte zusammenhängende Bergwerksiedlung an der Saar von den damaligen Wohnverhältnissen der hier beschäftigten Bergarbeiter und Beamten. Weitere sehenswerte Objekte sind das Relief ‚Das Leben des Bergmanns‘, das Stollenmundloch der Grube, das Portal des ehemaligen Zechenhauses sowie das Landschaftsbauwerk ‚Himmelspfeil‘.

Kraftwerk Weiher

Das Kraftwerk Weiher ist ein deutsches Steinkohlekraftwerk. Es liegt bei Quierschied im Saarland. Betreiber und Eigentümer des Kraftwerks ist die Steag Power GmbH.

Das Kraftwerk hat eine elektrische Leistung von über 680 MW und eine thermische Leistung von 30 MW. Auch wird am Standort Weiher in einer Grubengasanlage Grubengas verstromt, damit können 5000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Architektonisch ist das Kraftwerk Weiher eine Besonderheit, da es einen Freiluftkessel besitzt. Der Kessel ist an vier 120 m hohen Stützen an einem Stahlgerüst frei aufgehängt. Dies hat den Vorteil, dass sich der Kessel bei der Befeuerung nach unten frei ausdehnen kann. Das Kohlelager des Kraftwerks hat eine Kapazität von 150.000 Tonnen. Diese Kohlevorräte reichen bis zu 6 Wochen für die Befeuerung des Kraftwerks aus. Die Kohleversorgung erfolgte, solange das Bergwerk Göttelborn noch in Betrieb war, direkt per Förderband von der unmittelbar neben dem Kraftwerk gelegenen Grube. Das Kühlwasser des Kraftwerks wird über eine 16 km lange Leitung von der Saar bezogen.

Der Schornstein des Kraftwerks ist 232 Meter hoch.

Dautweiler Hohl - Johannes Kühn

Der Schaumberg mit seinen 569 Metern Höhe zählt zu den höchsten Erhebungen im Saarland und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Der Berg spielte auf Grund seiner Höhe schon bei den Kelten eine Rolle als Fliehburg, die in römischer Zeit als Wehranlage weiter ausgebaut wurde. Noch heute erkennt man vor dem Gipfel etwa vier Meter hohe Wälle.

Um 1200 erbauten die Grafen des Bliesgaus die ‚Schauenburg‘, die 1522 von Franz von Sickingen erobert wurde und im 30jährigen Krieg total zerstört wurde. Heute ist der Berg Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. Eine Ausstellung über die deutsch-französischen Beziehungen befindet sich im Turm.

Der 37,5 Meter hohe Aussichtsturm bietet eine herrliche Aussicht über das Saarland hinweg bis hin zum Pfälzer Wald, den Vogesen und dem Hunsrück.

Herkules,
der Muskelriese,
ich rühme ihn,
der könnte hier gewesen sein und Berge
geschaffen haben
in Spiellaun,
da er sang.

Es meldet keine Sage ihn, doch meine Phantasie.
Die Täler sind gelungen
nach seinen Füßen,
die Berge
nach seinen Händen.

Und in den Bäumen,
in den Bächen Sehnsucht,
als hab er sie gesät
wie Wind
in ihre Wellen,
in die Blätter,
Sehnsucht nach ungetrübten Tagen.

Industrie- und Gewerbepark BAB 1 - Am Schaumberg

Die Gemeinde Tholey ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit mehr als 2000  sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Als Erfolgsgeschichte erweist sich dabei insbesondere der ‚Industrie- und Gewerbepark BAB 1 – Am Schaumberg‘, in dem sich einige erfolgreiche Unternehmen angesiedelt haben.

In zwei Bauabschnitten wurden hier 27 Hektar für ansiedelungswillige Betriebe geschaffen. Der erste Bauabschnitt umfasst 12 Hektar – ausgewiesen als Gewerbefläche – und wurde im Oktober 2006 eröffnet.

Hier haben sich mehr als ein Dutzend mittelständische Betriebe angesiedelt. Die Fläche ist mittlerweile fast komplett vermarktet. Zu finden sind die verschiedensten Branchen, vom Elektro- oder KFZ-Handwerk über ein Tonstudio bis zum Stahlhandel. Auch ein Unternehmen aus dem Bereich ‚erneuerbare Energien‘ ist hier zu finden.

Die Unternehmen profitieren an diesem Standort in der Schaumberggemeinde von einer verkehrstechnisch hervorragenden Lage: Das Gebiet liegt an der A1 und ist durch einen Autobahnanschluss für den gesamten südwestdeutschen Raum bestens zu erreichen. Insgesamt hat die Gemeinde Tholey mit Förderung des Landes und der EU im ersten Bauabschnitt rund 5,4 Millionen Euro investiert.

Der in direkter Nachbarschaft zum ersten Bauabschnitt gelegene zweite Bauabschnitt ist etwa 15 Hektar groß. Dieser Bauabschnitt wurde 2012 fertig gestellt und als Industriefläche ausgewiesen, d.h. hier darf beispielsweise sogar im 24-Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet werden.

Dieser Abschnitt wurde in den ‚Masterplan Industrieflächen‘ der saarländischen Landesregierung aufgenommen. Um die Vermarktung kümmert sich die ‚Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH‘ (gw Saar) in Abstimmung mit der Gemeinde Tholey.

Für die Erschließung des Geländes wurden drei Kilometer Rohre verlegt und über eine halbe Million Kubikmeter Erdreich bewegt. Bei der Anlage hatte man sich bewusst für ein ebenes Gelände ohne vorgegebene Parzellierung und Terrassen entschieden. Der zweite Bauabschnitt des Industrieparks BAB 1 – Am Schaumberg ist dadurch vor allem für große Ansiedelungsprojekte interessant, die ihre Industrieflächen nach ihren spezifischen Bedürfnissen erschließen möchten. Investiert wurden hier rund 10,5 Millionen Euro. Als erstes Unternehmen siedelte sich ein renommiertes Unternehmen mit einem neuen Zentrallager an, um von Theley aus Kunden in ganz Deutschland zu beliefern.

Hofgut Imsbach mit Landschaftspark

Die Geschichte der Siedlung Imsbach reicht bis in die Bronze- und Eisenzeit zurück. Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Hofgut schon im Jahr 1310. Im 19. Jahrhundert hatte es seine Blütezeit, als es von Napoleon Bonaparte als Geschenk in den Besitz des Reiteroffiziers Colonel Lapointe überging. Dieser nutzte das Gut zur Bewirtschaftung. Nach dem Tod von Colonel Lapointe im Jahre 1855 erbte sein Enkel Louis Albert das Anwesen, das bis 1930 in Familienbesitz blieb. Zusammen mit seiner Frau und dem Großvater wurde der französische Eigentümer in der nahe gelegenen Kapelle beigesetzt. Diese ist auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Hofgutes zu sehen und wurde komplett restauriert. Nach der französischen Revolution ging das Hofgut 1817 natürlich und politisch in den Besitz des oldenburgischen Fürstentums Birkenfeld über. Von nun an gehörte Imsbach zur Gemeinde Selbach im Amt Nohfelden.

Die heute erkennbare Struktur der Hofanlage und der Gebäude geht auf diese Periode der Familie Lapointe zurück. Seit 1953 ist das Saarland Eigentümer des Hofgutes, das zunächst als Strafanstalt für politische Gefangene diente. Erst 1983 wurde die Hofanlage unter Denkmalschutz gestellt und in den folgenden Jahren aufwendig restauriert.

Ein Hotel mit Restaurant, umgeben von einem Landschaftspflegehof mit Landschaftspark und Streichelzoo, bilden den Ausgangspunkt vieler Wandertouren, wie beispielsweise des gleichnamigen Premiumweges ‚Offizierspfad Imsbach‘ und der Imsbach Promenade.

Grenzstein D 9

Entstehung

Die Grenze Saargebiet-Deutsches Reich war ein Produkt des Vertrages von Versailles, in dem die Siegermächte nach dem Ersten Weltkrieg ein neues Staatsgebilde, nämlich das Saargebiet, schufen, das für 15 Jahre der Regierung des Völkerbundes unterstellt wurde. Durch den Artikel 48 des v.g. Vertrages war der Grenzverlauf festlegt worden. Nach Inkrafttreten des Versailler Vertrages im Januar 1920 setzte der Völkerbundrat einen Abgrenzungsausschuss ein, der die praktische Umsetzung der neuen Grenze zur Aufgabe hatte.

Grenzverlauf im Kreis St. Wendel

Die Grenze entlang des Deutschen Reiches wurde in vier Abschnitte (A, D, e, B) eingeteilt. Interessanterweise treffen nur im heutigen Gebiet des Kreises St. Wendel alle vier Grenzabschnitte zusammen.

Grenzsteine

Die neuen Grenzsteine wurden aus rotem Sandstein gefertigt, wobei auch andere Materialien verwendet wurden, z.B. Tuffsteine die entlang des Grenzabschnitts D zum oldenburgischen Landesteil Birkenfeld vorkamen. Diese Steine waren bereits durch die ältere Grenze vorhanden und mussten lediglich auf die neue Grenzsituation umgearbeitet werden. Der oberirdische Teil eines Steines trägt auf der deutschen Seite die Initialen ‚D‘ und auf der Saargebietsseite ein ‚S‘. Auf den Hauptgrenzsteinen sind auf der ‚linken‘ Seite (Richtungsverlauf S, D) Grenzsteinnummern eingemeißelt. Direkt dahinter befinden sich die Buchstaben der Grenzabschnitte, die am jeweiligen Standort mit den Buchstaben A, B, e, D versehen sind. Ausnahmen bilden die Sondergrenzsteine, die mit tiefgestellten Zahlen versehen sind, die jedoch nur in den Abschnitten D und B vorkommen. Auf dem Kopf des Grenzsteins ist eine Fuge eingearbeitet, die man als ‚Weisung‘ bezeichnet. Sie gibt die Richtung des Grenzverlaufs an.

Rötelkaulen

Der Röteldistrikt zwischen Theley und Selbach enthält wohl das ausgedehnteste der im Saarland bekannten Rötellager. In der Hauptsache erstreckt es sich zwischen der Johann-Adams-Mühle und dem Hofgut Imsbach.

Rötel findet sich in Schichten, Flözen und sogenannten ‚Nestern‘ und wurde größtenteils im Tagebau gewonnen. Hierzu wurden 2-3 Meter tiefe Kaulen ausgehoben, die, sobald sie unten an der Sohle nach allen Seiten hin ‚ausgeraubt‘ waren, wieder zugeschüttet wurden. Untertage-Betriebe gab es in Buprich im Peterswald, zwischen Selbach und dem Hofgut Imsbach bei Theley sowie in Gronig auf dem Kahlenberg.

Was ist Rötel?

Rötel ist ein stark färbendes Gemenge aus Ton und rotem Eisenocker mit einem Anteil von bis zu 32% Eisen bzw. Eisenoxid. Er entstand als Perm-Formation, die vor ca. 250 Millionen Jahren dem Kohlezeitalter folgte. Rötel findet sich im unteren Rotliegenden der oberen Kuseler Schichten.
Der zu den Mineralfarben gehörende Rötel besitzt eine natürliche Fettigkeit und haftet gut auf Papier, Holz und Gewebe. Außerdem ist er wasserabweisend. Rötelspuren oder auch entsprechende Anstriche werden durch Feuchtigkeit sogar noch dauerhafter. Seit der Antike wird Rötel als Mal- und Anstreichfarbe benutzt, auch große Meister wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Rubens benutzen Rötel.
Manganfundstelle

Mangan ist ein hartes und sprödes Schwermetall, das in einigen Eigenschaften dem Eisen ähnelt. Manganverbindungen werden seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt. Im Altertum und im Mittelalter wurden sie in der Glasherstellung zur Färbung und Entfärbung verwendet. Im 19. Jahrhundert begann der Einsatz von Mangan als Legierungsprodukt zur Stahlherstellung, wodurch dem Stahl eine festigkeitssteigernde Eigenschaft verliehen wird.

Die hier vorkommenden Manganknollen sind Hartmanganerze, die aus einer Mischung verschiedener Manganoxide und anderer Mineralien bestehen. Man findet sie in unterschiedlicher Dicke meist als dunkle traubenförmige oder zapfenförmige kompakte Massen. Wegen ihres Aussehens nennt man sie Schwarzer Glaskopf und bezeichnet sie in der Fachsprache als Psilomelan (griech. psilos = kahl, melas = schwarz). Der Mangangehalt soll bei ca. 34 Gew. % liegen. Die hiesigen Manganknollen sind in der Regel mit einer dünnen Sandschicht überzogen. Sie entfalten ihre eigentümliche Gestalt erst nach dem Entfernen dieser Sandschicht.

Die Manganknollen bildeten sich wahrscheinlich in einem sauren Sumpfwaldmilieu, wobei die manganhaltigen Anteile aus dem verwitterten vulkanischen Gestein des Schaumbergmassivs (Tholeyit) herausgelöst wurden und sich in einem tiefer gelegenen Bodenhorizont ansammelten.

Johann-Adams-Mühle

Geschichte

Die Johann-Adams-Mühle ist eines der letzten erhaltenen Mühlenanwesen im Saarland und liegt idyllisch in einem Wiesental bei Theley. 1589 wurde sie erstmals schriftlich erwähnt. Die heutigen Mühlengebäude gehen auf das Jahr 1735 zurück.

Im Jahr 1983 erwarb die Gemeinde Tholey das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und renovierte es originalgetreu. Der zweigeschossige, ursprünglich strohbedeckte Fachwerkbau mit hochgezogenem Mühlrad, gilt als einzige Mühle im Saarland, bei der die Mahlstube noch mittelalterliche Züge aufweist und gleichzeitig wieder funktionstüchtig ist. Das Wasser wird wieder über eine 12 Meter lange Brücke aus Eichenholz zum Mühlrad zugeführt. Die Gebäudewände wurden ausgefacht und an Ort und Stelle mit einem eigens hergestellten Lehm-Strohgemisch verfüllt. Ein Reetdach schmückt das Mühlengebäude. Auch die offene Feuerstelle und der Backofen im Wirtschaftsraum wurden originalgetreu restauriert.

Heute ist in dem Mühlenensemble ein Kreismühlenmuseum. Viele liebevoll zusammengetragene Haushaltsgegenstände aus dieser Zeit verdeutlichen die mühsame Arbeit im Haushalt unserer Vorfahren: Kaffeeröster, Waschbrett, Butterfass sind nur einige wenige Beispiele davon. Im 200 Jahre alten Backofen wird noch immer regelmäßig Brot nach alter Rezeptur gebacken. Kurse können auf Anfrage bei der Gemeinde Tholey vereinbart werden. Dort, wo früher Hühner und Schweine untergebracht waren, werden heute Ausstellungen gezeigt und Kreativkurse durchgeführt. Die Landgaststätte Johann-Adams-Mühle im ehemaligen Ökonomiegebäude lädt zur Rast ein.

Fuchshübel und Zollhäuser Seelbach

Zollhäuser Selbach

Die Selbacher Zollhäuser an der Straße nach Theley sind noch gut erhalten und die vier Wohneinheiten sind deutlich zu erkennen. Das danebenstehende Haus war das eigentliche Zollamt, wo die deutschen Beamten von 1920-1935 die Zollabfertigung zwischen dem Deutschen Reich und dem Saargebiet erledigten. Die Zollschranken standen unmittelbar vor diesem Haus.
Selbach kam mit den Gemeinden des Amtes Nohfelden am 18. Juli 1946 zum Saarland, und die Selbacher Grenzlinie verlor nach mehreren hundert Jahren Bestand ihre Bedeutung. Nur die Grenzsteine zeugen noch von dem Wechselspiel der Geschichte am Selbacher Grenzabschnitt.

Der Fuchshübel – Keltisches Fürstengrab

Der sogenannte Fuchshübel ist ein beeindruckendes Zeugnis für die frühe Besiedlung des Schaumberger Landes. In der sogenannten Latènezeit (600-0 v.Chr.) siedelten hier bereits Kelten.
Mit etwa 60 m Durchmesser und einer Höhe von 5 Metern ist der Fuchshübel der größte erhaltene Grabhügel des Saarlandes und auch heute noch deutlich im Gelände zu erkennen. Im Jahre 1837 wurde er geöffnet. Der hier Bestattete war offensichtlich ein keltischer Fürst aus der Frühlatènezeit. Auf dem Bestattungsplatz wurde eine mächtige Grabkammer aus Holz errichtet, in der man den Toten auf einem Streitwagen aufbahrte.

Er war bekleidet und als Zeichen seiner hohen Stellung in der Gemeinschaft trug er seinen goldenen Armring und einen goldenen Fingerring. An seine Seite legte man zwei Stoßlanzen mit etwa 35 Zentimeter langen Eisenspitzen. Nahe dem Fußende stellte man eine etruskische Bronzekanne, vielleicht gefüllt mit Wein, ab. Nach Schließung der Grabkammer wurde in sicher jahrelanger Arbeit ein mächtiger, weithin sichtbarer Grabhügel aufgeschüttet. Um diese Größe zu erreichen, mussten etwa acht- bis zehntausend Kubikmeter Erde bewegt werden.

Die Funde aus dem Fuchshübel sind im Rheinischen Landesmuseum in Trier zu sehen.

Theley Busunternehmen Vignal

Firma Raoul Vignal, Omnibusverkehr

Nach dem letzten Weltkrieg lagen Industrie und Verkehr lahm. Die Eisenbahn konnte nur notdürftig ihren Betrieb aufrechterhalten, um der Industrie und den Gruben die notwenigen Arbeitskräfte herbeizubringen. Man sorgte zunächst für die Beschaffung der Lebensmittel. Die Arbeitsreserven mussten aber zu den Arbeitsstätten gebracht werden.

Raoul Vignal aus Fumel in Südfrankreich eröffnete einem Omnibusbetrieb zu Krettnich und fuhr die Bergleute von Lockweiler über Primstal zum Bahnhof Tholey und zur Grube Reden. Ausflugs- und Pilgerfahrten kamen dazu. 1965 verlegte man den Betrieb nach Theley. Hier errichtete man einen großen Parkplatz mit Werkstatt und Wohnhaus am Giesberg.

Kriegsgefangenenlager Theley

Nur noch eine einzeln stehende Steinbaracke, die vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein als Brennerei genutzt wird, ist vom Kriegsgefangenenlager Theley übriggeblieben. In der Erinnerung der Zeitgenossen lebt das berüchtigte Lager Theley vor allem als Internierungslager der französischen Besatzungsmacht fort. Dass Deutsche dort eingesperrt wurden und Schikanen zu erdulden hatten, überlagerte schnell das Nachdenken über das, was sich vorher an diesem Ort zugetragen hatte. Wie kaum ein anderes der vielen Barackenlager im Saarland steht im heutigen Kreis St.Wendel das Lager Theley für das Elend insbesondere der osteuropäischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.
Das Lager in der Gemarkung ‚Hahnecker‘ am Ortsausgang Theley Richtung Primstal startete zur Zeit des Westwallbaues noch vor Kriegsbeginn Versorgungseinrichtung der Wehrmacht mit Großschlachterei und Verladestation. Frühestens ab Ende 1942 wurde es zum Lager für Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Wieviele Gefangene von Ende 1942 bis zum Einmarsch der Amerikaner am 18.März 1945 tatsächlich im Lager lebten, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Es sollen durchschnittlich etwa 300 gewesen sein. Zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt übernahm das Landes- beziehungsweise Gauarbeitsamt Westmark die Baracken als »Sammellager« mit dem Zweck, kranke, arbeitsunfähige ausländische Arbeitskräfte zum Rücktransport in ihre Heimatländer zusammenzufassen. Mit dem Rücktransport sollten Krankenhaus- und Pflegekosten gespart werden. Der Leiter des Arbeitsamts Neunkirchen hatte bereits im März 1942 Landrat Dr. Lorscheider über entsprechende Bestimmungen informiert: »Erkrankte ausländische Arbeitskräfte, die nicht innerhalb von drei Wochen wiederhergestellt werden können, werden unverzüglich in die Heimat zurückbefördert.« Das Schreiben legt nahe, dass dies die ‚Geburtsstunde‘ des Sammellagers Theley war.

Tholeyit-Felsen Graue Elz

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte. Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, das der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsformation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Afrikakapelle

Seit 1958 gehört die Afrikakapelle auf der Nordseite des Schaumberges zum Landschaftsbild unserer Heimat. Ungewöhnlich ist der siebeneckige Grundriss, der die sieben Schmerzen Mariens darstellen soll. Entwerfer dieses ungewöhnlichen Sakralbaues war der Tholeyer Mönch Bonifatius Köck, der vielfach künstlerisch tätig war. Sein bekanntestes Werk sind wohl die bunten Glasfenster der Tholeyer Pfarr- und Abteikirche.

Die Afrikakapelle plante Pater Bonifactius mit siebeneckigem Grundriss und einem zeitgenössischen Innenraum. Religiöser Mittelpunkt der Kapelle ist eine, von deutschen Soldaten in afrikanischer Kriegsgefangenschaft, modellierte Pietà, die von den Soldaten nach ihrer Entlassung in einem Fußmarsch nach Deutschland gebracht wurde. An jedem der sieben Ecken steht ein Pfeiler, der über das zeltartige Dach hinaus in die Höhe ragt. Diese Formgebung erinnert an eine Dornenkrone, dem Symbol für das Leiden Christi und der Menschen. Wie kam es nun zur Errichtung dieser Kapelle?
Pater Willibrord Hauck war ursprünglich Mönch der Abtei St. Matthias in Trier. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Feldgeistlicher zur Wehrmacht eingezogen. Zusammen mit tausenden deutscher Soldaten kam er in das Gefangenenlager Ram- Ram nach Französisch-Marokko. Viele fanden Trost und Hoffnung im Glauben und so legten die Soldaten das Gelöbnis ab, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Tholeyer Abt Dr. Petrus Borne.

Blick auf Hasborn-Dautweiler

Hasborn ist ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Tholey und hat aktuell 2.800 Einwohner. Die Entwicklung des Ortes ist vor allem dem Bergbau geschuldet. Zwischen 1885 und 1931 stieg die Anzahl der Bergleute von 68 auf 206. Parallel dazu entwickelte sich die Einwohnerschaft von 816 auf 1.543. Nikolaus Warken (1851 bis 1920) ist der berühmteste Sohn des Ortes. Er wehrte sich am Ende des 19. Jahrhunderts gegen die preußische Autorität und stellte mit vielen Gleichgesinnten in Bildstock 1889 Forderungen gegen die Bergverwaltung auf. Die Zeit war damals aber noch nicht reif und die Obrigkeit zu stark. Nikolaus Warken, genannt Eckstein, gilt als erster Arbeiterführer im Saarland. Der 1934 geborene Dichter Johannes Kühn ist eine weitere überregional bekannte Hasborner Persönlichkeit. Als Sohn einer Bergarbeiterfamilie schrieb er auch mehrere Gedichte zum Thema Bergbau.

Blick auf Theley

Theley ist mit mehr als 3.200 Einwohnern der größte Ortsteil der Gemeinde Tholey. Der Ort entwickelte sich von 1885 mit knapp 1.200 Einwohner auf 2.084 im Jahre 1931. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Bergleute von 117 auf 312. In den 1950er Jahren arbeiteten viele Männer aus Theley auf der Grube Kohlwald bei Wiebelskirchen. Man sprach deshalb von der Theleyer Grube.

Parkplatz Herzweg

Einmal rund um den Schaumberg (569 m), der wohl bedeutendsten Erhebung des Saarlandes, führt der einfach zu begehende Herzweg. Start und Ziel ist der Parkplatz am ‚Bücherbaum‘ unterhalb des Schaumberges bei Tholey. Von hier aus leiten uns die Wegweiser des Herzweges, vorbei am Schaumbergerhof, bis zur Afrika-Kapelle. Soldaten des Zweiten Weltkriegs hatten in einem Lager im Süden Marokkos das Gelöbnis abgelegt, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Abt Dr. Petrus Borne. Wir wandern weiter in südliche Richtung, treffen auf einige Objekte und Skulpturen des Projektes ‚Gipfelkunst am Schaumberg‘ und genießen hier die schöne Fernsicht. Der Rundweg verläuft auf einer Länge von knapp drei Kilometern ohne größere Steigungen. Unterwegs besteht die Option, über einen mittleren Aufstieg den Aussichtsturm zu erreichen und danach Richtung Tholey wieder auf den Herzweg zu stoßen.

Der Bergmannsbauer

lm St. Wendeler Land gibt es keine Fördertürme, Bergehalden oder Bergschäden, aber viele Spuren des Steinkohlenbergbaus. So entstand in den 1870er Jahren der Bergmannsbauer. Viele Söhne der Dörfer um den Schaumberg folgten dem Ruf des Bergbaus und arbeiteten in den saarländischen Kohlegruben. Zu Hause betrieben sie noch eine eigene kleine Landwirtschaft. Wegen der großen Entfernung konnten sie nur an Samstagen nach Hause gehen und lebten über die Woche in Schlafhäusern. Die Verbindung industrieller Arbeit mit dörflicher Selbstversorgung war bis in die 1960er Jahre ein wichtiges gesellschaftliches Merkmal.

Blick auf Windräder Primstal

Auf der Langheck, einer Anhöhe zwischen Primstal und Hasborn, wurden zwischen 2006 und 2011 fünf Windräder mit einer Gesamtleistung von 10 KW errichtet.

Bergmannspfad

Der Wareswaldtunnel hat eine lange Geschichte. Bereits im auslaufenden 19. Jahrhundert bemühten sich Gemeinden und Landkreise um eine Verbesserung der Verkehrsbedingungen für die vielen Berg-und Hüttenleute aus den Orten rund um den Schaumberg. Es dauerte aber noch bis zum 1. Oktober 1915, ehe die Bahnlinie von St. Wendel nach Tholey in Betrieb gehen konnte. Vor diesem Hintergrund entstand anschließend der Bergmannspfad, die kürzeste Entfernung von Theley zum drei Kilometer entfernten Bahnhof Tholey. Das Teilstück von der Birkenfelderstraße, Richtung Tholey, bis zum ehemaligen Bahnhofsgebäude ist bis heute begehbar. In diesem Bereich erinnert eine Hinweistafel an die Märsche der Bergleute mit ihren genagelten Schuhen (darum ‚Hartfüßler‘) und den Ranzen auf dem Rücken.

Römischer Vicus Wareswald

Am Kreuzungspunkt der Römerstraßen von Metz nach Mainz und von Trier nach Straßburg entstand in der 1. Hälfte des 1. Jhd. n. Chr. eine römisch geprägte Ansiedlung. Auf einem Höhenrücken am Fuße des Schaumbergs gelegen, umfasste die Siedlung in ihrer Blütezeit mehrere Hektar Fläche. Zahlreiche Fundstücke wie Münzen, Schmuck, qualitätvolle Keramik und Bronzestatuetten zeugen vom einstigen Wohlstand der ansässigen Bevölkerung. Das Ende der Siedlung im Wareswald kam um 400 n. Chr. Wohl unter dem Eindruck der seit langem anhaltenden Plünderungszüge germanischer Stämme wurde der Vicus verlassen und verfiel allmählich.

Dank der seit 2001 laufenden Grabungen der TERREX GmbH kann der Besucher nicht nur zahlreiche, wieder aus dem Boden auftauchende Räume, darunter Keller, Badewannen und Fußbodenheizungen bestaunen, sondern auch selbst tatkräftig mitarbeiten, denn die Grabung bietet ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern die Möglichkeit aktiv daran teilzunehmen.

Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Tholey wurde möglicherweise noch Ende des 18. Jahrhunderts, spätestens nach 1800 angelegt und bis in die 1930er-Jahre belegt. Zwischen 1935 und 1945 wurde er weitgehend zerstört. Auf dem Friedhof ließ Dr. Walter Sender nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Die Inschrift lautet: ‚Zum Andenken an die aus hiesiger Gemeinde 1933-1945 Deportierten Emilie Kahn geb. Katz , Moses Isaak und Frau Bertha geb. Katz, Veronika und Helena Isaak, Max Götz und Frau Rosa geb. Hirsch, Kinder Anny und Margot Götz, Emma Bär geb. Löb, Julius Bär mit Frau und Kind Frau Brünette Aach geb. Sender – alle aus Tholey‘. Erinnerung an Walter Sender (1885-1961): der Walter-Sender-Platz vor dem Friedhof Eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof erinnert an Walter Sender Aus der Inschrift der Gedenktafel: ‚Walter-Sender-Platz. Der am 10. Mai 1885 in Tholey geborene Walter Sender arbeitete nach dem Ende des 1. Weltkrieges als Rechtsanwalt und begann seine politische Tätigkeit als Sozialdemokrat. Bereits 1925 warnte er vor dem Nationalsozialismus. Nach der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 flüchtete er mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Frankreich. Bis zum Kriegsausbruch konnte er in Paris arbeiten. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen versteckte er sich in den Bergen Südfrankreichs. Nur so konnte er als Jude der Verfolgung durch deutsche und französische Faschisten entgehen. Dr. Walter Sender ließ nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Er starb am 29. August 1961 in Luzern.‘

Erlebnisbad Schaumberg

Das Erlebnisbad Schaumberg ist ein modernes Freizeit- und Erlebnisbad im südwestdeutschen Raum. Zu den Attraktionen zählen eine 103 Meter lange Black-Hole Tunnelrutsche mit Lichteffekten, das Lagunenbecken mit Strömungskanal, die Whirlpools und die Dampfbäder. Auch Babys fühlen sich in dem 36 °C warmen Kinderbereich pudelwohl. Ein 18 000 Quadratmeter großes Außengelände sorgt während der Sommermonate für Abwechslung.

Die ausgedehnte Saunalandschaft im römischen Ambiente mit finnischen Saunen, Dampfsauna und Blockhaussauna stellt selbst verwöhnte Saunafans zufrieden. Die neue Sauna- und Wellnesslandschaft ‚Sauna Vicus‘ im Erlebnisbad wurde frei nach römischem Vorbild erbaut.
Zu den Attraktionen gehört eine rustikale Kelo-Aufguss-Sauna für bis zu 80 Gäste. Eine Erlebnisdusche in Form eines römischen Tempels lädt danach zum Abkühlen ein.

Im neuen Wellness-Gebäude gibt es insgesamt drei Anwendungsräume für Massagen oder kosmetische Behandlungen. Ein Panoramaruheraum mit herrlichem Blick auf die Landschaft der Schaumbergregion lädt zum Erholen ein. Eine Steinsauna im Erdgeschoss, in der ein mit heißen Steinen beladener Korb in ein Wasserbecken eintaucht, eine Infrarot-Sauna sowie eine große Liegewiese komplettieren das Angebot. Die Räume schmücken Wandmalereien nach Vorbildern aus römischer Zeit.

Projekt Totholz

Bundesweites ‚Alt- und Totholzprojekt‘ Totholz ist alles andere als tot und sollte vielmehr als Lebenselexier des Waldes verstanden werden. Umso wichtiger ist es, dass sich Initiativen und Projekte eingehend mit der Totholzthematik beschäftigen, angepasste Bewirtschaftungsstrategien für die Waldwirtschaft entwickeln und sie einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Vor diesem Hintergrund ist im Januar 2013 im Saarland das ‚Alt- und Totholzprojekt‘ gestartet worden.

Gefördert wird das Projekt aus Bundesmitteln im Rahmen des Bundesprogrammes zur Umsetzung der Biologischen Vielfalt (BBV). Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des NABU-Landesverbandes, des Saarforst Landesbetriebes, verschiedener Experten unterschiedlicher Fachgebiete mehreren privaten und kommunalen Forstbetrieben. Ziel ist es, neue Strategien und Managementkonzepte zu erarbeiten, um den bislang weitgehend unbeachteten Lebensraum Alt- und Totholz in die bestehende Waldbewirtschaftung auf ganzer Fläche zu integrieren. Es geht also nicht darum, neue Waldschutzgebiete auszuweisen, sondern eine Vision ‚Wirtschafts- und Lebensraumwald 2100‘ gemeinsam mit den Waldbesitzern zu etablieren und als neue ordnungsgemäße Waldwirtschaft zu definieren.

Das Projekt läuft insgesamt 6 Jahre, also bis 2018. Die Gemeinde Tholey ist neben anderen Kommunen Projektpartner und stellt am Schaumberg entsprechende Referenz- und Entwicklungsflächen zur Verfügung. Es sind Abschnitte, in denen Alt- und Totholz zukünftig eine große Bedeutung haben werden. Wer mehr über das Projekt wissen will, kann sich auf der Internetseite www.wertvoller-wald.de informieren.

Abteigrenzstein

Dieser Grenzstein zeigt den Abtsstab als Symbol des Eigentums der Abtei Tholey und gehörte zur Begrenzung eines kleinen Waldes, der am Hang des Schaumberges zum umfangreichen Besitz der Abtei gehörte. Der Grenzstein bezeichnete mit ehemals weiteren Steinen den genauen Umfang des Abteiwaldes gegenüber dem Land der Gemeinde und dem Land der Einwohner sowie dem ursprünglichen eigenständigen Bannbezirk des Schaumberger Hofes, der zum Domänenbesitz des Herzogs von Lothringen gehörte. Auf Anordnung des Herzogs von Lothringen wurden 1742 alle Wälder der Abtei vermessen und ausgesteint. In vielen Fällen haben sich derartige Kleindenkmäler erhalten, so z.B. im Engscheider Wald bei Sotzweiler. Die Wälder wurden in Schläge eingeteilt und stellten so den Brennholzbedarf der Abtei sicher. Freilich konnte das kleine Wäldchen am Schaumberg nur im bescheidenen Maße dazu beitragen, lag dafür aber sehr nahe zur Abtei.
Ein Buch mit den Waldvermessungsprotokollen und vielen Karten ist im Abteiarchiv vorhanden.

Klapperstorchenstein

Dieser bemerkenswerte Stein aus Tholeyit (basischer Andesit), aus einem 210 m mächtigen Magmagang im Rotliegenden, etwa 250 Mio. Jahre alt, dem anstehenden ortstypischen Magmagestein, steht etwas unterhalb des Schaumbergplateaus am Südhang. Die südliche Hanglage mit vielen Wasserquellen führte zu einer sehr frühen Besiedlung dieser Gegend. Die Menschen der Vor- und Frühgeschichte haben zahlreiche archäologische Zeugnisse wie Hügelgräber und das Fürstengrab von Theley hinterlassen.

Diesen Stein umrankt eine Fruchtbarkeitssage. Auf einigen Karten ist er als Keltenstein bezeichnet, und er wurde bei einer Erneuerung des Serpentinenweges wieder aufgestellt. Ob der Stein bereits im Neolitikum aufgestellt war, ist unklar. Jedoch wurden für lange Zeit die neolithischen Denkmäler fälschlicherweise den Kelten zugeschrieben.

Tholeyit

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte.Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalen-artig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, daß der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsfomation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Schaumbergturm

Der Schaumberg ist eine der höchsten Erhebungen im Saarland und das Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Er gilt als Hausberg des Saarlandes. Seit mehr als 2000 Jahren ist das Schaumberger Land mit der Gemeinde Tholey als kommunaler Mittelpunkt ein Ort der Geschichte. In den 1950er Jahren nahmen dort tausende Bergleute und ihre Familien an der jährlichen Knappenwallfahrt der Abtei Tholey teil. Seit 1976 ist das Schaumbergplateau eine deutsch-französische Begegnungsstätte. Im Inneren des Turms befinden sich heute mehrere Ausstellungen, auch eine ‚Bergmannsecke‘, mit Erinnerungen an die vielen Bergleute aus der Region.

Info:
Deutsch-Französische Begegnungsstätte Schaumberg GmbH
Schaumbergturm 06853/50 200 90
Gemeinde Tholey 06853/508-0
schaumberg@tholey.de
www.mein-schaumberg.de
Postanschrift: Im Kloster 1, 66636 Tholey
Hausanschrift: Zum Schaumbergturm 1, 66636 Tholey

Wälle der mittelalterlichen Burg

Die Besiedlung des Schaumbergplateaus reicht bis in die gallo-römische Zeit zurück, als der Berg vermutlich ein Höhenheiligtum trug.

Viele Epochen der Vor- und Frühgeschichte haben auf und um den Schaumberg herum ihre archäologischen Spuren hinterlassen, die entweder als Bodendenkmäler im Gelände oder als Exponate in vielen Museen zu besichtigen sind.

Im Jahr 634 wird Castrum Theulegium urkundlich erwähnt, dessen Existenz auf dem Schaumberg noch archäologisch nachzuweisen ist, jedoch könnten die heute sichtbaren Wälle und Gräben, die das Schaumbergplateau sichelförmig nach Westen, Nordwesten und Norden umgeben, ein Zeugnis einer der frühesten Burganlagen auf deutschem Boden sein.

Wegekreuz am Schaumberg

Wegekreuz am Schaumberg

Schaumberger Hof

Ursprünglich befand sich hier das alte Herrenhaus des ehemaligen Amtmann des Oberamtes Schaumberg, Casper Le Payen, das er sich vor mehr als 290 Jahren erbauen ließ. Dieses Gebäude wurde 1960 wegen Baufälligkeit abgerissen. Dort wurde eine Bildungsstätte für die ländliche Jugend errichtet, die Platz bot für 17 Einzel- und Doppelzimmer. In den 70er Jahren wurden die Gebäude als Meditationszentrum genutzt. Unter dem Namen ‚Exercitium Humanum‘ fanden dort bis 1982 Kurse zum Thema ‚Zen-Meditation‘ und ‚Heilfasten‘ statt. Ab 1986 wurde der Schaumberger Hof zu einem Drogentherapiezentrum des Vereins ‚Hilfe für junge Menschen e.V.‘. Von 1986 bis 2016 wurden dort rund 3000 Patienten betreut.

Seit Februar 2016 werden dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht und betreut.

Dick Eich und Dowidatgelände

Die knorrige Eiche, wuchtig mit starker Standmacht
gegen Blitze und der Wetter Polterfäuste
ehren wir, bewundern wir.
Durch Jahrhunderte schon ist sie siegreiche Kämpferin.
Wer sie sieht denkt nicht an Säge und Axt,
sie soll dauern, wirken soll ihr Beispiel.

Text: Johannes Kühn

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Hasborn

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mit freundlicher Genehmigung des „Saarländischen Museumsverbands e.V.“.

VIELEN DANK.