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Entdeckertouren

„Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion“

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite „Entdeckertouren Saarland“ herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

Entdeckertour „Düppenweiler“

Die Tour startet an der historischen Kupferhütte, wo man direkt mit einer Führung ins Kupferbergwerk beginnen kann. Sie führt über den Weltersberg vorbei an der Kohlegrube und dem „alten Dorf“. Nachdem der Mühlenberg eine herrliche Aussicht in die Region bietet, geht es vorbei am keltischen Hügelgrab zum hinteren Wehlenberg, über den weithin sichtbaren Litermont, an mehreren Steinbrüchen vorbei zurück zum Ausgangspunkt. Hier bietet das Huthaus Gelegenheit zur Stärkung mit Speis und Trank.
Die Wegstationen
Historische Kupferhütte

2010 wurde die Historische Kupferhütte nach Vorbildern des 18. Jahrhunderts errichtet. Sie besteht aus dem Pochwerk und einer Schmelzhütte mit dazugehörigen Weiher.

Das Pochwerk ist eine Erzaufbereitungsanlage. Die im Bergwerk gewonnenen Kupfererze wurden hier über Wasserkraft angetriebene Pochstempel auf Sandkorngröße zerkleinert. Anschließend wurde in Waschherden durch Bewegung des Wassers das leichtere Gestein abgeschwemmt, während das schwere Erz sich auf dem Boden des Waschherdes absetzte.

Die Schmelzhütte besteht aus zwei Schmelzöfen und einem Garofen. Beim Schmelzvorgang müssen Temperaturen von über 1300° erreicht werden. Hierzu ist eine ausreichende Luftzufuhr der Öfen notwendig. Dies wird über vier Blasebälge bewirkt, die sich auf der Rückseite der Ofenmauern befinden und ebenfalls über Wasserkraft angetrieben werden.

Die Schmelzhütte dient heute auch als Standesamt der Gemeinde Beckingen.

Weidenschacht

Der Weidenschacht wurde bereits in der Anfangsphase des Bergwerksbetriebes errichtet. Im Gegensatz zu anderen Schächten, die als bloße Licht- oder Wetterschächte dienten, war der Weidenschacht auch als Fahrschacht ausgebaut, d.h. er diente den Bergleuten zur Ein- und Ausfahrt.

Entgegen allen bergbaulichen Regeln sitzt der Weidenschacht direkt über dem darunter führenden Stollen. Bei der Freilegung des Stollens 1992/1993 wurde der Schacht unterfahren und der noch bestehende Sicherungsausbau aus alten, schweren Eichenbalken durch neuen Ausbau ergänzt. Der Schacht selbst wurde von der Dillinger Hütte 1828 aus Sicherheitsgründen mit Gesteinsmassen verfüllt.

Historisches Kupferbergwerk

Wir stehen hier vor dem „Neuen Barbaraschacht“ des Historischen Kupferbergwerks Düppenweiler.
Bergbau auf Kupfererze ist in Düppenweiler gesichert ab 1723 nachgewiesen. Es gibt allerdings auch einige Anzeichen dafür, dass bereits wesentlich früher, insbesondere im 16. Jahrhundert in Düppenweiler Kupfererze abgebaut wurden.

Die erste und wohl auch ergiebigste und umfangreichste Abbauphase zwischen 1724 und etwa 1735 stand unter der Leitung des wallonischen Hüttenunternehmers Joseph Remacle Hauzeur. Da es in der Saargegend damals noch keine Bergleute gab, ließ er vorwiegend aus dem Erzgebirge rund 300 Bergleute nach Düppenweiler kommen. Unter seiner Regie wurde auch das erste Pochwerk errichtet. Die Kupfererzvorkommen in Düppenweiler waren sehr ergiebig. Der Kupfergehalt im Erz lag bei teilweise 60%.

Später waren es überwiegend französische Betreiber bis etwa 1786. In dieser Zeit sollte eine Feuermaschine – Vorläuferin der Dampfmaschine – errichtet werden. Die Fundamentanlage wurde fertiggestellt. Diese ist heute im Original noch weitgehend erhalten und teilrestauriert. Die Anlage ist von überregionaler Bedeutung, da sie die einzige dieser Art in ganz Deutschland ist. Obwohl auch Teile der in England gekauften Maschine angeliefert wurden, wurde die Maschine nie fertiggestellt, da die Betreibergesellschaft in Konkurs ging.

1987 begann der heutige Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur“ die Strecken teilweise wieder freizulegen. 1995 wurde das Bergwerk für den Besucherbetrieb zugelassen.

Weltersberg

Der südöstliche Bereich des Düppenweiler Bannes, die Umgebung um den Litermont und den Weltersberg, auf dem wir uns hier befinden, ist geprägt von Gesteinen vulkanischen Ursprungs und magmatischen Lagerstätten.

Litermont und Weltersberg wurden im Perm-Zeitalter durch vulkanische Tätigkeit geschoben und hochgedrückt. Vor dem Einsetzen des Vulkanismus war allerdings auch dieses Gebiet mit den Konglomeraten des Unterrotliegenden, eines Unterabschnitts des Perm-Zeitalters, bedeckt. Als Konglomerate bezeichnet man in der Geologie ein Sedimentgestein aus einem feineren Bindemittel und Kies oder Geröll. Bei den in diesem Bereich vorzufindenden Konglomeraten handelt es sich um Ausläufer der sogenannten Kuseler Schichten, die sich von der Waderner Gegend bis hierhin nach Südwesten erstrecken. Während des Perm gab es dann durch den Vulkanismus ganz enorme Verschiebungen der Schichten und so treten gerade hier auf dem Weltersberg an manchen Stellen Gesteine an der Oberfläche auf, die sonst nur in viel tieferen Schichten zu finden sind. Dies ist an einigen Stellen an den Einschnitten in den Hängen deutlich zu erkennen.

Von hier hat man auch einen sehr schönen Ausblick auf den oberen Ortsteil von Düppenweiler.

Alte Kohlengrube

Erstaunlicherweise gibt es auf dem Düppenweiler Bann auch Steinkohlevorkommen. Von der Stelle aus, an der wir uns befinden, kann nur die ungefähre Lage eingesehen werden. Diese befindet sich in dem Dickicht am Ende der hier liegenden Wiese in westlicher Richtung in der sogen. „Schäferei-Grät“. Von den Gruben ist heute kaum noch etwas erkennbar.

Die ersten schriftlichen Nachrichten über diese Kohlengruben, die nördlichsten im Saarland, stammen aus dem Jahre 1788. Es hieß damals, die Kohle sei „von sehr guter Qualität, gleich der festen Kohle aus dem Nassauischen“. Der Abbau erfolgte als Schachtabbau. Vor der Zeit Odelins wurden die Gruben offenbar als Bauerngruben betrieben.

1868 erhielt die Dillinger Hütte die Konzession auf das Kohlebergwerk „Gut Glück“. Sie ließ hier einen Schacht von etwa 70 m Tiefe errichten.

1869 erhielt Ferdinand Loesgen aus Riegelsberg die Konzession für das weiter westlich gelegene Bergwerk „Gute Hoffnung“.

Schon nach kurzer Zeit wurde keinen Abbau mehr betrieben, deswegen wurden beide Gruben über lange Jahre von den „ärmeren Leuten“ im Tagebau ausgebeutet.

Als Ende der 1970er Jahre ein Pferd in den Schacht der Grube „Gut Glück“ eingebrochen war, wurde der Schacht von der Gemeinde gesichert und eingeebnet.

Steinbruch

An dieser Stelle sehen wir rechts der Straße einen heute noch kaum mehr erkennbaren Steinbruch.
Der hier anstehende Quarzporphyr ist Bestandteil der Metzer Störung, die bis zum Rhein verläuft. Er enthält in den Klüften und Spalten auch Malachit. Dieses Kupfervorkommen entspricht eindeutig dem des Kupferbergwerks auf der gegenüberliegenden Seite des Berges.

Dieser Steinbruch wurde insbesondere von den Einwohnern von Düppenweiler als Steinbruch für Baumaterial benutzt.

Hier gab es allerdings keine Sandsteinbrüche wie im Haustadter Tal. Aufwendige und teure Fassadenbestandteile aus Sandstein waren deshalb in Düppenweiler eher die Ausnahme.

Altes Dorf

Wenn man sich rechts des Weges orientiert, kann man links am Waldrand vorbei im Talbereich gerade nach die frühere Lage des alten Dorfes Düppenweiler erkennen. Dieses Dorf wurde erstmals in einer Urkunde der Erzbischöfe von Trier von 1052 unter dem Namen „villaris“ erwähnt. Später wurde es dann „wilre“ genannt. Seinen Bestimmungsnamen „Düppen“ erhielt der Ort erst im 14. Jahrhundert. „Wilre“ war ein Töpferdorf. Eine alte Tongrube ist heute noch erkennbar. Ausgrabungen des früheren Kultur- und Heimatvereins Düppenweiler Anfang der 1980er Jahre erbrachten den Nachweis, dass hier bereits im 10. Jahrhundert eine Töpferei bestand. Der „Topf“ wird hier im Volksmund als „Deppen“ oder „Düppen“ bezeichnet. Düppenweiler hat also seinen Namen von dem alten Töpferdorf erhalten. Das alte Dorf, später in den Urkunden als Ober(düppen)weiler bezeichnet, wurde 1635 im 30jährigen Krieg von französischen und schwedischen Truppen zerstört.

Etwas weiter rechts und ganz im Hintergrund erkennt man den Melaphyrsteinbruch am Kahlenberg. Der Steinbruch liegt im Grenzbereich zwischen Düppenweiler und Reimsbach und ist nur von der Reimsbacher Seite erreichbar. Der Steinbruch gehört der Firma Arweiler und dort findet heute noch der einzige aktive Bergbau auf Düppenweiler Bann statt.

Mühlenberg: Geologie

Wir befinden uns hier an einer auf den ersten Blick unscheinbaren Stelle auf dem Mühlenberg. Auf der rechten Seite des Weges, ca. 10 m im Wald, sehen wir eine kleine Mulde. Hier wurden in den 1970er Jahren geologische Bohrungen durchgeführt.

Der Mühlenberg zog bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jh. die Aufmerksamkeit von Generationen von Geologen auf sich und gibt auch heute noch Rätsel auf. Lange wurde eine hier zutage tretende Gesteinsserie als vordevonisch bezeichnet und damit als ältestes Vorkommen des Saarlandes betrachtet. Doch geht man heutzutage davon aus, dass am Mühlenberg kein Gestein vorhanden ist, das einem vordevonischen Zeitalter zuzurechnen ist.

Vielmehr sind die Phyllite (Tonglimmerschiefer) mit ihren Quarzlinsen dem Unterdevon zuzuordnen. Auch die Grauwacke und der ebenfalls auftretende Zellendolomit sind noch devonischen Ursprungs. Beim Zellendolomit handelt es sich um ein Gestein, das in der näheren und weiteren Region ansonsten nicht mehr aufzufinden ist. Sein Vorkommen in Düppenweiler gibt deshalb Rätsel auf.

Auch wenn die vorstehend aufgeführten Gesteine also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, wie lange angenommen, vordevonisch sind, stellt ihr Vorkommen am Mühlenberg in Düppenweiler dennoch eine außergewöhnliche geologische Besonderheit dar, die europaweit nur noch an zwei anderen Stellen nachzuweisen ist. Bei der Tiefbohrung Saar 1 auf der Spieser Höhe konnten sie nämlich erst in 4.000 m Teufe angetroffen werden.

Mühlenberg: Aussicht

Von hier aus hat man nun einen herrlichen Ausblick über den unteren Ortsteil von Düppenweiler, aber auch in die weitere Ferne bis zum Saarfelser und Merchinger Plateau.

Erst im 14. Jahrhundert wird das heutige Dorf urkundlich erwähnt. Man unterschied in dieser Zeit zwischen Niederweiler, dem heutigen Dorf und Oberweiler, dem alten Dorf. In nördlicher Richtung, am Ortsrand, liegt das Wohngebiet „Im Junkerath“. Hier wurden 1984/1986 beim Aushub einer Baugrube acht keltische Eisenbarren gefunden, einem der größten Hortfunde in Südwestdeutschland.
In keltischer Zeit wurde Eisen im Rennverfahren hergestellt und zu Spitzbarren zusammengeschmiedet. Eisenbarren dieser Art wurden fast ausschließlich in keltischen Siedlungsräumen aufgefunden. Das Gewicht der Barren (2460 g) entspricht fast genau dem achtfachen des keltischen Grundgewichts (= 309 g).

Die Eisenbarren dürften am Fundort entweder gelagert oder weiterverarbeitet worden sein. Ebenso denkbar ist aber auch, dass sie eventuell beim Transport über die dort in der Nähe vorbeiführende alte Heerstraße verloren gegangen sein könnten. Eine Nachbildung dieser Barren kann im Huthaus des Kupferbergwerks besichtigt werden.

Nikolausbrunnen

Ursprünglich stand dieser „Nikolausbrunnen“ an der Hauptstraße in Düppenweiler. Er wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaut und trägt wohl den Namen des damaligen Bürgermeisters von Düppenweiler. Er bestand wie fast alle Brunnen aus dieser Zeit aus einer mittigen Säule mit zwei seitlichen Trögen und diente in erster Linie als Viehtränke. Eine zentrale Wasserversorgung gab es zu dieser Zeit noch nicht und die Trinkwasserversorgung geschah meist über hauseigene Brunnen (Pütze).

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Brunnen erneuert. Erst 1991 mit der Neugestaltung des Dorfplatzes verlegte man den Brunnen in den hinteren Teil des Platzes. Die Konstrukteure legten Wert darauf, den Brunnen wieder in seiner ursprünglichen Struktur (allerdings mit 4 Trögen wegen seiner zentralen Stellung) zu zeigen.

Der Nikolausbrunnen wurde so zum Erzählbrunnen seiner eigenen Geschichte und der Geschichte des Ortes Düppenweiler (auf acht gusseisernen Tafeln an den Trögen). In Sandstein gemeißelt sind außerdem die Wappen von Düppenweiler und seiner Partnerstadt Etain (Frankreich).

Pfarrkirche St. Leodegar

Die Valentinuskapelle im „Alten Dorf“ wurde immer schon von fleißigen Bürgerinnen und Bürgern gehütet und gepflegt, die jetzige Pfarrkirche im Laufe von rund 250 Jahren mehrmals renoviert, restauriert oder erweitert. 

Von der alten Kirche ist nur noch der untere Teil des Turmes erhalten (der denkmalgeschützte Teil der Kirche). Der barocke Bau wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch einen neogotischen ersetzt.
Das heutige Kirchengebäude, wurde in den Jahren 1897 bis 1900 erbaut.

Das Glockengehäuse aus den 50er Jahren und der nachkonziliare „Bildersturm“ in den 60er Jahren veränderten St. Leodegar nicht unbedingt zum Besseren. Die Verschlimmbesserung im Inneren wurde um die Jahrtausendwende mit viel Aufwand wieder rückgängig gemacht. Die Wiedereröffnung fand im Jahr 2000 statt.

Nachdem das Dach ebenso mit enormem finanziellem Aufwand erneuert wurde bleibt dann aber noch die Orgel, die auch einer dringenden Überholung bedarf. Dafür hat sich mittlerweile die Bürgerinitiative „Orgelpatenschaft“ gebildet, um zumindest mittelfristig durch kreative Aktionen das nötige Geld zu beschaffen. 

In der Kirche befindet sich auch eine größere Statue der heiligen Barbara, die stets besonders geschmückt ist, zur Erinnerung an die Bergleute und den Bergbau in Düppenweiler.

Selige Blandine Merten

Im Eingang der Kirche befindet sich rechts die Blandinen-Kapelle.

Die am 10. Juli 1883 in Düppenweiler geborene und am 18. Mai 1918 in Trier verstorbene Maria Magdalena Merten wurde an Allerheiligen im Jahr 1987 von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

Der ehemaligen Ursulinenschwester zu Ehren hat ihre Heimatpfarrei Düppenweiler im Eingangsbereich der Pfarrkirche St. Leodegar eine Kapelle gewidmet. Hier befindet sich eine Knochenreliquie von ihr.

Vor der Kirche steht ein Kunstwerk, das die selige Schwester Blandine Merten als Stütze einer Himmelsleiter zeigt. Die Skulptur stammt von der einheimischen Künstlerin Margret Lafontaine.
In der alten Schule rechts vor der Kirche, heute ein soziales Zentrum des örtlichen DRK, besuchte Blandine Merten von 1889 bis 1897 die Volksschule und machte in den zwei Jahren danach ihre ersten Unterrichtsversuche als Lehrassistentin. Nachdem sie zunächst die  Lehrerinnenbildungsanstalt besucht hatte und einige Zeit in Oberthal, Morbach und Großrosseln als Volksschullehrerin unterrichtete, trat sie 1908 zusammen mit ihrer Schwester Elise in die Ursulinenkongregation Calvarienberg in Arweiler ein. Bis zu ihrem frühen Tod aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung gehörte sie dem Orden an.

Bereits kurz nach ihrem Tod begann ihre Verehrung, da mehrere Menschen nach Gebeten zu ihr Heilung erfuhren. Die Schar ihrer Verehrer und Verehrerinnen wuchs ständig, vor allen Dingen nachdem 1985 die Heilung einer österreichischen Missionsschwester von einem schweren Melanom erfolgte, die 1986 von der Kirche als Wunder anerkannt wurde. Am Hochfest Allerheiligen 1987 sprach Papst Johannes Paul II. Sr. Blandine selig.

Geburtshaus Schwester Blandine

Blandine Merten wurde am 10.Juli 1883 als neuntes Kind in Düppenweiler geboren.
Das Geburtshaus steht in der heutigen Schlossbergstraße. Blandine war die Tochter von einfachen Bauersleuten. Insofern wohnte sie mit ihren Eltern und Geschwistern in einem sogenannten „Südwestdeutschen Quereinhaus“, das in einen Wohn- und in einen Scheunen- und Stallteil gegliedert war. Das Haus wechselte nach dem Krieg den Besitzer und wurde dann auch umfassend erneuert und den Erfordernissen eines Bäckereibetriebes angepasst. Das heutige Haus hat aber mit dem ursprünglichen Bauernhaus nur noch die äußeren Maße gemeinsam.

Bei der Seligsprechung überreichte der ehemalige Ortsvorsteher Papst Johannes Paul II. ein Gemälde von Blandines Geburtshaus. Der Bergmannsverein schenkte ihm eine Kupferskulptur des Bergbausymbols „Schlägel und Eisen“.

Fast ein Jahr nach der Seligsprechung besuchte schließlich der Trierer Bischof Hermann-Josef Spital anlässlich der Blandinenfeier das Geburtshaus der Seligen, um die dort angebrachte Tafel zu segnen.

Museumsbunker

Bereits im Jahr 1992 hatte der damalige Kultur- und Heimatverein Düppenweiler die Idee, den Westwallbunker in der Dieffler Straße zu restaurieren und für Besichtigungen zu öffnen.
Dieser Bunker ist als Regelwerk 10 a Teil des mächtigen Westwalls, der von der holländischen bis zur schweizerischen Grenze reichte. Rund 4000 Bunker mit unterschiedlicher Größe und Bedeutung wurden in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in einem aberwitzigen Arbeitsbeschaffungsprogramm von den Nazis gebaut. Bedeutung erlangte das Bollwerk zu keiner Zeit des verheerenden Krieges zwischen 1939 und 1945.

Der Bunker in der Dieffler Straße besitzt zwei Mannschaftsräume und einen Geschützraum. Seine Besonderheit hat er in der östlichen Richtung mit einer mächtig überdeckten Hangsicherung, einem Flur, der dem Museumsbunker heute dazu dient, die leidvolle Geschichte bezogen auf Düppenweiler zu dokumentieren.

Steinbruch im Loch und Bendersche Schanz

Nach den ältesten Angaben wurde der Steinbruch schon im Jahr 1854 von einer Gehöferschaft betrieben. Gehöferschaften stellten eine Besonderheit des alten Trierischen Landes dar. Nach Auflösung dieser Wirtschaftsform ging der Steinbruch 1885 in den Besitz der Familie Schäfer aus Düppenweiler über.

Der Melaphyr wurde in mühseliger Arbeit im Sprengverfahren gewonnen, wobei die Bohrlöcher von Hand in das harte Gestein getrieben wurden. Nach der Sprengung verarbeitete man das Material in Handarbeit zu Kleinschlag und transportierte es mit Pferdefuhrwerken für den Straßenbau in die nähere und weitere Umgebung. Durch den Bau der Bunkeranlagen des Westwalls und der hierfür notwendigen Zufahrtsstraßen gewann der Steinbruch enorm an Bedeutung. Während die jährliche Ausbeute zuvor durchschnittlich etwa 1000 m³ betrug, erreichte sie im Jahr 1939 die fünfzehnfache Menge.

Aus dem Gelände des Steinbruchs stammt ein keltischer Armreif, ein Hinweis auf die schon frühe Besiedlung in dieser Gegend.

Hier befand sich auch die sogen. „Bendersche Schanz“. Es handelte sich hier um eine Stellung österreichischer Truppen unter dem Obristen Bender in den Revolutionskriegen um 1794. Diese Truppen lagen in einer ständigen Auseinandersetzung mit den französischen Revolutionstruppen im nahegelegenen Dillingen. Die Anlage wurde durch die Steinbrucharbeiten zerstört.

Keltisches Hügelgrab

Eine keltische Besiedlung lässt sich für diese Region mit Sicherheit ab dem 6. Jh. v. Chr. nachweisen.
Auch auf dem Litermont erkennt man noch heute eine Ringwallanlage. Ob diese Anlage keltischen oder römischen Ursprungs ist konnte bis heute nicht festgestellt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser strategisch wichtige Punkt bereits von Römern und Kelten genutzt wurde. Die Existenz von Hügelgräbern (sog. Tumuli) ist auch für Düppenweiler bezeugt. Der von 1832 bis 1848 in Dillingen als Pfarrer wirkende Heimatforscher Philipp Schmitt berichtet in seinen Aufzeichnungen über zwei solcher Tumuli, die etwa 6 Fuß (ca. 1,88 m) hoch gewesen seien und sich von dieser Stelle aus ca. 100 m weit in südlicher Richtung befunden haben. Allerdings sind diese Grabhügel heute im Gelände nicht mehr zu erkennen. Nach einer von Pfarrer Schmitt gezeichneten Karte lag der eine Hügel jedenfalls noch auf der Gemarkung von Düppenweiler, der „andere dort, wo die Wälder von Düppenweiler und Diefflen zusammenstoßen“.

Welcher Zeit die Grabhügel zuzuordnen sind, kann nicht gesagt werden, da sie nie geöffnet wurden. Aufgrund der Beschreibung Pfarrer Schmitts und der Tatsache, dass in der Umgebung vielfach ähnliche Gräber geöffnet wurden, dürften die Düppenweiler Grabhügel in die La-Tène-Zeit einzuordnen sein.

Hinterer Wehlenberg

Von dieser Stelle auf dem 381 m hohen Hinteren Wehlenberg hat der Wanderer einen herrlichen Ausblick auf die Merchinger Muschelkalkplatte und in den Hochwald hinein.

Neben dem Kupferbergwerk hatte die Dillinger Hütte über kurze Zeit noch ein zweites Bergwerk in der Nähe des Ortes Düppenweiler in dem Distrikt „Faule Teilung” angelegt und baute dort noch bis in die 1850er Jahre hinein Eisenerze ab. Die Lage dieser Grube ist von dieser Stelle aus nicht zu erblicken, da sie in der Tallage in der Nähe des Haustadter Weihers liegt. Das geförderte Roherz kam zunächst auf die Schmelzhütte nach Bettingen und dann als gereinigtes Erz nach Dillingen. Nachdem sich der Betrieb allerdings als unrentabel erwiesen hatte, wurde er ebenso wie das Kupferbergwerk schließlich eingestellt. Kein geringerer als der später so berühmte und unglückliche Marschall Ney, der in Saarlouis als Sohn eines Böttchers geboren und aufgewachsen war, stand vor seiner militärischen Laufbahn als junger Mann in den Diensten der Dillinger Hütte und hatte auf den beiden Gruben in Düppenweiler eine Stelle als Schreiber oder Buchhalter inne.

In der Ferne erkennt man hier auch die sogen. Merchinger Platte. Entlang der gesamten Platte befanden sich in früheren Zeiten Steinbrüche, die heute noch zu sehen sind. Während in den unteren Lagen zahlreiche Sandsteinbrüche zu finden sind, wurde in den oberen Lagen dagegen früher in mühsamer Handarbeit auch der harte Kalkstein in Steinbrüchen gewonnen und in Schachtöfen gebrannt.

Auf Saarfelser Gebiet, also ganz am westlichen Ende der Muschelkalkplatte, wurde daneben schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts sogar Gips abgebaut. Von 1930 an bis 1962 erfolgte der Gipsabbau dann sogar im Untertagebetrieb.

Grauer Stein

Wir stehen hier vor einem Felsgebilde ganz besonderer Art, welches schon Ursache für viele Geschichte und Sagen war und im Volksmund teilweise als „Druiden – oder Keltenstein“ bezeichnet wird.

Auf dem Litermont befinden sich verstreut liegende große Gesteinsbrocken. Es sind Gerölle des Rotliegenden der Kuseler Schichten, die beim Aufbruch des Berges vor 220 bis 160 Millionen Jahren mit dem magmatischen Quarzporphyr fest verbacken wurden und hierhin gerollt sind.
Auch der „Graue Stein“ ist vulkanischen Ursprungs. Es handelt sich um Quarzporphyr, fast reinen Quarz mit etwas Eisenanteilen.

Die Gesteinsmassen wurden beim Ausbruch des Vulkans nicht hinausgeschleudert, sondern sind als zäh fließendes Magma an die Erdoberfläche gedrückt worden. Diese Fließstrukturen lassen sich noch heute an dem kleineren Gesteinsbrücken neben dem größeren „Grauen Stein“ besonders gut beobachten. Der „Graue Stein“ steht unter Naturschutz.

Litermont

Wir haben hier das Gipfelkreuz des 414m hohen Litermonts erreicht.

Der Litermont ist insbesondere im Saarland als „sagenumwobener“ Berg bekannt. In Tat ranken sich viele Sagen um diesen Berg. Die bekannteste unter ihnen ist die vom Ritter Maldix, der auf der Burg Litermont wohnte, den Karfreitag missachtete und bei der Jagd auf einen weißen Hirsch hinter der Nalbacher Kirche einen Felsen hinab stürzte. Anschließend soll sich der Teufel seiner bemächtigt haben und ihn in das Innere des Litermonts verbannt haben, wo er den Schatz des Teufels bewachen muss. Nur einmal im Jahr, an Karfreitag, darf er als wilder Jäger den Litermont unsicher machen. Als 414m hoher Berg ragt der Litermont aus dem Primstal hervor.

Vom Gipfelkreuz hat man bei gutem Wetter einen herrlichen Ausblick auf das halbe Saarland und insbesondere auf die ehemaligen Saarkohlengruben. Der Litermont selbst war Gegenstand eines vielfältigen Bergbaus. So tut sich unterhalb des Gipfelkreuzes ein riesiger alter Steinbruch auf. Auf der Nord – und Nordwestseite gab es weitere zahlreiche Steinbrüche auf Melaphyr, Kalk und Feldspat sowie im Kupferbergwerk Düppenweiler auf Kupfer, Blei und Brauneisenstein.
Im 12./13. Jahrhundert hat sich wohl auf dem Litermont eine kleinere Burg befunden. Hiervon sind heute nur noch spärliche Anzeichen zu finden.

Auf dem Bergplateau wurde vor einigen Jahren der Nachbau einer napoleonischen Signalstation errichtet.

Ebenso hat die Gemeinde Nalbach hier einen sogen. „Weidendom“ errichtet, der der Gemeinde auch als Standesamt dient.

Steinbruch im Gewann „Herchenbach“

Hier in der Gewann „Herchenbach“ hatte die Firma Villeroy & Boch in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts damit begonnen, Feldspat abzubauen und legte zu diesem Zweck einen Steinbruch an.
Den Feldspat verwendete Villeroy & Boch hauptsächlich zur Herstellung von Mosaikplatten und Steingut; letzteres in der Steingutfabrik, der Fayencerie, von Mettlach. Den durch Sprengung in großen Massen gelösten Feldspat bereitete man an Ort und Stelle auf und verlud ihn auf große Loren. 1912 stellte Villeroy & Boch den Grubenbetrieb in Düppenweiler wegen veränderter Produktion ein und veräußerte 1914 den etwa einen Hektar großen, damals noch keineswegs erschöpften Feldspatsteinbruch an die Gemeinde Düppenweiler.

In der Folgezeit wurde der Steinbruch in kleinerem Umfang weiter genutzt. Die gesprengten Steine dienten jedoch nicht mehr der Herstellung keramischer Erzeugnisse, sondern fanden hauptsächlich als Baumaterial Verwendung. Noch heute finden sich viele Häuser in Düppenweiler, die aus diesen Herchenbacher Steinen erbaut sind.

Steinbrüche in der Gemarkung „Steinunner“

Hier in der Gemarkung „Steinunner“ befinden sich mehrere sehr alte Steinbrüche; geologisch ähnlich den Steinbrüchen in der Herchenbach.

Die Steinbrüche in der „Steinunner“ wurden bereits im 16. Jahrhundert erwähnt und sind somit wohl die ältesten Steinbrüche in Düppenweiler.

Nachweislich diente der Steinbruch auch dem Aufbau der Fundamentanlage für die alte Feuermaschine (eine Vorläuferin der Dampfmaschine) am nahegelegenen Kupferbergwerk in den 1770er Jahren.

Barbarakapelle und Linsenbergstollen

Der wallonische Unternehmer Joseph Remacle Hauzeur hatte 1724 den Bergwerksbetrieb übernommen und an die 300 Bergleute aus dem Erzgebirge beschäftigt. Diese wohnten in Baracken auf dem Bergwerksgelände. Für seine Bergleute ließ Hauzeur auf dem Bergwerksgelände auch eine Kapelle errichten, die auf einem alten Grubenriss eingezeichnet und auch beschrieben ist. Nach dieser Beschreibung mussten die Bergleute morgens um fünf Uhr zum Gebet in der Kapelle erscheinen, bevor sie eine Stunde später zur Arbeit einfuhren. Die Bergleute waren damals auch aufgrund ihrer gefährlichen Arbeit gottesfürchtig. Sie werden gleichwohl keine ganze Stunde gebetet haben. Vielmehr diente diese Zeit vor der Einfahrt auch dazu, die Bergleute zur Arbeit einzuteilen und sie vor der gefährlichen Einfahrt über steile Leitern auch wach zu halten.

Der ursprüngliche Standort der Kapelle lag etwa 30 m unterhalb dem heutigen Standort. Dort befinden sich auch noch die Fundamente der alten Kapelle. Die neue Kapelle wurde 1995 errichtet. Jedes Jahr am 3. Adventssamstag findet hier unter großer Beteiligung der Bevölkerung die traditionelle Mettenschicht der Bergleute statt.

Neben der Bergwerkskapelle befindet sich der Linsenbergstollen. Im 19. Jahrhundert wurde dieser als Suchstollen der Dillinger Hütte angelegt. Er wurde 2007 wieder freigelegt und ist heute Teil des Litermont-Sagenweges. Er ist daher auch für jedermann frei zugänglich und mit Bewegungsmeldern ausgestattet.

Huthaus

Das Huthaus am Kupferbergwerk wurde 2003 als Info- und Aufenthaltsräumlichkeit zur Abwicklung des Besucherverkehrs im Besucherbergwerk errichtet. Heute befinden sich im Untergeschoss ein Infobüro, ein Raum zur Einkleidung der Besucher des Besucherbergwerkes sowie die Sanitärräume. Im Obergeschoss ist eine Gaststätte mit Restaurant eingerichtet zum Aufenthalt der Gäste, zur Rast für die vielen Wanderer, die den hier beginnenden Litermont-Sagenweg begehen, aber auch zur Durchführung vieler öffentlicher oder auch privater Festveranstaltungen.

Die Bezeichnung „Huthaus“ ist im Saarland im Zusammenhang mit Bergbau kaum oder gar nicht bekannt. Der Name rührt aber daher, dass in anderen bekannten Bergbaugebieten, wie z.B. in Tirol oder im Erzgebirge, der Leiter eines Bergwerks als „Hutmann“ bezeichnet wurde. Er hatte den gesamten Bergbaubetrieb zu leiten oder nach der alten Bezeichnung „zu behüten“. In seinem Haus, dem „Huthaus“, wurden alle Bergbaugerätschaften aufbewahrt und auch die gewonnenen Erze aufbewahrt. Das Gebäude war also nichts anderes, als das Verwaltungsgebäude eines Bergwerks. Im Hinblick darauf, dass die ersten Bergleute in Düppenweiler fast alle aus dem Erzgebirge kamen, wurde auch für unser Infogebäude der Name „Huthaus“ gewählt.

Über etwaige frühere Verwaltungsgebäude am Bergwerk ist nur wenig bekannt. Anfang des 18. Jahrhunderts befand sich ein solches wohl direkt auf dem Bergwerksgelände und am Ende des 18. Jahrhunderts im Dorf Düppenweiler.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Düppenweiler

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mit freundlicher Genehmigung des „Saarländischen Museumsverbands e.V.“.

VIELEN DANK.