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 © Stadt Mosbach. Tourist-Information und Geopark-Informationszentrum.

 

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Der Geopunkt Schreckberg vereint geologische und biologische Besonderheiten, die an Tafeln im Gelände und im Informationszentrum „Milchhäuschen“ auf dem Schreckhof erläutert werden. Denn mit seinen Kalktrockenrasen und sonnenexponierten Gebüschen ist der Schreckberg auch für wärmeliebende Tierarten von überregionaler Bedeutung, insbesondere für Heuschrecken.

Der rot markierte Teil des Geopark-Pfads Naturerlebnis Schreckberg widmet sich der Geologie. Er ist 3,5 Kilometer lang (etwa 1,5 Stunden Gehzeit). Entlang der grün markierten Teilstrecke findet man auf zwei Kilometern Wegstrecke (etwa eine Stunde Gehzeit) Informationen zu Flora und Fauna.

Wegstationen
Station 1: Alte und neue Gesteine

Hier finden sich zugleich die ältesten und die jüngsten am Schreckberg auftretenden Gesteine. Die Steinbruchwand besteht aus Plattensandstein, einer Untereinheit des roten Buntsandsteins. Er ist über 240 Millionen Jahre alt. An der Abzweigung der Straße findet man dagegen einen hellen Kalksinter, der auch heute noch weiter wächst. Eine Tafel verrät Ihnen die Entstehung der unterschiedlichen Gesteine und unter anderem auch woher der Buntsandstein seine rote Farbe hat.

Station 2: Saurier am Schreckberg

Der Schreckberg ist Saurierland. Lernen Sie Raubsaurier und Riesenlurche kennen, die in diesem ehemaligen Steinbruch ihre Spuren hinterlassen haben und erfahren Sie wie die Landschaft hier vor über 240 Millionen Jahren ausgesehen hat.

Station 3: Früher Salzsümpfe, heute Hügel

In diesem ehemaligen kurpfälzer Herrschaftswald finden sich die Sedimente von Salzsümpfen aus der Zeit des Buntsandstein. Die auffällige Hügellandschaft ist diesen sogenannten Röttonen zu verdanken.

Station 4: Muscheln und Fischsaurier

Im Muschelkalkgestein des Schreckbergs wurden nicht nur verschiedenste Muscheln, Schnecken und Tintenfische gefunden. Auch die Fossilien delfinähnlicher Fischsaurier hat man hier entdeckt.

Station 5: Weinbau

Noch vor 200 Jahren wurde der Großteil des Schreckbergs zum Wein- und Obstanbau genutzt. Heute gibt es nur noch wenige Weinberge hier, doch die Spuren des ehemaligen Weinbaus finden sich fast überall entlang des Geopark-Pfades.

Station 6: Keine Schaumschlägerei

Im oberen Teil des Schreckberg treten besonders harte, hervorstehende Muschelkalkschichten auf. Ihre auffällige Struktur erhalten diese sogenannten Schaumkalkbänke von herauswitternden, runden Gesteinspartikeln.

Station 7: Trockenrasen

Trockenrasen bieten auf den Muschelkalk-Böden des Schreckberg durch schwierige Temperaturbedingungen und wenig Feuchtigkeit einen seltenen Lebensraum für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. 

Station 8: Manche mögen's heiß

Durch die nach Süden ausgerichtete Lage und den steinigen Untergrund konnten sich am Schreckberg besondere Biotope für wärmeliebende Heuschrecken entwickeln. Typische Arten solcher Lebensräume sind die Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) und die Feldgrille.

Station 9: Leben im oberen Stockwerk

Heuschrecken findet man nicht nur auf Wiesen und Äckern. Eine ganze Anzahl von Arten hat auch Büsche und Baumwipfel erobert. Durch ihre versteckte Lebensweise bekommt man die Tiere gewöhnlich selten zu Gesicht.

Station 10: Erdbeben und die Alpen

Viele Steine des Unteren Muschelkalk enthalten merkwürdige „Rippel“ . Diese wurden einst durch Erdbeben im noch nicht zu Stein gewordenen Sediment am Boden des Muschelkalkmeeres erzeugt.

Station 11: Ungebügelt - Falten im Kalkstein

Die Gesteinsschichten an diesem Aufschluss sind wellenartig gebogen. Solche Gleitfalten entstanden im Muschelkalkmeer als instabile Hänge abrutschten und sich verfalteten.

Station 12: Das Ende des Meeres

Als das Muschelkalkmeer austrocknete, hinterließ es Salz und Gips des Mittleren Muschelkalk. Die letzten Schichten aus dem verlandenden Meer enthalten große Zahlen einer an die widrigen Umweltbedingungen angepassten Muschel: Neoschozodus orbicularis, nach ihr wurden die sogenannten obricularis-Mergel benannt.

Station 13: Allerweltsbürger - Grashüpfer

Zu den bekanntesten Heuschrecken zählen spätestens seit Biene Maja die Grashüpfer. Zwei der häufigsten Arten am Schreckberg sind der Gemeine Grashüpfer (Chorthippus parallelus) und der Nachtigallgrashüpfer (Chorthippus biguttulus). Äußerlich kaum zu unterscheiden, sind sie leicht an ihrem Gesang zu identifizieren.

Station 14: Heuschrecken - was sind das eigentlich für Tiere

Heuschrecken haben wie die meisten Insekten 6 Beine und einen dreigeteilten Körper. Man kann die Gruppe der Langfühler- und die der Kurzfühlerschrecken unterscheiden. In Baden-Württemberg ist fast die Hälfte aller Heuschreckenarten als gefährdet eingestuft.

Station 15: Kinder des Sommers

Heuschrecken haben meist nur ein kurzes Leben. Viele fallen Spinnen oder Vögeln zum Opfer. Alle Überlebenden sterben spätestens bei den ersten kräftigen Herbstfrösten. Anders als die Raupen von Schmetterlingen sehen die frisch aus dem Ei geschlüpften Heuschrecken-Larven den erwachsenen Tieren bereits recht ähnlich.

Station 16: Lebensraum Äcker

Auf Äckern mit intensiver Nutzung sind nur wenige Heuschrecken-Arten zu finden. Das regelmäßige Pflügen der Böden und die jährliche Ernte machen den Heuschrecken das Überleben schwer, denn damit werden ihre an Pflanzen und im Boden abgelegten Eier zerstört. Daher leben Heuschrecken in Ackerlandschaften vor allem entlang von Feldwegen oder von Stilllegungsflächen. Charakteristisch sind hier Arten mit geringen Lebensraumansprüchen.

Station 17: Klimawandel und Heuschrecken

Auch in der Insektenwelt macht sich der Klimawandel bemerkbar. Besonders das Weinhähnchen und die Sichelschrecke (Bild links), zwei wärmeliebende Arten, breiten sich mit der zunehmenden Erderwärmung aus und ersetzen Arten der gemäßigteren Zonen.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Mosbach

Faltblatt „Der Geopark-Pfad Naturerlebnis Schreckberg Mosbach“