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Das bedeutendste Erzvorkommen des Odenwaldes ist eine Eisen- und Manganlagerstätte, die am Rand der Buntsandstein-Überdeckung des Grundgebirges zu Tage tritt.

Im Kodex des Klosters Lorsch werden in der Grenzbeschreibung der Mark Heppenheim bereits im 8. Jahrhundert Erzgruben in dieser Lagerstätte als Grenzpunkt genannt.

Als der Eisenerzbergbau längst unwirtschaftlich geworden war, entstand 1877 mit der Einführung des Thomasverfahrens bei der Stahlherstellung ein großer Bedarf an Stahlveredlern. Die Lagerstätte wurde nun wieder wegen ihrer Manganerze interessant:

Um 1884 nahm die lothringische Firma „de Wendel“ den Grubenbetrieb an der Geiswiese auf; bis 1900 waren zeitweise bis zu 300 Bergleute beschäftigt. Während die Firma „de Wendel“ ihre Aktivitäten 1900 nach Wald-Michelbach verlegte, betrieb die Firma „Gebrüder Stumm“ aus Neunkirchen/ Saar die Rohrbacher Grube „Georg“ mit Unterbrechungen bis 1924.

Insgesamt wurden aus den Gruben zwischen Vierstöck und Rohrbach rund 400.000 t Manganerz gefördert.

Die Wanderung führt Sie vorbei an Spuren des Bergbaus und überrascht Sie mit herrlichen Aussichten in die liebliche Landschaft. Entdecken Sie die Relikte des Bergbauzeitalters.

Bei Reichelsheim lag einst das bedeutendste Erzvorkommen des Odenwaldes. Seit dem 8. Jahrhundert ist der Bergbau dokumentiert und im 19. Jahrhundert erlebte er eine Renaissance. Beschränkte man sich anfangs auf den Eisenerz-Abbau, so wurde später für die Stahlveredelung auch Mangan interessant.

Zahlreiche Tafeln informieren über den Zusammenhang zwischen Geologie, Bergbau und Landschaftsform. Man begegnet Relikten aus dem Bergbauzeitalter und erwandert den Wandel der Bergbautechnik sowie Halden und Spuren der älteren Gruben.

Viele kleine, im Laufe der Jahrhunderte eingestürzte Schürfschächte hinterließen unzählige Mulden in der Landschaft, was sich auch auf die heutige Bewirtschaftung auswirkt.

Im südlichen Teil der Runde lagert in Talsenken zwischen Sandstein und Granit erzhaltiger Zechstein. Höhepunkt ist sicher der Blick in den alten Stollen der Grube Georg.

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz aus führt die Tour in den Wald bis zu der noch bis ins 21. Jahrhundert betriebenen Tongrube. 400 Meter weiter teilt sich der Weg. Sie halten sich rechts und folgen der L-Markierung etwa anderthalb Kilometer bergab und bergauf, an insgesamt sechs Infotafeln vorbei. An der Infotafel zur Grube Georg geht es wieder rechts ab. Nach knappen 200 Metern macht der Pfad eine Linksbiegung. An der „Handhaspel“ wird der Wald lichter und Sie wandern am Waldrand entlang.

 

Nun führt der Weg etwa 200 Meter durchs Feuchtgebiet und biegt dann rechts ab. Schon bald ermöglicht Ihnen ein kleiner Abstecher nach rechts die Weide hinab den Einblick in den alten Stollen der Grube Georg.

Über Wiesen und Täler geht’s zum Wanderparkplatz. Bestaunen Sie die „Wollsackverwitterung“ der abgerundeten Steinblöcke und folgen ein Stückchen der Landstraße am Friedhof vorbei zum Landgasthof Lärmfeuer. Kurz darauf verlassen Sie den asphaltierten Weg und biegen rechts ab. Hinter einer scharfen Linkskehre werden Sie wieder zum Wald geleitet.

Einen knappen Kilometer später treffen Sie auf den ersten Abschnitt der Tour, in nördlicher Richtung erreichen Sie bald den Ausgangspunkt.

Markierungszeichen

L

Die Wegstationen
Station 1: Starttafel
Station 2: Lagerstättengeologie
Station 3: Tongrube
Station 4: Bergbauspuren und -folgen
Station 5: Gruben Gleiswiese
Station 6: Grubenhunt
Station 7: Stollensysteme
Station 8: Zwerge und Bergbau
Station 9: Holzverbau
Station 10: Grube Georg
Station 11: Haspel
Station 12: Grube Juno
Station 13: Grube Georg
Station 14: Alter Stollen
Station 15: Bergmannsleben
Station 16: Wollsackverwitterung
Station 17: Geologisches Panorama
Station 18: Geleucht

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Reichelsheim

Tourenbeschreibung „Geopark-Pfad Bergbaulandschaft“