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Die folgende Beschreibung (bis Abb. 12) wurde unverändert übernommen von der privaten Webseite www.opengeiger.de –  Stand 16.04.2013.

Mit freundlicher Genehmigung von Bernd Laquai. Vielen DANK.

Das Gebiet Schramberg

Das schöne an dieser „Geiger-Cache Location“ ist die Tatsache, dass es sich hier wirklich um eine vom Menschen bisher nicht beeinflusste natürliche und schwache Radioaktivität handelt. Da die Gegend dazuhin noch sehr schön ist, eignet sich diese Location für einen schönen Ausflug, besonders auch für Schulen. Die Stadt Schramberg hat eine nette Altstadt, ein Uhrenmuseum und ein altes Schloss auf einem Berg mit schöner Aussicht.

Schramberg hatte schon sehr früh mit der Radioaktivität Kontakt. Das lag daran, dass hier eine führende Uhrenindustrie beheimatet war, dominiert von der Firma Junghans in der 1907 von Arthur Junghans die Radium haltige Leuchtfarbe entwickelt wurde. Auch der Leiterplatten-Hersteller Schweizer, der damals noch ein Emaillierwerk betrieb, nutzte die Leuchtfarbe auf den Emaille-Werbeschildern. Die Folgen des überschwenglichen Gebrauchs von Radium war dann auch noch bis vor einigen Jahren auf der Betriebsdeponie von Junghans an der Glasbachkurve bei N48 14.149 E8 24.048 ein spürbar. Man fand hier noch einige Behälter mit Radiumresten und konnte an der Böschung eine Dosisleistung von einigen zehn Mikrosievert pro Stunde messen. Daraufhin wurde der strahlende Müll entsorgt und die Deponie wenigstens grob eingezäunt. Mittlerweile ist die Deponie stark zugewachsen und man kann auch in nächster Nähe kaum eine Erhöhung der ortsüblichen Nullrate bemerken.

In den Jahren der aufkommenden Nuklearindustrie geriet der schöne Schwarzwaldort aber ebenfalls wieder in das Visier der Strahlenforscher. Bei Uranprospektionsarbeiten hatte man festgestellt, dass im Bereich der Geigeshalde (der Berghang südlich der Lauterbacher Straße im Ortsteil Geisshalden) verstärkt Uranmineralien zu finden sind. Das hat damit zu tun, dass hier die Granite und der Granitporhyr des Triberger Granit Massivs an der Erdoberfläche offen zu Tage treten. Dieses Urgestein hat einen relativ hohen Urangehalt. An der Geigeshalde wie auch am Schramberger Felsenmeer (nördlich der Lauterbacher Straße) kann man das an einer deutlichen Erhöhung der Zählrate gegenüber dem sonstigen Nivau in Schramberg erkennen. Diesen beiden Örtlichkeiten kombiniert mit den anderen kulturellen und touristischen Zielen in Schramberg kann man nun  Einen schönen Ausflug planen. Er führt von der Innenstadt hoch zum Schloß Hohenschramberg (auch Nippenburg genannt) bei N48 13.549 E8 22.722, von dort wieder hinunter zum Felsenmeer (etwa bei N48 13.424 E8 22.326). Man kreuzt die Lauterbacher Straße bei den Lauterbacher Wasserfällen (eher Wasserfällchen) und geht auf der anderen Seite der Strasse dem Trombach folgend wieder hoch auf die Höhe bei Tennenbronn (N48 12.967 E8 22.084). Von dort führt ein schöner Waldweg entlang etlicher geologischer Aufschlüsse die Geigeshalde hinunter in die Altstadt von Schramberg. Beim Felsenmeer findet man auch einen schönen geologischen Lehrpfad der einige Details zur Geologie vor Ort erklärt. Einen GPX-File mit der ca. 9km langen Route dieses Wegs findet man hier: www.opengeiger.de/download/TourSchramberg.gpx.

Die höchsten Strahlungswerte findet man entlang der Aufschlüsse an der Geigeshalde zwischen N48 12.896 E8 22.634 und N48 12.908 E8 22.734. Die Werte liegen hier an einzelnen Punkten bis etwa 0.45uSV/h. Aber auch zwischen des Felsenblöcken im Felsenmeer und am Bachbett des Trombachs kann man deutlich erhöhte Werte erkennen (Werte bis 0.35uSv/h). In dieser wirklich schönen Umgebung kann man wirklich zu dem Glauben kommen, dass die natürlich Strahlung in dieser Größenordnung auch positive Eigenschaften oder gar heilende Kräfte haben könnte. Man sollte dabei aber vielleicht auch daran denken, dass auch eine Tollkirsche an sich ein sehr schöne, wenn auch hoch giftige Pflanze ist.

Abb. 1: Übersicht über die Tour in Schramberg

Abb. 2: Profil der mit dem Gammascout gemessenen Dosisleistung entlang der Tour

Abb. 3: GeoRexx Daten im Bereich des Schlossbergs und dem Felsenmeer

Abb. 4: GeoRexx Daten im interessanten Bereich der Geigeshalde

Abb. 5: Alte Junghans Betriebsdeponie vom Glasbachweg her

Abb. 6: Burg Hohenschramberg von der Geigeshalde aus

Abb. 7: Blick auf Schramberg vom Schloß aus

Abb. 8: Granit-Blöcke im Schramberger Felsenmeer

Abb. 9: Gesteins-Matrix des Granits im Schramberger Felsenmeer

Abb. 10: Marienbild am Trombach bei N48 13.279 E8 22.240

Abb. 11: Schwach strahlende rötliche Porphyr-Aufschlüsse an der Geigeshalde

Abb. 12: Blick auf Schramberg von der Geigeshalde aus

Ergänzungen

1973 wurden bei Uran-Prospektionsarbeiten am steilen Hang der Geigeshalde starke Annomalien festgestellt. Diese wurden mit Schürfgängen und Kernbohrungen intensiv untersucht. Man unterteilte damals in die Geigeshalde West und die G. Ost. Man stellte fest, daß oberflächennah eine Folge von Gängchen mit nur sehr geringer Länge vorliegt. Es handelt sich um uran- und wismutreiche Gangstrukturen. In 50 m Teufe konnte keine Spur der oberflächenreichen Uranmineralisation mehr festgestellt werden. Innerhalb des Schurfes wurden erhebliche Urangehalte von 0,2 – 2,5% U3O8 festgestellt. Durchschnittlich 0,5%.

Quelle: Mineralienatlas.de