Das Kirnbachtal zwischen Tübingen und Bebenhausen bietet einen besonderen Einblick in die Geologie und Landschaftsgeschichte des Keuperberglandes.
Entlang einer einfachen Wanderung erläutern 13 Stationen geologische Besonderheiten und die Entstehung der Landschaft anhand herausragender Aufschlüsse und Landschaftsformen.
Hinweis: Die Stationen 1 bis 10 sind auch mit Kinderwagen erreichbar, der historische Pfad durch den Olgahain zur Station 11 führt über eine längere Treppe. Der abgekürzte Weg ist barrierefrei begehbar.
Historie
Bereits im Jahr 1977 wurde der Geologische Lehrpfad Kirnberg anlässlich der 500 Jahr-Feier der Eberhard-Karls-Universität angelegt. Es war damals ein Gemeinschaftsprojekt vom Fachbereich Erdwissenschaften, der Naturparkverwaltung und den Forstämtern Tübingen und Bebenhausen.
Im Lauf der Jahre war der Lehrpfad in die Jahre gekommenen. Die Schilderhäuser waren baufällig, die Tafeln waren teils durch umgestürzte Bäume zerstört worden und weder inhaltlich noch gestalterisch zeitgemäß. Die geologischen Aufschlüsse waren zugewachsen.
Da sich die Runde durch das Kirnbachtal über den Olgahain hoch zum Klostersteinbruch offensichtlich immer noch großer Beliebtheit erfreute fasste wurde der Pfad auf Veranlassung des Forsts neu gestaltet.
Am 02. Juni 2017 wurde der mit Dinosauriern markierte Lehrpfad (Gehzeit ca. 2 Stunden) mit geändertem Streckenverlauf neu eröffnet.
Wegstation 2: Prallhang mit herabgestürzten Blöcken einer Kieselsandsteinbank (Hassberge-Formation). Juli 2026
Wegstationen
Station 1: Geologischer Lehrpfad Kirnbachtal
Der Lehrpfad im Kimbachtal führt über 13 Stationen durch die Geologie, Paläontologie und Landschaftsgeschichte des Keuperberglandes. Die Landschaft ist geprägt von Gesteinen, die sich hier seit 235 Millionen Jahren unter wechselhaften Umweltbedingungen abgelagert haben.
Höhendifferenz:
100 m
Länge:
5 Kilometer, durch Abkürzung 3 Kilometer
Gehzeit:
1,5 bis 2 Stunden, durch Abkürzung 1 bis 1,5 Stunden
Hinweis:
Die Stationen 1 bis 10 sind auch mit Kinderwagen erreichbar, der historische Pfad durch den Olgahain zur Station 11 führt über eine längere Treppe.
Der geologische Lehrpfad Kirnbachtal wurde 1977 zum 500-jährigen Bestehen der Universität Tübingen von Klaus Brenner und Klaus-Dieter Balke konzipiert und 2017 von Klaus-Dieter Balke, Joachim Eberle, Philipe Havlik und Madita Schantz mit der Unterstützung der Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen und ForstBW überarbeitet und erweitert.
Nach dem Zurückweichen des Muschelkalkmeeres vor 239 Millionen Jahren herrschten in Süddeutschland vorwiegend festländische Bedingungen. Die Temperaturen waren deutlich höher als heute. Zu Beginn des Keupers breiteten sich weite Sumpfgebiete und flache Seen über Süddeutschland aus. Doch bald darauf führte zunehmende Trockenheit zu erhöhter Verdunstung, wovon heute die Sedimente des Gipskeupers zeugen. Flüsse schnitten sich in den Untergrund ein und Süddeutschland verwandelte sich in eine Savannenlandschaft mit Galeriewäldern und offenen Gebieten wie im heutigen Ostafrika.
Tafel 2 an Station 1
Gesteinsfolge der Oberen Trias (Keuper) im Tübinger Raum
Diese Kenntnisse gewinnen wir aus den Gesteinen, die sich damals gebildet haben: Sande, heute als Keupersandsteine verfestigt, wurden in Flüssen und zeitweise weitflächig auf dem Land abgelagert, während feinkörnige Tone und Mergel von Stillwasserbedingungen und Bodenbildung zeugen. Im Kirnbachtal und am Olgahain lässt sich der Wechsel dieser Keupersedimente beispielhaft studieren. Der Lehrpfad führt von den Bunten Mergeln (Steigerwald-Formation) über den Stubensandstein (Löwenstein-Formation) bis zum Rhätsandstein (Exter-Formation, Tübingen Sandstein), der am Ende der Triaszeit mit dem Vordringen des Jurameeres abgelagert wurde. Unterwegs lernen wir aber auch jüngere Formen und Prozesse kennen, die teilweise noch heute die Landschaft des Schönbuchs prägen.
Folgen Sie uns auf der spannenden Reise in die Vergangenheit Süddeutschlands ..
Station 2: Ein Fluss in der Wüste?
Die „Rote Wand“ besteht überwiegend aus fein geschichteten Tonen, überlagert von gebanktem Sandstein. Die Tone lagerten sich in strömungsarmen, stehenden Gewässern ab. Im trocken-heißen, wüstenartigen Klima reicherte sich durch Verdunstung Salz an. Es entstanden Salzpfannen. Dies belegen Abdrücke von Steinsalzkristallen, die sich in dünnen Sandsteinbänkchen zwischen den Tonen erhalten haben.
Auch die Gesteinsfarbe selbst verrät uns einiges über das damalige Klima, rote Tone belegen, dass während der Ablagerung und Diagenese (Gesteinswerdung) zum Teil so trockene Bedingungen herrschten, dass das im Sediment vorhandene Eisen oxidierte: Es bildeten sich rot gefärbte Eisenoxide. Sind Tone hingegen grau oder grün-grau gefärbt, weist dies auf feuchtere Bedingungen hin, bei denen Eisen reduziert wurde und eine grünliche Farbe annahm. Oft sind solche Gesteine aufgrund hohen Gehaltes an organischem Material dunkel verfärbt.
Über den Tonen folgen im Aufschluss Sandsteinbänke, in denen Schrägschichtungsbänder auf. Transport und Ablagerung von Sanden in Flüssen hinweisen. Während der Fluss durch die breite Ebene mäandrierte, lagerten sich im Strömungsschatten ständig Sandkörner ab. Durch die stetige Verlagerung des Laufs entstanden so Stapel von schräg geschichteten Sandsteinlagen. Die Zusammensetzung der Körner (Quarz, Feldspat und Gesteinsbruchstücke) und die stark unterschiedlichen Korngrößen deuten auf einen relativ kurzen Transportweg hin. Der Kieselsandstein (Hassberge-Formation) wurde also vermutlich von einem Flusssystem mit nur regionalem Einzugsgebiet geschüttet.
Paläogeographie im Keuper von Deutschland und weltweit
Die Verteilung von Land und Meer während der geologischen Vergangenheit können wir aus dem Auftreten und der Beschaffenheit der Sedimentgesteine ablesen: Während auf dem Festland weiträumig Erosion und Ablagerung sowie Bodenbildung stattfinden, werden im flachen Meer Kalksteine gebildet und Tone abgelagert. Oft verraten uns Fossilien, unter welchen Bedingungen sich ein Sedimentgestein gebildet hat.
Zur Zeit der Späten Trias waren alle Landmassen der Erde noch in einem Superkontinent, Pangäa, vereint. Dieser begann aber zu zerbrechen.
Zwar öffnete sich der Nordatlantik erst später, aber tektonische Ereignisse und Meeresspiegelschwankungen beeinflussten das Germanische Becken, ein Flachmeer im Bereich des heutigen Deutschlands, schon während der Keuperzeit. Von Südwesten wurde vor allem Süddeutschland immer wieder vom Meer überflutet.
Station 3: Wasser formt die Täler ... auch heute noch!
Wie und wann ist es dem Bach gelungen, sich so tief in die Sand-, Mergel- und Tongesteine des Keupers einzuschneiden und das Kirnbachtal zu formen?
Dazu muss man sich in die letzte Kaltzeit vor etwa 20.000 Jahren zurückversetzen, als die Landschaft nur von wenigen Sträuchern und Gräsern bewachsen war. In dieser kargen Tundra gab es auch noch keine tiefgründigen Böden, und so flossen Schmelzwässer und Regenniederschlage überwiegend an der Oberfläche ab.
Vor allem in den Sommermonaten und gegen Ende der Kaltzeit transportierte der Kirnbach große Mengen an Sand und Geröll talwärts und tiefte sich dabei immer mehr ein. Unterstützt wurde diese Tiefenerosion durch eine stärkere Heraushebung der Landschaft, wodurch der Höhenunterschied größer und der Kirnbach wilder wurde.
Kaltzeitliche Bedingungen herrschten während der letzten 1,5 Millionen Jahre jedoch mehrfach, so dass die Talbildung in mehreren Phasen stattfand. Ganz harmlos ist der Kirnbach aber auch heute nicht. Bei Hochwasser wird er wieder zum Wildbach und kann mit seiner Erosionskraft an Forstwegen und Uferböschungen erhebliche Schäden verursachen. Noch vor etwa 200 Jahren floss der heute begradigte und an die südliche Talflanke verlegte Kirnbach als Wildbach auf der ganzen Breite des Tals.
An dieser Stelle bildete der Bachlauf ursprünglich eine Flussschlinge und verbreiterte dabei durch Seitenerosion das Tal. Bei genauem Hinschauen werden Sie erkennen, wo der Kirnbach einst verlief. im Unterlauf zwischen den Stationen 1 und 2 hat der Kirnbach streckenweise noch einen recht natürlichen Charakter und bildet schöne Bachschlingen aus.
Die Umgebung eines Flusses oder Baches wird durch dessen Wasserführung stark beeinflusst. Bei Hochwasser können Erosion und Überflutungen große Schäden verursachen. Dies geschah zuletzt am 23. August 1987 in Tübingen-Lustnau durch den Anstieg des Goldersbachs von 30 Zentimeter auf 2 Meter. Auch am Kirnbach stieg der Pegel in kürzester Zeit von 7 auf 43 Zentimeter an. Die Pegelstation befindet sich am Beginn des Lehrpfads.
Station 4: Urkräfte zerreißen den Schönbuch
Durch die Erosionskraft des Kirnbachs wurde hier eine Steinmergelbank freigelegt. Sie bildet eine Stufe, die länger der Abtragung standhält als die weichen Mergel und Tone darüber. Auf diese Weise können im Laufe der Zeit größere Schwellen im Bachbett entstehen, an denen sich Wasserfälle bilden.
Die meisten Sedimentgesteine werden waagerecht abgelagert. Erst durch Kräfte der Gebirgsbildung (tektonische Kräfte) werden die Schichten verkippt, gefaltet oder zerbrochen. Diese Steinmergelbank neigt sich leicht nach Südosten. Dies ist die Folge von zwei Ereignissen, die vor etwa 50 Millionen Jahren ihren Anfang nahmen: Einerseits führt die Heraushebung der Alpen dazu, dass im nördlichen Alpenvorland Landsenkungen erfolgen, wodurch sich Südwestdeutschland insgesamt leicht nach Süden neigt, andererseits wird durch die Aufwölbung der Randbereiche des späteren Oberrheingrabens der Schwarzwald gehoben und das süddeutsche Schichtstufenland nach Osten geneigt.
Aus der Überlagerung dieser zwei Stressfelder erfolgt eine Verkippung nach Südosten. Solche Vorgänge laufen nie ganz reibungslos ab. Entlang von geologischen Störungszonen verschieben sich Gesteinspakete horizontal und vertikal. Eine solche Struktur findet sich im Gebiet um Bebenhausen. Hier verläuft das „Schwäbische Lineament“ etwa 30 km nordwestlich der Schwäbischen Alb parallel zum Albtrauf.
Diese Störungszone hebt die Gesteine südlich um bis zu 30 Meter gegenüber denen auf der Nordseite. Direkt erlebbar werden Strukturen wie das Schwäbische Lineament, wenn die Verschiebungen ruckartig erfolgen: Es kommt dann zu Erdbeben.
Station 5: Sand von nah und fern
Zur Zeit der Späten Trias war Süddeutschland über weite Bereiche eine riesige Flachlandschaft, in der sich große, verwilderte Flusssysteme ausbreiteten und angelieferte Sedimente ständig weiter umlagerten. Das Böhmisch-Vindelizische Land (Reste davon finden sich zum Beispiel im heutigen Bayerischen Wald), ein Hochgebiet, das sich von der Schweiz bis nach Regensburg erstreckte, wurde beständig abgetragen und Sand und Ton wurden im Becken abgelagert. Zeitweise transportierten die Flüsse sogar Gesteinsschutt aus dem Baltischen Raum bis nach Süddeutschland.
Woher die Flüsse kamen und wie weit sie ihre Fracht transportiert haben, können wir noch heute anhand der Minerale, die sie mitbrachten, rekonstruieren.
Sandsteinlesen
Aus den Ablagerungen eines Flusses kann man seine Geschichte lesen.
Je nach der Fließgeschwindigkeit des Wassers unterscheidet sich seine Transportkraft. Bei starker Strömung können Steine und Kiese über eine gewisse Entfernung transportiert werden, bei schwächerer nur noch Sande, und bei sehr langsam fließenden oder stagnierenden Bedingungen bleiben lediglich Tonpartikel als Schwebefracht übrig. Natürlich kann die Kraft jahreszeitlich, niederschlagsabhängig und regional je nach Gefälle stark schwanken.
Bei über längere Zeitraume gleichbleibenden Kräften bilden sich so gleichkörnige Sedimente: Alle kleineren Körner werden wegtransportiert und alle größeren sind schon weiter flussaufwärts liegen geblieben. Man spricht dann von gut sortierten Sandsteinen.
Werden Sande über lange Zeiträume immer wieder umgelagert, bleiben nur die härtesten Komponenten erhalten. Weichere Mineralien, wie Feldspat und Kalkkörner, werden zerrieben, sodass am Ende vor allem Quarzsand übrig bleibt. Gleichzeitig schleifen sich die einzelnen Körner durch den Transport immer stärker ab, sie werden runder.
Sedimentstrukturen der Gesteine verraten uns darüber hinaus, in welche Richtung und wie schnell der Fluss floss, ob er austrocknete oder ob Tiere den Untergrund durchwühlten. Gleich am nächsten Standort können Sie den Stubensandstein selbst erforschen…
Tafel 2 an Station 5
Sandstein unter dem Mikroskop
Sandsteine werden zu den klastischen Sedimentgesteinen gezählt. Solche Gesteine werden durch die Erosion anderer Gesteine gebildet. Somit besteht ein Sandstein aus einzelnen Mineralkörnern oder Bruchstücken seiner Ausgangsgesteine. Die Mineralkörner werden je nach Härte schneller oder langsamer aufgerieben, und wie im Falle des Stubensandsteins durch den Flusstransport nach ihrer Größe sortiert. Ein Blick durch die Lupe zeigt, dass der Stubensandstein hauptsächlich aus mittel-bis grobkörnigen, kaum gerundeten, hellgrauen Quarz-körnern und weißlichen bis rötlichen Feldspäten zusammengesetzt ist. Die pulverig-mürben Anteile bestehen aus Kaolinit, einem Tonmineral, das sich erst nach Ablagerung der Sandsteine aus verwittertem Feldspat gebildet hat. Um einen noch genaueren
Eindruck des Stubensandsteins zu erhalten, werden Dünnschliffe des Gesteins angefertigt, und diese unter dem Mikroskop betrachtet.
Mittels besonderer Filter können die optischen Eigenschaften der einzelnen Mineralkörner sichtbar gemacht werden. Diese verraten dem Geologen, aus welchen Mineralkörnern genau der Sand zusammengesetzt ist, und woraus das Bindermittel zwischen den einzelnen Körnen besteht. Mit dieser Information kann der Geologe dann das Liefergebiet und die Entstehungsgeschichte des Sandsteins rekonstruieren.
Baustein und Mühlsteine
Das Bindemittel des Stubensandsteins ist häufig weicher Kalk. Deshalb wurde er lange Zeit als Baustein, aber auch zur Herstellung von Mühlrädern verwendet. Was sich leichter abbauen lässt, hält aber auch der Verwitterung nicht so lange stand, wovon viele stark verwitterte Sandsteinsockel alter Fachwerkhäuser zeugen. Die Tübinger Stiftskirche und das Portal des Schlosses bestehen ebenfalls aus Stubensandstein. Die Verwitterung hat auch hier bereits Spuren hinterlassen.
Die Verwendung als Mühlstein hatte dagegen gleich zwei Vorteile: Der Kalk wurde beim Mahlen des Getreides mit abgerieben, was dazu führte, dass das Mehl nicht so leicht verklumpte und das Gewicht zunahm, was den Ertrag des Müllers steigerte
Des Schwaben liebster Stein
Der Stubensandstein erhielt seinen Namen, da er früher zum Fegen der heimischen Stube genutzt wurde. Die Sandkörner sorgten für Abrieb, das kalkige Bindemittel band Flüssigkeiten, zum Beispiel Fett, und reinigte so den Boden. Ein wirksames und ökologisches Putzmittel für robuste Boden!
Station 6: Vom Sand der Flüsse zum Sandstein
Die Sande des Stubensandsteins (Löwenstein Formation) lagerten sich vor 218 bis 206 Millionen Jahren in einer flachen Beckenlandschaft ab. Schrägschichtungsbänder mit wechselnder Schüttungs-richtung und unterschiedliche Größen der Sandkörner zeugen von Flussablagerungen mit schwankender Strömungsenergie. Die Sande bestehen sowohl aus harten, wie auch aus weicheren Körnern, was auf einen kurzen Transportweg hindeutet. Tatsächlich liegt das Liefergebiet vermutlich im Vindelizischen Land, einem Hochgebiet, das von der Böhmischen Masse Richtung Südwesten bis in die heutige Schweiz reichte.
Die Flusssysteme des Stubensandsteins verzweigten sich in zahlreiche einzelne Flussarme, ein „Zopfstromsystem“ entstand Der Wechsel von Flusssedimenten (Sandsteinlagen) und Stillwassersedimenten (Ton dominiert) zeugt vom Wechselspiel zwischen Klima und Tektonik, Schauen Sie sich die Gesteine am Aufschluss genau an, Sie werden viele interessante Details in den Ablagerungen dieses Urflusses entdecken Fossilien findet man hier allerdings nur sehr selten.
Station 7: Saurierland Württemberg
Zur Ablagerungszeit des Stubensandsteins herrschten in Süddeutschland stark saisonal schwankende Bedingungen: Niederschläge waren nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt, und es kam wiederholt zu ausgedehnten Waldbränden. Nach einem solchen Brand bot der Untergrund kaum Widerstand gegen Abtragung, es kam vermehrt zu Erosion und somit anschließend zu einer weiträumigen Ablagerung von Sanden und Kiesen. Fossile Bodenablagerungen mit kalkigen Ausfällungen in bestimmten Lagen, sogenannte Kalikrete, sind nicht selten und deuten auf warm-trockene Bedingungen hin. An diesem Standort können Sie zwischen den Sandsteinlagen eine solche Kalkkruste entdecken.
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Holzkohle eines Nadelbaumes aus dem Keuper. Deutlich sind die Zellstrukturen zu erkennen. Dies belegt einen Waldbrand vor 218 Millionen Jahren. In der Bild-mitte ist ein Jahresring erhalten, der belegt, dass in der Oberen Trias jahreszeitliche Klima-schwankungen in Süddeutschland herrschten.
Aufgrund der geringen Niederschläge wurde die Vegetation bestimmt durch nur wenige Farnpflanzen aber sehr viele, groß wüchsige Nadelbäume. In der großflächigen Ebene Süddeutschlands bildete sich eine savannenähnliche Vegetation mit offenen Baumbeständen, vor allem entlang von Fluss-Altarmen.
Bei einem saisonalen stark schwankenden Klima lebten zahlreiche Reptilien in Süddeutschland. In dieser Rekonstruktion finden sich neben dem Dinosaurier Plateosaurus auch frühe Flugsaurier.
Solche Bereiche boten Nahrung für eine reiche Fauna an Wirbeltieren: aus den Ablagerungen des Stubensandsteins (Löwenstein-Formation) kennen wir Schildkröten und Dinosaurier. In den Flüssen jagten die bis zu 12 Meter langen, krokodil-ähnlichen Phytosaurier zwischen Schmelzschuppenfischen. An Land lebten neben den pflanzenfressenden Dinosauriern (Plateosaurus) gleich zwei große Raubtiere: Rauisuchier (landlebende Verwandte unserer heutigen Krokodile), aber auch die ersten Raubdinosaurier, zum Beispiel Liliensternus.
Die Dinosaurier kommen
Die Dinosaurier gehören zu den Archosauriern, den Herrscherreptilien, die im Erdmittelalter das Land dominierten. Vor 230 Millionen Jahren spielten die Dinosaurier aber noch keine große Rolle. Noch herrschten Rauisuchier, mit den Krokodilen verwandte Reptilien, als Räuber an Land. Der große Siegeszug der Dinosaurier begann erst in der Späten Trias, als Plateosaurus, einer der ersten großen Langhalsdinosaurier, über die Erde wanderte und Liliensternus einer der ersten Raubdinosaurier war. In der anschließenden Jura- und der Kreidezeit, vor 200-66 Millionen Jahren, waren die Dinosaurier dann die vorherrschende Reptilgruppe.
Station 8: Wie eine große Treppe – das Süddeutsche Schichtstufenland
Der Wechsel von harten, klüftigen Sandsteinen sowie weicheren und dichtgelagerten Ton- und Mergelgesteinen des Keupers wirkt sich auch auf die Oberflächenformen aus.
Sicher haben Sie auf den letzten Metern bemerkt, dass der Weg steiler wurde. Sie haben eine Schichtstufe im Stubensandstein überwunden und stehen an dieser Stelle auf einer Verebnung im Bereich der harten Sandsteinschicht. Die Böden sind hier sehr flachgründig und arm an Nährstoffen, Moose kommen damit aber gut zurecht. Bis zur Tafel 10 verläuft der Lehrpfad nun im Bereich der weichen Knollenmergel (Trossingen Formation), bevor der harte Rhätsandstein (Tübingen Sandstein, Exter Formation) und damit die nächste Schichtstufe erreicht wird. Die weicheren Ton- und Mergelgesteine bilden die Hänge zwischen den einzelnen Steilstufen und sind vielerorts anfällig für Rutschungen.
Über 30 Millionen Jahre haben unsere Flüsse aus den Gesteinen des Deckgebirges eine reizvolle Schichtstufenlandschaft heraus modelliert, die sich heute von Ostrand des Schwarzwalds bis auf die Hochfläche der Schwäbischen Alb erstreckt. Hier im Keuperbergland des Schönbuchs sind die einzelnen Stufen allerdings nicht ganz so hoch wie am Trauf der Schwäbischen Alb, wo die besonders harten und sehr mächtigen Kalke des Oberen Juras (Weißjura) anstehen der eindrucksvollste Stufenbildner Suddeutschlands.
Station 9: Erosion durch Wasser und „Schwäbischer Landschaden“
Unterhalb des Weges fällt der Hang im harten Stubensandstein steil ins Kirnbachtal ab. Kleine Bäche schneiden hier schmale Rinnen, sogenannte Klingen“ ein. Diese engen, wie mit einem Messer eingeschnittenen Tälchen beginnen häufig an Gesteinsgrenzen, die oftmals auch Quellhorizonte bilden. Die zahlreichen Klingen sind sehr charakteristisch für den Schönbuch und erzeugen ein dichtes Talnetz, wodurch die Landschaft an vielen Stellen auch recht unzugänglich ist – auch deswegen haben frühe Siedler einen Bogen um die eher unwirtlichen Keuperwaldberge gemacht.
Ganz anders sieht die Landschaft oberhalb des Weges aus. Das flache, leicht wellige Gelände verdanken wir dem Knollenmergel (Trossingen-Formation), der sich mit seinen quellfähigen, fein-körnigen Tonsteinen zwischen zwei Sandstein-Formationen des Keupers befindet. Die vielen kleinen Feuchtgebiete und schief stehenden Baume zeigen an, dass hier ganz andere Boden und Wasserverhältnisse anzutreffen sind. Staunasse und die schwer durchwurzelbaren, tonreichen Substrate stellen die Vegetation vor besondere Herausforderungen. Immerhin enthalten die Mergel im Vergleich zu den Sandsteinen aber sehr viele mineralische Nährstoffe, die das Pflanzenwachstum begünstigen.
Schwieriger Baugrund
Der Knollenmergel wird unter Bauherren auch als „Schwäbischer Landschaden“ bezeichnet, da diese Gesteine sehr anfällig für Rutschungen sind und oftmals nicht bebaut werden können oder aber sehr aufwändige Fundamente erfordern. Wenn sie feucht werden, quellen die Tone des Knollenmergels und vergrößern dadurch ihr Volumen, in Trockenphasen schrumpfen sie wieder. Auch Forstwege müssen daher im Bereich des Knollenmergels besonders häufig instandgesetzt werden. Wie die Gesteine des Knollenmergels entstanden sind und wie sie aussehen erfahren Sie am nächsten Standort.
Station 10: Dinosaurier und Paläoböden
Rote Mergel (Mischung aus Kalk und Ton), Tone und Schluffe mit einzelnen Kalkknollen sind die Ablagerungen, die wir aus der Zeit des Knollenmergels (Trossingen-Formation) finden. Weiterhin herrschten trocken heiße Bedingungen in Süddeutschland. Das Leben sammelte sich entlang von kleinen Tümpeln und Sümpfen, Pflanzen wuchsen vor allem an solchen Wasserlöchern. In den Gesteinen dieser Zeit fin den sich zahlreiche Hinweise auf fossile Bodenbildungen, wie wir Sie heute aus savannenähnlichen Ökosystemen kennen. Von Westen her erfolgten flache Überflutungen durch das Meer, die zur Ablagerung von marinen Sedimenten, dem Steinmergelkeuper, führten. Damit kündigte sich die Überflutung Suddeutschlands durch das Jurameer bereits an.
Bekannt wurde der Knollenmergel vor allem wegen der Funde von Plateosauriern. Diese bis zu 8 Meter langen pflanzenfressenden Langhalssaurier wurden an verschiedenen Fundorten in Württemberg entdeckt und waren auch schon zur Zeit des Stubensandsteins bei uns heimisch. Berühmt sind vor allem die Funde aus Trossingen. Dort wurden mehr als 50 Skelette des Schwäbischen Lindwurms, wie der Plateosaurus auch gerne genannt wird, gefunden. Aber auch Bebenhausen ist eine bekannte Fundstelle, wo bereits Friedrich August Quenstedt, Begründer der Stratigraphie der Schwäbischen Alb und der Geologie an der Universität Tübingen. im 19. Jahrhundert Dinosaurier gefunden hatte. Darüber hinaus sind auch Reste von Landschildkröten bekannt. Sie sind die geologisch ältesten, vollständig entwickelten Schildkröten, die bisher entdeckt wurden.
Die unruhige, wellige Landoberfläche mit schief stehenden Bäumen (Säbelwuchs) und zahlreichen Feuchtstandorten ist sehr charakteristisch für den Knollenmergel. Die größeren Tümpel entlang des Weges wurden allerdings künstlich angelegt, um neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen.
Noch heute diskutieren Paläontologen, ob sich der Dinosaurier Plateosourus auf zwei oder auf vier Beinen fortbewegt hat (Abbildung auf der Infotafel: Rekonstruktionen am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart).
Der Olgahain
Ein „Gründungsjahr“ des Olgahains ist nicht bekannt Aufgrund der Archivquellen ist der Hain zwischen 1867 und 1871 angelegt worden. Wahrscheinlich wurde er der Königin vom Forstamt Bebenhausen oder auf Initiative König Karls zwischen 1871 und 1873 gewidmet.
Das Zusammenkommen einer Vielzahl von Natur schönheiten tell den Platz auf dem Kimberg dem Geschmack der Zeit entsprechen und schuf ideale Voraussetzungen für den Olgahain. Zunächst vor allem ist es die wildromantische Geländeform – eine der Hauptschönheiten des Olgahains. Die nördliche Begrenzung wird von der Abbruchkante des Rhätsandsteins gebildet, die schon für sich allein eine großartige Kulisse bietet. Der sich darunter anschließende Oberhang des Knollenmergels ist durch das Quellungsverhalten des Materials stark gemuldet und gebuckelt, während er sich im Unterhang auf dem Rücken des Stubensandsteins allmählich verebnet.
Der Oberhang ist teilweise von Hangschutt und Blockmeeren des Rhät überdeckt, darunter Einzelblöcke von mehreren Meteen Durchmesser. Da Rhätschutt meist aus Platten und Blöcken besteht – die alle eine plane Seite haben – war genügend Baumaterial für Mauern, Treppen und Bänke vorhanden.
Auch der Unterwuchs entspricht dem Geschmack der Zeit. Damals wie heute wird das Bild vor allem von den vielfältigen Grüntönen der Farne und Moose bestimmt, die durch die hohe Luftfeuchte am Gestein bestens gedeihen.
Wahrscheinlich war bereits auch Wasser in Form von wassergefüllten Mulden vorhanden, die auf aufgelassene Thngruben zurückgehen. Die südostexponierte Hanglage bietet besonders ab Mittag eine begeisternde Beleuchtung, da das schräg durch das Blätterdach einfallende Licht lebhafte Hell-Dunkel-Bilder zeichnet.
Der Oligahain ist durch günstigen Kaltluftabfluss wesentlich wärmer als die Ortslage von Bebenhausen. Der Aufenthalt ist besonders im Frühling und Herbst sehr angenehm. Zu diesen Jahreszeiten hielt sich das Königspaar häufig in Bebenhausen auf.
Der Verfall begann vermutlich bereits ab 1891, nach dem Tod König Karls. Die Anlage verwilderte, wurde unattraktiv und verschwand aus dem Bewusstsein der Bevölkerung – bis 1977. Von 1968 bis 1985 leitete Forstdirektor Dr. Baumann das Bebenhäuser Forstamt. Offen für die Schönheiten des Waldes und seiner historischen Schätze ließ er eine Eremitenkapelle und den Olgahain in wesentlichen Teilen freilegen und das Wegenetz in Anşätzen wieder erstellen.
Der „rekonstruierte“ Olgahain wurde 1977 anlässlich der Eröffnung des geologischen Lehrpfades am Fuße des Kirnbergs der Öffentlichkeit übergeben.
Eine Hinweistafel befindet sich im Olgahain. Heute wird die Anlage als einst im Olgahain ausgesehen haben eine Art, „Naturdenkmal“ der Nachwelt erhalten.
Station 11: Das Jurameer kündigt sich an
Der Tübingen Sandstein (früher Rhätsandstein, Exter-Formation) unterscheidet sich deutlich von den übrigen Keupersandsteinen: Die Körner bestehen fast nur aus Quarz und sind alle gleichgroß. Dies ist ein. deutlicher Hinweis auf lang andauernde Umlagerung. Die Sande des Rhätsandsteins erinnern sehr an einen Strandsand, und tatsächlich finden sich zahlreiche Hinweise, die ihn als küstennahe und stark bewegte Ablagerung eines Meeres ausweisen, vor allem Spurenfossilien. Ruhespuren von Schlangensternen und Bohrgänge, die denen des Wattwurms sehr ähneln. Auch zahlreiche Sedimentstrukturen bieten wertvolle Hinweise, denn sehr häufig finden sich Wellenrippeln.
Im Gegensatz zu Strömungsrippeln, die durch eine einseitig gerichtete Strömung asymmetrischen einen Querschnitt haben, sind bei Wellen-rippeln die beiden Flanken der Rippein gleich steil und symmetrisch als Ergebnis des Wellenschlags. Daher wird der Ablagerungsraum des Tübingen Sandstein als Sandwatt interpretiert. Es herrschten also ähnliche Ablagerungsbedingungen wie im heutigen Wattenmeer der Nordsee.
Tafel 2 an Staion 11
Die Schwäbische Kloake
Berühmt würde der Tübingen Sandstein vor allem wegen einer dünnen Lage, mit der er nach oben hin abschließt, dem Rhätbonebed. Es besteht fast ausschließlich aus Überresten van Wirbeltieren. Vor allem Fischschuppen und Zähne sind darin sehr zahlreich. Die weicheren Knochen dagegen wurden häufig durch mehrfache Umlagerung des sandigen Sediments zerrieben. Neben Knochenfischen und Haren sind auch Zähne von Reptilien vorhanden. Sowohl Meeressaurier wie Nothosaurier, Ichthyosaurier und Krokodile, aber auch Landwirbeltiere wie Dinosaurier und Rauisuchier kommen gelegentlich vor. Von besonderer Bedeutung für die Forschung sind wenige Millimeter kleine Zähne mit mehreren Wurzeln: die Überreste der geologisch ältesten Säugetiere in Süddeutschland. Ein knappes Dutzend dieser Zähne wurde in den vergangenen 130 Jahren entdeckt. Im Durchschnitt findet sich in einer Tonne Sediment höchstens ein solches Zähnchen
Das Bonebed wartet aber noch mit einer weiteren Besonderheit auf. Neben den Zähnen, Schuppen und Knochen finden sich auch länglich-ovale Gebilde, die sehr reich an Phosphaten sind. Dies sind sogenannte Koprolithen (fossile Exkremente). Sie enthalten manchmal noch die unverdauten Reste der Nahrung ihrer Produzenten: Fischschuppen und zahne oder Insektenflügel.
Fossile Exkremente bleiben nur sehr selten erhalten, da sie der Ver-witterung kaum standhalten können. Der Geologe Friedrich August Quenstedt setzte diese wenige Zentimeter mächtige Lage an die Basis des Schwäbischen Jutas und nannte sie „Die Schwäbische Kloake“. Die außergewöhnliche Häufigkeit von Koprolithen im Rhätbonebed rechtfertigt wohl diesen Namen.
Im Rhätbonebed finden sich zahlreiche, verschiedene Zähne und Fischschuppen. Die häufigsten sind hier wiedergegeben:
- Zähne von Sargodon tomicus (Knochenfisch)
- Schaufelförmige Zähne von Severnichthys (Knochenfisch)
- Mahlzähne von Sargodon (Knochenfisch)
- Schuppen von Gyrolepis (Knochenfisch)
- Wirbelkörper eines Meeressauriers
- Koprolithen (fossile Exkremente)
- Zähne von Hybodus minor (Hai)
- Zähne von Lissodus (Rochen)
Station 12: Geologischer Grenzgang
Unser Weg verläuft hier ziemlich genau an der wichtigen geologischen Grenze zwischen Trias und Jura. Gesteine der frühen Jurazeit (ehemals Lias alpha) bilden die höchste, abgeflachte Kuppe des Kirnbergs. Nach der Überflutung Süddeutschlands durch das Jurameer vor etwa 200 Millionen Jahren lagerten sich im flachen Meer Kalke und Tone ab: die Psilonotenschichten. Darauf folgte erneut eine Zeit, in der Flüsse Sand in das Meeresbecken lieferten. Davon zeugt der Angulatensandstein, der auch als Baustein genutzt wurde. Er zeigt ähnliche Spuren und Sedimentstrukturen wie der Rhätsandstein. Die seltenen Funde von Ammoniten bezeugen aber, dass er unter voll marinen Bedingungen abgelagert wurde.
Wertvoller Staub aus der Kaltzeit
Auf vielen Festgesteinen Suddeutschlands liegen auch noch Reste von Lössablagerungen der Kaltzeiten. Löss ist ein sehr feinkörniges Sediment und besteht überwiegend aus Quarzkörnchen, Kalk und Tonanteilen. Dieser Staub wurde vor etwa 20.000 Jahren aus vegetationsfreien Flächen der Tundra und aus Flusstälern ausgeweht und an anderer Stelle wieder abgelagert. Gräser konnten den Staub fixeren und im Laufe der Zeit bildeten sich so mancherorts mehrere Merter mächtige Lössablagerungen.
Während der letzten 12.000 Jahre verwitterte der gelbliche Löss zu fruchtbaren und tiefgründigen Parabraunerden, wie sie etwa für die Filderebene („Filderlehm“) typisch sind. Hier auf dem Plateau des Kirnbergs sind diese kaltzeitlichen Ablagerungen allerdings oft nur noch wenige Dezimeter mächtig; trotzdem verbessen sie die ansonsten flachgründigen und steinigen Sandsteinböden der Hochfläche ganz erheblich.
Heute Wald – früher Weide
Wären Sie vor 200 Jahren an dieser Stelle gestanden, hätte sich Ihnen ein völlig anderes Bild der Landschaft geboten. Der „schöne Buchenwald“ war durch ungeregelte Rodung, Wiesennutzung und Waldweide großflächig zerstört. Als Johann Wolfgang von Goethe 1797 auf einer Reise in die Schweiz durch den Schönbuch fuhr, schrieb er: „Einzelne Eichbäume stehen hier und da auf der Trift“. Erst ab 1820 ließ König Wihelm I. von Württemberg den Wald wieder planmäßig aufforsten, um sein Jagdrevier bei Bebenhausen zu erhalten. Einzelne mächtige alte Eichen und Buchen sind Zeugen der früheren Nutzung von Teilen des Schönbuchs als Waldweide, hier fanden Nutztiere Schatten in einer ansonsten waldfreien Landschaft im Schönbuchmuseum in Dettenhausen können Sie mehr über die wechselvolle Geschichte dieses Waldgebietes erfahren.
Station 13: Schatzkammer Schönbuch?
Der Schönbuch wurde aufgrund seiner vielen engen Täler und nicht immer günstiger Böden nur am Rande besiedelt. Das Waldgebiet bot aber für die angrenzenden Siedlungen schon immer wichtige Ressourcen.
Steinreiche Keuperwaldberge
Bereits die Römer nutzten die Sandsteine des Schönbuchs für Gebäude und Straßenbau. Wie am Standort 11 oder bei Pfrondorf wurde auch gegenüber dieser Tafel der besonders wertvolle und widerständige Rhätsandstein bis vor wenigen Jahrzehnten in kleinen Steinbrüchen abgebaut. Der schöne Baustein wurde an zahlreichen Tübinger Bürgerhäusern, an Gebäuden der Universität sowie als Pflasterstein zum Beispiel in Bebenhausen verwendet. Noch bis vor wenigen Jahren waren Steinbrüche bei Pfrondorf in Betrieb. Der weniger widerständige aber dafür leicht bearbeitbare Stubensandstein ist im Schönbuch viel weiterverbreitet und wurde an zahlreichen Stellen abgebaut. In den Dörfern der Umgebung findet er sich in fast allen älteren Gebäuden (Sockel) oder in Weinbergmauern, in Tübingen prägt er verschiedene historische Gebäu de (Standort 6). Sogar für den Bau des Ulmer Münsters, des Kölner Doms sowie am Märchenschloss Neuschwanstein sind Sandsteine aus dem Schönbuch verwendet worden.
Holz als Rohstoff
Neben den Sandsteinen war auch das Holz des Schönbuchs eine wichtige Ressource. Ob als Bau- und Brennholz oder als Werkstoff für Handwerker wie Gerber, Wagner oder Schreiner, vor allem die Rotbuche war und ist ein begehrter Rohstofflieferant. Auch einige Glashütten gab es im Schönbuch, die zeitweise einen regelrechten Raubbau am Wald betrieben. In jüngster Zeit erfährt der Rohstoff Holz als erneuerbarer Energieträger besonders große Wertschätzung.
Naturpark Schönbuch
1972 gegründet, ist der Naturpark Schönbuch der älteste des Landes Baden-Württemberg. Mit einer Fläche von etwa 156 km² bietet dieses große geschlossene Waldgebiet Naherholung für mehr als 2 Millionen Menschen, die in seiner Umgebung leben. Das Naturparkzentrum im Kloster Bebenhausen bietet Ihnen viele weitere Informationen zu diesem einzigartigen Naherholungsgebiet.
Infomaterialien
Bebenhausen
Faltblatt „Geologischer Lehrpfad Kirnbachtal“