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Geoerlebnisareal und Urweltpfad Bolheim sind Zeitfenster in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Alblandschaft.

Ein vielfältiges Angebot an Thementafeln, Geländeaufschlüssen, Fossilienfundplätzen und Geländeinstallationen inmitten des von der UNESCO ausgezeichneten Europäischen Geoparks Schwäbische Alb laden zur Entdeckung ein.

Geologie zum Anfassen bieten fossile Riffe, die Kliffküste, Spuren alter Seenplatten und Urflüsse sowie typische Karstphänomene.

Die Zeitreise auf dem Urweltpfad führt zurück in 160 Millionen Jahre Urzeit und erzählt an 12 Stationen vom Wandel der Alblandschaft und von längst vergangenen Urwelten. Sie alle haben im Geoerlebnisareal ihre Spuren hinterlassen.

Der Urweltpfad beginnt am Wanderparkplatz Brunnenhau und ist acht Kilometer lang. Um ihn zu bewältigen, sollte man drei Stunden Gehzeit einplanen.

Der Urweltpfad Bolheim ist seit Juli 2016 ein Geopoint.

Die Infotafeln
Der Blick in die Urzeit
Das Alter der Erde und die geologischen Epochen umfassen eine enorme, für unsere Vorstellung nur schwer zu ermessende Zeitspanne von ca. 4,6 Milliarden Jahren. Diese Geologische Zeitskala begleitet Sie an allen Stationen und erleichtert Ihnen, die Themen der Stationen und die einzelnen Zeitalter der Erdgeschichte in ihren Gesamtzusammenhang einzuordnen. Die Jahreszahlen nennen Anfang und Ende einer Periode in Millionen Jahren vor heute. Die Abbildungen zeigen für die einzelnen Zeitalter jeweils charakteristische Lebensformen. Wenn wir das gesamte Alter der Erde auf die Dauer eines einzigen Tages beziehen, bedeutet dies, dass die Schwäbische Alb etwa eine Stunde, der Mensch erst wenige Sekunden vor Mitternacht entstanden sind.
Die Savannen Schwabens
Der Boden - Spiegel der Landschaft

Die Alb ist als Gebirge aus Jurakalk bekannt. Da Böden durch Gesteinsverwitterung entstehen, vermutet man auf der Alb auch ausschließlich Kalke als Ausgangsgestein für die Bodenbildung und in Folge überwiegend kalkreiche, steinige Standorte. Diese sind auf der Ostalb allerdings viel seltener als man denkt.

Jurameer - Schwäbische Karibik

Auf Ihrer Wanderung auf dem Urweltpfad werden Sie verschiedene Kalkgesteine des alten Jurameers entdecken – dem aufmerksamen Betrachter erzählen sie die Geschichte ihrer Herkunft. Die drei häufigsten Typen möchten wir Ihnen an dieser Station vorstellen.

Die Schwäbische Riviera - Dem Süden so nah
Schwäbische Everglades - Die Mündung der Urbrenz

Süddeutschland ist eine riesige, leicht nach Süden geneigte Landzunge, umgrenzt von Meeresbecken im Alpenvorland und im Oberrheingraben. Tropische Savannenwälder überziehen das Flachland, an lichten Stellen schimmern tiefrote tropische Verwitterungslehme durch das Grün der Savanne. Maändrierende Flüsse durchströmen träge die weiten Ebenen und entladen ihre Sedimentfracht in breiten Deltas ins Meer…

Heiden - Der Duft der Alb
Typische Mitteleuropäerin und "Mutter des Waldes"

Die Rotbuche ist der natürliche Waldbaum der Schwäbischen Alb. Unterschiede im Erscheinungsbild der Buchenwälder beruhen auf den vorherrschenden Standortfaktoren Relief, Kleinklima und Boden. In der Brenzregion sind zwei Ausprägungen des Buchenwaldes typisch. Auf den kalkfreien, schweren Verwitterungslehmen der Hochflächen ist der artenarme Hainsimsen-Buchenwald vertreten. Die Hanglagen hingegen, deren Böden nährstoffreicher sind und höhere biologische Aktivität und Kalkgehalte aufweisen, sind vom anspruchsvollen Waldgersten-Buchenwald bedeckt. Besonders an diesem Standort dehnen sich ab März Teppiche frühblühender Arten wie Buschwindröschen, Lerchensporn und der geschützten Leberblümchen und Märzenbecher aus.

Die Schwäbische Alb - Vom Meer zum Mittelgebirge

Die starke Hebung der süddeutschen Gesteinsschichten war eine unmittelbare Folge der Grabenbruchbildung im Oberrheingraben und der Alpenauffaltung im Tertiär. Die daran angrenzenden Gebiete wurden durch Hebung und Verkippung in ihre heutige, von NW nach SO geneigte Höhenlage gebracht. Mit der Anhebung waren die Gesteine der Abtragung durch Wasser, Wind, Hitze und Frost ausgesetzt.

Die Schwäbische Alb - Druchlöchert wie Schweizer Käse

Typisch für Karstlandschaften ist die überwiegend unterirdische Entwässerung. Es gibt kaum oberirdische Gewässer. Niederschlag und Gewässer versickern meist sofort in den durch Kalklösung entstandenen Klüften, in Erdfällen, Dolinen oder sog. „Schlucklöchern“. Sie treten nach ihrem unterirdischen Weg durch Höhlensysteme in Quelltöpfen oder in den nur anch starken Niederschlägen oder Schneeschmelzen schüttenden Hungerbrunnen wieder zu Tage. Dort, wo das stark kalkhaltige Wasser aus dem Gestein wieder austritt, setzt es oftmals den darin gelösten kalk wieder ab, bizarre Gesteine wie Sinter, Travertin oder Tropfstein entstehen.

Schwäbisch Sibirien

In den vergangenen 2,5 Millionen Jahren des Quartärs wechselten sich trocken-kalte mit feucht-warmen Klimaepochen ab. Während der Eiszeiten, die letzte Würmkaltzeit endete vor 12.000 Jahren, war die Albhochfläche eine Frostschutt-Tundra im Vorfeld des mit kilometerdickem Gletschereis bedeckten Alpenvorlands und Alpenraums.

Wege zur Kulturlandschaft

200 Millionen Jahre gestalteten allein geologische und natürliche Prozesse das charakteristische Landschaftsbild der Schwäbischen Alb. Vor 40.000 Jahren erschien der steinzeitliche Mensch auf der Alb. Viele Jahrtausende durchstreifte Homo Sapiens noch als Jäger und Sammler die ursprüngliche Naturlandschaft, bis er seit seiner Sesshaftwerdung vor 8000 Jahren zunehmend in die natürlichen Prozesse eingriff – aus Natur – wurden Kulturlandschaften.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Bolheim

Faltblatt „Urweltpfad Bolheim“