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Entdeckertouren

„Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion“

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite „Entdeckertouren Saarland“ herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

Entdeckertour „Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle“

Auf den Spuren der Hartfüßler

Mit der Entdeckertour Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle begeben wir uns auf Spurensuche nach Relikten aus der Zeit des Bergbaus, der unsere Region bis heute geprägt hat. Diese Tour ist die erste grenzüberschreitende und zweisprachige Tour! Sie verbindet – wie auch die Kohleflöze und der Bergbau selbst – die deutsche und die französische Seite. Die Tour besteht aus einer Schleife, die durch den deutschen Teil Geislautern und Velsen führt, sowie einer zweiten Schleife Richtung Petite-Rosselle. Start und Ziel beider Touren ist Velsen. Hier bietet die letzte noch im Originalzustand betriebene Kaffeeküche des Saarlandes die Möglichkeit, vor oder nach der Tour zu rasten und sich zu stärken.

Vom Erlebnisbergwerk Velsen geht es los über den Eisvogelpfad und das bergbaubedingte Feuchtbiotop Richtung ehemaliger Hanseana-Brauerei und dem letzten Gebäude des historischen Geislauterner Eisenwerks. Vorbei an den Überresten des „Schlösschens“, in dem einst die erste von Napoleon gegründete Bergingenieurschule des Saarreviers beheimatet war, führt die Tour Richtung ehemaliger Grube Geislautern. Von dort führt sie vorbei am Glas- und Heimatmuseum Ludweiler und einer Bergarbeitersiedlung zum Naturfreundehaus Warndt. Anschließend führt diese Tour vorbei an der Halde Ludweiler nach Velsen.

Die französische Schleife führt an der Grenze entlang der Rosseltalbahn am Schafbachweiher und dem Naturfreundehaus vorbei zum Museum der Amis du Puits St. Charles. Am Fördermaschinenhaus und dem Schachtgerüst St. Charles I vorbei und dem Monument aux morts führt die Route wieder entlang zahlreicher Spuren der Bergbauära zurück nach Velsen. Dabei hat man von der Halde der Grube Velsen aus eine herrliche Fernsicht.

Die Wegstationen
Kaffeekisch

Die Kaffeekisch Velsen ist die älteste, originale und noch in Betrieb befindliche Kaffeeküche des Saarlandes. Das Torhaus mit Walmdach stammen, ebenso wie die ehemaligen Pferdeställe daneben, aus der preußischen Zeit des saarländischen Bergbaus (1907-1911). Im ehemaligen Torhaus ist seit über 60 Jahren die Kaffeeküche Velsen untergebracht. In der Kaffeekisch konnten die Bergmannsfrauen auch günstige Lebensmittel kaufen. Nach der Schicht war die Kaffeekisch voll mit Bergleuten, die dort noch vor der Abfahrt der Busse ein oder zwei Bier tranken.

Noch heute bietet sie Wanderern und Museumsbesuchern eine Einkehrmöglichkeit – wochentags zwischen 5:30 Uhr und 17 Uhr.

Schachtgerüst
Zwischen 1913 und 1917 wurden die Tagesanlagen der Grube Velsen ausgebaut und um den Schacht Gustav II erweitert, der 1915 ein deutsches Strebengerüst erhielt. Das deutsche Strebengerüst ist eine Weiterentwicklung des englischen Bocks. Es hat keine senkrechten Stützen, die Streben werden mittels horizontaler Träger mit dem Führungsgerüst verbunden und bilden den Grundrahmen für die Seilscheibenbühne. Das Gerüst des Gustavschacht 1, ehemals Rosselschacht, wurde bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgerissen. Die tiefste Sohle der Grube Velsen lag in einer Tiefe von über 1000 Meter.
Historische Dampfmaschine
Bei der historischen Dampfmaschine handelt es sich um die älteste Dampffördermaschine des Saarbergbaus von der Firma Dingler aus Zweibrücken, Baujahr 1916. Der Durchmesser der Koepescheibe beträgt 7 Meter bei einer Leistung von 2000 PS, einem Zylinderdurchmesser von 1100 mm und einem Kolbenhub von 1800 mm. Die Schmiede- und Eisenarbeiten für das Fördermaschinengebäude wurden von der Firma B. Seibert aus Saarbrücken gemacht. Im Jahr 2000 wurde die Fördermaschine von Dampf- auf Druckluftbetrieb umgestellt.
Einfahrt
Die breitere Toreinfahrt wurde im März 1961 erbaut. Ein kleiner Teil des heutigen Erlebnisbergwerks Velsen diente bereits im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Belegschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Stollen erheblich ausgebaut und bis 2011 als Lehrstollen für angehende Bergleute genutzt. Das Erlebnisbergwerk befindet sich unter Tage, ist aber durch einen übertägigen Stollen zu befahren. Das Bergwerk beinhaltet mehr als 700 m Strecke auf drei verschiedenen Sohlen. Alle Maschinen können in Betrieb genommen werden. Das Bergwerk zeigt die Technik des Steinkohlenabbaus der letzten 100 Jahre.
Erlebnisbergwerk Velsen
1907 wurde die Grube nach dem Oberberghauptmann Gustav von Velsen (1847-1923) benannt und erhielt im selben Jahr Anschluss an die Eisenbahnlinie Fürstenhausen−Großrosseln. Das Erlebnisbergwerk diente, in kleinen Teilen, während dem zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Übertagebelegschaft und von 1946 bis 2011 als Lehr- und Ausbildungsstollen für junge, angehende Bergleute. Zehntausende von jungen Bergleute aus Luisenthal, Ensdorf, Velsen und dem Bergwerk Warndt mussten hier ihre Grundausbildung absolvieren. Ende 2011 wurde die Ausbildung im Lehrstollen Velsen eingestellt. Seit dem 1. April 2012 hat der Verein Erlebnisbergwerk Velsen e.V. den Lehrstollen von der RAG gemietet. Das Erlebnisbergwerk Velsen ist einzigartig in Deutschland und Europa und das letzte Bergwerk aus der Steinkohlenära des Saarlandes.
Eisvogelpfad
Der Eisvogelpfad in der Rosselaue wurde von Schülerinnen und Schülern des Warndtgymnasiums Geislautern eröffnet. Vorangegangen war der Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ der RAG 2016/17. Mit neuen Gestaltungsideen wie Sitzgelegenheiten und Informationstafeln machten sie das renaturierte Landschaftsschutzgebiet der Rosselaue auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Velsen attraktiver für Wanderer.
Feuchtbiotop
Das Feuchtbiotop ist durch Grubensenkungen entstanden. Über 10 Meter hat sich das Rosseltal durch den Kohleabbau gesenkt. Ein ganzer Straßenzug und die ursprüngliche Brücke mussten abgerissen werden. Heute ist das Gebiet renaturiert und bietet der Flora und Fauna Platz zur Entfaltung.
Ehemalige Schlafhäuser Velsen
Etwa 300 Meter östlich der Grube Velsen standen zwei große Schlafhäuser. In jedem Haus schliefen die Woche über 120 Bergleute aus dem ganzen Saarland, die sogenannten Hartfüßler. Die Hartfüßler kamen aus Düppenweiler, Oppen, Beckingen und vielen anderen Orten des Saarlandes. Um 22 Uhr war Nachtruhe angesagt. In den Schlafhäusern gab es strenge Regeln.
Hansena Brauerei
Die Hansena Brauerei wurde 1905 gegründet und hieß später Schloßbrauerei Geislautern (-1951). Bald darauf wurde sie übernommen von der Schloss Brauerei Neunkirchen/Saar und ging auf in der Schloßbrauerei Neunkirchen und Geislautern.
Firststein
Hier befand sich die alte Hammergrabenbrücke. Der Hammergraben führte das Wasser der Rossel zum Hammerwerk. Der Giebelstein ist der einzige Rest des ehemaligen Direktorengebäudes der Brauerei.
Historische Grubenlok
Auf dem Spielplatz befindet sich eine historische ehemalige Untertage-Diesel-Grubenlok.
Hammergraben
Der Hammergraben wurde 1750 erbaut und lieferte die Wasserkraft zum Antrieb der Wasserräder für die Blasebälge des Hochofens und für die Poch- und Hammerwerke des Geislauterner Eisenwerks. Das Wasser wurde aus der Rossel bei Velsen abgezweigt und in den Graben geleitet. Der Graben selbst wurde verfüllt und ist heute völlig unsichtbar.
Ehemaliges Geislauterner Eisenwerk
Das Gebäude ist das einzig erhaltene historische Gebäude des Geislauterner Eisenwerks. Es ist bekannt durch den Geislauterner Dampfwagen. Die Dampflok wurde 1819 geliefert und sollte Kohlen vom Josefaschacht der Grube Gerhard durch das Frommersbachtal an die Saar ziehen. Leider bekam man die Lok nicht ins Laufen. Das zweite Bild zeigt den Nachbau des Dampfwagens, der heute im Depot des Verkehrsmuseums in Nürnberg zu sehen ist.
Napoleonische Bergschule
1802 ordnete Napoleon an, hier eine Dependence der Pariser Ecole des Mines (Bergingenieursschule) zu errichten. Die Leitung hatte Jean Baptist Duhamel. Hier entstand 1810 der Duhamel-Atlas durch Louis-Antoine Beaunier und Michel-François Calmelet. Es war der erste Saar-Kohle Atlas und hatte für über 100 Jahre Gültigkeit. Der Nullpunkt des Atlas befindet sich an der Mündung des Schwalbachs in die Saar. Im Atlas wurden 64 Konzessionsfelder vermerkt. Das Original des Duhamel-Atlas wird heute im Nationalarchiv in Paris aufbewahrt. Im Volksmund wurde das Gebäude Schlösschen genannt. Im März 1945 wurde es durch einen Brand zerstört.
Napoleonseiche
Eine Sage berichtet, dass Napoleon beim Durchreiten Geislauterns, vom Geruch angelockt, Knödel zum Essen bekam. Die „Napoleonsknödel“, die er sich in Geislautern unter der „Knödeleiche“ an der Warndtstraße schmecken ließ, sind bis heute in Geislautern bekannt.
Haus des Obersteiges Venitz
Dieses Haus gehörte einst dem letzten Leiter der Grube Geislautern, Obersteiger Valentin Venitz. Valentin Venitz war vom einfachen Bergmann zum Obersteiger aufgestiegen und war u.a. in Heinitz und Reden tätig und übernahm 1896 als Obersteiger die Grube Geislautern. 1908 ging er in Rente. Als die Franzosen nach dem 1. Weltkrieg die Grube wieder öffneten, wurde Valentin Venitz als Berater hinzugezogen, da niemand die Grube so gut kannte wie er. Auf dem historischen Foto sieht man ihn im linken Fenster.
Ehemaliger Festplatz im Kloppwald
Auch Bergfeste wurden hier im Kloppwald gefeiert.
Stollenmundlöcher der alten Grube Geislautern
Einige Flöze der Grube Geislautern gingen bis an die Tagesoberfläche. Benannt wurden die Flöze auch nach der preußischen Obrigkeit. Flöz Alvensleben, Flöz Bülow und Flöz Schuckmann zeugen davon. Heute ist von den Stollenmundlöchern nichts mehr zu sehen.
Info Grube Geislautern
Erste Erwähnung fand der Bergbau in Geislautern Anfang des 17. Jahrhunderts. Damit gehört die Grube Geislautern zu den ältesten im Saarrevier. 1751 wurde die Grube Geislautern verstaatlicht. 1833 wurde der erste Schacht abgeteuft. 1840 wurde in Geislautern der erste Kokshochofen im Saarland angeblasen. Bei der Explosion einer untertägigen Dampfmaschine, am 11. April 1864 kamen 6 Bergleute ums Leben darunter zwei Pferdeknechte. Die Stilllegung und Zusammenlegung mit der Tochtergrube Velsen erfolgte im Jahr 1908.
Ratsstube

Das Bauernhaus wurde um 1790 erbaut und im 19. Jahrhundert zur Gaststätte umgebaut. Erhalten sind in der Gaststube Graffitis von französischen Soldaten aus der Zeit der französischen Einquartierung im Jahr 1793. „Vive le Roy“ und „Vive la Republique“. Das Haus war im 18. Jahrhundert auch eine Pferde – Austauschstation. Auf einer gefundenen Holzplatte ist eine liebevolle Kritzlerei zu lesen:

„1792 TISER KLEINE PRIFLEIN INN FERN AN MEIN HERTZ UNT LIEPEN TISER PRIEF IST TIR ZUM ANTWORT HINGESRIP MEIN SCHATZ LIEPE MICH AUS LIEPSTER WIE ICH TICH IMMER IMME LIEPEN MEIN HERZT ALLERLIEPSTER.“

Glas- und Heimatmuseum Warndt
Das Glas- und Heimatmuseum Wandt besteht aus zwei Sammlungsbereichen, der Heimatgeschichte und dem Glasmuseum. Die älteste Glashütte im Saarland stand in Ludweiler! (1616-1647) Im Glasmuseum wird daher die Dauerausstellung gezeigt: „Glas auf den Tisch“ – 13 Tischsituationen aus der Zeit von 1900 bis 1950 mit Gebrauchsglas aus der Zeit im heimatkundlichen Kontext.
Bergarbeitersiedlung

In den Jahren 1906 und 1907 wurden mit dem Bau der Häuser der alten Kolonie begonnen. 22 Häuser mit 44 Wohnungen wurden in Ludweiler vom Wohnungsbau des preußischen Staates gebaut. (K.H. Ruth-Grube Velsen)

In der Völklinger Zeitung vom 15. Mai 1907 ist zu lesen: „Es ist anzunehmen, dass die Gesamtbelegschaft die Zahl 500 schon weit überschreitet. Die für die Arbeiter errichtete Badeanstalt musste infolge der zunehmenden Belegschaft schon vergrößert werden. Aus denselben Gründen musste auch ein neuer, größerer Verlesesaal nebst einigen Steigerbüros erbaut werden. Die hier bestehende Arbeiterkolonie erweist sich auch als sehr zweckmäßig. Mit der Entwicklung der uns nahe gelegenen Grube hängt auch das Aufblühen unseres Ortes zusammen. (Ludweiler) … Bei der diesjährigen Bauprämienverlosung fielen wieder 13 auf Ludweiler.“

Standort der alten katholischen Kirche
Die alte katholische Kirche wurde 1930 eingeweiht und musste 1999 wegen Bergschäden abgerissen werden. Die neue Kirche steht neben dem AWO Zentrum auf der anderen Seite des Lauterbachtals und wurde im Jahr 2000 eingeweiht.
Warndt-Ehrenmal
Das Warndt-Ehrenmal wurde 1934 als zentrales Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus den sieben Warndtgemeinden vom Kyffhäuserbund errichtet. Es wurde von den Nazis für ihre Zwecke missbraucht und 1947 zerstört.
Naturfreundehaus Warndt
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit. 32 Übernachtungsbetten stehen zu kleinen Preisen zur Verfügung.
Halde Ludweiler
Hier fällt der Blick auf die Halde der Grube Warndt, vormals Sandgrube. Der Sand wurde zum Versatz der ausgekohlten Flöze benötigt. Das riesige Loch im Gelände wurde später mit Bergen aus der Kohlenwäsche verfüllt. Die Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Hinter der Halde stand der Schacht Ludweiler (Westschacht) des Bergwerks Warndt.
Bahnhof Velsen / Klarenthal

Der Grubenbahnhof Velsen ging 1907 in Betrieb.

Es wurden 718965 cbm Erdmassen abgetragen und zur Aufschüttung des Grubenbahnhofs, des Eisenbahndammes nach Großrosseln nebst Ortsbahnhof und der Zufahrtstraße nach der Grubenanlage verwandt. Für die Grube wird unter der Bezeichnung „Bahnhof Velsen“ deren Bezeichnung später in „Station Velsen Grube“ geändert wurde, der Stückgut- und Wagenladungsverkehr im Oktober 1907 eröffnet. (LA BWD Nr.148) Vom ehemaligen Bahnhof ist nur noch das Hauptgleis zu sehen.

Grenze Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln
Hier treffen sich die Gemarkungsgrenzen von Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln. Die Anlage Velsen mit der AVA-Velsen liegen auf Saarbrücker Bann. Die Photovoltaikanlage auf Völklinger Bann und das Gelände des alten Schwelwerks auf Großrossler Bann.
Rosseltalbahn
Die Rosseltalbahn wurde 1907 bis Velsen gebaut und 1962 bis zur Grube Warndt verlängert. Sie diente noch bis 2005 zum Transport der Kohlen von der Grube Warndt. Eine mögliche Reaktivierung für den (seit 1976 eingestellten) Personenverkehr wird derzeit diskutiert. Über das Gleis kann man nach Saarbrücken und auf das Gelände der Völklinger Hütte fahren.
Ehemaliges Schwelwerk
Das Schwelwerk wurde 1937 in Auftrag gegeben und im Januar 1942 in Betrieb genommen. Im Jahr 1950 wurden weitere vier Ofenblöcke gebaut. Das Schwelwerk diente zur Herstellung von Schwelkoks und Kraftstoffen (Benzin) aus Kohle. Zu sehen ist es auf dem historischen Foto links der Bahn. Der Betrieb des Schwelwerks wurde am 31. März 1965 eingestellt. Kurz danach, am 8. Juni 1965 wurde der letzte Kohlewagen der Grube Velsen gehoben. Danach wurden alle Kohlen der Grube Velsen untertägig zum Bergwerk Warndt befördert, dort gehoben und aufbereitet.
Schafbachweiher
Die deutsch-französische Grenze geht genau durch die Mitte des Schafbachweihers. Der Angelsportverein, der die Anlage betreut, hat einen französischen und einen deutschen Präsidenten.
Amis de la nature (Naturfreundehaus)
Das Naturfreundehaus „Le Schafbach“ bietet am Wochenende Einkehrmöglichkeiten für Wanderer.
Friedhof Petite-Rosselle
Es bietet sich ein Gang über den Friedhof parallel zum eigentlichen Weg an. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Denkmal für die beim Grubenunglück am 15. März 1907 verstorbenen Bergleute. Für die Bergleute aus Algerien, die auf den französischen Gruben ums Leben gekommen sind, gibt es eine eigene Ecke im unteren, rechten Bereich des Friedhofs.
Grabstein für die braven Bergleute

„Den braven Bergleuten die dem Grubenunglück am 15.März 1907 zum Opfer fielen, von dem Hause DE WENDEL gewidmet.“

Am 15. März 1907 nahmen mehr als 240 Bergleute ihre Arbeit in Petite-Rosselle auf. Um 22:15 Uhr wird eine Explosion ausgelöst. 83 Bergleute kamen dabei ums Leben. Laut einem Bericht der Grubenverwaltung scheint die Entzündung auf eine Lampe und nicht auf eine Sprengung zurückzuführen. Dies war das größte Grubenunglück, den das lothringische Kohlenfeld erlebt hat.

Museum der "Amis du Puits St. Charles"
Dokumente, Bilder und Exponate der Gruben in Petite-Rosselle können hier besichtigt werden. Museum der „Amis du Puits St. Charles“.
Fördermaschinenhaus
Das schmucklose quaderförmige Gebäude beherbergte die Fördermaschine des Schachtes St. Charles 1. Man erkennt noch gut die beiden länglichen Öffnungen, durch die die Seile Richtung Seilscheibe auf dem Schachtgerüst führten.
Monument aux morts
Vor dem Stumpf des einst 48m hohen Kamins des Kesselhauses befindet sich eine Gedenkstätte für die auf den Gruben St. Charles und St. Joseph verunglückten Bergleute.
Ehemalige Pferdeställe
Die Anciennes Ecuries. „Dit Pferdestall“. Die alten Pferdeställe wurden 1902 gebaut und wurden ab 1945 als Garagen der HBL genutzt. HBL – Houillères (Zechen) du Bassin de Lorraine. Das lothringische Bergbaugebiet befindet sich im Departement Mosel, ist 15 km von Nord nach Süd und 30 km lang, mit dem Hauptsitz von Faulquemont im Westen und dem Hauptsitz von Schöneck im Osten.
Schacht St. Charles 1
Der Puits St. Charles 1 auch „Unnerschacht“ genannt. Erster produktiver Schacht im Lothringischen Kohlerevier. Die Etagen waren so niedrig, dass die Bergleute während dem Einfahren sitzen mussten. Die Etagen waren nur so hoch, wie es für die Förderwagen notwendig war. Es gab vier Schächte der Anlage St. Charles. St. Charles IV liegt auf deutscher Seite und ist etwa 2,5 Kilometer vom Schacht St.Charles 1 entfernt. Ab dem Jahr 1956 regelte der Saarvertrag zwischen Frankreich und Deutschland den Abbau von Kohle in verschiedenen Pachtfeldern. Frankreich durfte in mehreren Pachtfeldern unter deutschem Gebiet Kohle abbauen.
Etage 26
Stollen zum Schacht St. Joseph. 26m unter der Erde.
Puits St. Joseph
Standort der ehemaligen Grube St. Joseph
Absinkweiher
Ehemaliger Absinkweiher zur Trennung von Kohleschlamm aus der Aufbereitung. Vor nicht allzu langer Zeit wurde geplant, den Kohleschlamm abzubauen und in Kraftwerken zu verwerten. Wegen den komplizierten Abförderungswegen wurde das Vorhaben eingestellt.
Renaturierte Mülldeponie Velsen
Oberhalb der Bergehalde Velsen befand sich jahrzehntelang eine große Hausmülldeponie, die stillgelegt wurde, als 1997 die Müllverbrennungsanlage AVA Velsen in Betrieb ging. Von 2010 bis 2015 wurde die ehemalige Deponie aufwendig saniert und begrünt.
Berghald der Grube Velsen
Direkt neben der renaturierten Mülldeponie befindet sich die Bergehalde der alten Grube Velsen. Hier wurde das taube Gestein abgeladen. Auf die Bergehalde führt ein Wanderweg und auf dem Gipfel befindet sich ein Aussichtspunkt mit schöner Fernsicht.
Sandgrube Velsen

Schon im Jahr 1934 wurde mit der Einrichtung einer Spülversatzanlage für die Grube Velsen begonnen. An der Rossel wurde eine Pumpenanlage gebaut um die Wasserversorgung der Spülversatzanlage zu sichern. Den Sand für diesen Versatz förderte man aus der nahen Sandgrube. Sand war im Umfeld genügend zu finden, da das eigentliche kohleführende Karbon im Bereich Velsen vom Bundsandstein etwa 100 Meter überdeckt wird.

Spülversatz: Der Sand wird über Tage mit Wasser gemischt und den zu versetzenden Abbauen über Rohrleitungen zugeführt. Der Versatz dient der Stabilisierung des Hangenden und der Minimierung der Senkungen. Die Senkungen können so bis auf 10 % der Maximalsenkung reduziert werden.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Geislautern

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mit freundlicher Genehmigung des „Saarländischen Museumsverbands e.V.“.

VIELEN DANK.