Tagmersheim: Dolinenlehrpfad

20.06.2021 | Franken, Geologie

Der Parkplatz am Freibad in Tagmersheim ist Ausgangspunkt unserer Wanderung auf dem Dolinenlehrpfad um Tagmersheim und Rögling, bei der geologische Phänomene der Monheimer Alb auf sechs Infotafeln erklärt werden.

Wer wir mit offenen Augen durch diese Landschaft wandert, dem fallen immer wieder Dolinen auf. Das sind trichterförmige Geländemulden mit zwei bis 20 Meter Durchmesser. Manche sind nur einen Meter tief, andere über zehn Meter. Sie sind typisch für Karstlandschaften wie die Monheimer Alb.

Hier sind Bäche zu beobachten, die von ihrer Quelle ab nur einige hundert Meter lang sind und dann wieder im Untergrund verschwinden. An einem Standort trifft man auf sandigen Boden – sehr ungewöhnlich für die aus Jurakalk aufgebaute Fränkische Alb. Nach dem Ort ihres Vorkommens bezeichnet man diese Sande als „Monheimer Höhensande“. Außerdem finet man sonderbare Steine, sogenannte „Lydite“. Diese stammen aus dem rund 150 Kilometer entfernten Frankenwald. Monheimer Höhensande und Lydite hat der Urmain an diesen Standort transportiert, der hier einst nach Süden abfloss, bis er vor ungefähr 1,8 Millionen Jahren zum Rheingebiet umgeleitet wurde.

Was sind Dolinen?

In den hier vorkommenden Karstböden treten trichterförmige Geländemulden mit 2 bis 20 Metern Durchmesser und einer Tiefe von 1 bis 10 Metern auf. Dabei handelt es sich um die sogenannten „Lösungs-Dolinen„. Von „Ponor-Dolinen“ dagegen spricht man bei kurzen Bächen, die entweder immer wieder im karstigen Untergrund verschwinden oder teilweise auch ganz versickern.

Spuren des Urmain

Der Urmain brachte für diesen Standort ansonsten ungewöhnliche Sandböden und Lydite (Steine) vor ungefähr 1,8 Millionen Jahren hierher. Danach wurde der Main zum Rheingebiet umgeleitet. Diese örtlich vorkommenden Sande bezeichnet man als „Monheimer Höhensande“.

Wegstationen
Staion 1: Landschaftliche Phänomene: Was sind Dolinen?
Staion 2: Landschaft und Dolinen: Landschaftsgeschichte von der Jura- und Kreidezeit bis zum Urmain
Staion 3: Nördlinger Ries und Urmain
Staion 4: Ponor-Dolinen: Warum verschwinden auf der Monheimer Alb ganze Bäche im Erdboden?
Staion 5: Karstbäche und Hülen: Quellen, kurze Bäche und Weiher in der Karstlandschaft
Staion 6: Dolinen und Umwelt: Abwasserentsorgung und Gefahren für das Trinkwasser

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Tagmersheim

Dolinenlehrpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Allgemeine Hinweise

Streckenkilometrierung
Auf der Karte zeigen die Zahlenwerte an dem Track die Kilometrierung der Tour an und sollten nicht mit den Stationsnummern von Infotafeln an Lehrpfaden verwechselt werden (Standorte von Infotafeln werden auf den Karten nicht angezeigt).

Vor Tourenbeginn
Vor Antritt einer Tour wird generell empfohlen, sich über die Begehbarkeit der Strecke direkt bei den zuständigen Stellen vor Ort bzw. bei den Wegebetreibern zu informieren, insbesondere nach Unwettern oder während des Holzeinschlags.

Nebenwege
Manche Touren verlaufen teilweise auf "off-grid"-Abschnitten (wenig genutzte Nebenwege außerhalb der bekannten Hauptwege). Solche Wegabschnitte sind teilweise durch stärkeren Bewuchs oder querliegende Baumstämme weniger gut begehbar und können durch einen Blick auf die Karte meist auch umgangen werden.

Hintergrundkarte
Die Tour wird in der Initialansicht auf einer Satellitenkarte (Tom Tom) angezeigt. Über das Karten-Icon rechts oben im Kartenfenster können auch andere Hintergrundkarten gewählt werden.

Hinweis zur OpenTopoMap: Diese Karte zeigt die Topographie (Höhenunterschiede im Gelände) besonders gut. Leider ist die  maximale Zoomstufe aber eingeschränkt und die Karte lädt oft auch nur zögerlich oder unvollständig.

GPX-Track
Die Wanderstrecke kann durch einen Klick auf das Icon oberhalb der Karte als GPX-Track heruntergeladen werden.