Osterfingen (CH): Bohnerzspur

Lehrpfad

Die Bohnerzspur ist ein Lehrpfad der dich durch die Feuchtbiotope führt, auf die Besonderheiten und Sehenswertes hinweist, sowie die Bedeutung der Biotope als wertvollen Lebensraum erklärt. Der Zwerg Grummli begleitet die Kinder durch die Anlage. Er ist der Älteste von drei Bohnerzzwergen und kennt sich im Wald bestens aus. Ein interssanter Lehrpfad für die ganze Familie.

Wie aus alten Bohnerzgruben wertvolle Biotope geworden sind

Eine Wandertour auf den Spuren der Erzgräber durch den Südranden. Dort, wo vor vielen Jahren auf der Suche nach dem sogenannten Bohnerz unzählige Gruben ausgehoben wurden, finden sich heute vielerorts wertvolle Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die Bohnerz-Geschichte und erfahren Sie Wissenswertes zu Abbau, Verarbeitung und Verwendung dieses Bodenschatzes. Ein Highlight der Route ist die Bohnerzspur – ein Themenweg, welcher garantiert die ganze Familie begeistert.

Ausgangslage

Auf den Anhöhen und Wäldern im Südranden sind hunderte kraterförmige Vertiefungen zu entdecken. Bei diesen „Kratern“ mit Durchmesser von zwei bis zehn Metern, handelt es sich um Überreste einer Epoche, welche die Entwicklung des Klettgaus und Schaffhausen grundlegend verändert und geprägt hat.

Lange wurde hier Bohnerz abgebaut und während zweihundert Jahren in Neuhausen am Rheinfall verhüttet.
Die alten, vergessenen Bohnerzgruben haben sich zu wertvollen Feucht-Biotopen gewandelt, liegen als kraterförmige Vertiefungen trocken im Wald oder wurden mit Biomasse aufgefüllt.

Geschichte

Die Eisengewinnung im Schaffhauser Gebiet wird in der Merishauser Urkunde vom Jahre 1323 erstmals belegt. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass schon die Römer und Germanen in diesem Gebiet nach Bohnerz gegraben haben.
1622 wurde ein Hochofen in Eberfingen gebaut und 1678 schloss Schaffhausen mit dem Werk Eberfingen einen Erzliefervertrag. 1694 wurde am Rheinfall ein Schmelzofen in Betrieb genommen. Der Klettgau belieferte ab diesem Zeitpunkt die Hütten in Eberfingen sowie Laufen am Rheinfall mit Bohnerz. Infolge der kostspieligen Holzbeschaffung, der wachsenden Konkurrenz durch billigeres Importeisen und der gestiegenen Arbeitslöhne erfolgte 1762 die Stilllegung des Werkes in Eberfingen und 1771 auch die der Hütte am Rheinfall. Mit der Verstaatlichung aller Bergbaubetriebe durch die Helvetik wurden die Bergwerke wiederbelebt. 1803 erfolgte die Wiederaufnahme des Bohnerzbergbaus im Südranden – vor allem im Gebiet der Gemeinde Osterfingen. Das Bohnerz wurde von Fuhrleuten zu einem Lagerplatz nach Rheinau transportiert, von wo es mit Weidlingen zur Eisenhütte Albbruck geschifft wurde. Der neuerliche Erzabbau brachte Osterfingen endlich den bitter nötigen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die dritte Abbauperiode ist eng verbunden mit dem Namen John Conrad Fischer, dem Gründer der Mühlentalwerke von +GF+. Er war der Initiator der dritten und letzten Abbauperiode von Bohnerz im Schaffhauser Randen. 1810 wurde der Schmelzofen am Rheinfall wieder in Betrieb genommen.

Der Bohnerzabbau veränderte die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen der Region und besonders der Gemeinden im Südranden tiefgreifend. Es arbeiteten rund 70 Erzgräber, vornehmlich Osterfinger und zeitweise über hundert Fuhrleute im Bergbau.

Weitere Arbeitsplätze waren indirekt vom Bergbau abhängig. Handwerker, Köhler und Fuhrleute waren in der Infrastruktur der Erzgewinnung tätig, z.B. stellten sie die Holzkohle für den Hochofen bereit.

Der Erzabbau hatte verheerende Folgen für den Wald auf dem Randen. Durch das bei der Erzwäscherei mit Ton verschlammte Wasser wurde der Waldboden abgedichtet. Über Jahre hinweg konnte keine Vegetation mehr gedeihen. Nur langsam erholte sich der Wald wieder.

Textquelle: Webseite „Bohnerzspur“

Infomaterialien

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Osterfingen

Projektskizze „Bohnerzpfad – Natur und Kultur im Wangental“

Osterfingen (CH): Bohnerzweg

Bohnerzweg (Südranden / Schweiz)

© Regionaler Naturpark Schaffhausen

Wandern Sie auf den Spuren der Erzgräber durch den Südranden. Dort, wo vor vielen Jahren auf der Suche nach dem sogenannten Bohnerz unzählige Gruben ausgehoben wurden, finden sich heute vielerorts wertvolle Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die Bohnerz-Geschichte und erfahren Sie Wissenswertes zu Abbau, Verarbeitung und Verwendung dieses Bodenschatzes.

Dank der Gliederung in drei Etappen können Start und Ziel der Wanderung beliebig gewählt werden. Die drei Ausgangspunkte Osterfingen, Neunkirch und Guntmadingen sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Etappen des Bohnerzweg können beliebig kombiniert werden und sind jeweils in beide Richtungen begehbar.

Tipp

Starten Sie die Wanderung in Osterfingen und wählen Sie bei der Wasenhütte entweder den Weg nach Neunkirch oder nach Guntmadingen. So haben Sie die Möglichkeit, die Wanderung mit dem Besuch der Schmitte in Neunkirch oder der Hammerschmiede in Guntmadingen mit einem spannenden Highlight abzuschliessen.

Abschnitt "Osterfingen - Wasenhütte"
Osterfingen

In Osterfingen prägen heute Reben und Wein das Dorfleben. Früher war es das Bohnerz, welches zuerst für Aufschwung sorgte, später aber auch Leid für die Dorfbevölkerung brachte. Viele Bewohner arbeiteten als Knappen, im Erztransport, im Forst oder in der Köhlerei. Als der Bergbau 1850 eingestellt wurde, sahen sich viele gezwungen, in die USA oder nach Brasilien auszuwandern.

Biotop "Wangental Natur Pur"

Das Wangental ist zweifellos eines der schönsten Täler des Kantons Schaffhausen und bildet den Durchgang zwischen Rhein und Klettgau. Eingebettet in waldige Hügel, ist das Wangental ein Juwel, reich an botanischen, zoologischen, geologischen und historischen Schätzen. Ein Steg durch das Biotop und zwei Beobachtungshütten erlauben das ungestörte Sichten der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt.

Bohnerzspur und Cholplatzhütte

Die Bohnerzspur ist ein spannender Lehrpfad. Ein Rundweg führt an Feuchtbiotopen vorbei, die in ehemaligen Bohnerzgruben entstanden sind. Verschiedene Tafeln informieren über Bohnerz, dessen Verwendung und Abbau sowie über die heutige Bedeutung der Gruben als Biotope für die Flora und Fauna. In der Nähe liegt die Cholplatzhütte mit Grillstelle.

Infos: www.bohnerzspur.ch

Wasenhütte

Die Wasenhütte befindet sich inmitten der prächtigen Wälder des Südrandens. Eine wunderschöne Grillstelle und ein Rastplatz unter den Bäumen laden hier zum Verweilen ein. Die Wasenhütte bildet den zentralen Mittelpunkt des Bohnerzwegs – von hier aus kann man über drei Routen den Spuren des Bohnerzabbaus folgen.

Abschnitt "Wasenhütte - Neunkirch"
Biotop Winterihau

Das Gebiet «Winterihau» ist ein Idyll aus Teichen und Trockengebieten. Diese einzigartige Biotoplandschaft entstand aus aufgewerteten Bohnerzgruben und bietet heute diversen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum. Auf dem Rundweg durch das einzigartige Gebiet gibt es so manches zu entdecken. Zum Schutz der Natur bitten wir Sie jedoch, den vorgegebenen Pfad nicht zu verlassen.

Schmitte Neunkirch

In der alten Schmitte in Neunkirch wurde womöglich in der zweiten Phase des Erzabbaus auf dem Südranden von 1810-1850 auch Bohnerz geschmiedet. Von 1801 bis zur Schliessung im Jahre 1948 betrieben hier drei Generationen der Familie Uehlinger eine Waffen- und Hufschmiede. Heute kann die Schmitte besichtigt werden.

Infos: www.kulturgschicht-nüchilch.ch

Abschnitt "Wasenhütte - Gutmadingen"
Grauer Stein

Der „Graue Stein“ steht nicht direkt mit dem Thema Bohnerz in Verbindung, dennoch ist er für die Region von geologischer Bedeutung. Der «Graue Stein» ist ein Findling, der vor ungefähr 200.000 Jahren aus dem Glarner- oder St.Galler Oberland durch Gletscherbewegungen bis in den Südranden transportiert wurde. Zu finden ist der Quarzitblock südöstlich von Neunkich, beim Landesgrenzstein Nr. 67. Hier stossen die Gemarkungen von Beringen, Neunkirch und Jestetten (D) zusammen.

Hohlweg

Der Hohlweg zeugt von der harten Arbeit der Bohnerzgräber. In grossen Wagen wurde die wertvolle Bohnerz-Fracht vom Südranden hinunter transportiert. Die schienenartigen Einkerbungen sind durch das Bremsen der Wagen mit einem sogenannten Hemmschuh entstanden. Durch die Spurrinnen konnte mit der Zeit die Gefahr minimiert werden,  dass der Wagen aufgrund des grossen Gefälles ausser Kontrolle geriet und kippte.

Hammerschmiede und Pflugmuseum
In Guntmadingen liegt eine Hammerschmiede, in der alte Schmiedehämmer wieder zum Leben erweckt werden. Mit selbst entwickelten Brennöfen kann das Verhütten von Bohnerz demonstriert und daraus Eisen gewonnen werdenDirekt daneben kann eine beeindruckende Sammlung an Pflügen bestaunt werden, wovon einer mutmasslich aus Bohnerz vom Südranden geschmiedet wurde.

Infos: www.pflugmuseum.ch

Infomaterialien

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Südranden

„Gold“rausch auf dem Südranden: Auf den Spuren der Erzgräber (1678-1850)

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Osterfingen

Tourenbeschreibung „Bohnerzspur“

Schinznach-Bad: Geoweg

Zum 700jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft hat der Kanton Aargau im Gebiet Schinznach-Bad – Habsburg – Scherz einen Wanderweg zu Geologie, Ökologie und Geschichte geschaffen. Dieser bietet einen lehrreichen Gang durch Erdgeschichte und Gegenwart in Natur und Landschaft. Im Sinne eines Lehrpfades zeigt er die Abhängigkeit der heutigen Landschaft und ihrer Bewohner vom geologischen Werdegang.

Das Gebiet Schinznach Bad – Habsburg – Scherz zeichnet sich durch für den Aargau charakteristische geologische, geomorphologische und historische Elemente aus. So finden wir zum Beispiel eine wichtige landschaftsbildende Struktur, die Jura-Hauptüberschiebung. Hier wurde der Faltenjura nordwärts über den Tafeljura geschoben. Quer zu den etwa West-Ost verlaufenden Hochstrukturen des Faltenjuras musste sich die nach Norden zum Rhein drängende Aare ihren Weg bahnen.

Der Pfad ermöglicht einen Einblick in die erdgeschichtlichen Vorgänge der letzten 200 Millionen Jahre.

Im Bereich des Rundgangs liegen die Täler von Aare und Ur-Aare sowie die Therme von Schinznach, der Falten- und der Tafeljura treffen aufeinander. Als Ausgangsort eignet sich am ehesten der Bahnhof Schinznach Bad. Auch in Habsburg und Scherz ist der Zugang gut möglich.

Der Rundgang als ganztägige Unternehmung führt über eine Strecke von 11 Kilometern an 23 Stationen vorbei. Die Kurzvariante von Schinznach Bad nach Habsburg und zurück (7 Kilometer) beansprucht einen halben Tag.

Die Infotafeln
Wassers Kraft - Wasserkraft
Thermalwasser
Bad Schinznach
Die Jura-Hauptüberschiebung
Der Mensch als Maulwurf
Rohstoff Gips
Wärmeinsel Hölzliberg
Karstlandschaft
Das Eigenamt
Ökosystem Rebberg
Panorama Linnerberg
Eiszeiten - Findlinge
Wald und Flur
Land und Landwirtschaft
Scherz - Die Scherzer
Die Scherz Weiher
Gesteine brechen - Naturbausteine
Kreislauf der Gesteine
Wald und Wild
Panorama Thalheim
Boluston-Bohnerz
Rohstoff Kies
Effinger Schichten - Goldige Mergel

Infomaterialien

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Schinznach

Proskekt „Geoweg“

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Schinznach

Der Geoweg: Beschreibung und Infotafeln

Schönholzerswilen: Geoweg

Der Geoweg macht auf die unterschiedliche Nutzung des Bodens und die geschichtlichen Spuren, die noch vielfältig vorhanden sind, aufmerksam.

Der Geoweg ist ein Rundwanderweg. Startet man in Schönholzerswilen verlässt der Weg das Dorf westwärts. Ein Abstecher zum Bruderloch loht sich: Die sagenumwobene Höhle lockt abenteuerlustige Kinder und Erwachsene schon seit Generationen. Anschliessend wird im bewaldeten Itobel der Bach überquert und man gelangt nach Hagenbuch.

Entlang des Furtbachs geht’s weiter nach Norden und in ein Waldstück. Dieses erlaubt ein Blick auf die Altegg, eine imposante Grube, wo Lehm für Ziegel und Backsteine gewonnen wird. Es folgt Mettlen und das Moos, ein Hochmoor und Naturschutzgebiet, das von seltenen Libellen, Teichrohrsängern und Bibern bewohnt wird.

Über die Weiler Metzgersbuhwil und Hintermühle führt der Weg zu den Überresten der Stammburg der Freiherren von Wunnenberg. Schliesslich geht’s via den Immenberg zurück nach Schönholzerswilen.

Infomaterialien

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Schönholzerswilen

Von Schichten und Geschichten

Wölfinswil: Eisenweg

Der Eisenweg Wölflinswil – Herznach – Ueken – Zeihen widmet sich der Jura-Geologie und dem Erzabbau im oberen Fricktal. Archäologische Funde im Fricktal belegen, dass bereits die Alemannen hier nach Eisenerz gegraben haben. Die Erzgruben zwischen Wölflinswil und Zeihen wurden erstmals im 13. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Von 1937 bis 1967 wurde im Bergwerk Herznach Eisenerz industriell abgebaut. Eisenvorkommen an der Oberfläche sind in Ueken und Zeihen zu bewundern. Das ehemalige Bergwerk  Herznach (1937 – 1967) ist zum Besucherbergwerk ausgebaut. Im ehemaligen Bergwerksilo darf der Besucher heute übernachten. Es integriert ein Bed&Breakfast. Der ehemalige Stollen und die Ausstellung sind jeweils am ersten Sonntag im Monat (von Mai bis Oktober) geöffnet.

Wegbeschreibung

Der Weg führt von der Post Wölflinswil vorbei am Wölflinswiler Graben und steigt dann hoch zum „Multimillionär“. Dort steht ein Brunnentrog mit Gesteinsproben, aus der Erdgeschichte der letzten 300 Millionen Jahre.

Im weiteren Streckenverlauf  kommt man zu den Tagbauten aus der Frühzeit vom Erzabbau zum Haugerhölzli von wo aus man das imposante Erzsilo, ein Relikt des industriellen Eisenerzabbaus sieht. Daneben befindet sich die sehenswerte Ausstellung „Bergwerk, Geologie und Ammoniten“. Auf den Informationstafeln erfahren Sie Wissenswertes über die Geologie des Juras und die Geschichte des Eisenerzabbaus im Fricktal.

Anhand von 11 Thementafeln wird dem Besucher die lokale Geologie und der Abbau von Eisenerz und dessen Geschichte näher gebracht.

Der Themenweg führt durch eine typische Landschaft im Aargauer Jura. Aus den Talmulden gelangt der Wanderer rasch auf die weiten Hochflächen des Tafeljuras, und gegen Süden locken die Höhenzüge, Grate und Ausblicke eines Mittelgebirges, welches uns Rheintal und Schwarzwald, Mittelland und Alpen in aller Vielfalt vor Augen führt. Im Gebiet Weichle, Ueken (Schlaufe Chornberg-Bergwerk, beschildert), befindet sich eine Klopfstelle, an welcher nach Fossilien geschürft werden kann.

Der Weg kann sehr gut in Etappen begangen werden. Diese führen von Wölflinswil nach Herznach, von Herznach nach Zeihen und von Zeihen aus auf den Homberg. Der Weg ist einfach begehbar, die Wegstücke zwischen Wölflinswil und Zeihen eignen sich auch für Kinderwagen.

Die Wegstationen
Der Eisenerzbergbau im südlichen Fricktal
Geologische Verwerfung Wölflinswil
Kalksteinbruch Tal
Multimillionär 300 / Geotrog
Das Wölflinswiler Bergwerk
Pingen und Fuxlöcher
Eisenerz- und Steingewinnung
Klopfstelle Weichle, Ueken
Zur Geschichte des Bergwerks Herznach
Bergwerk Herznach
Eisen und Landwirtschaft
Bohnerz-Schürfstellen Zeihen
Zeiher Homberg, Aussichtspunkt

Infomaterialien

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Wölfinswil

Faltblatt „Eisenweg Wölflinswil-Ueken-Herznach-Zeihen“

Zwingen: Karstlehrpfad Kaltbrunnental

Steile Felswände, lehmige Höhlen und klare Quellen: Auf dem Karstlehrpfad zwischen Zwingen und Grellingen gibt es viel Spannendes zu entdecken. Es ist die einzigartige Schaffenskraft des Wassers, die diese Gegend südlich der Birs geformt hat. Hier befinden sich verschiedenste Karst- und Höhlenphänomene vereint auf kleinem Raum: eine Karstlandschaft zum Anfassen, die ihr Gesicht je nach Wasserstand und Jahreszeit massiv verändert.

Die 14 Informationstafeln des Themenwegs informieren im Brislachallmet und im Kaltbrunnental über die Geheimnisse des Untergrunds, über das empfindliche Ökosystem der Höhlen, über deren Entstehung und lichtscheuen Bewohner. Biologie und Geschichte dieses Abschnitts des Laufentals, der in seiner Wildheit kaum zu übertreffen ist, werden anschaulich erklärt und bringen eine faszinierende Welt an den Tag, die uns sonst verborgen bleiben würde.

Was ist das Besondere am Karstlehrpfad?

Der Karstlehrpfad zeigt auf kleinem Raum praktisch alle Karsterscheinungen, welche man ansonsten in verschiedenen Landschaften der Erde suchen müsste. Die ohnehin schon interessante Juralandschaft hat unterirdisch noch viel mehr zu bieten, ohne die Lehrtafeln wären diese Schätze jedoch für den Wanderer kaum zu erkennen. Der Schutz der Höhlen ist für die Trinkwasserversorgung  von entscheidender Bedeutung.

Die Infotafeln
Karstlehrpfadübersicht
Wasser, Höhlen, Quellen: Das waldige Gebiet des Brislachallmet und das tief eingeschnittene Kaltbrunnental bieten, obwohl eines der weniger bekannten Höhlengebiete der Schweiz, die Möglichkeit, verschiedenste Karstphänomene auf kleinem Raum zu beobachten.
Forschungsgeschichte
Bereits in der Urgeschichte lebten Menschen in den Höhlen des Kaltbrunnentals, wie Funde bereits vor langer Zeit ans Tageslicht brachten. Die höhlenkundliche Erforschung in der Region begann aber erst ab 1969. Noch ist nicht alles erforscht – enge Gänge und Siphons verhindern in verschiedenen Höhlen ein Durchkommen.
Bättlerloch
Das Bättlerloch ist mit einem Kilometer Länge die längste bekannte Höhle des Baselbiets. Sie führt relativ eben in den Berg hinein, doch um in den geräumigen Hauptgang zu gelangen, muss man zuerst einen der engen, niedrigen Eingänge überwinden. Seinen Namen dürfte das Bättlerloch wegen der Bettler und Vagabunden erhalten haben, die in früheren Zeiten den Ort als Rastplatz auswählten. Bei Gewitter steigt der Wasserspiegel des Höhlenbachs blitzartig an, weshalb ein Besuch im Bättlerloch lebensgefährlich sein kann.
Entstehung einer Höhle
Eine Höhle braucht Millionen von Jahren, um zu entstehen. Dazu ist das Zusammenspiel von leicht löslichem Gestein (wie etwa Kalk) und kohlensäurehaltigem Wasser nötig, welches dieses Gestein unablässig „bearbeitet“. Unterirdische Wasserwege beeinflussen die Höhlenbildung.
In Höhlen lebende Tiere
In den Höhlen der Region wurden bisher 48 verschiedene Tierarten nachgewiesen. Sie lassen sich in verschiedene Gruppen aufteilen: Echte Höhlentiere leben ausschliesslich in Höhlen und haben sich diesem extremen Lebensraum gänzlich angepasst, wie spezielle Krebse oder Würmer. Höhlenliebende Tiere leben sowohl im Erdinnern als auch draussen, beispielsweise gewisse Arten von Fledermäusen, Spinnen oder Schmetterlingen. Höhlenfremde Tiere hingegen – wie der Mensch – könnten in einer Höhle nicht lange überleben.
Höhlenschutz
Höhlen sind in sich geschlossene Biotope, die sich praktisch nicht regenerieren. Durch die meisten Höhlen fliesst Wasser, welches sich aufgrund des Kalks kaum selbst reinigt. Wer Höhlen verunreinigt, verschmutzt also automatisch auch das Quell- uns somit unser Trinkwasser. Dies ist einer der Gründe, weshalb der Schutz dieser empfindlichen Orte Not tut.
Schällbach-Ponor
Der Schällbach entspringt oberhalb Brislach und versickert vor und nach dem Schällbachponor in diversen Bachschwinden. Im tiefsten Siphon sammelt es sich und kehrt später in der Röhrenquelle im Kaltbrunnental wieder ans Tageslicht zurück. Bei Starkregen flutet der Schällbach den 140 Meter langen und 33 Meter tiefen Schällbachponor bis über den Eingang.
Doppeldoline im Schäll
Die Doppeldoline im Schäll ist nur eine von vielen Dolinen im Wald beim Kaltbrunnental. Dolinen sind verbreitete Karstformen, die als Trichter, Schüsseln oder als flache Mulden im Boden auftreten. Auf slawisch bezeichnet „dolina“ ein Tal, aber auch kleine geschlossene Karsthohlformen. Es gibt verschiedene Dolinenarten.
Ibachhöhle
Höhlenräume werden in Spaltengänge, Kluftgänge und Schichtfugengänge aufgeteilt. Ebenfalls unterscheidet man sie nach Querschnittsform oder nach ihrem Verlauf. Wo das Wasser herkommt, das aus der kleinen Quellhöhle Ibachhöhle – die man gefahrlos begehen kann – fliesst, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist es zuvor in den Dolinen über der Höhle versickert.
Höhleninhalt
Der Inhalt von Höhlen kann sich stark unterscheiden. Ablagerungen, Ausscheidungen und Mineralien in unterirdischen Hohlräumen nennt man Höhlensedimente. Es gibt drei Hauptgruppen von Höhlensedimenten: verwitterte und zerstörte Gesteine wie Lehm, Sand oder Kies, Ablagerungen durch chemische Vorgänge (Tropfsteine) und organische Reste wie beispielsweise Fledermauskot.
Ur- und Frühgeschichte
Höhlen sind gute Archive von Ereignissen vergangener Zeiten. Oft finden sich in den Sedimentschichten Knochenreste von Tieren: wichtige und zeitlich ausgezeichnet einzuordnende Spuren. In den ältesten, untersten Schichten liegen beispielsweise Reste von Tieren verborgen, die meist ausgestorben sind, und Pollen und Samen von Zwergkiefern, Birken oder Moosen belegen den einstigen Tundrabewuchs unserer Gegend.
Archäologische Funde
Die Kohlerhöhle ist die bedeutendste urgeschichtliche Höhle im Kaltbrunnental. Bei archäologischen Ausgrabungen zwischen 1934 und 1938 wurden zwei Kulturschichten entdeckt: In der oberen Kulturschicht (etwa 17 000 bis 10 000 Jahre vor unserer Zeit) finden sich Silexartefakte, andere einfache Geräte sowie Schmuckanhänger aus fossilen Schneckenschalen. Die Funde aus der unteren Schicht (Silexartefakte, Resten von Mammuten und Höhlenbären) sind deutlich älter und dürften aus der Zeit der Neandertaler stammen.
Versturzquelle
Die rund 500 Meter lange Versturzquelle gehört zum grossen Entwässerungssystem des Schällbachs. Bei Hochwasser dient die Versturzquelle als Überlauf für die Röhrenquelle. Dabei steigt der Wasserspiegel so stark an, dass der Höhlengang komplett unter Wasser liegt. Selbst ohne Hochwasser müssen einzelne Stellen durchtaucht werden, um sich in der Höhle fortbewegen zu können.
Höhlenforschung
Speläologie (Höhlenforschung) ist Teil der Erdwissenschaften. Der Blick in den verborgenen Untergrund bringt Erkenntnisse über die Vergangenheit und trägt dazu bei, die Zukunft zu erahnen. Da die Hilfeleistung bei Unfällen in Höhlen oft äusserst schwierig ist, wurde aus der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH) heraus eine Rettungsorganisation gegründet. Dem Speleo-Secours Schweiz gehören 220 Retter an.

Infomaterialien

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Zwingen

Die Informationstafeln entlang des Weges