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Der Wissenschaftliche Lehrpfad bei Sasbach wurde im Jahre 1977 angelegt. Die Länge des Rundwanderweges, der über den Limberg und Lützelberg sowie entlang der Rheinauen verläuft, beträgt ca. 6 km. Eine Abkürzung unter Auslassung des Lützelberges 4,8 km. Reine Gehzeit etwa 2 Stunden. Über 90 teils farbige Lehrpfad-Tafeln informieren aus den Fachgebieten:

– Geologie und Mineralogie
– Geschichte
– Naturschutz und Landschaftspflege
– Forstwirtschaft
– Wein- und Obstbau
– Rheinbau und Wasserwirtschaft
– Landeskunde

Wegweisung: Ein auf der Spitze stehendes gelbes Quadrat mit schwarzem Löwen, das vom Hauswappen der Herren GIRARDI abgeleitete Gemeindewappen und fortlaufend nummerierten Lehrpfad-Tafeln. Etwa ein Drittel der Gesamtlänge führt durch das Naturschutzgebiet Limberg. Die Schutzvorschriften sind zu beachten.

Der Lehrpfad kann das ganze Jahr über begangen werden.

Weitere Informationen

Die Infotafeln
01 Geologie des Kaiserstuhls

In einer vom Mittelmeer bis nach Nordeuropa verlaufenden Schwächezone der Erdkruste begann im frühen Tertiär, vor etwa 60 Millionen Jahren, die Bildung des Oberrheingrabens ein 250 Kilometer langer und 40 Kilometer breiter Streifen löste sich von seinen rändern und sank in die tiefe. Die Vertiefung füllte sich mit Sedimenten, zum Schluß in der Eiszeit mit den Kiessanden des Rheins und seiner Nebenflüsse.

Im späteren Tertiär, vor etwa 15 Millionen Jahren, drangen auf weit ins Erdinnere reichenden Bruchspalten des Grabens basaltartige Magmen nach oben und bildeten den Kaiserstuhl-Vulkan.

Manche Magmen erkalteten und erstarrten noch in der Tiefe bevor sie die Erdoberfläche erreichten. Es entstanden Tiefengesteine. Gasreiche Laven schufen sich durch eine Explosion ihren Weg zur Erdoberfläche. Die Kraft dazu kam aus den im flüssigen Magma gelösten Gasen; die Explosion fand statt, sobald die zurückdämmende Wirkung der überlagerten Gesteine geringer geworden war als der Gasdruck des nach oben drängenden Magmas. Die dabei herausgeschleuderten Magmenfragmente wurden als Agglomerate (grobe Blockanhäufungen) oder Tuffe (Ablagerungen von Staub- bis Sandkorngröße) abgelagert. Ruhig ausfließende Magmen erstarren als Lavaströme. Agglomerate, Tuffe und Lavaströme sind am Limberg in besonders eindrucksvoller Weise, oft in einem einzigen Aufschluß übereinander, zu sehen. Sie sind in der Abfolge von unten nach oben durchnumeriert. Vorkommen von fossilen Kleinwirbeltieren, eingeschlossen in den Tuffen, ermöglichen die zeitliche Einstufung des Limberg-Vulkans in das Miozän. Daneben sind noch mergelige Ablagerungen eines Süßwassersees aus dem Tertiär vorhanden.

In den 15 Millionen Jahren seit der Entstehung des Kaiserstuhl-Vulkans haben Bewegungsvorgänge in der Erdkruste das Vulkangebäude in viele Einzelschollen zerlegt und diese gegeneinander bewegt oder verschoben. Die Abtragung hat den größten Teil der Gesteine zerstört und hinweggeführt. Über weite Teile haben staubführende Winde der Eiszeit einen Löß-Schleier gelegt: Der heutige Kaiserstuhl ist die lößbedeckte Ruine des alten Vulkans. Dessen Gestalt ist daher nur unvollkommen rekonstruierbar.

Trotzdem gewähren die Gesteine des Limberges und die hier vorkommenden Mineralien einen guten Einblick in erdgeschichtliches Geschehen. Dies ist hauptsächlich durch die günstigen Aufschlußverhältnisse möglich. Daher stehen sämtliche Steinbrüche des Limbergs unter Naturschutz. Bei zu großer Annäherung an eine Steinbruchwand besteht Lebensgefahr! Besucher, die spezielles Interesse an Gesteinstücken haben, finden solche im allgemeinen am Fuß der Halden in großen Mengen. Für das Klopfen in den Wänden bedarf es einer besonderen naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung.

02 Felswand unter der Limburg

Die Felswand unter der Ruine Limburg besteht aus der Limburgitlava L2 (oben), darunter Tuff t1 und einem kleinen Anschnitt des Limburgit-Lavastromes L1. Die von dort nach dem alten Steinbruch II (links) um biegende Felskante zeigt zwischen L2 und t1 ein rotes Schlackenagglomerat A, das auch in der Wand unter der Ruine nochmals in dieser Position erscheint. Es gleicht dem roten Agglomerat des Steinbruches VII. Die auffallende Färbung ist durch Oxydation der eisenhaltigen Minerale des Gesteins bedingt und durch Einwirkung des Luftsauerstoffes auf die heißen Schlacken entstanden.

03 Strauchreicher Ausschlagwald

Für die sonnenbeschienenen trockenen Süd- und Westhänge der Kaiserstuhlberge charaktersitisches Waldbild mit wärmeliebenden, ausschlagkräftigen Laubbaum-Arten (Feldahorn, Feldulme, Robinie, Traubeneiche) und Sträuchern (Weißdorn, Wolliger Schneeball, Liguster, Heckenkirsche, Pfaffenhütchen, Schlehe, Waldrebe, Efeu).

Früher Brennholznutzung, heute nicht mehr bewirtschaftet. Der Wald soll wegen seiner landschaftlichen Schönheit und wegen seiner Schutzfunktion (Schutz vor Bodenerosion und Hangrutschungen) in seiner jetzigen Form erhalten werden.

04 Efeu

(Hedera helix)
Immergrüne Kletterpflanze. Kein Schmarotzer, Haftwurzeln dienen nur dem mechanischen Halt. Blätter in zwei Erscheinungsformen (Blattdimorphismus): An Langtrieben drei- bis fünflappig, an Blütentrieben eiförmig. Efeugebüsch wird von Vögeln gerne als Nistplatz angenommen. Oft als Zierpflanze in Friedhöfen, Gärten und Parks angepflanzt. Der hier den Boden überziehnde Efeuteppich übt auch Bodenschutzfunktion aus.

05 Feldulme, Rüster

(Ulmus minor)
Wärmeliebende Baumart, sowohl im Bergwald als auch im Auewald verbreitet. Blüht schon vor Laubausbruch. Bildet gerne Stockausschläge und Wurzelbrut, deswegen für den Bodenschutz geeignet. Strauchähnliche Feldulmen weisen an den Zweigen oft Korkleisten auf. Während der Vegetationszeit kahle Zweige deuten auf das „Ulmensterben“ hin, eine z.Zt. häufig auftretende Pilzkrankheit. Der krankheitserregende Pilz (Ceratocystis ulmi) wird durch den im äußeren Holzmantel brütenden Großen Ulmensplintkäfer (Scolytus scolytus) übertragen und bewirkt durch sein Eindringen in die Wasserleitungsbahnen eine Störung der Wasserversorgung der Bäume. Als Folge sterben die befallenen Ulmen von den äußeren Zweigen her ab. Eine direkte Bekämpfung der Krankheit ist bis heute nicht möglich.

Holz mit braunem Kern, dauerhaft und wertvoll. Verwendung für Innenausbau, Möbel und Werkzeugstiele.

06 Eingriffeliger Weißdorn

(Crataegus monogyna)

Name bezieht sich auf die Farbe der Blüten und die Zahl der Griffel. Strauch überall verbreitet. Wird wegen seiner Dornigkeit gerne von Vögeln aufgesucht. Dem im Bereich des Lehrpfades ebenfalls vorkommenden Zweigriffeligen Weißdorn (Crataegus laevigata) in allem sehr ähnlich.

07 Schwarzdorn

(Prunus spinosa)

Blüht schon vor Laubausbruch. Schwarze Steinfrüchte („Schlehen“, weshalb der Strauch auch Schlehe genannt wird) nach Frosteinwirkung genießbar. Strauch dornig, deswegen als Vogelschutzgehölz geeignet. Die oft zu beobachtenden Gespinste sind Gesellschaftsnester der an den Blättern fressenden Raupen der Gespinstmotte.

08 Wolliger Schneeball

(Viburnum lantana)

Name wegen Behaarung der jungen Zweige und Blätter. Oft in Gärten und Parks als Ziergehölz angepflanzt. Liebt kalkhaltigen, trockenen Boden.

09 Rheinübergang Sasbach

Der eindrucksvolle Blick nach Süden zeigt zunächst den Rhein selbst in seinem durch Rheinkorrektion (1830 – 1870) geschaffenen 200 m breiten, beiderseits von festen Dämmen eingefaßten Bett; auf ihnen verläuft der Leinpfad.

Unmittelbar unter der Burg liegt der Rheinübergang. Der Ausgangspunkt der früheren Fähre befand sich links des Parkplatzes in der ehemals offenen Altrheinmündung vor dem Gasthaus zur Limburg, dem alten „Fahrhaus“. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde weiter rechts eine Schiffsbrücke errichtet, die durch Ausfahren mehrerer Pontons jeweils für die Schiffahrt geöffnet wurde. Auf beiden Seiten des Stromes wurde nach 1918 ein Zollhaus erbaut.

Seit der Inbetriebnahme der Staustufe Marckolsheim (1961) verläuft die Schiffahrt ausschließlich durch die Rheinseitenkanal-Schlinge Marckolsheim. Der von hier aus nur sichtbare „Restrhein“ ist durch das etwa 40oo m rheinaufwärts liegende „Hilfswehr“ geschlossen. Die erst 1961 wieder eingerichtete Behelfsbrücke ist 1985 durch eine weiter nördlich durch eine feste Straßenbrücke ersetzt worden.

Auch das unmittelbar südlich auf der deutschen Rheinseite liegende Waldgebiet der Rheinaue wurde in den vergangenen 150 Jahren völlig umgestaltet. Bis zur Großen Überschwemmung von 1824 verlief der sog. „Talweg“ des Rheins, der Stromstrich, von Sasbach bis zur Limburg meist unmittelbar am Steilhang von Lützelberg und Limberg entlang. Die Rheinhochwässer von 1798 bis 1801 zerstörten durch ihre Erosionswirkung am Hochggestade noch zahlreiche Häuser des Dorfes; noch 1824 wurden Sasbach, Wyhl, Königschaffhausen und Teile von Endingen überschwemmt; Limberg und Lützelberg waren damals allseitig umflossen.

Die TULLA`sche Rheinkorrektion verlegte bereits 1838 den Stromstrich vor Sasbach um fast 1000 m nach Westen und beseitigte die Hochwassergefahr. Der alte Rheinlauf wurde zum Altwasser. Flurnamen zwischen Sasbach und dem heutigen Rhein, z.B. „Leopoldsinsel“ oder „Dorfinsel“, erinnern an diesen Zustand.

Das gegen den Rhein hin offene Altwasser wurde erst 1961 durch die Aufschüttung des großen Parkplatzes geschlossen und der Abfluß durch einen unter Straße und Parkplatz verlaufenden gedeckten Kanal bis zum Mühlbach rechts der Pontonbrücke abgeleitet.

10 Ruine Limburg

Die „Alte Limburg oben auf der Südspitze des Limberges bildet offenbar das Bindeglied zwischen frühgeschichtlicher und mittelalterlicher Besiedlung des Berges. Es ist belegt, daß BERTHOLD I. von Zähringen 1078 „die Limburg“ bewohnte. Unbekannt ist, ob es sich dabei schon um die hier auf halber Höhe der Bergflanke über dem Rhein gelegene oder vielleicht noch um die ältere Anlage auf dem Hochplateau handelt.

Die erste urkundliche Nachricht zur Ruine Limburg stammt aus der Zeit zwischen 1215 und 1221, als sich die Burg im Besitz der Grafen von Habsburg befand. Nach einer unbestätigten Überlieferung soll sie die Geburtsstätte von RUDOLF VON HABSBURG (1218) sein. Gegen Ende des 13. Jhs. sind die Grafen von Freiburg ihre Besitzer. Seither gab es ständige Auseinandersetzungen zwischen den beiden Familien um den Besitz, die erst nach dem Aussterben der Grafen von Freiburg 1457 und dem endgültigen Übergang der Burg an die Habsburger endeten.

Die besondere Bedeutung der Limburg liegt in ihrer Lage über dem Sasbacher Rheinübergang. Der „var zu Limperg“ ist erstmals 1417 belegt, dürft aber schon seit alters bestanden haben. Die Fähr- und Zollrechte des Rheinüberganges waren eines der bedeutendsten Zubehöre der Limburg. Die Lage auf der Felsplattform vierzig Meter über dem Rhein macht die Beziehungen augenfällig.

Noch im 16. Jh. Ist die Burg als bewohnbar belegt. Der zeitpunkt ihres Niederganbges und ihrer Zerstörung ist nicht bekannt. Vermutlich erfolgte diese im Zuge des Dreißigjährigen Krieges oder der darauffolgenden Feldzüge. 1701 wird sie als vollständig ruiniert bezeichnet.

Die Ruine gibt noch eine Vorstellung von der Größe der mittelalterlichen Burganlage. Der kernbereich umfaßt ein Areal von 80 m Länge und 40 m Breite. Gegen Osten zum Bergrücken des Limberges hin ist eine Niederung wohl künstlich als Zwinge gestaltet worden. Die Flanke nach Westen und die Nordseite liegen über den steilen Felsabstürzen zum Rhein. Hier sind in den letzten Jahrzehnten auch schon einige Teile abgestürzt. Der Zugang erfolgte wohl von Süden. Alte Ansichten aus dem 19. Jh. Lassen hier Reste eines Torbogens erkennen. Durch ihn erreichte man einen ersten Burghof, der die ganze Rheinfront einzunehmen scheint. Eine zweite, höher gelegene Terrasse im nordöstlichen Viertel bildet offenbar einen zweiten Hof. Auf dem höchstgelegenen Teil im Südosten erhob sich über dem mutmaßlichen Eingang ein Bergfried.

Über die innere Organisation der Burganlage erlauben die sichtbaren Mauerteile und die wenigen alten Ansichten und Urkunden nur ganz ungenaue Vorstellungen.

Von der noch bis ins 19. Jh. Sehr umfangreich erhaltenen Ruine wurden wesentliche Teile, z.B. der Stumpf des Bergfrieds, erst Ende des Zweiten Weltkrieges endgültig zerstört.

Die Ruine steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz.

11 Naturschutzgebiet Limberg

Ausgedehnte Flächen am Limberg stehen wegen der Vielfalt ihrer seltenen, wärmeliebenden Lebensgemeinschaften und wegen bedeutsamer Gesteinsaufschlüsse unter Naturschutz. Hier kommen vegetationskundlich wichtige Trockenrasen, Flaumeichen- und Lindenwälder vor. Viele der Pflanzen und Tiere sind Zeugen eines wärmeren Klimas, wie es nach der letzten Eiszeit in Mitteleuropa herrschte.

Helfen Sie durch Ihr Verhalten mit, dieses Naturschutzgebiet in seiner Eigenart und Schönheit zu erhalten. Sie tun dies, indem Sie die Wege nicht verlassen, keine Tiere fangen, Pflanzen oder Teile davon entnehmen, nicht Zelten, Lagern oder Feuer machen. Werfen Sie kein Papier und keine Abfälle in die Landschaft. Besucher, die spezielles Interesse an Gesteinsstücken haben, finden Lesestücke im allgemeinen am Fuß der Halden. Das Herausbrechen von Gesteinen und Mineralien aus Aufschlüssen bedarf einer besonderen naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung.

Verstöße gegen die zur Sicherung des Naturschutzgebietes erlassene Verordnung sind strafbar.

12 Hasel

(Corylus avellana)
Häufiger, sehr ausschlagkräftiger Strauch. Besiedelt viele Standorte. Wegen seiner schmackhaften Fruchtkerne, den Haselnüsse, bei Mensch und Tier sehr geschätzt. Kätzchen (männliche Blüten) beliebt als Frühjahrsschmuck. Zweige werden von Wünschelrutengängern verwendet; die Loden eignen sich zur Herstellung von Spazierstöcken und Stielen.

13 Westwall-Bunker
14 Winterlinde

(Tilia cordatat)
Hier alter Stockausschlag. Im Unterschied zur Sommerlinde (T.patyphyllos) kleinblättrig. Schattenertragende Baumart, die sowohl auf feuchten wir auf trockenen Standorten wächst.

Einer sicher hervorragend als Füllholz in Buchen-, Kiefern- und Edellaubholzbeständen. Häufiger Alleebaum. Blüten dienen als Bienenweide und liefern einen Tee. Holz sehr weich: Verwendung für Zeichenbretter, Spielwaren und Schnitzereien (z. B. Holzaltäre in Breisach und Niederrotweil).

15 Steinbruch II

Auf dem roten Schlackenagglomerat lagert ein weißgelber Löß, der hier nicht mehr primär vom Wind angeweht (s.u.) sondern in umgelagerter Form vorliegt. Das beweisen stark verwitterte Limburgitbrocken im Löß. Der obere Teil ist braun, humos und stark durchwurzelt: Es hat sich ein Boden gebildet.

Der Löß: Entstehung und Eigenschaften

Während der Eiszeiten hatten der Rhein und seine Nebenflüsse durch starke Schmelzwasser-Führung eine große Transportkraft. Sie schütteten in der Oberrhein-Ebene weite Schotterfluren, deren Feinanteile von Westwinden ausgeblasen und im Osten der Rheinebene abgelagert wurden. So entstand der Löß, ein hellgelbbraunes, stabfeines Lockergestein, das im wesentlichen aus Quarzkörnchen besteht, die von einer Kalkhaut umgeben sind. Im Kaiserstuhl bildeten sich so bis 30 m mächtige Lößdecken. Häufig kann man aus dem Löß die schneeweißen Gehäuse kleiner Schnecken auslesen, die in der windüberwehten eiszeitlichen Kältesteppe lebten.

In wärmeren Zeiten (Zwischeneiszeiten) bildeten sich mit dem Entstehen einer Waldvegetation Boden, indem der Löß entkalkte und verlehmte: Bis zu fünf solcher dunkler gefärbten Lößlehme kann man in Löß-Aufschlüssen feststellen.Der Kalk wurde vom einsickernden Niederschlagswasser gelöst und in tiefen Horizonten in Form unregelmäßiger rundlich-wulstiger Knollen, den Lößkindeln wider ausgeschieden.

Der Löß hat, obwohl er ein Lockergestein ist, eine ausgezeichnete Standfestigkeit, welche die Bildung selbst von senkrechten Wänden unter dem Einfluß menschlicher Nutzungen ermöglichte: Hohlwege entstanden da, wo der Löß durch jahrhundertelanges Befahren immer wieder gelockert und durch abfließendes Niederschlagswasser weggeführt wurde, so daß sich die alten Wege mit der Zeit immer stärker in die Lößdecke eingruben.

Zur besseren Bewirtschaftung, vor allem für den Weinbau, hat man früher in die lößbedeckten Hänge Terrassen gegraben, deren Breite von der Mächtigkeit des Lößes abhängig war und meist einige Meter nicht überschritt. Dabei blieben die alten natürlichen Geländeformen und damit einer de wichtigsten landschaftsbildenen Faktoren erhalten. In heutiger zeit werden großflächige, für maschinelle landwirtschaftliche Bearbeitung bestimmte Flächen hergestellt. Die dafür notwendigen umfangreichen Massenbewegungen sind erst durch moderne Erdbewegungsmaschinen möglich geworden. Dabei werden viele der natürlichen Geländeformen zerstört; es entsteht eine Kunstlandschaft, die im Kaiserstuhl fremd wirkt.

16 Steinbruch II Limburgit

Die Wand des Steinbruches besteht größtenteils aus blockig abgesonderter Lava des Limburgitstromes L2. Die Auflösung der Lava in Blöcke zeigt an, dass der Lavastrom hier nicht mehr in der Zone des ungestörten Fiessens, sondern in einem Randbereich aufgeschlossen ist, wo noch während der Bewegung die Erstarrung einsetzte. Dies bewirkte den deutlichen sichtbaren Zerfall in Blöcke verschiedener Größe.

Unter dem Lavastrom L2 liegt die hellfarbige Tuffschicht t1 (ein Tuff mit phonolithischen Komponenten), unter dieser der Lavastrom L1 (Nordende des Aufschlusses, am Aufgang zum Steinbruch I).- Zu den rötlich-gelben Einlagerungen in L2: vgl. Erläuterungstafel im Steinbruch I (Tafel 18).

Infomaterialien

Textquellen