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Bad Teinach: Ökologischer Naturlehrpfad

Die 27 Informationstafeln entlang des ca. 7 km langen Naturlehrpfades vermitteln dem Betrachter einen tiefen Einblick in die heimische Tier- und Pflanzenwelt.
Der Rundweg beginnt am Freibadparkplatz in Bad Teinach und verläuft oberhalb des Kurparks bis zur „Kleinen Tour“-Brücke, dann auf der gegenüberliegenden Talseite bis zur Wilhelmshöhe, taldurchquerend bis oberhalb des Friedhofs und von dort folgt der Lehrpfad der Alten Rötenbacher Steige in Richtung Zavelstein, entlang dem Burgweg und zweigt in der Aischbachschlucht Richtung Adolfshöhe ab.
Die Infotafeln
  • Tafel 1: Typische Bewohner eines Fließgewässers
    Entfernung: 0,1 km
  • Tafel 2: Die Lebensgemeinschaft der Blumenwiese
    Entfernung: 0,3 km
  • Tafel 3: Höhlenbauer und Nachmieter
    Entfernung: 0,6 km
  • Tafel 4: Ökosystem Wald
    Entfernung: 0,8 km
  • Tafel 5: Erholungsfunktion des Waldes
    Entfernung: 1 km
  • Tafel 6: Der Wald als Wasserspeicher
    Entfernung: 1,3 km
  • Tafel 7: Giftpilze
    Entfernung: 1,4 km
  • Tafel 8: Einheimische Singvögel in Park und Wald
    Entfernung: 1,5 km
  • Tafel 9: Nahrungsspezialisten unter den Vögeln
    Entfernung: 1,8 km
  • Tafel 10: Lebensraum Feuchtwiese
    Entfernung: 1,9 km
  • Tafel 11: Waldtiere I
    Entfernung: 2 km
  • Tafel 12: Holz und seine Verwendung am Beispiel der Kiefer
    Entfernung: 2,2 km
  • Tafel 13: Vernetzungssystem hügelbauender Waldameisen
    Entfernung: 2,7 km
  • Tafel 14: Heimische Spechte
    Entfernung: 3,1 km
  • Tafel 15: Waldtiere II
    Entfernung: 3,3 km
  • Tafel 16: Entwicklungsstadien eines Hummelvolkes
    Entfernung: 3,5 km
  • Tafel 17: Leben im Steinhaufen
    Entfernung: 4 km
  • Tafel 18: Die Vogeluhr
    Entfernung: 4,2 km
  • Tafel 19: Naturgemäßer Waldbau
    Entfernung: 4,6 km
  • Tafel 20: Lebensraum Totholz
    Entfernung: 4,8 km
  • Tafel 21: Die Aufgabe der Jagd
    Entfernung: 5,2 km
  • Tafel 22: Die Jagd im Wandel der Zeit
    Entfernung: 5,3 km
  • Tafel 23: Jagdweisen der Greifvögel
    Entfernung: 5,7 km
  • Tafel 24: Schutzfunktion des Waldes
    Entfernung: 5,9 km
  • Tafel 25: Tarnen und Täuschen
    Entfernung: 6,4 km
  • Tafel 26: Lebensgemeinschaft Wald
    Entfernung: 6,8 km
  • Tafel 27: Leben im Schutz der Dunkelheit
    Entfernung: 7,1 km
  • Ziel: Ausgangspunkt Freibadparkplatz
    Entfernung: 8,0 km

Baiersbronn: Steine erzählen Geschichte

Die Wanderung entlang der Rotmurg vermittelt einen Einblick in den komplizierten Aufbau des Grundgebirges und in die Hinterlassenschaft einst tätiger Vulkane. Viele verschiedene Gesteine, dazu noch die Auswirkungen der eiszeitlichen Vergletscherung auf die Oberflächenformen sind zu erkennen. Die Wanderung beginnt in der Ortsmitte von Obertal und endet beim Naturschutzzentrum Ruhestein. An 36 Stationen und in einer zur Rast einladenden Hütte mit weiteren Informationen werden Geologie und Landschaftgeschichte des Rotmurgtals erklärt. Aber auch volkskundliche, wald-, vegetations- und gewässerkundliche Aspekte kommen nicht zu kurz.Wegstrecke ca. 7 km.

Offizielle Tourenbeschreibung

Baiersbronn Touristik

Textquellen

Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.) (2020): LGRB-Kartenviewer – Layer Geotouristische Übersichtskarten – Unterlayer Lehrpfade.

Berghaupten: Badische Kohle

Am Eingang des Kinzigtals, im Naturpark Schwarzwald, liegt der idyllische  Wein- und Erholungsort Berghaupten. Das Kinzigtal ist das am tiefsten eingeschnittene Tal im inneren Schwarzwald. Wegen des dort sehr milden Klimas gehört das Tal zu den wärmsten Gegenden Deutschlands. Obstgärten und Weinberge prägen das Bild der Landschaft.

Im malerischen Ortskern fällt besonders der stattliche Bau des Rathauses, ein ehemaliges Wasserschlösschen, ins Auge. Ringsum reihen sich die schmucken Häuser.

Dass früher in Berghaupten Bergbau betrieben wurde, war eigentlich einem Zufall zu verdanken. Mitte des 18. Jahrhunderts wollte der Grundherr von Berghaupten, Freiherr von Schleys, Heilquellen entdecken, wie sie auch in der Region, z.B. in Baden-Baden, gefunden worden waren. Statt der Heilquellen fand man Steinkohle. Heute erinnern noch ein Bergwerkskamin und ein Denkmal an die Zeiten des Steinkohleabbaus.

Kohlenbergwerk

Der Grundherr von Berghaupten Freiherr Tobias Ernst von Schleys sowie die Freiherrn von Röder in Diersburg wollten Heilquellen ausfindig machen, denn die Quellen der Heilbäder in der Region wie in Baden-Baden, Badenweiler, im Renchtal waren bei Fürsten, Grafen und der begüterten Schicht sehr begehrt. Die angeheuerten Bergknappen fanden jedoch statt des ersehnten Heilwassers Steinkohle. Gegraben wurde im Hagenbach, in Zunsweier, in Diersburg und in Berghaupten, vor allem im Bereich der Heiligenreute und bei der Bergkuppe Barack, die deshalb so heißt, weil dort die Wohnbaracken der Bergleute aufgestellt waren. 1755 begann man mit der Öffnung der Lager und dem Abbau der Kohle. Im Lehensbrief von 1755 heißt es,” … deren Öffnung dem Publico nützlich seyn und besonders den Unterthanen zu Berghaupten zu mehrerer Nahrung und Verdienst gereichen könnte”. Mit diesem Lehensbrief beauftragte von Schleys, Johannes Bauer, Bürger und Pflugwirt zu Kehl-Dorf “, alle Gänge auf seine Kosten und Gefahr zu öffnen und die Unkosten an sich selbst zu haben”. In dem genannten Trakt verpflichtete sich Johannes Bauer den Wert des fünften Zentners von Steinkohlen an die Herrschaft zu entrichten und vierteljährlich zu bezahlen. Der Pflugwirt Bauer förderte 40 Jahre lang Kohle. Teilweise waren 100 Mann im Bergwerk tätig, wobei vor allem Zimmerleute benötigt wurden, um die Schächte abzustützen. Im Berghauptener Revier hatte man stets mit großen Wassermassen zu kämpfen, wobei letztlich 20 Zentner Wasser bewältigt werden mussten, um 1 Zentner Kohle zu fördern. Dieses Problem führte die jeweiligen Betreiber immer wieder in große wirtschaftliche Schwierigkeiten, wenngleich ein Gutachten aus dem Jahr 1845 der Kohle bescheinigt, “die Vorzüglichkeit der Berghauptener Kohle ist unbestritten, sie übertrifft die Saarkohle und ist der besten Ruhrkohle gleich, zehrt das Eisen nicht ab, wie andere Steinkohlen und das gröbste Eisen und Stahl kann damit verarbeitet werden.” Mitte der 20er Jahre schloss nach über 200 Jahren Betriebsamkeit das Steinkohlebergwerk. Heute zeugen noch der Bergwerkskamin und das Bergwerksdenkmal von der Zeit des Kohlereviers Berghaupten.

Stollenmundloch bei der ehem. Bergbauansiedlung Barack (Hagenbach)

Hinweistafel zur ehem. Ansiedlung