Weidenberg: Weidenberger Erdblicke (Kulm-Runde)

09.04.2022 | Franken, Geologie, Lehrpfad

GEOPARK Bayern-Böhmen

Cesko-Bavorský GEOPARK

Aufbruch ins Erdinnere

Tajemstvi zemského nitra

WEIDENBERGER ERDBLICKE Landschaft sehen, lesen und verstehen

Weidenberg liegt geologisch in einer ungewöhnlichen Position. Hier treffen sich nicht nur erdgeschichtliche Epochen wie „Erdmittelalter“ und „Erdaltertum“ oder verschiedene Gesteine wie „Gneise“ und „Sandsteine“. Auch der Gegensatz zwischen zwei unterschiedlichen Flusssystemen, die Europäische Hauptwasserscheide, prägt das Gebiet.

Entlang zweier Rundwege begleiten Sie die „Weidenberger Erdblicke“ durch nahezu 500 Millionen Jahre Erdgeschichte. Sie lenken Ihren Blick auf Elemente der Landschaft, die den Schlüssel zum Verständnis des geologischen Werdegangs dieses Teils des Geoparks bilden.

Kommen Sie mit auf eine Reise durch Raum und Zeit, von den geologischen Anfängen Europas, durch die staubigen Sandwüsten des Buntsandsteins und durch das tropische Meer des Muschelkalks. Entdecken Sie Landschaft einmal anders.

Mineralogische Kostbarkeit

Vielen Geologen in Bayern ist Weidenberg durch den „Weidenberger Karneol“ bekannt. Diese blutrote Varietät eines mikrokristallinen Quarzes diente schon den Ägyptern als Lebensstein und erfreute sich auch bei den Bayreuther Markgrafen großer Beliebtheit. So wurde in Weidenberg abgebauter Karneol unter anderem für die Verzierung der Säulen des Sonnentempels in der Bayreuther Eremitage verwendet.

Die kleinen Steinbrüche, in denen man einst den Karneol abbaute, gibt es heute nicht mehr. Ein großer Fundblock von der Europäischen Wasserscheide ist am Startpunkt zur Kulm- und Quiz- Runde am Bahnhof aufgestellt.

Kulm-Runde

Die Kulm-Runde (9,6 km) führt über den Muschelkalk-Rücken des Kulms mit herrlichen Ausblicken, insbesondere auf das westliche Fichtelgebirge und das Steinachtal. Thematische Schwerpunkte sind das mesozoische Deckgebirge, die Bruchschollenzone und die Fränkische Linie. Die Kulm-Runde startet am Weidenberger Bahnhof und folgt größtenteils dem FGV-Rundweg Nr. 1.

Die Kulm-Runde kann auch bequem mit dem Fahrrad abgefahren werden. Nicht anfahrbar ist lediglich Station 14 (am Guggiweg). Ab Station 13 (Langengefäll) geht es daher direkt durch das Scherzenbachtal nach Weidenberg zurück.

Reitzenstein-Runde

Die Reizenstein-Runde (6,1 km) startet am Wanderparkplatz in Sophienthal und verläuft meist auf dem FGV-Rundweg Nr. 4. Schwerpunkt dieser Runde ist das Grundgebirge, das Teil des im Erdaltertum entstandenen Variszischen Gebirges ist.

Quiz-Runde (Ratespaß mit Steini & Co.)

Für junge Neugierige gibt es eine Quiz-Runde durch die Marktgemeinde erstellt. Sie startet wie die Kulm-Runde am Bahnhof, führt vorbei an der Schule, geht weiter zu den Kellern am Buchert und anschließend zum Obermarkt. Vorbei am Freilichtmuseum Scherzenmühle schließt sich der Kreis über das Nussgässchen. Der Weg hat eine Länge von 3.5 Kilometern.

Unterwegs präsentieren die Geo-Friends Steini, Karlchen Kalk, Rosa Quarzalia, Graniti Grantler, Vulkano, Serpentinia und Goldie acht Fragen, die zu einem Lösungswort führen. Dazu können die Kinder die Fragen an jeder Station über den QR-Code einlesen oder die kostenlos im Rathaus, in den Infostellen des Geoparks oder in der Scherzenmühle erhältliche Broschüre nutzen.

Dieses Lösungswort schickt man im Anschluß per email an den Geopark und erfährt, ob es richtig ist. Wer will, kann sich eine Belohnung für eine richtige Lösung auch während der Öffnungszeiten in der Scherzenmühle.

Wegstationen

Textquelle: Faltblatt „Weidenberger Erdblicke“

Station 1: Überblick und Edelblick

Hinweise. Weidenberger Karneol.

Station 2: Erstblick – Was die Steine verraten

Die geologische Zeit im Zeitraffer.

Station 3: Kellerblick – Weidenberg unter Tage

Blick in den (geologischen) Untergrund des Obermarktes.

Station 4: Blickfang – Weidenberger Bürgerhäuser

Der denkmalgeschützte Obermarkt, Fensterschürzen, Lessauer „Bergsandstein“.

Station 5: Mauerblick – Steine ausnächster Nähe

Weidenberger Gesteine im Mauerwerk entdecken.

Station 6: Weitblick – Der zweigeteilte Untergrund

Die beiden geologischen Großbau-Einheiten: Grund- und Deckgebirge.

Station 7: Meeresblick – In einem Meer vor unserer Zeit

Aufgelassener kleiner Steinbruch mit Einblicken in die Schichten des Muschelkalks.

Station 8: Ausblick – Die zerbrochene Erde

Die geologische Geschichte der Fränkischen Linie.

Station 9: Reiseblick – Schräge Sache

Die Bruchschollenzone und ihre Auswirkung auf die Lagerung der Gesteinsfolgen.

Station 10: Gipfelblick – In die Zange genommen

Die Weidenberger Flexur, eine Sonderentwicklung der Fränkischen Linie.

Station 11: Umkehrblick

Wenn ein „Horst“ keine Person ist Tektonik und Reliefumkehr.

Station 12: Vulkanblick – Von Kulm zu Kulm

Vulkanismus der nördlichen Oberpfalz.

Station 13: Blickwechsel – Europäische Flussgeschichte(n)

Die Flussablenkung der Steinach.

Station 14: Terrassenblick – Fluss ohne Wiederkehr

Eiszeitliche Flussterrassen.

Station 15: Rückblick – Ton, Steine, Erden

Bodenschätze und ihre Nutzung.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Weidenberg

Faltblatt „Weidenberger Erblicke“

Allgemeine Hinweise

Streckenkilometrierung

Auf der Karte zeigen die Zahlenwerte an einem Track die Kilometrierung der Tour an und sollten nicht mit den Stationsnummern von Infotafeln an Lehrpfaden verwechselt werden (Standorte von Infotafeln werden auf den Karten nicht angezeigt).

Vor Tourenbeginn

Vor Antritt einer Tour wird generell empfohlen, sich über die Begehbarkeit der Strecke direkt bei den zuständigen Stellen vor Ort bzw. bei den Wegebetreibern zu informieren, insbesondere nach Unwettern oder während des Holzeinschlags.

Nebenwege

Manche Touren verlaufen teilweise auf "off-grid"-Abschnitten (wenig genutzte Nebenwege außerhalb der bekannten Hauptwege). Solche Wegabschnitte sind teilweise durch stärkeren Bewuchs oder querliegende Baumstämme weniger gut begehbar und können durch einen Blick auf die Karte meist auch umgangen werden.