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Mössingen: Wanderweg Bergrutsch am Hirschberg

Geologie, Lehrpfad, Schwäbische Alb

Bergrutsch am Hirschkopf

Am 12. April 1983 ereignete sich am Hirschkopf oberhalb von Mössingen der größte Bergrutsch Baden-Württembergs seit über 100 Jahren.

Auf etwa 500 m Länge rutschte innerhalb weniger Stunden das Schichtpaket der Wohlgeschichtete Kalke-Formation (früher Weißjura beta) auf dem durchfeuchteten und instabil gewordenen Untergrund der Impressamergel-Formation (früher Weißjura alpha) und der Mitteljuraschichten im Liegenden ab (mehr als 8.000.000 Tonnen Gesteinsmaterial) .

Hierbei wurde eine Felswand aus Kalk- über Mergelstein freigelegt, die von der Basis her mittlerweile zunehmend durch Hangschutt verdeckt wird. Hinter den Rutschwällen an der Hangbasis bildeten sich Feuchtbiotope.

Inzwischen hat sich die natürliche Vegetation das Gelände weitgehend zurückerorbert. Die Folgen des Bergsturzes sind aber noch immer erkennbar – besonders eindrücklich am Aussichtspunkt „Steilwand“.

Das Naturschutzgebiet ist bis heute nicht ganz zum Stillstand gekommen. Es darf daher nur auf den ausgewiesenen Wegen betreten werden. Am besten erfolgt dies auf den markierten Bergrutsch-Wanderwegen 1 und 2.

Schutzgebiet

Der Bergrutsch am Hirschkopf ist seit 1988 auf 39 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die ungestörte Wiederbesiedlung der offenen Schutthalde und unzugänglichen Felswände ist aus biologischer Sicht der wesentliche Schutzzweck.

Für Geologen und Geographen steht die Erforschung der Massenverlagerung und der allmählichen Rückverlegung des Albtraufs im Vordergrund. Der Bergrutsch zählt zu den Nationalen Geotopen Deutschlands.

Start

Sie starten vom Bergrutsch-Parkplatz an der geteerten Straße zwischen Talheim und Belsen bzw. der Olgahöhe. An der Einfahrt gibt es auch eine Übersichtstafel. Vom Parkplatz aus sind zwei Touren mit blauen Tafeln markiert.

Die Route 1 (1 km) führt hoch zum Aussichtspunkt „Steilwand“ und auf gleicher Strecke zurück.

Die Route 2  (ca. 3 km) ist als Rundweg angelegt. Sie ist bis zur Steilwand identisch mit Route 1, führt dann aber weiter nach Westen und am Rand der ehemaligen unteren Rutschzunge hinunter in Buchbachtal.  Auf diesem Abschnitt ist ein kurzes Stück steil und felsig. Weiter unten gibt es auch kurze nasse Stellen. Die Begehung erfordert daher Trittsicherheit, Vorsicht und gute (Wander-)Schuhe. Vom Buchbachtal führt dann ein bequemer Forstweg zurück zum Parkplatz.

Wer möchte kann den Rundweg 2 auch in umgekehrter Richtung gehen.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Mössingen

Faltblatt „Bergrutsch am Hirschkopf“ – nationales Geotop