Schwalbach: Entdeckertour Schwalbach-Ensdorf

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Schwalbach-Ensdorf“

Die Tour ist in Form einer Acht angelegt und besteht aus zwei einzelnen Schleifen, die jeweils separat gegangen werden können. Eine Schleife führt Richtung Ensdorf, die andere entdeckt Sehenswertes in und um Schwalbach. Gestartet werden kann die Tour entweder am Schützenhaus in Schwalbach oder in Ensdorf am Freibad oder an der Campingstubb am Polygon.

Über die Campingstubb am Polygon führt sie über den Schwarzen Weg vorbei an der Hasenbergkapelle zu Stollenmundlöchern. Über Bergmannsheim und Kaffeküch bringt sie uns zum weithin sichtbaren Polygon an der Bergehalde. Anschließend führt die Tour vorbei an vielen Relikten der Bergbauära wie den bekannten Bergmannsprämienhäusern oder dem Maison Gatterwang zur Grube Knausholz und dem Schmiedehammer. Nachdem wir gelernt haben, was ein „Muttaklutz“ ist, führt die Tour über den Neyschacht zum Waldsee Hülzweiler.

Wegstationen
Station 1: Restaurant Schützenhaus

Das Bistro-Restaurant Schützenhaus bietet kreative Mittelmeerküche, Spezialitäten vom Grill, Fischgerichte und gutbürgerliche Küche. In den Sommermonaten kann man den Blick von der Terrasse genießen.

Station 2: Campingstubb am Polygon

Die Campingstubb´ bietet eine kleine, aber feine Karte mit gutbürgerlicher Küche. In den Sommermonaten ist die Außenterrasse geöffnet.

Station 3: Der schwarze Weg
Dieser Weg war Ende des 19. Anfang des 20 Jahrhunderts für viele Ensdorfer die kürzeste Verbindung zwischen Wohnung und ihrem Arbeitsplatz, dem Schacht in Griesborn. Damals war es üblich, dass die Männer den Weg von und zur Arbeit gemeinsam gingen.
Station 4: Grube Griesborn - Ensdorfer Schacht

Der Ensdorfer Schacht der früheren Grube Griesborn (Kronprinz Friedrich Wilhelm) liegt linksseitig am Ortsausgang Griesborn in Richtung der Gemeinde Ensdorf. Angehauen und abgeteuft wurde er 1866. Der Schacht diente von 1875-1930 als Förderschacht, ab 1930 wurde er als ausziehender Wetterschacht der Grube Duhamel in Ensdorf genutzt. Die Baufelder gehörten ab 1920 auch der neuen Grube Duhamel. Von 1925 bis 1957 wurde das gesamte Baufeld unter der Grube Ensdorf und der Grube Griesborn aufgeteilt. Danach gehörte das komplette Baufeld wieder zur Grube Duhamel in Ensdorf.

1969 wurde der Ensdorfer Schacht verfüllt. Nach der Demontage des Fördergerüstes wurde der Schachtkopf, das ist der obere Abschluss des Schachtes direkt am Boden, mit einer Betonplatte abgedeckt. Das Areal des Ensdorfer Schachtes wurde später als Lagerstätte für die nationale Kohlenreserve vorgehalten.

Heute befindet sich auf dem Gelände des Ensdorfer Schachtes ein Neubaugebiet ein Fachmarktzentrum, ein Metallbauunternehmen und der Bauhof der Gemeinde Schwalbach. Der 2015 komplett sanierte Schachtkopf liegt auf dem Gelände des Gemeindebauhofes.

Station 5: Ortsansicht Hülzweiler
Vom Sportzentrum Schachen genießt man einen herrlichen Blick auf Hülzweiler. Von hier aus blickt man über das ganze Dorf mit all seinen kleinen, verwinkelten Straßen und Gassen. Auch die schöne Dorfkirche ist gut zu erkennen. Die Tradition des „Tuppens“ hat hier noch einen hohen Stellenwert. So wird auch auf der alljährlich stattfindenden Helzwella Kirw, einer der größten Kirmesveranstaltungen im südwest-deutschen Raum, immer noch fleißig getuppt. Die Kirw startet jedes Jahr am 2. Samstag im August und zieht sich über fünf Tage durch ganz Hülzweiler. Viele bekannte Bands, ein Frühschoppen samt Konzert, bunte Fahrgeschäfte und dutzende Vereinsstände locken so jedes Jahr Besucher aus nah und fern nach Hülzweiler.
Station 6: Freilichtbühne Hülzweiler

Vier führende Mitglieder des Theatervereins „Veritas“ hatten die Idee im Hülzweiler Wald eine Freilichtbühne zu errichten.

1927 wurde sie mit dem Drama Andreas Hofer zum ersten mal bespielt.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1952 der Spielbetrieb mit dem Schauspiel Die Räuber wieder aufgenommen.

Heute zählt die Freilichtbühne Hülzweiler zu den größten und vielleicht schönsten Freilichtbühnen Süd-West Deutschlands.

Seit 1982 wird jedes Jahr von der Volksbühne Hülzweiler anspruchsvolles Freilichttheater geboten.
1000 Theaterfreunde finden auf den Zuschauerrängen Platz und die Spielfläche hat auf drei Ebenen eine Gesamtgröße von 750 qm.

Station 7: Waldsee Hülzweiler

Im idyllischen Tal des Naherholungsgebietes Hülzweiler mit Waldsee und Naturfreilichtbühne befindet sich der Start- und Zielpunkt für den Internationalen Weitwanderweg Hülzweiler. Ab hier lassen sich 9 Rundwege mit insgesamt 160 km erwandern.

Der idyllisch gelegene Waldsee ist zu jeder Jahreszeit ein wahres Refugium für Wanderer und Spaziergänger. Zum Ausruhen laden zahlreiche Ruhebänke sowie mehrere Schutzhütten ein. Die Seehütte liegt direkt am Waldsee und lädt zur Beobachtung von Enten und Schwänen ein. In der näheren Umgebung des Waldsees finden sie auch die Schutzhütte „Auf Schwarscht“ die über eine Grillanlage verfügt. Nicht weit davon befindet eine hervorragende Kneippanlage, die im Sommer zur Erfrischung einlädt.

Station 8: Neyschacht

Der Neyschacht diente ursprünglich als Wetterschacht für die Grube Griesborn. Später wurde er als Seilfahrts- und Materialförderungsschacht genutzt. Angehauen und abgeteuft wurde der Schacht 1867, später bis ins Flöz Schwalbach und ins Flöz Wahlschied.

Im März 2013 wurde die Bewetterung eingestellt und der Schacht wurde mit einem etwa 70 Meter starken Betonpfropfen über dem kompletten Schachtquerschnitt verschlossen.

Zu sehen ist noch das zweitälteste Fördergerüst des Saarbergbaus, 1899 von der Saarbrücker Firma Arnoth und Bäcker erbaut, sowie das ehemalige Funktionsgebäude. Auf dem Gelände steht noch eine besondere Rarität: der stählerne Wasserturm mit seinen 300 m³ fassenden, genieteten Hängebodenbehälter. Es ist eine Bauart, die sich auf dem saarländischen Steinkohlebergwerken kein zweites Mal wiederfinden lässt. Der im Jahr 1900 erbaute Wasserturm wurde 1938 vom Ensdorfer Schacht in Griesborn zum Neyschacht umgesetzt.

Station 9: Restaurant Rhodos
Griechische Küche mit tollen Ambiente bietet das Restaurant Rhodos am Rande von Schwalbach. Lassen Sie sich dabei von wechselnden Tagesgerichten und vielen verschiedenen Kreationen begeistern.
Station 10: Elmer Schacht, Aussichtsturm Krickelsberg
In der Schachtstraße befinden sich die Reste des Elmer Schachtes. Der Elmer Schacht wurde 1936 als Ersatz für die stillgelegte Knausholzer Grube errichtet und ging 1941 in Betrieb. Die Belegschaft betrug zuletzt etwa 1.100 Arbeiter Untertage und 100 Übertage. Die Elmer Grube war eine der rentabelsten in der ganzen Montanunion. Im saarländischen Kohlerevier nahm die Elmer Grube in der Pro-Kopf-Leistung die erste Stelle ein. Außer der Schachtförderungsanlage befanden sich in Elm auch die Verwaltung der Grube Griesborn und die entsprechenden Betriebsanlagen. Nachdem die Kohleabbaufelder erschöpft waren, wurde die Grube stillgelegt. Bis auf das ehemalige Pförtnerhäuschen wurde die Anlage komplett demontiert. Mit der Stilllegung der Grube Elm ging 1972 eine über 200-jährige Bergbaugeschichte in den Bachgemeinden zu Ende.
Station 11: Der Schmiedehammer

Vom Aussichtsturm „Zum Krickelsberg“ hat man einen sehr schönen Blick auf das Naherholungsgebiet Mühlenthal. Dort gibt es mehr als nur einen Geheimtipp:
Zunächst kann man hier den tollen Schmiedehammer besichtigen. Anfang der 50er baute die französische Verwaltung eine der größten und modernsten Produktionsanlagen in Völklingen. Hierbei wurde auch eine Schmiede gebaut. Der Schmiedehammer war Teil dieser Anlage. Schäden, die durch Störungen auf den Walzenstraßen entstanden, wurden durch ihn beseitigt. Nach einem Modernisierungsprogramm 1992 wurde der Schmiedehammer nicht mehr benötigt und sollte verschrottet werden. Die Idee, ihn aufzustellen, nahm der Ortsrat Elm gerne auf und so fand der Schmiedehammer bis heute seinen Platz.

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist das bis über die Grenzen von Schwalbach hinaus bekannte Elmer Mühlenfest, das alle zwei Jahre im Mühlenthal stattfindet.

Station 12: Kurstenberg
Vom Kurstenberg hat man einen Blick auf das obere Areal der ehemaligen herrschaftlichen Grube Schwalbach. 1785 wurde sie im Flöz Schwalbach als Stollengrube eröffnet und auch während der französischen Revolution betrieben, kartographiert wurde sie im Auftrag Napoleons von Beaunier et Calmelet im Duhamel-Atlas, Blatt 41. 1827 erhielt die Grube Schwalbach den Namen den Namen Kronprinz Friedrich Wilhelm. Der Abbau erfolgte schließlich ab Ende 1828, Anfang 1829, im Tiefbauverfahren über die Anlage Kronprinz Friedrich Wilhelm in der Bierstraße. Vorhanden ist heute noch das Bethaus der Bergleute in der Elmer Straße, das heute als Wohnhaus genutzt wird, sowie die Schachtabdeckung des Wetterschachtes 2 (ehemals 9) mit einer Teufe von 27,5 m.
Station 13: Grube Knausholz
Die Grube Knausholz wurde 1924 durch die französische Verwaltung angehauen und bis zum Flöz Wahlschied geteuft. Die Stilllegung erfolgte bereits1936. Im Jahr 1972 wurde der Schacht verfüllt und 1973 mit einer Betonplatte abgedeckt. Leider sind keine Gebäude mehr vorhanden. In früheren Jahren, um 1774, gab es unterhalb des Schachtes nassauische Kohlengräbereien, der Knausholzer Stollen wurde bereits 1898 durch die preußische Bergverwaltung angehauen und als Stollengrube betrieben.
Station 14: Wilhelmschacht

Der Wilhelmschacht beim Schwalbacher Schützenhaus wurde 1873 angehauen und bis zu einer Tiefe von 66,1 m abgeteuft. Anscheinend hatten sich die Erwartungen in den Schacht nicht erfüllt, so dass er nach 14 Jahren 1887 wieder verfüllt wurde.

Von der Schachtanlage sind keine Gebäude mehr vorhanden. 1966 ist das letzte Mauerwerk am Schacht abgebrochen und wurde mit einer Betonplatte abgedeckt. Eine noch vorhandene Einzäunung deutet aber auf den ehemaligen Ansatzpunkt des Schachtes hin.

Gegenüber des Wilhelmschachtes steht heute das Schießsportzentrum des Schützenvereins Tell Schwalbach. Der alte Kirchenpfad von Knausholz zur kath. Kirche St. Martin in Schwalbach verläuft zwischen der Schießsportanlage und dem Schacht. Dieser Pfad führt zur höhergelegenen Römerstraße.

Station 15: Muttaklutz

Von dieser Stelle hat man einen schönen Ausblick auf die Bergehalde des ehemaligen Bergwerks Duhamel in Ensdorf. Ab 1913 wurden hier die Wasch- und Flotationsberge, die Nebengesteine der Kohleförderung abgelagert.

Das Foto zeigt die Bergehalde im Dezember 2010, also 1 ½ Jahre bevor am 30. Juni 2012 in Ensdorf die letzte Saarkohle gefördert wurde. Heute steht auf der Halde das Saarpolygon, ein Symbol für über 250 Jahre Bergbau.

Generationen von Bergleuten haben über Jahrhunderte ihr Brot im Bergbau schwer verdient, aber auch so manches, was nicht niet- und nagelfest war, mit nach Hause genommen.

Im Sprachgebrauch nannte man die Häuser der Bergleute „Glück Auf – Häuser“, da Bergleute alles was sie, insbesondere zum Hausbau, benötigten, gerne von der Grube mit nach Hause nahmen.
So nahm praktisch jeder Bergmann den Muttaklutz, ein Stück Holz, mit nach Hause.

Der Schwalbacher Mundartdichter Berthold Philippi hat hierüber, als wahre Begebenheit, ein Gedicht verfasst.

Station 16: Ehrenmahl Hohberg, ehem. Standort Kasholzschacht

Der Kasholzschacht wurde 1873 angehauen und bis auf rund 150 Meter in das Flöz Wahlschied abgeteuft und bis 1927 als Wetter- und Wasserhaltungsschacht der Gruben Kronprinz Friedrich Wilhelm genutzt. Er versorgte ab 1878 über eine rund 3 km lange Leitung einen Teil von Schwalbach mit Trinkwasser. 1958 wurde der ehemalige Schacht schließlich verfüllt, um darauf ein Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege und des Deutsch-Französischen Krieges von 1871 zu errichten. Artefakte sind nicht mehr sichtbar, da alle Gebäude abgerissen und der ehemalige Schachtbereich überdeckt wurden.

Unterhalb des Schachtstandortes Hohberg lag die erste administrierte herrschaftliche Schwalbacher Grube die auf Erlass des Fürsten Wilhelm Heinrich zu Nassau und Graf von Saarbrücken 1754 eingerichtet wurde. Diese lag im Distrikt „Pfaffenacker“. Um 1760 bestand diese aus 2 Stollen und sechs Kohlengräbern.

Station 17: Quatre Vents: Maison Gatterwang

Das Maison Gatterwang wurde ehemals als Zoll- und auch als Wirtshaus genutzt. Es wurde vor 1750 vom Nassauer Fürsten aus Saarbrücken erbaut, um die Kohlenausfuhren aus Lothringen zu kontrollieren, seine jetzige Form erhielt es jedoch erst Jahre später bei einem Umbau. Erbaut wurde das Maison Gatterwang hinter der damaligen Staatsgrenze zu Lothringen/Frankreich. Diese Grenze bestand über 200 Jahre und trennte die beiden Gemeinden Schwalbach und Griesborn. Sie verlief, von unterhalb des Hohberges kommend, entlang der heutigen Vier-Winde-Straße bis zur Hauptstraße. Von dort weiter in Richtung Ensdorf bis zur Hochmark, wo die heutigen Ortsteile Schwalbach-Griesborn, Hülzweiler und die Gemeinde Ensdorf zusammentreffen.

Station 18: Quatre Vents: Bergmannsprämienhaus

Das saarländische Prämienhaus ist ein besonderer Typ Haus, welcher durch seinen besonderen Aufbau viele Ortsansichten im Saarland beeinflusste und teilweise heute noch bestimmt. Dabei handelt es sich um ein Arbeiterhaus vor allem für Bergarbeiter, welches in dieser Form nur im Saargebiet zu finden war. Es gab eine Ausführung mit nur zwei Achsen und ab 1850 auch eine dreiachsige Version, die aufgrund des geringen Platzangebotes und der hohen Kinderzahl entstanden ist. Die Idee und Umsetzung des Systems „Prämienhaus“ kam von Bergamtsdirektor Leopold Sello, um neue Arbeiter für die Steinkohlegruben anzuwerben und sie und ihre Familien an die Region zu binden. Zwischen 1842 und 1918 entstanden so etwa 9000 Prämienhäuser im Saarland. Mit dem Ende der preußischen Herrschaft über den Großteil des saarländischen Industriegebietes endete auch die Ära der Prämienhäuser abrupt.

Station 19: Quatre Vents: Der Ensdorfer Stollen

Der Stollen wurde 1833 zwecks schnellerem, leichterem Transport der Kohle zur Schiffsverladung an die Saar in Ensdorf angeschlagen. Die Förderung begann schließlich 1842. Der Kohletransport erfolgte mit schienengebundenen Transportwagen, sogenannten Grubenhunten, die von Pferden zum Zielort nach Ensdorf gezogen wurden. Diese Art des Transportes wurde aus England übernommen. Ende des 19. Jahrhunderts kam es dann zum Einsatz einer Seil- und Kettenbahn, um die Förderung zu vereinfachen. Die Strecke zieht sich über 2350 Meter, beginnt am Stollenmundloch im Ensdorfer Park, hinter dem Rathaus, und endete in Schwalbach an der Ensdorfer Stollensohle. 1876 wurde ein Tagstollen auf Quatre Vents zum Ensdorfer Stollen angelegt. 1910 wurde die Stollenförderung zur Schiffsverladung schließlich eingestellt. Die Strecke wurde dann zur Fahrung und zum Materialtransport zur Grube Ensdorf weiter genutzt. Im Krieg diente der Stollen der Zivilbevölkerung als Luftschutzstollen.

Station 20: Hallen-Freibad Schwalbach

Fitness & Badespaß für die ganze Familie Im Sommer ins Freibad!

Gerade für Familien mit Kindern bietet die Anlage viele Möglichkeiten zum Spielen und Planschen. Ob im Nichtschwimmerbecken mit tollen Attraktionen wie einem Delphin oder Wasserpilz und einer Rutsche oder auch außerhalb des Beckens mit eigenem Spielplatz mit Klettergerüst, einem überdachten Sandkasten sowie einem Beachvolleyballfeld. Auch Jugendliche kommen im großen Schwimmerbecken mit Sprungturm (1m, 3m & 5m) voll auf ihre Kosten!

Zu den kalten Jahreszeiten steht das Hallenbad mit seinem höhenverstellbaren Beckenboden sowohl kleinen als auch großen Schwimmern zur Verfügung.

Station 21: Turnerheim Griesborn

Das Turnerheim Griesborn ist ein Geheimtipp: gutbürgerliche Küche und ein schönes Ambiente laden zum Verweilen ein. Jeden Dienstag finden besondere Events statt.

Station 22: Alabama - American Café

…bietet amerikanische Küche in einem ganz besonderen Flair. Ob Burger oder Nudeln, hier ist für jeden etwas Leckeres dabei.

Station 23: Restaurant Saalbau

Das Restaurant im Saalbau Schwalbach entführt in eine außerordentliche Welt der kulinarischen Erlebnisse.

Station 24: Grube Kronprinz Friedrich Wilhelm

Der Bergbau hat von jeher für die Einwohner der Gemeinde Schwalbach eine besondere Bedeutung. In den Ortsteilen Elm, Hülzweiler und Schwalbach trug er maßgeblich dazu bei, dass aus einst kleinen Bauerndörfern im Laufe der Zeit eine blühende Gemeinde mit knapp 18000 Einwohnern wurde.

Die Kenntnisse über den Kohleabbau gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück, allerdings erfolgte der Abbau zunächst nur für den privaten Gebrauch. Ab dem frühen 18. Jahrhundert ist dann der gewerbsmäßige und technisch anspruchsvolle Abbau in Schwalbach nachgewiesen. Der Bergbau hat also in der Gemeinde eine über 250-jährige Tradition und so finden sich die Symbole „Schlägel und Eisen“ im Gemeindewappen wieder. Am Standort des heutigen Rathauses befanden sich früher die Betriebsgebäude der ehemaligen Grube Kronprinz Friedrich Wilhelm. Der heutige Festplatz liegt auf der damaligen Bergehalde.

Station 25: Von der Schachtanlage zum modernen Rathaus

Dort wo 1841 der Schacht der Grube Kronprinz-Friedrich-Wilhelm abgeteuft und bis 1929 ein Bergwerk betrieben wurde, erhebt sich nunmehr – sozusagen als neuer Ortsmittelpunkt das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums der Gemeinde Schwalbach.

Das „alte“ Rathaus beherbergte nur einen Teil der Verwaltung, weitere Dienststellen waren bisher in den ehemaligen Schulgebäuden der Albero- bzw. Lindenschule untergebracht.

Die Gemeinde Schwalbach sollte endlich eine Zentrum erhalten, dass sinen Namen verdient. Anfang Juni 2004 war es endlich soweit: der Weg zum Ausheben der Baugrube, die Gründungsmaßnahmen bis zum Gießen der Bodenplatte war frei. Schließlich wurde am 11. September 2004 der Grundstein gelegt und am 12. Februar 2005 feierten Bauherren, Bauleute mit den Bürgerinnen und Bürgern das Richtfest. Nach nur 14 Monaten Bauzeit wurde das neue Rathaus am 02. November 2005 seiner Bestimmung übergeben.

Station 26: Grube Griesborn „Haus Nr.1“

Das heutige „Haus Nr.1“ in der Straße „Am Eisenbahnschacht“ ist ebenfalls ein historisches Gebäude. Erbaut wurde es 1856 und ist heute in Privatbesitz. Nach Auskunft der heutigen Besitzer war es früher wohl ein Bürogebäude.

Die Güterstation lag etwa in der Mitte der heutigen Straße, zwischen dem Haus Nr. 1 und der Dienstwohnung des Bahnhofvorstehers, neben den damaligen Gleisen.

Station 27: Grube Griesborn - Bahnbetrieb

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV hatte mit Kabinettsorder vom 16. August 1858 die Genehmigung zum Bau der Zweigbahn von der Station Ensdorf bis zum Eisenbahnschacht genehmigt. Der Bau der Eisenbahnlinie erfolgte 1859 mit Bahnanschluss zur Eisenbahnstrecke Saarbrücken – Trier. 1861 fuhr der erste und nur ein Jahr später schlon der letzte Kohlenzug von Griesborn nach Ensdorf. Die ehemalige Dienstwohnung des Bahnhofvorstehers, die wohl auch zur Abwicklung des Bahnbetriebes diente, befindet sich in der Straße „Am Eisenbahnschacht“. Die Dienstwohnung wurde mit den Tagesanlagen zwischen 1857 und 1861 errichtet und ist heute in Privatbesitz.

Station 28: Kettenstollen Mundloch

Der Griesborner Kettenstollen wurde in den Jahren 1889/1890 aufgefahren und 1892 fertiggestellt. Die maschinelle Kettenförderung war von Beginn an vorgesehen, die Hunten waren Schienengebunden (Flurförderung). Zur Förderung im Stollen wurde auf die Stirnseiten der Hunten eine Stange aufgesteckt, an deren Ende eine gabelförmige Klaue angebracht war. In diese wurde das Kettenglied eingelegt und der Förderwagen konnte durch Zugkraft bewegt werden. Die geladenen Kohlenhunten wurden vom Ensdorfer Schacht, da dort keine eigene Kohlenlaufbereitung existierte, zur Aufbereitung am Eisenbahnschacht gezogen. Nach dem Aufbereitungsprozess wurden die Nusskohlen entweder zum Landabsatz an den Ensdorfer Schacht zurück gebracht oder verblieben vor Ort zur Bahnverladung. Die leeren Kohlenhunten wurden wieder durch den Kettenstollen zum Ensdorfer Schacht zurückbefördert. Am Ende des Kettenstollens auf dem Betriebsgelände des Ensdorfer Schachtes war ein eigenes Fördergerüst errichtet, um die Hunten nach Übertage zu heben bzw. nach Wiederbefüllung in den Kettenstollen zu befördern. Das Stollenmundloch, auf dem Eisenbahnschacht, liegt auf dem ehemaligen Rasenbankbereich des Schachtes.

Station 29: Grube Griesborn - Eisenbahnschacht

Der Eisenbahnschacht der Grube Griesborn wurde zwischen 1857 und 1861 angehauen und abgeteuft, eine weitere Abteufung erfolgte 1879. Zu der Schachtanlage gehörten mehrere Nebenschächte. Der Eisenbahnschacht wurde 1926 komplett verfüllt und ein Jahr später auf rund 350 Meter erneut abgeteuft und war bis 1950 in Betrieb.

Der Bau der Eisenbahnlinie erfolgte schließlich 1859 mit Anschluss an die Strecke zwischen Völklingen und Ensdorf. Zwei Jahre später am 03. April 1861 fuhr der erste Kohlenzug von Griesborn nach Ensdorf. Heute befindet sich im ehemaligen Kompressorenhaus der Sitz des Schmiede- und Schlossermuseums. In der ehemaligen Trafostation der Grube ist heute das Flachsmuseum untergebracht. Das frühere Gebäude der Fördermaschine wurde zur Turnhalle und das Magazin als Sozialgebäude der Förderschule Lernen des Landkreises Saarlouis –Schule am Eisenbahnschacht-, umgebaut.

Station 30: Hasenbergkapelle, Kapelle & Barbaraplatz

Das Gebiet, auf dem wir uns nun befinden, ist Denkmal der Dankbarkeit für die glückliche Heimkehr aus dem Krieg und Gedächtnisstätte für die Ensdorfer Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges.
Dieser Berg, der im 1. und 2. Weltkrieg wegen seiner besonders weiten Übersicht und Lage von strategischer Bedeutung war, sollte nach Ende des Krieges für friedliche Dienste in Anspruch genommen werden.

Unmittelbar verbunden mit der Hasenberganlage ist das „Haus Hasenberg“, in dem früher Besucher zu „Tagen der Einkehr und Besinnung“ zusammenkamen.

Der Barbaraplatz wurde am 20.09.1959 eingeweiht. Das Hochkreuz wurde in feierlicher Prozession von der Kirche bis zum Barbaraplatz hinaufgetragen und aufgerichtet. Zahlreiche aktive und pensionierte Bergleute pflegen die weitläufige Anlage.

Station 31: Ensdorfer Stollenmundloch

Bei dem Ensdorfer Stollenmundloch handelt es sich um eines der ältesten Zeugnisse des Kohlenbergbaus im hiesigen Raum. Der Stollen Richtung Schwalbach/Griesborn ist 2.350 m lang und wurde 1833 angehauen. Seit 1842 waren im Stollen Pferde zum Ziehen der Kohlewagen im Einsatz. Von dort wurde Kohle aus Schwalbach über einen Schienenweg entlang des Lochbachs zur Verschiffung an die Saar gebracht. 1910 wurde der Stollen, der zu Grube Kronprinz Friedrich Wilhelm gehörte, geschlossen.

In den letzten Monaten des 2. Weltkrieges diente der Stollen den Ensdorfern als Schutz vor Bomben, er wurde im Dezember 1944 durch die Wehrmacht gesprengt.

Das Eingangsportal wurde 1987 als Zeichen bergmännischer Pionierarbeit und in Erinnerung seiner Schutzfunktion restauriert.

Station 32: Bergmannsheim

An der gleichen Stelle, an der heute das Bergmannsheim steht, befand sich ab 1840 ein Stall für Pferde, welche die Kohlenloren aus dem Grubenstollen zu der Schiffsverladestelle an der Saar zogen.
Die königliche Berginspektion I Ensdorf hat in den Jahren 1900-1901 den Bau eines Bergmannsheimes betrieben. Analog zu einem Offiziersheim sollten auch für die höheren Bergbeamten geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Das Haus war in all den Jahren Mittelpunkt kultureller Veranstaltungen der Bergverwaltung.
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Bergmannsheim fast völlig zerstört.
Der Wiederaufbau erfolgte nach Kriegsende in mehreren Etappen durch die Gemeinde, bis 1984 (Gemeindesaalbau), allerdings nicht mehr in dem alten Stil.

In einem Festakt wurde die Eröffnung am 25. Januar 1985 feierlich vollzogen. Entsprechend der Tradition heißt das Haus seither wieder Bergmannsheim Ensdorf.

Station 33: Café Stormwind
Das Café Stormwind bietet in gemütlicher Atmosphäre gutbürgerlicher Küche und kann in den Sommermonaten mit einem Biergarten aufwarten. Die Speisekarte bietet ein vielfältiges Angebot.
Station 34: Bergehalde
Östlich der Anlage Duhamel wurden die Wasch- und Flotationsberge, die Nebengesteine der Kohleförderung, abgelagert. Erstes Bergematerial fiel bereits 1913 an, in größerem Umfang wurden Berge jedoch erst seit 1961 aufgehaldet, als die Fördermengen und die Mechanisierung erheblich gestiegen waren. Heute beträgt die Grundfläche der Halde allein rund 47 Hektar. Die auf den Halden abgelagerten Waschberge bestehen aus Tonschiefer, Sandschiefer und Sandstein und enthalten heute nur noch geringe Mengen an Kohle. Die Haldenschüttung wanderte stetig in östlicher Richtung, wo ein Absinkweiher vorgelagert entstanden war. Große Teile der Halde sind mittlerweile wieder kultiviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Am Südhang liegt eine kleine Weinbaufläche mit 99 Rebstöcken. Der „Weinberg“ liegt im Zentrum der für die touristische Erschließung freigegebenen Fläche.
Station 35: Kaffeeküch´ am Standort Duhamel
In der Kaffeeküch´ konnten sich früher die Bergleute vor der Schicht mit Essen und Trinken versorgen oder nach der Schicht ein Feierabendbier nehmen. Heute ist sie eine Kantine und Anlaufpunkt aller RAG-Mitarbeiter am Standort Duhamel. Ihre bergmännische Atmosphäre verleiht ihr einen ganz besonderen Charme. Angeboten werden Snacks, kalte Gerichte und Getränke.
Station 36: RAG-Repräsentanz
Nach Beendigung des Steinkohlenbergbaus hat sich die RAG zum Ziel gesetzt, einen maßgeblichen Beitrag zum Strukturwandel und zur Energiewende im Saarland zu leisten. Dies gilt insbesondere für ehemalige Bergbaustandorte. Aus der denkmalgeschützten Maschinenhalle des ehemaligen Bergwerks Saar ist die RAG-Repräsentanz an der Saar entstanden: Ein Ort der Begegnung, der Bergbau und Wandel einer Region erlebbar macht. In einem spannenden architektonischen Rahmen schlägt die auch interaktive Dauerausstellung „Bergbau. Unser Erbe“ eine Brücke von der Zeit des aktiven Bergbaus zu den vielfältigen Themen des Nachbergbaus und Strukturwandels. Geschichten von Menschen, Orten und Ausstellungsstücken lassen Vergangenheit und Zukunft lebendig und erlebbar werden.
Station 37: Polygon

Das Polygon ist ein Symbol für über 250 Jahre Bergbau, gleichzeitig steht es für den Neubeginn und Strukturwandel einer ganzen Region. Es ist eine begehbare Großskulptur aus Stahl: zwei schräg stehende Pylone im 45 Grad-Winkel sind mit einem Brückenelement verbunden.

Gesamthöhe: 27,55 m
Tragsystem als räumliches Fachwerk mit Außenhülle, feuerverzinkt, Gewicht: 250 t
Fundament: Stahlbetonfundament, 50 m x 12 m
Gewicht: 1.500 t
9 Etagen mit Zwischenpodesten, 265 Stufen, davon West-Turm: 133 Stufen, Ost-Turm: 132 Stufen
Projektstart Planungsbeginn: Januar 2012: Architektur- und Tragwerksplanung
Bauzeit: November 2015 – September 2016

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Schwalbach

Entdeckertour Schwalbach-Ensdorf – keine Infomaterialien vorhanden!

Geislautern: Entdeckertour Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle“

Auf den Spuren der Hartfüßler

Mit der Entdeckertour Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle begeben wir uns auf Spurensuche nach Relikten aus der Zeit des Bergbaus, der unsere Region bis heute geprägt hat. Diese Tour ist die erste grenzüberschreitende und zweisprachige Tour! Sie verbindet – wie auch die Kohleflöze und der Bergbau selbst – die deutsche und die französische Seite. Die Tour besteht aus einer Schleife, die durch den deutschen Teil Geislautern und Velsen führt, sowie einer zweiten Schleife Richtung Petite-Rosselle. Start und Ziel beider Touren ist Velsen. Hier bietet die letzte noch im Originalzustand betriebene Kaffeeküche des Saarlandes die Möglichkeit, vor oder nach der Tour zu rasten und sich zu stärken.

Vom Erlebnisbergwerk Velsen geht es los über den Eisvogelpfad und das bergbaubedingte Feuchtbiotop Richtung ehemaliger Hanseana-Brauerei und dem letzten Gebäude des historischen Geislauterner Eisenwerks. Vorbei an den Überresten des „Schlösschens“, in dem einst die erste von Napoleon gegründete Bergingenieurschule des Saarreviers beheimatet war, führt die Tour Richtung ehemaliger Grube Geislautern. Von dort führt sie vorbei am Glas- und Heimatmuseum Ludweiler und einer Bergarbeitersiedlung zum Naturfreundehaus Warndt. Anschließend führt diese Tour vorbei an der Halde Ludweiler nach Velsen.

Die französische Schleife führt an der Grenze entlang der Rosseltalbahn am Schafbachweiher und dem Naturfreundehaus vorbei zum Museum der Amis du Puits St. Charles. Am Fördermaschinenhaus und dem Schachtgerüst St. Charles I vorbei und dem Monument aux morts führt die Route wieder entlang zahlreicher Spuren der Bergbauära zurück nach Velsen. Dabei hat man von der Halde der Grube Velsen aus eine herrliche Fernsicht.

Wegstationen
Station 1: Kaffeekisch

Die Kaffeekisch Velsen ist die älteste, originale und noch in Betrieb befindliche Kaffeeküche des Saarlandes. Das Torhaus mit Walmdach stammen, ebenso wie die ehemaligen Pferdeställe daneben, aus der preußischen Zeit des saarländischen Bergbaus (1907-1911). Im ehemaligen Torhaus ist seit über 60 Jahren die Kaffeeküche Velsen untergebracht. In der Kaffeekisch konnten die Bergmannsfrauen auch günstige Lebensmittel kaufen. Nach der Schicht war die Kaffeekisch voll mit Bergleuten, die dort noch vor der Abfahrt der Busse ein oder zwei Bier tranken.

Noch heute bietet sie Wanderern und Museumsbesuchern eine Einkehrmöglichkeit – wochentags zwischen 5:30 Uhr und 17 Uhr.

Station 2: Schachtgerüst
Zwischen 1913 und 1917 wurden die Tagesanlagen der Grube Velsen ausgebaut und um den Schacht Gustav II erweitert, der 1915 ein deutsches Strebengerüst erhielt. Das deutsche Strebengerüst ist eine Weiterentwicklung des englischen Bocks. Es hat keine senkrechten Stützen, die Streben werden mittels horizontaler Träger mit dem Führungsgerüst verbunden und bilden den Grundrahmen für die Seilscheibenbühne. Das Gerüst des Gustavschacht 1, ehemals Rosselschacht, wurde bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgerissen. Die tiefste Sohle der Grube Velsen lag in einer Tiefe von über 1000 Meter.
Station 3: Historische Dampfmaschine
Bei der historischen Dampfmaschine handelt es sich um die älteste Dampffördermaschine des Saarbergbaus von der Firma Dingler aus Zweibrücken, Baujahr 1916. Der Durchmesser der Koepescheibe beträgt 7 Meter bei einer Leistung von 2000 PS, einem Zylinderdurchmesser von 1100 mm und einem Kolbenhub von 1800 mm. Die Schmiede- und Eisenarbeiten für das Fördermaschinengebäude wurden von der Firma B. Seibert aus Saarbrücken gemacht. Im Jahr 2000 wurde die Fördermaschine von Dampf- auf Druckluftbetrieb umgestellt.
Station 4: Einfahrt
Die breitere Toreinfahrt wurde im März 1961 erbaut. Ein kleiner Teil des heutigen Erlebnisbergwerks Velsen diente bereits im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Belegschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Stollen erheblich ausgebaut und bis 2011 als Lehrstollen für angehende Bergleute genutzt. Das Erlebnisbergwerk befindet sich unter Tage, ist aber durch einen übertägigen Stollen zu befahren. Das Bergwerk beinhaltet mehr als 700 m Strecke auf drei verschiedenen Sohlen. Alle Maschinen können in Betrieb genommen werden. Das Bergwerk zeigt die Technik des Steinkohlenabbaus der letzten 100 Jahre.
Station 5: Erlebnisbergwerk Velsen
1907 wurde die Grube nach dem Oberberghauptmann Gustav von Velsen (1847-1923) benannt und erhielt im selben Jahr Anschluss an die Eisenbahnlinie Fürstenhausen−Großrosseln. Das Erlebnisbergwerk diente, in kleinen Teilen, während dem zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Übertagebelegschaft und von 1946 bis 2011 als Lehr- und Ausbildungsstollen für junge, angehende Bergleute. Zehntausende von jungen Bergleute aus Luisenthal, Ensdorf, Velsen und dem Bergwerk Warndt mussten hier ihre Grundausbildung absolvieren. Ende 2011 wurde die Ausbildung im Lehrstollen Velsen eingestellt. Seit dem 1. April 2012 hat der Verein Erlebnisbergwerk Velsen e.V. den Lehrstollen von der RAG gemietet. Das Erlebnisbergwerk Velsen ist einzigartig in Deutschland und Europa und das letzte Bergwerk aus der Steinkohlenära des Saarlandes.
Station 6: Eisvogelpfad
Der Eisvogelpfad in der Rosselaue wurde von Schülerinnen und Schülern des Warndtgymnasiums Geislautern eröffnet. Vorangegangen war der Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ der RAG 2016/17. Mit neuen Gestaltungsideen wie Sitzgelegenheiten und Informationstafeln machten sie das renaturierte Landschaftsschutzgebiet der Rosselaue auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Velsen attraktiver für Wanderer.
Station 7: Feuchtbiotop
Das Feuchtbiotop ist durch Grubensenkungen entstanden. Über 10 Meter hat sich das Rosseltal durch den Kohleabbau gesenkt. Ein ganzer Straßenzug und die ursprüngliche Brücke mussten abgerissen werden. Heute ist das Gebiet renaturiert und bietet der Flora und Fauna Platz zur Entfaltung.
Station 8: Ehemalige Schlafhäuser Velsen
Etwa 300 Meter östlich der Grube Velsen standen zwei große Schlafhäuser. In jedem Haus schliefen die Woche über 120 Bergleute aus dem ganzen Saarland, die sogenannten Hartfüßler. Die Hartfüßler kamen aus Düppenweiler, Oppen, Beckingen und vielen anderen Orten des Saarlandes. Um 22 Uhr war Nachtruhe angesagt. In den Schlafhäusern gab es strenge Regeln.
Station 9: Hansena Brauerei
Die Hansena Brauerei wurde 1905 gegründet und hieß später Schloßbrauerei Geislautern (-1951). Bald darauf wurde sie übernommen von der Schloss Brauerei Neunkirchen/Saar und ging auf in der Schloßbrauerei Neunkirchen und Geislautern.
Station 10: Firststein
Hier befand sich die alte Hammergrabenbrücke. Der Hammergraben führte das Wasser der Rossel zum Hammerwerk. Der Giebelstein ist der einzige Rest des ehemaligen Direktorengebäudes der Brauerei.
Station 11: Historische Grubenlok
Auf dem Spielplatz befindet sich eine historische ehemalige Untertage-Diesel-Grubenlok.
Station 12: Hammergraben
Der Hammergraben wurde 1750 erbaut und lieferte die Wasserkraft zum Antrieb der Wasserräder für die Blasebälge des Hochofens und für die Poch- und Hammerwerke des Geislauterner Eisenwerks. Das Wasser wurde aus der Rossel bei Velsen abgezweigt und in den Graben geleitet. Der Graben selbst wurde verfüllt und ist heute völlig unsichtbar.
Station 13: Ehemaliges Geislauterner Eisenwerk
Das Gebäude ist das einzig erhaltene historische Gebäude des Geislauterner Eisenwerks. Es ist bekannt durch den Geislauterner Dampfwagen. Die Dampflok wurde 1819 geliefert und sollte Kohlen vom Josefaschacht der Grube Gerhard durch das Frommersbachtal an die Saar ziehen. Leider bekam man die Lok nicht ins Laufen. Das zweite Bild zeigt den Nachbau des Dampfwagens, der heute im Depot des Verkehrsmuseums in Nürnberg zu sehen ist.
Station 14: Napoleonische Bergschule
1802 ordnete Napoleon an, hier eine Dependence der Pariser Ecole des Mines (Bergingenieursschule) zu errichten. Die Leitung hatte Jean Baptist Duhamel. Hier entstand 1810 der Duhamel-Atlas durch Louis-Antoine Beaunier und Michel-François Calmelet. Es war der erste Saar-Kohle Atlas und hatte für über 100 Jahre Gültigkeit. Der Nullpunkt des Atlas befindet sich an der Mündung des Schwalbachs in die Saar. Im Atlas wurden 64 Konzessionsfelder vermerkt. Das Original des Duhamel-Atlas wird heute im Nationalarchiv in Paris aufbewahrt. Im Volksmund wurde das Gebäude Schlösschen genannt. Im März 1945 wurde es durch einen Brand zerstört.
Station 15: Napoleonseiche
Eine Sage berichtet, dass Napoleon beim Durchreiten Geislauterns, vom Geruch angelockt, Knödel zum Essen bekam. Die „Napoleonsknödel“, die er sich in Geislautern unter der „Knödeleiche“ an der Warndtstraße schmecken ließ, sind bis heute in Geislautern bekannt.
Station 16: Haus des Obersteiges Venitz
Dieses Haus gehörte einst dem letzten Leiter der Grube Geislautern, Obersteiger Valentin Venitz. Valentin Venitz war vom einfachen Bergmann zum Obersteiger aufgestiegen und war u.a. in Heinitz und Reden tätig und übernahm 1896 als Obersteiger die Grube Geislautern. 1908 ging er in Rente. Als die Franzosen nach dem 1. Weltkrieg die Grube wieder öffneten, wurde Valentin Venitz als Berater hinzugezogen, da niemand die Grube so gut kannte wie er. Auf dem historischen Foto sieht man ihn im linken Fenster.
Station 17: Ehemaliger Festplatz im Kloppwald
Auch Bergfeste wurden hier im Kloppwald gefeiert.
Station 18: Stollenmundlöcher der alten Grube Geislautern
Einige Flöze der Grube Geislautern gingen bis an die Tagesoberfläche. Benannt wurden die Flöze auch nach der preußischen Obrigkeit. Flöz Alvensleben, Flöz Bülow und Flöz Schuckmann zeugen davon. Heute ist von den Stollenmundlöchern nichts mehr zu sehen.
Station 19: Info Grube Geislautern
Erste Erwähnung fand der Bergbau in Geislautern Anfang des 17. Jahrhunderts. Damit gehört die Grube Geislautern zu den ältesten im Saarrevier. 1751 wurde die Grube Geislautern verstaatlicht. 1833 wurde der erste Schacht abgeteuft. 1840 wurde in Geislautern der erste Kokshochofen im Saarland angeblasen. Bei der Explosion einer untertägigen Dampfmaschine, am 11. April 1864 kamen 6 Bergleute ums Leben darunter zwei Pferdeknechte. Die Stilllegung und Zusammenlegung mit der Tochtergrube Velsen erfolgte im Jahr 1908.
Station 20: Ratsstube

Das Bauernhaus wurde um 1790 erbaut und im 19. Jahrhundert zur Gaststätte umgebaut. Erhalten sind in der Gaststube Graffitis von französischen Soldaten aus der Zeit der französischen Einquartierung im Jahr 1793. „Vive le Roy“ und „Vive la Republique“. Das Haus war im 18. Jahrhundert auch eine Pferde – Austauschstation. Auf einer gefundenen Holzplatte ist eine liebevolle Kritzlerei zu lesen:

„1792 TISER KLEINE PRIFLEIN INN FERN AN MEIN HERTZ UNT LIEPEN TISER PRIEF IST TIR ZUM ANTWORT HINGESRIP MEIN SCHATZ LIEPE MICH AUS LIEPSTER WIE ICH TICH IMMER IMME LIEPEN MEIN HERZT ALLERLIEPSTER.“

Station 21: Glas- und Heimatmuseum Warndt
Das Glas- und Heimatmuseum Wandt besteht aus zwei Sammlungsbereichen, der Heimatgeschichte und dem Glasmuseum. Die älteste Glashütte im Saarland stand in Ludweiler! (1616-1647) Im Glasmuseum wird daher die Dauerausstellung gezeigt: „Glas auf den Tisch“ – 13 Tischsituationen aus der Zeit von 1900 bis 1950 mit Gebrauchsglas aus der Zeit im heimatkundlichen Kontext.
Station 22: Bergarbeitersiedlung

In den Jahren 1906 und 1907 wurden mit dem Bau der Häuser der alten Kolonie begonnen. 22 Häuser mit 44 Wohnungen wurden in Ludweiler vom Wohnungsbau des preußischen Staates gebaut. (K.H. Ruth-Grube Velsen)

In der Völklinger Zeitung vom 15. Mai 1907 ist zu lesen: „Es ist anzunehmen, dass die Gesamtbelegschaft die Zahl 500 schon weit überschreitet. Die für die Arbeiter errichtete Badeanstalt musste infolge der zunehmenden Belegschaft schon vergrößert werden. Aus denselben Gründen musste auch ein neuer, größerer Verlesesaal nebst einigen Steigerbüros erbaut werden. Die hier bestehende Arbeiterkolonie erweist sich auch als sehr zweckmäßig. Mit der Entwicklung der uns nahe gelegenen Grube hängt auch das Aufblühen unseres Ortes zusammen. (Ludweiler) … Bei der diesjährigen Bauprämienverlosung fielen wieder 13 auf Ludweiler.“

Station 23: Standort der alten katholischen Kirche
Die alte katholische Kirche wurde 1930 eingeweiht und musste 1999 wegen Bergschäden abgerissen werden. Die neue Kirche steht neben dem AWO Zentrum auf der anderen Seite des Lauterbachtals und wurde im Jahr 2000 eingeweiht.
Station 24: Warndt-Ehrenmal
Das Warndt-Ehrenmal wurde 1934 als zentrales Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus den sieben Warndtgemeinden vom Kyffhäuserbund errichtet. Es wurde von den Nazis für ihre Zwecke missbraucht und 1947 zerstört.
Station 25: Naturfreundehaus Warndt
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit. 32 Übernachtungsbetten stehen zu kleinen Preisen zur Verfügung.
Station 26: Halde Ludweiler
Hier fällt der Blick auf die Halde der Grube Warndt, vormals Sandgrube. Der Sand wurde zum Versatz der ausgekohlten Flöze benötigt. Das riesige Loch im Gelände wurde später mit Bergen aus der Kohlenwäsche verfüllt. Die Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Hinter der Halde stand der Schacht Ludweiler (Westschacht) des Bergwerks Warndt.
Station 27: Bahnhof Velsen / Klarenthal

Der Grubenbahnhof Velsen ging 1907 in Betrieb.

Es wurden 718965 cbm Erdmassen abgetragen und zur Aufschüttung des Grubenbahnhofs, des Eisenbahndammes nach Großrosseln nebst Ortsbahnhof und der Zufahrtstraße nach der Grubenanlage verwandt. Für die Grube wird unter der Bezeichnung „Bahnhof Velsen“ deren Bezeichnung später in „Station Velsen Grube“ geändert wurde, der Stückgut- und Wagenladungsverkehr im Oktober 1907 eröffnet. (LA BWD Nr.148) Vom ehemaligen Bahnhof ist nur noch das Hauptgleis zu sehen.

Station 28: Grenze Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln
Hier treffen sich die Gemarkungsgrenzen von Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln. Die Anlage Velsen mit der AVA-Velsen liegen auf Saarbrücker Bann. Die Photovoltaikanlage auf Völklinger Bann und das Gelände des alten Schwelwerks auf Großrossler Bann.
Station 29: Rosseltalbahn
Die Rosseltalbahn wurde 1907 bis Velsen gebaut und 1962 bis zur Grube Warndt verlängert. Sie diente noch bis 2005 zum Transport der Kohlen von der Grube Warndt. Eine mögliche Reaktivierung für den (seit 1976 eingestellten) Personenverkehr wird derzeit diskutiert. Über das Gleis kann man nach Saarbrücken und auf das Gelände der Völklinger Hütte fahren.
Station 30: Ehemaliges Schwelwerk
Das Schwelwerk wurde 1937 in Auftrag gegeben und im Januar 1942 in Betrieb genommen. Im Jahr 1950 wurden weitere vier Ofenblöcke gebaut. Das Schwelwerk diente zur Herstellung von Schwelkoks und Kraftstoffen (Benzin) aus Kohle. Zu sehen ist es auf dem historischen Foto links der Bahn. Der Betrieb des Schwelwerks wurde am 31. März 1965 eingestellt. Kurz danach, am 8. Juni 1965 wurde der letzte Kohlewagen der Grube Velsen gehoben. Danach wurden alle Kohlen der Grube Velsen untertägig zum Bergwerk Warndt befördert, dort gehoben und aufbereitet.
Station 31: Schafbachweiher
Die deutsch-französische Grenze geht genau durch die Mitte des Schafbachweihers. Der Angelsportverein, der die Anlage betreut, hat einen französischen und einen deutschen Präsidenten.
Station 32: Amis de la nature (Naturfreundehaus)
Das Naturfreundehaus „Le Schafbach“ bietet am Wochenende Einkehrmöglichkeiten für Wanderer.
Station 33: Friedhof Petite-Rosselle
Es bietet sich ein Gang über den Friedhof parallel zum eigentlichen Weg an. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Denkmal für die beim Grubenunglück am 15. März 1907 verstorbenen Bergleute. Für die Bergleute aus Algerien, die auf den französischen Gruben ums Leben gekommen sind, gibt es eine eigene Ecke im unteren, rechten Bereich des Friedhofs.
Station 34: Grabstein für die braven Bergleute

„Den braven Bergleuten die dem Grubenunglück am 15.März 1907 zum Opfer fielen, von dem Hause DE WENDEL gewidmet.“

Am 15. März 1907 nahmen mehr als 240 Bergleute ihre Arbeit in Petite-Rosselle auf. Um 22:15 Uhr wird eine Explosion ausgelöst. 83 Bergleute kamen dabei ums Leben. Laut einem Bericht der Grubenverwaltung scheint die Entzündung auf eine Lampe und nicht auf eine Sprengung zurückzuführen. Dies war das größte Grubenunglück, den das lothringische Kohlenfeld erlebt hat.

Station 35: Museum der "Amis du Puits St. Charles"
Dokumente, Bilder und Exponate der Gruben in Petite-Rosselle können hier besichtigt werden. Museum der „Amis du Puits St. Charles“.
Station 36: Fördermaschinenhaus
Das schmucklose quaderförmige Gebäude beherbergte die Fördermaschine des Schachtes St. Charles 1. Man erkennt noch gut die beiden länglichen Öffnungen, durch die die Seile Richtung Seilscheibe auf dem Schachtgerüst führten.
Station 37: Monument aux morts
Vor dem Stumpf des einst 48m hohen Kamins des Kesselhauses befindet sich eine Gedenkstätte für die auf den Gruben St. Charles und St. Joseph verunglückten Bergleute.
Station 38: Ehemalige Pferdeställe
Die Anciennes Ecuries. „Dit Pferdestall“. Die alten Pferdeställe wurden 1902 gebaut und wurden ab 1945 als Garagen der HBL genutzt. HBL – Houillères (Zechen) du Bassin de Lorraine. Das lothringische Bergbaugebiet befindet sich im Departement Mosel, ist 15 km von Nord nach Süd und 30 km lang, mit dem Hauptsitz von Faulquemont im Westen und dem Hauptsitz von Schöneck im Osten.
Station 39: Schacht St. Charles 1
Der Puits St. Charles 1 auch „Unnerschacht“ genannt. Erster produktiver Schacht im Lothringischen Kohlerevier. Die Etagen waren so niedrig, dass die Bergleute während dem Einfahren sitzen mussten. Die Etagen waren nur so hoch, wie es für die Förderwagen notwendig war. Es gab vier Schächte der Anlage St. Charles. St. Charles IV liegt auf deutscher Seite und ist etwa 2,5 Kilometer vom Schacht St.Charles 1 entfernt. Ab dem Jahr 1956 regelte der Saarvertrag zwischen Frankreich und Deutschland den Abbau von Kohle in verschiedenen Pachtfeldern. Frankreich durfte in mehreren Pachtfeldern unter deutschem Gebiet Kohle abbauen.
Station 40: Etage 26
Stollen zum Schacht St. Joseph. 26m unter der Erde.
Station 41: Puits St. Joseph
Standort der ehemaligen Grube St. Joseph
Station 42: Absinkweiher
Ehemaliger Absinkweiher zur Trennung von Kohleschlamm aus der Aufbereitung. Vor nicht allzu langer Zeit wurde geplant, den Kohleschlamm abzubauen und in Kraftwerken zu verwerten. Wegen den komplizierten Abförderungswegen wurde das Vorhaben eingestellt.
Station 43: Renaturierte Mülldeponie Velsen
Oberhalb der Bergehalde Velsen befand sich jahrzehntelang eine große Hausmülldeponie, die stillgelegt wurde, als 1997 die Müllverbrennungsanlage AVA Velsen in Betrieb ging. Von 2010 bis 2015 wurde die ehemalige Deponie aufwendig saniert und begrünt.
Station 44: Berghalde der Grube Velsen
Direkt neben der renaturierten Mülldeponie befindet sich die Bergehalde der alten Grube Velsen. Hier wurde das taube Gestein abgeladen. Auf die Bergehalde führt ein Wanderweg und auf dem Gipfel befindet sich ein Aussichtspunkt mit schöner Fernsicht.
Station 45: Sandgrube Velsen

Schon im Jahr 1934 wurde mit der Einrichtung einer Spülversatzanlage für die Grube Velsen begonnen. An der Rossel wurde eine Pumpenanlage gebaut um die Wasserversorgung der Spülversatzanlage zu sichern. Den Sand für diesen Versatz förderte man aus der nahen Sandgrube. Sand war im Umfeld genügend zu finden, da das eigentliche kohleführende Karbon im Bereich Velsen vom Bundsandstein etwa 100 Meter überdeckt wird.

Spülversatz: Der Sand wird über Tage mit Wasser gemischt und den zu versetzenden Abbauen über Rohrleitungen zugeführt. Der Versatz dient der Stabilisierung des Hangenden und der Minimierung der Senkungen. Die Senkungen können so bis auf 10 % der Maximalsenkung reduziert werden.

Infomaterialien

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Geislautern

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Hasborn: Entdeckertour Schaumberg-Hasborn

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Schaumberg-Hasborn“

Eine Entdeckertour lädt ein, den Spuren der Hartfüßler zu folgen

Welche Überbleibsel, Erinnerungen hat die Ära der Berg- und Hüttenarbeiter rund um den Schaumberg hinterlassen?  Was ist geblieben von dieser Epoche, die über Jahrhunderte unsere Gesellschaft geprägt hat? Der Schaumberg-Wanderweg lässt sich in zwei Schleifen erwandern.

Die erste größere Schleife von etwa 11 km Länge beginnt und endet in Hasborn, dem Geburtsort des saarländischen Bergarbeiterführers Nikolaus Warken. Sie führt von dort nach Theley, wo man Rötelkaulen und einen Manganacker entdecken kann. Geschichtsinteressierte erfahren etwas über alte Grenzsteine und ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager.

Die zweite Runde ist kürzer, etwa 7 km lang, und führt rund um den Schaumberg, den Hausberg des Saarlandes. Sie lädt ein, die Spuren des Steinkohlebergbaus im St. Wendeler Land zu entdecken. Sie bietet dem Wanderer aus einer Höhe von 604 Metern über dem Meeresspiegel einen grandiosen Blick auf die umgebende Kulturlandschaft  vom Schaumbergturm. Von dort hat man einen 360 Grad Rundumblick über das Saarland und die sich verändernde Energielandschaft. Der Wanderweg führt über einen ehemaligen Bergmannspfad, den die „Hartfüßler“ nutzten, um zum Tholeyer Bahnhof zu kommen, von wo sie zu ihren Arbeitsstätten in den Kohlengruben gebracht wurden. Ergänzende Hördokumente von Zeitzeugen vertiefen das Wissen um die Geschichte der Bergleute.

Wegstationen
Station 1: Altes Rathaus Hasborn-Dautweiler mit Eckstein-Relief

Das alte Rathaus in Hasborn-Dautweiler wurde nach Plänen des Ottweiler Kreisbaumeisters Dr. Ing. Otto Eberbach gebaut und im Jahr 1912 fertiggestellt. Es steht auf einem Platz, auf dem sich früher die Kirche mit dem Friedhof befand und das Zentrum des Dorfes bildete. Nachdem die neue Kirche 1904 am heutigen Standort fertiggestellt und konsekriert war, riss man 1909 die alte Kirche ab und errichtete auf diesem Platz ein neues Schulgebäude. Als 1956 das heutige Schulgebäude im Brühl fertiggestellt war, wurde die nun funktionslose alte Schule stilvoll in ein modernes Gemeindehaus umgebaut. Heute befinden sich Veranstaltungsräume der örtlichen Vereine und die Räumlichkeiten des Ortsvorstehers und des Ortsrates in diesem Gebäude. Das markante Zwiebelturmdach ist eine Nachbildung des Kirchturmdaches der alten Kirche. Das Gebäude hat sein ursprüngliches Aussehen innen wie außen über die Jahre kaum verändert.

Nikolaus Warken (26.12.1851 – 24.08.1920) war der Vorkämpfer, der ‚Eckstein‘ und erste Bergarbeiterführer der beginnenden Gewerkschaftsbewegung an der Saar Ende des 19.  Jahrhunderts. Mit Mut und Zähigkeit kämpfte er für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bergleute, für gerechten Lohn, für soziale Sicherheit und für gesellschaftliche Achtung. Als Vorsitzender dieser ersten Gewerkschaft an der Saar setzte er sich in unermüdlichem Kampf mit viel Mut und Zähigkeit für die Belange seiner Kameraden ein und kämpfte gegen die sozialen Ungerechtigkeiten gegenüber den Bergleuten. Dafür wurde er ‚für immer‘ von den staatseigenen Gruben abgelegt, dafür suchte ihn die Polizei mit Spürhunden, dafür sperrten sie ihn mehrmals ins Gefängnis. Er hat den ‚Rechtsschutzverein für die bergmännische Bevölkerung des  Oberbergamtsbezirks Bonn‘ mit seinen Mitstreitern am 28.06.1889 in Bildstock gegründet und den dortigen Rechtschutzsaal gebaut. Als Vorsitzender hat er durch sein Wirken maßgeblich mit dazu beigetragen, die Stellung der Arbeiter zu verbessern.

Station 2: Eckstein-Denkmal

An der Römerstraße in Hasborn steht das Eckstein-Ehrendenkmal, das an Hasborns berühmten, 1851 bis 1920 lebenden Bürger Nikolaus Warken, ‚den Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit im Saarbergbau‘, erinnern soll. Die Einweihung des Marmordenkmals war 1921. Anlässlich ‚100 Jahre Gewerkschaft an der Saar‘ wurde es 1989 um eine kleine Gedenkstätte, einen kleinen mit Sandsteinplatten gepflasterten und mit Sandsteinpalisaden gerahmten halbrunden Platz, erweitert. Inschriften auf einer Sandsteinstelle und auf dem Boden geben Erläuterungen. 2011 wurde das Grabdenkmal Nikolaus Warkens in die Liste der saarländischen Baudenkmäler aufgenommen.

Station 3: Waldstraße

Kriegerdenkmal in der Waldstraße/Brunnenstraße

Das Kriegerdenkmal erinnert an die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges aus Dautweiler. Die Mehrzahl davon waren Bergleute.

Station 4: Am Grasewäldchen: KW-Weiher und Schacht 4

Grube Göttelborn

Die Grube Göttelborn war eine der wichtigsten saarländischen Gruben, die von den Saarbergwerke AG, später von Ruhrkohle AG (RAG) betrieben wurde. Sie liegt in der Gemarkung des Ortsteiles Göttelborn (Gemeinde Quierschied), zirka 12 Kilometer nördlich von Saarbrücken.

Das Bergwerk Göttelborn wurde bereits 1887 eröffnet und bis zu seiner Schließung im September 2000 um mehrere Schächte erweitert, so dass es heute zu den größten und bekanntesten Grubenstandorten für Steinkohle im Saarland zählt.

Auf dem ehemaligen Grubengelände können heute spannende Zeugnisse aus der Zeit des saarländischen Steinkohlebergbaus besichtigt werden. Zu den spektakulärsten Objekten zählt das mit einer Gesamthöhe von 87 m mächtigste Fördergerüst Europas. Ein weiteres Highlight ist die 427 Meter über NN aufragende Haupthalde, von deren Gipfelplateau sich bei günstiger Witterung ein einzigartiger Panoramablick bis hin zu Schwarzwald, Vogesen und Hunsrück bietet. Nahe der Grube zeugt die größte zusammenhängende Bergwerksiedlung an der Saar von den damaligen Wohnverhältnissen der hier beschäftigten Bergarbeiter und Beamten. Weitere sehenswerte Objekte sind das Relief ‚Das Leben des Bergmanns‘, das Stollenmundloch der Grube, das Portal des ehemaligen Zechenhauses sowie das Landschaftsbauwerk ‚Himmelspfeil‘.

Kraftwerk Weiher

Das Kraftwerk Weiher ist ein deutsches Steinkohlekraftwerk. Es liegt bei Quierschied im Saarland. Betreiber und Eigentümer des Kraftwerks ist die Steag Power GmbH.

Das Kraftwerk hat eine elektrische Leistung von über 680 MW und eine thermische Leistung von 30 MW. Auch wird am Standort Weiher in einer Grubengasanlage Grubengas verstromt, damit können 5000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Architektonisch ist das Kraftwerk Weiher eine Besonderheit, da es einen Freiluftkessel besitzt. Der Kessel ist an vier 120 m hohen Stützen an einem Stahlgerüst frei aufgehängt. Dies hat den Vorteil, dass sich der Kessel bei der Befeuerung nach unten frei ausdehnen kann. Das Kohlelager des Kraftwerks hat eine Kapazität von 150.000 Tonnen. Diese Kohlevorräte reichen bis zu 6 Wochen für die Befeuerung des Kraftwerks aus. Die Kohleversorgung erfolgte, solange das Bergwerk Göttelborn noch in Betrieb war, direkt per Förderband von der unmittelbar neben dem Kraftwerk gelegenen Grube. Das Kühlwasser des Kraftwerks wird über eine 16 km lange Leitung von der Saar bezogen.

Der Schornstein des Kraftwerks ist 232 Meter hoch.

Station 5: Dautweiler Hohl - Johannes Kühn

Der Schaumberg mit seinen 569 Metern Höhe zählt zu den höchsten Erhebungen im Saarland und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Der Berg spielte auf Grund seiner Höhe schon bei den Kelten eine Rolle als Fliehburg, die in römischer Zeit als Wehranlage weiter ausgebaut wurde. Noch heute erkennt man vor dem Gipfel etwa vier Meter hohe Wälle.

Um 1200 erbauten die Grafen des Bliesgaus die ‚Schauenburg‘, die 1522 von Franz von Sickingen erobert wurde und im 30jährigen Krieg total zerstört wurde. Heute ist der Berg Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. Eine Ausstellung über die deutsch-französischen Beziehungen befindet sich im Turm.

Der 37,5 Meter hohe Aussichtsturm bietet eine herrliche Aussicht über das Saarland hinweg bis hin zum Pfälzer Wald, den Vogesen und dem Hunsrück.

Herkules,
der Muskelriese,
ich rühme ihn,
der könnte hier gewesen sein und Berge
geschaffen haben
in Spiellaun,
da er sang.

Es meldet keine Sage ihn, doch meine Phantasie.
Die Täler sind gelungen
nach seinen Füßen,
die Berge
nach seinen Händen.

Und in den Bäumen,
in den Bächen Sehnsucht,
als hab er sie gesät
wie Wind
in ihre Wellen,
in die Blätter,
Sehnsucht nach ungetrübten Tagen.

Station 6: Industrie- und Gewerbepark BAB 1 - Am Schaumberg

Die Gemeinde Tholey ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit mehr als 2000  sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Als Erfolgsgeschichte erweist sich dabei insbesondere der ‚Industrie- und Gewerbepark BAB 1 – Am Schaumberg‘, in dem sich einige erfolgreiche Unternehmen angesiedelt haben.

In zwei Bauabschnitten wurden hier 27 Hektar für ansiedelungswillige Betriebe geschaffen. Der erste Bauabschnitt umfasst 12 Hektar – ausgewiesen als Gewerbefläche – und wurde im Oktober 2006 eröffnet.

Hier haben sich mehr als ein Dutzend mittelständische Betriebe angesiedelt. Die Fläche ist mittlerweile fast komplett vermarktet. Zu finden sind die verschiedensten Branchen, vom Elektro- oder KFZ-Handwerk über ein Tonstudio bis zum Stahlhandel. Auch ein Unternehmen aus dem Bereich ‚erneuerbare Energien‘ ist hier zu finden.

Die Unternehmen profitieren an diesem Standort in der Schaumberggemeinde von einer verkehrstechnisch hervorragenden Lage: Das Gebiet liegt an der A1 und ist durch einen Autobahnanschluss für den gesamten südwestdeutschen Raum bestens zu erreichen. Insgesamt hat die Gemeinde Tholey mit Förderung des Landes und der EU im ersten Bauabschnitt rund 5,4 Millionen Euro investiert.

Der in direkter Nachbarschaft zum ersten Bauabschnitt gelegene zweite Bauabschnitt ist etwa 15 Hektar groß. Dieser Bauabschnitt wurde 2012 fertig gestellt und als Industriefläche ausgewiesen, d.h. hier darf beispielsweise sogar im 24-Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet werden.

Dieser Abschnitt wurde in den ‚Masterplan Industrieflächen‘ der saarländischen Landesregierung aufgenommen. Um die Vermarktung kümmert sich die ‚Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH‘ (gw Saar) in Abstimmung mit der Gemeinde Tholey.

Für die Erschließung des Geländes wurden drei Kilometer Rohre verlegt und über eine halbe Million Kubikmeter Erdreich bewegt. Bei der Anlage hatte man sich bewusst für ein ebenes Gelände ohne vorgegebene Parzellierung und Terrassen entschieden. Der zweite Bauabschnitt des Industrieparks BAB 1 – Am Schaumberg ist dadurch vor allem für große Ansiedelungsprojekte interessant, die ihre Industrieflächen nach ihren spezifischen Bedürfnissen erschließen möchten. Investiert wurden hier rund 10,5 Millionen Euro. Als erstes Unternehmen siedelte sich ein renommiertes Unternehmen mit einem neuen Zentrallager an, um von Theley aus Kunden in ganz Deutschland zu beliefern.

Station 7: Hofgut Imsbach mit Landschaftspark

Die Geschichte der Siedlung Imsbach reicht bis in die Bronze- und Eisenzeit zurück. Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Hofgut schon im Jahr 1310. Im 19. Jahrhundert hatte es seine Blütezeit, als es von Napoleon Bonaparte als Geschenk in den Besitz des Reiteroffiziers Colonel Lapointe überging. Dieser nutzte das Gut zur Bewirtschaftung. Nach dem Tod von Colonel Lapointe im Jahre 1855 erbte sein Enkel Louis Albert das Anwesen, das bis 1930 in Familienbesitz blieb. Zusammen mit seiner Frau und dem Großvater wurde der französische Eigentümer in der nahe gelegenen Kapelle beigesetzt. Diese ist auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Hofgutes zu sehen und wurde komplett restauriert. Nach der französischen Revolution ging das Hofgut 1817 natürlich und politisch in den Besitz des oldenburgischen Fürstentums Birkenfeld über. Von nun an gehörte Imsbach zur Gemeinde Selbach im Amt Nohfelden.

Die heute erkennbare Struktur der Hofanlage und der Gebäude geht auf diese Periode der Familie Lapointe zurück. Seit 1953 ist das Saarland Eigentümer des Hofgutes, das zunächst als Strafanstalt für politische Gefangene diente. Erst 1983 wurde die Hofanlage unter Denkmalschutz gestellt und in den folgenden Jahren aufwendig restauriert.

Ein Hotel mit Restaurant, umgeben von einem Landschaftspflegehof mit Landschaftspark und Streichelzoo, bilden den Ausgangspunkt vieler Wandertouren, wie beispielsweise des gleichnamigen Premiumweges ‚Offizierspfad Imsbach‘ und der Imsbach Promenade.

Station 8: Grenzstein D 9

Entstehung

Die Grenze Saargebiet-Deutsches Reich war ein Produkt des Vertrages von Versailles, in dem die Siegermächte nach dem Ersten Weltkrieg ein neues Staatsgebilde, nämlich das Saargebiet, schufen, das für 15 Jahre der Regierung des Völkerbundes unterstellt wurde. Durch den Artikel 48 des v.g. Vertrages war der Grenzverlauf festlegt worden. Nach Inkrafttreten des Versailler Vertrages im Januar 1920 setzte der Völkerbundrat einen Abgrenzungsausschuss ein, der die praktische Umsetzung der neuen Grenze zur Aufgabe hatte.

Grenzverlauf im Kreis St. Wendel

Die Grenze entlang des Deutschen Reiches wurde in vier Abschnitte (A, D, e, B) eingeteilt. Interessanterweise treffen nur im heutigen Gebiet des Kreises St. Wendel alle vier Grenzabschnitte zusammen.

Grenzsteine

Die neuen Grenzsteine wurden aus rotem Sandstein gefertigt, wobei auch andere Materialien verwendet wurden, z.B. Tuffsteine die entlang des Grenzabschnitts D zum oldenburgischen Landesteil Birkenfeld vorkamen. Diese Steine waren bereits durch die ältere Grenze vorhanden und mussten lediglich auf die neue Grenzsituation umgearbeitet werden. Der oberirdische Teil eines Steines trägt auf der deutschen Seite die Initialen ‚D‘ und auf der Saargebietsseite ein ‚S‘. Auf den Hauptgrenzsteinen sind auf der ‚linken‘ Seite (Richtungsverlauf S, D) Grenzsteinnummern eingemeißelt. Direkt dahinter befinden sich die Buchstaben der Grenzabschnitte, die am jeweiligen Standort mit den Buchstaben A, B, e, D versehen sind. Ausnahmen bilden die Sondergrenzsteine, die mit tiefgestellten Zahlen versehen sind, die jedoch nur in den Abschnitten D und B vorkommen. Auf dem Kopf des Grenzsteins ist eine Fuge eingearbeitet, die man als ‚Weisung‘ bezeichnet. Sie gibt die Richtung des Grenzverlaufs an.

Station 9: Rötelkaulen

Der Röteldistrikt zwischen Theley und Selbach enthält wohl das ausgedehnteste der im Saarland bekannten Rötellager. In der Hauptsache erstreckt es sich zwischen der Johann-Adams-Mühle und dem Hofgut Imsbach.

Rötel findet sich in Schichten, Flözen und sogenannten ‚Nestern‘ und wurde größtenteils im Tagebau gewonnen. Hierzu wurden 2-3 Meter tiefe Kaulen ausgehoben, die, sobald sie unten an der Sohle nach allen Seiten hin ‚ausgeraubt‘ waren, wieder zugeschüttet wurden. Untertage-Betriebe gab es in Buprich im Peterswald, zwischen Selbach und dem Hofgut Imsbach bei Theley sowie in Gronig auf dem Kahlenberg.

Was ist Rötel?

Rötel ist ein stark färbendes Gemenge aus Ton und rotem Eisenocker mit einem Anteil von bis zu 32% Eisen bzw. Eisenoxid. Er entstand als Perm-Formation, die vor ca. 250 Millionen Jahren dem Kohlezeitalter folgte. Rötel findet sich im unteren Rotliegenden der oberen Kuseler Schichten.
Der zu den Mineralfarben gehörende Rötel besitzt eine natürliche Fettigkeit und haftet gut auf Papier, Holz und Gewebe. Außerdem ist er wasserabweisend. Rötelspuren oder auch entsprechende Anstriche werden durch Feuchtigkeit sogar noch dauerhafter. Seit der Antike wird Rötel als Mal- und Anstreichfarbe benutzt, auch große Meister wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Rubens benutzen Rötel.
Station 10: Manganfundstelle

Mangan ist ein hartes und sprödes Schwermetall, das in einigen Eigenschaften dem Eisen ähnelt. Manganverbindungen werden seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt. Im Altertum und im Mittelalter wurden sie in der Glasherstellung zur Färbung und Entfärbung verwendet. Im 19. Jahrhundert begann der Einsatz von Mangan als Legierungsprodukt zur Stahlherstellung, wodurch dem Stahl eine festigkeitssteigernde Eigenschaft verliehen wird.

Die hier vorkommenden Manganknollen sind Hartmanganerze, die aus einer Mischung verschiedener Manganoxide und anderer Mineralien bestehen. Man findet sie in unterschiedlicher Dicke meist als dunkle traubenförmige oder zapfenförmige kompakte Massen. Wegen ihres Aussehens nennt man sie Schwarzer Glaskopf und bezeichnet sie in der Fachsprache als Psilomelan (griech. psilos = kahl, melas = schwarz). Der Mangangehalt soll bei ca. 34 Gew. % liegen. Die hiesigen Manganknollen sind in der Regel mit einer dünnen Sandschicht überzogen. Sie entfalten ihre eigentümliche Gestalt erst nach dem Entfernen dieser Sandschicht.

Die Manganknollen bildeten sich wahrscheinlich in einem sauren Sumpfwaldmilieu, wobei die manganhaltigen Anteile aus dem verwitterten vulkanischen Gestein des Schaumbergmassivs (Tholeyit) herausgelöst wurden und sich in einem tiefer gelegenen Bodenhorizont ansammelten.

Station 11: Johann-Adams-Mühle

Geschichte

Die Johann-Adams-Mühle ist eines der letzten erhaltenen Mühlenanwesen im Saarland und liegt idyllisch in einem Wiesental bei Theley. 1589 wurde sie erstmals schriftlich erwähnt. Die heutigen Mühlengebäude gehen auf das Jahr 1735 zurück.

Im Jahr 1983 erwarb die Gemeinde Tholey das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und renovierte es originalgetreu. Der zweigeschossige, ursprünglich strohbedeckte Fachwerkbau mit hochgezogenem Mühlrad, gilt als einzige Mühle im Saarland, bei der die Mahlstube noch mittelalterliche Züge aufweist und gleichzeitig wieder funktionstüchtig ist. Das Wasser wird wieder über eine 12 Meter lange Brücke aus Eichenholz zum Mühlrad zugeführt. Die Gebäudewände wurden ausgefacht und an Ort und Stelle mit einem eigens hergestellten Lehm-Strohgemisch verfüllt. Ein Reetdach schmückt das Mühlengebäude. Auch die offene Feuerstelle und der Backofen im Wirtschaftsraum wurden originalgetreu restauriert.

Heute ist in dem Mühlenensemble ein Kreismühlenmuseum. Viele liebevoll zusammengetragene Haushaltsgegenstände aus dieser Zeit verdeutlichen die mühsame Arbeit im Haushalt unserer Vorfahren: Kaffeeröster, Waschbrett, Butterfass sind nur einige wenige Beispiele davon. Im 200 Jahre alten Backofen wird noch immer regelmäßig Brot nach alter Rezeptur gebacken. Kurse können auf Anfrage bei der Gemeinde Tholey vereinbart werden. Dort, wo früher Hühner und Schweine untergebracht waren, werden heute Ausstellungen gezeigt und Kreativkurse durchgeführt. Die Landgaststätte Johann-Adams-Mühle im ehemaligen Ökonomiegebäude lädt zur Rast ein.

Station 12: Fuchshübel und Zollhäuser Seelbach

Zollhäuser Selbach

Die Selbacher Zollhäuser an der Straße nach Theley sind noch gut erhalten und die vier Wohneinheiten sind deutlich zu erkennen. Das danebenstehende Haus war das eigentliche Zollamt, wo die deutschen Beamten von 1920-1935 die Zollabfertigung zwischen dem Deutschen Reich und dem Saargebiet erledigten. Die Zollschranken standen unmittelbar vor diesem Haus.
Selbach kam mit den Gemeinden des Amtes Nohfelden am 18. Juli 1946 zum Saarland, und die Selbacher Grenzlinie verlor nach mehreren hundert Jahren Bestand ihre Bedeutung. Nur die Grenzsteine zeugen noch von dem Wechselspiel der Geschichte am Selbacher Grenzabschnitt.

Der Fuchshübel – Keltisches Fürstengrab

Der sogenannte Fuchshübel ist ein beeindruckendes Zeugnis für die frühe Besiedlung des Schaumberger Landes. In der sogenannten Latènezeit (600-0 v.Chr.) siedelten hier bereits Kelten.
Mit etwa 60 m Durchmesser und einer Höhe von 5 Metern ist der Fuchshübel der größte erhaltene Grabhügel des Saarlandes und auch heute noch deutlich im Gelände zu erkennen. Im Jahre 1837 wurde er geöffnet. Der hier Bestattete war offensichtlich ein keltischer Fürst aus der Frühlatènezeit. Auf dem Bestattungsplatz wurde eine mächtige Grabkammer aus Holz errichtet, in der man den Toten auf einem Streitwagen aufbahrte.

Er war bekleidet und als Zeichen seiner hohen Stellung in der Gemeinschaft trug er seinen goldenen Armring und einen goldenen Fingerring. An seine Seite legte man zwei Stoßlanzen mit etwa 35 Zentimeter langen Eisenspitzen. Nahe dem Fußende stellte man eine etruskische Bronzekanne, vielleicht gefüllt mit Wein, ab. Nach Schließung der Grabkammer wurde in sicher jahrelanger Arbeit ein mächtiger, weithin sichtbarer Grabhügel aufgeschüttet. Um diese Größe zu erreichen, mussten etwa acht- bis zehntausend Kubikmeter Erde bewegt werden.

Die Funde aus dem Fuchshübel sind im Rheinischen Landesmuseum in Trier zu sehen.

Station 13: Theley Busunternehmen Vignal

Firma Raoul Vignal, Omnibusverkehr

Nach dem letzten Weltkrieg lagen Industrie und Verkehr lahm. Die Eisenbahn konnte nur notdürftig ihren Betrieb aufrechterhalten, um der Industrie und den Gruben die notwenigen Arbeitskräfte herbeizubringen. Man sorgte zunächst für die Beschaffung der Lebensmittel. Die Arbeitsreserven mussten aber zu den Arbeitsstätten gebracht werden.

Raoul Vignal aus Fumel in Südfrankreich eröffnete einem Omnibusbetrieb zu Krettnich und fuhr die Bergleute von Lockweiler über Primstal zum Bahnhof Tholey und zur Grube Reden. Ausflugs- und Pilgerfahrten kamen dazu. 1965 verlegte man den Betrieb nach Theley. Hier errichtete man einen großen Parkplatz mit Werkstatt und Wohnhaus am Giesberg.

Station 14: Kriegsgefangenenlager Theley

Nur noch eine einzeln stehende Steinbaracke, die vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein als Brennerei genutzt wird, ist vom Kriegsgefangenenlager Theley übriggeblieben. In der Erinnerung der Zeitgenossen lebt das berüchtigte Lager Theley vor allem als Internierungslager der französischen Besatzungsmacht fort. Dass Deutsche dort eingesperrt wurden und Schikanen zu erdulden hatten, überlagerte schnell das Nachdenken über das, was sich vorher an diesem Ort zugetragen hatte. Wie kaum ein anderes der vielen Barackenlager im Saarland steht im heutigen Kreis St.Wendel das Lager Theley für das Elend insbesondere der osteuropäischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.
Das Lager in der Gemarkung ‚Hahnecker‘ am Ortsausgang Theley Richtung Primstal startete zur Zeit des Westwallbaues noch vor Kriegsbeginn Versorgungseinrichtung der Wehrmacht mit Großschlachterei und Verladestation. Frühestens ab Ende 1942 wurde es zum Lager für Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Wieviele Gefangene von Ende 1942 bis zum Einmarsch der Amerikaner am 18.März 1945 tatsächlich im Lager lebten, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Es sollen durchschnittlich etwa 300 gewesen sein. Zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt übernahm das Landes- beziehungsweise Gauarbeitsamt Westmark die Baracken als »Sammellager« mit dem Zweck, kranke, arbeitsunfähige ausländische Arbeitskräfte zum Rücktransport in ihre Heimatländer zusammenzufassen. Mit dem Rücktransport sollten Krankenhaus- und Pflegekosten gespart werden. Der Leiter des Arbeitsamts Neunkirchen hatte bereits im März 1942 Landrat Dr. Lorscheider über entsprechende Bestimmungen informiert: »Erkrankte ausländische Arbeitskräfte, die nicht innerhalb von drei Wochen wiederhergestellt werden können, werden unverzüglich in die Heimat zurückbefördert.« Das Schreiben legt nahe, dass dies die ‚Geburtsstunde‘ des Sammellagers Theley war.

Station 15: Tholeyit-Felsen Graue Elz

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte. Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, das der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsformation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Station 16: Afrikakapelle

Seit 1958 gehört die Afrikakapelle auf der Nordseite des Schaumberges zum Landschaftsbild unserer Heimat. Ungewöhnlich ist der siebeneckige Grundriss, der die sieben Schmerzen Mariens darstellen soll. Entwerfer dieses ungewöhnlichen Sakralbaues war der Tholeyer Mönch Bonifatius Köck, der vielfach künstlerisch tätig war. Sein bekanntestes Werk sind wohl die bunten Glasfenster der Tholeyer Pfarr- und Abteikirche.

Die Afrikakapelle plante Pater Bonifactius mit siebeneckigem Grundriss und einem zeitgenössischen Innenraum. Religiöser Mittelpunkt der Kapelle ist eine, von deutschen Soldaten in afrikanischer Kriegsgefangenschaft, modellierte Pietà, die von den Soldaten nach ihrer Entlassung in einem Fußmarsch nach Deutschland gebracht wurde. An jedem der sieben Ecken steht ein Pfeiler, der über das zeltartige Dach hinaus in die Höhe ragt. Diese Formgebung erinnert an eine Dornenkrone, dem Symbol für das Leiden Christi und der Menschen. Wie kam es nun zur Errichtung dieser Kapelle?
Pater Willibrord Hauck war ursprünglich Mönch der Abtei St. Matthias in Trier. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Feldgeistlicher zur Wehrmacht eingezogen. Zusammen mit tausenden deutscher Soldaten kam er in das Gefangenenlager Ram- Ram nach Französisch-Marokko. Viele fanden Trost und Hoffnung im Glauben und so legten die Soldaten das Gelöbnis ab, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Tholeyer Abt Dr. Petrus Borne.

Station 17: Blick auf Hasborn-Dautweiler

Hasborn ist ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Tholey und hat aktuell 2.800 Einwohner. Die Entwicklung des Ortes ist vor allem dem Bergbau geschuldet. Zwischen 1885 und 1931 stieg die Anzahl der Bergleute von 68 auf 206. Parallel dazu entwickelte sich die Einwohnerschaft von 816 auf 1.543. Nikolaus Warken (1851 bis 1920) ist der berühmteste Sohn des Ortes. Er wehrte sich am Ende des 19. Jahrhunderts gegen die preußische Autorität und stellte mit vielen Gleichgesinnten in Bildstock 1889 Forderungen gegen die Bergverwaltung auf. Die Zeit war damals aber noch nicht reif und die Obrigkeit zu stark. Nikolaus Warken, genannt Eckstein, gilt als erster Arbeiterführer im Saarland. Der 1934 geborene Dichter Johannes Kühn ist eine weitere überregional bekannte Hasborner Persönlichkeit. Als Sohn einer Bergarbeiterfamilie schrieb er auch mehrere Gedichte zum Thema Bergbau.

Station 18: Blick auf Theley

Theley ist mit mehr als 3.200 Einwohnern der größte Ortsteil der Gemeinde Tholey. Der Ort entwickelte sich von 1885 mit knapp 1.200 Einwohner auf 2.084 im Jahre 1931. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Bergleute von 117 auf 312. In den 1950er Jahren arbeiteten viele Männer aus Theley auf der Grube Kohlwald bei Wiebelskirchen. Man sprach deshalb von der Theleyer Grube.

Station 19: Parkplatz Herzweg

Einmal rund um den Schaumberg (569 m), der wohl bedeutendsten Erhebung des Saarlandes, führt der einfach zu begehende Herzweg. Start und Ziel ist der Parkplatz am ‚Bücherbaum‘ unterhalb des Schaumberges bei Tholey. Von hier aus leiten uns die Wegweiser des Herzweges, vorbei am Schaumbergerhof, bis zur Afrika-Kapelle. Soldaten des Zweiten Weltkriegs hatten in einem Lager im Süden Marokkos das Gelöbnis abgelegt, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Abt Dr. Petrus Borne. Wir wandern weiter in südliche Richtung, treffen auf einige Objekte und Skulpturen des Projektes ‚Gipfelkunst am Schaumberg‘ und genießen hier die schöne Fernsicht. Der Rundweg verläuft auf einer Länge von knapp drei Kilometern ohne größere Steigungen. Unterwegs besteht die Option, über einen mittleren Aufstieg den Aussichtsturm zu erreichen und danach Richtung Tholey wieder auf den Herzweg zu stoßen.

Der Bergmannsbauer

lm St. Wendeler Land gibt es keine Fördertürme, Bergehalden oder Bergschäden, aber viele Spuren des Steinkohlenbergbaus. So entstand in den 1870er Jahren der Bergmannsbauer. Viele Söhne der Dörfer um den Schaumberg folgten dem Ruf des Bergbaus und arbeiteten in den saarländischen Kohlegruben. Zu Hause betrieben sie noch eine eigene kleine Landwirtschaft. Wegen der großen Entfernung konnten sie nur an Samstagen nach Hause gehen und lebten über die Woche in Schlafhäusern. Die Verbindung industrieller Arbeit mit dörflicher Selbstversorgung war bis in die 1960er Jahre ein wichtiges gesellschaftliches Merkmal.

Station 20: Blick auf Windräder Primstal

Auf der Langheck, einer Anhöhe zwischen Primstal und Hasborn, wurden zwischen 2006 und 2011 fünf Windräder mit einer Gesamtleistung von 10 KW errichtet.

Station 21: Bergmannspfad

Der Wareswaldtunnel hat eine lange Geschichte. Bereits im auslaufenden 19. Jahrhundert bemühten sich Gemeinden und Landkreise um eine Verbesserung der Verkehrsbedingungen für die vielen Berg-und Hüttenleute aus den Orten rund um den Schaumberg. Es dauerte aber noch bis zum 1. Oktober 1915, ehe die Bahnlinie von St. Wendel nach Tholey in Betrieb gehen konnte. Vor diesem Hintergrund entstand anschließend der Bergmannspfad, die kürzeste Entfernung von Theley zum drei Kilometer entfernten Bahnhof Tholey. Das Teilstück von der Birkenfelderstraße, Richtung Tholey, bis zum ehemaligen Bahnhofsgebäude ist bis heute begehbar. In diesem Bereich erinnert eine Hinweistafel an die Märsche der Bergleute mit ihren genagelten Schuhen (darum ‚Hartfüßler‘) und den Ranzen auf dem Rücken.

Station 22: Römischer Vicus Wareswald

Am Kreuzungspunkt der Römerstraßen von Metz nach Mainz und von Trier nach Straßburg entstand in der 1. Hälfte des 1. Jhd. n. Chr. eine römisch geprägte Ansiedlung. Auf einem Höhenrücken am Fuße des Schaumbergs gelegen, umfasste die Siedlung in ihrer Blütezeit mehrere Hektar Fläche. Zahlreiche Fundstücke wie Münzen, Schmuck, qualitätvolle Keramik und Bronzestatuetten zeugen vom einstigen Wohlstand der ansässigen Bevölkerung. Das Ende der Siedlung im Wareswald kam um 400 n. Chr. Wohl unter dem Eindruck der seit langem anhaltenden Plünderungszüge germanischer Stämme wurde der Vicus verlassen und verfiel allmählich.

Dank der seit 2001 laufenden Grabungen der TERREX GmbH kann der Besucher nicht nur zahlreiche, wieder aus dem Boden auftauchende Räume, darunter Keller, Badewannen und Fußbodenheizungen bestaunen, sondern auch selbst tatkräftig mitarbeiten, denn die Grabung bietet ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern die Möglichkeit aktiv daran teilzunehmen.

Station 23: Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Tholey wurde möglicherweise noch Ende des 18. Jahrhunderts, spätestens nach 1800 angelegt und bis in die 1930er-Jahre belegt. Zwischen 1935 und 1945 wurde er weitgehend zerstört. Auf dem Friedhof ließ Dr. Walter Sender nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Die Inschrift lautet: ‚Zum Andenken an die aus hiesiger Gemeinde 1933-1945 Deportierten Emilie Kahn geb. Katz , Moses Isaak und Frau Bertha geb. Katz, Veronika und Helena Isaak, Max Götz und Frau Rosa geb. Hirsch, Kinder Anny und Margot Götz, Emma Bär geb. Löb, Julius Bär mit Frau und Kind Frau Brünette Aach geb. Sender – alle aus Tholey‘. Erinnerung an Walter Sender (1885-1961): der Walter-Sender-Platz vor dem Friedhof Eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof erinnert an Walter Sender Aus der Inschrift der Gedenktafel: ‚Walter-Sender-Platz. Der am 10. Mai 1885 in Tholey geborene Walter Sender arbeitete nach dem Ende des 1. Weltkrieges als Rechtsanwalt und begann seine politische Tätigkeit als Sozialdemokrat. Bereits 1925 warnte er vor dem Nationalsozialismus. Nach der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 flüchtete er mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Frankreich. Bis zum Kriegsausbruch konnte er in Paris arbeiten. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen versteckte er sich in den Bergen Südfrankreichs. Nur so konnte er als Jude der Verfolgung durch deutsche und französische Faschisten entgehen. Dr. Walter Sender ließ nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Er starb am 29. August 1961 in Luzern.‘

Station 24: Erlebnisbad Schaumberg

Das Erlebnisbad Schaumberg ist ein modernes Freizeit- und Erlebnisbad im südwestdeutschen Raum. Zu den Attraktionen zählen eine 103 Meter lange Black-Hole Tunnelrutsche mit Lichteffekten, das Lagunenbecken mit Strömungskanal, die Whirlpools und die Dampfbäder. Auch Babys fühlen sich in dem 36 °C warmen Kinderbereich pudelwohl. Ein 18 000 Quadratmeter großes Außengelände sorgt während der Sommermonate für Abwechslung.

Die ausgedehnte Saunalandschaft im römischen Ambiente mit finnischen Saunen, Dampfsauna und Blockhaussauna stellt selbst verwöhnte Saunafans zufrieden. Die neue Sauna- und Wellnesslandschaft ‚Sauna Vicus‘ im Erlebnisbad wurde frei nach römischem Vorbild erbaut.
Zu den Attraktionen gehört eine rustikale Kelo-Aufguss-Sauna für bis zu 80 Gäste. Eine Erlebnisdusche in Form eines römischen Tempels lädt danach zum Abkühlen ein.

Im neuen Wellness-Gebäude gibt es insgesamt drei Anwendungsräume für Massagen oder kosmetische Behandlungen. Ein Panoramaruheraum mit herrlichem Blick auf die Landschaft der Schaumbergregion lädt zum Erholen ein. Eine Steinsauna im Erdgeschoss, in der ein mit heißen Steinen beladener Korb in ein Wasserbecken eintaucht, eine Infrarot-Sauna sowie eine große Liegewiese komplettieren das Angebot. Die Räume schmücken Wandmalereien nach Vorbildern aus römischer Zeit.

Station 25: Projekt Totholz

Bundesweites ‚Alt- und Totholzprojekt‘ Totholz ist alles andere als tot und sollte vielmehr als Lebenselexier des Waldes verstanden werden. Umso wichtiger ist es, dass sich Initiativen und Projekte eingehend mit der Totholzthematik beschäftigen, angepasste Bewirtschaftungsstrategien für die Waldwirtschaft entwickeln und sie einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Vor diesem Hintergrund ist im Januar 2013 im Saarland das ‚Alt- und Totholzprojekt‘ gestartet worden.

Gefördert wird das Projekt aus Bundesmitteln im Rahmen des Bundesprogrammes zur Umsetzung der Biologischen Vielfalt (BBV). Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des NABU-Landesverbandes, des Saarforst Landesbetriebes, verschiedener Experten unterschiedlicher Fachgebiete mehreren privaten und kommunalen Forstbetrieben. Ziel ist es, neue Strategien und Managementkonzepte zu erarbeiten, um den bislang weitgehend unbeachteten Lebensraum Alt- und Totholz in die bestehende Waldbewirtschaftung auf ganzer Fläche zu integrieren. Es geht also nicht darum, neue Waldschutzgebiete auszuweisen, sondern eine Vision ‚Wirtschafts- und Lebensraumwald 2100‘ gemeinsam mit den Waldbesitzern zu etablieren und als neue ordnungsgemäße Waldwirtschaft zu definieren.

Das Projekt läuft insgesamt 6 Jahre, also bis 2018. Die Gemeinde Tholey ist neben anderen Kommunen Projektpartner und stellt am Schaumberg entsprechende Referenz- und Entwicklungsflächen zur Verfügung. Es sind Abschnitte, in denen Alt- und Totholz zukünftig eine große Bedeutung haben werden. Wer mehr über das Projekt wissen will, kann sich auf der Internetseite www.wertvoller-wald.de informieren.

Station 26: Abteigrenzstein

Dieser Grenzstein zeigt den Abtsstab als Symbol des Eigentums der Abtei Tholey und gehörte zur Begrenzung eines kleinen Waldes, der am Hang des Schaumberges zum umfangreichen Besitz der Abtei gehörte. Der Grenzstein bezeichnete mit ehemals weiteren Steinen den genauen Umfang des Abteiwaldes gegenüber dem Land der Gemeinde und dem Land der Einwohner sowie dem ursprünglichen eigenständigen Bannbezirk des Schaumberger Hofes, der zum Domänenbesitz des Herzogs von Lothringen gehörte. Auf Anordnung des Herzogs von Lothringen wurden 1742 alle Wälder der Abtei vermessen und ausgesteint. In vielen Fällen haben sich derartige Kleindenkmäler erhalten, so z.B. im Engscheider Wald bei Sotzweiler. Die Wälder wurden in Schläge eingeteilt und stellten so den Brennholzbedarf der Abtei sicher. Freilich konnte das kleine Wäldchen am Schaumberg nur im bescheidenen Maße dazu beitragen, lag dafür aber sehr nahe zur Abtei.
Ein Buch mit den Waldvermessungsprotokollen und vielen Karten ist im Abteiarchiv vorhanden.

Station 27: Klapperstorchenstein

Dieser bemerkenswerte Stein aus Tholeyit (basischer Andesit), aus einem 210 m mächtigen Magmagang im Rotliegenden, etwa 250 Mio. Jahre alt, dem anstehenden ortstypischen Magmagestein, steht etwas unterhalb des Schaumbergplateaus am Südhang. Die südliche Hanglage mit vielen Wasserquellen führte zu einer sehr frühen Besiedlung dieser Gegend. Die Menschen der Vor- und Frühgeschichte haben zahlreiche archäologische Zeugnisse wie Hügelgräber und das Fürstengrab von Theley hinterlassen.

Diesen Stein umrankt eine Fruchtbarkeitssage. Auf einigen Karten ist er als Keltenstein bezeichnet, und er wurde bei einer Erneuerung des Serpentinenweges wieder aufgestellt. Ob der Stein bereits im Neolitikum aufgestellt war, ist unklar. Jedoch wurden für lange Zeit die neolithischen Denkmäler fälschlicherweise den Kelten zugeschrieben.

Station 28: Tholeyit

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte.Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalen-artig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, daß der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsfomation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Station 29: Schaumbergturm

Der Schaumberg ist eine der höchsten Erhebungen im Saarland und das Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Er gilt als Hausberg des Saarlandes. Seit mehr als 2000 Jahren ist das Schaumberger Land mit der Gemeinde Tholey als kommunaler Mittelpunkt ein Ort der Geschichte. In den 1950er Jahren nahmen dort tausende Bergleute und ihre Familien an der jährlichen Knappenwallfahrt der Abtei Tholey teil. Seit 1976 ist das Schaumbergplateau eine deutsch-französische Begegnungsstätte. Im Inneren des Turms befinden sich heute mehrere Ausstellungen, auch eine ‚Bergmannsecke‘, mit Erinnerungen an die vielen Bergleute aus der Region.

Info:
Deutsch-Französische Begegnungsstätte Schaumberg GmbH
Schaumbergturm 06853/50 200 90
Gemeinde Tholey 06853/508-0
schaumberg@tholey.de
www.mein-schaumberg.de
Postanschrift: Im Kloster 1, 66636 Tholey
Hausanschrift: Zum Schaumbergturm 1, 66636 Tholey

Station 30: Wälle der mittelalterlichen Burg

Die Besiedlung des Schaumbergplateaus reicht bis in die gallo-römische Zeit zurück, als der Berg vermutlich ein Höhenheiligtum trug.

Viele Epochen der Vor- und Frühgeschichte haben auf und um den Schaumberg herum ihre archäologischen Spuren hinterlassen, die entweder als Bodendenkmäler im Gelände oder als Exponate in vielen Museen zu besichtigen sind.

Im Jahr 634 wird Castrum Theulegium urkundlich erwähnt, dessen Existenz auf dem Schaumberg noch archäologisch nachzuweisen ist, jedoch könnten die heute sichtbaren Wälle und Gräben, die das Schaumbergplateau sichelförmig nach Westen, Nordwesten und Norden umgeben, ein Zeugnis einer der frühesten Burganlagen auf deutschem Boden sein.

Station 31: Wegekreuz am Schaumberg

Wegekreuz am Schaumberg

Station 32: Schaumberger Hof

Ursprünglich befand sich hier das alte Herrenhaus des ehemaligen Amtmann des Oberamtes Schaumberg, Casper Le Payen, das er sich vor mehr als 290 Jahren erbauen ließ. Dieses Gebäude wurde 1960 wegen Baufälligkeit abgerissen. Dort wurde eine Bildungsstätte für die ländliche Jugend errichtet, die Platz bot für 17 Einzel- und Doppelzimmer. In den 70er Jahren wurden die Gebäude als Meditationszentrum genutzt. Unter dem Namen ‚Exercitium Humanum‘ fanden dort bis 1982 Kurse zum Thema ‚Zen-Meditation‘ und ‚Heilfasten‘ statt. Ab 1986 wurde der Schaumberger Hof zu einem Drogentherapiezentrum des Vereins ‚Hilfe für junge Menschen e.V.‘. Von 1986 bis 2016 wurden dort rund 3000 Patienten betreut.

Seit Februar 2016 werden dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht und betreut.

Station 33: Dick Eich und Dowidatgelände

Die knorrige Eiche, wuchtig mit starker Standmacht
gegen Blitze und der Wetter Polterfäuste
ehren wir, bewundern wir.
Durch Jahrhunderte schon ist sie siegreiche Kämpferin.
Wer sie sieht denkt nicht an Säge und Axt,
sie soll dauern, wirken soll ihr Beispiel.

Text: Johannes Kühn

Infomaterialien

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Hasborn

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Quierschied: Entdeckertour Quierschied-Göttelborn

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Quierschied-Göttelborn“

Die Tour ist sowohl auf Liebhaber der Industriekultur als auch auf Naturfreunde und Familien zugeschnitten. Die Aussichtspunkte, wie Halde Lydia, Halde Göttelborn, Himmelspfeil und „Weißer Riese“, ermöglichen eine wunderbare Weitsicht ins Umland der Großgemeinde Quierschied. Spielplätze, Freibad, grüne Oasen – wie der Park im Eisengraben – sowie die vielen Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke, laden zum Verweilen und Genießen ein. Anschaulich erzählt das Heimatmuseum vom früheren Leben in Quierschied. Für ein gewisses Amüsement auf der Tour sorgen humorvolle Audio-Beiträge aus dem Alltagsleben des einfachen Bergmannes.

Gestartet werden kann die Tour an jedem beliebigen Punkt. Die offiziellen Startpunkte sind der Haupt-Parkplatz im Netzbachtal, der Parkplatz an der Knubbestubb in Fischbach und in Göttelborn der Parkplatz unterhalb der Cafécantine Flöz. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt kann den Bahnhof Fischbach oder die Bushaltestellen „Hölzerbachstraße“ in Fischbach bzw. „Markt Göttelborn“ als Ausgangspunkt wählen. Die Tour kann in zwei kleineren Abschnitten unabhängig voneinander oder in einer Tagestour bewandert werden.

Für den Besuch des Heimatmuseums sowie den „Weißen Riesen“ kann man auch außerhalb der Öffnungszeiten bei der Gemeinde Quierschied einen Termin vereinbaren.

Wegstationen
Station 1: Schacht IV Göttelborn

Liebevoll ‚Weißer Riese‘ genannt, zieht das futuristische Pyramidengerüst am Schacht IV die Blicke auf sich. Mit über 90 Metern ist er der höchste Förderturm der Welt. Auf seiner Aussichtsplattform [74,3 m], die barrierefrei erreichbar ist, kann man bei klarem Wetter sogar die Nordvogesen sehen.

Station 2: Halde Göttelborn

Aus der ehemaligen Geröllhalde ist nach zweieinhalbjähriger Bauzeit ein Naherholungsgebiet geworden. Das 35 ha große Gelände lädt zum Wandern, Entdecken und Beobachten ein.

Station 3: Himmelspfeil

Der Himmelspfeil ist eine lang und schräg ansteigende asphaltierte Rampe zwischen der Bergehalde und der Solaranlage auf dem ehemaligen Göttelborner Grubengelände, an deren Spitze [384 m NN] sich eine Aussichtsplattform befindet, die einen guten Blick über den Saarkohlewald ermöglicht.

Station 4: Schützenhaus Quierschied

In Quierschied als ‚Schießstand‘ bekannt, liegt das Vereinshaus des Schützenvereins Tell in ‚da Kollbach‘. Während der Trainingszeiten des Vereins bietet die Wirtin neben Getränken auch eine kleine Speisekarte an. Bei warmen Temperaturen lädt eine große Terrasse zum Verweilen ein.

Station 5: Grube Quierschied: Mundloch des Quierschieder Stollens

Die Grube Quierschied diente vorwiegend zur Energieversorgung der Glashütte Quierschied [1729 – 1914] und förderte ausschließlich Kohle aus Stollen, die in unmittelbarer Nähe der Glashütte angelegt waren. Das einzige erhaltene Mundloch zeigt das Jahr 1850 und liegt im Kohlbachtal. Es ist der 6. und letzte Stollen der in der Geschichte der Quierschieder Grube angehauen wurde. Der Stollen war 360 m lang und wurde bis 1853 aufgefahren. Am 01. April 1888 wurde die Grube Quierschied mit dem Steinkohlebergwerk Göttelborn vereint.

Station 6: Spielplatz Wilhelmstraße / Schienenweg

Ausgerüstet mit einem kleinen Klettergerüst, Rutsche, Schaukel und Federtiere ist dieser Spielplatz schon für die Kleinsten geeignet.

Station 7: Freibad Quierschied

Mit sonnigen und schattigen Liegeplätzen, Wasserspielplatz, Kletterturm, Beachfeld und natürlich auch verschiedenen Schwimm- und Planschbecken ist das Freibad Quierschied ein Freizeitangebot für die ganze Familie.

Station 8: Altes Sängerheim

Hotel – Restaurant – Bistro ‚Altes Sängerheim‘

Das ‚alte Sängerheim‘ bietet vom kleinen ‚Bistro‘-Snack bis zum Feinschmecker-Menü eine breite Palette von leckeren Gerichten an.

Station 9: Heimatmuseum Quierschied

Das Museum präsentiert Themen der früheren Industrialisierung, wie die frühgeschichtliche Eisenschmelze, die Glashütte, den Bergbau – insbesondere die Grubenrettung, das  Knappschaftskrankenhaus sowie das Kraftwerk Weiher. Eine vielfältige Sammlung von  Gegenständen des dörflichen Alltagslebens geben Einblick in Kultur und Handwerk.

Station 10: Park im Eisengraben

Als eine Oase inmitten des Ortskerns Quierschied gelegen, lädt der Park mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen und Entspannen ein. Wer sich gerne sportlich an der frischen Luft betätigt, kann sich an dem Mehrgenerationenparcour probieren oder mit Freunden eine Runde Boule spielen.

Station 11: Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurde 1863 in 3-jähriger Bauzeit von Baumeister Carl Friedrich Müller im neugotischen Stil als einschiffiges Langhaus mit Turm erbaut. Durch die zunehmende Seelenzahl wurde 1897 die Kirche durch den Architekten Freiherr Lambert von Fisenne in 14-monatiger Bauzeit mit zwei seitlichen Anbauten zu einem dreischiffigen Langhaus umgestaltet. Der Hochaltar der Kirche ist als Flügelaltar gestaltet und enthält Holzbildhauereien. In den letzten Jahren wurde der Innenraum der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Quierschied renoviert und restauriert.

Station 12: Schacht Quierschied

1905 wurde der Schacht Quierschied als Wetterschacht für das Westfeld der Grube Maybach angehauen. Er hatte einen Querschnitt von 5 m Durchmesser und eine Endteufe von 670 Metern. Verfüllt: 1982

Station 13: Halde Brefeld

Die Grube Brefeld wurde 1872 angehauen, die dazugehörige Halde verschwand nach der Stilllegung der Grube 1962 unter einem grünen Waldmantel. Die Halde wurde wegen eines Brandes von der RAG Montan Immobilien GmbH saniert und steht jetzt wieder der Öffentlichkeit als Erholungsraum zur Verfügung. Beim Aufstieg auf dieses Relikt vergangener Zeiten wird man in die Welt eines ‚verwunschenen Ortes‘ hinein versetzt.

Station 14: Klinik Quierschied

1907 fand die Grundsteinlegung des 4. Knappschaftskrankenhauses im Saarland statt. Auf dem 6,3 ha großen Bauplatz entstand in 4-jähriger Bauzeit, mit 400 Betten und modernster OP-Einrichtung zur damaligen Zeit, der größte Klinikkomplex im Regierungsbezirk Trier. Wegen der naturnahen Lage wurden hier vor allem Bergleute, die an den Atmungsorganen erkrankt waren, behandelt.

Station 15: Knubbe-Stubb

In der liebevoll – in bergmännischem Stil – eingerichteten ‚Knubbe-Stubb‘ trifft man immer auf einen ehemaligen Bergmann, der gerne mal aus dem Nähkästchen plaudert. Die Wirtin hält neben Erfrischungsgetränken auch eine kleine Speisekarte vor. Bei größeren Gruppen bitte vorbestellen.

Station 16: Hammerkopfturm

Der Schacht IV der Grube Camphausen, besser bekannt als Hammerkopfturm ist der erste Eisenbeton-Förderturm der Welt. Er wurde im Februar 2016 zum ‚Historischen Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst in Deutschland‘ ausgezeichnet.

Station 17: Fischbachbahn

Um den Abtransport der Kohle zu gewährleisten und Bergleute aus dem Raum Lebach und dem Illtal zu der Gruben im Fischbachtal zu transportieren, wurde im Fischbachtal von 1873 bis 1879 eine 26,5 km lange Bahnstrecke zwischen Neunkirchen und Saarbrücken gebaut. In Wemmetsweiler erfolgte ein Anschluss bis nach Lebach. Die Gruben Maybach [1881] und Göttelborn [1887] wurden durch Stichbahnen an die Strecke angeschlossen. Wichtige Haltepunkte waren der Bahnhof Fischbach-Camphausen, der sich gegenüber der Grube Camphausen befand, und Brefeld. Beide Stationen sind inzwischen geschlossen. Nur noch der ehemalige Bahnsteig und die Stationsschilder erinnern an den Bahnhof Camphausen. Inzwischen wurde weiter nördlich und damit ortsnäher ein neuer Haltepunkt errichtet.

Station 18: Beamtenkolonie Camphausen

In der ehemaligen Beamtenkolonie Camphausen sind trotz Umbau heute noch die verschiedenen Häusertypen klar erkennbar. Der ältere Teil der Wohnhäuser in der Verlängerung der Heinitz- und der Maybachstraße, sind Doppelhäuser mit einem Mittelrisaliten und seperaten  Wirtschaftsgebäuden. Der angewendete Häusertyp ab 1914 wird von einem breiten Risalitgiebel, Mansarden und Biberschwanzeindeckung geprägt. In der Heinitzstraße wohnten die höheren Bergbeamten in repräsentativeren Häusern und Villen. Eine gut erhaltene Villa von 1906 steht in der Heinitzstraße 29.

Station 19: Halde Lydia

Der heutige sanierte und rekultivierte Tafelberg mit seiner Kegelaufschüttung ist geradezu ein Paradies für Wanderer und Mountainbiker. Die Halde erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 66 ha. Das Haldenplateau, auf 330 m über NN gelegen, ermöglicht eine wunderschöne Aussicht auf den Saarkohlewald.

Station 20: Netzbachtal

Gasthaus ‚Zum Seeblick‘

Idyllisch direkt am Netzbachweiher gelegen, lädt das Gasthaus zum Seeblick zum Rasten ein. Neben Kaffee und Kuchen werden auch kleine Gerichte angeboten.

Netzbachtalweiher

1971 begann die damals selbstständige Gemeinde Fischbach das untere Netzbachtal zum Naherholungsgebiet auszubauen. Es entstand der ca. 19 ha große Netzbachtalweiher mit dem angrenzenden kleineren Rosenweiher, der als Vorweiher fungiert. Idyllisch in den Saarkohlewald eingebettet lädt die Weiheranlage mit mehreren Ruhebänken zum Erholen und Entspannen ein. Sie ist Ausgangspunkt von verschiedenen Spazier- und Wanderwegen. Seit der Gebietsreform 1974 gehört das Naherholungsgebiet zum Stadtgebiet von Saarbrücken.

Station 21: Saarkohlenwald

NATURA 2000- und Naturschutzgebiet ‚Saarkohlenwald‘

Natura 2000-Gebiete sind Bestandteil eines europaweit verpflichtenden Schutzgebietsnetzes zum Schutz besonderer Lebensräume und Arten.

Dieses Gebiet weist eine Größe von ca. 2439 ha auf. Das Schutzgebiet liegt in der Stadt Saarbrücken (Gemarkungen Malstatt-Burbach, St. Johann und Dudweiler), der Gemeinde Quierschied (Gemarkungen Quierschied und Fischbach) sowie der Gemeinde Heusweiler (Gemarkung Holz). Es umfasst im Wesentlichen die Waldgebiete zwischen der Bundesautobahn A 1, der Ortslage Malstatt, der Bahnlinie zwischen Malstatt und Fischbach, den Ortslagen Fischbach und Quierschied sowie der L 262 zwischen Quierschied und Holz.

Zweck ist die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung eines günstigen Erhaltungszustandes. Das bedeutet auch räumlichen Vernetzung der Lebensraumtypen Bach-Auen-Wälder mit Schwarzerle und Esche, sowie natürliche Seen und naturnahe Flussläufe mit typischer Wasservegetation, magere artenreiche Mähwiesen, Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwälder sowie Stieleichen- Eichen-Hainbuchenwälder. Tierarten wie die Spanische Flagge (ein Falter), die Groppe (ein Fisch), Hirschkäfer, Gelbbauchunke und Biber sollen im Gebiet besonders geschützt werden. Gleiches gilt für folgende Brut- Rast- oder Zugvogelarten: Eisvogel, Grauspecht, Schwarzspecht, Mittelspecht, Halsbandschnäpper und Kuckuck.

Station 22: Prämienhäuser

Das System der Prämienhäuser wurde 1841 von der preußischen Bergverwaltung eingeführt, um den Bergarbeitern der saarländischen Gruben eigenen Wohnraum in der Nähe ihres Arbeitsplatzes zu ermöglichen. In einem Darlehensvertrag verpflichtete sich der bauwillige Bergmann, sein Haus zehn Jahre zu bewohnen und in dieser Zeit seine Beschäftigung auf den Saargruben nicht aufzugeben. Wurden alle Auflagen erfüllt, wurde die Rückzahlung der Prämie erlassen. Dies gewährte die Erhaltung einer Stammbelegschaft. Gebaut wurde nach Musterhausplänen der Saargrubenverwaltung. Neben den Wohnräumen des Erbauers, den Stallungen, war auch ein Einliegerzimmer für einen Junggesellen in Kost und Logis – der Kostgänger – vorgesehen. 1913 besaßen 37 % der Belegschaft ein eigenes Haus.

Station 23: Pfarrkirche St. Josef Fischbach

Im Juni 1911 war der Grundstein zum Bau des Gotteshauses gelegt worden. Nach 14-monatiger Bauzeit und mit Kosten von 143.000 Mark war das Werk vollendet. 1977 fand eine umfangreiche Innenrenovierung statt.

Station 24: Bergwerksiedlung Fischbach

Die Werkssiedlung in der Quierschieder Straße zeigt eine Häuserzeile mit eineinhalbgeschossigen Arbeiter- und Angestellten-Doppelhäuser des Preußischen Bergfiskus von 1904. Die Risalitgiebel sind in Fachwerk gehalten. Eine ganz andere Bauweise zeigen die zwei Beamtenhäuser [Hausnummer 5 – 11], die ebenfalls jeweils für zwei Familien gebaut wurden und aus der Zeit der Mines Domaniales Francais von 1924 stammen.

Station 25: Spielplatz in der Waldparkanlage

Ausgerüstet mit einem kleinen Klettergerüst, Rutsche, Schaukel und Federtieren ist dieser Spielplatz schon für die Kleinsten geeignet.

Station 26: Hohlenstein

Mächtige nebeneinanderliegende Felsblöcke aus Sandstein mit eingebackenen Kieselsteinen. Das Wasser hat die Blöcke mannigfach zersägt und ausgehöhlt, daher der Name Hohlenstein. Ehemaliger Kriegszufluchtsort und beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt.

Station 27: Schützenhaus Göttelborn

Fast verwunschen liegt das Vereinsdomizil der Schützengilde Göttelborn 1962 e.V., eingebettet unter hohen Bäumen am Rande des Göttelborner Waldes. Besonders bei sommerlichen Temperaturen kann man im schattigen Biergarten rasten und ruhen. Aber auch im Winter lädt die heimelige Gaststube zu einem gemütlichen Aufenthalt ein.

Station 28: Cafecantine Flöz

Die ehemalige ‚Kaffeekisch‘ der Grube Göttelborn. Montags bis freitags täglich wechselnde Mittagsbüffets und Bistrokarte. Sonntags gibt es neben der Bistrokarte ein Sonntagsbüffet. Die Räumlichkeiten können für Geburtstage, Firmenfeiern, Klassentreffen, Geschäftsessen und Vorträge genutzt werden.

Station 29: Dorfplatz Göttelborn

Der Dorfplatz von Göttelborn ist ein Ort zum Ruhen und Rasten. Bänke und Tische laden unter hohen Bäumen zum gemütlichen Picknick ein. Im Vogelnest finden Kinder einen Platz zum Wohlfühlen.

Station 30: Pfarrkirche St. Josef Göttelborn

Die Werkssiedlung Göttelborn wurde 1934 durch die katholische Pfarrkirche St. Josef komplettiert. Es handelt sich um eine Stahlskelett-Konstruktion. Eine Bauweise die im 19. Jahrhundert von Technikern und Ingenieuren zunächst nur für Bahnhofshallen, Ausstellungshallen und Fabriken entwickelt worden war und nun auch der Sakralarchitektur neue Impulse gab. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde ein Bau zwischen Traditionalismus und Moderne hergestellt.

Station 31: Bergwerksiedlung Göttelborn

Die Werkssiedlung der ehemaligen Grube Göttelborn entstand zwischen 1888 und 1912 unter dem Preußischen Bergfiskus, der 23 eineinhalbstöckige Doppelhäuser baute. Sie gehört zu den bedeutendsten sozialgeschichtlichen Denkmälern der saarländischen Industriekultur. Die in der heutigen Josefstraße stehenden Doppelhäuser waren für Bergbeamte vorgesehen, während die Arbeiterhäuser in der Grubenstraße errichtet wurden.

Infomaterialien

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Quierschied

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Rothenstein: Montangeschichtlicher Lehrpfad Grubschwart

Montangeschichtlicher Lehrpfad Grubschwart: Bergbau in der Fränkischen Alb

Die Grubschwart ist ein altes Grubengebiet im Fränkischen Jura im Raitenbucher Forst unweit der Bundesstraße 13 zwischen Eichstätt und Weißenburg. Über 2.000 Jahre lang wurde hier Eisenerz abgebaut. Nachdem im Zuge der Industrialisierung qualitativ hochwertigeres Eisen billig auf Schienen nach Bayern transportiert werden konnte, sind die Bergwerke der Region ab 1860 aufgelassen und vergessen worden.

In diesem Gebiet sind vielfältige Spuren des Erzabbaus in Form von Bohnerzschürfstellen, Erzwäschen, Erzförderschächten und unterirdischen Stollengängen auf engstem Raum noch hervorragend sichtbar vorhanden. Aufgrund dieser Besonderheit wurde vom Forstbetrieb Kipfenberg dieses Waldareal aus der aktiven Waldbewirtschaftung herausgenommen und unter Schutz gestellt. Damit kann nachhaltig der Schutz dieses kulturhistorisch wertvollen Juwels gesichert werden. Zudem werden durch umfangreiche Sicherungsmaßnahmen bei den Stolleneingängen die höchst wertvollen Fledermausüberwinterungsquartiere langfristig erhalten. Auf einem gut drei km langen Pfad erhalten Sie viele Informationen über Entstehung, Gewinnung und Verwendung von Eisenerz. Bei einer Mitmachstation können die Besucher Eisenerzkügelchen auf eigene Faust suchen und mit nach Hause nehmen.

21 Schautafeln entlang der Strecke erschließen dem Wanderer die Geschichte des Bergbaues im Fränkischen Jura.

Geotop Ehem. Eisenerzgrube

Kurzbeschreibung: Trichtergruben, Schürfschächte und Stollen erinnern hier an den ehemaligen Abbau von Eisenerzen. Diese lagerten als Bohnerze in der Lehmfüllung eines ausgedehnten Karstsystems.

Das Geotop steht als Bodendenkmal unter Schutz (Denkmal-Nr. D-5-7032-0060, Geotop-Nr. 577G001)

Wegstationen
Station 1: Willkommen im Raitenbucher Forst!

Die Grubschwart ist ein altes Grubengebiet auf dem Fränkischen Jura, in dem weit über 2000 Jahre lang Eisenerz abgebaut wurde. Nachdem im Zuge der Industrialisierung qualitativ hochwertigeres Eisen billig auf Schienen nach Bayern transportiert werden konnte, sind die Bergwerke der Region ab 1860 aufgelassen und vergessen worden.

Als die Bayerischen Staatsforsten Kipfenberg 2010 erfuhren, welches „Juwel“ in ihrem Besitz ist, hat das Unternehmen jenes Areal komplett aus der Bewirtschaftung genommen und unter Schutz gestellt. Heute kann sich der Wanderer auf 21 Schautafeln, verteilt auf einer Strecke von ca. 3,5 Kilometern, vom historischen Bergbau im Jura berichten lassen. Wir wünschen einen informativen Rundgang durch das wunderschöne Artenschutzgebiet Grubschwart.

Die Finanzierung des Lehrpfades erfolgte gemäß Zuwendungen im Rahmen der Förderung der besonderen Gemeinwohlleistungen im Staatswald des Freistaates Bayern durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weißenburg-Gunzenhausen.

Station 2: Das Jurameer

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Vor ca. 200 – 150 Mio. Jahren erstreckte sich in unseren Breiten das sogenannte Jurameer, dessen tropisches Klima zu Lande und im Wasser mannigfaltiges Leben hervorbrachte. Weltbekannte Fossilienfunde in der Region, wie der Urvogel Archaeopteryx, belegen dies nachhaltig. Die Dinosaurier als prominenteste Spezies dieser Zeit brachten das Erdzeitalter „Jura“ zumindest begrifflich einer breiteren Masse näher, etwa durch Auftritte in Filmen wie Jurassic Park.

Durch die im Jurameer ablaufenden Prozesse entstand unsere heutige Landschaft: Anorganische und organische Ablagerungen wie Kalkschichten oder die mächtigen Korallenriffe wurden zu den Gesteinen der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Die Zuflüsse dieses riesigen Gewässers transportierten Eisen in ihre Mündungsbereiche. Da sich die pH-Werte von Salz- und Süßwasser unterscheiden, wurde das gelöste Eisen ausgefällt, das heißt es ging eine chemische Bindung ein und sank als Feststoff auf den Boden.

Über Jahrmillionen lagerten sich auf diese Weise unterschiedliche Schichten übereinander ab, die infolge von Kontinentalverschiebungen wieder zutage traten. So gelangten die 0,5 und 1mm großen und kugelförmigen Doggererze, die bei Pfraunfeld oder Heidenheim im verfestigten Schlamm eingelagert waren, oder die Bohnerze der Grubschwart wieder an die Erdoberfläche.

Station 3: Die Bohnerze

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Bohnerze sind die am häufigsten auffindbaren Eisenerze im Juragebiet und meist ca. 15 mm, manchmal bis zu 5 cm große Kügelchen. Oft zu Klumpen verwachsen, haben sie eine eier-, erbsenoder bohnenähnliche Form. Daher rührt auch die Bezeichnung „Bohnerz“. Der Eisengehalt schwankt zwischen 33 und 50 Prozent, in der Grubschwart beträgt er etwa 34 bis 38 Prozent. Bohnerze sind genau wie Lehm ein Verwitterungsprodukt der Kalk- und Mergelschichten des Weißen Jura (Malm). Sie entstanden während der Kreide- und Tertiärzeit vor 138 bis 1,5 Mio. Jahren. Während des Bildungsprozesses reicherten sich die zumeist relativ kleinen Erzkugeln in sogenannten Taschen an. Sie füllten Bodenmulden oder wurden wie in der Grubschwart in unterirdische Hohlräume gespült. Die Lagerstätten unterscheiden sich deutlich in ihrer Größe. Wenige Dezimeter große Karstschlottenfüllungen sind ebenso nachweisbar wie Wannen, die sich hier im Tagebaugebiet bis zu 100 Meter ausdehnen.

Bereits die Kelten kannten diesen Bodenschatz, doch erst zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert n. Chr. etablierte sich Bohnerz als wichtiger Rohstoff für die Eisengewinnung. Bohnerz wurde zusammen mit Doggererzen verhüttet und ergab leicht zu schmiedendes Eisen. Dank des geringen Anteils an Phosphor und Schwefel konnte es sogar zu Drähten und Uhrfedern verarbeitet werden.

Station 4: Die Eisenzeit

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Die Kunst der Eisenverarbeitung wurde um 1700 v. Chr. von der im östlichen Anatolien beheimateten Hochkultur der Hethiter entwickelt. Dank ihrer dadurch überlegenen Waffen schufen sie ein Großreich, das sich über weite Teile der heutigen Türkei, des heutigen Syrien und des Libanon erstreckte.
Nach dem Untergang der Hethiter um 1200 v. Chr. verbreitete sich das Geheimnis der Eisenverarbeitung zunächst in Kleinasien, an der östlichen Mittelmeerküste und in Griechenland. Damit endete auch dort die Bronzezeit, und es entstanden allmählich die antiken europäischen Hochkulturen.

Um 1000 v. Chr. wurde Eisen schließlich in Italien und auf dem Balkan genutzt. Von dort verbreitete sich das Wissen um seine Verarbeitung auch nach Mitteleuropa. Die Ältere Eisenzeit oder Hallstattzeit begann für die hier ansässigen Kelten um 800 v. Chr. Etwa 700 v. Chr. wurde auch im Fränkischen Jura erstmals Eisen verhüttet. Der Fund eines hallstattzeitlichen „Rennofens“ bei Dollnstein, wie auch Eisenschmuck und Schlacken in Hügelgräbern der Umgebung belegen dies.

Auch in der Jüngeren Eisenzeit oder Latènezeit, ca. 500 bis 15 v. Chr., wird eine gewisse Kontinuität im hiesigen Bergbau angenommen. Die spätere römische Grenzführung lässt jedenfalls die Vermutung zu, dass die Erzlagerstätten des Jura unter den Einflussbereich Roms fallen sollten.

Station 5: Der Eisenbergbau

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Die frühesten Nachweise für einen lokalen Eisenbergbau liefert die Archäologie durch vereinzelte Funde von Schmelzstätten aus verschiedenen Epochen. Erste schriftliche Nachweise datieren erst aus dem späten Mittelalter. Sie eröffnen einen zunächst lückenhaften, später immer umfangreicheren Überblick. Insbesondere für das 19. Jahrhundert existieren detaillierte Quellen über eine Vielzahl von Gruben im Untersuchungsgebiet. Mit ihrer Hilfe kann der Umfang des Abbaus, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Knappen und die Weiterverarbeitung des Eisenerzes in den umliegenden Hammerwerken nachvollzogen werden.

Station 6: Der Hochofen

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Seit dem späten Mittelalter entwickelte sich die Hochofentechnik zur dominierenden Verhüttungsmethode und löste nach und nach die Eisengewinnung in den traditionellen „Rennöfen“ ab. Da in den „modernen“ Anlagen ungleich mehr Eisen produziert werden konnte, entwickelten sich zentrale Hüttenwerke wie in Obereichstätt.

Die Hochöfen wurden bis ins 19. Jahrhundert meist mit Holzkohle beheizt. Ihre kegelförmige Form verjüngte sich zur Spitze hin und die gesamte Höhe betrug etwa 10 Meter.

Im Inneren des Ofens wurde Eisenerz, Kalk als Flussmittel und Holzkohle schichtweise aufeinander gestapelt. Durch die Regulierung der Luftzufuhr konnte der Verhüttungsprozess, bei dem das Eisenoxid chemisch zu Roheisen reduziert wurde, gesteuert werden. Mit einem Hochofen lassen sich Temperaturen von 1600°C erreichen, was zum Schmelzen von Eisen (Schmelztemperatur 1538°C) genügt. Der Schmelzprozess selbst dauerte etwa 24 Stunden. Das entstandene Gusseisen konnte in Formen gegossen werden oder wurde in nachfolgenden Verfahren zu Schmiedeeisen aufbereitet. Das erfolgte entweder mittels einer weiteren Schmelze oder durch die mechanische Bearbeitung des glühenden Gusseisens in den Hammerwerken.

Station 7: Die Produktpalette

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In den Hüttenwerken Obereichstätt beschränkte man sich nicht nur auf die Verhüttung der Erze, sondern verarbeitete das Eisen zu mannigfaltigen Produkten.

Mithilfe eines im Jahr 1836 errichteten „Kupolofens“ war es möglich, das im Hochofen gewonnene Eisen ein zweites Mal zu schmelzen und qualitativ zu verbessern. Nun konnten feine Maschinenteile gegossen werden, die zeitweilig auch beim Eisenbahnbau zum Einsatz kamen.

Großer Beliebtheit erfreuten sich Herdplattenöfen, die in der Menge von ca. 4000 bis 5000 Zentnern jährlich gefertigt wurden. Im Jahr 1854 wurde sogar eine Emaillieranstalt eingerichtet.

Im Gegensatz zur Stabeisen- und Wasserrohrproduktion waren einige der Erzeugnisse von kunsthandwerklicher Qualität. Wappentafeln, Brunnen, Kaminplatten mit Reliefdarstellungen, Zäune und Tore, sowie Wegund Grabkreuze hatten auch bis ins frühe 20. Jahrhundert einen überregionalen Absatzmarkt.

Station 8: Die Grubschwart

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Wann die ersten Menschen im Raitenbucher Forst begannen, Erze abzubauen, liegt im Dunkeln der Geschichte. Es kann aber aufgrund archäologischer Befunde davon ausgegangen werden, dass hier bereits in keltischer Zeit ab etwa 500 v. Chr. das Erz im Tagebau gefördert worden war. Da nur wenige Kilometer entfernt die Römerstraße von Weißenburg nach Pfünz verlief, ist ebenfalls stark anzunehmen, dass auch in römischer Zeit die Erzvorkommen genutzt wurden.

Eine erste schriftliche Erwähnung des Abbaugebiets stammt aus dem Jahr 1411, als das Hüttenamt Obereichstätt gegründet wurde. Im Jahr 1469 wird erstmals eine Erzwäsche erwähnt, was gerade in jener überlieferungsarmen Zeit auf eine gewisse Kontinuität schließen lässt. Der Flurname „Grubschwart“ findet sich um 1500 als „Kropfschwarden“ in schriftlichen Aufzeichnungen.

Dieser Wortbedeutung folgend ist das Gebiet ein mit Gras bewachsenes Brachfeld bei einer Grube, wobei „Kropf“ die Grube selbst bezeichnet. Daraus ließe sich schließen, dass damals bereits nur mehr wenig Wald vorhanden war.

Die Arbeiten im Bergwerk waren lange ein Saisongeschäft und wurden oftmals im Winterhalbjahr von Bauern aus der Umgebung verrichtet. Ab 1783 führte man in der Grubschwart den kontinuierlichen Untertagebau ein, der von einem hauptamtlichen Vorarbeiter, dem Steiger, geleitet wurde.

Bis zur Auflassung der Grube „Grubschwart“ im Jahr 1866 war hier das logistische Zentrum des weitläufigen Grubenbezirkes „Grubschwart“, zu dem zeitweise mehrere Bergwerke gehörten.

Station 9: Die Erzwege

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Sie befinden sich nun auf der nördlichen Zufahrtsstraße zum Bergwerk. Die Oberfläche ist aus Kalkstein und ihre solide an die Machart von Römerstraßen erinnernde Konstruktion zeigt, dass sie für schwerbeladene Fuhrwerke gebaut worden war.

Der Abtransport des Erzes zum Hochofen in Obereichstätt geschah über Frondienste. Die Fuhrleute mussten diese Arbeit verpflichtend verrichten, wurden aber für ihren Einsatz entlohnt. Für jeden Zentner Erz erhielten sie beispielsweise im Jahr 1785 sechs Kreuzer. So konnte ein Bauer mit einer täglichen Fuhre von 30 Zentnern Erz drei Gulden verdienen. Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass ein Bergmann in Rente jährlich 52 Gulden erhielt.

Die Fuhrleute rekrutierten sich aus Familien, die in der Umgebung der Bergwerke wohnten, also im fränkischen Jura. Das Hüttenamt Obereichstätt legte für die entsprechenden Dörfer die zu liefernden Mengen an Erz fest. Transporte von der Grubschwart übernahmen meist Pfraunfelder Fuhrleute. Von dort führte ein sogenannter „Erzweg“ über die Grubschwart nach Obereichstätt.

Station 10: Das Steigerhaus

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Im Bodenrelief sind die Grundmauern des 1788 errichteten Steigerhauses leicht erkennbar. Der Steiger war der Vorarbeiter des Bergwerkes und lebte mit seiner Familie vor Ort. Das Grundstück betrug 1,29 Tagwerke und hatte zur Selbstversorgung einen kleinen Garten, Acker, Stall und Wiese.

Zum Gebäudekomplex gehörte auch eine Knappenstube, welche für die Arbeiter als Pausenraum diente. Um 1817 waren beispielsweise neben dem Steiger weitere 13 Männer, also Knappen, in der Grubschwart beschäftigt. Im Sommer wurde von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr gearbeitet, im Winter von 7.00 Uhr bis 17.30 Uhr. Vormittags und nachmittags rasteten die Arbeiter jeweils eine Stunde und mittags sogar 1,5 Stunden. Vor der Einfahrt in den Berg wurde stets ein Gebet gesprochen, um von der Patronin der Bergleute, der hl. Barbara, Schutz zu erbitten. Trotz der mannigfaltigen Gefahren in der Tiefe sind keine größeren Unfälle überliefert.

Nach Aufgabe des Bergwerks 1866 übernahm die Bayerische Forstverwaltung das Haus und verpachtete es als Wirtschaft. Dies verursachte viel Ärger und führte wieder zu deren Schließung. Denn die Bauern ließen sowohl Vieh als auch Arbeit stehen und gingen zum „Zechen“ dorthin. Das alte Steigerhaus stand daraufhin lange leer und wurde 1900 abgerissen, da es ab und an von Wilderern als Unterschlupf genutzt wurde.

Station 11: Die Erzwäsche

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Die in der Grubschwart abgebauten Bohnerze waren teilweise in Lehm eingeschlossen und dementsprechend verunreinigt. Daher mussten sie vor der Verhüttung in Obereichstätt gewaschen werden. Wegen des Vorteils der enormen Gewichtsreduzierung geschah dies gleich an Ort und Stelle vor dem Transport.

Zu diesem Zweck errichtete man 1788 zusammen mit dem Steigerhaus ein Waschhaus. In dem traditionell aus Holz gefertigten Schuppen arbeiteten die Erzwäscher unter unangenehmen Bedingungen. An ihren Waschtischen blieb es trotz eines kleinen Ofens feucht und kalt.

Die Erzwäsche wurde aus den noch gut erkennbaren Regenwasserzisternen gespeist. Hier sammelte man das Regenwasser von den Dächern der umliegenden Gebäude. Dies war zum einen nötig, da sich in der Nähe der Grubschwart kein fließendes Gewässer befindet, wie es bei anderen Bergwerken in der Umgebung meist der Fall ist. Zum andern liegt im Fränkischen Jura der Grundwasserspiegel sehr tief und es herrscht daher allgemein Wasserarmut .

So wurde entsprechend sparsam mit dem flüssigen Gold umgegangen, welches per Handpumpe zu den Waschtischen kam. Nach dem Waschen floss das Schlammwasser in den Absetzkanal, wo sich der Lehm vom Wasser trennte, wobei letzteres wieder in die Zisternen zurücklief.

Das Resultat dieser aufwändigen Prozedur sind die meterhohen Lehmablagerungen, die bei der Kanalreinigung aufgetürmt wurden.

Station 12: Der Tagebau

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Bei seinen ersten Bemühungen, der Erde ihre Schätze abzuringen, blieb der Mensch zumeist an der Oberfläche. Zuerst wurden die erzhaltigen Gesteinsbrocken, das „Glauberz“, einfach vom Boden aufgesammelt. Zu Zeiten der Kelten und Römer wurden dann zusätzlich die ersten Tagebaugruben eröffnet.

In Mulden direkt unter der Erdoberfläche, wo mit Schaufel und Hacke die Bohnerze leicht abgegraben werden konnten, war die Förderung ungleich einfacher und ungefährlicher als in den bautechnisch anspruchsvollen Stollen. Ab dem 17. Jahrhundert werden die schriftlichen Aufzeichnungen zahlreicher und offenbaren in der Region viele solcher Abbaustätten.

Noch heute finden aufmerksame Beobachter jene Gruben im Wald. Sie wurden, nachdem ihre Vorkommen erschöpft waren, schlichtweg brach liegengelassen. Jedoch sind nicht alle Vertiefungen zwischen den Bäumen Resultat des Erzabbaus.

Ob es sich um eine Erzgrube und nicht um eine natürlich vorhandene Doline, oder um einen Lehm- beziehungsweise Steinabbau handelt, erkennt man an den häufig erhaltenen randseitigen Erdauswürfen, die von den Grabungen der Arbeiter herrühren.

Außerhalb der Wälder sind die Gruben oftmals nur noch anhand von alten Karten oder Flurnamen zu identifizieren, da erschöpfte Tagebaugebiete hernach wieder verfüllt wurden, um Feldbau betreiben zu können.

Station 13: Der Rennofen

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Eisenerze sind chemisch gesehen Eisenoxide, die durch Reduktion unter Zugabe von Kohlenstoff und Wärme in ihre metallische Form umgewandelt werden. Seit vorchristlicher Zeit und bis ins späte Mittelalter geschah dies mittels so genannter „Rennöfen“. Deren Wortursprung hat nichts mit „rennen“ gemein, sondern kommt von „rinnen“ und meint damit die Bewegung des Eisens während des Brennprozesses: Es rinnt nach unten.

Rennöfen wurden in verschiedenen Größen und Ausführungen gebaut. Das Fundament bildet in der Regel eine Grube, die mit Lehm ausgeschmiert und von einem etwa zehn Zentimeter dicken Lehmring eingefasst wird. Auf diesen Ring setzt man dann weitere, wobei sich der Ofen so lange nach oben verjüngt, bis eine etwa zehn Zentimeter große Öffnung bleibt. Zwischen dem ersten und zweiten Ring werden Röhren platziert, durch die beim Schmelzprozess Luft eingeblasen wird. Da der Lehm viel Wasser enthält, muss das ganze
Konstrukt nach dem Bau üblicherweise eine Woche trocknen und wird daraufhin zusätzlich trockengeheizt.

Zur eigentlichen Verhüttung wird im Verhältnis 2 : 1 abwechselnd Eisenerz und Holzkohle bis etwa zehn Zentimeter unter den Rand aufgeschüttet. Als Flussmittel kommt auch etwas Kalkstein zum Einsatz. Nach circa zwei Stunden kontinuierlichen Blasens ist der Ofen ausgebrannt. Er wird abgerissen, um an das konzentrierte Eisen in der Bodengrube zu kommen. Dieser schmiedbare Eisenbrocken wird auch als „Luppe“ bezeichnet.

Station 14: Die Köhlerei

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Bergbau bedeutet stets einen über den Grubenbau weit hinausgehenden Eingriff in die Natur. Als besonders problematisch erwies sich in früheren Jahrhunderten der hohe Holzbedarf, der aus der Eisenerzverhüttung mit Hilfe von Holzkohle resultierte. Die erforderliche Brennstoffmenge übertraf die Menge verhütteten Erzes zum Teil um das Zwölffache.

Ein Raubbau an den Waldgebieten in der näheren und weiteren Umgebung der Hochöfen war die Folge.

Als die Obereichstätter Hüttenwerke gegen Ende des 18. Jahrhunderts einer gründlichen Untersuchung unterzogen wurden, um deren Rentabilität zu steigern, veranlasste man 1785 zuallererst eine Vermessung der Waldgebiete und ermittelte damit deren potentiellen Holzertrag. Ergebnis war, dass die wirtschaftliche Flaute in der Furcht vor Holzmangel gründete.

In der Folge betrieb die schon 1783 eingerichtete Forstkommission eine gezielte Aufforstung. Aus dem Jahr 1817 ist bekannt, dass 36.700 Tagwerke Wald zum Fürstentum gehörten, die den Bedarf an Kohle deckten. Das Köhlereigebiet erstreckte sich von Kipfenberg bis Dollnstein und über den gesamten Raitenbucher Forst. Dort arbeiteten teils beim Hüttenwerk festangestellte, teils freie Köhler.

In einer Beschreibung von 1860 wird wieder auf den „dichten Wald“ hingewiesen, was eine nachhaltig erfolgreiche Waldwirtschaft dokumentiert.

Doch nicht nur bei der Verhüttung, sondern auch für die Absicherung der Bergwerksstollen und zur Errichtung beziehungsweise Beheizung der Grubengebäude wurden große Holzmengen benötigt. Dabei dürfen auch die beiden Hammerwerke mit ihrem großen Holzverbrauch nicht vergessen werden.

Station 15: Die Waldwirtschaft

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Die Bayerischen Staatsforsten sind mit einer Fläche von ca. 800.000 ha einer der größten Forstbetriebe Mitteleuropas.

Ziel des Unternehmens ist der Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald. Das Prinzip „Nachhaltig Wirtschaften“ haben wir uns auf die Fahnen geschrieben.

Die Bewirtschaftung der Wälder erfolgt im Rahmen der naturnahen Forstwirtschaft“ unter Berücksichtigung von Naturschutz, Erholung, Wasserschutz und Landschaftsschutz.

Die wesentlichen Kriterien einer naturnahen Forstwirtschaft sind:

  • Holznutzung maximal im Bereich des Holzzuwachses
  • Begründung von stabilen, leistungsfähigen Mischwäldern
  • angemessene Beteiligung von Baumarten der natürlichen
  • Waldgesellschaft
  • femelartige langfristige Verjüngungsverfahren
  • konsequente Bejagung nach dem Grundsatz Wald vor Wild
  • Sicherung und Verbesserung der Schutz- und Erholungsfunktionen
  • verstärkte Berücksichtigung von Natur- und Landschaftsschutz.
Station 16: Der Erzhunger

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Um den kontinuierlichen Betrieb der Hochöfen in Obereichstätt gewährleisten zu können, mussten um 1850 jährlich circa 2.000 Tonnen Bohnerz geliefert werden. Um solch eine Menge Erz zu erhalten, mussten etwa 10.000 Tonnen Bohnerzlehm gewaschen werden. Die meisten Erztaschen lagen zudem einige Meter unter der Oberfläche. Im Mittel bewegten Arbeiter eine fünffache Menge an Erde, bevor überhaupt der eigentliche Abbau begann.

So war es notwendig, bevor man eine Lagerstätte ausgebeutet hatte und der Abbau in einer neuen Grube beginnen konnte, eine erhebliche Vorlaufzeit einzurechnen. Daher befand man sich permanent auf der Suche nach neuen Schürfgebieten, die dann vermessen wurden, um deren Rentabilität zu prüfen.

Da der Erzhunger im Zeitalter der Industrialisierung keine Grenzen zu kennen schien, begab man sich vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhundert im einstmalig so ertragreichen Areal nochmals auf die Suche nach unentdeckten Lagerstätten. Inzwischen konnte man auf Sprengstoff und Presslufthämmer zurückgreifen und schlug diesen Prospektionsstollen 100 Meter bolzengerade in den massiven Stein. Für frühere Generationen war dies ein zeitraubendes Unterfangen. Allerdings verlief die Suche erfolglos. Danach kehrte Stille im Raitenbucher Forst ein und der Wald eroberte die Abbaugebiete der Grubschwart langsam zurück.

Station 17: Die Knappschaft

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Bereits 1807 gründeten die Bergarbeiter des Hüttenamtes Obereichstätt, zu dem auch die Grubschwart gehörte, eine Bruderschaftskasse. Diese ermöglichte ihnen lange vor der staatlichen Sozialversicherung eine Absicherung bei Krankheit und Unfall oder zahlte Pensionen an ehemalige Beschäftigte, an deren Witwen und Waisen. Zusätzlich wurde 1841 die Bestellung eines Hüttenarztes angeregt, der für die Bergarbeiter zuständig war und dessen Gehalt sich ebenfalls aus der Bruderschaftskasse speiste. Ein Jahr später erfolgte dann die Gründung einer offiziellen Knappschaftskasse durch das Hüttenamt Obereichstätt.

Der umfangreichen Knappschaftsordnung kann man entnehmen, dass die Beiträge nach Tätigkeiten gestaffelt waren. Sie betrugen zwischen 0,8 und 2,5 Prozent des Lohns, das Krankengeld je nach Tätigkeit 15 bis 24 Kreuzer pro Tag. Arbeiter im Ruhestand konnten bis zu 52 Gulden jährlich Pension erhalten. Zudem unterstützte die Kasse junge Bergarbeiter auf Wanderschaft und gab bei Beerdigungen drei Gulden für Begräbniskosten.

Die Knappschaftskasse gibt 1860 Auskunft über die Anzahl der Beschäftigten. So arbeiteten für das Hüttenamt Obereichstätt noch fünf Steiger sowie 62 Bergleute und Erzwäscher. Diese hatten insgesamt 118 Familienangehörige.

Station 18: Der Förderschacht

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An dieser Stelle befand sich der Förderschacht. Jener ist erstmals in einer Vermessung aus dem Jahr 1806 belegt und bildete damals das östliche Ende des Bergwerks, etwa 150 Meter vom Eingang entfernt. In einer Beschreibung des Bergwerks von 1814 wird er ein zweites Mal explizit als „Förderschacht“ erwähnt. Weitere Stollen kamen erst später in östlicher Richtung hinzu. Von hier aus wurde der hintere, höhlenförmige Teil der Anlage erschlossen.

Das Erz förderte man wahrscheinlich mit Hilfe einer Haspel an die Oberfläche. Zusätzlich konnten hier Arbeiter, Werkzeug und Material für den Stollenbau hinunter transportiert werden.

Wann der Förderschacht eingebrochen ist, ist in den Archivalien nicht vermerkt. Mit Sicherheit aber nach Beendigung der Bergbauarbeit, sonst wäre diese wichtige Anlage wieder instandgesetzt worden.

Die alte Grubensicherung aus geschichteten Steinmauern und verbolzten Rundhölzern hielt hier dem Gebirgsdruck nicht mehr stand und ist heute 2 bis 4 Meter unter dem Schutt begraben. Da permanent gefährliche Steinschläge auftreten ist der Förderschacht nicht mehr zugänglich und die abführenden Stollen durch schwere Gitter verschlossen, so dass nur noch Fledermäuse Zugang haben.

Station 19: Die Fledermauskolonie

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Der Hauptstollen der Grubschwart wird von Fledermäusen als Winter- und Schwärmquartier genutzt und hat in dieser Funktion eine landesweite Bedeutung. Daher ist die Grubschwart auch Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000.

Nach den Zählungen der letzten Jahre ist mit etwa 450 Tieren das Große Mausohr die häufigste Art in diesem Winterquartier. Jedoch sind aktuell Vorkommen sieben weiterer Arten wie der Bechsteinfledermaus, der Bartfledermaus oder auch das Braune Langohr bekannt. Insgesamt konnten so schon 500 überwinternde Fledermäuse festgestellt werden. Vermutlich verbringen in diesem Bergwerk jedoch weitaus mehr Tiere den Winter, die sich in den vielen Spalten und Hohlräumen der Stollen verbergen. Ab Oktober bis in den April hinein wird die Grubschwart also mannigfaltig bezogen und man darf um Ruhe bitten. Schon der Schein einer Taschenlampe könnte die Fledermäuse aufwecken.

Die nachtaktiven Insektenfresser zehren in den kalten Monaten von ihren Fettreserven und verlieren üblicherweise bis zu einem Drittel des Körpergewichtes. Ein ungestörter Winterschlaf ist daher von entscheidender Bedeutung für ihr Überleben. Was an Energiereserven verbleibt, müssen die Tiere im Frühjahr beinahe vollständig fürs Aufwachen verwenden, um ihre Körper wieder auf Normaltemperatur aufzuheizen.

Im Sommer vertilgen sie wieder Unmengen von Insekten und tragen so zum natürlichen Gleichgewicht der Arten bei. Im Spätsommer und Herbst treffen sich alljährlich Hunderte schwärmender Fledermäuse verschiedener Arten an und in der Grubschwart. Dieses Verhalten dient vermutlich dazu, einen Partner für die Fortpflanzung zu finden und sich die Lage des Winterversteckes einzuprägen.

Station 20: Der Untertagebau

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Im Jahr 1783 wurde der unterirdische Stollenbau begonnen und bis zur Schließung des Bergwerks 1866 kontinuierlich betrieben. Das unterirdische Stollennetzwerk misst ca. 1.000 Meter Länge und umfasst mehrere Hallen mit einer Höhe von bis zu zehn Metern, die durch Gänge miteinander verbunden sind.

Eine Vielzahl mittlerweile verfallener Mauern und Holzstempel diente einst der Sicherung der imposanten Konstruktion. Die Bohnerze schwemmten zusammen mit Lehm in die damalige Höhle und die Bergleute folgten dieser „Erzader“.

Einige der ausgebeuteten Stollen wurden nach der Beendigung des Abbaus vollständig mit Abraum – also Steinen, Kies, Sand oder Ton – aus neuen Abbauarealen gefüllt. Solche Areale werden auch als „Toter Mann“ bezeichnet.

Das Erz wurde mit Schubkarren aus dem Berg transportiert. Vermutlich waren die Böden mit Holzbohlen belegt auf denen die Gefährte sich zum Ausgang bewegten. Es ist schwer einzuschätzen wie viel Erz insgesamt gefördert wurde. Allerdings beschreiben Quellen die Grubschwart wiederholt als ertragreiche Grube. Die Aufzeichnungen aus der Wäsche, die zwischen 1807 und 1817 erhalten sind, lassen grob 2.000 Zentner lehmfreie Bohnerze pro Jahr vermuten.

Station 21: Der Buchenwald

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Die Buche ist die führende Baumart in den natürlichen Waldgesellschaften der Frankenalb. Ihr Spektrum reicht von den flachgründigen Extremstandorten bis zu den tiefgründigen Lößlehmüberlagerungen der Albhochfläche. Bedingt durch die Aktivitäten des Menschen hat sie in der Vergangenheit viel von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet eingebüßt. Besonders auf den tiefgründigen Böden wurde sie durch die Fichte stark verdrängt.

Im Bayerischen Staatswald erfolgt seit Jahren eine verstärkte Förderung und Einbringung der Buche in diesen Fichtenbeständen.Die Buche wird somit in den Staatswäldern des Jura mittelfristig wieder die dominierende Baumart werden. Wir sind überzeugt, dass wir damit unsere Wälder für den bevorstehenden Klimawandel deutlich stärken können.

Davon kann auch der Natur- und Artenschutz nachhaltig profitieren, denn Buchenwälder beheimaten eine umfangreiche und artenreiche Flora und Fauna. Bis zu 10.000 Arten konnten in den verschiedenen Buchenwald-Ausprägungen nachgewiesen werden.

Der Montangeschichtliche Lehrpfad ist auch in den örtlichen Wanderweg Nr. 10 (Erzweg) eingebunden.

Erzweg

Vom Wanderparkplatz „Laubenbuch“ bei Rothenstein geht es zu den Erzgruben im Staatswald. Entlang des so genannten „Hohlloch“ (587 Meter) führt der Wanderweg auch entlang einer alten Römerstraße.

Beim Hohlloch handelt es sich um eine über 20m tiefe Karsthöhle. Der Zugang zur Höhle ist Besuchern allerdings nichts gestattet und mit einem Zaun versperrt. Das Hohlloch ist eines der bedeutendsten Fledermausquartiere in Nordbayern.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Grubschwart

Infotexte Tafeln „Montangeschichtlicher Lehrpfad“

Freihung: Bleierzweg

Zunächst geht es am Rand des ehemaligen Geländes der Grube Vesuv entlang, vorbei an der ehemaligen Pegmatitgrube gelangt, nach Thansüß und gelangt über den Kohlbühl nach Tanzfleck.

Im weiteren Verlauf der Wanderung steigt man ins Vilstal hinab. Die Vils entspringt nur wenige Kilometer südlich von Freihung.

Die Wanderung passiert unter anderem die Schmelzmühle und die Hämmerleinsmühle, ehe der Ausgangspunkt des Rundwanderweges in Freihung wieder erreicht ist.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Freihung

Bleierzweg – keine Infomaterialien vorhanden!