Cloos-Falte Altenburg (Ahrtal)
Hans Cloos, von 1926 bis 1951 Professor für Geologie in Bonn, bearbeitete nach dem Krieg in der Gegend von Altenahr und Schuld gefaltete unterdevonische Schichtenfolgen. Von besonderem Interesse war jedoch der Kern eines nach Nordwesten geneigten Faltensattels in den mittleren Siegen-Schichten (Unterdevon) an der Straße bei Altenburg.
Dieser Faltensattel ist eine Spezialfalte im Bereich des riesigen Südwest/Nordost streichenden (verlaufenden) Ahrtalsattels . Dort vermaß er mit dem Geologenkompass die Raumlage der Gefügeflächen, das heißt das Einfallen und Streichen der Schicht-, Kluft- und Schieferungsflächen.
Nach der graphischen Darstellung der Daten bemerkte er Gesetzmäßigkeiten, zum Beispiel, dass der Verlauf der quarzverfüllten Klüfte an den Schichtfugen der Sattelflanken in Richtung Sattelfirst versetzt ist und dass die Tonsteine (Tonschiefer) im Sattelkern parallel der Sattelachsenfläche geschiefert sind.
ACHTUNG: Der Aufschluss steht unter strengem Naturschutz. Das Hämmern ist untersagt.
Die hier gewonnenen Erkenntnisse flossen 1950 in die Arbeit „Gang und Gehwerk einer Falte“. Diese Arbeit bildet die Grundlage zum Verständnis der Faltenmechanik und bahnte der modernen Tektonik den Weg. Die besondere Leistung ist, dass H. Cloos in dieser Untersuchung scheinbar zufällige oder undeutbar erscheinende Strukturen auf mechanische Gesetzmäßigkeiten im Zuge einer einfachen Gesteinsdeformation, in diesem Fall durch Einengung der Erdkruste zurückführte. So lässt sich aus zugänglichen kleinen und großen Teilen eines Gesteinverbandes die nicht direkt sichtbare Architektur (Tektonik) eines Gebirges rekonstruieren.
Die von ihm im Zuge der Geländearbeiten angefertigte Zeichnung der „Modellfalte“ wird noch heute in vielen Lehrbüchern der Geologie abgebildet.
Textquelle: DGGV Digital Geology – Deutschlands schönste Geotope in 3D
Die Cloos-Falte an der Felswand hinter der Bushaltestelle „Campingplatz“, Ecke Kreuzberger Straße/Im Auel (Juli 2026) und in einer Zeichnung (leicht verändert) von Hans Cloos (1950).
Der Aufschluss der Cloos-Falte befindet sich im Westen eines Umlaufberges der Ahr, der mit seinen Gesteinen der Siegen-Schichten wiederum eine Mulde darstellt. Umlaufberge sind „Inseln“ innerhalb einer durchtrennten engen Flussschleife.
Das trockengelegte Tal bei Altenburg liegt im Niveau der Niederterrasse und ist mit dem Alter von einigen tausend Jahren geologisch gesehen jung. Die Bildung des Ahrtales begann vor etwa einer Million Jahre, als der Fluss in einem noch weiten und flachen Tal und geringem Gefälle dem Rhein entgegenströmte. Zur damaligen Zeit erhob sich die Eifel als Teil des rheinischen Schiefergebirges nur wenig über die angrenzende Niederrheinische Bucht. Mit der verstärkten Anhebung des Gebirges vor ca. 700.000 Jahren war der Fluss, nun gefangen in seinem weiten Schlingenmuster, gezwungen, sich in das Gebirge einzuschneiden. Bedingt durch den Klimawechsel zwischen den Kalt- und Warmzeiten und einem rhythmischen Gebirgsaufstieg entstanden die Flussterrassen.
Der Aufschluss der Cloos-Falte befindet sich im Westen eines Umlaufberges der Ahr, der mit seinen Gesteinen der Siegen-Schichten wiederum eine Mulde darstellt. Umlaufberge sind „Inseln“ innerhalb einer durchtrennten engen Flussschleife.
Das trockengelegte Tal bei Altenburg liegt im Niveau der Niederterrasse und ist mit dem Alter von einigen tausend Jahren geologisch gesehen jung. Die Bildung des Ahrtales begann vor etwa einer Million Jahre, als der Fluss in einem noch weiten und flachen Tal und geringem Gefälle dem Rhein entgegenströmte. Zur damaligen Zeit erhob sich die Eifel als Teil des rheinischen Schiefergebirges nur wenig über die angrenzende Niederrheinische Bucht. Mit der verstärkten Anhebung des Gebirges vor ca. 700.000 Jahren war der Fluss, nun gefangen in seinem weiten Schlingenmuster, gezwungen, sich in das Gebirge einzuschneiden. Bedingt durch den Klimawechsel zwischen den Kalt- und Warmzeiten und einem rhythmischen Gebirgsaufstieg entstanden die Flussterrassen.
Textquelle: DGGV Digital Geology – Deutschlands schönste Geotope in 3D
Hans Cloos war ein begnadeter Zeichner, der die Zeichnung als geführtes Sehen begriff. Ihm gelangen mit Stift und Papier nie zuvor gesehene Einblicke in den Bau der Erdkruste.
Folgendes Zitat mag verdeutlichen, dass diese Haltung gerade im Zeitalter computerge stützter, automatisierter Grafik aktuell ist:
„….Freilich sollen Sie zeichnen! Sie sollen alles zeichnen, was sich überhaupt zeichnen läßt, und Sie sollen Ihre Karten, Profile und Abbildungen auch für den Druck selbst ins Reine zeichnen!“
Aber, Herr Professor, ich habe doch gar keine künstlerische Begabung!“.
Brauchen Sie auch nicht! Sie sollen ja keine Kunstwerke machen, sondern Sie sollen so gut zeichnen, wie Sie schreiben.
Erstens, damit Sie besser sehen und beobachten lernen, weil der Zeichenstift das Auge zwingt, genau hinzuschauen und sich von den Tatsachen bis ins Einzelne Rechenschaft abzulegen, weil das Zeichnen also ein geführtes Sehen ist.
Zweitens, weil die Zeichnung oft die kürzeste und beste Form der Beschreibung darstellt. Dazu brauchen Sie keine Begabung, sondern nur Gewissenhaftigkeit und ein wenig Anleitung…“
Textquelle: Koenigswald, Wighard von & Simon, Klaus-Frank: GeoRallye Spuren zur Erdgeschichte, Bonn und Umgebung / Eifel. Bouvier Verlg, Bonn, 2007.