Glasmachersiedlung Äule, Schluchsee-Aha

Glasmachersiedlung Äule, Schluchsee-Aha

Am 24. April 1716 hatte das Kloster St. Blasien gestattet, dass in „der hinderen Aha„, im letzten holzreichen Klosterwald eine Glasmachersiedlung aus dem Boden gestampft wurde. Die Glashütte Äule nahm 1716 ihren Betrieb auf und produzierte bis 1878.

Mit der Glashütte Äule knüpfte das Kloster St. Blasien an eine lange Glasmachertradition an. Vor Äule hatte es in den Wäldern am Schluchsee bereits drei andere Glashütten gegeben: Die Erste ab 1597 in Blasiwald-Muchenland, danach die zweite 1622 in Blasiwald-Althütte und schließlich von 1684 bis 1714 eine dritte im oberen Windbergtal.

Die Glasmachersiedlung Äule am 10.04.2023. Die Glashütte stand neben/rechts der Kapelle.

Für das Kloster besaßen Glashütten eine Doppelfunktion. Sie setzten zum einen die unerschlossenen Wälder in Wert. Mit Hilfe des Rohstoffs Holz stellten die Glasmacher nämlich wertvolles Glas her. Gleichzeitig schufen sie durch die Rodung Siedlungsraum. Eine Handschrift im Archiv von St. Paul bringt es auf den Punkt: „Die Glashütten in den Waldungen des Stifts machten Silber aus Holz und Wohnungen aus Einöden.

Die Medaille hatte aber zwei Seiten: Der Holzbedarf der Glashütten war gewaltig. Allein zur Herstellung der Pottasche, die beigemischt wurde, um den Schmelzpunkt des Quarzsandes auf 1100 Grad zu senken, wurden große Holzmengen einfach verbrannt. Und dann musste der Schmelzofen Tag und Nacht befeuert werden. Um eine einzige Flasche herzustellen, benötigte man einen Kubikmeter Holz. So war der Wald um eine Glashütte bald kahlgehauen, das Holz musste aus immer größeren Entfernungen herbeigeschafft werden. Nach wenigen Jahrzehnten war dieser Transport so teuer, dass man die Glashütte abbrach und in ein neues Waldgebiet verlegte.

So schlug die Geburtsstunde von Äule. Geburtshelfer waren zwei andere, sterbende Hütten. Die Bonndorfer Glashütte hatte schon 1706 „wegen Mangel des Holzes“ Versorgungsschwierigkeiten bekommen. Auch den Glasmachern im oberen Windbergtal ging 1714 das Holz aus. Zudem endete deren Nutzungsvertrag mit dem Kloster.

Schon 1711 hatte der Abt nach einem holzreichen Waldgebiet als Standort für eine neue Glashütte Ausschau halten lassen. Dazu trafen sich der klösterliche Oberrechner Cajetano, der Stallmeister und ein Secretarius mit dem Bettmaringer Obervogt, zwei Klosterjägern und einige Glasmeistern. Und sie wurden fündig. Nachdem man in Schluchsee „eine Mittag Suppen genossen„, so die Niederschrift, visitierte man „in der hinderen Aha eine solch immens große Waldung, mit welcher wohl über die 100 Jahr eine Glashütten fouriert (versorgt) werden könne“. Der Standort wurde auch von den Glasern als „extra wohl und commod“ angesehen.

Aber als es dann 1714 für die Glasmacher im Windbergtal ernst wurde mit der Umsiedlung in den Äulemer Wald, baten sie „fueßfällig“ um Aufschub. Der Abt möge ihren Vertrag doch um einige Jahre verlängern, damit in Äule „in dießer Zeit die nöthige Hütten und Heüßer nach und nach aufgerichtet würden, und wür alßo von unser dermahlen besitzenden – gleich die Neue Hütten antretten, und unßre Arbeyd fortführen könten.

Das Kloster indes verlängerte den Vertrag nicht mehr, und der Bau der Siedlung Äule begann noch in 1714.

Infopavillon Glasträgerweg in Äule am 10.04.2023 (Bushaltestelle gegenüber der Kapelle).

Infos
Der Bau der Glashütte

Am 24. April 1716 unterzeichneten Abt Augustin Fink und die Glasmacher den „Bestandtsbrieff über die neuw erlaubt- undt erbauwene Glas Hütten beym Äuwle“. Das Dokument regelt auf neun eng beschriebenen Seiten das Vertragsverhältnis zwischen dem Kloster St. Blasien und Andres Sigwarth, Johann Sigwarth, Michel Sigwarth, Samuel Sigwarth, Joseph Greiner, Blasi Küeffer und Kaspar Schmidt. Abt Augustin Fink gestattet den genannten sieben „Glas- und Hütten Meistern“ den Bau einer neuen Glashütte – „an dem sogenannten Äuwle in der Aha gelegen“.

Die sieben Glasmeister, die „Gründerväter“ von Äule, hatten ab 1714 zunächst fünf Glasmeisterhäuser errichtet – zwei Doppel- und drei Einfamilien-Gebäude. Mit dem Bau der kleinen Häuser für die Holzknechte, Aschenbrenner, Fuhrleute und Glasgehilfen war gerade begonnen worden, als am 6. Juni 1715 der genaue Standort der Glashütte festgelegt wurde. Der Talschluss unterhalb Schnepfhalde, Silberfelsen und Kapellenkopf war dicht bewaldet, lediglich im Talgrund am Bach besaßen der Hinterbauernhof-Bauer Christa Schmidt und der Käppelehof-Bauer Thoma Schmidt aus Aha saftige Wiesen, die „Äulematten“. Auf die galt es Rücksicht zu nehmen. Die Glashütte musste deswegen „oberhalb der Straß, so gegen Menzenschwand gehet, unterhalb der sogenannten Schnepfhalde auf der Ebene oberhalb der unteren und oberen Aulematt gesetzt werden“. Gegen die Lage unterhalb der Straße sprach auch, dass das Holz zunächst über die rechte Talflanke zur Hütte „herabgeriest“ werden sollte, was die Straße arg in Mitleidenschaft gezogen hätte.

Im Sommer 1715 begann der Bau der Glashütte. Sie stand auf dem heute freien Platz, wenige Schritte östlich der Kapelle. Mitten im Hüttengebäude thronte die gewaltige, aus Bruch- und Ziegelsteinen gemauerte Ofenanlage. Ihr Herz war der große Schmelzofen mit zehn Arbeitsöffnungen, „Ständ oder Werkstätt“ genannt. Eigentlich sollte jede Arbeitsöffnung von einem Glasmeister mit seinen Gehilfen bedient werden. Da Äule 1716 nur sieben Meister aufzubieten hatte, übernahm Samuel Sigwarth zwei, Andres Sigarth gar drei „Werkstätten“ – auf eigenes Risiko, aber auch mit höheren Ertragschancen. Im Schmelzofen hinter den Arbeitsöffnungen standen auf einem Podest die zehn feuerfesten Glashäfen für die Glasschmelze.

An den Schmelzofen waren zwei Nebenöfen angebaut, nämlich der Fritteofen und der Auskühlofen. Über der Ofenanlage erhob sich das hölzerne Hüttengebäude als Wind- und Wetterschutz. Es hatte mit 15 m Breite, 25 m Länge und einer Höhe von ca. 10 m beeindruckende Ausmaße.

Die Glashütte Äule war ein imposantes Gebäude. Hier eine Fotomontage unter Verwendung eines Aquarells von K. Schuster (um 1890) aus dem Augustinermuseum-Städtische Museen Freiburg.

© Fotomontage:  Killian / Fiedbert Zapf

Der Grundstoff für die Glasherstellung ist quarzreicher Sand, den gab es reichlich rund um Äule. Reiner Quarzsand schmilzt bei 1600 Grad, eine Temperatur, die mit einem Holzfeuer, selbst mit Holzkohle, nicht zu erreichen ist. Durch die Zugabe von Pottasche konnte der Schmelzpunkt auf 1100 Grad gesenkt werden. Aschenbrenner stellten im Auftrag der Glasmeister diese speziell behandelte Asche her.

Zunächst wurden ein Drittel gereinigten Sands mit zwei Dritteln Pottasche und wenigen anderen Ingredienzien, z.B. Kalk als Stabilisator, vermengt und im Fritteofen vorgeschmolzen. Diese Masse ging in den zehn Glashäfen des Schmelzofens bei Temperaturen über 1000 Grad nach zwölf bis 24 Stunden in den zähflüssigen Zustand über.

Alle Vorarbeiten leisteten die Glasergesellen und Lehrbuben. Die beiden Schürer hielten das Ofenfeuer Tag und Nacht in Brand. Wenn dann die Glasermeister auf das hölzerne Podest des Schmelzofens stiegen, war das Werkzeug gerichtet, und hinter den Arbeitsöffnungen brodelte die Glasschmelze. Der Meister tauchte die Glasmacherpfeife in die heiße Schmelze, holte unter ständigem Drehen einen kugeligen Glasposten heraus und blies diesen wie eine Seifenblase auf. Durch Schwenken und Rollen formte er den Glaskörper, der durch den Einsatz von Glasschere, Zange, Holzlöffel und Formen die endgültige Gestalt erhielt. Die heißen Glasgebilde mussten, um nicht zu zerspringen, ganz langsam abgekühlt werden. Dies geschah im etwa 1000 Grad heißen Auskühlofen.

Die Glasmacher fangen alle Tag abends um Betzeit an arbeiten und continuieren 11 Hüttenstund lang; eine Hüttenstund macht 5/4 Stund aus. Unter diesen 11 Stund rastet man auch 2 Stund. … Zur Sommerzeit erstrecken sich die 11 Hüttenstund von Abendbetzeit bis anderntag um 11 und 12 Uhren.“ Dies erfahren wir aus einem Untersuchungsbericht von 1753.

© Friedbert Zapf

„Saufen, Ludern und Fluchen“ wird nicht geduldet

In einem von Klosterbediensteten abgegrenzten „Bezirk Walds“ dürfen die Holzknechte der Glashütte 50 Jahre lang das Holz schlagen, welches zum Betreiben der Hütte benötigt wird. Dafür entrichten die Glasmeister einen jährlichen „Wald- und Bestands Zünß“ in Höhe von 100 Gulden. Außerdem müssen sie einmal im Jahr „1500 mittlere saubere Glasscheiben“ im „Kuchelambt“ in St. Blasien abliefern. Der Fuhrmann, der die in Stroh verpackten Fensterscheiben transportiert, wird dort mit einem „Bächer Wein und mütschle Brodt“ bewirtet.

Die sieben Glasmacher zahlen keine Steuern, doch müssen sie für den „genüssenden Schutz und Schirmb“ des Klosters zusammen weitere 10 Gulden im Jahr bezahlen. Weil die Zeit der Türkenkriege noch in Erinnerung ist, behält sich St. Blasien vor, bei „Türken- und Religionskriegen“ eine Kriegssteuer zu erheben. Im Übrigen sind die Glaser nicht verpflichtet, Landwehrdienst zu leisten, doch haben sie Waffen vorzuhalten, um dem Kloster in „Nothfällen beyspringen“ zu können.

Für das Getreide, das die Glaserfamilien ernten, ist der „Fruchtzehnte“ in die Klosterscheuer abzuliefern, für Hanf, Flachs und Rüben der „Kleine- und Martinszehnte“ zu entrichten. Vieh dürfen sie so viel halten, wie sie überwintern können. Und die Glasmacher müssen zwei Tage lang bei der Heuernte auf dem klostereigenen Meierhof Oberkrummen helfen, dort werden sie mit „gewehnlichem Essen“ verpflegt.

Der Besuch der Pfarrkirche in Schluchsee an allen Sonn- und Feiertagen ist für die Glaserfamilien und das „Hütten- und andere Werkvolkh“ Pflicht, und für die „pfarrherrliche Seelsorg“ hat Äule – wo keine „Unkatholischen“ geduldet werden – zwölf Gulden an den „Pfarrherrn von Schluchsee“ zu entrichten.

Die Zunderschwammernte ist verboten, Harzen ist nur erlaubt, soweit das Harz für die Glashütte gebraucht wird. Auch sollen sich die Bewohner von Äule „nicht erfrechen“ zu fischen, zu jagen, Vögel zu fangen oder Nester auszunehmen. Doch an den Klosterjagden müssen sie zwei- oder dreimal im Jahr als Treiber teilnehmen. In Äule dürfen keine verdächtigen „Weibs- oder Manns personen, Strolche, Zigeiner oder andere Landfahrer“ geduldet werden.

Das Kloster gestattet den Glasmeistern, Wein einzulagern und schanksteuerfrei auch an Durchreisende auszuschenken. In diesem Zusammenhang betont der Abt, er habe „missfällig sehen und hören müssen“, dass vor allem die jungen Glasmeister der aufgegebenen Glashütte im Windbergtal „allein mit Essen und Trinkhen Tag und Nacht, ja gantze Wochen zue größtem Nachtheil des Glaswesens undt zum Verderb ihro Weib und Kindter“ zugebracht hätten. In Äule dulde man „das so unmäßige Saufen und Luodern, fluchen, Schwören und Spihlen“ auf keinen Fall.

© Friedbert Zapf

Der Streit um Holz und Weideplätze

Der Standort der neuen Glashütte war in Bezug auf die Rohstoffe Holz und Quarzsand zwar „extra wohl und commod“, doch war die „hindere Aha“ 1716 nicht menschenleer. Es standen dort bereits der Kapellenhof und der Hinterbauernhof, und die Hofbesitzer besaßen im Klosterwald um ihre Höfe herum alte Holznutzungs- und Weiderechte.

Im Bestandsbrief vom 24. April 1716 regelte das Kloster St. Blasien, dass auch die neu aufgezogenen Glasmeister „der nothdurft nach“ 50 Jahre lang Holz nutzen dürfen, also so viel sie zum Betreiben der Glashütte benötigen. Allerdings in einem ganz bestimmten Waldbezirk, welcher den Glasmachern „von denen allhiesigen Deputierten lauth besonderer zuhanden gestellten Bahns Beschreibung gezeigt undt ausgezeichnet worden“. Schon am 6. Juni 1715 hatte das Kloster mit Blick auf Kapellenhof und Hinterbauernhof festgelegt: „Damit die Glasmacher nicht gleich die den Bauren nächstgelegenen Waldungen ausstocken, könnte ein Bezirk hinein gegen dem Aule rechterhand hinein gegen der Beerhaldten und Fahrenreutte ausgezeichnet werden.“

Klar, dass Christa Schmid, „der Hintere Bauer“, und Thoma Schmid, „der Käpelin Bauer“, in den neuen Nachbarn, den Glasmachern, Konkurrenten im Wald sahen. Sie beschwerten sich in St. Blasien und gingen dabei so weit zu behaupten, der Wald „in der Aha“ befinde sich in ihrem Eigentum. Zunächst stellte das Kloster klar, das sei ein „irriger Wahn“, es handle sich bei diesem Wald und überhaupt beim Wald der ganzen Vogtei Schluchsee um „ein pures absolutes herrschaftliches Lehen“, also um eigentümlichen Klosterwald, worin die beiden Bauern nur Holznutzungsrechte besäßen.

Allerdings beschloss man „zur Verhütung weiter Streitigkeit“, am 19. Juli 1719 den Bezirk, in welchem die Glasmacher ihr Holz hauen durften, exakt auszumarken: Die Grenze führte laut Protokoll „angefangen in der Äulematten, von dieser gerad hinauf 100 Schritt, allda eine Thanne mit einem Kreutz bezeichnet, ferners wieder 100 Schritt, und so fortan alle 100 Schritt ein Kreutz in ein Baum gehauen, bis an den Krummenbahn, von dem Krummenbahn auß der Eckmark zu hinauf bis an die sogenannte Schnepfhalden – Menzenschwanderbahn – … von dar dem Menzenschwanderbahn hinach bis auf des Äule, weilen dieses der Schneeschlaife ganz gerad nachgehet, hat es keine weitere Zeichnus vonnöthen. Von dem Äule wieder der Schneeschlaifen und Wassersaigen nach bis ohngefähr 400 Schritt gegen den Geringenstein, von dar herunter 300 Schritt unterm Gefäll, von dar gerad fürwärts bis an die Hoche Reuthe …, von dar aus herunter an des Hinteren Bauren Äule Matten, allwo kein Wald, sondern die vor 3 Jahren gesetzte Lauchinnen stehen. Von daraus hinüber auf des Käpelin Bauren Äule Matten, allwo man angefangen“.

Das Recht, das Vieh zur Weide in den Wald zu treiben, war existenziell. Im Rezess vom 25. August 1719 bestimmte St. Blasien, dass „der Hintere und Käpelin Bauer“ nach wie vor Weiderechte in dem für die Glasmacher ausgemarkten Bezirk besaßen, die sie zukünftig allerdings mit den neuen Nachbarn teilen mussten. Das sei aber problemlos möglich, weil durch die Holznutzung für die Glashütte der Wald nach und nach gelichtet und dadurch „der Weidgang viel gebessert wird“. Zudem durften die Glasmeister nicht beliebig viel Vieh in den Wald treiben. Hatte ihnen das Kloster im Bestandsbrief von 1716 noch zugestanden, soviel Vieh in das „stück Wald gegen den Veldberg“ zu schlagen, wie sie über den Winter brächten, so legte man 1719 exakte Zahlen fest. Lediglich ein Pferd und zwei Kühe pro Glasmeister bzw. Werkstatt durften zur Nahrungssuche in den Wald getrieben werden, nach 20 Jahren sollten vier Stück Vieh erlaubt sein.

© Friedbert Zapf

„Durstige Seelen waren die Glaser zu allen Zeiten“

In Äule lebten Mitte des 18. Jahrhunderts etwa 70 bis 80 Menschen. Neben den sieben Glasmeisterfamilien wohnten noch zahlreiche Hilfskräfte dort: Vier Holzhauer bereiteten das Feuerholz auf, mehrere Aschenbrenner produzierten die Pottasche, und zehn Fuhrleute transportierten Asche, Brennholz und den Quarzsand zur Glashütte. Dort beheizten zwei „Schürer“ die Ofenanlagen, und die Glasknechte und Lehrbuben unterstützten die Meister bei der Glasherstellung.

Neben der Glasmacherei betrieben die sieben Glasmeisterfamilien eine bescheidene Landwirtschaft. Anschaulich schildert Forstrat Gerer die Verhältnisse um das Jahr 1800: „Selten ist der Schnee auf dem Äulemer Bann vor Ende des Brachmonats ganz verschwunden. In dieser Höhe wird also kein Getreid gebaut als etwas Roggen und Haber und dieses bloß, um die trockenen Mattfelder, die man nicht wässern kann, von Zeit zu Zeit zu verjüngen oder um den Weidgang von der Heide- und Heidelbeerstaude oder von dem Ginsterkraut wieder zu reinigen. Von Gemüse wird nur Mangoldskraut, etwas schlechter Kapis, Ruben und Erdäpfel, endlich etwas Flachs, selten aber Hanf gebaut. Das Hauptwesen ist also Viehzucht.

Und eben wegen des Viehs und der Weiderechte im Klosterwald hatte es erneut Streit mit den beiden Bauern aus „der hinteren Aha“ gegeben. Das „Hochfürstlich St. Blasische Reichsamt Bettmaringen“ bestätigte am 18. Dezember 1784 aber erneut das Recht der Glasmacher, pro „Werkstatt“ drei Stück Vieh in den Wald zu treiben, also insgesamt 30 Tiere. Allerdings forderte die klösterliche Kanzlei auch, dass zukünftig „den gedachten zwey Hofinhabere miteinander jährl. auf Martini aus einer Hand 20 Gulden Reichswährung zu bezahlen“ seien.

Was hatte es nun eigentlich mit dem sprichwörtlichen Durst der Glasmacher auf sich? Bereits Georgius Agricola hat auf der bekannten Darstellung einer Glashütte von 1556 in einem Nebenraum sitzende Zecher dargestellt. Und im Augustinermuseum in Freiburg befindet sich ein Ölgemälde von 1770/80, das die Innenansicht der Glashütte Äule zeigt – mit einem trinkenden Glasmacher im Vordergrund. Abt Augustinus hatte es jedenfalls für erforderlich gehalten, in den „Bestandsbrief“ vom 24. April 1716 den vielsagenden Passus aufzunehmen, in Äule dulde man das „unmäßige Saufen und Luodern, fluchen, Schwören und Spihlen“ auf keinen Fall. Trotz offensichtlicher Bedenken gestattete er dennoch jedem der sieben Glasmeister, Wein einzulagern und auch an Durchreisende auszuschenken – in alter Tradition sogar schanksteuerfrei. Zusätzlich wurde vermutlich schon um 1716 ein Wirtshaus in Äule errichtet, das Vorgängergebäude des 1887 neu gebauten „Rössle“.

Oskar Spiegelhalter aus Lenzkirch schreibt 1908: „Durstige Seelen waren die Glaser zu allen Zeiten, und das ist bei ihrer schweren Arbeit vor dem heißen Ofenloch nicht zu verwundern. Deshalb wurde auch, wo und wie es anging, bei der Arbeit getrunken. Wie oft hat mir mein Vater erzählt, daß er in seinen jungen Jahren nach Äule kam und dass es dann jeweils lustig und kreuzfidel hergegangen sei.“ Und Spiegelhalter weiter: „Gegessen wurde dreimal am Tage. (…) Die Kost war kräftiger als sie sonst der Bauer hatte; denn fast jeden Tag gab es Speck neben den auf dem Schwarzwald üblichen Mehlspeisen. Auch wurde bei den Mahlzeiten Wein, Bier oder Schnaps getrunken, was beim Bauern nur ganz ausnahmsweise vorkam. Wein einzulegen und zu verschenken war eine ganz besondere Freiheit, deren sich jeder Glasermeister von alters her erfreute.

© Friedbert Zapf

Die Glasmeister manipulieren die Hüttenuhr

Holz gab es im Äule noch genug, deswegen hatte das Kloster St. Blasien die Glashütte dort angesiedelt. So sollten die Glasmacher zunächst auch ohne Mengenbeschränkung Holz nutzen dürfen. Lediglich den Ort des Holzeinschlags hatte das Kloster am 6. Juni 1715 ungefähr festgelegt, um Streitigkeiten mit dem benachbarten Hinterbauernhof und Kapellenhof zu vermeiden: „Damit die Glasmacher nicht gleich die den Bauren nächstgelegenen Waldungen ausstocken, könnte ein Bezirk hinein gegen dem Aeule rechterhand hinein gegen der Beerhaldten und Fahrenreutte ausgezeichnet werden.

Im Bestandsbrief vom 24. April 1716 bestätigte das Kloster, dass die Glasmeister „der nothdurft nach“ 50 Jahre lang Holz nutzen dürfen, allerdings war der Waldbezirk wohl zu unbestimmt. Nachdem der „Hintere Bauer“ und der „Käpelin Bauer“ sich beschwert hatten, ließ St. Blasien 1719 „zur Verhütung weiter Streitigkeit“ den Bezirk exakt ausmarken.

Längst war es nicht mehr Ziel des Glashüttenbetriebs, durch Rodung auch Siedlungsraum zu schaffen, die Waldvernichtung wurde augenscheinlich. Im Rezess vom 25. August 1719 fordert St. Blasien deswegen von den Glasmeistern, „daß an jenen Orten, wo der Boden zur Waldung qualifizieret, dann und wann ein frischer Baum stehen bleiben und den Samen auswerfen solle“.

Der Holzbedarf stieg weiter, 1754 wies man den Glasmachern neben dem 1719 abgegrenzten Bezirk ein weiteres Gebiet im Bereich des Oberkrummen zur Nutzung zu. „Damit auch die mit sehr vielen Windfällen angefüllte und zur Viehweidung höchst schädliche Waldung, in der Escha genannt, nach und nach geraumt werden möge“, sollten zukünftig 500 Klafter von dort herbeigeschafft werden.

Für St. Blasien war ein jährlicher Holzverbrauch der Glashütte von 1 000 Klaftern (2 720 Festmeter bzw. 3 400 Ster) gerade noch akzeptabel, doch die Klosterbediensteten vermuteten, dass deutlich mehr eingeschlagen werde, dass die Glasmacher sich nicht an die Vertragsbestimmungen hielten und die Meister „nicht aufrichtig zu Werk“ gingen. Und letztendlich erbrachten Verhöre den Beweis, „daß die Glaser stärker glasen“ als vereinbart.

Das einzige Regulativ des Klosters, den Holzverbrauch einigermaßen zu steuern, war die Produktionszeit. Nur elf „Hüttenstund“ lang pro Tag durfte Glas gemacht werden, doch die Äulemer waren findig, sie manipulierten die Uhr. Im Verhörprotokoll von 1753 ist zu lesen: „Die Stunduhr gehe aber ganz unordentlich, man mache beständig daran herum, und sie bleibe öfters stillestehen.“ Um illegal länger arbeiten zu können, setzten die Glasmacher einfach größere Glashäfen ein. Deswegen zur Rede gestellt, entschuldigte sich der Äulemer Vogt Jacob Sigwardt. Er habe „schon manchmalen gezanket und den Hafen an die Wand werfen wollen, wann einer einen größeren Hafen mitgebracht“.

1765 stimmte Fürstabt Martin II. Gerbert zähneknirschend einer Vertragsverlängerung mit acht Äulemer Glasmeistern „auf weitere, anbei aber ungewisse Jahre“ zu – wohlgemerkt, ohne sich bei der Laufdauer zu binden. Denn es waren klosterinterne Diskussionen wegen der Waldzerstörung vorausgegangen. Man sehe – so ein Bediensteter – „allerorts, wie übel die Glaser in dem Wald gehauset und der Hochwachs verderbet“. Für den Fürstabt war es eine Gradwanderung: Einerseits hatte er 1766 eine strenge Forstordnung zum Schutz der Wälder erlassen, andererseits konnte und wollte er die Äulemer Glashütte nicht abwürgen. Also bestimmte er 1769, dass den Meistern Holz „aus der gegen denen fürstenbergischen Grenzen in des Hintern Bauern in der Aha noch stehenden, dann aus der in dem Obersten Krummenbann befindlichen Waldung, der sog. Eschen mit jährlich 750 Klafter von dem Forstmeister angewiesen und abgeben werde“.

© Friedbert Zapf

Von Glasschneidern und Glasmalern – die gläsernen Produkte

Die Palette der Äulemer Glasprodukte war bunt. Der Sammler Oscar Spiegelhalter zählt 1908 auf: Gebrauchsglas wie Trinkgläser (Schnapskelch, Weinglas, Bierkrug, Brautkelch) und Maßflaschen („Guttere“), Ziergläser wie Fadenzainle, Zuckerbüchsen, Honiggläser, Netzschüssele, Weihwasserkessele, Pulverhörner, Gebrauchsglas für bäuerliche Haushalte wie Milch- und Blumenhäfen, Essig- und Öl-Gläser, Wäscheglätter (gefüllt mit heißem Wasser oder Sand), Stopfkugeln, Einschüttgläser für krankes Vieh, Milchansauggläser für Wöchnerinnen, Glastrichter, Fliegenfallen, Uhrgewichte.

In den Koalitionskriegen 1792–1805 schob Napoleon die französische Grenze bis zum Rhein vor und belohnte Markgraf Karl Friedrich für dessen Bündnistreue mit dem Großherzogtum Baden. Im Zuge der Säkularisation wurde die Abtei St. Blasien 1806 aufgehoben und ging an das Großherzogtum über. Damit wurde die klösterliche Glashütte Äule badisch. Die Glasmacher indes nahmen dies gelassen zur Kenntnis Die Verwaltung der Glashütte und der Wohnhäuser – die Glasmeister waren noch immer lediglich Pächter – übernahm nun die Großherzogliche Domänendirektion. Diese erfasste 1808 den Bestand. In den Häusern saßen Schmid, Sigwart, Kiefer, Maier, Grüner (Greiner?) und Dilger.

Der Lageplan von 1808 zeigt die genaue Lage der Glashütte und anderer Gebäude der Glasmacherzeit, zum Beispiel die „Schirrhütte“ oberhalb des Hüttenplatzes, in welcher Gerätschaften und Material aufbewahrt wurden. Südlich der Glashütte, unterhalb der Menzenschwander Straße standen das „Glasschneiderhäusle“ (bei der Bushaltestelle) und die „Streckhütte“ (schräg gegenüber Gasthaus).

Schon seit der Inbetriebnahme der Glashütte wurde in der „Streckhütte“ Flachglas, also Fensterglas hergestellt. Erinnert sei an den Bestandsbrief von 1716, der forderte, dass jährlich „1500 mittlere saubere Glasscheiben“ im Kloster St. Blasien abzuliefern seien. Wie wurde aber Fensterglas gefertigt? In der Glashütte zog der Glasmeister aus der Glasblase 30 bis 40 Zentimeter lange Glasröhren. Diese wurden nach dem Erkalten über die Straße in die „Streckhütte“ gebracht, im „Streckofen“ wieder erhitzt, an der Längsseite aufgetrennt und bei etwa 1000 Grad mit einem feuchten Holzstab zu Scheiben flachgebügelt.

Jeder der sieben Glasmeister ließ einen Teil seiner Glaswaren weiterbearbeiten. Glasschneider und Glasschleifer, ebenfalls in Äule wohnhaft, brachten Gravuren wie Messstriche, Inschriften oder einfache Figuren auf. Vinzens Sigwarth übrigens hatte 1748 von St. Blasien die Genehmigung erhalten, ein „Glasschneiderhäusle“ – Stube, „Kuchel“ und zwei Kammern – zu bauen. Im Jahr 1785 richteten die Glasmeister dort noch eine „Schulstube“ ein.

Die Glasweiterverarbeitung findet sich als regelmäßiger Ausgabeposten im Kassenbuch von 1825-1830. Monatlich wurden dafür etwa 80 Gulden bezahlt, das waren 5 Prozent aller Ausgaben. Oskar Spiegelhalter berichtet, dass auch Frauen das Glas weiter bearbeiteten. So fertigten Kreszentia Schlageter und Josepha Vogelbacher in Äule Mitte des 19. Jhd. „die besten Gravierungen“. „Auch das Auftragen der Farben bei den bunten Gläsern geschah meistens durch Frauen oder Mädchen.“ Die Emaille-Malerei garantierte besonders kräftige Farben. In eigenen Öfen wurden die aufgetragenen Farbschichten eingebrannt.

© Friedbert Zapf

Die Glasmeister organisieren sich in einer modernen „Compagnie“

Um 1798 wird die Glashütte Äule von Forstrat Gerer als „Glasfabrik“ bezeichnet und deren Umsatz beziffert: „Der tägliche Ertrag der Äulemer Hütte an Glas wird auf den Hafen auf 11 Gulden, somit auf zehn Häfen auf 110 Gulden bestimmt. Nähme man aber die runde Zahl von 100 Gulden an, und berechne man, daß durch 300 Tage im Jahr fabriziert werde, so ergibt sich ein jährlicher Glasertrag von 30 000 Gulden.

Seit 1823 bezog die Glashütte ihr Holz vom Oberen Habsberg, dem „Krummenkreuzle, dem Käppelhof“ und aus dem Privatwald des Georg Schmidt in der Aha. Damals gingen die Umsätze der Glashütte Äule zurück. Zunächst unmerklich, denn jeder Glasmeister arbeitete selbständig, bezahlte seine Gesellen, Lehrbuben, Glasschleifer und Glasmaler, bezog die Materialien auf eigene Rechnung und hatte für den Absatz seiner Ware zu sorgen. Doch schließlich war das Dilemma nicht mehr zu übersehen. Mit der Industrialisierung und der Massenfertigung der Güter wurde es für die Manufakturen im abgelegenen Hochschwarzwald zunehmend schwerer, die Glashütten waren nicht mehr konkurrenzfähig.

Die Glashütten Bubenbach und Herzogenweiler reagierten auf die wirtschaftlichen Herausforderungen mit einer modernen Gesellschaftsform. Die dortigen Glasmeister schlossen sich um 1820 zu „Gesellschaften“ zusammen, die die Rohstoffe gemeinsam einkauften und die Produkte gemeinsam vermarkteten. Schließlich gründeten auch die Glasmeister von Äule am 2. April 1825 nach diesem Vorbild eine „Gesellschaft oder Compagnie“. Sie hatte „zum Zwecke, sämtliche für die Glasfabrikation erforderlichen Materialien in Gesellschaft einzukaufen, die Glasfabrikation in Gesellschaft zu betreiben und auch den Verkauf des Fabrikats namens und für die Gesellschaft besorgen zu lassen.“ Die Anteile der Gesellschafter betrugen je 2022 Gulden, der führende Kopf war Vogt Joseph Kiefer.

Klar, dass die „Gesellschaft oder Compagnie“ alle Geldflüsse in einem Kassenbuch dokumentierte. Ein Glücksfall, dass dieses „Monat Buch der Glas Fabrik Aeile“ auf Umwegen jüngst bei Liselotte Kiefer aus Schluchsee gelandet ist. Auf 108 Seiten werden vom 12. April 1825 bis 31. März 1830 von den beiden Rechnern fein säuberlich die monatlichen Einnahmen und Ausgaben der Glasfabrik aufgelistet. Doch die Glas-Kompanie hatte nur fünf Jahre Bestand, die Glasmeister waren wohl doch zu sehr Individualisten, als sich in eine „Gesellschaft“ einzufügen.

Dabei hatten sie ein funktionierendes Vorbild, nämlich streng organisierte „Glasträgerkompagnien“, die ihre Vertriebsgebiete abgegrenzt hatten, z.B. das Elsass („Elsißträger“) oder die Schweiz („Schwyzerträger“). Die Glasmacher verkauften nämlich nicht an den Endverbraucher, sondern übergaben die Ware an diese Handelsgesellschaften. 1813 übrigens schlossen sich alle badischen Glasträgerkompagnien zu einem Verband zusammen. Äulemer Glas war beliebt, denn die Glasträger mussten sich „allzeit acht Täg vorher um Glas bewerben, sonsten kommen sie keines über“ (Wohleb). Die wirtschaftliche Bedeutung des Glashandels rund um Äule war groß, so belegt Wohlebt, dass 1765 in Schluchsee, Blasiwald und Fischbach 29 verheiratete und 39 ledige „Glasgereiste und Truckhändler“ wohnten. In Schluchsee allein lebte mehr als die Hälfte der Zinspflichtigen vom Hausierhandel.

© Friedbert Zapf

Die Glashütte wird privatisiert

1850 gab es eine einschneidende Veränderung. Die acht Glasmeister von Äule beschlossen, „die ärarische Glashütte samt Zubehörde, welche sie seither pachtweise innehatten, käuflich zu erwerben“. Für 14.000 Gulden gingen sämtliche Äulemer Gebäude, mehr als 62 Morgen Wiesen und mehr als 63 Morgen Weidfeld vom Großherzogtum Baden an die „Glasmeisterschaft“ über – in 10 Jahresraten mit 5 Prozent Verzinsung zu zahlen. Die Siedlung wurde politisch der Gemeinde Schluchsee unterstellt.

Durch die Privatisierung erhoffte sich der badische Staat eine Steigerung der Glasproduktion, denn es sei „zu vermuten, daß die Glasmeister durch die Erwerbung der Glashütte als Eigentum und der hieraus erfolgenden freieren Bewegung, das Geschäft besser wie bisher betreiben“. Außerdem standen große Reparaturen am Hüttengebäude an, und schließlich konnte die großherzogliche Vermögensverwaltung mögliche Lasten wie Unterstützung im Krankheitsfall oder bei Arbeitsunfähigkeit nach einer Privatisierung auf die Gemeinde Schluchsee abwälzen. Kurioserweise war der badische Finanzminister Regenauer der einzige, der – aus sozialen Bedenken – vom Verkauf der Glashütte Äule an die Glasmacher abriet: „Allein soviel weiß ich, daß sich arme Leute darauf befinden, die die Kaufsumme nicht wohl übernehmen könnten, und es ist gewissermaßen ein Akt der Humanität, daß man sie beibehält.“ Und der Finanzminister sollte recht behalten: Obwohl bereits Ende 1855 durch den Großherzog ein teilweiser Schuldennachlass verfügt worden war, waren 1889 immer noch 1.000 Mark des Kaufpreises nicht bezahlt, obwohl die Glashütte längst ihre Produktion eingestellt hatte.

Den Glasmachern in Äule war nicht verborgen geblieben, dass sie zunehmend weniger konkurrenzfähig waren. Also schickten sie Adolf Siegwart von 1847 bis 1852 in florierende Glashütten in Frankreich und der Schweiz, um eine „verbesserte Fabrikationsweise zur Anwendung in der Heimat“ zu studieren. Heute würde man das vielleicht als Werksspionage bezeichnen. Doch es gelang nicht, den Niedergang der Äulemer Glashütte aufzuhalten.

Heinrich Kopp aus Schluchsee ist stolz auf eine 20 x 14 cm große Zeichnung der Schluchseelandschaft. Der Künstler hat den See vom Äulemer Weidfeld, der „Hochrütte“ aus abgebildet. Das Entstehungsjahr des Werks ist 1859, und kein geringerer als Hans Thoma, der berühmte Schwarzwaldmaler, hat die Zeichnung signiert. Was hat den damals 20-Jährigen nach Äule geführt? 1855 hatte Thoma eine Anstreicherlehre in Basel abgebrochen, kurz danach auch die Lehre als Uhrenschildermaler in Furtwangen. Wieder daheim in Bernau und kurz bevor er auf die Kunstakademie nach Karlsruhe ging, fertigte er kleine Heiligenbilder und Landschaften und verkaufte sie. „Ich war fleißig darauf aus, Geld zu verdienen“, schreibt Hans Thoma in seiner Biografie „Im Winter des Lebens“ (1919), „und ich benutzte jede Gelegenheit dazu. So ging ich eine Zeitlang in die Glashütte Äule, wo ich auf Gläser mit Firnisfarbe Blümlein und Sprüche malte; auch mein Vetter Franz Maier malte dort das gleiche. Am Samstag brachte ich so immer einige Gulden mit heim.

© Friedbert Zapf

Die Schweizer übernehmen die Glashütte

Mitte des 19. Jhd. hatte die Industrialisierung Fahrt aufgenommen, große Glasfabriken mit Kohlengasfeuerung und Eisenbahnanschluss entstanden, und die Zeit des handwerklich hergestellten, mundgeblasenen Glases in entlegenen Schwarzwaldtälern war abgelaufen.

Die Protokolle der Ratssitzungen, zu denen sich die acht Äulemer Bürger damals in der Schulstube des Glasschneiderhäusles trafen, zeigen, dass die Armut Einzug bei den einst wohlhabenden und stolzen Glasmachern gehalten hatte. 1862 mussten sie eine Kostenbeteiligung für den Ausbau der Menzenschwander Straße ablehnen, weil „die Bürgerschaft von Äule sonst so viel zu bezahlen hat, daß sie fast nicht nachkommen kann“. Im Sommer 1863 wohnten von den inzwischen neun Äulemer Bürgern zwei mittellose auswärts. Man müsse jeden Tag darauf gefasst sein, „daß sie mit ihren Familien zurückkommen und der Gemeinde zur Last liegen“.

1868 konnten sich die 84 Einwohner keinen eigenen Lehrer mehr leisten; sie schickten die Kinder in die Schule nach Aha. Das Glasschneiderhäusle wurde als Wohnung an Julius Dilger und Konrad Siegwart vermietet, die Schulstube nutzte seit 1873 die neugegründete „Glashüttengesellschaft Aeule“ als Kontor.

Die Gründung dieser Gesellschaft war der letzte Versuch, die Glashütte zu retten. Die „Schweizer Träger“ der Lenzkircher Glasträgerkompanie hatten die Eidgenossen schon seit hundert Jahren mit dem hochwertigen Äulemer Glas beliefert. Seit 1830 hatte auch die Züricher Handelsfirma „Meyer, Sibler & Comp.“ das Glas bezogen und war damit sehr zufrieden. Als die Züricher von der drohenden Schließung erfuhren, beschlossen sie, den verbliebenen fünf Äulemer Glasmeistern deren Anteile an der Glashütte abzukaufen, das Produktionsverfahren zu modernisieren und die Hütte weiter zu betreiben.

In einem Brief vom 1. August 1872 teilten die neuen Eigentümer der Kundschaft mit, „daß wir das bis anhin von Jedem einzeln betriebene Glasfabricationsgeschäft zukünftig unter der Firma Glashüttengesellschaft Aeule fortbetreiben werden. Die Herren Meyer, Sibler & Comp. in Zürich als Hauptbeteiligte besorgen die Leitung des Geschäfts“. Den letzten Äulemer Glasmeistern – Wilhelm Dilger, Johann Baptist Dilger, Emil Greiner, Johann Halder und Mathias Schaaf – blieb nur, sich im selben Schreiben vom August 1872 an die Kunden zu wenden: „Für das uns bisher geschenkte Vertrauen dankend, bitten wir Sie, dasselbe der Societät übertragen zu wollen, die durch neue Einrichtungen in den Stand gesetzt wird, prompter und besser als bisher zu bedienen. Die Fabrication wird Ende dieses Monats beginnen.

© Friedbert Zapf

Die Glasöfen erlöschen 1878

Doch die Glasfabrik Äule war nicht zu retten, und 1878 stellte auch „Meyer, Sibler & Comp.“ die Produktion ein. Die Glasöfen erloschen, und die beiden maroden Hüttengebäude – Glashütte und Streckhütte – zerfielen. Das ehemalige „Glasschleiferhäusle“, in dem die Schule untergebracht war, ging im Juli 1882 in Flammen auf, die zwölf Schulkinder mussten nun die Schule in Aha besuchen.

Da gab es 1884 einen Erweckungsversuch. Der Äulemer Glasmacher Theodor Greiner war sich sicher, dass der Bau der Höllentalbahn auch dem Glasgewerbe einen Aufschwung bringen würde. Da das Holz teuer geworden sei, müsse man die Glasöfen zukünftig mit Gas heizen, so wie die Glasfabrik Böhringer in Wolterdingen. Das Bezirksamt St. Blasien zeigte sich aufgeschlossen und gab bei der „Landesgewerbehalle Karlsruhe“ ein Gutachten in Auftrag. Das deckte im März 1885 im Nachhinein zunächst einige Schwachpunkte auf: „Die Glashütte Äule war immer klein, der Bedarf etwa 600 Klafter im Jahre; der Betrieb war regelmäßig ein halbes Jahr unterbrochen. Die Arbeiter gewöhnten sich dadurch an ein unregelmäßiges Leben und brachten ihre Zeit viel im Wirtshaus zu. (…) Eine Hütte müßte in Äule vollständig neu errichtet werden. Von der noch bestehenden wäre nichts brauchbar. Das Arbeiterpersonal müßte neu zusammengebracht werden.“ Und das Fazit war, „daß eine Glashütte in Äule sich nie wird rentieren können“.

Im Gutachten erfahren wir auch, dass in Äule 1885 nur noch „vier eigentliche Glasbläser vorhanden“ seien, „von denen einer Glashandel treibt, die drei anderen in Falkau beschäftigt sind“. Einst stolze Glasmeister, die nun in einer Schraubenfabrik ihr Brot verdienen müssen! 1889 analysierte die Bezirksforstei Wolfsboden die Lage für den nur noch etwa 60 Einwohner zählenden Ort: „Die Gemeinde Äule ist seit Einstellen des Glashüttenbetriebes in stetem Rückgang begriffen; alle Versuche, die Glashütte oder eine ähnliche passende Industrie einzuführen, sind gescheitert, und es ist vorauszusehen, daß allmählich sämtliches Grundeigentum daselbst verkauft werden muß.“

1892 wurde die Glashütte abgebrochen. Zwei Jahre später, im August 1894, stellte die Bezirksforstei fest: „Einen Aufschwung zum Besseren lassen die derzeitigen Verhältnisse nicht zu. (…) Die meist tief verschuldeten Bewohner finden auf dieser kleinen, parzellierten Gemarkung bei jedem Mangel einer industriellen Tätigkeit dauernd eine gute Existenz nicht mehr, umso weniger als die früheren Glasarbeiter wenig geeignet noch geneigt für die Waldarbeit sind (…), und wird nicht bald Wandel geschaffen, so verlieren auch viele Gläubiger, namentlich die Sparkasse St. Blasien, einen großen Teil ihres in Äule stehenden Geldes.

Die Glashütte Äule (Foto von 1894). Die Glashütte ist seit zwei Jahren abgebrochen, rechts neben der Kapelle sind aber noch Fundamente und Reste der Brennöfen zu erkennen.

© Text und Foto: Friedbert Zapf

Aus der Glasmachersiedlung wird ein Waldarbeiterort

Auch der Zeitzeuge Oskar Spiegelhalter blickte 1908 pessimistisch in die Zukunft: „Heute ist die alte, ehrwürdige Hütte verschwunden, und die durstigen und lustigen Glasbläser sind unter dem Boden. Deren Nachkommen aber führen ein armes Dasein, da sie nur auf das Erträgnis ihres kargen Bodens angewiesen sind. Schon hat der badische Staat von den zehn Häusern sechs aufgekauft, und es wird nicht mehr lange dauern, so bekommt er auch die andern. Die Felder werden langsam wieder mit Wald angepflanzt, und die Tannen rücken immer näher und näher an die Behausungen. Wenn auch das letzte Haus verschwunden ist, wird nur noch die Kapelle an den einst so blühenden Glaserort erinnern.

Gott sei Dank hat Spiegelhalter nicht Recht behalten, der Wald hat Äule nicht zurückerobert! Was Spiegelhalter aber richtig beschreibt: Die verarmten Äulemer mussten ihre Häuser und Grundstücke, die sie 1850 dem Großherzogtum Baden abgekauft hatten, nach und nach wieder an den Staat verkaufen. Die Grundstücke wurden teilweise aufgeforstet, ein Teil der maroden Gebäude abgebrochen, die verbliebenen Häuser an zugezogene Waldarbeiter vermietet. So wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Glasmacher- eine Waldarbeitersiedlung.

Das 1716 erbaute, nahe der einstigen Glashütte liegende Glasmeister-Einzelhaus (heute Haus Isele) fiel als „Fidel-Brugger’sches Anwesen“ als erstes an den Staat zurück. Glasmeister Franz Anton Greiner aus Herzogenweiler hatte hier seit 1831 gewohnt. Fidel Brugger heiratete 1860 dessen Tochter. 1896 verkaufte Brugger an den Staat. Das Gebäude wurde 1910 an Waldarbeiter Tritschler vermietet.

Das benachbarte Glasmeister-Doppelhaus (heute Haus Wehrle) war 1714 als erstes Gebäude errichtet worden. Um 1900 wohnte der „Landwirt und Glasmacher“ Wilhelm Dilger im „Otto-Sigwart‘schen Anwesen“. Nach seinem Tod 1913 verkauften die Erben für 7.500 Mark an den Staat, der das Doppelhaus an Waldwegewart Otto Strohmeier vermietete.

Unterhalb des „Rössle“ stand ein 1716 erbautes Glasmeister-Doppelhaus. Das Gebäude ist längst abgebrochen. Besitzer war um 1900 der „Landwirt und Glasmacher“ Mathias Schaaf. Die ledige Berta Kiefer verkaufte das „Schaaf’sche Anwesen“ 1918 für 6.500 Mark an den Staat. Waldwegewart Adolf Siegwart bewohnte ab 1920 das Haus.

Auch das „Otto Mayer’sche Anwesen“ (heute Haus Till) ging um 1900 an den Staat. Es wurde 1910 an Waldarbeiter Albert Spitz vermietet. Auf den Grundmauern der ehemaligen „Streckhütte“ (Fensterglasherstellung) war 1877 ein kleines Wohnhaus errichtet worden, das sich aufgrund einer Forderung im Eigentum der Sparkasse St. Blasien befand. Diese verkaufte das „Sparkassenhäusle“ (heute Haus Schwörer) 1897 für 2.500 Mark an den Staat.

Das vom Wirt Anton Maier 1887 neu errichtete Gasthaus „Rössle“ wurde 1888 zwangsversteigert und fiel an den Maurermeister Fidel Obrist von Menzenschwand. Er verkaufte die Wirtschaft Weihnachten 1895 für 14.000 Mark an den Staat. Bevor auch die Kapelle vom Staat übernommen wurde, musste sie saniert werden, doch die Äulemer hatten dafür kein Geld. Da schlug das Bezirksamt 1897 vor, „eine Sammlung insbesondere bei den Kurgästen vorzunehmen, ebenso eine Sammlung in Schluchsee, Menzenschwand von Haus zu Haus“.

Mit wachsendem Wohlstand erfolgte seit den 1960er Jahren nach und nach der Rückkauf der Häuser wieder in Privatbesitz. Heute gehören nur noch die Kapelle und ein einziges Wohnhaus dem Land.

© Friedbert Zapf

Textquellen

Friedbert Zapf. Ungekürzte Textvorlage einer 2016 in der Badischen Zeitung in 11 Folgen erschienenen Veröffentlichung über die Glashütte Äule.

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Abwasserstollen Laufenburg (CH)

Abwasserstollen Laufenburg (CH)

Abwasserstollen im Schwarzwaldkristallin (Mai 2025).

Ein Stück Schwarzwald in der Schweiz

Die Stadt Laufenburg hat in geologischer Hinsicht eine Besonderheit aufzuweisen. Hier befindet sich einer der wenigen / der größte Aufschluss des Schwarzwaldkristallins auf der Südseite des Rheins.

Die Aufschlüsse am Schlossberg und am Rheinufer stehen als Geotope unter besonderm Schutz.

Schlossberg von Laufenburg
Geotop Inventar-Nr. 64626800

Der Schlossberg von Laufenburg besteht aus kristallinen Gesteinen des Schwarzwaldes. Gebankte, gegen NW einfallende metamorphe Gneise und Schiefer werden von Pegmatitgängen (Adern von grobkristallinen Erstarrungsgesteinen) durchschlagen.

Schwarzwaldkristallin am Rheinufer von Laufenburg
Geotop Inventar-Nr. 64626700

Die Ufer beidseits des Rheins von Laufenburg werden durch steile Wände von Schwarzwaldkristallin (vor allem Gneise) gebildet. Ihre Verbindung unter dem Wasser bildete vor dem Aufstau des Kraftwerks die Stromschnelle von Laufenburg.

Textquelle: Geotope der Schweiz (opendata.swiss)

Laufenburg-Gneiskomplex

Das Kristallin wird in der Schweiz lithostratigraphisch als Laufenburg-Gneiskomplex bezeichnet. Petrographisch handelt es sich um Gneise (50%) und Metatexite (50%).

„Mehrphasig metamorphisierte, von Gängen durchzogene metapelitische Gneise, die wahrscheinlich schon im Präkambrium enstanden. Sie sind durch eine amphibolitfazielle Metamorphose geprägt. Eine spätere retrograde Überprägung mit intensiver Tektonisierung führte zur Bildung von Hellglimmer und zu einer starken Verschieferung (Glimmerschiefer).“

Textquelle: Lithostratigraphisches Lexikon der Schweiz

 

Murgtal-Gneisanatexit-Formation

In Deutschland wird das in Laufenburg aufgeschlossene Kristallin lithostratigraphisch der Murgtal-Gneisanatexit-Formation zugeordnet.

Mit den Gesteinen der Murgtal-Gneisanatexit-Formation vergleichbare Gneise und Migmatite sind unter mesozoischer Bedeckung bis mindestens 5 km südlich des Rheins in Bohrungen bei Kaisten und Leuggern in der Nordschweiz gefunden worden, sie bilden wahrscheinlich die südliche Fortsetzung der Einheit.

Übergeordnete Einheiten

Metamorphes und magmatisches Grundgebirge

Gneis-Migmatit-Komplex

Südschwarzwald-Gneis-Gruppe

Die Einheiten der Südschwarzwald-Gneis-Gruppe sind im Südschwarzwald südlich der Zone von Badenweiler–Lenzkirch aufgeschlossen. Sie bilden gleichzeitig Deckeneinheiten, die teilweise von den Südschwarzwälder Granitplutonen durchdrungen sind.

Weitere lithostratigraphische Einheiten innerhalb der Südschwarzwald-Gneis-Gruppe sind:

Todtmoos-Gneisanatexit-Formation (über der Murgtal-Gneisanatexit-Formation) 

Wiese-Wehra-Formation (zwischen den beiden o.g. Gneiseinheiten eingeschaltet) 

Textquelle: LGRBwissen

Bis zur letzten Eiszeit floss der Rhein noch südlich des Schlossberges, etwa in Höhe der Bahnlinie. Das Flussbett wurde jedoch durch Ablagerungen großer Sedimentmassen verriegelt, so dass sich der Rhein nördlich des Schlossbergs im harten Kristallingestein ein neues Bett suchen musste. Es entstand eine Stromschnelle, auch „kleiner Laufen“ genannt, die der Stadt ihren Namen gab.

Blick auf Laufenburg am Rhein mit den Stromschnellen. Gustav Schönleber, Öl auf Leinwand, 1908. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe.

Es war einmal …

Das Gemälde zeigt die Stromenge bei der Rheinbrücke im Jahr 1908 und das seinerzeit bei Niedrigwasser sichtbare Schwarzwaldkristallin. An der engsten Stelle lagen die beiden Rheinufer nur 12 m auseinander.

Die Stromschnelle wurde für den Bau des Rheinkraftwerks (1908 bis 1914) gesprengt. Durch den heute über 8 km langen Wasseraufstau sind der Hauptteil des Kristallins und auch die temporären Aufschlüsse, die durch die Sprengarbeiten geschaffen wurden, nicht mehr sichtbar.

Bick auf Laufenburg (Schweiz). Die Rheinbrücke früher und heute (2025).
Die alte Rheinbrücke verlief direkt neben (hinter) der heutigen Brücke. Heute sind an der hinteren  (verdeckten) Seite am Brückenkopf noch die alten Widerlager zu erkennen.
Herkunft historisches Foto: Museum Schiff Laufenburg (Schweiz). Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Laufenburg am 12.05.2025. Vielen Dank.

Die Sprengung und Flutung der europaweit bekannten Stromschnellen erregten großes Aufsehen und führten zu einer hitzigen Debatte über Eingriffe der Technik ins Landschaftsbild. Es kam zu einer Protestwelle seitens der Heimatschützer. Leidtragende des Kraftwerksbaus waren auch die Rheinfischer, da die Salmenfischerei zum Erliegen kam.

Für den Bau des Kraftwerkes wurden im Bereich der Stromschnellen über 300.000 Kubikmeter Fels weggesprengt. Das Foto zeigt Arbeiten an den Felsen in Blickrichtung Laufenburg (Baden).
Herkunft Foto: Stadtarchiv Laufenburg (Baden). Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Laufenburg am 12.05.2025. Vielen Dank.

Ein Abwasserstollen im Schwarzwaldkristallin

Die Stadt Laufenburg (CH) errichtete 1980 am südlichen Rheinufer (Schweiz) mit einer Tunnelbohrmaschine einen Stollen im Festgesteinssockel der Altstadt, der aus dem Kristallin des Schwarzwalds (Grundgebirge) besteht. Der 220 m lange Stollen wurde eigens zur Verlegung einer Abwasserleitung errichtet. An der Firste werden in einem Rohr auch Stromleitungen geführt.

Lageskizze des Abwasserstollen in Laufenburg (CH).
Datenquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Der Stollen ist zum grössten Teil nicht verkleidet und ermöglicht dadurch einen direkten/dreidimensionalen Einblick in das Schwarzwaldkristallin.

Insgesamt sind 30 m mit Spritzbeton gesichert, so dass beispielsweise ein bei „110 m“ vorhandener Lamprophyr nicht mehr sichtbar ist.

Der Stollen wurde mechanisch mit einer Vollschnitt-Tunnelbohrmaschine aufgefahren und hat dadurch einen kreisrunden Querschnitt (Durchmesser:  2,25 m).

Die stellenweise zu beobachtende Rillung in der Stollenwand ist auf die Bearbeitung durch die Warzen-Bohrwerkzeuge der Maschine zurückzuführen.

Der Stollen verläuft in einem Bogen mehr oder weniger parallel zum Rhein, mit einem seitlichen Abstand von 5 bis 35 m vom Fluss. Die Felsüberdeckung beträgt nur 1 bis 5 m.

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Abwasserstollen im Schwarzwaldkristallin (Mai 2025).

Geologische Aufnahme

Der Stollen wurde im Jahr 1980 durch E. Büchi und H.J. Moser geologisch und radiometrisch aufgenommen.

Hochmetamorphe Gneise und Amphibolite werden von zahlreichen hellen, granitoiden Gängen durchschwärmt; migmatische Gesteine sind häufig. Dunkle, lamprophyrische Gänge sind die jüngsten Magmatite dieses Kristallinbereiches.

Hinweis:

Zur Lokalisierung der im Folgenden beschriebenen Beobachtungen sind die Laufmeter im Stollen angegeben, beginnend beim Südportal (Laufmeter Null).

P. Niggli hat 1924 im Werk „Die Gesteinsmetamorphose“ von U. Grubenmann und P. Niggli die Migmatite von Laufenburg als Injektionsgesteine gedeutet.

Nach 1945 erschienen wichtige Arbeiten deutscher Petrographen über das Schwarzwälder Kristallin im Allgemeinen, mit einer neuen Interpretation der migmatischen Bildungen: sie wurden als Produkte partieller Aufschmelzung gedeutet und als „Anatexite“, unterteilt in

  • Metatexite
  • Diatexite
  • Palingenite

bezeichnet.

Schon Hoenes (1948) hat nun aber mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, dass die Laufenburger „Metatexite“ sich von den gewöhnlichen Schwarzwälder Anatexiten mit den meist eutektischen Quarzfeldspatbeständen unterscheiden. Das Laufenburger Gebiet darf daher sicher auch weiterhin das besondere Interesse der Petrographen beanspruchen.

Zur verwendeten petrographischen Nomenklatur ist zu bemerken, dass wir versuchten, Bezeichnungen zu verwenden, die nicht durch petrogenetische Interpretationen allzusehr belastet sind.

So werden Gesteinsnamen wie „Injektionsgneise“, „Metatexite“, „Gneisanatexite“ nicht verwendet, obwohl die beiden letzteren Bezeichnungen in der Schwarzwälder Literatur heute sehr viel gebraucht werden.

Wir verwenden dagegen u.a. den Terminus „Migmatit“, und zwar im Sinne Mehnerts (1968), der die ursprüngliche „Definition“ von Sederholm (1907) berücksichtigt. Wie Mehnert erwähnt, gibt es viele Definitionen und Redefinitionen des Gesteinsnamens Migmatit. Wir erlauben uns trotzdem, hier eine Modifikation der Mehnertschen Definition vorzuschlagen, nämlich:

Migmatite sind grobgemengte, endogene, nicht-vulkanische Gesteine, bei denen eine der aufbauenden Gesteinsarten granitoide Zusammensetzung hat und meist aplitisch oder pegmatitisch ist.

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Sehr oft sind diese hell- bis dunkelgrauen Gesteine gebändert; alle Übergänge zu migmatischen Gneisen sind zu beobachten. Es handelt sich meist um hornblendeführende Biotitgneise.

Hauptgemengteile

Quarz (um 40 Vol.-%), Plagioklas (Oligoklas; 30-35 Vol.-%), Kalifeldspat (5-10 Vol.-%), Biotit (rotbraun; teilweise chloritisiert, 10-15 Vol.-%), Chlorit (5-10 Vol.-%), grüne Hornblende (0-5 Vol.-%).

Nebengemengteile

Zirkon, Titanit, Apatit, Orthit, opake Gemengteile und in einem einzigen Schliff Granat, reliktisch in Plagioklas.

In stark pegmatitisch durchaderten Biotitgneisen scheint Kalifeldspat Plagioklas zu verdrängen.

Es handelt sich wohl um Metasedimente (Grauwacken), die einer metamorphen Umwandlung in der hochgradigen Amphibolitfazies unterworfen waren. In der neueren Literatur über das Schwarzwälder Grundgebirge wird diese katazonale Metamorphose in das Altpaläozoikum gestellt („kaledonisch“).

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Dem Biotitgneis (mit seinen migmatischen Varietäten) sind 2-30 cm mächtige Amphibolitbänder eingelagert. Stellenweise sind die Amphibolite von einer bis 1 cm breiten biotitreichen Zone begrenzt; im angrenzenden Gneis folgt dann meist ein 1-2 cm breites leukokrates Band.

Im frischen Handstück erscheint der Amphibolit dunkelgrün.

Hauptgemengteile

grüne Hornblende (55-65 Vol.-%), Plagioklas (um 30% An, 35 Vol.-%) und Biotit (inkl. Sekundärer Chlorit, bis 5 Vol.-%). Quarz ist nur in dünnen Quarzadern zu beobachten.

Nebengemengteile

reichlich Titanit, opake Gemengteile in z.T. grossen Körnern und gelegentlich Apatit und Zirkon. Opake Erzkerne werden manchmal von Titanit umsäumt.

Die Amphibolitbänder sind oft zerbrochen, von Staffelbrüchen in Blöcke zerlegt und ferner auch boudiniert. Zwischen den „Boudins“ sind oft granitoide «Metatekte» zu beobachten.

Die migmatischen Gneise sind im wesentlichen Bändermigmatite, die aber an vielen Stellen auch ader- bis netzartiges Leukosom zeigen (Proben von m 19 und m 50). Es ist sehr wohl möglich, dass ein Teil (aber nur ein Teil) der Bänderung primär-sedimentär ist. Die Metamorphose und die partielle Aufschmelzung akzentuierten dann diese Bänderung noch.

Die dunkleren Lagen stimmen mineralogisch mit den schon beschriebenen Biotitgneisen überein. Im Leukosom sind Quarz, Kalifeldspat (gelegentlich ist Mikroklingitterung sichtbar) und Plagioklas Hauptgemengteile. Myrmekitbildungen sind recht häufig. Biotit und Hornblende skelettartig ausgebildet) sind Nebengemengteile.

Für einen Teil der konkordanten, z.T. linsigen Leukosome konnte ein direkter Zusammenhang mit diskordanten Pegmatitgängen festgestellt werden. Das granitoide Material ist auf alle Fälle oft nicht aus der unmittelbaren Umgebung durch partielle Anatexis beziehbar. Es fanden Wanderungen mindestens im Dekameterbereich statt.

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Stark schiefrige, hellglimmerführende Biotitgneise bis Glimmerschiefer

Bei „190 m“ bis „204 m“ sind die Gneise sehr schiefrig und führen Hellglimmer.

Zonenweise ist eine ausgeprägte Kleinfältelung zu beobachten. Die Klüftung ist engständig; die Gesteine zeigen starke Verwitterungserscheinungen.

Hauptgemengteile

Quarz (0,6-0,8 mm gross, 35-40 Vol.-% des Gesteins), Plagioklas (0,3-1,2 mm, An-Gehalt 15, 30-35 Vol.-%), Biotit (5-10 Vol.-%), Hellglimmer (5-10Vol.-%) und Chlorit (5-10 Vol.-%). Kalifeldspat kommt vor, ist aber selten.

Der Hellglimmer ist wohl eine retrograde Bildung meist aus Sillimanit und mit einer Phase starker Deformation verknüpft. Daneben sind zu Schichtsilikaten zersetzte, ehemalige Cordierite zu beobachten.

Es handelt sich also um retrograd veränderte Sillimanit-Cordierit-Gneise.

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Diese grobkörnigen, granitoiden Gänge kommen in mindestens zwei Generationen vor.

Hauptgemengteile

Quarz (u.d.M. undulös auslöschend, mit suturierten Korngrenzen, mit vielen Fluid-Einschlüssen), Plagioklas (siehe weiter unten) und Kalifeldspat (z.T. perthitisch, manchmal mit schwach sichtbarer Mikroklingitterung).

Die älteren, weissen Pegmatite sind nach unseren vorläufigen Untersuchungen weniger reich an Kalifeldspat als die jüngeren, rötlichen Gänge. Biotit (z.T. chloritisiert) ist Nebengemengteil. Der Plagioklas ist fast immer von Hellglimmermineralien durchsetzt; polysynthetische Verzwillingung ist stets vorhanden.

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Rote bis blass gelbliche Aplite durchschlagen recht geradlinig die Gneise und die Pegmatite. Sie zerfallen beim Anschlagen mit dem Hammer in kleinwürfelige Bruchstücke.

Auch die Aplite bestehen im Wesentlichen aus Quarz, Plagioklas und Kalifeldspat. Nebengemengteile sind Biotit (z.T. chloritisiert), seltener Muskowit sowie opake Gemengteile.

Einmessungen der Gangwände der Aplite ergaben, dass diese einem alten Kluftflächensystem, das mit Fallwinkeln von 40-45° recht genau gegen Osten einfällt, folgen.

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

An vier Stellen durchschlagen Gänge von basischem bis intermediärem Chemismus die Gneise und die sauren Gänge. Die Gangwände fallen mit 80-85° nach NNE ein.

Sie sind in «kaltes» Grundgebirge eingedrungen: sie zeigen schnell abgekühlte Ränder («chilled margins»). Jeder der vier Gänge ist verschieden von den anderen.

Makroskopisch ist oft Biotit erkennbar. Nach den chemischen und den mineralogischen Befunden handelt es sich um Lamprophyre und Semilamprophyre, wie sie im Schwarzwald sehr verbreitet sind.

Die Gänge besitzen Mächtigkeiten von 15-250 cm. Sie sind intensiv zerklüftet. Es handelt sich sicher um Spaltenfüllungsgänge; die geometrischen Kriterien von E. Niggli (1952) für intrusive Gänge können festgestellt werden.

Drei der Gänge wurden chemisch untersucht, nämlich diejenigen bei

  • „110 m“
  • „161 m“
  • „182 m“

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Bei „96/97 m“ durchschlägt ein Quarzgang den Gneis. Er verläuft parallel zu einem Aplitgang und ist mit diesem in direktem Kontakt. Ob der Quarzgang jünger oder älter als die Lamprophyre ist, kann nicht entschieden werden. Wir halten ihn für das jüngste Gestein im Stollenaufschluss. Er ist ca. 30 cm breit.

Im Aufschluss war eine offene Kluft sichtbar, in welcher dünne, prismatische Quarzkristalle (bis1 cm lang) vorkamen.

Die mikroskopische Untersuchung zeigte, dass die Quarzkörner stark undulös auslöschen und z. T. zerbrochen sind; sie besitzen perlschnurartig aufgereihte Fluid-Einschlüsse. Äderchen sind mit feinkörnigem Quarzgewebe besetzt.

Die opaken Gemengteile (wenige Körner) sind nach dem röntgenographischen Befund Arsenopyrit. Die mikroskopischen Beobachtungen zeigen, dass auch das wohl jüngste Gestein im Stollen nach der Bildung noch Stress unterworfen war.

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Die Messungen wurden im Stollen direkt am Felsen mit einem Scintillometer Saphymo-Srat, SPP-2-NF, Serie 8, Nr. 483F durchgeführt.

Die höchstenStrahlungsintensitäten zeigen überraschenderweise die Lamprophyre. Die nachstehenden Werte geben die Durchschnittswerte für die verschiedenen Gesteinstypen wieder:

  • Gneis:130 cps
  • «alter» Pegmatit: 103 cps
  • junger Pegmatit: 122 cps
  • Aplit: 162 cps
  • Lamprophyr: 344 cps
  • Quarzgang: 87 cps

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

75 m

roterAplit durchschlägt weissen konkordanten Pegmatit.

98 m

grosse liegende isoklinale „Falte“ eines weissen Pegmatits

146 m

Bändergneis mit Amphibolitband.

Zwei Generationen von Pegmatiten:

die jüngeren, deutlich diskordanten Pegmatite durchsetzen etwas grobkörnigere, konkordante Pegmatite.

Beim Zerbrechen des Amphibolitbandes Bildung granitoider Gänge.

188 m

Lamprophyrgang (geknickt, schwarz gezeichnet) durchschlägt Gneis und rosafarbenen Aplit

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Bildungsphasen der Laufenburger Gesteine

Phase 1

Sedimentation von Grauwacken (Ausgangsgesteine der Gneise)

Bildung basischer Tuffe oder/und Laven (Ausgangsgesteine der Amphibolite)

Altpaläozoikum oder Präkambrium

 

Phase 2

Metamorphose und Anatexis in der hochgradigen Amphibolitfazies, überleitend zu Phase 3

Phase 3

Intrusion der meist weissen Pegmatite, sowohl diskordant wie konkordant, z.T. „verfaltet“

Phase 4

Intrusion der meist rötlichen Pegmatite

Abwasserstollen im Schwarzwaldkristallin (Mai 2025).

Phase 5

Intrusion der roten bis gelblichen Aplitgänge

Phase 6

Intrusion der Lamprophyre und Semilamprophyre

Phase 7

Intrusion Quarzgang

Textquelle: Büchi, E., Buletti, M. & Niggli, E.: Neue Aufschlüsse im schweizerischen Anteil des Schwarzwälder Grundgebirges, Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen, 64: 49-65, 1984.

Geologische Exkursion durch den Abwasserstollen

Der Stollen kann im Rahmen einer geologischen Exkursion in der Altstadt besichtigt werden. Für die Teilnahme an der Exkursion ist eine Anmeldung bei der Tourist-Information Laufenburg (Schweiz) erforderlich.

Die Tour startet vor der Tourist-Info direkt an der Rheinbrücke, führt durch die untere Altstadt und auf den Schlosshügel. Aber der absolute Höhepunkt ist die „Befahrung“ (Begehung) des Stollens.

Ein ganz besonderer Ort im „Schwarzwald“ und das in der Schweiz.

Eine Führung für Gruppen ist bei der Stadt Laufenburg auf Anfrage jederzeit buchbar. Dauer ca. 1.5 Std.

Die außergewöhnliche Exkursion gibt einen phantastischen Einblick in die Gesteine des Schwarzwaldkristallis, auf denen Laufenburg aufgebaut ist.

Überzeugen Sie sich selbst, am besten vor Ort. Was genau Sie im Stollen erwartet sehen Sie in der folgenden 360°-Ansicht (externe Webseite).

Virtuelle „Befahrung“

Abwasserstollen im Schwarzwaldkristallin (2025).

Zahlen zum Stollenbau
Baubeginn
Fräsbohrarbeiten
Mittlere Bohrleistung
Länge
Durchmesser
Lageabweichung
Höhenabweichung
Kostenschätzung
Kosten

18.08.1980
09.09.1980 bis 13.11.1980

(46 Tage)

4,35 m pro Tag
200 m
227 cm
5 cm
1,5 cm
800.000 SFr
620.000 SFr

Blick auf Laufenburg (Schweiz) im Mai 2025. Der Abwasserkanal verläuft bogenförmig parallel zum Rhein, unterhalb/im Bereich der auf dem Foto erkennbaren vorderen Gebäudezeile.

Textquellen

Grube Clara, Oberwolfach

Grube Clara, Oberwolfach

Die Grube Clara ist das letzte aktive im Schwarzwald betriebene Bergwerk. Eine urkundliche Erwähnung von 1652 beschreibt den Abbau von Kupfererzen aus dieser Lagerstätte, der bis in das 18. Jahrhundert hineinreichte.

Seit 1850 wird in der Grube Clara Schwerspat und seit 1978 zusätzlich Flussspat gewonnen. Mit der Gewinnung von „Silberspat“, einer Anreicherung von kupfer- und silberreichen Fahlerzen im Schwerspat als Beiprodukt zu den beiden Späten, schließt sich ab 1996 der Kreis zur historischen Kupfergewinnung.

Betreiber ist die Sachtleben Bergbau GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der Sachtleben Minerals GmbH & Co. KG.

Die Grube Clara ist als eine der mineralienreichsten Gruben der Welt unter Sammlern bekannt.

Grubeneingang Grube Clara. © Dieter Hund. Mit freundlicher Genehmigung.

Die Grube Clara kann nicht besichtigt werden.

In direkter Nachbarschaft zur Aufbereitung können Sammler aber auf der “Mineralienhalde Grube Clara“ legal und ohne Gefahren ihrem Hobby nachgehen.

Lage

Die Grube Clara sowie das ehemalige Bergbaurevier liegen oberhalb der Ortschaft Oberwolfach, im Hinteren Rankachtal. Das Revier umspannt viele alte Stollen im Gewann „Wogets“, die ehemaligen Tagebaue, sowie die heutige eigentliche Grube Clara, die über zwei Mundlöcher im Rankachtal befahren wird.

Erzabbau

In der Lagerstätte werden drei vererzte Gänge abgebaut, die mit 60 – 90° sehr steil bis vertikal durch den Berg verlaufen. Der ca. 600 m lange und teilweise 3 – 4 m mächtige „Schwerspatgang“, besteht zu 50 – 80 % aus Schwerspat und zu 5 – 40 % aus Flussspat und reicht als einziger an die Erdoberfläche heran. Zusätzlich kommen noch 5 – 20 % Quarz sowie wenige Prozente Erzminerale vor.

Der „Flussspatgang“ tritt in einer vom Schwerspatgang getrennten Gangzone auf und spaltet sich im oberen Bereich in fünf erschiedene Gänge auf. Er ist im Mittel 3 – 3,5 m mächtig und auf einer Länge von 300 – 400 m ausreichend stark mit Flussspat vererzt, um wirtschaftlich interessant zu sein. Das Erz besteht zu 50 – 80 % aus Flussspat und zu 0 – 25 % aus Schwerspat.

Zusätzlich wird noch ein dritter Gang („Diagonaltrum“) abgebaut, der aus einem Mischerz beider Späte in wechselnden Anteilen sowie Quarz besteht. Das „Diagonaltrum“ ist auf ca. 250 m Länge abbauwürdig und seine Mächtigkeit liegt im Durchschnitt bei 2,5 m.

In der Grube Clara sind neben den Späten noch etwa 400 weitere Minerale nachgewiesen – sie gehört damit zu den mineralreichsten Gruben der Welt. Der Abbau in der Grube Clara erreicht heute bereits 850 m Tiefe. Bei der Sachtleben Bergbau GmbH sind derzeit 105 Mitarbeiter mit der Förderung und der anschließenden Aufbereitung der Erze beschäftigt, wovon 52 Mitarbeiter untertage arbeiten.

Der Abbau in der Grube Clara erfolgt im Dreischichtsystem an fünf Tagen der Woche mittels Bohren, Sprengen und Fräsen. Für den anschließenden Ausbau, also die Sicherung der unterirdischen Strecken, werden Stahlmatten, Gebirgsanker und stahlfaserverstärkter Spritzbeton verwendet. Größere Hohlräume, in denen das Erz abgebaut wurde, werden mit einem Gemisch aus Gesteins- und Erzresten aus der Aufbereitung, dem sogenannten Bergematerial und Steinkohlenflugaschen als Bindemittel aufgefüllt.

Sowohl die Gewinnung, als auch der Transport der Erze erfolgt gleislos, das heißt mit elektrohydraulischen Bohrwagen, dieselgetriebenen Fahrschaufelladern und LKWs. Einige dieser Fahrzeuge sind ferngesteuert. Insgesamt steht ein Streckennetz von etwa 30 km offen. Mit Hilfe von mehreren spiralförmigen Wendeln, eines Stollens und einer LKW-Rampe werden bis zu 550 Höhenmeter vom eigentlichen Abbauort zu den Übertageanlagen des Grubenbetriebes (Betriebsbüro, Kaue, Sozialräume, Werkstätten) überwunden.

Aufbereitung

Der Transport des Erzes zur 13 km entfernten Aufbereitungsanlage in Wolfach und die Rücklieferung von Rückständen aus der Aufbereitung nach Untertage erfolgt per LKW.

Die kupfer- und silberreichen Fahlerze werden in der Grube Clara seit 1996 durch eine mehrstufige Flotation mit Wertstoffgehalten über 97% angereichert.

Aufbereitungsanlage der Sachtleben AG in Wolfach-Kirnbach. © Dieter Hund. Mit freundlicher Genehmigung.

Produkte

Z

Säurespäte

Flussspatkonzentrate für die Produktion von Flusssäure kommen nach mechanischer Entwässerung auf Vakuumtrommelfilter in den Versand.

Z

Trockenspäte

Trockene Flusspatkonzentrate durchlaufen eine thermische Trocknung mit Schutzsiebung und werden lose in Silo-LKW oder abgesackt in Papiersäcken oder Big Bags verladen. Schwerspatkonzentrate aus der Flotation werden ebenfalls mechanisch, anschließend thermisch getrocknet.

Z

Mahlspäte

Ein weiterer Teil der Vorkonzentrate aus der Dichtesortierung durchläuft ohne weitere stoffliche Anreicherung die thermische Trocknung. Wie die Schwerspatkonzentrate aus der Flotation werden diese Produkte anschließend in mehreren Mahl- und Klassieranlagen auf spezifizierte Feinheiten gemahlen (Mahlspäte). Der Versand der Mahlspäte erfolgt lose in Silo-LKW oder abgesackt in Papiersäcken oder Big Bags.

Z

Betonzuschlag

Ein dritter Teil der Produkte aus der Dichtesortierung wird nach Klassierung als normgerechter Betonzuschlag lose auf Kipper-LKW oder Big Bags abgesackt verladen.

Die Wertstoffkonzentrate werden in Kanada und in Belgien verhüttet. Ziel der Verhüttung ist vor allem die Abtrennung des enthaltenen wertvollen Silbers und Kupfers. Das Fahlerzkonzentrat enthält rund 25 % Kupfer und zwischen 1,5 und 3 % Silber.

Industrieller Einsatz von Schwer- und Flussspat

Schwerspat

Schwerspat wird industriell z.B. bei der Herstellung folgender Produkte eingesetzt:

  • Folien, Filzen oder ähnliche Geweben mit Schalldämmung
  • Bremsbeläge
  • Farben- und Lacke
  • hochwertige Gummi-Produkte
  • Industrie und Fußbodenbeläge

Darüberhinaus findet Schwerspat Anwendung in der Bohrindustrie als Zusatzstoff in Bohrspülungen. Des Weiteren wird Schwerspat zur technischen Abdichtung von Röntgen- und Werkstoffräumen auch in Beton beigemischt.

Flussspat

Flussspat ist ein wichtiger Rohstoff in der chemischen Industrie. Einsatzbereiche sind bei der Herstellung von Teflon, Kältemittel, Kristallglas, Glühbirnen, Zahnpasta und Elektronikartikel. Aber auch in der Aluminiumverhüttung und der Arzneimittelherstellung wird Flussspat benötigt.

Kalibergwerk Buggingen

Kalibergwerk Buggingen

Überblick

Das Kalisalzbergwerk Buggingen war das größte Bergwerk Süddeutschlands. Es bestand von 1922 bis 1973. Mit bis zu 1.200 Beschäftigten war es ein bedeutender Arbeitgeber der Region.

Eine geförderte Tonne Rohsalz enthielt 28 % Kalisalz und 48 % Steinsalz. Insgesamt förderte das Werk 17 Millionen Tonnen Rohsalz. Das Kali wurde in einer eigenen Fabrik zu Düngemitteln verarbeitet, ferner wurden Brom und Streusalz erzeugt. Letzter Besitzer war die Kali + Salz AG mit Sitz in Kassel.

Beginn des Kalibergbaus

1904 wurde durch Tiefbohrungen bei Mülhausen Kalisalz gefunden. Dadurch entstand linksrheinisch das Kalirevier im Elsass.

Der Berliner Bankier Fritz Eltzbacher erhielt 1910 die Konzession zur Suche nach Salzlagerstätten auf der badischen Rheinseite. Nahe Buggingen wurden in den Jahren 1911 bis 1913 auf den Gewannen „Breitlache“, „Hölzleeck“ und „Ob dem Mühlengraben“ Bohrungen niedergebracht. Bei Hartheim (10 km nördlich von Buggingen) wurde eine am 2. März 1911 begonnene erste Tiefbohrung bei 1143 m abgebrochen. In der am 11. Januar 1912 begonnenen Tiefbohrung Buggingen 1 westlich des Bahnhofs wurde in 712 m Teufe ein 4 m mächtiges Kalilager erbohrt. Eine Bohrung im „Kuntel“ blieb erfolglos. Die angetroffenen Salze gehörten zu den qualitativ wertvollsten damals bekannten Kalisalzen.

Nach diesen Voruntersuchungen folgten langwierige Verhandlungen zur Gründung des Bergwerks, da sich zunächst viele Grundstückseigner weigerten, ihr Gelände zu verkaufen. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, kamen die Verhandlungen gänzlich zum Erliegen. 1916 erhielt Eltzbacher die Konzession zur Gewinnung von Kalisalz. Am 22. April 1922 wurden auf Initiative des Karlsruher Ministerialrats Erich Naumann die drei Gewerkschaften Baden, Markgräfler und Zähringen gegründet. Die Republik Baden erwarb 434 Anteile, die Burbach-Kaliwerke 566 Anteile.

Unter der Leitung von Bergwerksdirektor Theodor Albrecht wurde am 7. August 1922 der Bau des Schachtes Baden (Schacht 1) begonnen. 1924 wurde das Abteufen des Schachtes Markgräfler (Schacht 2) 60 m südlich von Schacht 1 begonnen. Im Juli 1925 erreichte Schacht 1 das Kalilager in 786 m Teufe, im Oktober 1926 Schacht 2 bei 779 m. Von 1923 bis 1927 folgte der Bau der Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Kraftwerk, Werkstätten, Sozial- und Verwaltungs-Gebäude, Magazin, Werksbahn, Werkswohnungen usw.). Einzelne Werkswohnhäuser an der Grißheimer Straße wurden bereits im Mai 1923 bezogen, das Verwaltungsgebäude wurde zwei Jahre später fertiggestellt.

1928 wurde die regelmäßige Förderung von Rohsalz und die Kalidüngerproduktion aufgenommen. 1930 betrug die Jahresfördermenge 250.000 t Rohsalz. Bereits im Jahr 1933 übernahm die Preussag die Anteile der Burbach AG.

Geologie

Das Kalivorkommen verteilt sich auf mehrere tektonische Schollen des Oberrheingrabens.

Während in den meisten elsässischem Gruben zwei Kaliflöze aufgeschlossen waren (unteres Hauptlager = 4,20 m und oberes Lager = 1,20 m Mächtigkeit, tritt in der Bugginger Scholle nur das Hauptlager mit 4,20 m Mächtigkeit auf. Nur in der Grißheimer Scholle wurde auch das obere Lager mit 0,6 m Mächtigkeit erbohrt.

Das Hauptlager wird durch vier Dolomit-Mergeleinlagen, sogenannte „Löser“ in fünf ungleich große „Bänke“ geteilt. Die einzelnen Bänke bestehen aus einer Wechsellagerung von teilweise intensiv rot gefärbten Sylvingesteine und weißgrauen Steinsalze, denen dünne, dunkelgraue Ton-, Anhydrit-, Dolomitstreifen eingelagert sind. Diese Ausbildung ist im gesamten rechtsrheinischen Vorkommen und in den meisten Aufschlüssen im Elsass stets gleich. Nur am Ausbiss der Lagerstätte ändern sich Mächtigkeit und Struktur (Versteinerung einiger Bänke).

Aus den bituminösen Gebirgsschichten strömt brennbares Grubengas in die Grubenräume.

Abbau

Nach Fertigstellung der beiden Bugginger Schächte wurde zunächst die 793 m-Sohle nach Norden und Süden vorgetrieben, anschließend die 754 m-Sohle. Dazwischen wurden die ersten Abbaue angelegt. Hier mussten schnell große Vorräte erschlossen werden, um eine hohe Förderquote zu erhalten.

In den ersten Jahren wanderten die Abbaue beiderseits der 793 m-Sohle langsam nach Norden, bis sie 1936 die Basaltzone erreichten. Da eine Durchörterung zu gefährlich erschien, wurde das Kalilager vorerst lediglich nach Osten und Westen ausgerichtet.

Historische Bugginger Gewinnungsmethode

Als Hauptförderstrecke mit Seilbahnförderung und späterer schlagwettergeschützter Diesel-Lokomotivförderung wurde eine 793 Meter Sohle im Liegenden Steinsalz aufgefahren.

Als tiefste Hauptförderstrecke des Unterwerksbaues ist die 940 m-Sohle im Lager aufgefahren.

Für die Abförderung des Salzes und die Zuführung des Versatzes (Verfüllmaterial) waren Teilsohlen im Lager aufgefahren deren Abstände die einfallende Streblängen von 100 bis 120 Meter gewährleisteten und durch geneigte (einfallende) Bandstrecken mit den zwei Hauptsohlen (940 und 793 Meter-Sohlen) in Verbindung standen. Dabei waren 1954 3000 Gummigurt-, und 4000 Stahlgliederband – Nutzmeter bei Neigungen von 15 bis 35 Grad im Einsatz.

Zur Abförderung des Salzes aus dem Streb waren Schüttelrutschen im Einsatz auf die das Haufwerk mittels Schwerkraft (50%) und Handarbeit gelangten, später kamen auch Schrapper zum Einsatz.
Die Zuführung des Versatzes übernahmen Gummigurtförderer die am Kopf des einfallenden Strebes an eine Schüttelrutsche übergaben.

Die Abbaue oberhalb der 793 Meter-Sohle wurden über die 647 Meter-Lagersohle bewettert, die durch einen Querschlag im Steinsalz mit dem ausziehenden Schacht Markgräfler verbunden war.

Die Abbaue im Unterwerksbau in westlicher Richtung unterhalb der Hauptförderstrecke 793 Meter- Sohle wurden durch eine Lagerstrecke auf  dem 793 m Niveau bewettert, auch diese Strecke war durch einen Querschlag im Steinsalz mit dem ausziehenden Schacht Markgräfler verbunden.

Grubenunglück

Am 7. Mai 1934 kam es zu einem Grubenbrand, wobei 86 Bergleute ums Leben kamen. Eine Woche danach starb der damalige Bergwerksdirektor Dr.-Ing. Theodor Albrecht im Alter von 45 Jahren. Vermutlich war es Selbstmord.

Der 7. Mai 1934 war ein Montag. Morgens um 6 Uhr fuhren 150 Kumpel in die Grube ein. Kurz danach brach das Feuer aus und setzte das geruchlose, tödliche Methangas frei. 26 der Toten hatten im Kernort Buggingen gewohnt, darunter waren 18 Aktive des Bugginger Fußballvereins, der zunächst nicht mehr zu Spielen antreten konnte. Betroffen war aber die ganze Region. Mehr als die Hälfte der geborgenen Kumpel stammte aus Nachbarorten rund um Buggingen, die anderen hatten in Gemeinden zwischen Lörrach und Freiburg gewohnt. Ein Opfer wurde bereits am 12. Mai bestattet, bei allen anderen war dies, wegen der schwierigen Bergungsarbeiten, erst zwischen dem 5. und dem 9. Juni 1934 möglich.

Zur Ursache des Grubenunglücks knapp 800 Meter unter der Erde gibt es verschiedenste Angaben:

Heißgelaufene Schüttelrutsche

Eine heißgelaufene Schüttelrutsche soll die Leitungen überhitzt und die Holzstützen des Stollens in Brand gesetzt haben. Über offene Sicherheitstüren sollen sich Gas und Rauch schnell ausgebreitet und die Arbeiter erstickt haben.

Quelle: Presseartikel der Badischen Zeitung vom 07.05.2014.

Elktrischer Kurzschluss

Nach einem regulären Schichtbeginn um 06:00 Uhr kam es gegen 10:00 in ca. 850 m Entfernung zum einziehenden Schacht 1 (Baden) zu einem elektrischen Kurzschluss. Der Lichtbogen entzündete die als Verzug dienenden Reisigbündel und den Holzausbau. Während sich die Belegschaft des Reviers 2 retten konnte, gelang dies der Belegschaft des Reviers 1 nicht. Aufgrund festgelegter Wettertüren wurde ihr Arbeitsbereich umgehend verqualmt, die Bergleute starben mutmaßlich binnen einer halben Stunde an Kohlenmonoxidvergiftungen. Bereits um 10:20 waren zwei Grubenwehrtrupps mit Atemschutz im Einsatz, denen jedoch lediglich die Bergung eines Toten gelang. Nachdem vergeblich versucht wurde, durch Umkehren der Wetterrichtung die Brandausbreitung zu stoppen und keine Hoffnung auf Überlebende bestand, wurde gegen 16:30 das Grubengebäude abgedämmt.

Quelle: Wikipedia

In Erinnerung

Ein Jahr nach dem Grubenunglück, am 5. Mai 1935, wurde auf dem Bugginger Friedhof oberhalb des großen Platzes, wo 55 Kumpel in Einzelgräbern beerdigt wurden, ein Ehrenmal für alle Opfer eingeweiht. Und ein Jahr nach der Werkschließung 1974 gründeten 89 ehemalige Kumpel den Bergmannsverein Buggingen.

Zum Gedenken an alle Kumpel, die das Glück, wieder aufzufahren, nicht hatten, sondern unter Tage gestorben sind, bauten Vereinsmitglieder einen Schaustollen und ein neues Kalimuseum in Buggingen.

In der gesamten Betriebszeit sind 190 Arbeiter ums Leben gekommen.

Wiederaufnahme der Bergbautätigkeiten

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, der zu eingeschränkter Förderung und Produktion geführt hatte, kam das Werk unter französische Verwaltung. 1948 wurde die Förderung von der Badischen Kaligesellschaft mit französischer Beteiligung fortgeführt, bevor das Werk 1953 von der Gewerkschaft Baden übernommen wurde.

1951 wurde die Basaltzone durchörtert. Östlich davon lag eine nach Osten absinkende, bis zu 1000 m tiefe Mulde, in welche die 793 m-Sohle nach Norden hin abfallend fortgeführt wurde. Im Südfeld, das zwischen 1944 und 1967 gebaut wurde, herrschten komplizierte Lagerungsbedingungen vor, die den Abbau erschwerten.

Im Jahr 1962 wurde mit 1186 Beschäftigten (in der Grube ca. 700), darunter 203 Gastarbeitern aus mehreren Nationen, der höchste Belegschaftsstand erreicht (Buggingen hat knapp 2000 Einwohner). Bis zum 7. Dezember 1962 wurde die untertägige Verbindung zu den Bugginger Schächten 1 und 2 hergestellt.  

Um neue Kalivorräte zu erschließen, nahm am 19. November 1964 der bei Heitersheim liegende Schacht 3 seine regelmäßige Förderung auf. Eine Werkseisenbahn brachte das in Heitersheim geförderte und gemahlene Rohsalz zur Weiterverarbeitung nach Buggingen. Nordwestlich von Schacht 3, im Diapir-West-Feld, war das Kalisalz steil gelagert, woraus sich für das Bergwerk gänzlich andere Abbaumethoden ergaben. Aus diesem Feld kam in den letzten Betriebsjahren der Hauptanteil der Förderung.

Durch Veränderung der Abbaumethode und nach Inbetriebnahme von Schacht 3 im Jahr 1964 erreichte das Kaliwerk 1966 mit 744.350 t die höchste Rohsalz-Jahresförderung in seiner Geschichte.

Bereits am Ende desselben Jahres kündigte sich durch erste Absatzprobleme der Niedergang der deutschen Kaligruben an. Verursacht wurden diese insbesondere durch die nordamerikanische Konkurrenz.

1965 gelangten die Preussag-Anteile an die AG Wintershall.

1967 wurde die 1950 eingestellte Steinsalzförderung und die 1929 beziehungsweise 1940 eingestellte Brom-Produktion wieder aufgenommen.

1970 gaben Wintershall und das Land Baden-Württemberg ihre Anteile an die Kali + Salz AG ab, die nun Alleineigentümer des Werkes war.

Schwierigkeiten beim Abbau

Aus der Teufenlage und dem Aufbau des Bugginger Kalilagers ergaben sich besondere bergbauliche Probleme, die nur mit hohem technischem und finanziellem Aufwand bewältigt werden konnten:

Grubenklima

Im Bereich der südlichen Oberrheinebene liegt die Geothermische Tiefenstufe bei 25 m. In den tiefsten Grubenteilen herrschten deshalb über 52 °C. Die reine Arbeitszeit der Bergleute durfte hier höchstens 6 Stunden betragen, im Gegensatz zur andernorts üblichen 8-Stunden-Schicht.

Schlagwettergefährdung

Da die bituminösen Gesteinsschichten permanent Grubengas ausströmten, wurden die oberrheinischen Kalilager als einzige Deutschlands als „schlagwettergefährdet“ eingestuft. Der Schlagwetterschutz erforderte neben einer kräftigen Frischwetterversorgung (bis 6.000 m³ pro Minute) aufwändigere elektrische Apparaturen, Spezial-Sprengstoffe und ständige Kontrollen.

Gebirgsdruck

Das Hangende des Kalilagers ist wegen seines geringen geologischen Alters nicht vollständig verfestigt und setzt dem in dieser Tiefe herrschenden Auflastdruck nur einen vergleichsweise geringen Widerstand entgegen. Alle Hohlräume (Abbaue, Förderstrecken usw.) mussten deshalb mit besonders massivem Ausbau versehen werden. Zunächst wurde Holzausbau, nach dem großen Grubenbrand zunehmend Stahlausbau eingesetzt.

Dennoch konnte das ständige Zusammensacken der Strecken nicht vollständig vermieden werden. Verformungen oder gar Zusammenbrüche waren deshalb an der Tagesordnung. Diejenigen Bereiche der Grube, die nicht mehr für Abbau-, Lager- oder Transportarbeiten offengehalten werden mussten, wurden deshalb mit Bergen (Gestein ohne Rohstoffe, taubes Gestein) und Produktionsrückständen aus der Chlorkaliumfabrik versetzt, um Senkungen der Erdoberfläche zu begrenzen. Insbesondere die über das Grubengebäude führende Bahnstrecke der Rheintalbahn musste auf diese Weise geschützt werden.

Den periodischen Druckphasen des Strebabbaus war nur mit massivem Ausbau, schnellem Verhieb
und parallel laufendem Vollversatz der Hohlräume zu begegnen. Dies gelang nicht immer erfolgreich, besonders das Offenhalten von Kopf- und Fußstrecken der Strebe machte größte Mühe.

Neue Abbaumethoden

Über die Gewinnung von jungen bankigen Kaliflözen lag noch keine Erfahrung vor. Die verschiedensten Abbauversuche erstreckten sich über Jahre. Sowohl der im Zechsteinsalz-Bergbau bewährte Kammerbau als auch Versuche des Strebbaues mit streichendem Verhieb erwiesen sich als ungünstig. Auch der Einsatz von Schrämmaschinen scheiterte. Übrig blieb der „Streichende Strebbau mit schwebendem Verhieb“.

Aber auch hier war es schwierig die richtige Gewinnungsmethode zu finden. Nach Versuchen das Flöz in ganzer Höhe oder bankweise hereinzugewinnen, musste man letztlich aus Sicherheitsgründen auf die Gewinnung der obersten Bank verzichten (15% Verlust) und baute nur 360 m des Flözes im Stück ab. Eine höhere Verhiebgeschwindigkeit – ein 100 langer Abbaustreifen von 4 Meter Breite wurde in nur 10 Tagen verhauen, der Einsatz von Stahlstempeln und das restlose Rauben des Ausbaues vor der Versatzeinbringung, ließen nun das Hangende allmählich und gleichmäßig auf den Versatz absinken und zum Auflegen kommen. Die stehengelassene D-Schicht des Flözes als Hangendschicht bewies nun bessere Standfestigkeit. Gelegentliche Abrisse des Hangenden im Versatzfeld waren meist die Folge des periodischen Gebirgsdruckes, der nach 25 bis 50 Metern streichenden Verhiebs (Abbau von 6 bis 12 Strebbreiten) auftrat.

Arbeit im Wandel

Die Arbeitsmethoden der Bugginger Bergleute und die entsprechenden Maschinen blieben teilweise über lange Zeit nahezu unverändert. Zum Teil aber wandelten sie sich grundlegend, insbesondere gegen Ende der 1960er Jahre. Als Beispiel soll die Arbeit des Hauers und seines Lehrhauers umrissen werden. Dieses Team führte die Bohr- und Sprengarbeiten durch.

Lange Zeit bestand die Aufgabe eines Hauers im Abbau darin, zunächst mit seiner elektrisch betriebenen, schlagwettergeschützten Säulendrehbohrmaschine ein Muster von 5 bis 8 m tiefen Sprenglöchern in das Kalilager zu bohren. Der Lehrhauer musste dabei unter anderem den vom Hauer bestimmten Bohransatzpunkt mit seiner Hacke anritzen, das Gestänge ansetzen und es während der ersten Umdrehungen stabil halten.

Anschließend wurden die Bohrlöcher mit Sprengstoff-Patronen besetzt, mit Zünder und Zündkabel (bis etwa 1940 Zündschnur) versehen und abgedichtet. Zum Transport dienten Blechkisten, ab 1966 Sprengstoffkartons. Der Hauer löste schließlich durch das Anbrennen der Zündschnur beziehungsweise durch Betätigung der Zündmaschine aus sicherer Entfernung die Sprengung aus.

Mit der Verlagerung des Abbaufeldes nach Norden in das teilweise steilstehende Heitersheimer Revier wandelte sich gegen Ende der Betriebszeit, etwa ab 1970, das Abbauverfahren und damit die Arbeit des Hauerteams entscheidend. Die Lagerungsverhältnisse erlaubten den Einsatz von Großgeräten, die hier die über mehr als 40 Jahre benutzten Säulenbohrmaschinen ersetzten.

Der Hauer bediente einen fahrbaren Bohrwagen mit Bohrlafette, das Markieren und „Anhacken“ durch den Lehrhauer war meist nicht mehr notwendig. Der Sprengstoff wurde nun nicht mehr in Patronenform in das Bohrloch gedrückt, sondern in loser Form eingeblasen. Dazu standen spezielle Besatzfahrzeuge zur Verfügung.

Stilllegung und Rückbau

Trotz vorheriger Zusagen der Wintershall AG, das Bergwerk erhalten zu wollen, stimmte 1972 der Aufsichtsrat der Kali + Salz AG der Stilllegung des Kalisalzbergwerks mit stufenweiser Reduzierung von Förderung und Belegschaft zu. Im September 1972 wurde die Schließung des Kaliwerkes zum Mai 1973 bekanntgegeben. Begründet wurde dies mit der durch die schwierige Abbausituation verursachten Unwirtschaftlichkeit (30 Millionen Mark Verlust).

Viele der Arbeiter und Angestellten hatten sich bereits vor der offiziellen Bekanntgabe der Stilllegungspläne einen neuen Arbeitsplatz gesucht. Die Betriebskonzentration auf Schacht 3 hatte zur weiteren Verkleinerung der Belegschaft geführt. Bis zum 30. April 1973 mussten schließlich noch etwa 300 Mitarbeiter entlassen werden (von ehemals 1.186 im Jahre 1962). Viele von ihnen fanden in Metallverarbeitungsbetrieben der Umgebung neue Arbeit, einige waren in andere Bergwerke gewechselt, als die Förderung am 13. April 1973 eingestellt wurde.

Die Stilllegungs- und Abrissarbeiten begannen zunächst mit der weitgehenden Räumung der Untertageanlagen. Danach wurde vom Heitersheimer Werksteil aus das Bugginger Hauptwerk größtenteils abgerissen. Die Schächte wurden verfüllt und mit Betonplatten abgedeckt.

Im April 1996 traten aus Schacht 3 die Grubengase Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Stickstoff aus. Das Landesbergbauamt ließ den Schacht von Spezialisten der technischen Abteilung der Ruhrkohle AG und von der Deutschen Montan Technologie öffnen, um das Gas ausströmen zu lassen. Anschließend wurde eine Protegohaube montiert, um eventuell austretendes Gas kontrolliert abführen zu können.

Während bei Heitersheim mit Ausnahme des imposanten Fördergerüstes relativ viel erhalten wurde, blieben nur wenige Teile der Bugginger „Fabrik“ erhalten, unter anderem das Pförtnerhaus, das Verwaltungsgebäude, die Kantine sowie die weithin sichtbare Abraumhalde Monte Kalino am Nordende des ehemaligen Werkes.

Das Bugginger Werksgelände wurde an private Investoren verkauft. Im Dorfbild fallen die typischen Bergmannssiedlungen und die Werkswohnhäuser auf. Am Ende der Werkstraße gibt es eine private Sammlung von Teilen der ehemaligen Grubenbahn einschließlich Signalen und Lore. Ein Feldweg verläuft auf der ehemaligen Trasse.

Ausstehende Sanierung der Abraumhalde

Chronik

1904

1904

In Tiefbohrungen bei Mülhausen wird Kalisalz gefunden. Dadurch entsteht das linksrheinische Kalirevier im Elsass.

1910

1910

Der Berliner Bankier Fritz Eltzbacher erhält die Konzession zur Suche nach Salzlagerstätten auf der badischen Rheinseite.

1911-1913

1911-1913

Nahe Buggingen werden in den Gewannen „Breitlache“, „Hölzleeck“ und „Ob dem Mühlengraben“ Bohrungen niedergebracht. Bei Hartheim (10 km nördlich von Buggingen) wird eine am 2. März 1911 begonnene erste Tiefbohrung bei 1143 m abgebrochen.

1912

1912

In der am 11. Januar begonnenen Tiefbohrung Buggingen 1 westlich des Bahnhofs wurde in 712 m Teufe ein 4 m mächtiges Kalilager erbohrt. Eine Bohrung im „Kuntel“ bleibt erfolglos. Die angetroffenen Salze gehören zu den qualitativ wertvollsten damals bekannten Kalisalzen.

1916

1916

Der Bankier Fritz Eltzbacher erhält die Konzession zur Gewinnung von Kalisalz.

1922

1922

Am 22. April 1922 werden auf Initiative des Karlsruher Ministerialrats Erich Naumann die drei Gewerkschaften Baden, Markgräfler und Zähringen gegründet. Die Republik Baden erwirbt 434 Anteile, die Burbach-Kaliwerke 566 Anteile.

Unter der Leitung von Bergwerksdirektor Theodor Albrecht wird am 7. August der Bau des Schachtes Baden (Schacht 1) begonnen.

1923-1927

1923-1927

Bau der Tagesanlagen (Chlorkaliumfabrik, Kraftwerk, Werkstätten, Sozial- und Verwaltungs-Gebäude, Magazin, Werksbahn, Werkswohnungen usw.). Einzelne Werkswohnhäuser an der Grißheimer Straße werden bereits im Mai 1923 bezogen, das Verwaltungsgebäude wird zwei Jahre später fertiggestellt.

1924

1924

Abteufen des Schachtes Markgräfler (Schacht 2) 60 m südlich von Schacht 1.

1925

1925

Im Juli wird in Schacht 1 in 786 m Teufe das Kalilager erreicht.

1926

1926

Im Oktober wird in Schacht 2 in 779 m Teufe das Kalilager erreicht.

1928

1928

Aufnahme der regelmäßigen Förderung von Rohsalz und der Kalidüngerproduktion.

1930

1930

Die Jahresfördermenge beträgt 250.000 t Rohsalz.

1933

1933

Die Preussag übernimmt die Anteile der Burbach AG.

1934

1934

Am 7. Mai 1934 kam es zu einem Grubenbrand, wobei 86 Bergleute ums Leben kamen. Eine Woche danach starb der damalige Bergwerksdirektor Dr.-Ing. Theodor Albrecht im Alter von 45 Jahren. Vermutlich war es Selbstmord.

1945

1945

Das Bergwerk wird nach Ende des 2. Weltkrieges von der französischen Militärregierung zwangsverwaltet.

1950

1950

Der Grubenbetrieb hat, bei Teufen von 600 bis 860 m, eine Ausdehnung von 2,4 km in Süd-Nord Richtung und 1,0 km in Ost-West Richtung.

1951

1951

Durchörterung der bereits 1936 vom Abbau erreichten Basaltzone. Östlich davon wird eine nach Osten absinkende, bis zu 1000 m tiefe Mulde aufgeschlossen. Bis dahin schien die Basaltdurchörterung als zu gefährlich, deshalb wird der Abbau nur nach Osten und Westen ausgerichtet.

1953

1953

Die Gewerkschaften Baden und Markgräfler betreiben wieder das Bergwerk. Die alten Besitzverhältnisse von 1933 gelten für die Preussag und das Land Baden-Württemberg wieder.

1955

1955

Nach Abschluss umfangreicher Untersuchungen durch Bohrungen und reflexionsseismischer Methoden wird eine größere Ausdehnung des rechtsrheinischen Kalisalzlagers festgestellt. Die Untersuchungen bis 2400 m Endteufe schlossen auch die (erfolglose) Suche nach Erdöl ein.

1961

1961

Abteufen von Schacht 3 bei Heitersheim bis auf 1.115 m. Tagesanlagen werden aufgebaut, eine neue Werksbahn nach Buggingen errichtet.

1962

1962

Fertigstellung der untertägigen Verbindung vom Schacht 3 zu den Bugginger Schächten 1 und 2.

Mit 1186 Beschäftigten (in der Grube ca. 700), darunter 203 Gastarbeitern aus mehreren Nationen, wird der höchste Belegschaftsstand erreicht.

1964

1964

Inbetriebnahme von Schacht 3. Der Schacht dient überwiegend als Transport – Wetter- und Seilfahrtsschacht. Nordwestlich von Schacht 3 war im Diapir-West-Feld das Kaliflöz bis 70 Grad steil gelagert. Da das steilstehende Flöz nicht mehr dem vollen Gebirgsdruck der überlagernden Schichten ausgesetzt war, ist der Einsatz neuer, zum Teil mechanisierter Abbaumethoden bei vermindertem Ausbau möglich. Aus diesem Feldesteil kommt in den letzten Betriebsjahren der Hauptanteil der Gewinnung. Das im neuen Abbaufeld gewonnene Rohsalz wird unterirdisch über eine 3,5 lange Richtstrecke auf einer Bandanlage zum Schacht Markgräfler abtransportiert.

1965

1965

Die Preussag-Anteile gehen an die Wintershall AG über.

1966

1966

Das Kaliwerk erreicht mit 744.350 t die höchste Rohsalz-Jahresförderung in seiner Geschichte.

1970

1970

Die Wintershall AG und das Land Baden-Württemberg geben ihre Anteile an die Kali + Salz AG ab. Die Kali + Salz AG ist nun alleinige Eigentümerin.

1973

1973

Das Bergwerk Buggingen wird stillgelegt. Gründe für die Stilllegung: Der Niedergang der Deutschen Kaliwerke und die Unwirtschaftlichkeit (30 Millionen DM Verlust).

Black Forest Observatory, Schiltach

Black Forest Observatory, Schiltach

Das Geowissenschaftliche Gemeinschaftsobservatorium Schiltach, auch als Black Forest Observatory (BFO) bezeichnet, ist eine interdisziplinäre und interuniversitäre Einrichtung, die seit 1971 gemeinschaftlich von den Geodätischen und Geophysikalischen Instituten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sowie dem Geodätischen Institut der Universität Stuttgart betrieben wird.

Das Observatorium ist in der Grube Anton im Heubachtal bei Schiltach, einem stillgelegten Erzbergwerk eingerichtet.

Grube Anton
Geologie

In dem über 5 km langen Heubachtal hat sich der gleichnamige Bach tief in den kristallinen Grundgebirgssockel eingeschnitten und im Süden den Triberger Granit freigelegt. Im Bereich des Höllewaldes und im westlichen Hinter-Heubach sind v.a. Paragneise und auch Metablastite und Metatexite ausgebildet. Das Kristallin wird von Mittlerem Buntsandstein auf nur gering entwickeltem Rotliegenden überdeckt. Das Deckgebirge erreicht bei der Allmendshöhe mit 190 m die größte Mächtigkeit im Tal.

Die Erzgänge im Heubachtal setzen nur im Triberger Granit auf, vereinzelt reichen sie auch ins Deckgebirge. Der Anton-Gang wird im Osten vom Heinrich-Gang und der Felix-Kluft begleitet, die beide nur unter Tage aufgeschlossen sind.

Mineralisation

Die Gänge stellen mineralisierte Zugklüfte dar. Sie gehören der Co-Ni-Bi-Ag-U-Formation an und führen eine von Baryt (BaSO4) dominierte Gangmasse. Die Erze sind nicht gleichmäßig in die Gangmasse eingesprengt, sondern treten vorzugsweise in Form reicher Erzfälle oder als Imprägnationen im Nebengestein (alterierter Granit) auf. Die wichtigsten abgebauten Erze sind:

  • Speiskobalt (zonar aufgebaut aus CoAs3 und NiAs3)
  • gediegen Silber (Ag)

Als weitere primäre Erzminerale wurden u.a. beschrieben:

  • Silberglanz (Ag2S)
  • lichtes Rotgültigerz (Ag3AsS3)
  • Rotnickelkies (NiAs)
  • Pechblende (UO2)
  • Kupferkies (CuFeS2)
  • Flussspat (CaF2)

Darüber hinaus sind Sekundärminerale infolge der fortgeschrittenen Verwitterung der Erze recht zahlreich.

Bergbauhistorie

Der Anton-Gang wurde fast 40 Jahre nach den ersten Schurfversuchen im Heubachtal im Jahr 1766 im fürstenbergischen Herrschaftswald entdeckt.

Abbau

Der (spätere) Untere Anton-Stollen wurde ab 1770 als Querschlag in ENE Richtung aufgefahren, um alle östlich liegende Gänge abzukreuzen. Der Stollen wurde in den folgenden Jahren nur in geringer Belegung des Ortes betrieben. Ein „gewaltiger Bruch“ vor der Ortsbrust im Jahr 1789 erforderte umfangreiche Aufwältigungsarbeiten, die man 1790 jedoch, keine 15 m vom Gang entfernt, entmutigt aufgab.

Erst 1825 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, indem man einen der Oberen Stollen aufwältigte und ein 8 m langes Fallort zur Untersuchung des Gangverhaltens beim Übergang ins Grundgebirge anlegte.

Im 4. Quartal 1830 begann man mit der Aufwältigung des Unteren Anton-Stollens und richtete im September 1833 nach 275 m den Gang aus. Mittels verschiedener Stollenfeldörter wurde der Gang, der sich nach Süden zunehmend veredelte, in Abbau genommen. Im Südfeld der Grube führte der Gang zunehmend Kobalterze, die über Firstenstrecken abgebaut wurden. Nach einer Verwerfungszone tat sich das reichste Erzmittel der Grube auf, in dem große Mengen gediegen Silber, Silberglanz und lichtes Rotgültigerz einbrachen. Im März 1837 wurde innerhalb von drei Tagen 47,5 kg Silber gefördert. Dieser Bereich wird in der alten Literatur als „Reiche Firste“ bezeichnet.

Der Obere und Untere Anton-Stollen wurden durch ein 33 m hohes Überhauen durchschlägig gemacht, was der Grube Wetterlosung verschaffte.

Witticher Strecke

Beim Auffahren der sog. Witticher Strecke nach ENE traf man den 165° streichenden Heinrich-Gang, der über die Sohle vollständig abgebaut wurde (der Gang lieferte hauptsächlich Silber, während er an Kobalterzen arm war). Später wurde noch die N-S streichende, rosa Schwerspat führende Felix-Kluft angetroffen, wo man jedoch keine Vererzungen antraf. Der bis dahin 120 m lange Witticher Querschlag wurde um weitere 208 m verlängert, ohne dass man bedeutendere Mineralisationen abkreuzte.

Erlöse des Grubenbetriebs

Neben dem Grubeneingang war das „Scheidhaus“, wo in Handarbeit die Erze vom tauben Gestein geschieden wurden, zum Teil 10 bis 50 Pfund schwere Blöcke mit 85 Prozent Silbergehalt. 1837 waren 54 Arbeiter mit der Aufbereitung beschäftigt, 28 Knappen schafften unter Tage.

Die größten Erlöse des Grubenbetriebes wurden in den Jahren 1836 bis 1840 erwirtschaftet. In den Jahren 1834 bis 1850 wurden über 737 kg Silber und über 189 t Kobalterze produziert. Die Silbererze wurden im Poch- und Hüttenwerk in Mulden/Münstertal im Südschwarzwald geschmolzen, die Kobalterze wurden zum Teil nach Sachsen verkauft oder im Blaufarbenwerk in Alpirsbach zu Smalte verarbeitet.

Stilllegung

Die Produktion wurde 1850 offiziell eingestellt, der Betrieb ging aber noch mit sehr schwacher Belegung weiter. Die Grube wurde  am 01. Mai 1861 stillgelegt.

Wiederaufwältigung

Im Herbst 1950 wurde die Grube von der Erzbergbau Wildschapbach GmbH wieder aufgewältigt. Der Bruch in der Lettenzone vor dem Anton-Gang und ein großer Bruch südlich des Stollenkreuzes wurden geräumt, das Stollenmundloch ausgebaut und im Rahmen der Untersuchung von Uranerzvorkommen im Schwarzwald die Grube in den folgenden Jahren eingehend untersucht.

Nutzung heute

Heute befindet sich auf der Halde des Unteren Anton-Stollens und in den Untertagegebäuden das Geowissenschaftliche Gemeinschaftsobservatorium Schiltach.

Aufgaben Observatorium

Hauptaufgaben des BFO:

Z

Erfassung und Analyse von Deformationen des Erdkörpers

Z

Erforschung der freien Eigenschwingungen der Erde zur Bestimmung der Materialeigenschaften im tiefen Erdinneren

Z

Erfassung zeitlicher Änderungen des Erdschwere- und des Erdmagnetfeldes

Z

Untersuchung und Verbesserung geophysikalischer Beobachtungsverfahren und der dazu verwendeten Instrumente

Dank einer außergewöhnlich hohen Datenqualität gehört das BFO zu den besten Stationen des globalen Netzwerkes seismischer Stationen (GSN). Die störungsfreie Messumgebung und die Empfindlichkeit der Messinstrumente ermöglichten weltweit einzigartige Beobachtungen und die Entdeckung neuer Phänomene, die unmittelbar zu einem verbesserten Verständnis des Systems Erde beigetragen haben. Alle Datensätze werden über internationale Datenzentren in Nahe-Echtzeit publiziert und sowohl wissenschaftlichen Projekten als auch der breiten Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ausstattung Observatorium

Das BFO ist mit über 30 Sensoren ausgerüstet. Die Messdaten werden mit mehreren unabhängigen Systemen digital erfasst und gespeichert. Damit besitzt das BFO die notwendige instrumentelle Ausstattung, um Deformationssignale durch lang- und kurzperiodische seismische Wellen, Gezeitenkräfte und Umwelteinflüsse sowie die Komponenten des Erdschwere- und Erdmagnetfeldes redundant und mit größtmöglicher Präzision zu registrieren.

Die Messinstrumente befinden sich in einer Tiefe von ca. 170 m unter der Erdoberfläche und in bis zu 700 m Entfernung vom Stolleneingang. Die Sensoren stehen in einer thermisch sehr stabilen Umgebung und sind durch zwei Druckschleusen vor Störungen durch meteorologische Luftdruckschwankungen geschützt.

Textquellen

Bliedtner, Michael & Martin, Manfred: Erz- und Minerallagerstätten des Mittleren Schwarzwaldes – eine bergbaugeschichtliche und lagerstättenkundliche Darstellung, Geologisches Landesamt Baden-Württemberg, Freiburg i.Br. 1986.

Quelle Video

Lehrvideo über den Einsatz empfindlicher Seismometer im Geowissenschaftliche Gemeinschaftsobservatorium Schiltach aus dem videobasierten Brückenkurs des KIT (iBRIDGE) für Studierende in das Masterstudium Geophysik https://www.zml.kit.edu/iBridge.php.

Grube Krunkelbach, St. Blasien-Menzenschwand

Grube Krunkelbach, St. Blasien-Menzenschwand

Das Bergwerk Krunkelbach am Ostermontag 2023 bzw. die heute noch zu erkennenden Überreste. Das Foto zeigt den Verfüllbereich vor dem Stollenmundloch, der über mindestens drei Drainageleitungen in den „links“ direkt angrenzenden Krunkelbach entwässert wird.

Chronologie

Grube Krunkelbach oder Grube Hans Paul (1961 bis 1992)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Schwarzwald v.a. durch den Bergbauingenieur Otto Leible, dem späteren Direktor der Gewerkschaft „Finstergrund“ und dem späteren Präsidenten des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg, Franz Kirchheimer, nach Uranvorkommen gesucht. Bereits im Jahr 1949 fand Leible bei Sulzburg, Eisenbach und Wittichen Uranerze mit 0,3-0,5 % Uran.

Das Geologische Landesamt in Freiburg wurde seitens des Wirtschaftsministeriums angewiesen, insbesondere die Vorkommen bei Wittichen näher zu untersuchen, was in den Folgejahren auch sehr intensiv geschah. Im Abschlussbericht Kirchheimers von 1957 wird Menzenschwand nicht erwähnt und war bis 1960 als Lagerstätte praktisch unbeschrieben und das als einzig abbauwürdiges Uranvorkommen in Baden-Württemberg.

Am 5. Mai 1957 entdeckten zwei Freiburger Geologiestudenten, auf der Suche nach Flussspat, Uranglimmer im Uferbereich des Krunkelbaches. Im April 1959 fand ein Stuttgarter Diplomand eine radioaktive Anomalie, die er im Auftrag des Landesamtes noch im gleichen Jahr untersuchen sollte.

Im August 1960 erteilte das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg der niedersächsischen Gewerkschaft „Brunhilde“ die Untersuchungsermächtigung für das Gebiet um Menzenschwand. Dies war der Startschuss für eine im Schwarzwald wohl einzigartige und vergleichsweise nur sehr kurze, dafür aber sehr streitbehaftete Bergbaugeschichte (31 Jahre) in einem Spannungsfeld zwischen politischen und wirtschaftlichen Interessen, dem Naturschutz, der Atomkraftgegener und v.a. auch den Interessen der Einheimischen, v.a. dem Fremdenverkehr. Besonders pikant an der „Bergbaugeschichte“ im Krunkelbachtal ist, dass die Gewerkschaft zu keiner Zeit über eine Konzession zum Abbau verfügte, sondern lediglich zur Untersuchung/Prospektion.

Die Grube Krunkelbach (Grube „Hans Paul“) entstand aus ersten übertägigen Baggerschürfen am 09. August 1961 in den  Moräneablagerungen, die in ca. 6 m Tiefe den ersten mutmaßlich abbauwürdigen Uranerzgang im Bärhaldegranit freilegten.

Die Gewerkschaft „Brunnhilde“ betrieb bereits seit 1955 bei Ellweiler (Kreis Birkenfeld, Rheinland-Pfalz) einen Tagebau auf Uranerz und seit 1957 eine großtechnische Uranaufbereitungsanlage, in der später auch das Uranerz aus Menzenschwand zu einem pulverförmigen Konzentrat (Ammoniumdiuranat), dem sogenannten „yellow cake“ verarbeitet wurde.

Bei den „Untersuchungen“ stellte sich schon bald heraus, dass es sich bei dem Vorkommen im Krunkelbachtal um die größte westdeutsche Lagerstätte mit einem Urangehalt von 1,4 % handelt.

In Menzenschwand wurden in den 31 Jahren des Grubenbetriebes (ohne formelle Abbaugenehmigung) insgesamt 100.000 t Uranerz gefördert, aus dem 720 t Uran gewonnen wurden.

Die Lagerstätte

Die Lagerstätte liegt im Bärhaldegranit, einer Intrusion in die Migmatite der Zentralschwarzwälder Gneismasse.

Das eigentliche Uranvorkommen hat eine nachgewiesene Teufenerstreckung von mindestens 500 Höhenmeter. Die Lagerstätte besteht im Wesentlichen aus Quarz-Baryt-Fluorit-Gängen mit Pyrit, Pechblende, Hämatit und geringen Mengen anderer Sulfide.

Um eine zentrale, nicht uranvererzte Störung (Krunkelbachstörung) – eine 5 km lange Schrägabschiebung, sind verschiedene vererzte Störungen, die Erzgänge, angeordnet. Drei von fünf größeren uranvererzten Gängen sind abbauwürdig. Die Mächtigkeit der Erzgänge nimmt zur Teufe hin zu, die Mächtigkeiten schwanken deutlich (durchschnittlich 2,5 m) bis maximal 11 m.

Der Gesamturangehalt der Lagerstätte wird auf ca. 3.200 t geschätzt, von denen 1.000 t nachgewiesen und 700 t abgebaut wurden. Die Urangehalte schwanken zwischen 0,8 und 8 % U3O8.

Die Grube

Die Grube Krunkelbach (Grube „Hans Paul“) entstand aus ersten übertägigen Baggerschürfen am 09. August 1961 in den  Moräneablagerungen, die in ca. 6 m Tiefe den ersten mutmaßlich abbauwürdigen Uranerzgang im Bärhaldegranit freilegten. Die Vererzung erhielt die Bezeichnung Gang 1.

In drei weiteren Schürfen wurde die 2,5 m mächtige Gangstruktur über eine Strecke von 25 m weiter erschlossen, bei den Wegebauarbeiten wurde ein zweiter Gang mit 2 m Mächtigkeit angetroffen. Insgesamt wurden dabei 300 t erzhaltiges Material zur Versuchsaufbereitung nach Ellweiler abgefahren. Im Jahr 1962 wurden ca. 1.500 t Uranerz gefördert, in dem 31 verschiedene Uranmineralien nachgewiesen wurden, was das Vorkommen zu einem der mineralreichsten Lagerstätten des Schwarzwaldes machte.

Nachdem man sich nun ein Bild über die übertägigen Vererzungen gemacht hatte begann man zur weiteren Untersuchung 1962 (Stollen I) bzw. im Februar 1963 (Stollen II) mit der Auffahrung von zwei Stollen.

Wegen diverser Streitigkeiten ruhten die Arbeiten vom September 1963 bis in das Jahr 1972. Bis dahin waren in den beiden Stollen insgesamt 200 m Grubenbaue angelegt.

Nach Wiederaufnahme der Arbeiten nach 1972 wurde der Stollen I schon bald aufgegeben. Der Stollen II wurde bis Ende 1973 auf 349 m verlängert. Um den 50 m vom Stollenmundloch entfernten Gang 13 zur Teufe hin zu erkunden, wurde ein Blindschacht angelegt, der im Laufe des Jahres 1974 auf insgesamt 68 m abgeteuft wurde. In 30 m und 60 m Teufe wurden zwei Sohlen zur Erzförderung angesetzt. Im Jahr 1974 förderten 10 Mann unter Tage insgesamt 2.592,26 t Uranerz, aus denen 23,56 t U3O8 gewonnen werden konnten.

Zu Beginn des Jahres 1976 ereignete sich mit einem größeren Bruch der erste ernsthafte Bergschaden in der Grube, der mit vorhandenem Fördermaterial aus den Untersuchungsstrecken der 60 m Sohle verfüllt werden konnte.

Zwischen Juli und Oktober 1976 wurde der Blindschacht weiter auf 98 m abgeteuft. Mit Beginn der 1980er Jahre waren die reichsten Lagerstättenteile über der 90 m Sohle weitgehend abgebaut, so dass der Blindschacht bis 1982 auf 219 m abgeteuft wurde. Alle 30 m Teufe wurden bis zu 100 m lange horizontale Sohlen, die den eigentlichen Erzkörper erschlossen, aufgefahren. Zu Beginn des Jahres 1984 wurde der Blindstollen auf 241,5 m vertieft.

Stilllegung

Am 07. September 1989 wurde eine „öffentlich-rechtliche Vereinbarung“ über die Beendigung der bergbaurechtlichen Aktivitäten in den Erlaubnisfeldern „Menzenschwand“ und „Belchen-Hoffnung“ abgeschlossen.

Die Gewerkschaft „Brunhilde“ legte einen Abschlußbetriebsplan vor. Uranerze mit mehr als 0,25 % U3O8 wurden zwischen Februar und Juni 1991 insgesamt 5.477,86 t Uranerz aus der Grube entnommen (magazinierte Reserven) und zur Verarbeitung nach Bessines sur Gartempe (Frankreich) abgefahren.

Anschließend wurden zum Fluten der Grube alle Wettertüren entfernt, der Blindschacht mit Stahlträgern abgedeckt und über Tage die Haldenflächen eingeebnet und mit verdichtetem Mutterboden bedeckt, um die Radonexhalation zu unterbinden, Klärteiche verfüllt und letztlich das Stollenmundloch sicher verschlossen und das Grubengelände landschaftsgerecht gestaltet.

Kenndaten
Betriebsdaten

Übertägig waren mehrere Verwaltungs- und Arbeitsgebäude sowie kleinere Halden vorhanden.

In der Grube Krunkelbach wurden in 31 Betriebsjahren über einen 249,5 m tiefen Blindschacht, auf insgesamt neun Sohlen und einem 4.300 m langen Streckennetz 100.000 t Uranerz gefördert.

Förderung

Die Streckenauffahrung und die Förderung erfolgten gleisgebunden in Grubenhunten mit ca. 1 t Verfassungsvermögen. Die Förderung im Schacht erfolgte als Kübelförderung.

Grubenwasser

Das Grubenwasser wurde zur Sedimentation der relevanten Radionuklide auf die 0 m Sohle in eine Wasseraufbereitungsanlage in einer alten Untersuchungsstrecke gepumpt. Das gereinigte Grubenwasser floss dann nacheinander in drei Klärteiche, von wo aus es in den Krunkelbach geleitet wurden.

Erzaufbereitung

Das Erz wurde mit Lkw nach Seebrugg am Schluchsee gefahren und dort zum Weitertransport zur Aufbereitungsanlage nach Ellweiler auf die Schiene verladen.

Verwendung des Uran

Das in der Aufbereitung hergestellte Urankonzentrat wurde an bundesdeutsche  Energieversorgungsunternehmen verkauft und von diesen zu Kernbrennstäben verarbeitet.

Es geht um die Schürfrechte der Gewerkschaft Brunhilde und ihren Antrag auf gewerblichen Abbau von Uran in Menzenschwand (Gemeinde St. Blasien).

Die Bergbaugemeinschaft Brunhilde wollte in Menzenschwand Uranerz abbauen. Die weltweiten Uranreserven und Fördermöglichkeiten wurden überschätzt.

Was mit dem bis dato abgebauten Uranerz geschah und wie die Gewerkschaft Brunhilde mit der Saarberg-Interplan agierte (Gespräch mit Peter Diehl, BUND).

Die Audiostreams werden auf der Webseite „Radio Dreyeckland“ unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland Lizenz zur Nutzung angeboten.

CC BY NC SA

Textquellen

Markl, G. & Wolfsried, S. (2011): Das Uran von Menzenschwand – Geschichte, Lagerstätte, Mineralien. 140 S., Christian Weise Verlag.

Steen, H. (2004). Geschichte des modernen Bergbaus im Schwarzwald. 488 S., Verlag: Books on Demand, Norderstedt.