Oberaudorf: Höhlenwanderweg zum Grafenloch

Der Oberaudorfer Höhlenweg verbindet mehrere höchst ungewöhnliche Stätten zu einer spannenden und abwechslungsreichen Wanderung.

Vom Ortszentrum geht es über das Heimatmuseum „Audorfer Museum“ und dem Höhlenhaus Weber an der Wand zum Luegsteinsee.

Am See vorbei und und am Ende des Sees der Beschilderung zum Grafenloch folgen. Durch den Wald hinauf am Rossstall vorbei über die Treppe ins Grafenloch. Anhand der eindrucksvollen Mauerreste der Höhle lässt sich studieren wie im Hoch- und Spätmittelalter eine ritterliche Höhlenburg aussah.

Durch archäologische Untersuchungen im Jahre 2008 wurde die Bedeutung der Höhlenburg Grafenloch als Anlage des 10. bis frühen 13. Jahrhunderts erkannt. Die spektakuläre Lage in senkrechter Wand begeistert jeden Besucher.

Infomaterialien

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Oberaudorf

Höhlenwanderweg zum Grafenloch – keine Infomaterialien vorhanden!

Schönau: „Geologie erleben“ – „Wasser und Eis“ überm Königssee und unterm Watzmann

© Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

GeoAlpina – Violetter Weg

Etappe A41: Kärlingerhaus – Königssee

Mitten im Nationalpark lassen sich beim Abstieg vom Kärlingerhaus nach St. Bartholomä geologische Besonderheiten entdecken: Formen im Gestein, die Wasser und Eis modellierten!

Die Etappe verläuft die meiste Zeit im Dachsteinkalk der Trias – also eigentlich wandern wir auf einem versteinerten, über 200 Millionen Jahre alten Meeresgrund. Damals herrschten Bedingungen wie heute in der Karibik. Warmes Meerwasser einer Lagune umspült unsere Füße; Riesenmuscheln, Korallen, Meeresschnecken und Fische sind im klaren Wasser häufig. Die abgestorbenen Reste dieser Meerestiere sanken auf den Grund – und das über Jahrmilllionen. Es türmte sich im Lauf der Zeit Schicht auf Schicht zu dem heute 1000 m dicken Dachsteinkalk auf, der seit der Alpenbildung als Watzmann über dem Königssee thront. So herausgehoben haben Wasser und Eis leichtes Spiel, den Berg zu „verwunden“: Karren und Schrofen, Gletscherschliffe und steinerne Naturbrücken sind die Folge. Und langsam, aber sicher wird eines fernen Tages der Schwemmfächer des Eisbachs das andere Ufer erreicht haben und den Königssee in einen oberen und einen unteren See geteilt haben …

Wegbeschreibung

Der Wegweiser am Kärlingerhaus zeigt das Via Alpina-Logo und eine Wegzeit von 3 ¾ Stunden bis St. Bartholomä.

Sicherheitshinweis

Die hier beschriebenen Wege verlaufen teilweise in hochalpinem Gelände. Sie sind an manchen Stellen absturzgefährlich und ab und zu sind einfache Kletterstellen (mit Drahtseilsicherungen) zu meistern. Daher ist für bestimmte Abschnitte Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Bergerfahrung Voraussetzung. Etappenweise sind viele Höhenmeter sowie lange Strecken zu bewältigen. Eine gute Kondition ist deswegen genauso unerlässlich wie die richtige Bergausrüstung.

Die meisten Wegabschnitte können nicht ganzjährig gegangen werden.

Bitte informieren Sie sich über Schwierigkeiten, etwaige Gefahren und den aktuellen Zustand der Route, zum Beispiel auf den Internet-Seiten der Via Alpina oder beim Deutschen Alpenverein.

Die Begehung der Touren erfolgt auf eigene Gefahr.

Geologische Sehenswürdigkeiten
GeoPunkt "Rundhöcker"

Die Kuppe links des Wegs am Kärlingerhaus besteht aus Dachsteinkalk. Sie sieht ein wenig aus, wie der Höcker eines Kamels, daher auch der geologische Name „Rundhöcker“. Solche Buckel entstehen, wenn ein Gletscher über einen unebenen Gesteinsuntergrund fließt. Im Gletscher fest eingefrorene Steine schmirgeln wie eine Feile den Boden, über den der Gletscher fließt, rundlich glatt. 

GeoPunkt "Karren"

Etwa 400 m entlang des Weges vom Startpunkt Kärlingerhaus trifft man unterhalb einer Felswand aus Dachsteinkalk auf rätselhafte, tiefe Einschnitte im Fels. Es sind sogenannte Karren. Feine Risse und Klüfte im Kalk werden durch das leicht saure Regenwasser über die Jahrtausende immer mehr aufgeweitet. Denn der „saure“ Regen löst Kalk ähnlich wie Essig oder Zitronensäure beim Putzen die Kalkflecken auf der Spüle löst.

GeoAussichtspunkt "Watzmann"

Und ein kurzes Stück weiter zeigt sich zum ersten Mal das beeindruckende, mächtige Watzmann-Massiv. Es besteht im hier sichtbaren höheren Teil aus gut gebanktem Dachsteinkalk. 

Geopunkt "Karstgasse"

An der Saugasse geht es steil in Serpentinen nach unten. Die Saugasse ist als Karstgasse entlang einer insgesamt über 4 km langen Störung angelegt. Den letzten Schliff erhielt die Schlucht, als hier während der letzten Eiszeit Gletschereis vom Steinernen Meer zum Königssee floss. Ob der Wasserspiegel des frühen Funtensees so hoch reichte, dass er zeitweilig einen Überlauf durch die Saugasse hatte, kann spekuliert, aber nicht belegt werden. 

GeoPunkt "Karren auf Gletscherschliff"

Am Ende der Saugasse kommen wir in das Gelände der ehemaligen Unterlahner-Alm. Die Almhütten sind längst verfallen, der Wald hat die ehemaligen Wiesen zurückerobert. Im Kalkgestein am Wegrand lassen sich mit etwas Glück Querschnitte von Muscheln finden. Sie sind als „Kuhtritt-Muscheln“ bekannt, denn – bei entsprechender Größe – sieht es aus, als hätte eine Kuh einen Klauenabdruck im Gestein hinterlassen. 

Besondere Aufmerksamkeit verdient eine helle südseitige Wand: Die „Wellenkämme“, die sich über die Wand hinziehen, wurden vom Gletschereis geschaffen. Die Eisbewegung durch das Tal hat feine Härteeunterschiede im Kalkstein herausgearbeitet. Als sich das Eis zurückgezogen hatte und der Gletscher verschwunden war, floss Regenwasser über die Wand und hat in senkrechten Rillen (Karren) den Kalkstein angelöst. Ungefähr 10.000 Jahre hat es gedauert, bis die Rillen so tief waren, denn solange liegt das Ende der letzten Eiszeit zurück. 

Kurz darauf werden die Quellen des Schrainbachs rechts des Wegs passiert. In der Karte steht hier „Hachelklause“ geschrieben. 

 

Schon gewusst?

Klausen waren Sperrwerke über eine Talung, mit denen ein Bach aufgestaut werden konnte. Unterhalb der Klause wurde Triftholz eingeworfen und mit dem Öffnen der Klause transportierte der Wasserschwall das Holz bachab – hier in den Königssee.

GeoPunkt "Wasserfall und Naturbrücke am Schrainbach"

Das Tal des Schrainbachs endet hier als Hängetal mehr als 200 m über dem Wasserspiegel des Königssee. Die Eintiefung des Seitentals durch den Bach konnte nicht mit der Eintiefung des Haupttals durch den Gletscher Schritt halten. Der Schrainbach stürzt in Kaskaden durch eine Klamm und die letzten 80 m als Wasserfall in den Königssee. Bemerkenswert ist neben dem Weg eine Naturbrücke, die der Bach ausgespült hat. 

Es folgen nur noch wenige Serpentinen und 500 m Wegstrecke knapp oberhalb des Königssees bis sein Ufer und der Eisbach erreicht sind.

GeoPunkt "Schwemmfächer"

Der Schwemmfächer des Eisbachs hat die typische Form einer Deltaschüttung. Die flache Neigung an der Geländeoberfläche geht mit dem Erreichen des Königssees in eine steile Flanke über. Die Schüttungen des Eisbachs haben den Königssee bei St. Bartholomä bereits auf 240 m Breite eingeengt und werden ihn in ferner Zukunft in einen vorderen und hinteren See teilen. Die Ablenkung des Eisbachs nach Süden durch eine Längsverbauung verzögert den Prozess. Nachschub an Ablagerungsmaterial liefern der Ramsaudolomit und der Karnisch-norische Dolomit des Watzmannmassivs. Beide Gesteine zerfallen kleinstückig und bilden Schutthalden am Fuß der Wände. Mit der Schneeschmelze und bei Starkniederschlägen wird dieses Material mobilisiert. Während der Eisbach des Schwemmfächers die meiste Zeit in seinem eigenem Schutt versickert und den Königssee nur unterirdisch erreicht, kann bei Hochwasser der Schuttfächer nicht passiert werden. Der Wanderer wird zu einer Brücke am Ausgang des Eisgrabens umgeleitet.

GeoAussichtspunkt "Watzmann-Ostwand"

Von einer Bank in St. Bartholomä aus (oder später – mit etwas Abstand – vom Schiff aus) kann man sich dann in Ruhe der Betrachtung der bei Bergsteigern berühmten Watzmann-Ostwand – höchste Wand der Ostalpen! – widmen. Die linke und untere Hälfte der Wand besteht aus massigem Dolomit mit Felsköpfen und Schuttrinnen. Die rechte und höhere Hälfte zeigt deutlich eine geneigte Schichtung. Der ehemals waagerecht abgelagerte Kalkstein wurde bei der Alpenbildung verkippt. Die Verwitterung hat in der Wand breite horizontale Treppenstufen im Dachsteinkalk herauspräpariert, die den Bergsteigern bei der Begehung der Wand als Rastplatz willkommen sind.

 

Dachsteinkalk

Der Dachsteinkalk wurde vor 210 Millionen Jahren – in der als Trias bezeichneten Zeitperiode der Erdgeschichte – als gebankter Kalkstein am Rand eines Ozeans abgelagert. Gute Bankung kennzeichnet einen ruhigen Ablagerungsbereich: Hier war es eine Meereslagune hinter einem Riffgürtel, in die zeitweilig Tonschlamm eingetragen wurde. Die dünnen Tonsteinlagen trennen den Kalkstein zu Bänken. Die Schichtfolge wurde erstmals vom Dachstein in Österreich beschrieben und erhielt davon ihren Namen. 

 

Wer früh genug aufgebrochen war und noch Zeit und Kondition hat, dem kann – neben einer Einkehr im Biergarten von St. Bartholomä – der Abstecher zur Eiskapelle unterhalb der Watzmann-Ostwand empfohlen werden. (Aber nicht das letzte Schiff verpassen: Keine Übernachtungsmöglichkeit in St. Bartholomä!)

Tipp: Abstecher zum Geotop Eiskapelle

Die Eiskapelle ist ein Firnfeld, das trotz der 2000 m höher liegenden sommerlichen Schneegrenze das ganze Jahr über besteht. Der Grund hierfür sind die enormen Schneemassen, die im Winter und Frühjahr vor allem in Form von gewaltigen Lawinen aus der Wand abgehen und so das Firnfeld nähren. Das Innere des unscheinbaren Firneisfleckens bildet ein gangförmiger Hohlraum, die so genannte Eiskapelle. Ihr Eingang gleicht einem Gletschertor, das im Sommer bis über 30 m Breite und 15 m Höhe erreicht. Die Eiskapelle ist eines von „Bayerns schönsten Geotopen“.

Die Eiskapelle ist ständig einsturzgefährdet. Vor dem Betreten wird dringend gewarnt!

Mit der Fahrt im Schiff von St. Bartholomä über den Königssee endet die Etappe. Die Felswände, die in den See reichen, sind aus Dachsteinkalk aufgebaut.

Infomaterialien

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Schönau

„Geologie erleben“ – „Wasser und Eis“ überm Königssee und unterm Watzmann – keine Infomaterialien vorhanden!

Ludwigsstadt: „Geologie erleben“ – Vom Trogenbachtal zu den Schieferbrüchen am Eisenberg

© Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

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Der  Eisenberg mit der Aussichtsplattform am Schallersbruch bietet herrliche Ein- und Ausblicke in das einst größte Schieferbergbaurevier Bayerns.

Schiefer ist das Gestein des Jahres 2019. Rund um den Eisenberg bei Ludwigsstadt im Frankenwald gibt es zahlreiche Spuren eines einst regen Schieferabbaus. Ein geologischer Lehrpfad, der Geopfad Eisenberg, informiert über die Geologie und Bergbaugeschichte. Am Geopfad liegt auch der Schallersbruch. Mit seiner mehr als 40 Meter in die Tiefe ragenden Abbauwand, die von der Aussichtsplattform bestaunt werden kann, ist er der landschaftlich beeindruckendste Schieferbruch der Gegend. Bis zu 20 Arbeiter bauten dort jährlich 400 Tonnen Schiefer ab. Daher wurde der Schallersbruch vom LfU als „bayerischer Repräsentant“ auserkoren.

Während die Schieferbrüche langsam von der Natur zurückerobert werden, sind die Orte mit ihren blau-schwarzen Schieferdächern und -fassaden immer noch charakteristisch.

Als der Frankenwald vor rund 340 Millionen Jahren in der Karibik lag, lagerte sich in einem tropischen Meer feiner Ton ab. Er wurde später durch Druck- und Temperaturerhöhungen in Schiefer umgewandelt.

Wegbeschreibung

Den Schallersbruch erreicht man über den Geopfad Eisenberg aus verschiedenen Richtungen.

Bei einer Anreise mit dem Auto parkt man am Ortsende neben dem Hundesportplatz und geht zu Fuß einen Teil des Geopfades Eisenberg. Den Hundesportplatz lässt man dabei rechts liegen und folgt den Wegweisern „Geopfad Eisenberg“. Etwa auf halber Strecke überquert man eine beeindruckende Schieferhalde, die dem „Liebes Dachschieferbruch“ angehört. Auf der Halde befindet sich eine Infotafel mit Erläuterungen zum Bergbau. Man folgt den Wegweisern des Geopfades weiter bis zum Schallersbruch. Für den Rückweg kann man den Rundweg des Geopfades bis Ludwigsstadt folgen, oder man geht denselben, kürzeren Weg wieder zurück.

Bei einer Anreise mit der Bahn, erreicht man das Schiefermuseum Ludwigsstadt in nur wenigen Gehminuten. Dieses ist der Ausgangspunkt des Geopfades Eisenberg. Am Museum befindet sich eine Übersichtstafel mit dem Verlauf des Geopfades an dem sich der Schallersbruch befindet.

Infomaterialien

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Ludwigsstadt

„Geologie erleben“ – Vom Trogenbachtal zu den Schieferbrüchen am Eisenberg – keine Infomaterialien vorhanden!

Leutasch: „Geologie erleben“ rund um das Reintal – Spuren früherer Katastrophen

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GeoAlpina – Roter Weg

Etappe R45: Meilerhütte – Reintalangerhütte

Von der Meilerhütte über Ludwigs Königshaus am Schachen bis zur Reintalangerhütte am Fuße der Zugspitze sind frühere Naturkatastrophen noch gut erkennbar.

Diese Etappe führt von der Meilerhütte bergab zum Schachen und zur Bockhütte im Reintal, dann im Reintal wieder ansteigend zur Reintalangerhütte.

Gleich unterhalb der Meilerhütte ist mit der Meilerhütten-Breccie die erste Naturkatastrophe ersichtlich. Die Komponenten dieses Gestein wurden durch Unwetter vor Millionen von Jahren in eine Schlucht gespült,  anschließend verfestigt und später wieder freigelegt.  Die Schachen-Breccie am Schachen deutet auf einen ehemaligen Steinschlag hin. Auch unten im Reintal führt der Weg auf einem Geomorphologischen Lehrpfad an zahlreichen Schuttkegel und Bergsturzablagerungen vorbei. Und das einstige Naturjuwel des Reintals – die Vordere Blaue Gumpe – ist ebenfalls durch eine Katastrophe entstanden und durch eine weitere wieder verschwunden.

Wegbeschreibung

In der nachfolgenden Beschreibung wird auf einige geologische Besonderheiten entlang der Via Alpina Etappe R45 eingegangen. Zu den Begriffen „GeoPunkt“ und „Geotop“ gibt es zusätzlich Wegpunkte, in denen auch die Geologie erklärt wird. Diese Wegpunkte werden weiter unten sowie in der Karte angezeigt und können ausgedruckt werden.

 

Geologische Zeittafel

Die geologische Zeittafel zeigt die Namen und die Abfolge der Schichten, die auf der Wanderetappe durchquert werden, und das Alter ihrer Ablagerung.

 

Start

Die Etappe beginnt an der Meilerhütte, die in Wettersteinkalk der Wetterstein-Formation gebaut wurde, der auch innerhalb der Hütte zu sehen ist.

 

Wetterstein-Formation

Das Sedimentgestein, aus dem auch die meisten Gipfel im Wettersteingebirge bestehen, wird nach diesem Gebirge „Wettersteinkalk“ genannt. Es wurde in einem flachen Meer vor etwa 236 Millionen Jahren gebildet. Der Wettersteinkalk entstand südlich seiner heutigen Lage in einem tropischen bis subtropischen Meer und wurde hauptsächlich von Schwämmen und Kalkalgen aufgebaut. Daher findet man im Schutt vereinzelt Fossilien, also versteinerte Tiere oder Pflanzen. Der Wettersteinkalk ist ein dickbankiger bis massiger, sehr reiner Kalkstein. Die bis 1.500 Meter dicken Schichten bauen den größten Teil des Wettersteingebirges auf. Neben dem Wettersteinkalk kommt auch der magnesiumreichere Wettersteindolomit vor, entlang dieser Via Alpina-Etappe allerdings nur an einer kleinen Stelle im unteren Teil des Abstiegs ins Reintal. Im Gegensatz zum Wettersteinkalk verwittert er in der Regel zu scharfkantigem Grus und bildet oft riesige Schutthalden.

Von der Meilerhütte aus ist in Richtung Süden das Leutascher Platt ersichtlich, das von Gletschern geformt wurde.

Gleich zu Beginn des Abstieges von der Meilerhütte auf dem markierten Wanderweg Richtung Norden bzw. Schachen fällt in der ansonsten eintönigen Kalksteinlandschaft das ungewöhnliche Gestein der Meilerhütten-Breccie auf.

Sicherheitshinweis

Die hier beschriebenen Wege verlaufen teilweise in hochalpinem Gelände. Sie sind an manchen Stellen absturzgefährlich und ab und zu sind einfache Kletterstellen (mit Drahtseilsicherungen) zu meistern. Daher ist für bestimmte Abschnitte Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Bergerfahrung Voraussetzung. Etappenweise sind viele Höhenmeter sowie lange Strecken zu bewältigen. Eine gute Kondition ist deswegen genauso unerlässlich wie die richtige Bergausrüstung.

Die meisten Wegabschnitte können nicht ganzjährig gegangen werden.

Bitte informieren Sie sich über Schwierigkeiten, etwaige Gefahren und den aktuellen Zustand der Route, zum Beispiel auf den Internet-Seiten der Via Alpina oder beim Deutschen Alpenverein.

Die Begehung der Touren erfolgt auf eigene Gefahr.

Geologische Sehenswürdigkeiten
Geotop "Meilerhütten-Breccie"

Die diffuse, durch Korngrößenunterschiede hervorgerufene Schichtung der Breccie sowie die scharfe Abgrenzung zu den umgebenden Wänden der Wetterstein-Formation deuten auf eine rapide Ablagerung durch fließendes Gewässer in einem Canyon hin. Die Größe der Breccien-Komponenten von teilweise über zwei Metern lässt auf eine große Transportenergie und kurze Transportwege schließen. Das sind Bedingungen, wie sie heute in tief eingeschnittenen Schluchten im Oberlauf vieler Gebirgsbäche z. B. nach einem Murenabgang vorkommen. In ihrer jetzigen exponierten Lage nahe des Grates bei der Meilerhütte kann die Breccie als Schluchtmaterial nicht abgelagert worden sein, sondern vermutlich in einer riesigen Schwemmebene, die während der beginnenden Alpenbildung vor etwa 25 Millionen Jahren zwischen Molassetrog (Tiefland nördlich der Alpen) und der damaligen Gebirgsfront lag.

Der Weg führt von der Meilerhütten-Breccie weiter abwärts zum Frauenalpl, dessen auffällig grüne Weiden mit der kargen Kalksteinlandschaft kontrastieren. Die Ursache hierfür liegt in der Geologie, denn es gibt in dieser Umgebung Gesteine der Raibl-Formation, die das Wasser besser speichern können als der Wettersteinkalk.

Breccie

Sedimentgestein, das überwiegend aus eckig-kantigen Bruchstücken („Komponenten“) vom gleichen oder von unterschiedlichen Gesteinen besteht. Im Gegensatz dazu enthält ein Konglomerat überwiegend gerundete Bestandteile. Beide Gesteinsarten werden durch natürlichen Zement wie Kalk, Quarz, Eisenhydroxid zusammen gehalten.

GeoPunkt "Frauenalpl"

Die hier vorkommenden verwitterungsanfälligen Sand- und Tonsteine der Raibl-Formation formen keine schroffe Landschaft mehr, sondern ein hügeliges Gelände. Vereinzelt kommen auch Rauchwacken der Raibl-Formation vor. Auf den wasserundurchlässigen Tonsteinen deutet das Vorkommen von Feuchtigkeit liebendem Scheuchzers Wollgras den feuchten Untergrund an.

 

Raibl-Formation (früher „Raibler Schichten“ genannt)

Die Schichten der Raibl-Formation wurden vor etwa 235 Millionen Jahren in einem Flachmeer abgelagert. Im Gegensatz zu vielen anderen Formationen der Nördlichen Kalkalpen, die überwiegend aus Kalksteinen bestehen, ist für die Raibl-Formation eine Wechsellagerung verschiedener Sedimentgesteine charakteristisch. Es kommen Kalke sowie Ton- und Sandsteine, vor. Ursache hierfür ist die Einschwemmung von Lockermaterial von einem nahe gelegenen Festland in das Flachwasserbecken. Teilweise wurde es vom offenen Ozean abgeschnürt und dampfte ein, wodurch örtlich Gips- und Dolomitgesteine entstanden. Wo später Grundwasser den Gips aus dem Gestein löste, blieben Dolomitbreccien und löchrige Rauhwacken zurück.

 

Danach geht es auf einem breiten Rücken mit einigen Serpentinen weiter bergab Richtung Schachen, einem einzigartigen Aussichtsbalkon, den bereits von weit oben sichtbar ist  umrahmt von den mächtigen Felsgipfeln des Wettersteingebirges. Von hier hat man auch herrliche Blicke ins Reintal.

GeoPunkt "Schachen-Breccie"

Oberhalb des Schachen zwischen ca. 1950 – 1850 m erkennt man am Weg die so genannte Schachen-Breccie. Das rund 480.000 Jahre alte Gestein ist verfestigtes Steinschlagmaterial.

 

Tipp

Am Schachen befindet sich neben dem Schachenhaus und dem sehenswerten, ab 1870 von König Ludwig II. im Schweizer Chaletstil errichteten Königshaus mit „Maurischem Zimmer“ der Alpengarten des Botanischen Gartens München.

Der bereits 1901 eröffnete Garten zeigt über 1.000 verschiedene Arten von Gebirgspflanzen aus aller Welt, informiert über die unterschiedliche Bodenbildung auf Wetterstein- und Raibl-Formation und vieles mehr. Er wird von Mitte Juni bis Ende August betreut und kann während dieser Zeit besichtigt werden.

Am Schachen angekommen führt ein kurzer Abstecher zum Aussichtspunkt am Schachen. Hier hat man einen phantastischen Blick in das Reintal. Es ist von Deutschlands höchsten Alpengipfeln umrahmt, die aus gewaltigen, teils senkrechten Kalkwänden der Wetterstein-Formation aufgebaut sind. Aufgrund der Steilheit kommt es im Reintal immer wieder zu Massenbewegungen, wie Bergstürzen oder Murenabgängen. Informationen zu den unterschiedlichen Arten von Massenbewegungen finden Sie unter https://www.lfu.bayern.de/geologie/massenbewegungen/index.htm.

Vom Schachen folgt man, fast ausschließlich im Wettersteinkalk, dem teilweise mit Stufen und Sicherungen versehenen Steig steil bergab ins Reintal und zur Bockhütte.

Von der Bockhütte verläuft der weitere Weg entlang der Partnach ansteigend durchs Reintal Richtung  Reintalangerhütte. Auch hier sind Spuren früherer Naturkatastrophen sichtbar. Die Stationen zwei bis sieben des Geomorphologischen Lehrpfads informieren hierbei über Wildbäche (Partnach), Muren und Steinschlag. Vor Ort gibt es keine nähere Informationen über den Lehrpfad. Internet-Informationen zum Reintal und zum Geomorphologischen Lehrpfad unter „Literatur“ oder  im „Reintal-Webgis“.

GeoPunkt "ehemalige Vordere Blaue Gumpe"

Auf dem Weg Richtung Reintalangerhütte kommt man an der ehemaligen Vorderen Blauen Gumpe vorbei. Dieser um das Jahr 1800 durch einen Bergsturz aufgestaute See – einst das landschaftliche Juwel des Reintals – wurde im August 2005 während eines zweitägigen Unwetters vollständig mit Schutt verfüllt.

GeoPunkt "Bergsturz Steingerümpel"

Eine weitere Besonderheit, den Bergsturz Steingerümpel, erreicht man nach einer weiteren kurzen Wanderung. Er staute vor etwa 500 Jahren die Partnach auf. Inzwischen hat sie sich unter dem Bergsturz durchgegraben. Eine Grafik veranschaulicht die Entstehung eines Bergsturzes.

GeoPunkt "Endmoräne"

Kurz vor der Reintalangerhütte quert die Via Alpina eine späteiszeitliche Endmoräne („Reintalanger-Stand“). Im Gegensatz zum heutigen Schneeferner, dem Gletscher der nur noch das oberste Zugspitzplatt bedeckt, reichte der Lokalgletscher im Reintal („Partnachgletscher“) vor etwa 11.000 Jahren noch bis hier herab. Im Moränenwall ist feines Material mit einigen größeren, gerundeten Blöcken gut sichtbar.

 

Moränen sind Schuttmassen, die durch den Gletscher transportiert und später wieder abgelagert wurden. Typisch dafür ist, dass Material verschiedenster Größen und unterschiedlichem Rundungsgrad darin enthalten ist. Am Höchststand der letzten Eiszeit (Würm) vor etwa 20.000 Jahren wurde das Wettersteinmassiv von zwei großen Ferneisströmen umflossen,  dem Werdenfelser Eisstrom im Osten und dem Fernpass-Eisstrom im Westen. Das Reintal selbst wurde aber nur durch die lokalen Gletscher der Zugspitze und der seitlichen Kare überformt. Moränen bedecken heute nur noch rund ein Prozent des Talbodens, da sie von jüngerem Schutt überlagert wurden.

 

Von diesem GeoPunkt sind es nur noch wenige Hundert Meter und man erreicht die idyllisch gelegene Reintalangerhütte, das Ziel dieser Tagesetappe.

Infomaterialien

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"Geologie erleben" rund um das Reintal - Spuren früherer Katastrophen

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Hof: „Geologie erleben“ im Stadtpark – Geopfad Theresienstein

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Der Geopfad Theresienstein im Hofer Stadtpark führt zu Punkten, die mit der spannenden Erdgeschichte Hofs zu tun haben. Die Sehenswürdigkeiten werden durch Infotafeln erläutert.

Wer hat nicht schon als Kind davon geträumt, mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit zu reisen, um feuerspeiende Vulkane zu erklimmen, Erdbeben zu erleben und nach verborgenen Schätzen im Berg zu suchen. Nichts leichter als das! Mitten durch den Hofer Stadtpark Theresienstein können Sie sich auf eine Reise in die abenteuerliche Vergangenheit begeben.

Der 6 km lange „Geopfad Theresienstein“ führt zu magischen Orten, Infotafeln erklären das erdgeschichtliche Geschehen.

Autorentipp

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Geologischer Garten und Erlebniswelt Boden

Wer noch mehr mehr über die Erdgeschichte erfahren und rund 50 Gesteine aus der Region (Frankenwald und Fichtelgebirge) kennen lernen will, sollte sich den Geologischen Garten und die Erlebniswelt Boden anschauen. Diese befinden sich im Zoologischen Garten (direkt am Ausgangspunkt der Tour). Natürlich gibt es hier auch Tiere zu sehen…

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Botanischer Garten

Abstecher in den Botanischen Garten möglich (kostenloser Eintritt)

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Einkehrmöglichkeiten

In der Nähe des Geopfads gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, z. B. (in der Reihenfolge der Tourbeschreibung) Zoogaststätte, Restaurant Olympia, Meinels Bas (mit Biergarten), Gaststätte Theresienstein (mit Biergarten), Essboutique.

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Brauerei Meinel

Ebenfalls direkt am Weg: Brauerei Meinel

Infomaterialien

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Hof

„Geologie erleben“ im Stadtpark – Geopfad Theresienstein – keine Infomaterialien vorhanden!

Aschau: „Geologie erleben“ an der Kampenwand – „Hoch oben auf dem Meeresgrund“

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GeoAlpina – Violetter Weg

Etappe A47: Auf der Kampenwand

Diese geologische Wanderung folgt der Via Alpina von der Bergstation der Kampenwandbahn vorbei am Staffelstein zur Steinlingalm. Sie führt mit einem Abstecher hinauf auf über 1.600 m zur Kampenwand.

Die Strecke ist mit 2,1 km recht kurz und der – bei Weglänge und -zeit nicht einberechnete – Rückweg wäre der gleiche. Bei einem Tagesausflug mit der Bergbahn bleibt also genug Zeit, die Geologie am Wegrand & in der Ferne zu erkunden. Der breite Hauptweg zur Steinlingalm unterhalb der Kampenwand ist einfach zu begehen und verlangt wenig Kondition. Für einen kurzen Abstecher nach der Sonnenalm ist auf schmalem Pfad Trittsicherheit gut. Wer noch zur Kampenwand hoch möchte, braucht Kondition und muss eine kleine Kraxelei mithilfe der Hände bewältigen.

Auf der Wanderung werden auf 2 Kilometern Wegstrecke die Ablagerungen von 20 Millionen Jahre Erdgeschichte durchquert. Die Geschichte der Gesteine an der Kampenwand ereignete sich in der Triaszeit vor 240-220 Millionen Jahren. Wie fast immer, wenn Ablagerungsgesteine („Sedimente“) erhalten sind, wurden sie ursprünglich am Meeresboden abgesetzt. Etwa 130 Millionen Jahre später in der Kreidezeit war die Gebirgsbildung der Alpen dann in Gange: Durch die Plattenbewegung schlossen sich Ozeane, in der Folge kollidierten Kontinente und Meeressedimente wurden zusammengeschoben, verfaltet und übereinandergeschoben. Deshalb liegt alter Meeresgrund heute als Gestein hoch oben in den Bergen.

Wegbeschreibung

Wenn … der Himmel blau und die Fernsicht unendlich ist … dann beginnt die Wanderung mit einem Paukenschlag.

Geologische Sehenswürdigkeiten
GeoAussichtspunkt "Tauernblick"

50 m von der Bergstation kann man auf einer Bank Platz nehmen und über herbeigeschaffte ortstypische Gesteinsblöcke hinweg Berchtesgadener Alpen, Steinernes Meer, Loferer Steinberge, Hohe Tauern und Wilden Kaiser anpeilen.

Hallo Afrika! Das ist keine schlechte Einleitung für diese geologische Wanderung: Der Blick in Richtung Afrika ist auch ein Blick in die geologische Vergangenheit. Die Gesteine, die wir heute sehen werden, wurden nämlich weit im Süden im Meer auf der späteren afrikanischen Platte abgelagert. Als sich bei der Alpenbildung der Ozean zwischen afrikanischer und europäischer Platte schloss und die Kontinente kollidierten, wurden die alten Meeresablagerungen weit auf die europäische Platte herübergeschoben. Wie weit lässt sich erahnen, wenn man erfährt, dass die Nahtstelle zwischen den beiden Platten von hier aus hinter (!) den Hohen Tauern liegt.

Beiderseits des Wegs ist hier Weidegelände. Wiesen deuten meist auf Gesteine im Untergrund hin, die zu Tonen verwittern und dadurch Feuchtigkeit gut speichern können und auf denen Quellen austreten, an denen das Vieh getränkt werden kann. Hier sind es die Ton- und Mergelsteine der Partnach-Formation.

Mergelsteine sind kalkreiche Tonsteine. Wird bei der Verwitterung der Kalk weggeführt, dann bleibt Ton übrig.  Feuchter Ton ist ziemlich rutschig.  Das zeigt sich bei Nässe in dem Pfad, der kurz nach der Sonnenalm mit Wegweiser Richtung Steinbergalm nach rechts unten führt.

Formation

Als Formation bezeichnet der Geologe eine im Gelände leicht unterscheidbare und in Karten gut darstellbare Gesteinseinheit. Sie ist durch eine genaue Gesteinsbeschreibung an einem bestimmten Ort („Typlokalität“) definiert. Bei der Partnach-Formation liegt die Typlokalität an der Partnach im Wettersteingebirge.

GeoPunkt "Partnach-Formation"

Ein kleiner Abstecher auf diesem Pfad führt zu anstehenden Ton- und Mergelsteinen der Partnach-Formation und zu  Kalksteinbänken, die dazwischen eingeschaltet sind. Die Kalksteine enthalten Einschlüsse von Pyrit, einer Eisen-Schwefel-Verbindung, die rostig verwittert. Der Schwefel im Gestein ist ein Anzeichen dafür, dass zum Zeitpunkt der Ablagerung am Meeresboden sauerstoffarme, reduzierende Verhältnisse herrschten. Die Partnach-Formation wurde in Meeresbecken abgelagert, die Wetterstein-Formation – der wir bald begegnen werden – auf den dazwischenliegenden Schwellen.

Geopunkt "Alpiner Muschelkalk"

40 m weiter den Weg abwärts steht die unter der Partnach-Formation liegende – und damit ältere – Schichtfolge des Alpinen Muschelkalks an. Sie besteht hier im höheren Teil aus dünnbankigen grauen Kalksteinen.

Genug des Abstechers und wieder auf dem Pfad hinauf: Diesmal gehen wir in der Schichtfolge von alt nach jung aufwärts vom Alpinen Muschelkalk durch die Partnach-Formation zur Wetterstein-Formation.

Der Kalkstein der Wetterstein-Formation – kurz: Wettersteinkalk – steht oben bankig im Hauptweg an und in Blöcken beiderseits des Wegs. Am Wegweiser zeigt der Blick in Richtung Sonnenalm einen großen Block von Wettersteinkalk mit einer Störungsfläche.

GeoPunkt "Störungsfläche"

Auf einer senkrechten, leicht gebogenen Fläche sind parallele Striemen zu sehen. An dieser Fläche hatten sich unter seitlicher Pressung zwei Gesteinsblöcke gegeneinander verschoben. Die Striemen zeigen die Bewegungsrichtung an. Der Block mit dem Gegenstück der Störungsfläche liegt abgekippt unterhalb. 

GeoPunkt "Wetterstein-Formation"

Der Kalkstein der Wetterstein-Formation begleitet den Wanderer jetzt ein ganzes Stück bis zu einem Aussichtspunkt mit Kreuz und bis zum Staffelstein. Der Wettersteinkalk baut auch die Felsmauer der Kampenwand auf und ist einfach deshalb das augenfälligste Gestein der Wanderung.

Die Wetterstein-Formation wurde vor etwa 235 Millionen Jahren auf Schwellen eines seichten Meers am Rande eines Kontinents abgelagert.  Der Wettersteinkalk entstand südlich seiner heutigen Lage in einem tropischen bis subtropischen Klima aus den versteinerten Schalen abgestorbener Lebewesen und Skelettresten ehemaliger Riffbewohner.

Als fast reiner Kalkstein zeigt der Wettersteinkalk Karren. So schöne Karren entstehen unter Bodenbedeckung, wenn eingesickertes „saures“ Regenwasser auf dem Fels abfließt und Kalk löst. Später ist dieser Felsblock gekippt, der Boden wurde weggespült und die Karren wurden freigelegt. 

Auch der beeindruckende Kletterfels des Staffelsteins besteht aus Kalkstein der Wetterstein-Formation.

Kurz darauf beginnt mit einer Geländemulde, die auf weichere Gesteine hinweist,  die jüngste Schichtfolge unserer Wanderung: die Raibl-Formation. Bisher sind wir im Aufstieg in immer jüngere Gesteine gekommen. Jetzt, im leichten Abstieg, müsste es eigentlich wieder in ältere Schichten gehen: Zeit, über den tektonischen Bau des Kampenwandgebiets zu reden.

GeoAussichtspunkt "Tektonik"

Die Tektonik beschäftigt sich in der Geologie mit dem Bauplan der Erdkruste und den stattfindenden oder stattgefundenen Bewegungen. Am Geopunkt Störungsfläche wurde ein tektonisches Thema angesprochen. Die angesprochene Alpenbildung ist ein  großes tektonisches Thema. Tektonik ist immer im Spiel, wenn Schichten nicht mehr horizontal und zusammenhängend so liegen, wie sie im  Meer abgelagert wurden, sondern an Störungen versetzt, verbogen oder in Falten gelegt wurden.

Hier an der Kampenwand sind die Schichten in Form einer großen Schüssel verbogen – der Geologe nennt es eine tektonische Mulde.  Die Wand der Schüssel wird vom Wettersteinkalk gebildet, in der Schüssel liegt die darüberliegende und jüngere Raibl-Formation und ganz in der Mitte als jüngste Schicht und Sahnehäubchen liegt der Hauptdolomit oben auf dem Sulten. Und tatsächlich lässt sich auch der Rand der Schüssel als ein Felszug von Wettersteinkalk in einem großen ovalen Ring um den Sulten herum verfolgen: Der Südrand wird von Hirschenstein, Staffelstein und Kampenwand gebildet, der Nordrand von Maiswand und Gedererwand. In der Abbildung wurde das digitale Geländemodell mit der geologischen Karte überlagert. Zu erkennen sind der oval und fast rundum laufende „Schüsselrand“ der Wetterstein-Formation (rosa), der „Schüsselinhalt“ aus Raibl-Formation (dunkelbraun) und das „Sahnehäubchen“ aus Haupdolomit (hellbraun).

Die Verbiegung der Schichten ist also der Grund, dass wir beim leichten Abstieg in die Schüssel hinein in jüngere Gesteinsschichten kommen. 

GeoPunkt "Raibl-Formation"

Die Raibl-Formation ist eine Schichtfolge mit einer breiten Palette von Gesteinen: Sandsteine, Tonsteine, Mergelsteine, Kalksteine, Dolomitsteine und Rauhwacken. Das liegt daran, dass sie küstennah abgelagert wurde. Flüsse haben Sand ins Meer geschüttet: Sandstein. Die feineren Bestandteile dieser Flussschüttungen wurden weiter draußen in ruhigen Becken abgelagert: Tonstein. Kamen hier in den Becken noch Schalenreste von kleinen oder kleinsten Meeresbewohnern dazu: Mergelstein (=Tonstein + Kalkstein). Tummelten sich auf Schwellen zwischen den Becken nahe der Meeresoberfläche im hellen und sauerstoffreichen Wasser reichlich Meeresbewohner wie Schnecken, Muscheln, Schwämme und Korallen: Kalkstein. Dampften im heißen Klima flache Meeresbecken ein: Dolomitstein (= magnesiumreicher Kalkstein) und Rauhwacke. Rauhwacken sind zellig-löchrige Kalk- oder Dolomitsteine.

Die Einmuldung im Gelände nach dem Wettersteinkalk zeigt in der Böschung braune Sandsteine. Danach folgen bis zur Umbiegung des Wegs Dolomite und Kalksteine der Raibl-Formation schön aufgeschlossen. Die für die Raibl-Formation charakteristischen Rauhwacken sind längs des weiteren Wegs zur Steinlingalm in Lesesteinen oder zwischen dem Wettersteinkalkschutt von der Kampenwand zu finden.

Geotop "Dolomitblöcke an der Steinlingalm"

Die Felsen an den Hütten der Steinlingalm sind so bemerkenswert, dass sie als geologisch bedeutsam zum Geotop erklärt wurden. Man könnte meinen, es handele sich um von der Kampenwand herabgekommene Felssturzblöcke. Aber dem ist nicht so. Die Blöcke sind mehr oder weniger da, wo sie die Verwitterung als Härtlinge von rauhwackenartigem Dolomit der Raibl-Formation herauspräpariert hat. Das umgebende weichere Gestein wurde weggewaschen oder weggelöst.

Jetzt lädt die Steinlingalm zu einer Einkehr ein. Danach kann man sich noch die anstrengenden etwa 170 m zur Gipfelschlucht der Kampenwand vornehmen. Im Aufstieg zeigen sich am Pfad noch einmal braune Feinsandsteine der Raibl-Formation. Im anstehenden Wettersteinkalk muss man dann schon mal für eine leichte Kraxelei die Hand an den Fels legen. Wegen abgespeckter Tritte ist hier Vorsicht geboten!

Geotop "Kaisersäle an der Kampenwand"

Die von weitem so schmal wirkende Gratmauer der Kampenwand enthält in Gipfelnähe eine Schlucht, die als „Kaisersäle“ bekannt ist. Hier führt der Weg zum Gipfel durch. Die Schichtflächen des Wettersteinkalk stehen fast senkrecht und Verwerfungen verlaufen in der gleichen Richtung. Gesteinsblöcke sind dadurch tiefreichend getrennt und so führt ein leichtes talwärtiges Kippen mit der Schwerkraft („Bergzerreißung“) zu gratparallelen, klaffenden Spalten.

Unsere geologische Wanderung endet hier, denn der weitere Aufstieg zum Ostgipfel hat eine ausgesetzte seilversicherte Stelle und verlangt Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und passende Ausrüstung. Der Rückweg zur Bergstation der Kampenwandbahn erfolgt auf dem gleichen Weg wie hinwärts.

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Aschau

„Geologie erleben“ an der Kampenwand – „Hoch oben auf dem Meeresgrund“ – keine Infomaterialien vorhanden!