Hof: Geologischer Garten im Zoologischen Garten

© Bayerisches Landesamt für Umwelt

Im Geologischen Garten sind zahlreiche Gesteine ausgestellt, Informationstafeln erläutern die Hofer Erdgeschichte und den Zusammenhang zwischen dem geologischen Untergrund und dem Boden. Interaktive Elemente laden ein, sich auch spielerisch mit den Themen Geologie und Boden auseinander zu setzen.

Der Geologische Garten bildet die Stadt Hof mit ihrer Umgebung ab. Die historische Altstadt ist aus Pflastersteinen nachgebaut, die Wasserkanäle stellen die Saale und ihre Zuflüsse dar. Die großen ummauerten Grünflächen sind die Landschaften der umliegenden Region mit ihren Gesteinen:

Die Gesteine des Fichtelgebirges

Das Fichtelgebirge im Süden von Hof ist von Phylliten, Glimmerschiefern und Graniten geprägt. Diese Granite leisten der Abtragung großen Widerstand. Es bilden sich daher kuppelartige Bergformen – Granitdome wie Ochsenkopf, Schneeberg, Kösseine oder Kornberg. Ist der Granit von Rissen durchzogen, verwittert dieser zu freistehenden Felstürmen, die wie aufeinander gestapelte Matratzen aussehen.

Die Gesteine der Münchberger Masse

Zwischen Frankenwald und Fichtelgebirge liegt eine fremdartige Gesteinsscholle – die Münchberger Masse. Sie wird von Gneisen und Amphiboliten aufgebaut sowie äußerst seltenen Gesteinen wie Eklogit. Manche dieser Gesteine entstehen nur unter besonders hohen Drücken und Temperaturen. Wie die exotische Gesteinsmasse hier her kam, ist bis heute ein Rätsel!

Die Gesteine in Frankenwald und Vogtland

Der Frankenwald mit seinem typisch grauen Schiefergestein bildet eine sanfte Hochfläche, die an der so genannten Frän­kischen Linie gegenüber der Umgebung um mehrere hundert Meter heraus gehoben wurde. Bäche, die von der Hochfläche hinunter zur Saale und zum Main fließen, haben daher tiefe Täler eingeschnitten. Neben dem Schiefer kommen immer wieder auch exotische Gesteine vor, die hier eigentlich nicht hingehören.

Die Gesteine verraten, dass die Hofer Gegend eine abenteuerliche Geschichte erlebt hat: Im Laufe der Jahrmillionen lag sie mal auf der Südhalbkugel, mal am Äquator. Es kam zu Vulkanausbrüchen, Gebirgsbildungen und Meeresüberflutungen.

Der Geologische Garten und die Ausstellung „Erlebniswelt Boden“ wurden 1994 als Beitrag zur Landesgartenschau angelegt. Die Ausstellung wurde 2011 und der Geologische Garten 2014 von der Stadt Hof und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt neu gestaltet. Bei der Neugestaltung des Geologischen Gartens war auch der Geopark Schieferland beteiligt. Gefördert wurden beide Teile durch das Bayerische Umweltministerium.

Hof und das „Variszische Gebirge“

Die Alpen mit ihren schneebedeckten Bergen kennt jeder. Aber dass die sanften Hügel von Frankenwald und Fichtelgebirge einmal genauso hohe Gipfel aufwiesen, mag erstaunen. Denn vor 300 Millionen Jahren gab es schon einmal ein Gebirge bei uns – das Variszische Gebirge. Über die Jahrmillionen haben Wind und Wetter die einst spitzen Gipfel in eine Mittelgebirgslandschaft verwandelt. Reste dieses Gebirges findet man nicht nur bei uns, sondern weltweit.

Der österreichische Geologe Eduard Suess schrieb 1888 in seinem berühmten Werk „Das Antlitz der Erde“:

Nirgends treten die Umrisse einzelner alter Gebirgskerne so deutlich hervor als bei Hof. Es ist daher entsprechend, dass der Name des Ge­birges nach Curia Variscorum (lat. Hof im Vogtland) das Variszische Gebirge genannt wird.

So wurde Hof namensgebend für eine heute noch prägende Gebirgsbildung, bei der Fichtelgebirge, Münchberger Masse, Frankenwald und Vogtland entstanden.

„Erlebniswelt Boden“

In der Ausstellung „Erlebniswelt Boden“ gibt es verschiedene Elemente zum Schauen, Staunen und Spielen. Sie ist daher auch für Kinder bestens geeignet.

Informationstafeln vermitteln einen kleinen Überblick über das Thema Boden.

Infomaterialien

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Hof

Faltblatt „Geologischer Garten“

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Hof

Steckbrief „Geologischer Garten und Erlebniswelt Boden im Zoologischen Garten Hof“

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Hof

Infotafeln „Erlebniswelt Boden“

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Hof

Broschüre „Gesteine Geologischer Garten“

Textquellen

Bayerisches Landesamt für Umwelt

Oberstdorf: „Geologie erleben“ – „Hinab in die Tiefen des Meeres“ vom Nebelhorn bis Oberstdorf

© Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

GeoAlpina – Violetter Weg

Etappe A66: Edmund-Probst-Haus – Oberstdorf

Von der Station Höfatsblick der Nebelhornbahn geht es steil hinunter nach Oberstdorf. Nicht anders geologisch: Einmal von der Küste Afrikas hinunter in die Tiefsee!

Die Wanderetappe führt auf der Via Alpina vom Edmund-Probst-Haus an der Station Höfatsblick der Nebelhornbahn 1.100 Höhenmeter im Abstieg hinunter nach Oberstdorf.

Wenn wir anfangs zwischen Kalk- und Dolomitgestein absteigen, dann befinden wir uns nicht wirklich an der Küste Afrikas. Vielmehr sind wir hier schon im flachen Meer, das den afrikanischen Festlandsockel (Schelf) überspülte.

Als vor Jahrmillionen Afrika auf Kollisionskurs mit Europa ging, wurde es im Meer dazwischen eng. Die Gesteine wurden verfaltet und als es noch enger wurde, schoben sich die Gesteinspakete in „Decken“ übereinander: Die Alpen entstanden und ein Teil der einstigen Meeresablagerungen vor der afrikanischen Küste kam so am Nebelhorn zu liegen.

Nach der Station Seealpe im Faltenbachtobel sehen die Gesteine ganz anders aus als oben am Berg: Eine enge Wechselfolge von hellen Sand- oder Mergelsteinen mit dunklen Tonsteinen. Solche Gesteinsfolgen entstanden, wo Schlammlawinen vom flachen Festlandsockel in die Tiefsee rauschten.

Wegbeschreibung

Geologische Zeittafel

Die geologische Zeittafel zeigt die Namen und die Abfolge der Schichten, die auf der Wanderetappe durchquert werden, und das Alter ihrer Ablagerung.

Sicherheitshinweis

Die hier beschriebenen Wege verlaufen teilweise in hochalpinem Gelände. Sie sind an manchen Stellen absturzgefährlich und ab und zu sind einfache Kletterstellen (mit Drahtseilsicherungen) zu meistern. Daher ist für bestimmte Abschnitte Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Bergerfahrung Voraussetzung. Etappenweise sind viele Höhenmeter sowie lange Strecken zu bewältigen. Eine gute Kondition ist deswegen genauso unerlässlich wie die richtige Bergausrüstung.

Die meisten Wegabschnitte können nicht ganzjährig gegangen werden.

Bitte informieren Sie sich über Schwierigkeiten, etwaige Gefahren und den aktuellen Zustand der Route, zum Beispiel auf den Internet-Seiten der Via Alpina oder beim Deutschen Alpenverein.

Die Begehung der Touren erfolgt auf eigene Gefahr.

Geologische Sehenswürdigkeiten
GeoPunkt "Dolomitstein von der Küste Afrikas"

Wer auf der steilen Asphaltstraße (bis Station Seealpe, dann Tobelweg) ins Tal absteigt, der sieht ab der zweiten Kurve unter dem Edmund-Probst-Haus fast nur noch die monotonen grauen Dolomitsteine des mächtigen Hauptdolomits (ca. 215. Mio. Jahre) am Straßenrand.

Dolomitstein

Dolomit ist dem Kalk ähnlich, enthält neben Kalzium aber noch Magnesium. Das liegt daran, dass dort, wo der Dolomit entstand – in flachen Lagunen auf dem Kontinentschelf – das tropisch warme Wasser soweit eingedampft war, dass das viele Magnesium nicht mehr in Lösung bleiben konnte und ins Gestein darunter wanderte.

An der Straßenbrücke über den Faltenbach wird auf einer Höhe von 1.680 m die so genannte Allgäu-Formation (200 – 165 Mio. Jahre) gequert. Typisch für sie sind die dunklen Mergelsteine (Mergel = Kalk + Ton). Der Faltenbach hat in die weichen, leicht ausräumbaren Gesteine sein Bachbett gelegt. Der Hauptdolomit hat bei der Alpenentstehung wie die Backen eines Schraubstocks die Allgäu-Formation eingequetscht. Ganz deutlich lässt sich der eingequetschte Teil als grasiger Streifen zwischen den „Schraubstockbacken“ des Hauptdolomits auf der gegenüberliegenden Talseite am Schattenberg erkennen.

Beim Weitergehen sind stellenweise die Schichtflächen des Hauptdolomits zur Straße hin geneigt. In so einer Lage können leicht ganze Schichtbänke abrutschen und Schaden anrichten.

Nach der Seealpe trifft der Wanderweg erneut auf die Straße und die Via Alpina folgt dieser nach Oberstdorf hinunter.

Tipp: Wir empfehlen dem geologisch Interessierten hier stattdessen den Weg durch den Faltenbachtobel zu nehmen.

GeoPunkt "Flyschsandsteine der Tiefsee"

Nach der Querung des Faltenbachs am Einlaufbauwerk des Wasserkraftwerks ist an der Baustraße hinter Netzen Sandstein der Reiselsberg-Formation (ca. 95 Mio. Jahre) aufgeschlossen. Zwischen den dicken Sandsteinbänken sind dünne dunkle Tonsteinlagen eingeschaltet. Wenn sich eine Abfolge von Sandstein und Tonstein vielfach wiederholt, spricht man in den Alpen von Flysch.

Flysch

Die Alpenfaltung begann am Rande des Südkontinents Afrika. Flüsse schoben Schutt des entstehenden Gebirges in großen Deltas ins Meer.  Sei es, dass diese gewaltigen Aufschüttungen durch die Auflast instabil wurden, sei es, dass Erdbeben nachhalfen, auf jeden Fall lösten sich periodisch – Muren im Gebirge vergleichbar – untermeerische Trübeströme (Turbidite) und glitten in die Tiefsee. Dort breiteten sie sich fächerförmig aus und kamen langsam zur Ruhe. Zuerst lagerten sich die groben und schweren Sandkörner ab, dann feinere Bestandteile und zuletzt Ton. Die Ablagerung eines Trübestroms kann Stunden bis Tage dauern, die anschließende Ruhephase bis zum nächsten Ereignis Tausende bis Zehntausende von Jahren!

Die regelmäßige, typische Wechselfolge von hellen Sandsteinen und dunklen Tonsteinen, die sich daraus ergibt, ist der Flysch der Alpen.

Mit dem erneuten Abstieg in den Tobel werden die Wechselfolgen von Quarzsandsteinen mit schiefrigen Tonsteinen der Rehbreingaben-Formation (auch unter dem alten Namen „Quarzit-Serie“ bekannt, ca. 115. Mio. Jahre) und dann die Kalksandsteine und schiefrigen Mergel der Tristel-Formation (ca. 125 Mio. Jahre) durchquert. 

Das letzte Stück der Etappe führt vom Skistadion zur Talstation der Nebelhornbahn.

GeoPunkt "Ultrahelvetikum des Kontinentalhangs"

Tipp: Wer noch etwas mehr Geologie sehen will, folgt vom Skistadion dem Faltenbach auf seiner rechten Seite abwärts fast bis zur Einmündung des Faltenbachs in die Trettach. Dort zeigt eine Wegböschung graue und rötliche Mergelsteine der Leimern-Schichten (85 bis 45 Mio. Jahre). Diese jüngsten Festgesteine der Etappe wurden am Kontinentalhang des Nordkontinents Europa abgelagert. Der Ablagerungsraum wird Ultrahelvetikum genannt. 

Wer das Alter der im Abstieg durchwanderten Schichten verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass wir von oben nach unten von älteren in jüngere Schichten – aber  auch mit einem Sprung dazwischen – gelangt sind. Normalerweise liegen aber doch die jüngsten Schichten oben und die ältesten unten. Innerhalb der Flyschgesteine war das auf unser Wanderung auch der Fall. Die Lösung: Sie liegen innerhalb einer geologischen „Decke“ – innerhalb eines Schichtpakets, das bei der Alpenfaltung auf ein anderes Schichtpaket („Decke“) aufgeschoben wurde. 

Und warum liegt die jüngste aller Schichten ganz unten? Die Alpenfaltung begann im Süden am Rande des Kontinents Afrika, die Decken wurden bei der Nordbewegung von Afrika übereinandergestapelt und gegen Ende zu schob sich der ganze Deckenstapel  über die jungen und „frischen“, weil gerade erst abgelagerten Schichten im Norden am Rand des Kontinents Europa.

Infomaterialien

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Oberstdorf

„Geologie erleben“ – „Hinab in die Tiefen des Meeres“ vom Nebelhorn bis Oberstdorf – keine Infomaterialien vorhanden!

Rimsting: Erlebnisweg Ratzinger Höhe

Die Wanderung von Rimsting auf die Ratzinger Höhe mit abwechslungsreicher Hügellandschaft und überwältigender Aussicht auf Seen und Berge führt Sie an 14 erlebnisreichen Stationen vorbei…

Diese Tour bietet den Wanderern eine bunte Vielfalt an Stationen und schönen Fleckchen Natur. Mal sonnige, mal schattige Wanderpfade sowie gut beschilderte Feldwege und verkehrsarme Sträßchen.

Für Kinder (bestenfalls ab 5 Jahren) und Senioren gut geeignet! Mit dem Kinderwagen ist die Tour jedoch nicht empfehlenswert! Stärken kann man sich beim Gasthaus Weingarten in Rimstingoder beim Gasthaus Werndl in Greimharting mit Aussichtsterrasse. Ein spannender Weg im Einklang mit der Natur.

Es besteht auch die Möglichkeit, die Tour ab Greimharting abzukürzen.

Wegstationen
Station 1: Baumscheibe mit Infotafel

Anhand einer Baumscheibe wird hier der Ablauf der Ortsgeschichte von Rimsting im Zusammenhang mit der Weltgeschichte anschaulich dargestellt.

Station 2: Mammut mit Infotafel

Ein aus Holz geschaffenes Mammut, das in seiner beeindruckenden Größe eine Vorstellung von diesem in der Eiszeit lebenden Urtier vermittelt.

Station 3: Ur-Prien (Westenbach) mit Infotafel

Nach der Eiszeit ist das Wasser des schmelzenden Priengletschers durch das Westenbachtal zum Simssee abgeflossen.

Station 4: Waldboden mit Infotafel

Mit Hilfe zweier Aktionskästen können Sie ausprobieren, wer mehr Wasser speichert: Der Waldboden oder der Kiesboden?

Station 5: Vogelbestimmungskästen

Testen Sie mit Hilfe von Vogelbestimmungskästen ihr Wissen über die heimischen Singvögel.

Station 6: Waldmusik

Mit dem großen Waldxylophon ist es möglich, Kinderlieder wie z.B. ”Hänschen klein” zu spielen.

Station 7: Ziel-Fernrohr

Das Zielfernrohr aus Holz ist im Wald versteckt. Wer kennt den gefiederten Waldbewohner, der damit anvisiert wird?

Station 8: Platz der Ruhe

Bequeme Ruhebänke laden ein, die schöne Aussicht und die Waldesstille zu genießen.

Station 9: Kletter-Findling mit Infotafel

In der Eiszeit wurde dieser Felsen auf dem Rücken des Eises von den Zentralalpen bis zur Ratzinger Höhe transportiert.

Station10: Fernrohr

Ein Blick durch das Fernrohr ergänzt die atemberaubende Aussicht auf die Gebirgskette von den Berchtesgadener Alpen bis zum Inntal mit interessanten Einzelheiten.

Station 11: Weinbau mit Infotafel

Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert wurde hier Wein angebaut. Durch die zunehmende Erwärmung infolge der Klimaveränderung könnte hier oben bald wieder ein ”Ratzinger Höhe Riesling” ausgeschenkt werden.

Station 12: Schaubienenhaus

Dieses Lehrbienenhaus bietet Einblick in die wunderbare Welt dieser nützlichen Tiere anhand von Infotafeln, Bienenstock etc.

Station 13: Spielplatz

Schon die Römer erkannten die Schönheit der Landschaft um Rimsting und errichteten hier Landhäuser (Villen) . Deshalb ist das beeindruckendste Spielgerät auf diesem Spielplatz ein römisches Kastell.

Station 14: Aussichtsturm

Der ganz aus heimischem Tannenholz errichtete Aussichtsturm war schon auf der Landesgartenschau in Rosenheim eine große Attraktion und hat hier auf der Ratzinger Höhe einen würdigen Platz gefunden.

Infomaterialien

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Rimsting

Erlebnisweg Ratzinger Höhe – keine Infomaterialien vorhanden!

Brannenburg: Geopark Wendelstein – Wendelstein Streifzüge – Geologie Rundweg

Woraus bestehen eigentlich die Berge? Warum gibt es Höhlen im Wendelstein? Und was hat es mit der Eiszeit auf sich? Dieser Weg zeigt Interessantes zur Geologie im Allgemeinen und zum Wendelstein im Speziellen.

Die Stationen zeigen die Unterschiede der Gesteine und machen die Höhen und Tiefen sowie die unvorstellbar großen Kräfte des Berges erlebbar. Die Inhalte fesseln geologisch Interessierte, Heimatverbundene und generell alle Neugierigen!

Gemeinsam mit der Wendelstein-Feldermaus Wendy kann man rätseln und knobeln. Wer gut aufpasst, die Augen aufhält und scharf nachdenkt, kann die Rätsel im Kinder-Quiz sicher gut lösen!

Wegbeschreibung

Unterhalb des Wendelsteinkircherls führt der Pfad am Gebäude des Bayerischen Rundfunks vorbei in Serpentinen hinauf zum 1.838 m hohen Aussichtsplateau mit Gipfelkreuz, Wendelinkapelle und Sternwarte. Der Aufstieg über einen gut gesicherten Wanderweg dauert etwa 20 Minuten. Belohnt werden die Gipfelstürmer mit einem einmaligen 360° Ausblick.

Zurück zur Bergstation geht es entweder die gleiche Strecke oder über den eindrucksvollen Panoramaweg (Trittsicherheit erforderlich!). Dieser zweigt kurz unter dem Wendelsteingipfel ab und führt über den sog. Ostgipfel zurück zum Bergbahnhof der Zahnradbahn. Einkehrmöglichkeit ist das Wendelsteinhaus.

Infomaterialien

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Brannenburg

Geopark Wendelstein – Wendelstein Streifzüge – Geologie Rundweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Oberstdorf: „Geologie erleben“ – Grenzen & Grenzgänger unter dem Mädelejoch

© Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

Mit freundlicher Genehmigung.

Vielen Dank.

GeoAlpina – Gelber Weg

Etappe B39: Mädelejoch – Kemptner Hütte

Die Wanderung auf dem Gelben Weg der Via Alpina von der bayerisch-tirolischen Grenze zur Kemptner Hütte lässt die Hand auf eine geologische Deckengrenze legen und führt zu einem „Schatz“ der geheimnisvollen Venediger.

Von der Kemptner Hütte aus ist die Wanderung ein leichter und nicht allzu langer Ausflug zum Mädelejoch. Für den Wanderer auf der Via Alpina, der vom Lechtal hochkommt, ist sie der entspannte Abstieg vom höchsten Etappenpunkt zum Hüttenziel. Da könnte doch etwas Zeit für die Geologie entlang des Wegs übrig sein.

Hier zwischen Mädelejoch und Kemptner Hütte ist die Grenze zwischen zwei geologischen Schichtstapeln, die sich als „Decken“ übereinandergeschoben haben, zum einen weithin sichtbar, dann aber auch direkt anfassbar. Letzteres ist recht selten so mühelos machbar und dann auch noch so gut erkennbar wie hier.

In einer Schuttrinne kurz vor der Hütte lassen sich dann „Braunsteine“ finden. Die „Venediger“ – Erzsucher aus dem fernen Venedig – holten sie hier aus den Allgäuer Bergen, um in der Heimat damit Glas zu entfärben. Daneben enthält das Gestein noch winzige, diamantähnliche Quarzkristalle, die ihren Zauber aber erst unter der Lupe entfalten.

Wegbeschreibung

Für diejenigen, die von der Kemptner Hütte einen Ausflug zum Mädelejoch gemacht haben, wird jetzt der Rückweg „geologisch“. Wanderer vom Lechtal hoch erhalten  auf dem Schlussstück ihrer Via Alpina-Etappe zur Hütte Einblicke in die Geologie.  

Die Grenze zwischen Tirol und Bayern verläuft über das  Mädelejoch (1.968 m). Die Zahl 1844 auf dem Grenzstein ist eine Jahreszahl und bezieht sich auf den „Grenzberichtigungs-Vertrag zwischen Bayern und Oesterreich über die Landesgrenze zwischen dem Königreich Bayern einerseits und der gefürsteten Grafschaft Tirol und Vorarlberg andererseits“ aus dem Jahre 1844.

Das Gestein an der Passhöhe ist der graue Dolomitstein des mächtigen Hauptdolomits (Trias, ca. 215 Mio. Jahre). Er baut auch die Gipfel beiderseits der Passhöhe auf.

Dolomitstein

Dolomit ist dem Kalk ähnlich, enthält neben Kalzium aber noch Magnesium. Das liegt daran, dass dort, wo der Dolomit entstand – in flachen Lagunen auf dem Kontinentschelf – das tropisch warme Wasser soweit eingedampft war, dass das viele Magnesium nicht mehr in Lösung bleiben konnte und ins Sediment darunter wanderte.

Nach etwa 200 m Wegstrecke steht unterhalb des Mädelejochs ein Wegweiser mit dem Via Alpina-Logo. Hier zweigt der anspruchsvolle „Heilbronner Höhenweg“ in Richtung Mädelegabel ab. Wir befinden uns noch im Hauptdolomit.

Sicherheitshinweis

Die hier beschriebenen Wege verlaufen teilweise in hochalpinem Gelände. Sie sind an manchen Stellen absturzgefährlich und ab und zu sind einfache Kletterstellen (mit Drahtseilsicherungen) zu meistern. Daher ist für bestimmte Abschnitte Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Bergerfahrung Voraussetzung. Etappenweise sind viele Höhenmeter sowie lange Strecken zu bewältigen. Eine gute Kondition ist deswegen genauso unerlässlich wie die richtige Bergausrüstung.

Die meisten Wegabschnitte können nicht ganzjährig gegangen werden.

Bitte informieren Sie sich über Schwierigkeiten, etwaige Gefahren und den aktuellen Zustand der Route, zum Beispiel auf den Internet-Seiten der Via Alpina oder beim Deutschen Alpenverein.

Die Begehung der Touren erfolgt auf eigene Gefahr.

Geologische Sehenswürdigkeiten
GeoPunkt "Deckengrenze"

Aber wenige 10er Meter weiter heißt es aufpassen, denn  wir überqueren nicht nur eine Schichtgrenze, sondern sogar eine Deckengrenze. Das zeigt sich daran, dass der Weg aus felsigem Gelände über eine Kante in sanfteres Wiesengelände führt. Ursache ist ein Gesteinswechsel vom härteren, dickgebankten Dolomitstein des Hauptdolomits zu einer weniger harten und dünnbankigen Wechselfolge aus Kalkstein und Tonmergelstein. Mergelsteine sind kalkreiche Tonsteine, Tonmergelsteine enthalten etwas weniger Kalk. Die Tonmergelsteine verwittern zu einem tonigen Boden, der Feuchtigkeit gut speichern kann und dessen Wiesen gutes Weidegelände bilden. Für Wanderer aber heißt es bei Nässe hier mehr achtzugeben, denn der Weg wird rutschig.

Aber zurück zur Deckengrenze. Die Grenze verläuft zwischen dem Dolomitstein des Hauptdolomits der Lechtal-Decke und der Kalkstein-Tonmergelstein-Wechselfolge der Allgäu-Formation der Allgäu-Decke. Die Gesteine der Allgäu-Formation (Jura) haben ein Alter von 200 bis 165 Mio. Jahren und sie liegen unter dem rund 215 Mio. Jahre  alten Hauptdolomit (Trias). Hier ist entlang einer geologischen Störungsfläche älteres Gestein auf jüngeres Gestein überschoben: die Lechtal-Decke mit dem Hauptdolomit an der Basis auf die Allgäu-Decke mit der Allgäu-Formation am Top.

Decken

Wenn sich relativ dünne Gesteinspakete kilometerweit übereinandergeschoben haben, spricht der Geologe von Decken. Benannt werden die Decken nach der Region, wo sie die größte Verbreitung haben: Allgäu-Decke im Allgäu, Lechtal-Decke im Lechtal. Die Lechtal-Decke liegt über der Allgäu-Decke und ist hier die höchste eines ganzen Stapels von Decken. Als höchste Decke wurde sie auch bereits kräftig von der Verwitterung abgetragen und hat daher im Allgäu keine weite Verbreitung mehr. An der Deckengrenze (Überschiebungsbahn) liegt das älteste Gestein der oberen Decke über dem jüngsten Gestein der unteren Decke.  Innerhalb der Decken ist also alles so, wie es sein sollte: die ältesten Ablagerungen unten und die jüngsten oben.

Wenige Meter westlich abseits des Wegs kann die Hand auf die Deckengrenze gelegt werden. So leicht ereichbar ist das vielleicht sonst nirgends in den Allgäuer Alpen möglich. Der kompakte Hauptdolomit liegt über durch Auflast und Bewegung zerscherten Gesteinen der Allgäu-Formation.

Im weiteren Weg zur Kemptner Hütte treten im mittleren Teil der Allgäu-Formation die Kalksteine zurück und die Schichtfolge besteht überwiegend aus dunkelgrauen Mergelsteinen. Das leicht verwitternde Gestein bildet keine Felsen, sondern kann nur am Rande des eingetretenen Wanderwegs angetroffen werden.

GeoPunkt "Manganschiefer"

In die Mergelsteine der Allgäu-Formation können dunkelbraune bis schwarze, manganführende Tonmergelsteine, die „Manganschiefer“, eingelagert sein. Sie enthalten oft auch Bitumen. Das erkennt man am schwefligen Geruch, wenn man zwei der schwarzen Steine gegeneinanderschlägt. Direkt am Weg stehen diese Gesteine nicht an, aber in einer zeitweise wasserführenden Schuttrinne etwa 200 m vor der Kemptner Hütte werden sie praktischerweise bei Starkregen oben vom Berg herantransportiert und hier abgelagert. Erkenntlich ist das Gestein auch an einem metallischen Glanz auf einzelnen Flächen. Es kann sich lohnen, nach diesem Manganschiefer zu suchen, denn er kann einzelne funkelnde Quarzkriställchen mit zwei Enden enthalten. Diese Kriställchen sind nicht auf einer Kluftwand aufgewachsen, sondern gleichsam „schwimmend“ entstanden. Nicht nur funkeln sie wie Diamanten, sondern leider sind sie auch so klein.  

Noch einmal zurück zum Mangan und zurück in der Geschichte. Nach alten Sagen waren die „Venediger“ viel in den Allgäuer Bergen unterwegs und haben braune Steine mitgenommen. Diese braunen Steine waren der Manganschiefer. Denn Manganoxid, auch Braunstein genannt, kann Glas entfärben. Und das wurde im 15. Jahrhundert in Venedig entdeckt und reisende Erzsucher beschafften die wertvolle Zutat auch hier in den Alpen. 

GeoAussichtspunkt "Kemptner Hütte"

Von der Kemptner Hütte aus zeigt der Rückblick auf das Panorama des Allgäuer Hauptkamms nach Südwesten den Kratzer (2.427 m), aufgebaut aus dem grauen, massig wirkenden Hauptdolomit der Lechtal-Decke. Die Überschiebungsbahn zur darunter liegenden dunkelgrauen Allgäu-Formation ist ganz deutlich als Grenze zwischen Fels oben und grasbewachsenen Hängen unten zu erkennen.  Als Besonderheit schiebt sich – eingefaltet oder eingeschuppt – unten in der Wand des Kratzers ein Keil von Hauptdolomit in die Allgäu-Formation hinein.

Auch der Blick nach Osten zum Muttlerkopf und zu den Krottenspitzen lässt die Deckengrenze zwischen Fels und Wiesengelände genauso gut erkennen. 

An der Kemptner Hütte (1.846 m) ist das Tagesziel erreicht.

Infomaterialien

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Oberstdorf

„Geologie erleben“ – Grenzen & Grenzgänger unter dem Mädelejoch – keine Infomaterialien vorhanden!

Oberaudorf: Höhlenwanderweg zum Grafenloch

Der Oberaudorfer Höhlenweg verbindet mehrere höchst ungewöhnliche Stätten zu einer spannenden und abwechslungsreichen Wanderung.

Vom Ortszentrum geht es über das Heimatmuseum „Audorfer Museum“ und dem Höhlenhaus Weber an der Wand zum Luegsteinsee.

Am See vorbei und und am Ende des Sees der Beschilderung zum Grafenloch folgen. Durch den Wald hinauf am Rossstall vorbei über die Treppe ins Grafenloch. Anhand der eindrucksvollen Mauerreste der Höhle lässt sich studieren wie im Hoch- und Spätmittelalter eine ritterliche Höhlenburg aussah.

Durch archäologische Untersuchungen im Jahre 2008 wurde die Bedeutung der Höhlenburg Grafenloch als Anlage des 10. bis frühen 13. Jahrhunderts erkannt. Die spektakuläre Lage in senkrechter Wand begeistert jeden Besucher.

Infomaterialien

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Oberaudorf

Höhlenwanderweg zum Grafenloch – keine Infomaterialien vorhanden!