Bebenhausen: Geologischer Lehrpfad Kirnbachtal

Das Kirnbachtal zwischen Tübingen und Bebenhausen bietet einen besonderen Einblick in die Geologie und Landschaftsgeschichte des Keuperberglandes.

Entlang einer einfachen Wanderung erläutern 13 Stationen geologische Besonderheiten und die Entstehung der Landschaft anhand herausragender Aufschlüsse und Landschaftsformen.

Hinweis: Die Stationen 1 bis 10 sind auch mit Kinderwagen erreichbar, der historische Pfad durch den Olgahain zur Station 11 führt über eine längere Treppe. Der abgekürzte Weg ist barrierefrei begehbar.

Historie

Bereits im Jahr 1977 wurde der Geologische Lehrpfad Kirnberg anlässlich der 500 Jahr-Feier der Eberhard-Karls-Universität angelegt. Es war damals ein Gemeinschaftsprojekt vom Fachbereich Erdwissenschaften, der Naturparkverwaltung und den Forstämtern Tübingen und Bebenhausen.

Im Lauf der Jahre war der Lehrpfad in die Jahre gekommenen. Die Schilderhäuser waren baufällig, die Tafeln waren teils durch umgestürzte Bäume zerstört worden und weder inhaltlich noch gestalterisch zeitgemäß. Die geologischen Aufschlüsse waren zugewachsen.

Da sich die Runde durch das Kirnbachtal über den Olgahain hoch zum Klostersteinbruch offensichtlich immer noch großer Beliebtheit erfreute fasste wurde der Pfad auf Veranlassung des Forsts neu gestaltet.

Am 02. Juni 2017 wurde der mit Dinosauriern markierte Lehrpfad (Gehzeit ca. 2 Stunden) mit geändertem Streckenverlauf neu eröffnet.

Wegstation 2: Prallhang mit herabgestürzten Blöcken einer Kieselsandsteinbank (Hassberge-Formation). Juli 2026

Wegstationen
Station 1: Geologischer Lehrpfad Kirnbachtal

Der Lehrpfad im Kimbachtal führt über 13 Stationen durch die Geologie, Paläontologie und Landschaftsgeschichte des Keuperberglandes. Die Landschaft ist geprägt von Gesteinen, die sich hier seit 235 Millionen Jahren unter wechselhaften Umweltbedingungen abgelagert haben.

Höhendifferenz:
100 m

Länge:
5 Kilometer, durch Abkürzung 3 Kilometer

Gehzeit:
1,5 bis 2 Stunden, durch Abkürzung 1 bis 1,5 Stunden

Hinweis:
Die Stationen 1 bis 10 sind auch mit Kinderwagen erreichbar, der historische Pfad durch den Olgahain zur Station 11 führt über eine längere Treppe.

 

Der geologische Lehrpfad Kirnbachtal wurde 1977 zum 500-jährigen Bestehen der Universität Tübingen von Klaus Brenner und Klaus-Dieter Balke konzipiert und 2017 von Klaus-Dieter Balke, Joachim Eberle, Philipe Havlik und Madita Schantz mit der Unterstützung der Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen und ForstBW überarbeitet und erweitert.

Nach dem Zurückweichen des Muschelkalkmeeres vor 239 Millionen Jahren herrschten in Süddeutschland vorwiegend festländische Bedingungen. Die Temperaturen waren deutlich höher als heute. Zu Beginn des Keupers breiteten sich weite Sumpfgebiete und flache Seen über Süddeutschland aus. Doch bald darauf führte zunehmende Trockenheit zu erhöhter Verdunstung, wovon heute die Sedimente des Gipskeupers zeugen. Flüsse schnitten sich in den Untergrund ein und Süddeutschland verwandelte sich in eine Savannenlandschaft mit Galeriewäldern und offenen Gebieten wie im heutigen Ostafrika.

 

Tafel 2 an Station 1
Gesteinsfolge der Oberen Trias (Keuper) im Tübinger Raum

Diese Kenntnisse gewinnen wir aus den Gesteinen, die sich damals gebildet haben: Sande, heute als Keupersandsteine verfestigt, wurden in Flüssen und zeitweise weitflächig auf dem Land abgelagert, während feinkörnige Tone und Mergel von Stillwasserbedingungen und Bodenbildung zeugen. Im Kirnbachtal und am Olgahain lässt sich der Wechsel dieser Keupersedimente beispielhaft studieren. Der Lehrpfad führt von den Bunten Mergeln (Steigerwald-Formation) über den Stubensandstein (Löwenstein-Formation) bis zum Rhätsandstein (Exter-Formation, Tübingen Sandstein), der am Ende der Triaszeit mit dem Vordringen des Jurameeres abgelagert wurde. Unterwegs lernen wir aber auch jüngere Formen und Prozesse kennen, die teilweise noch heute die Landschaft des Schönbuchs prägen.

Folgen Sie uns auf der spannenden Reise in die Vergangenheit Süddeutschlands ..

Station 2: Ein Fluss in der Wüste?

Die „Rote Wand“ besteht überwiegend aus fein geschichteten Tonen, überlagert von gebanktem Sandstein. Die Tone lagerten sich in strömungsarmen, stehenden Gewässern ab. Im trocken-heißen, wüstenartigen Klima reicherte sich durch Verdunstung Salz an. Es entstanden Salzpfannen. Dies belegen Abdrücke von Steinsalzkristallen, die sich in dünnen Sandsteinbänkchen zwischen den Tonen erhalten haben.

Auch die Gesteinsfarbe selbst verrät uns einiges über das damalige Klima, rote Tone belegen, dass während der Ablagerung und Diagenese (Gesteinswerdung) zum Teil so trockene Bedingungen herrschten, dass das im Sediment vorhandene Eisen oxidierte: Es bildeten sich rot gefärbte Eisenoxide. Sind Tone hingegen grau oder grün-grau gefärbt, weist dies auf feuchtere Bedingungen hin, bei denen Eisen reduziert wurde und eine grünliche Farbe annahm. Oft sind solche Gesteine aufgrund hohen Gehaltes an organischem Material dunkel verfärbt.

Über den Tonen folgen im Aufschluss Sandsteinbänke, in denen Schrägschichtungsbänder auf. Transport und Ablagerung von Sanden in Flüssen hinweisen. Während der Fluss durch die breite Ebene mäandrierte, lagerten sich im Strömungsschatten ständig Sandkörner ab. Durch die stetige Verlagerung des Laufs entstanden so Stapel von schräg geschichteten Sandsteinlagen. Die Zusammensetzung der Körner (Quarz, Feldspat und Gesteinsbruchstücke) und die stark unterschiedlichen Korngrößen deuten auf einen relativ kurzen Transportweg hin. Der Kieselsandstein (Hassberge-Formation) wurde also vermutlich von einem Flusssystem mit nur regionalem Einzugsgebiet geschüttet.

 

Paläogeographie im Keuper von Deutschland und weltweit

Die Verteilung von Land und Meer während der geologischen Vergangenheit können wir aus dem Auftreten und der Beschaffenheit der Sedimentgesteine ablesen: Während auf dem Festland weiträumig Erosion und Ablagerung sowie Bodenbildung stattfinden, werden im flachen Meer Kalksteine gebildet und Tone abgelagert. Oft verraten uns Fossilien, unter welchen Bedingungen sich ein Sedimentgestein gebildet hat.

Zur Zeit der Späten Trias waren alle Landmassen der Erde noch in einem Superkontinent, Pangäa, vereint. Dieser begann aber zu zerbrechen.

Zwar öffnete sich der Nordatlantik erst später, aber tektonische Ereignisse und Meeresspiegelschwankungen beeinflussten das Germanische Becken, ein Flachmeer im Bereich des heutigen Deutschlands, schon während der Keuperzeit. Von Südwesten wurde vor allem Süddeutschland immer wieder vom Meer überflutet.

Station 3: Wasser formt die Täler ... auch heute noch!

Wie und wann ist es dem Bach gelungen, sich so tief in die Sand-, Mergel- und Tongesteine des Keupers einzuschneiden und das Kirnbachtal zu formen?

Dazu muss man sich in die letzte Kaltzeit vor etwa 20.000 Jahren zurückversetzen, als die Landschaft nur von wenigen Sträuchern und Gräsern bewachsen war. In dieser kargen Tundra gab es auch noch keine tiefgründigen Böden, und so flossen Schmelzwässer und Regenniederschlage überwiegend an der Oberfläche ab.

Vor allem in den Sommermonaten und gegen Ende der Kaltzeit transportierte der Kirnbach große Mengen an Sand und Geröll talwärts und tiefte sich dabei immer mehr ein. Unterstützt wurde diese Tiefenerosion durch eine stärkere Heraushebung der Landschaft, wodurch der Höhenunterschied größer und der Kirnbach wilder wurde.

Kaltzeitliche Bedingungen herrschten während der letzten 1,5 Millionen Jahre jedoch mehrfach, so dass die Talbildung in mehreren Phasen stattfand. Ganz harmlos ist der Kirnbach aber auch heute nicht. Bei Hochwasser wird er wieder zum Wildbach und kann mit seiner Erosionskraft an Forstwegen und Uferböschungen erhebliche Schäden verursachen. Noch vor etwa 200 Jahren floss der heute begradigte und an die südliche Talflanke verlegte Kirnbach als Wildbach auf der ganzen Breite des Tals.

An dieser Stelle bildete der Bachlauf ursprünglich eine Flussschlinge und verbreiterte dabei durch Seitenerosion das Tal. Bei genauem Hinschauen werden Sie erkennen, wo der Kirnbach einst verlief. im Unterlauf zwischen den Stationen 1 und 2 hat der Kirnbach streckenweise noch einen recht natürlichen Charakter und bildet schöne Bachschlingen aus.

Die Umgebung eines Flusses oder Baches wird durch dessen Wasserführung stark beeinflusst. Bei Hochwasser können Erosion und Überflutungen große Schäden verursachen. Dies geschah zuletzt am 23. August 1987 in Tübingen-Lustnau durch den Anstieg des Goldersbachs von 30 Zentimeter auf 2 Meter. Auch am Kirnbach stieg der Pegel in kürzester Zeit von 7 auf 43 Zentimeter an. Die Pegelstation befindet sich am Beginn des Lehrpfads.

Station 4: Urkräfte zerreißen den Schönbuch

Durch die Erosionskraft des Kirnbachs wurde hier eine Steinmergelbank freigelegt. Sie bildet eine Stufe, die länger der Abtragung standhält als die weichen Mergel und Tone darüber. Auf diese Weise können im Laufe der Zeit größere Schwellen im Bachbett entstehen, an denen sich Wasserfälle bilden.

Die meisten Sedimentgesteine werden waagerecht abgelagert. Erst durch Kräfte der Gebirgsbildung (tektonische Kräfte) werden die Schichten verkippt, gefaltet oder zerbrochen. Diese Steinmergelbank neigt sich leicht nach Südosten. Dies ist die Folge von zwei Ereignissen, die vor etwa 50 Millionen Jahren ihren Anfang nahmen: Einerseits führt die Heraushebung der Alpen dazu, dass im nördlichen Alpenvorland Landsenkungen erfolgen, wodurch sich Südwestdeutschland insgesamt leicht nach Süden neigt, andererseits wird durch die Aufwölbung der Randbereiche des späteren Oberrheingrabens der Schwarzwald gehoben und das süddeutsche Schichtstufenland nach Osten geneigt.

Aus der Überlagerung dieser zwei Stressfelder erfolgt eine Verkippung nach Südosten. Solche Vorgänge laufen nie ganz reibungslos ab. Entlang von geologischen Störungszonen verschieben sich Gesteinspakete horizontal und vertikal. Eine solche Struktur findet sich im Gebiet um Bebenhausen. Hier verläuft das „Schwäbische Lineament“ etwa 30 km nordwestlich der Schwäbischen Alb parallel zum Albtrauf.

Diese Störungszone hebt die Gesteine südlich um bis zu 30 Meter gegenüber denen auf der Nordseite. Direkt erlebbar werden Strukturen wie das Schwäbische Lineament, wenn die Verschiebungen ruckartig erfolgen: Es kommt dann zu Erdbeben.

Station 5: Sand von nah und fern

Zur Zeit der Späten Trias war Süddeutschland über weite Bereiche eine riesige Flachlandschaft, in der sich große, verwilderte Flusssysteme ausbreiteten und angelieferte Sedimente ständig weiter umlagerten. Das Böhmisch-Vindelizische Land (Reste davon finden sich zum Beispiel im heutigen Bayerischen Wald), ein Hochgebiet, das sich von der Schweiz bis nach Regensburg erstreckte, wurde beständig abgetragen und Sand und Ton wurden im Becken abgelagert. Zeitweise transportierten die Flüsse sogar Gesteinsschutt aus dem Baltischen Raum bis nach Süddeutschland.

Woher die Flüsse kamen und wie weit sie ihre Fracht transportiert haben, können wir noch heute anhand der Minerale, die sie mitbrachten, rekonstruieren.

Sandsteinlesen

Aus den Ablagerungen eines Flusses kann man seine Geschichte lesen.

Je nach der Fließgeschwindigkeit des Wassers unterscheidet sich seine Transportkraft. Bei starker Strömung können Steine und Kiese über eine gewisse Entfernung transportiert werden, bei schwächerer nur noch Sande, und bei sehr langsam fließenden oder stagnierenden Bedingungen bleiben lediglich Tonpartikel als Schwebefracht übrig. Natürlich kann die Kraft jahreszeitlich, niederschlagsabhängig und regional je nach Gefälle stark schwanken.

Bei über längere Zeitraume gleichbleibenden Kräften bilden sich so gleichkörnige Sedimente: Alle kleineren Körner werden wegtransportiert und alle größeren sind schon weiter flussaufwärts liegen geblieben. Man spricht dann von gut sortierten Sandsteinen.

Werden Sande über lange Zeiträume immer wieder umgelagert, bleiben nur die härtesten Komponenten erhalten. Weichere Mineralien, wie Feldspat und Kalkkörner, werden zerrieben, sodass am Ende vor allem Quarzsand übrig bleibt. Gleichzeitig schleifen sich die einzelnen Körner durch den Transport immer stärker ab, sie werden runder.

Sedimentstrukturen der Gesteine verraten uns darüber hinaus, in welche Richtung und wie schnell der Fluss floss, ob er austrocknete oder ob Tiere den Untergrund durchwühlten. Gleich am nächsten Standort können Sie den Stubensandstein selbst erforschen…

 

Tafel 2 an Station 5
Sandstein unter dem Mikroskop

Sandsteine werden zu den klastischen Sedimentgesteinen gezählt. Solche Gesteine werden durch die Erosion anderer Gesteine gebildet. Somit besteht ein Sandstein aus einzelnen Mineralkörnern oder Bruchstücken seiner Ausgangsgesteine. Die Mineralkörner werden je nach Härte schneller oder langsamer aufgerieben, und wie im Falle des Stubensandsteins durch den Flusstransport nach ihrer Größe sortiert. Ein Blick durch die Lupe zeigt, dass der Stubensandstein hauptsächlich aus mittel-bis grobkörnigen, kaum gerundeten, hellgrauen Quarz-körnern und weißlichen bis rötlichen Feldspäten zusammengesetzt ist. Die pulverig-mürben Anteile bestehen aus Kaolinit, einem Tonmineral, das sich erst nach Ablagerung der Sandsteine aus verwittertem Feldspat gebildet hat. Um einen noch genaueren

Eindruck des Stubensandsteins zu erhalten, werden Dünnschliffe des Gesteins angefertigt, und diese unter dem Mikroskop betrachtet.

Mittels besonderer Filter können die optischen Eigenschaften der einzelnen Mineralkörner sichtbar gemacht werden. Diese verraten dem Geologen, aus welchen Mineralkörnern genau der Sand zusammengesetzt ist, und woraus das Bindermittel zwischen den einzelnen Körnen besteht. Mit dieser Information kann der Geologe dann das Liefergebiet und die Entstehungsgeschichte des Sandsteins rekonstruieren.

Baustein und Mühlsteine

Das Bindemittel des Stubensandsteins ist häufig weicher Kalk. Deshalb wurde er lange Zeit als Baustein, aber auch zur Herstellung von Mühlrädern verwendet. Was sich leichter abbauen lässt, hält aber auch der Verwitterung nicht so lange stand, wovon viele stark verwitterte Sandsteinsockel alter Fachwerkhäuser zeugen. Die Tübinger Stiftskirche und das Portal des Schlosses bestehen ebenfalls aus Stubensandstein. Die Verwitterung hat auch hier bereits Spuren hinterlassen.

Die Verwendung als Mühlstein hatte dagegen gleich zwei Vorteile: Der Kalk wurde beim Mahlen des Getreides mit abgerieben, was dazu führte, dass das Mehl nicht so leicht verklumpte und das Gewicht zunahm, was den Ertrag des Müllers steigerte

Des Schwaben liebster Stein

Der Stubensandstein erhielt seinen Namen, da er früher zum Fegen der heimischen Stube genutzt wurde. Die Sandkörner sorgten für Abrieb, das kalkige Bindemittel band Flüssigkeiten, zum Beispiel Fett, und reinigte so den Boden. Ein wirksames und ökologisches Putzmittel für robuste Boden!

 

Station 6: Vom Sand der Flüsse zum Sandstein

Die Sande des Stubensandsteins (Löwenstein Formation) lagerten sich vor 218 bis 206 Millionen Jahren in einer flachen Beckenlandschaft ab. Schrägschichtungsbänder mit wechselnder Schüttungs-richtung und unterschiedliche Größen der Sandkörner zeugen von Flussablagerungen mit schwankender Strömungsenergie. Die Sande bestehen sowohl aus harten, wie auch aus weicheren Körnern, was auf einen kurzen Transportweg hindeutet. Tatsächlich liegt das Liefergebiet vermutlich im Vindelizischen Land, einem Hochgebiet, das von der Böhmischen Masse Richtung Südwesten bis in die heutige Schweiz reichte.

Die Flusssysteme des Stubensandsteins verzweigten sich in zahlreiche einzelne Flussarme, ein „Zopfstromsystem“ entstand Der Wechsel von Flusssedimenten (Sandsteinlagen) und Stillwassersedimenten (Ton dominiert) zeugt vom Wechselspiel zwischen Klima und Tektonik, Schauen Sie sich die Gesteine am Aufschluss genau an, Sie werden viele interessante Details in den Ablagerungen dieses Urflusses entdecken Fossilien findet man hier allerdings nur sehr selten.

Station 7: Saurierland Württemberg

Zur Ablagerungszeit des Stubensandsteins herrschten in Süddeutschland stark saisonal schwankende Bedingungen: Niederschläge waren nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt, und es kam wiederholt zu ausgedehnten Waldbränden. Nach einem solchen Brand bot der Untergrund kaum Widerstand gegen Abtragung, es kam vermehrt zu Erosion und somit anschließend zu einer weiträumigen Ablagerung von Sanden und Kiesen. Fossile Bodenablagerungen mit kalkigen Ausfällungen in bestimmten Lagen, sogenannte Kalikrete, sind nicht selten und deuten auf warm-trockene Bedingungen hin. An diesem Standort können Sie zwischen den Sandsteinlagen eine solche Kalkkruste entdecken.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Holzkohle eines Nadelbaumes aus dem Keuper. Deutlich sind die Zellstrukturen zu erkennen. Dies belegt einen Waldbrand vor 218 Millionen Jahren. In der Bild-mitte ist ein Jahresring erhalten, der belegt, dass in der Oberen Trias jahreszeitliche Klima-schwankungen in Süddeutschland herrschten.

Aufgrund der geringen Niederschläge wurde die Vegetation bestimmt durch nur wenige Farnpflanzen aber sehr viele, groß wüchsige Nadelbäume. In der großflächigen Ebene Süddeutschlands bildete sich eine savannenähnliche Vegetation mit offenen Baumbeständen, vor allem entlang von Fluss-Altarmen.

Bei einem saisonalen stark schwankenden Klima lebten zahlreiche Reptilien in Süddeutschland. In dieser Rekonstruktion finden sich neben dem Dinosaurier Plateosaurus auch frühe Flugsaurier.

Solche Bereiche boten Nahrung für eine reiche Fauna an Wirbeltieren: aus den Ablagerungen des Stubensandsteins (Löwenstein-Formation) kennen wir Schildkröten und Dinosaurier. In den Flüssen jagten die bis zu 12 Meter langen, krokodil-ähnlichen Phytosaurier zwischen Schmelzschuppenfischen. An Land lebten neben den pflanzenfressenden Dinosauriern (Plateosaurus) gleich zwei große Raubtiere: Rauisuchier (landlebende Verwandte unserer heutigen Krokodile), aber auch die ersten Raubdinosaurier, zum Beispiel Liliensternus.

Die Dinosaurier kommen

Die Dinosaurier gehören zu den Archosauriern, den Herrscherreptilien, die im Erdmittelalter das Land dominierten. Vor 230 Millionen Jahren spielten die Dinosaurier aber noch keine große Rolle. Noch herrschten Rauisuchier, mit den Krokodilen verwandte Reptilien, als Räuber an Land. Der große Siegeszug der Dinosaurier begann erst in der Späten Trias, als Plateosaurus, einer der ersten großen Langhalsdinosaurier, über die Erde wanderte und Liliensternus einer der ersten Raubdinosaurier war. In der anschließenden Jura- und der Kreidezeit, vor 200-66 Millionen Jahren, waren die Dinosaurier dann die vorherrschende Reptilgruppe.

Station 8: Wie eine große Treppe – das Süddeutsche Schichtstufenland

Der Wechsel von harten, klüftigen Sandsteinen sowie weicheren und dichtgelagerten Ton- und Mergelgesteinen des Keupers wirkt sich auch auf die Oberflächenformen aus.

Sicher haben Sie auf den letzten Metern bemerkt, dass der Weg steiler wurde. Sie haben eine Schichtstufe im Stubensandstein überwunden und stehen an dieser Stelle auf einer Verebnung im Bereich der harten Sandsteinschicht. Die Böden sind hier sehr flachgründig und arm an Nährstoffen, Moose kommen damit aber gut zurecht. Bis zur Tafel 10 verläuft der Lehrpfad nun im Bereich der weichen Knollenmergel (Trossingen Formation), bevor der harte Rhätsandstein (Tübingen Sandstein, Exter Formation) und damit die nächste Schichtstufe erreicht wird. Die weicheren Ton- und Mergelgesteine bilden die Hänge zwischen den einzelnen Steilstufen und sind vielerorts anfällig für Rutschungen.

Über 30 Millionen Jahre haben unsere Flüsse aus den Gesteinen des Deckgebirges eine reizvolle Schichtstufenlandschaft heraus modelliert, die sich heute von Ostrand des Schwarzwalds bis auf die Hochfläche der Schwäbischen Alb erstreckt. Hier im Keuperbergland des Schönbuchs sind die einzelnen Stufen allerdings nicht ganz so hoch wie am Trauf der Schwäbischen Alb, wo die besonders harten und sehr mächtigen Kalke des Oberen Juras (Weißjura) anstehen der eindrucksvollste Stufenbildner Suddeutschlands.

Station 9: Erosion durch Wasser und „Schwäbischer Landschaden“

Unterhalb des Weges fällt der Hang im harten Stubensandstein steil ins Kirnbachtal ab. Kleine Bäche schneiden hier schmale Rinnen, sogenannte Klingen“ ein. Diese engen, wie mit einem Messer eingeschnittenen Tälchen beginnen häufig an Gesteinsgrenzen, die oftmals auch Quellhorizonte bilden. Die zahlreichen Klingen sind sehr charakteristisch für den Schönbuch und erzeugen ein dichtes Talnetz, wodurch die Landschaft an vielen Stellen auch recht unzugänglich ist – auch deswegen haben frühe Siedler einen Bogen um die eher unwirtlichen Keuperwaldberge gemacht.

Ganz anders sieht die Landschaft oberhalb des Weges aus. Das flache, leicht wellige Gelände verdanken wir dem Knollenmergel (Trossingen-Formation), der sich mit seinen quellfähigen, fein-körnigen Tonsteinen zwischen zwei Sandstein-Formationen des Keupers befindet. Die vielen kleinen Feuchtgebiete und schief stehenden Baume zeigen an, dass hier ganz andere Boden und Wasserverhältnisse anzutreffen sind. Staunasse und die schwer durchwurzelbaren, tonreichen Substrate stellen die Vegetation vor besondere Herausforderungen. Immerhin enthalten die Mergel im Vergleich zu den Sandsteinen aber sehr viele mineralische Nährstoffe, die das Pflanzenwachstum begünstigen.

Schwieriger Baugrund

Der Knollenmergel wird unter Bauherren auch als „Schwäbischer Landschaden“ bezeichnet, da diese Gesteine sehr anfällig für Rutschungen sind und oftmals nicht bebaut werden können oder aber sehr aufwändige Fundamente erfordern. Wenn sie feucht werden, quellen die Tone des Knollenmergels und vergrößern dadurch ihr Volumen, in Trockenphasen schrumpfen sie wieder. Auch Forstwege müssen daher im Bereich des Knollenmergels besonders häufig instandgesetzt werden. Wie die Gesteine des Knollenmergels entstanden sind und wie sie aussehen erfahren Sie am nächsten Standort.

Station 10: Dinosaurier und Paläoböden

Rote Mergel (Mischung aus Kalk und Ton), Tone und Schluffe mit einzelnen Kalkknollen sind die Ablagerungen, die wir aus der Zeit des Knollenmergels (Trossingen-Formation) finden. Weiterhin herrschten trocken heiße Bedingungen in Süddeutschland. Das Leben sammelte sich entlang von kleinen Tümpeln und Sümpfen, Pflanzen wuchsen vor allem an solchen Wasserlöchern. In den Gesteinen dieser Zeit fin den sich zahlreiche Hinweise auf fossile Bodenbildungen, wie wir Sie heute aus savannenähnlichen Ökosystemen kennen. Von Westen her erfolgten flache Überflutungen durch das Meer, die zur Ablagerung von marinen Sedimenten, dem Steinmergelkeuper, führten. Damit kündigte sich die Überflutung Suddeutschlands durch das Jurameer bereits an.

Bekannt wurde der Knollenmergel vor allem wegen der Funde von Plateosauriern. Diese bis zu 8 Meter langen pflanzenfressenden Langhalssaurier wurden an verschiedenen Fundorten in Württemberg entdeckt und waren auch schon zur Zeit des Stubensandsteins bei uns heimisch. Berühmt sind vor allem die Funde aus Trossingen. Dort wurden mehr als 50 Skelette des Schwäbischen Lindwurms, wie der Plateosaurus auch gerne genannt wird, gefunden. Aber auch Bebenhausen ist eine bekannte Fundstelle, wo bereits Friedrich August Quenstedt, Begründer der Stratigraphie der Schwäbischen Alb und der Geologie an der Universität Tübingen. im 19. Jahrhundert Dinosaurier gefunden hatte. Darüber hinaus sind auch Reste von Landschildkröten bekannt. Sie sind die geologisch ältesten, vollständig entwickelten Schildkröten, die bisher entdeckt wurden.

Die unruhige, wellige Landoberfläche mit schief stehenden Bäumen (Säbelwuchs) und zahlreichen Feuchtstandorten ist sehr charakteristisch für den Knollenmergel. Die größeren Tümpel entlang des Weges wurden allerdings künstlich angelegt, um neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Noch heute diskutieren Paläontologen, ob sich der Dinosaurier Plateosourus auf zwei oder auf vier Beinen fortbewegt hat (Abbildung auf der Infotafel: Rekonstruktionen am Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart).

Der Olgahain

Ein „Gründungsjahr“ des Olgahains ist nicht bekannt Aufgrund der Archivquellen ist der Hain zwischen 1867 und 1871 angelegt worden. Wahrscheinlich wurde er der Königin vom Forstamt Bebenhausen oder auf Initiative König Karls zwischen 1871 und 1873 gewidmet.

Das Zusammenkommen einer Vielzahl von Natur schönheiten tell den Platz auf dem Kimberg dem Geschmack der Zeit entsprechen und schuf ideale Voraussetzungen für den Olgahain. Zunächst vor allem ist es die wildromantische Geländeform – eine der Hauptschönheiten des Olgahains. Die nördliche Begrenzung wird von der Abbruchkante des Rhätsandsteins gebildet, die schon für sich allein eine großartige Kulisse bietet. Der sich darunter anschließende Oberhang des Knollenmergels ist durch das Quellungsverhalten des Materials stark gemuldet und gebuckelt, während er sich im Unterhang auf dem Rücken des Stubensandsteins allmählich verebnet.

Der Oberhang ist teilweise von Hangschutt und Blockmeeren des Rhät überdeckt, darunter Einzelblöcke von mehreren Meteen Durchmesser. Da Rhätschutt meist aus Platten und Blöcken besteht – die alle eine plane Seite haben – war genügend Baumaterial für Mauern, Treppen und Bänke vorhanden.

Auch der Unterwuchs entspricht dem Geschmack der Zeit. Damals wie heute wird das Bild vor allem von den vielfältigen Grüntönen der Farne und Moose bestimmt, die durch die hohe Luftfeuchte am Gestein bestens gedeihen.

Wahrscheinlich war bereits auch Wasser in Form von wassergefüllten Mulden vorhanden, die auf aufgelassene Thngruben zurückgehen. Die südostexponierte Hanglage bietet besonders ab Mittag eine begeisternde Beleuchtung, da das schräg durch das Blätterdach einfallende Licht lebhafte Hell-Dunkel-Bilder zeichnet.

Der Oligahain ist durch günstigen Kaltluftabfluss wesentlich wärmer als die Ortslage von Bebenhausen. Der Aufenthalt ist besonders im Frühling und Herbst sehr angenehm. Zu diesen Jahreszeiten hielt sich das Königspaar häufig in Bebenhausen auf.

Der Verfall begann vermutlich bereits ab 1891, nach dem Tod König Karls. Die Anlage verwilderte, wurde unattraktiv und verschwand aus dem Bewusstsein der Bevölkerung – bis 1977. Von 1968 bis 1985 leitete Forstdirektor Dr. Baumann das Bebenhäuser Forstamt. Offen für die Schönheiten des Waldes und seiner  historischen Schätze ließ er eine Eremitenkapelle und den Olgahain in wesentlichen Teilen freilegen und das Wegenetz in Anşätzen wieder erstellen.

Der „rekonstruierte“ Olgahain wurde 1977 anlässlich der Eröffnung des geologischen Lehrpfades am Fuße des Kirnbergs der Öffentlichkeit übergeben.

Eine Hinweistafel befindet sich im Olgahain. Heute wird die Anlage als einst im Olgahain ausgesehen haben eine Art, „Naturdenkmal“ der Nachwelt erhalten.

Station 11: Das Jurameer kündigt sich an

Der Tübingen Sandstein (früher Rhätsandstein, Exter-Formation) unterscheidet sich deutlich von den übrigen Keupersandsteinen: Die Körner bestehen fast nur aus Quarz und sind alle gleichgroß. Dies ist ein. deutlicher Hinweis auf lang andauernde Umlagerung. Die Sande des Rhätsandsteins erinnern sehr an einen Strandsand, und tatsächlich finden sich zahlreiche Hinweise, die ihn als küstennahe und stark bewegte Ablagerung eines Meeres ausweisen, vor allem Spurenfossilien. Ruhespuren von Schlangensternen und Bohrgänge, die denen des Wattwurms sehr ähneln. Auch zahlreiche Sedimentstrukturen bieten wertvolle Hinweise, denn sehr häufig finden sich Wellenrippeln.

Im Gegensatz zu Strömungsrippeln, die durch eine einseitig gerichtete Strömung asymmetrischen einen Querschnitt haben, sind bei Wellen-rippeln die beiden Flanken der Rippein gleich steil und symmetrisch als Ergebnis des Wellenschlags. Daher wird der Ablagerungsraum des Tübingen Sandstein als Sandwatt interpretiert. Es herrschten also ähnliche Ablagerungsbedingungen wie im heutigen Wattenmeer der Nordsee.

 

Tafel 2 an Staion 11
Die Schwäbische Kloake

Berühmt würde der Tübingen Sandstein vor allem wegen einer dünnen Lage, mit der er nach oben hin abschließt, dem Rhätbonebed. Es besteht fast ausschließlich aus Überresten van Wirbeltieren. Vor allem Fischschuppen und Zähne sind darin sehr zahlreich. Die weicheren Knochen dagegen wurden häufig durch mehrfache Umlagerung des sandigen Sediments zerrieben. Neben Knochenfischen und Haren sind auch Zähne von Reptilien vorhanden. Sowohl Meeressaurier wie Nothosaurier, Ichthyosaurier und Krokodile, aber auch Landwirbeltiere wie Dinosaurier und Rauisuchier kommen gelegentlich vor. Von besonderer Bedeutung für die Forschung sind wenige Millimeter kleine Zähne mit mehreren Wurzeln: die Überreste der geologisch ältesten Säugetiere in Süddeutschland. Ein knappes Dutzend dieser Zähne wurde in den vergangenen 130 Jahren entdeckt. Im Durchschnitt findet sich in einer Tonne Sediment höchstens ein solches Zähnchen

Das Bonebed wartet aber noch mit einer weiteren Besonderheit auf. Neben den Zähnen, Schuppen und Knochen finden sich auch länglich-ovale Gebilde, die sehr reich an Phosphaten sind. Dies sind sogenannte Koprolithen (fossile Exkremente). Sie enthalten manchmal noch die unverdauten Reste der Nahrung ihrer Produzenten: Fischschuppen und zahne oder Insektenflügel.

Fossile Exkremente bleiben nur sehr selten erhalten, da sie der Ver-witterung kaum standhalten können. Der Geologe Friedrich August Quenstedt setzte diese wenige Zentimeter mächtige Lage an die Basis des Schwäbischen Jutas und nannte sie „Die Schwäbische Kloake“. Die außergewöhnliche Häufigkeit von Koprolithen im Rhätbonebed rechtfertigt wohl diesen Namen.

Im Rhätbonebed finden sich zahlreiche, verschiedene Zähne und Fischschuppen. Die häufigsten sind hier wiedergegeben:

  • Zähne von Sargodon tomicus (Knochenfisch)
  • Schaufelförmige Zähne von Severnichthys (Knochenfisch)
  • Mahlzähne von Sargodon (Knochenfisch)
  • Schuppen von Gyrolepis (Knochenfisch)
  • Wirbelkörper eines Meeressauriers
  • Koprolithen (fossile Exkremente)
  • Zähne von Hybodus minor (Hai)
  • Zähne von Lissodus (Rochen)
Station 12: Geologischer Grenzgang

Unser Weg verläuft hier ziemlich genau an der wichtigen geologischen Grenze zwischen Trias und Jura. Gesteine der frühen Jurazeit (ehemals Lias alpha) bilden die höchste, abgeflachte Kuppe des Kirnbergs. Nach der Überflutung Süddeutschlands durch das Jurameer vor etwa 200 Millionen Jahren lagerten sich im flachen Meer Kalke und Tone ab: die Psilonotenschichten. Darauf folgte erneut eine Zeit, in der Flüsse Sand in das Meeresbecken lieferten. Davon zeugt der Angulatensandstein, der auch als Baustein genutzt wurde. Er zeigt ähnliche Spuren und Sedimentstrukturen wie der Rhätsandstein. Die seltenen Funde von Ammoniten bezeugen aber, dass er unter voll marinen Bedingungen abgelagert wurde.

Wertvoller Staub aus der Kaltzeit

Auf vielen Festgesteinen Suddeutschlands liegen auch noch Reste von Lössablagerungen der Kaltzeiten. Löss ist ein sehr feinkörniges Sediment und besteht überwiegend aus Quarzkörnchen, Kalk und Tonanteilen. Dieser Staub wurde vor etwa 20.000 Jahren aus vegetationsfreien Flächen der Tundra und aus Flusstälern ausgeweht und an anderer Stelle wieder abgelagert. Gräser konnten den Staub fixeren und im Laufe der Zeit bildeten sich so mancherorts mehrere Merter mächtige Lössablagerungen.

Während der letzten 12.000 Jahre verwitterte der gelbliche Löss zu fruchtbaren und tiefgründigen Parabraunerden, wie sie etwa für die Filderebene („Filderlehm“) typisch sind. Hier auf dem Plateau des Kirnbergs sind diese kaltzeitlichen Ablagerungen allerdings oft nur noch wenige Dezimeter mächtig; trotzdem verbessen sie die ansonsten flachgründigen und steinigen Sandsteinböden der Hochfläche ganz erheblich.

Heute Wald – früher Weide

Wären Sie vor 200 Jahren an dieser Stelle gestanden, hätte sich Ihnen ein völlig anderes Bild der Landschaft geboten. Der „schöne Buchenwald“ war durch ungeregelte Rodung, Wiesennutzung und Waldweide großflächig zerstört. Als Johann Wolfgang von Goethe 1797 auf einer Reise in die Schweiz durch den Schönbuch fuhr, schrieb er: „Einzelne Eichbäume stehen hier und da auf der Trift“. Erst ab 1820 ließ König Wihelm I. von Württemberg den Wald wieder planmäßig aufforsten, um sein Jagdrevier bei Bebenhausen zu erhalten. Einzelne mächtige alte Eichen und Buchen sind Zeugen der früheren Nutzung von Teilen des Schönbuchs als Waldweide, hier fanden Nutztiere Schatten in einer ansonsten waldfreien Landschaft im Schönbuchmuseum in Dettenhausen können Sie mehr über die wechselvolle Geschichte dieses Waldgebietes erfahren.

Station 13: Schatzkammer Schönbuch?

Der Schönbuch wurde aufgrund seiner vielen engen Täler und nicht immer günstiger Böden nur am Rande besiedelt. Das Waldgebiet bot aber für die angrenzenden Siedlungen schon immer wichtige Ressourcen.

Steinreiche Keuperwaldberge

Bereits die Römer nutzten die Sandsteine des Schönbuchs für Gebäude und Straßenbau. Wie am Standort 11 oder bei Pfrondorf wurde auch gegenüber dieser Tafel der besonders wertvolle und widerständige Rhätsandstein bis vor wenigen Jahrzehnten in kleinen Steinbrüchen abgebaut. Der schöne Baustein wurde an zahlreichen Tübinger Bürgerhäusern, an Gebäuden der Universität sowie als Pflasterstein zum Beispiel in Bebenhausen verwendet. Noch bis vor wenigen Jahren waren Steinbrüche bei Pfrondorf in Betrieb. Der weniger widerständige aber dafür leicht bearbeitbare Stubensandstein ist im Schönbuch viel weiterverbreitet und wurde an zahlreichen Stellen abgebaut. In den Dörfern der Umgebung findet er sich in fast allen älteren Gebäuden (Sockel) oder in Weinbergmauern, in Tübingen prägt er verschiedene historische Gebäu de (Standort 6). Sogar für den Bau des Ulmer Münsters, des Kölner Doms sowie am Märchenschloss Neuschwanstein sind Sandsteine aus dem Schönbuch verwendet worden.

Holz als Rohstoff

Neben den Sandsteinen war auch das Holz des Schönbuchs eine wichtige Ressource. Ob als Bau- und Brennholz oder als Werkstoff für Handwerker wie Gerber, Wagner oder Schreiner, vor allem die Rotbuche war und ist ein begehrter Rohstofflieferant. Auch einige Glashütten gab es im Schönbuch, die zeitweise einen regelrechten Raubbau am Wald betrieben. In jüngster Zeit erfährt der Rohstoff Holz als erneuerbarer Energieträger besonders große Wertschätzung.

Naturpark Schönbuch

1972 gegründet, ist der Naturpark Schönbuch der älteste des Landes Baden-Württemberg. Mit einer Fläche von etwa 156 km² bietet dieses große geschlossene Waldgebiet Naherholung für mehr als 2 Millionen Menschen, die in seiner Umgebung leben. Das Naturparkzentrum im Kloster Bebenhausen bietet Ihnen viele weitere Informationen zu diesem einzigartigen Naherholungsgebiet.

Infomaterialien

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Bebenhausen

Faltblatt „Geologischer Lehrpfad Kirnbachtal“

Textquellen

Faltblatt „Geologischer Lehrpfad“

Bundenthal: Geologischer Lehrpfad

„Geopfad Fladensteine“ – Rund um das Felsmassiv der Fladensteine mit seinen sieben Felstürmen führt der Geopfad in die Zeit vor 250 Millionen Jahren und noch weiter zurück in die Erdgeschichte.

Anschauliche Schautafeln informieren auf dem etwa einstündigen Rundweg über die Entstehung der Gesteine, über deren einheimische Vorkommen bis hin zu ihrer Nutzung als unentbehrliche Rohstoffe.

Start/Ziel: Am Sportplatz in Bundenthal

Wegstationen
Station 1: Start am Sportplatz Bundenthal
Station 2: Aufbau der Erde
Station 3: Gesteinsarten
Station 4: Gesteinskreislauf
Station 5: Die Erdzeitalter
Station 6: Geologie der Pfalz
Station 7: Hartgesteine der Pfalz
Station 8: Buntsandstein
Station 9: Sandstein
Station 10: Schicht um Schicht
Station 11: Fladen und Türme
Station 12: Sand & Eisen
Station 13: Sandstein, Bergwerk & Co.

Infomaterialien

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Bundenthal

Faltblatt „Geologischer Lehrpfad“

Textquellen

Keine Textquellen vorhanden.

Balingen: Geowanderweg

Vor ca. 200-135 Millionen Jahren war die Gegend um Balingen vom subtropischen Jura-Meer bedeckt. Dieses hinterließ uns das Ablagerungsgestein, aus welchem heute Albvorland, Albtrauf und Albhochfläche bestehen. Bei einer Wanderung entlang des GeoWanderweges kann die gesamte Bandbreite an Gesteinsschichten des Jura entdeckt werden. In manchen Jura-Schichten finden sich zahlreiche versteinerte Überreste früherer Meeresbewohner.

Wasser als landschaftsbildendes Element spielt entlang dieser Wanderung eine zentrale Rolle. Die Entstehung von Quellen und Wasserfällen oder das Bilden von Schluchten werden anhand der sichtbaren Natur erläutert. Die durch die Gesteine des Braunen Jura geprägte Landschaft schmiegt sich mit ihren vorwiegend weichen Oberflächenformen an die steil aufsteigenden Hänge des Weißen Jura. Dieser bildet in weiten Bereichen die Kammlinie des Horizonts. Hat man erst einmal die Höhe des Weißen Jura erklommen, liegt dem Wanderer dann eine Landschaft zu Füßen, die mit ihren Weiden, Wäldern, Tälern und eingestreuten Ortschaften eine himmlische Ruhe ausstrahlt.

Infomaterialien

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Balingen

Faltblatt „Geowanderweg“

Sipplingen: Geologischer Lehrpfad

22 Millionen Jahre Erdgeschichte

Auf dem Geologischen Lehrpfad lernt man Erstaunliches über die facettenreiche Entwicklung der Bodenseeregion: über Molassen, Krokodile, Haifische, die Eiszeit und vieles mehr. Dabei genießen wir die vielen schönen Aussichten über den Bodensee.

Besonderheiten

11 Infotafeln entlang des Weges zur Erdgeschichte und zur Entstehung der Sipplinger Steiluferlandschaft, atemberaubende Ausblicke auf den Bodensee, Burgruine Hohenfels, denkmalgeschützter Ortskern mit schönen Fachwerkhäusern, gepflegte Uferanlagen mit Tuchfühlung zum Wasser.

Infomaterialien

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Sipplingen

Begleitbroschüre „Geologischer Pfad“

Textquellen

Webseite „Internationale Bodensee Tourismus GmbH“

Eislingen: Lehrpfad „Jurameer und mehr“

Themen

Geologische Geschichte der Fils, Mineralwasser, Theologe und Geologe Dr. Engel, Aufschluss der Fundschicht, Darstellung der Fundsituation, die drei Kaiserberge als Zeugenberge, Geologische Beschaffenheit der Schwäbischen Alb, Ölschiefer-Gewinnung, Schichtaufbau im Bereich der B 10 neu, Flurbereinigung technische Daten im Rahmen der B 10 Eislingen.

Der Weg führt über 4,6 km vorbei am einstigen Grabungsgelände zu 12 Stationen und bietet detaillierte thematische Beschreibungen.

Wegstationen
Station 1: Einstieg ins "MEHR"

… die Eislinger Stadthalle.

Im Foyer schwebt die Rekonstruktion eines über 6 m langen Fischsauriers unter der Decke. Er erinnert daran, dass beim Bau der Umgehungsstraße der B 10 im Bereich der Näherhöfe Reste eines jurazeitlichen „Saurierfriedhofes“ entdeckt wurden. Die Menge und die Erhaltung, die Artenzusammensetzung sowie die wahrscheinliche Todesursache waren so sensationell, dass in der Stadthalle Eislingen im Jahre 2006 eine Ausstellung „In einem Meer vor unserer Zeit – das Jurameer vor 181 Millionen Jahren“ stattfand.

Station 2.1: Geknickte Fils - geköpfte Täler
Station 2.2: Ein schaffiger Schwabe
Station 3: Natürlich prickelnd
Station 4: Dr. Engel - Theologe und Geologe
Station 5: Dr. Engel - Geologe und Theologe
Station 6: Der Hohenstaufen
Station 7: Die Fundstelle - hier fing alles an
Station 8: Halbzeit - Mahlzeit
Station 9: Schwäbische Alb - die blaue Mauer
Station 10: Zeitreise ins Jurameer
Station 11: Die Flur - neu geordnet

Infomaterialien

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Eislingen

Faltblatt „Jurameer und mehr“

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Lehrpfad "Jurameer und mehr"

Infotafeln

Textquellen

Faltblatt „Jurameer und mehr“

Schwäbisch Gmünd: Geologischer Pfad Schwäbisch Gmünd-Hohenrechberg

Der schon seit 1974 bestehende Geologisch Pfad von Schwäbisch Gmünd auf den Hohenrechberg wurde nunmehr vom Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd vollständig erneuert. In Zusammenarbeit mit dem Baubetriebsamt und der Touristk und Marketing GmbH der Stadt Schwäbisch Gmünd sowie der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins entstand ein aufschluss-reicher und informativer naturkundlicher Weg auf den Gmünder Wallfahrtsberg.

Der Geologische Pfad Schwäbisch Gmünd–Hohenrechberg erläutert auf einer Weglänge von ca. 4,5 Kilometern die Schichten des Mittleren Keuper, des Unter-, Mittel- und Oberjura. An 24 Stationen mit 26 Tafeln, 2 Panoramen, 10 Vitrinen und Stelen werden die Landschaft, Geologie, Paläontologie, Boden- und Gesteinsnutzung, Pflanzen- und Tierwelt eindrucksvoll beschrieben. 394 Höhenmeter können erwandert werden. Mehrere interessante Geotope liegen am Weg.

Start

Der Start beginnt im Hölltal am Parkplatz Schützenhaus im Westen der Stadt. Der erste Teilabschnitt (Stationen 1 bis 8) führt nach Metlangen. Auf Wanderwegen kommt man zum Parkplatz zurück. Hierfür sind insgesamt zwei Stunden einzurechnen.

Der Einstieg in den zweiten Teilabschnitt ist in Metlangen möglich. Hier bietet sich der Parkplatz am ehemaligen Bahnhöfle an. Von dort können ab Station 9 bis zum Ende bei Station 24 nahezu alle Jurastufen erwandert werden. Für diese Strecke sind hin und zurück wenigsten drei Stunden einzurechnen.

Eine dritte Einstiegsmöglichkeit führt von Rechberg-Vorderweiler über den Kreuzweg zu den Stationen 19 bis 24.

Einkehrmöglichkeiten gibt es sowohl in Metlangen, als auch in und auf dem Rechberg, in Straßdorf sowie an Wochenenden in diversen Schützenhäusern. Der gesamte Pfad lässt sich auch als Radstrecke „erfahren“. E-Bikes sind für die steilen Abschnitte eine wertvolle Hilfe.

Textquelle: Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd

Mif freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Mehr Infos

Lesen Sie hier die Beschreibung des Lehrpfades beim LGRB.

Wegstationen
Station 1: Beginn im Hölltal

Der Geologische Pfad erschließt einen typischen Ausschnitt der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft. Härtere Gesteine bilden Steilstufen, die weicheren ergeben Verebnungsflächen. Auf dem Weg vom Hölltal zum Hohenrechberg werden die Schichten des Mittleren Keuper sowie des Unterjura (Schwarzjura), Mitteljura (Braunjura) und Oberjura (Weißjura) vorgestellt.

Die Aue des Hölltales

Im Bachbett werden Gesteine des Keuper und Jura mitgeführt. Sie gelangen in die Rems. Früher wurden sie als Remskies genutzt. Die Sande und Tonmergel (Letten) des Stubensandsteins sind verschieden farbig.

In der Talaue herrschen Nassböden vor. Sie wurden früher als feuchte Wiesen genutzt. Inzwischen sind es Hochstaudenfluren mit Gewöhnlicher Pestwurz, Riesenschachtelhalm, Kohldistel, Sumpfdotterblume und Mädesüß. Bachbegleitende Bäume sind Schwarzerle, Traubenkirsche und verschiedene Weidenarten.

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Station 2: Mittlerer Stubensandstein

Das Gestein, ein grobkörniger, weißlich-rötlicher Stein aus Quarzsand wurde früher als Scheuermittel (Stubensand) und als Werkstein verwendet.

Die Gesamtmächtigkeit des Stubensandsteins beträgt etwa 100 m. Die Festlandablagerungen verdanken ihre Entstehung Wind und Wasser. Am Hang wächst ein bodensaurer Buchen-Tannenwald mit Fichte. Die Sandböden sind nährstoffarm und sauer. Sie werden von säurezeigenden Moosen bewachsen.

Außerdem findet man dort säureliebende Farne z.B. Breitblättrigen Dornfarn und Weiße Hainsimse. Die Felsen sind meist von Flechten und Moosen bewachsen

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Station 3: Tiefenbach

Links oben ist eine Brücke für Fußgänger, rechts quert der Fahrweg den Bach in einer Furt. Im Bachbett weißgrauer, feinkörniger Sandschiefer, der kleine Stufen bildet.

Schichtung am Prallhang

  • eiszeitliche Bachgerölle
  • gelbweißer Sandstein mit rostfarbigen Bändern
  • bei beginnender Verwitterung
  • grüngrauer Ton mit zweiwertigem Eisen
  • violettroter Ton mit dreiwertigem Eisen
  • Bachbett mit Geröllen

Erosion am Prallhang

  • Wurzeln werden freigespült
  • Baum ist stark gefährd

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Station 4: Gerölle des Höllbaches

Die Gesteine des Oberen Stubensandstein sind am Weg nicht aufgeschlossen. Typische Gesteinsstücke im Geröll des Höllbaches sind der weiße Höhlensandstein, mittel- bis grobkörnig, darüber der härtere Sandstein mit spiegelnden Bruchflächen. Die angewitterten Gesteine höher gelegener Schichten sind faustgroße, weißlich-rote Kalk-Mergel-Knollen, graubraune, feinkörnige Angulatensandsteine, blaugraue Arietenkalke mit Greifenmuschelnund weitere Kalke höherer Unter- und Mitteljuraschichten.

Folgende Gewässerorganismen unter den Steinen zeigen den guten Zustand des Baches an: Köcherfliegenlarven, Eintagsfliegenlarven, Steinfliegenlarven und Bachflohkrebse. Manche Steine sind mit einem braunen Belag versehen. Es sind Kieselalgen.

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Station 5: Knollenmergel

KNOLLENMERGEL

TROSSINGEN-FORMATION
Mittlerer Keuper (km5)

Das Gestein, ein weinroter, feinbröckeliger Ton-Mergelstein enthält lagenweise unregelmäßig weißliche, bis zu faustgroße Kalkknollen.

Die Mächtigkeit ist hier etwa 12-18 m. Der Knollenmergel entstand durch Windablagerung von feinkörnigem Verwitterungsmaterial. Es wurde in einem weiten, fl achen Landbecken abgelagert. Im warmen Klima breiteten sich Seen und Sümpfe aus. Sie trockneten während Phasen mit geringen Niederschlägen aus. Der fein verteilte Kalk verdichtete sich zu Kalkknollen.

Durch die dort größere Schichtmächtigkeit und das Vorkommen von Landsauriern (Plataeosaurus) wird der Knollenmergel neuerdings TrossingenFormation genannt.

Knapp oberhalb der tonigen Mergel liegen Quellen. Durch die Wasseraufnahme quillt der Tonmergel. Er vergrößert sein Volumen und es kommt es zu Hangrutschungen. Knollenmergelhänge besitzen charakteristische, buckelige Oberfl ächen mit feuchten Senken, ein Hinweis auf Bodenbewegungen. Bäume zeigen oft Säbelwuchs. Genutzt werden Südlagen als Streuobstwiesen. An Nordhängen wächst ein nährstoffreicher, krautiger Buchen-Tannenwald. Es ist auch ein schlechter Baugrund. Ackerbau ist nicht möglich.

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Station 6: Angulatensandstein

Angulatensandstein
Unterjura (Hettangium, he2), früher Schwarzjura Alpha 2

Die durch den Eisengehalt gelbbraun gefärbten, feinkörnigen Sandsteine „blättern“ oft buchartig, daher auch „Buchsandstein“.

Ihre Mächtigkeit von ca. 10 m nimmt nach Nordosten ab und nach Südwesten zu. Ihre Entstehung verdanken sie ins Meer eingeschwemmten Sanden. Sie wurden in Festlandnähe als Sandbänke abgelagert. Rippelmarken und Kriechspuren von Würmern und Krebsen zeigen als „Zopfplatten“ den ehemaligen Meeresstrand an.

Körperlich erhaltene Fossilien sind seltener, dafür umso häufiger Spurenfossilien auf Schichtgrenzen. Schnecken und Muscheln treten gehäuft auf; selten sind Ammoniten (Schlotheimia angulata) und Seesterne.

Über buckligen Wiesen des weichen Knollenmergels bildet der harte Angulatensandstein, meist vom Laubwald bedeckt, die markante Steilkante. Erkläre die Entstehung der Steilstufe.

Darüber folgt die Verebnungsfläche, deren Böden kalkarm, steinig und sandig-lehmig sind. Sie tragen Getreide, Mais und Hackfrüchte. Früher wurde der kompakte Hauptsandstein vorwiegend als Werkstein für Mauern, Türme und Gebäudesockel verwendet.

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Station 6a: Entstehung Jura

Entstehung und Gliederung des Jura

Vor etwa 200 Millionen Jahren brach von Norden her das Weltmeer in unser Gebiet ein. Als flaches Randmeer bestand es rund 60 Millionen Jahre. In dieser Zeit wurden etwa 600 m Gestein abgelagert. Die Ablagerungen des „Jurameeres“ lassen sich bei uns deutlich nach Art und Farbe der Gesteine in drei Gesteinsserien unterteilen (von unten nach oben):

  • früher Schwarzjura, heute Unterjura genannt,
  • früher Braunjura, heute Mitteljura genannt,
  • früher Weißjura, heute Oberjura genannt.

Im Rahmen der Globalisierung erfolgt heute nach der Internationalen Schichtstufengliederung eine Unterteilung der Stufen nach Orten, an denen sie typisch ausgeprägt sind. Nach diesen „Typuslokalitäten“ gehören in den Unterjura Pliensbach bei Zell unterm Aichelberg (Pliensbachium) und in den Mitteljura Aalen (Aalenium). Für den Süddeutschen Jura ist allerdings die von Friedrich August Quenstedt entwickelte Untergliederung nach jeweils sechs griechischen Buchstaben (alpha – zeta) heute noch üblich.

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Station 7: Arietenkalk

Verebnungsfläche auf dem Arietenkalk
Unterjura (Sinemurium si 1), früher Schwarzjura Alpha 3

Sehr harte, blaugraue Kalke verwittern rostbraun. Das harte kompakte Gestein bildet Verebnungen.Mächtigkeit: etwa 3 m, nördlich der Rems auf 4 m ansteigend.

Prägend sind zahlreiche, große Ammoniten (Arieten) und die „Gekrümmte Greifenauster“ Gryphaea arcuata. Daher wird er auch Arietenkalk oder Gryphäenkalk genannt.

Der Arietenkalk entstand im durchlichteten Flachmeer mit Austernbänken und vielen anderen Lebewesen: Ammoniten, Belemniten, Muscheln, Schnecken, Brachiopoden, Seelilien und Saurier.

Die Verwitterung führt zu fruchtbaren Lehmböden. Sie werden als Äcker mit Getreide und Mais genutzt.

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Station 8: Obtususton

ObtusustonFormation
Unterjura (Sinemurium si2), früher Schwarzjura BETA

Die dunkelgrauen, schiefrigen Tone und Tonmergel sind zum Teil mit Toneisenknollen durchsetzt und haben eine Mächtigkeit von etwa 10 m. Fein verteilter Pyrit gibt dem Tonstein seine graue Farbe. Im oberen Teil tritt eine Mergelkalkbank auf. Die bergfrisch grauen Tonsteine verwittern zu braunem Ton.

In einem tiefgründigen Meer setzte sich Schlamm ab, der zu Tonstein wurde. Sie sind fossilarm. Die kleinwüchsigen Formen sind auf wenige raue Mergellagen beschränkt. Der Ammonit Asteroceras obtusum ist namengebend (früher A. turneri). Außerdem kommen Belemniten, Austern und Seelilien vor.

Über der Verebnungsfl äche des Arietenkalks bildet sich in der Landschaft ein sanfter Anstieg, westlich der Tafel deutlich sichtbar. Die schweren, wechselnassen oder wechseltrockenen Tonböden werden häufi g als Streuobstwiesen genutzt. Früher wurden die Tone als Rohstoff zur Ziegelherstellung und als Material für Töpfereien verwendet.

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Station 9: Numismalismergel

SCHWACHE VEREBNUNG DER NUMISMALISMERGEL
Unterjura (pliensbachium pb 1), früher Schwarzjura gamma

Gelbliche Mergel mit Mergelkalkbänken, oft von laibartigem Aussehen bilden eine schwache Verebnung. Auf ihr liegt der Teilort Metlangen.

Die Internationale Schichtstufenbezeichnung Pliensbachium leitet sich vom Ort Pliensbach bei Zell unterm Aichelberg ab. Hier ist die gesamte Folge im Ortsbach aufgeschlossen. Die etwa 6 m mächtige Schichtfolge entstand in einem durchlichteten Flachmeer mit reicher Tierwelt. Artenreich sind die vorkommenden Ammoniten, Belemniten, Muscheln und Armkiemer (Cincta numismalis). Letztere erhielt ihren Namen durch ihr münzförmiges Aussehen.

Daneben findet man Nautiloiden, Seelilien und Seelilien-Stielglieder. Im Böbingen an der Rems fand man eine ganze Seelilienkolonie. In der fossilreichen Davoeibank kommt der Ammonit Dactylioceras davoei vor.

Bei einer Häufung an Belemniten spricht man von einem Belemniten-Schlachtfeld. Hier wurden die kalkhaltigen Innenskelette der mit den Tintenfischen verwandten Tiere durch die Wasserströmung zusammengeschwemmt.

Die Mergelböden liefern nach Entwässerung ertragreiche Fettwiesen und zwar schwer bearbeitbare, aber fruchtbare Äcker (Weizen).

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Station 10: Amaltheenton

Amaltheenton Im Unterjura
Unterjura (Pliensbachium pb2), früher Schwarzjura Delta

Blaugraue, schiefrige Tonsteine verwittern zu kleinen, helleren Plättchen und später zu Ton. Der glänzende Pyrit (das „Katzengold“) verrostet bei Wasser- und Luftzutritt.

Toneisenknollen, die sich konzentrisch um einen meist organischen Kern bilden, bleiben als solche erhalten und verwittern braun. Als Besonderheit kommen Septarien vor – Knollen, die durch Schrumpfung Risse bekamen und durch Pyrit oder Calcit wieder ausgefüllt wurden.

Die Tone mit einer Mächtigkeit von etwa 10 m wurden in ein tiefgründiges, sauerstoffarmes Meer eingetragen. An Fossilien findet man Ammoniten (Amaltheen), Belemniten, Schnecken und Muscheln.

Die wechselnassen Böden sind ackerbaulich schwer bearbeitbar und werden als Grünland und Streuobstwiesen genutzt.

Ausblick: Wasserschlos (Wurzeln der Staufer)

Die reizvolle Anlage westlich des Geologischen Pfads hat die vielen Jahrhunderte seit dem Mittelalter so gut überstanden, dass sie heute das Paradebeispiel einer „Stauferburg“ abgibt. Ein Ausflug in das Museum lohnt sich nicht nur für Fans von Rittern und Burgen: Hier wird der Alltag im Mittelalter wieder lebendig.

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Station 11: Posidonienschiefer

Verebnung des Posidonienschiefers

Unter Jura (Toarcium tc1), früher: Schwarzjura epsilon

Die grauen, plattigen, ölhaltigen Schiefer sind ca. 6 m mächtig. Am Boden eines tiefen, sauerstoffarmen Meeres bildete sich Faulschlamm. Er enthielt viel organische Substanz. Aus ihm sind die dunklen Schiefer entstanden.

Zwischenlagen enthalten so genannte Stinkkalkbänke. Der Geruch wird durch den eingelagerten Schwefelkies hervorgerufen. In den oberflächennahen Schichten lebten Saurier, Fische, Ammoniten, Belemniten, Muscheln (Bositra buchi = Posidonia bronni). Das weltberühmte Museum in Holzmaden zeigt die ganze Vielfalt dieser Lebewelt.

Die fälschlicherweise als Seegrasschiefer bezeichneten Fraßspuren sedimentfressender Würmer bilden die untere und obere Grenze. Treibholz verwandelte sich in Gagat. Er wurde in Schwäbisch Gmünd zur Herstellung der Perlen von Rosenkränzen verwendet.

Der Schiefer bildet zusammen mit den Kalken eine schwache Stufe in der Landschaft. Sie werden zu kalkhaltigen, lehmigen Tonböden.

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Station 12: Jurensismergel

Übergang zum Mitteljura

Jurensismergel (toarcium tc2), früher schwarzjura zeta

Hellgraue, gelb verwitternde Mergel mit knollig ausgebildeten Mergelkalkbänken bilden den Übergang zum Opalinuston. Nach oben werden die Schichten heller.

Sie entstanden als Ablagerungen in einem mäßig tiefen, schwach bewegten Meer. Durch spätere strömungsbedingte Bewegungen des Meeresbodens wurde ältere Ablagerungen mit neuen durchmischt. Das erklärt auch die unterschiedliche Mächtigkeit zwischen 2 und 8 m. Eine daraus entstandene Besonderheit stellt die Anreicherung von Ammonitengehäusen vieler Arten in einem Horizont bei Aalen-Hammerstadt dar – die Hammerstadter Brekzie.

Die Mergel sind sehr fossilreich. Zahlreiche Ammoniten- ,Belemniten- und Muschelarten kommen vor. Namensgebend ist der Ammonit Lytoceras jurense. Häufi g fi ndet man auf Äckern dessen Bruchstücke. Sie brechen meist an den Anwachslinien der Kammerscheidewände (den Lobenlinien) und sehen aus wie

Der Übergang von der Verebnung des Posidonienschiefers zu den welligen Hängen des Opalinustons ist schwer erkennbar. Die Landwirtschaft nutzt die schweren Mergelböden als Fettwiesen und zum Getreideanbau.

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Station 13: Opalinuston

Wiesenhänge des Opalinustons

Mitteljura (Aalenium al 1), früher Braunjura Alpha

Die rund 105 m mächtige, meist tonige Gesteinsfolge beginnt mit blau-schwarzen, schiefrigen Tonen. Nach oben nimmt der Feinsand- und Glimmergehalt zu. Durch sein südöstliches Gefälle von rund 3 –4 % wird die Mächtigkeit geringer eingeschätzt. Der leitende Ammonit Leioceras opalinum kommt manchmal mit weißer, opalisierender Schale vor.

Toneisengeoden bis zu 200 mm Durchmesser findet man oft in Lagern angereichert.

Bei Nässe neigt der Ton zu Rutschungen, sichtbar am welligen Hanggelände.

Die schweren Tonböden werden zum Teil vom darüber liegenden verwitterten Eisensandstein überdeckt. Durch ihre geringe Wasserdurchlässigkeit bilden sich an der oberen Schichtgrenze häufig Quellhorizonte. Dann entstehen in Bächen Tobel. Das sind tief eingeschnittene, schluchtartige Steilhänge.

Lange Jahre diente der Ton zur Herstellung von Dach- und Wandziegeln (Essingen, Ottenbach). Landwirtschaftlich liegt Wiesennutzung vor, in klimatisch begünstigten Lagen Obstbau. Vor allem in Gräben finden sich Feuchtigkeitszeiger wie das Zottige Weidenröschen, die Bachnelkwurz, das Mädesüß und die Blaugrüne Binse.

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Station 14: Eisensandstein

Eisensandstein

Mitteljura (oberes aalenium al2), (früher Braunjura beta, Personatensandstein)

Der Eisensandstein liegt als schützende Decke über dem Opalinuston. Er bildet die erste steile Mitteljura-Schichtstufe.

Die Ablagerungen dieser Formation wurden vor ca. 175 Mio. Jahren vom Festland in ein Flachmeer eingetragen. Die Mächtigkeit beträgt ca. 55 –60 m. Vier überwiegend sandige Horizonte, die von meist tonigen Sedimenten unterbrochen werden, lassen sich von unten nach oben unterscheiden: Zopfplattenschichten, Unterer Donzdorfer Sandstein, Personatensandstein und Oberer Donzdorfer Sandstein. Das verwitterte Gestein ist gelbbraun oder braun gefärbt. Eisenführende Flözhorizonte sind bei uns nur geringmächtig vorhanden. In Aalen/Wasseralfi ngen sind sie mächtiger ausgebildet. Sie waren die Grundlage der dortigen Eisenindustrie.

Der Donzdorfer Sandstein gehörte zu den wichtigsten Bau- und Bildhauersteinen in unserem Raum (Wallfahrtskirche und Ruine Rechberg, Schloss in Donzdorf). Die kleine Muschel Pecten personatus (heute = Variamussium pumilum) gab dem Personatensandstein den Namen.

Die Steilstufe ist ein Mischwald aus Laub- und Nadelbäumen vor allem mit Buche, Tanne, Fichte, Bergahorn und Esche. Die Verebnungsfl ächen (Asrücken, Rehgebirge) tragen Äcker aus braunrotem, sandigem Lehm.

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Station 15: Wedelsandstein und Ostreenkalk

Wedelsandstein- und Ostreenkalk-Formationen

Mitteljura (Bajocium bj), Braunjura delta

In einem meist flachen Meer wurden die sandigen Tone und Mergel des Wedelsandsteins (nach einer wedelförmigen Kriechspur) gebildet und von den Blaukalken überlagert. Die Gesamtmächtigkeit beträgt bei uns ca. 32–34 m.

Darüber folgen eisenkörnige (oolithische) Kalkbänke, Tone und Mergel in Wechsellagerung und die Giganteustone (benannt nach dem Riesen-Belemniten, Megateuthis giganteus) und die Ostreenkalke (nach der Hahnenkammauster Ostraea (Lopha marshi). Ammoniten, Brachiopoden, Muscheln sowie Seeigelstacheln sind ebenfalls vorhanden.

Die Landschaft besteht meist aus welligen Wiesen; Quellaustritte führen zu Rutschungen. Da die weicheren Tone in den Bächen verwittern bilden die harten Schichten kleine Stufen.

AUSBLICK: AASRÜCKEN

Die Landschaft rund um die „Dreikaiserberge“ gilt bei Radsport-Begeisterten, Familien und Wanderfreunden längst nicht mehr als Geheimtipp. Die traumhaften Ausblicke, wie hier auf dem einzigartig gelegenen Höhenzug „Aasrücken“, die reizvollen Anstiege, Wanderwege und Radtouren zwischen Schwäbischem Wald und Albtrauf locken nicht nur für einen kurzen Tagesausflug.

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Station 16: Obere Mitteljuratone

OBERE MITTELJURATONE

Variansmergel (Bathonium bt) (Braunjura epsilon)

Ornatenton (Callovium cl) (Braunjura zeta)In den obersten (jüngsten) Schichten des Mitteljura herrschen graugelbe bis bräunliche Tone und Tonmergel vor. Sie werden von eisenoolithischen Kalkmergelbänken unterteilt, die kleine eisenhaltige Mineralkügelchen beinhalten.

Die Variansmergel (nach dem Armfüßer Rynchonella varians) sind etwa 1 m mächtig. Der Ornatenton (nach dem kleinwüchsigen Ammoniten Kosmoceras ornatum) ist etwa 8 –10 m mächtig. Der Ornatenton beinhaltet eine Vielfalt verschiedenster Ammonitenarten, darunter auch Macrocephalites spec. und Quenstedtoceras lamberti.

Das wellige Gelände unterhalb der Waldgrenze ist meist von Oberjurahangschutt überdeckt. Bei geringerer Neigung eignet es sich für den Ackerbau. An steileren Hängen findet man wechseltrockene Fettwiesen mit Wiesensalbei.

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Station 17: Waldrand Oberjura

Waldrand an der Basis des Oberjura

Impressamergel (Oxfordium ox1), (früher Weißjura Alpha)

Fünf Höhenmeter tiefer als die Tafel liegt am Waldrand die Basis der ca. 75 m mächtigen, hellen Impressamergel. Sie sind von einzelnen Kalkbänken durchzogen, die nach oben häufi ger werden. Im tiefer werdenden Jurameer schieden Einzeller (Foraminiferen) Kalke aus. Diese wurden am Meeresgrund abgelagert.

An Fossilien kommen kleine Ammoniten, Belemniten, Armkiemer, Seelilien-Stielglieder und Fischzähne vor. Der Armkiemer Aulacothyris impressa ist namengebend.

Bei der Bodenbildung fi ndet man unter dem Laub einen schwarzen humosen Oberboden und direkt darunter den hellen Mergel. Er ist zum Teil durch Kalksteine durchsetzt. Man nennt diesen Boden Mergel-Schwarzerde.

Auf diesen Böden gedeiht an den Nordhängen der Hangbuchenwald; an den Südhängen der Orchideen-Buchenwald.

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Station 18: Aufstieg zum Burgberg

Aufstieg zum Burgberg

Kleintiere tragen zur Bodenbildung bei

Landschaftsgestalt: Durch den erhöhten Gehalt an Kalksteinen wird das Gelände steiler. Die Hänge sind rutschgefährdet.

Die Zersetzung des Laubes trägt wesentlich zur Bodenbildung bei. Dadurch bildet sich die obere schwarze Humusschicht. Würmer, Milben, Tausendfüßler, Insekten, Pilze und Bakterien bilden aus dem Falllaub und Pfl anzenresten einen schwarzbraunen Humus.

Der Boden besteht meist aus Kalk-Schwarzerde. Auf dem kalkhaltigen Boden gedeihen besonders gerne Stinkende Nieswurz und Haselwurz, Mandelblättrige Wolfsmilch, Frühlingsplatterbse und Waldbingelkraut und Waldmeister.

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Station 19: Impressamergel

Impressamergel-Formation

Oberjura (Oxfordium ox1) früher Weißjura Alpha

Die Grenze zwischen den Mergeln und den Kalken liegt hier wegen der Verwerfung höher als am Fuße des Burgbergs. Unten (liegend) herrschen graue Mergel vor, die von einzelnen Kalkbänken unterbrochen werden. Darüber (hangend) sind gebankte Kalke in der Überzahl. Die Mergelzwischenlagen werden nach oben dünner.

Die Fossilien sind kleinwüchsig. Das Namen gebende Leitfossil Aulacothyris impressa, ein Armkiemer, ist an der eingedrückten Schale zu erkennen.

Zur Vegetation: Am Waldrand, dem Orchideen-Buchenwald, findet man ein Gebüsch aus Liguster, Schlehen, Weißdorn, Wolligem Schneeball und Heckenrose.

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Station 20: Wohlgeschichtete Kalke

Wohlgeschichtete Kalke des oxfordium

(ox2), früher Weißjura Beta

Die wie von Menschenhand gemauert aufeinander liegenden Kalkbänke mit einer Mächtigkeit von ca. 22 m sind von dünnen Mergellagen durchzogen.

Die Ablagerung der gleichmäßigen Kalkbänke lässt auf ein ruhiges Meer ohne stärkere Strömungen

schließen. Ammoniten und Belemniten sind häufi g, aber meist bruchstückhaft vorhanden. Am Albrand bildet die Formation einen Steilhang, der meist mit Buchenwald bewachsen ist. Entgegen der üblichen südöstlichen Schichtneigung von 2–4 % ergibt sich in der Verwerfungszone des Rechberggrabens eine Schrägstellung bis zu 28 %. Dies ist vor Ort im stillgelegten Steinbruch ideal erkennbar.

Innerhalb des längsseitig von Ost-Nord-Ost nach West-Süd-West verlaufenden Rechberggrabens gibt es Querbrüche. Ein Aufschluss am Forstweg schien eine scheinbare deutliche Mächtigkeitserhöhung der Wohlgeschichteten Kalke aufzuzeigen. Tatsächlich handelte es sich aber um einen steilen Querbruch (s. gestrichelte Linie). Er vertiefte die westliche Scholle treppenförmig um ca. 16 m. Ein zweiter Querbruch am Burggraben versetzt die Kalke um weitere 12 m.

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Station 21: Schichtstufenlandschaft

Schichtstufenlandschaft bei Schwäbisch Gmünd

Harte Gesteine bilden Steilstufen, Mergel und Tone Verebnungsflächen

Hohenstaufen, Rechberg, Heldenberg und Stuifen sind Zeugenberge

Die geschlossene Oberjuratafel erstreckt sich weit nach Süden. Die von hier aus sichtbare Nordgrenze verläuft als Albtrauf von der Teck über den Messelstein zum Kalten Feld.

Hohenstaufen, Rechberg, Heldenberg und Stuifen sind als Einzelberge dem Albtrauf vorgelagert. Der Verwitterung und Abtragung widerstanden sie besser als das umliegende Gestein. So sind sie Zeugen für die einstige größere Ausdehnung der Albhochfläche nach Norden.

Am Rechberg ergibt sich eine Besonderheit. Durch seine Lage in einem Graben wurden bei der Abtragung die härteren Gesteine länger geschützt als die außerhalb des Grabens liegenden weicheren Schichten. Das führte letztlich zu einer Reliefumkehr. Der Rechberg blieb dadurch als Zeugenberg erhalten.

Südlich und südöstlich des Rechbergs sind die Juraschichten bis auf den Eisensandstein abgetragen. Die Böden der Verebnungsfläche des Rehgebirges werden als Äcker und Grünland genutzt. Die Seitenbäche der Donzdorfer Lauter zersägen von Westen die Eisensandstein-Platte. Sie haben bereits die untersten Schichten des Mitteljura erreicht. Die Abhänge sind bewaldet.

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Station 21a: Schwäbisches Lineament

Das Schwäbische Lineament und der Rechberggraben

Die Erdkruste besteht aus eine Reihe von Platten. Sie bewegen sich auseinander (driften), stoßen aufeinander, verschieben oder unterlagern sich. Man nennt dies Kontinentaldrift. Durch vorwiegend aus Süden kommende Drücke kommt es zum Zerbrechen der Erdkruste. Das Ergebnis sind Schichtstörungen durch Verwerfungen, Gräben, Sättel und Mulden.

Das Schwäbische Lineament

Am Rechberg und dessen Umgebung ist eine längsseitige, von Ost-Nord-Ost nach West-Süd-West verlaufende Schichtstörung besonders gut zu erkennen. Es ist die Albrandverwerfung, das Schwäbische Lineament. Sie ist von Aalen bis in den Hinteren Schurwald besonders stark ausgeprägt. An ihr ist sichtbar, dass die südliche Scholle im Verhältnis zur nördlichen abgesunken ist. Bei wechselnden Sprunghöhen ist sie in der Ortsmitte von Waldstetten mit ca. 100 m am größten.

Der Rechberggraben

Drei Erhebungen im Eisensandstein von Waldstetten sind ebenfalls aufschlussreich: das Eichhölzle (436.7 m), der Bronnforst (448.9 m) und die Hohenreute (450.6 m). Da die benachbarten Verebnungen im Eisensandstein mit über 550 m NN deutlich höher liegen, sind die drei Erhebungen im Vergleich zu ihrer Umgebung abgesunken. Ihre Tiefenlage lässt sich nur durch eine Grabenstruktur erklären. Drei Quersprünge innerhalb des Rechberggrabens lassen sich nachweisen. Markant ist dies am Kreuzweg oberhalb des ehemaligen Steinbruchs und im Burggraben zu erkennen. Sie bewirken eine Stückelung des Grabens.

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Station 22: Lacunosamergel

Lacunosamergel im Oberjura

Oberjura (Kimmerige k i 1), früher Weißjura Gamma

Die Lacunosamergel bestehen aus vorwiegend grauen Mergelsteinen, die zu kalkhaltigen Tonen (Mergeln) verwittern. Dazwischen sind mergelige Kalksteinbänke. An Fossilien findet man Ammoniten und deren Deckel (Aptychen), Belemniten, Armkiemer (Rynchonella lacunosa) sowie Schwämme. Namengebend ist ein Armkiemer (Brachiopode), Rynchonella lacunosa, mit stark gewellten Rippen.

Erkennbar ist, wie hier geschichtete Kalke an ein Schwammriff aus Massenkalken stoßen. Ein kleines örtliches Riff am Meeresboden wird vorwiegend durch Algen, Schwämme und Brachiopoden gebildet. Es wächst, wenn es nicht durch zu rasche Ablagerung verschüttet wird, nach oben und unterbricht die waagrecht abgelagerte Schichtfolge.

Landschaftsgestalt: meist weniger steiler Anstieg zwischen den Wohlgeschichteten Kalken (liegend) und den Unteren Felsenkalken (hangend). Die Böden sind tiefgründige Mergelböden mit einzelnen Kalksteinen.

Die ursprüngliche Vegetation bestand aus wärmeliebenden Buchenwäldern. Holzentnahme und Beweidung führten zu Heiden mit Schlehen, Liguster und Wolligem Schneeball. An lichteren Stellen findet man Trockenrasen mit z.B. Mücken-Händelwurz, der Esparsette, dem Schmarotzer Gelbe Sommerwurz, und dem Großen Ehrenpreis.

Nach Rückgang der Schafzucht Verbuschung und Aufforstung.

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Station 23: Untere Felsenkalke

Untere Felsenkalke-Formation

(Kimmeridge, ki2) Oberjura, früher Weißjura Delta

Als oberste Schichtfolge sind von den ca. 60–100 m mächtigen Unteren Felsenkalken am Rechberg noch ca. 20 m erhalten. Sie entstanden in einem Flachmeer bei steigenden Wassertemperaturen. Mehr Licht erreichte den Meeresboden.

In Verbindung mit Algen bildeten sich ungeschichtete Schwammriffe. Zwischen ihnen verfingen sich feine Schwebstoffe, die zu feinkörnigen, bankigen Schichtablagerungen führten. Da sie schneller verwitterten, blieb am Felsenkranz des Albtraufs nur das härtere Gestein der Riffe als helle Stotzen weithin sichtbar übrig. Durch Sickerwasser entlang der Spalten und Klüfte kommt es zur Auflösung des Kalkgesteins.

Die Böden auf dem Rechberg sind flachgründige Kalk-Schwarzerden. Die steilen Felsen des Nordhangs werden zunächst von Flechten, dann von Moosen und zuletzt von besonderen Farnen besiedelt.

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Station 24: Jura-Keuper-Schichtstufenlandschaft

Jura-KeuperSchichtstufenlandschaft

Ein Rückblick

Oberjura (Weißjura):

Wir stehen auf einem Schwammstotzen der Unteren Felsenkalke am Rand der Hochfläche. Der Blick geht zunächst auf den nördlichen Hangbuchenwald. Der Felskopf ist von Trockenheit liebenden Pflanzen bewachsen, die durch dicke Blätter oder starke Behaarung an den Standort angepasst sind.

Mitteljura (Braunjura):

Am Fuße des Oberjura-Steilanstiegs erkennen wir die Verebnung der oberen Mitteljuratone. Sie bestehen aus Äckern und Wiesen. Die darunter liegende Steilstufe des Eisensandsteins ist meist bewaldet. Beim Wasserwerk bildet der Opalinuston wellige Hänge.

Unterjura (Schwarzjura):

Er zeigt weite Verebnungsflächen mit kleineren Stufen. Südlich der ehemaligen Bahntrasse Metlangen-Straßdorf liegen vorwiegend Wiesen, vereinzelt mit Obstpflanzungen. Nördlich der Trasse und des Remstals werden die fruchtbaren Lehmböden durch Ackerbau genutzt. Betrachte die Fossilien in der Vitrine und ordne sie anhand der Farben der jeweiligen Jura-Gliederung zu.

Keuper:

Die Rems und ihre Seitenbäche haben sich in die Unterjura-Ebene bei Schwäbisch Gmünd durch den Knollenmergel bis in den Stubensandstein eingefressen. Die Seitentäler des Remstals sind teils mit Streuobstwiesen, teils mit Nadelwald bestockt.

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Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Schwäbisch Gmünd

Faltblatt „Geologischer Pfad“