Geislautern: Entdeckertour Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle“

Auf den Spuren der Hartfüßler

Mit der Entdeckertour Geislautern-Velsen-Petite-Rosselle begeben wir uns auf Spurensuche nach Relikten aus der Zeit des Bergbaus, der unsere Region bis heute geprägt hat. Diese Tour ist die erste grenzüberschreitende und zweisprachige Tour! Sie verbindet – wie auch die Kohleflöze und der Bergbau selbst – die deutsche und die französische Seite. Die Tour besteht aus einer Schleife, die durch den deutschen Teil Geislautern und Velsen führt, sowie einer zweiten Schleife Richtung Petite-Rosselle. Start und Ziel beider Touren ist Velsen. Hier bietet die letzte noch im Originalzustand betriebene Kaffeeküche des Saarlandes die Möglichkeit, vor oder nach der Tour zu rasten und sich zu stärken.

Vom Erlebnisbergwerk Velsen geht es los über den Eisvogelpfad und das bergbaubedingte Feuchtbiotop Richtung ehemaliger Hanseana-Brauerei und dem letzten Gebäude des historischen Geislauterner Eisenwerks. Vorbei an den Überresten des „Schlösschens“, in dem einst die erste von Napoleon gegründete Bergingenieurschule des Saarreviers beheimatet war, führt die Tour Richtung ehemaliger Grube Geislautern. Von dort führt sie vorbei am Glas- und Heimatmuseum Ludweiler und einer Bergarbeitersiedlung zum Naturfreundehaus Warndt. Anschließend führt diese Tour vorbei an der Halde Ludweiler nach Velsen.

Die französische Schleife führt an der Grenze entlang der Rosseltalbahn am Schafbachweiher und dem Naturfreundehaus vorbei zum Museum der Amis du Puits St. Charles. Am Fördermaschinenhaus und dem Schachtgerüst St. Charles I vorbei und dem Monument aux morts führt die Route wieder entlang zahlreicher Spuren der Bergbauära zurück nach Velsen. Dabei hat man von der Halde der Grube Velsen aus eine herrliche Fernsicht.

Wegstationen
Station 1: Kaffeekisch

Die Kaffeekisch Velsen ist die älteste, originale und noch in Betrieb befindliche Kaffeeküche des Saarlandes. Das Torhaus mit Walmdach stammen, ebenso wie die ehemaligen Pferdeställe daneben, aus der preußischen Zeit des saarländischen Bergbaus (1907-1911). Im ehemaligen Torhaus ist seit über 60 Jahren die Kaffeeküche Velsen untergebracht. In der Kaffeekisch konnten die Bergmannsfrauen auch günstige Lebensmittel kaufen. Nach der Schicht war die Kaffeekisch voll mit Bergleuten, die dort noch vor der Abfahrt der Busse ein oder zwei Bier tranken.

Noch heute bietet sie Wanderern und Museumsbesuchern eine Einkehrmöglichkeit – wochentags zwischen 5:30 Uhr und 17 Uhr.

Station 2: Schachtgerüst
Zwischen 1913 und 1917 wurden die Tagesanlagen der Grube Velsen ausgebaut und um den Schacht Gustav II erweitert, der 1915 ein deutsches Strebengerüst erhielt. Das deutsche Strebengerüst ist eine Weiterentwicklung des englischen Bocks. Es hat keine senkrechten Stützen, die Streben werden mittels horizontaler Träger mit dem Führungsgerüst verbunden und bilden den Grundrahmen für die Seilscheibenbühne. Das Gerüst des Gustavschacht 1, ehemals Rosselschacht, wurde bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgerissen. Die tiefste Sohle der Grube Velsen lag in einer Tiefe von über 1000 Meter.
Station 3: Historische Dampfmaschine
Bei der historischen Dampfmaschine handelt es sich um die älteste Dampffördermaschine des Saarbergbaus von der Firma Dingler aus Zweibrücken, Baujahr 1916. Der Durchmesser der Koepescheibe beträgt 7 Meter bei einer Leistung von 2000 PS, einem Zylinderdurchmesser von 1100 mm und einem Kolbenhub von 1800 mm. Die Schmiede- und Eisenarbeiten für das Fördermaschinengebäude wurden von der Firma B. Seibert aus Saarbrücken gemacht. Im Jahr 2000 wurde die Fördermaschine von Dampf- auf Druckluftbetrieb umgestellt.
Station 4: Einfahrt
Die breitere Toreinfahrt wurde im März 1961 erbaut. Ein kleiner Teil des heutigen Erlebnisbergwerks Velsen diente bereits im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Belegschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Stollen erheblich ausgebaut und bis 2011 als Lehrstollen für angehende Bergleute genutzt. Das Erlebnisbergwerk befindet sich unter Tage, ist aber durch einen übertägigen Stollen zu befahren. Das Bergwerk beinhaltet mehr als 700 m Strecke auf drei verschiedenen Sohlen. Alle Maschinen können in Betrieb genommen werden. Das Bergwerk zeigt die Technik des Steinkohlenabbaus der letzten 100 Jahre.
Station 5: Erlebnisbergwerk Velsen
1907 wurde die Grube nach dem Oberberghauptmann Gustav von Velsen (1847-1923) benannt und erhielt im selben Jahr Anschluss an die Eisenbahnlinie Fürstenhausen−Großrosseln. Das Erlebnisbergwerk diente, in kleinen Teilen, während dem zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Übertagebelegschaft und von 1946 bis 2011 als Lehr- und Ausbildungsstollen für junge, angehende Bergleute. Zehntausende von jungen Bergleute aus Luisenthal, Ensdorf, Velsen und dem Bergwerk Warndt mussten hier ihre Grundausbildung absolvieren. Ende 2011 wurde die Ausbildung im Lehrstollen Velsen eingestellt. Seit dem 1. April 2012 hat der Verein Erlebnisbergwerk Velsen e.V. den Lehrstollen von der RAG gemietet. Das Erlebnisbergwerk Velsen ist einzigartig in Deutschland und Europa und das letzte Bergwerk aus der Steinkohlenära des Saarlandes.
Station 6: Eisvogelpfad
Der Eisvogelpfad in der Rosselaue wurde von Schülerinnen und Schülern des Warndtgymnasiums Geislautern eröffnet. Vorangegangen war der Schülerwettbewerb „Förderturm der Ideen“ der RAG 2016/17. Mit neuen Gestaltungsideen wie Sitzgelegenheiten und Informationstafeln machten sie das renaturierte Landschaftsschutzgebiet der Rosselaue auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Velsen attraktiver für Wanderer.
Station 7: Feuchtbiotop
Das Feuchtbiotop ist durch Grubensenkungen entstanden. Über 10 Meter hat sich das Rosseltal durch den Kohleabbau gesenkt. Ein ganzer Straßenzug und die ursprüngliche Brücke mussten abgerissen werden. Heute ist das Gebiet renaturiert und bietet der Flora und Fauna Platz zur Entfaltung.
Station 8: Ehemalige Schlafhäuser Velsen
Etwa 300 Meter östlich der Grube Velsen standen zwei große Schlafhäuser. In jedem Haus schliefen die Woche über 120 Bergleute aus dem ganzen Saarland, die sogenannten Hartfüßler. Die Hartfüßler kamen aus Düppenweiler, Oppen, Beckingen und vielen anderen Orten des Saarlandes. Um 22 Uhr war Nachtruhe angesagt. In den Schlafhäusern gab es strenge Regeln.
Station 9: Hansena Brauerei
Die Hansena Brauerei wurde 1905 gegründet und hieß später Schloßbrauerei Geislautern (-1951). Bald darauf wurde sie übernommen von der Schloss Brauerei Neunkirchen/Saar und ging auf in der Schloßbrauerei Neunkirchen und Geislautern.
Station 10: Firststein
Hier befand sich die alte Hammergrabenbrücke. Der Hammergraben führte das Wasser der Rossel zum Hammerwerk. Der Giebelstein ist der einzige Rest des ehemaligen Direktorengebäudes der Brauerei.
Station 11: Historische Grubenlok
Auf dem Spielplatz befindet sich eine historische ehemalige Untertage-Diesel-Grubenlok.
Station 12: Hammergraben
Der Hammergraben wurde 1750 erbaut und lieferte die Wasserkraft zum Antrieb der Wasserräder für die Blasebälge des Hochofens und für die Poch- und Hammerwerke des Geislauterner Eisenwerks. Das Wasser wurde aus der Rossel bei Velsen abgezweigt und in den Graben geleitet. Der Graben selbst wurde verfüllt und ist heute völlig unsichtbar.
Station 13: Ehemaliges Geislauterner Eisenwerk
Das Gebäude ist das einzig erhaltene historische Gebäude des Geislauterner Eisenwerks. Es ist bekannt durch den Geislauterner Dampfwagen. Die Dampflok wurde 1819 geliefert und sollte Kohlen vom Josefaschacht der Grube Gerhard durch das Frommersbachtal an die Saar ziehen. Leider bekam man die Lok nicht ins Laufen. Das zweite Bild zeigt den Nachbau des Dampfwagens, der heute im Depot des Verkehrsmuseums in Nürnberg zu sehen ist.
Station 14: Napoleonische Bergschule
1802 ordnete Napoleon an, hier eine Dependence der Pariser Ecole des Mines (Bergingenieursschule) zu errichten. Die Leitung hatte Jean Baptist Duhamel. Hier entstand 1810 der Duhamel-Atlas durch Louis-Antoine Beaunier und Michel-François Calmelet. Es war der erste Saar-Kohle Atlas und hatte für über 100 Jahre Gültigkeit. Der Nullpunkt des Atlas befindet sich an der Mündung des Schwalbachs in die Saar. Im Atlas wurden 64 Konzessionsfelder vermerkt. Das Original des Duhamel-Atlas wird heute im Nationalarchiv in Paris aufbewahrt. Im Volksmund wurde das Gebäude Schlösschen genannt. Im März 1945 wurde es durch einen Brand zerstört.
Station 15: Napoleonseiche
Eine Sage berichtet, dass Napoleon beim Durchreiten Geislauterns, vom Geruch angelockt, Knödel zum Essen bekam. Die „Napoleonsknödel“, die er sich in Geislautern unter der „Knödeleiche“ an der Warndtstraße schmecken ließ, sind bis heute in Geislautern bekannt.
Station 16: Haus des Obersteiges Venitz
Dieses Haus gehörte einst dem letzten Leiter der Grube Geislautern, Obersteiger Valentin Venitz. Valentin Venitz war vom einfachen Bergmann zum Obersteiger aufgestiegen und war u.a. in Heinitz und Reden tätig und übernahm 1896 als Obersteiger die Grube Geislautern. 1908 ging er in Rente. Als die Franzosen nach dem 1. Weltkrieg die Grube wieder öffneten, wurde Valentin Venitz als Berater hinzugezogen, da niemand die Grube so gut kannte wie er. Auf dem historischen Foto sieht man ihn im linken Fenster.
Station 17: Ehemaliger Festplatz im Kloppwald
Auch Bergfeste wurden hier im Kloppwald gefeiert.
Station 18: Stollenmundlöcher der alten Grube Geislautern
Einige Flöze der Grube Geislautern gingen bis an die Tagesoberfläche. Benannt wurden die Flöze auch nach der preußischen Obrigkeit. Flöz Alvensleben, Flöz Bülow und Flöz Schuckmann zeugen davon. Heute ist von den Stollenmundlöchern nichts mehr zu sehen.
Station 19: Info Grube Geislautern
Erste Erwähnung fand der Bergbau in Geislautern Anfang des 17. Jahrhunderts. Damit gehört die Grube Geislautern zu den ältesten im Saarrevier. 1751 wurde die Grube Geislautern verstaatlicht. 1833 wurde der erste Schacht abgeteuft. 1840 wurde in Geislautern der erste Kokshochofen im Saarland angeblasen. Bei der Explosion einer untertägigen Dampfmaschine, am 11. April 1864 kamen 6 Bergleute ums Leben darunter zwei Pferdeknechte. Die Stilllegung und Zusammenlegung mit der Tochtergrube Velsen erfolgte im Jahr 1908.
Station 20: Ratsstube

Das Bauernhaus wurde um 1790 erbaut und im 19. Jahrhundert zur Gaststätte umgebaut. Erhalten sind in der Gaststube Graffitis von französischen Soldaten aus der Zeit der französischen Einquartierung im Jahr 1793. „Vive le Roy“ und „Vive la Republique“. Das Haus war im 18. Jahrhundert auch eine Pferde – Austauschstation. Auf einer gefundenen Holzplatte ist eine liebevolle Kritzlerei zu lesen:

„1792 TISER KLEINE PRIFLEIN INN FERN AN MEIN HERTZ UNT LIEPEN TISER PRIEF IST TIR ZUM ANTWORT HINGESRIP MEIN SCHATZ LIEPE MICH AUS LIEPSTER WIE ICH TICH IMMER IMME LIEPEN MEIN HERZT ALLERLIEPSTER.“

Station 21: Glas- und Heimatmuseum Warndt
Das Glas- und Heimatmuseum Wandt besteht aus zwei Sammlungsbereichen, der Heimatgeschichte und dem Glasmuseum. Die älteste Glashütte im Saarland stand in Ludweiler! (1616-1647) Im Glasmuseum wird daher die Dauerausstellung gezeigt: „Glas auf den Tisch“ – 13 Tischsituationen aus der Zeit von 1900 bis 1950 mit Gebrauchsglas aus der Zeit im heimatkundlichen Kontext.
Station 22: Bergarbeitersiedlung

In den Jahren 1906 und 1907 wurden mit dem Bau der Häuser der alten Kolonie begonnen. 22 Häuser mit 44 Wohnungen wurden in Ludweiler vom Wohnungsbau des preußischen Staates gebaut. (K.H. Ruth-Grube Velsen)

In der Völklinger Zeitung vom 15. Mai 1907 ist zu lesen: „Es ist anzunehmen, dass die Gesamtbelegschaft die Zahl 500 schon weit überschreitet. Die für die Arbeiter errichtete Badeanstalt musste infolge der zunehmenden Belegschaft schon vergrößert werden. Aus denselben Gründen musste auch ein neuer, größerer Verlesesaal nebst einigen Steigerbüros erbaut werden. Die hier bestehende Arbeiterkolonie erweist sich auch als sehr zweckmäßig. Mit der Entwicklung der uns nahe gelegenen Grube hängt auch das Aufblühen unseres Ortes zusammen. (Ludweiler) … Bei der diesjährigen Bauprämienverlosung fielen wieder 13 auf Ludweiler.“

Station 23: Standort der alten katholischen Kirche
Die alte katholische Kirche wurde 1930 eingeweiht und musste 1999 wegen Bergschäden abgerissen werden. Die neue Kirche steht neben dem AWO Zentrum auf der anderen Seite des Lauterbachtals und wurde im Jahr 2000 eingeweiht.
Station 24: Warndt-Ehrenmal
Das Warndt-Ehrenmal wurde 1934 als zentrales Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus den sieben Warndtgemeinden vom Kyffhäuserbund errichtet. Es wurde von den Nazis für ihre Zwecke missbraucht und 1947 zerstört.
Station 25: Naturfreundehaus Warndt
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit. 32 Übernachtungsbetten stehen zu kleinen Preisen zur Verfügung.
Station 26: Halde Ludweiler
Hier fällt der Blick auf die Halde der Grube Warndt, vormals Sandgrube. Der Sand wurde zum Versatz der ausgekohlten Flöze benötigt. Das riesige Loch im Gelände wurde später mit Bergen aus der Kohlenwäsche verfüllt. Die Sanierungs- und Renaturierungsmaßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Hinter der Halde stand der Schacht Ludweiler (Westschacht) des Bergwerks Warndt.
Station 27: Bahnhof Velsen / Klarenthal

Der Grubenbahnhof Velsen ging 1907 in Betrieb.

Es wurden 718965 cbm Erdmassen abgetragen und zur Aufschüttung des Grubenbahnhofs, des Eisenbahndammes nach Großrosseln nebst Ortsbahnhof und der Zufahrtstraße nach der Grubenanlage verwandt. Für die Grube wird unter der Bezeichnung „Bahnhof Velsen“ deren Bezeichnung später in „Station Velsen Grube“ geändert wurde, der Stückgut- und Wagenladungsverkehr im Oktober 1907 eröffnet. (LA BWD Nr.148) Vom ehemaligen Bahnhof ist nur noch das Hauptgleis zu sehen.

Station 28: Grenze Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln
Hier treffen sich die Gemarkungsgrenzen von Saarbrücken, Völklingen und Großrosseln. Die Anlage Velsen mit der AVA-Velsen liegen auf Saarbrücker Bann. Die Photovoltaikanlage auf Völklinger Bann und das Gelände des alten Schwelwerks auf Großrossler Bann.
Station 29: Rosseltalbahn
Die Rosseltalbahn wurde 1907 bis Velsen gebaut und 1962 bis zur Grube Warndt verlängert. Sie diente noch bis 2005 zum Transport der Kohlen von der Grube Warndt. Eine mögliche Reaktivierung für den (seit 1976 eingestellten) Personenverkehr wird derzeit diskutiert. Über das Gleis kann man nach Saarbrücken und auf das Gelände der Völklinger Hütte fahren.
Station 30: Ehemaliges Schwelwerk
Das Schwelwerk wurde 1937 in Auftrag gegeben und im Januar 1942 in Betrieb genommen. Im Jahr 1950 wurden weitere vier Ofenblöcke gebaut. Das Schwelwerk diente zur Herstellung von Schwelkoks und Kraftstoffen (Benzin) aus Kohle. Zu sehen ist es auf dem historischen Foto links der Bahn. Der Betrieb des Schwelwerks wurde am 31. März 1965 eingestellt. Kurz danach, am 8. Juni 1965 wurde der letzte Kohlewagen der Grube Velsen gehoben. Danach wurden alle Kohlen der Grube Velsen untertägig zum Bergwerk Warndt befördert, dort gehoben und aufbereitet.
Station 31: Schafbachweiher
Die deutsch-französische Grenze geht genau durch die Mitte des Schafbachweihers. Der Angelsportverein, der die Anlage betreut, hat einen französischen und einen deutschen Präsidenten.
Station 32: Amis de la nature (Naturfreundehaus)
Das Naturfreundehaus „Le Schafbach“ bietet am Wochenende Einkehrmöglichkeiten für Wanderer.
Station 33: Friedhof Petite-Rosselle
Es bietet sich ein Gang über den Friedhof parallel zum eigentlichen Weg an. Auf dem Friedhof befindet sich auch das Denkmal für die beim Grubenunglück am 15. März 1907 verstorbenen Bergleute. Für die Bergleute aus Algerien, die auf den französischen Gruben ums Leben gekommen sind, gibt es eine eigene Ecke im unteren, rechten Bereich des Friedhofs.
Station 34: Grabstein für die braven Bergleute

„Den braven Bergleuten die dem Grubenunglück am 15.März 1907 zum Opfer fielen, von dem Hause DE WENDEL gewidmet.“

Am 15. März 1907 nahmen mehr als 240 Bergleute ihre Arbeit in Petite-Rosselle auf. Um 22:15 Uhr wird eine Explosion ausgelöst. 83 Bergleute kamen dabei ums Leben. Laut einem Bericht der Grubenverwaltung scheint die Entzündung auf eine Lampe und nicht auf eine Sprengung zurückzuführen. Dies war das größte Grubenunglück, den das lothringische Kohlenfeld erlebt hat.

Station 35: Museum der "Amis du Puits St. Charles"
Dokumente, Bilder und Exponate der Gruben in Petite-Rosselle können hier besichtigt werden. Museum der „Amis du Puits St. Charles“.
Station 36: Fördermaschinenhaus
Das schmucklose quaderförmige Gebäude beherbergte die Fördermaschine des Schachtes St. Charles 1. Man erkennt noch gut die beiden länglichen Öffnungen, durch die die Seile Richtung Seilscheibe auf dem Schachtgerüst führten.
Station 37: Monument aux morts
Vor dem Stumpf des einst 48m hohen Kamins des Kesselhauses befindet sich eine Gedenkstätte für die auf den Gruben St. Charles und St. Joseph verunglückten Bergleute.
Station 38: Ehemalige Pferdeställe
Die Anciennes Ecuries. „Dit Pferdestall“. Die alten Pferdeställe wurden 1902 gebaut und wurden ab 1945 als Garagen der HBL genutzt. HBL – Houillères (Zechen) du Bassin de Lorraine. Das lothringische Bergbaugebiet befindet sich im Departement Mosel, ist 15 km von Nord nach Süd und 30 km lang, mit dem Hauptsitz von Faulquemont im Westen und dem Hauptsitz von Schöneck im Osten.
Station 39: Schacht St. Charles 1
Der Puits St. Charles 1 auch „Unnerschacht“ genannt. Erster produktiver Schacht im Lothringischen Kohlerevier. Die Etagen waren so niedrig, dass die Bergleute während dem Einfahren sitzen mussten. Die Etagen waren nur so hoch, wie es für die Förderwagen notwendig war. Es gab vier Schächte der Anlage St. Charles. St. Charles IV liegt auf deutscher Seite und ist etwa 2,5 Kilometer vom Schacht St.Charles 1 entfernt. Ab dem Jahr 1956 regelte der Saarvertrag zwischen Frankreich und Deutschland den Abbau von Kohle in verschiedenen Pachtfeldern. Frankreich durfte in mehreren Pachtfeldern unter deutschem Gebiet Kohle abbauen.
Station 40: Etage 26
Stollen zum Schacht St. Joseph. 26m unter der Erde.
Station 41: Puits St. Joseph
Standort der ehemaligen Grube St. Joseph
Station 42: Absinkweiher
Ehemaliger Absinkweiher zur Trennung von Kohleschlamm aus der Aufbereitung. Vor nicht allzu langer Zeit wurde geplant, den Kohleschlamm abzubauen und in Kraftwerken zu verwerten. Wegen den komplizierten Abförderungswegen wurde das Vorhaben eingestellt.
Station 43: Renaturierte Mülldeponie Velsen
Oberhalb der Bergehalde Velsen befand sich jahrzehntelang eine große Hausmülldeponie, die stillgelegt wurde, als 1997 die Müllverbrennungsanlage AVA Velsen in Betrieb ging. Von 2010 bis 2015 wurde die ehemalige Deponie aufwendig saniert und begrünt.
Station 44: Berghalde der Grube Velsen
Direkt neben der renaturierten Mülldeponie befindet sich die Bergehalde der alten Grube Velsen. Hier wurde das taube Gestein abgeladen. Auf die Bergehalde führt ein Wanderweg und auf dem Gipfel befindet sich ein Aussichtspunkt mit schöner Fernsicht.
Station 45: Sandgrube Velsen

Schon im Jahr 1934 wurde mit der Einrichtung einer Spülversatzanlage für die Grube Velsen begonnen. An der Rossel wurde eine Pumpenanlage gebaut um die Wasserversorgung der Spülversatzanlage zu sichern. Den Sand für diesen Versatz förderte man aus der nahen Sandgrube. Sand war im Umfeld genügend zu finden, da das eigentliche kohleführende Karbon im Bereich Velsen vom Bundsandstein etwa 100 Meter überdeckt wird.

Spülversatz: Der Sand wird über Tage mit Wasser gemischt und den zu versetzenden Abbauen über Rohrleitungen zugeführt. Der Versatz dient der Stabilisierung des Hangenden und der Minimierung der Senkungen. Die Senkungen können so bis auf 10 % der Maximalsenkung reduziert werden.

Infomaterialien

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Geislautern

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Hasborn: Entdeckertour Schaumberg-Hasborn

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

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Entdeckertour „Schaumberg-Hasborn“

Eine Entdeckertour lädt ein, den Spuren der Hartfüßler zu folgen

Welche Überbleibsel, Erinnerungen hat die Ära der Berg- und Hüttenarbeiter rund um den Schaumberg hinterlassen?  Was ist geblieben von dieser Epoche, die über Jahrhunderte unsere Gesellschaft geprägt hat? Der Schaumberg-Wanderweg lässt sich in zwei Schleifen erwandern.

Die erste größere Schleife von etwa 11 km Länge beginnt und endet in Hasborn, dem Geburtsort des saarländischen Bergarbeiterführers Nikolaus Warken. Sie führt von dort nach Theley, wo man Rötelkaulen und einen Manganacker entdecken kann. Geschichtsinteressierte erfahren etwas über alte Grenzsteine und ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager.

Die zweite Runde ist kürzer, etwa 7 km lang, und führt rund um den Schaumberg, den Hausberg des Saarlandes. Sie lädt ein, die Spuren des Steinkohlebergbaus im St. Wendeler Land zu entdecken. Sie bietet dem Wanderer aus einer Höhe von 604 Metern über dem Meeresspiegel einen grandiosen Blick auf die umgebende Kulturlandschaft  vom Schaumbergturm. Von dort hat man einen 360 Grad Rundumblick über das Saarland und die sich verändernde Energielandschaft. Der Wanderweg führt über einen ehemaligen Bergmannspfad, den die „Hartfüßler“ nutzten, um zum Tholeyer Bahnhof zu kommen, von wo sie zu ihren Arbeitsstätten in den Kohlengruben gebracht wurden. Ergänzende Hördokumente von Zeitzeugen vertiefen das Wissen um die Geschichte der Bergleute.

Wegstationen
Station 1: Altes Rathaus Hasborn-Dautweiler mit Eckstein-Relief

Das alte Rathaus in Hasborn-Dautweiler wurde nach Plänen des Ottweiler Kreisbaumeisters Dr. Ing. Otto Eberbach gebaut und im Jahr 1912 fertiggestellt. Es steht auf einem Platz, auf dem sich früher die Kirche mit dem Friedhof befand und das Zentrum des Dorfes bildete. Nachdem die neue Kirche 1904 am heutigen Standort fertiggestellt und konsekriert war, riss man 1909 die alte Kirche ab und errichtete auf diesem Platz ein neues Schulgebäude. Als 1956 das heutige Schulgebäude im Brühl fertiggestellt war, wurde die nun funktionslose alte Schule stilvoll in ein modernes Gemeindehaus umgebaut. Heute befinden sich Veranstaltungsräume der örtlichen Vereine und die Räumlichkeiten des Ortsvorstehers und des Ortsrates in diesem Gebäude. Das markante Zwiebelturmdach ist eine Nachbildung des Kirchturmdaches der alten Kirche. Das Gebäude hat sein ursprüngliches Aussehen innen wie außen über die Jahre kaum verändert.

Nikolaus Warken (26.12.1851 – 24.08.1920) war der Vorkämpfer, der ‚Eckstein‘ und erste Bergarbeiterführer der beginnenden Gewerkschaftsbewegung an der Saar Ende des 19.  Jahrhunderts. Mit Mut und Zähigkeit kämpfte er für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bergleute, für gerechten Lohn, für soziale Sicherheit und für gesellschaftliche Achtung. Als Vorsitzender dieser ersten Gewerkschaft an der Saar setzte er sich in unermüdlichem Kampf mit viel Mut und Zähigkeit für die Belange seiner Kameraden ein und kämpfte gegen die sozialen Ungerechtigkeiten gegenüber den Bergleuten. Dafür wurde er ‚für immer‘ von den staatseigenen Gruben abgelegt, dafür suchte ihn die Polizei mit Spürhunden, dafür sperrten sie ihn mehrmals ins Gefängnis. Er hat den ‚Rechtsschutzverein für die bergmännische Bevölkerung des  Oberbergamtsbezirks Bonn‘ mit seinen Mitstreitern am 28.06.1889 in Bildstock gegründet und den dortigen Rechtschutzsaal gebaut. Als Vorsitzender hat er durch sein Wirken maßgeblich mit dazu beigetragen, die Stellung der Arbeiter zu verbessern.

Station 2: Eckstein-Denkmal

An der Römerstraße in Hasborn steht das Eckstein-Ehrendenkmal, das an Hasborns berühmten, 1851 bis 1920 lebenden Bürger Nikolaus Warken, ‚den Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit im Saarbergbau‘, erinnern soll. Die Einweihung des Marmordenkmals war 1921. Anlässlich ‚100 Jahre Gewerkschaft an der Saar‘ wurde es 1989 um eine kleine Gedenkstätte, einen kleinen mit Sandsteinplatten gepflasterten und mit Sandsteinpalisaden gerahmten halbrunden Platz, erweitert. Inschriften auf einer Sandsteinstelle und auf dem Boden geben Erläuterungen. 2011 wurde das Grabdenkmal Nikolaus Warkens in die Liste der saarländischen Baudenkmäler aufgenommen.

Station 3: Waldstraße

Kriegerdenkmal in der Waldstraße/Brunnenstraße

Das Kriegerdenkmal erinnert an die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges aus Dautweiler. Die Mehrzahl davon waren Bergleute.

Station 4: Am Grasewäldchen: KW-Weiher und Schacht 4

Grube Göttelborn

Die Grube Göttelborn war eine der wichtigsten saarländischen Gruben, die von den Saarbergwerke AG, später von Ruhrkohle AG (RAG) betrieben wurde. Sie liegt in der Gemarkung des Ortsteiles Göttelborn (Gemeinde Quierschied), zirka 12 Kilometer nördlich von Saarbrücken.

Das Bergwerk Göttelborn wurde bereits 1887 eröffnet und bis zu seiner Schließung im September 2000 um mehrere Schächte erweitert, so dass es heute zu den größten und bekanntesten Grubenstandorten für Steinkohle im Saarland zählt.

Auf dem ehemaligen Grubengelände können heute spannende Zeugnisse aus der Zeit des saarländischen Steinkohlebergbaus besichtigt werden. Zu den spektakulärsten Objekten zählt das mit einer Gesamthöhe von 87 m mächtigste Fördergerüst Europas. Ein weiteres Highlight ist die 427 Meter über NN aufragende Haupthalde, von deren Gipfelplateau sich bei günstiger Witterung ein einzigartiger Panoramablick bis hin zu Schwarzwald, Vogesen und Hunsrück bietet. Nahe der Grube zeugt die größte zusammenhängende Bergwerksiedlung an der Saar von den damaligen Wohnverhältnissen der hier beschäftigten Bergarbeiter und Beamten. Weitere sehenswerte Objekte sind das Relief ‚Das Leben des Bergmanns‘, das Stollenmundloch der Grube, das Portal des ehemaligen Zechenhauses sowie das Landschaftsbauwerk ‚Himmelspfeil‘.

Kraftwerk Weiher

Das Kraftwerk Weiher ist ein deutsches Steinkohlekraftwerk. Es liegt bei Quierschied im Saarland. Betreiber und Eigentümer des Kraftwerks ist die Steag Power GmbH.

Das Kraftwerk hat eine elektrische Leistung von über 680 MW und eine thermische Leistung von 30 MW. Auch wird am Standort Weiher in einer Grubengasanlage Grubengas verstromt, damit können 5000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Architektonisch ist das Kraftwerk Weiher eine Besonderheit, da es einen Freiluftkessel besitzt. Der Kessel ist an vier 120 m hohen Stützen an einem Stahlgerüst frei aufgehängt. Dies hat den Vorteil, dass sich der Kessel bei der Befeuerung nach unten frei ausdehnen kann. Das Kohlelager des Kraftwerks hat eine Kapazität von 150.000 Tonnen. Diese Kohlevorräte reichen bis zu 6 Wochen für die Befeuerung des Kraftwerks aus. Die Kohleversorgung erfolgte, solange das Bergwerk Göttelborn noch in Betrieb war, direkt per Förderband von der unmittelbar neben dem Kraftwerk gelegenen Grube. Das Kühlwasser des Kraftwerks wird über eine 16 km lange Leitung von der Saar bezogen.

Der Schornstein des Kraftwerks ist 232 Meter hoch.

Station 5: Dautweiler Hohl - Johannes Kühn

Der Schaumberg mit seinen 569 Metern Höhe zählt zu den höchsten Erhebungen im Saarland und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Der Berg spielte auf Grund seiner Höhe schon bei den Kelten eine Rolle als Fliehburg, die in römischer Zeit als Wehranlage weiter ausgebaut wurde. Noch heute erkennt man vor dem Gipfel etwa vier Meter hohe Wälle.

Um 1200 erbauten die Grafen des Bliesgaus die ‚Schauenburg‘, die 1522 von Franz von Sickingen erobert wurde und im 30jährigen Krieg total zerstört wurde. Heute ist der Berg Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. Eine Ausstellung über die deutsch-französischen Beziehungen befindet sich im Turm.

Der 37,5 Meter hohe Aussichtsturm bietet eine herrliche Aussicht über das Saarland hinweg bis hin zum Pfälzer Wald, den Vogesen und dem Hunsrück.

Herkules,
der Muskelriese,
ich rühme ihn,
der könnte hier gewesen sein und Berge
geschaffen haben
in Spiellaun,
da er sang.

Es meldet keine Sage ihn, doch meine Phantasie.
Die Täler sind gelungen
nach seinen Füßen,
die Berge
nach seinen Händen.

Und in den Bäumen,
in den Bächen Sehnsucht,
als hab er sie gesät
wie Wind
in ihre Wellen,
in die Blätter,
Sehnsucht nach ungetrübten Tagen.

Station 6: Industrie- und Gewerbepark BAB 1 - Am Schaumberg

Die Gemeinde Tholey ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit mehr als 2000  sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Als Erfolgsgeschichte erweist sich dabei insbesondere der ‚Industrie- und Gewerbepark BAB 1 – Am Schaumberg‘, in dem sich einige erfolgreiche Unternehmen angesiedelt haben.

In zwei Bauabschnitten wurden hier 27 Hektar für ansiedelungswillige Betriebe geschaffen. Der erste Bauabschnitt umfasst 12 Hektar – ausgewiesen als Gewerbefläche – und wurde im Oktober 2006 eröffnet.

Hier haben sich mehr als ein Dutzend mittelständische Betriebe angesiedelt. Die Fläche ist mittlerweile fast komplett vermarktet. Zu finden sind die verschiedensten Branchen, vom Elektro- oder KFZ-Handwerk über ein Tonstudio bis zum Stahlhandel. Auch ein Unternehmen aus dem Bereich ‚erneuerbare Energien‘ ist hier zu finden.

Die Unternehmen profitieren an diesem Standort in der Schaumberggemeinde von einer verkehrstechnisch hervorragenden Lage: Das Gebiet liegt an der A1 und ist durch einen Autobahnanschluss für den gesamten südwestdeutschen Raum bestens zu erreichen. Insgesamt hat die Gemeinde Tholey mit Förderung des Landes und der EU im ersten Bauabschnitt rund 5,4 Millionen Euro investiert.

Der in direkter Nachbarschaft zum ersten Bauabschnitt gelegene zweite Bauabschnitt ist etwa 15 Hektar groß. Dieser Bauabschnitt wurde 2012 fertig gestellt und als Industriefläche ausgewiesen, d.h. hier darf beispielsweise sogar im 24-Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet werden.

Dieser Abschnitt wurde in den ‚Masterplan Industrieflächen‘ der saarländischen Landesregierung aufgenommen. Um die Vermarktung kümmert sich die ‚Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH‘ (gw Saar) in Abstimmung mit der Gemeinde Tholey.

Für die Erschließung des Geländes wurden drei Kilometer Rohre verlegt und über eine halbe Million Kubikmeter Erdreich bewegt. Bei der Anlage hatte man sich bewusst für ein ebenes Gelände ohne vorgegebene Parzellierung und Terrassen entschieden. Der zweite Bauabschnitt des Industrieparks BAB 1 – Am Schaumberg ist dadurch vor allem für große Ansiedelungsprojekte interessant, die ihre Industrieflächen nach ihren spezifischen Bedürfnissen erschließen möchten. Investiert wurden hier rund 10,5 Millionen Euro. Als erstes Unternehmen siedelte sich ein renommiertes Unternehmen mit einem neuen Zentrallager an, um von Theley aus Kunden in ganz Deutschland zu beliefern.

Station 7: Hofgut Imsbach mit Landschaftspark

Die Geschichte der Siedlung Imsbach reicht bis in die Bronze- und Eisenzeit zurück. Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Hofgut schon im Jahr 1310. Im 19. Jahrhundert hatte es seine Blütezeit, als es von Napoleon Bonaparte als Geschenk in den Besitz des Reiteroffiziers Colonel Lapointe überging. Dieser nutzte das Gut zur Bewirtschaftung. Nach dem Tod von Colonel Lapointe im Jahre 1855 erbte sein Enkel Louis Albert das Anwesen, das bis 1930 in Familienbesitz blieb. Zusammen mit seiner Frau und dem Großvater wurde der französische Eigentümer in der nahe gelegenen Kapelle beigesetzt. Diese ist auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Hofgutes zu sehen und wurde komplett restauriert. Nach der französischen Revolution ging das Hofgut 1817 natürlich und politisch in den Besitz des oldenburgischen Fürstentums Birkenfeld über. Von nun an gehörte Imsbach zur Gemeinde Selbach im Amt Nohfelden.

Die heute erkennbare Struktur der Hofanlage und der Gebäude geht auf diese Periode der Familie Lapointe zurück. Seit 1953 ist das Saarland Eigentümer des Hofgutes, das zunächst als Strafanstalt für politische Gefangene diente. Erst 1983 wurde die Hofanlage unter Denkmalschutz gestellt und in den folgenden Jahren aufwendig restauriert.

Ein Hotel mit Restaurant, umgeben von einem Landschaftspflegehof mit Landschaftspark und Streichelzoo, bilden den Ausgangspunkt vieler Wandertouren, wie beispielsweise des gleichnamigen Premiumweges ‚Offizierspfad Imsbach‘ und der Imsbach Promenade.

Station 8: Grenzstein D 9

Entstehung

Die Grenze Saargebiet-Deutsches Reich war ein Produkt des Vertrages von Versailles, in dem die Siegermächte nach dem Ersten Weltkrieg ein neues Staatsgebilde, nämlich das Saargebiet, schufen, das für 15 Jahre der Regierung des Völkerbundes unterstellt wurde. Durch den Artikel 48 des v.g. Vertrages war der Grenzverlauf festlegt worden. Nach Inkrafttreten des Versailler Vertrages im Januar 1920 setzte der Völkerbundrat einen Abgrenzungsausschuss ein, der die praktische Umsetzung der neuen Grenze zur Aufgabe hatte.

Grenzverlauf im Kreis St. Wendel

Die Grenze entlang des Deutschen Reiches wurde in vier Abschnitte (A, D, e, B) eingeteilt. Interessanterweise treffen nur im heutigen Gebiet des Kreises St. Wendel alle vier Grenzabschnitte zusammen.

Grenzsteine

Die neuen Grenzsteine wurden aus rotem Sandstein gefertigt, wobei auch andere Materialien verwendet wurden, z.B. Tuffsteine die entlang des Grenzabschnitts D zum oldenburgischen Landesteil Birkenfeld vorkamen. Diese Steine waren bereits durch die ältere Grenze vorhanden und mussten lediglich auf die neue Grenzsituation umgearbeitet werden. Der oberirdische Teil eines Steines trägt auf der deutschen Seite die Initialen ‚D‘ und auf der Saargebietsseite ein ‚S‘. Auf den Hauptgrenzsteinen sind auf der ‚linken‘ Seite (Richtungsverlauf S, D) Grenzsteinnummern eingemeißelt. Direkt dahinter befinden sich die Buchstaben der Grenzabschnitte, die am jeweiligen Standort mit den Buchstaben A, B, e, D versehen sind. Ausnahmen bilden die Sondergrenzsteine, die mit tiefgestellten Zahlen versehen sind, die jedoch nur in den Abschnitten D und B vorkommen. Auf dem Kopf des Grenzsteins ist eine Fuge eingearbeitet, die man als ‚Weisung‘ bezeichnet. Sie gibt die Richtung des Grenzverlaufs an.

Station 9: Rötelkaulen

Der Röteldistrikt zwischen Theley und Selbach enthält wohl das ausgedehnteste der im Saarland bekannten Rötellager. In der Hauptsache erstreckt es sich zwischen der Johann-Adams-Mühle und dem Hofgut Imsbach.

Rötel findet sich in Schichten, Flözen und sogenannten ‚Nestern‘ und wurde größtenteils im Tagebau gewonnen. Hierzu wurden 2-3 Meter tiefe Kaulen ausgehoben, die, sobald sie unten an der Sohle nach allen Seiten hin ‚ausgeraubt‘ waren, wieder zugeschüttet wurden. Untertage-Betriebe gab es in Buprich im Peterswald, zwischen Selbach und dem Hofgut Imsbach bei Theley sowie in Gronig auf dem Kahlenberg.

Was ist Rötel?

Rötel ist ein stark färbendes Gemenge aus Ton und rotem Eisenocker mit einem Anteil von bis zu 32% Eisen bzw. Eisenoxid. Er entstand als Perm-Formation, die vor ca. 250 Millionen Jahren dem Kohlezeitalter folgte. Rötel findet sich im unteren Rotliegenden der oberen Kuseler Schichten.
Der zu den Mineralfarben gehörende Rötel besitzt eine natürliche Fettigkeit und haftet gut auf Papier, Holz und Gewebe. Außerdem ist er wasserabweisend. Rötelspuren oder auch entsprechende Anstriche werden durch Feuchtigkeit sogar noch dauerhafter. Seit der Antike wird Rötel als Mal- und Anstreichfarbe benutzt, auch große Meister wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Rubens benutzen Rötel.
Station 10: Manganfundstelle

Mangan ist ein hartes und sprödes Schwermetall, das in einigen Eigenschaften dem Eisen ähnelt. Manganverbindungen werden seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt. Im Altertum und im Mittelalter wurden sie in der Glasherstellung zur Färbung und Entfärbung verwendet. Im 19. Jahrhundert begann der Einsatz von Mangan als Legierungsprodukt zur Stahlherstellung, wodurch dem Stahl eine festigkeitssteigernde Eigenschaft verliehen wird.

Die hier vorkommenden Manganknollen sind Hartmanganerze, die aus einer Mischung verschiedener Manganoxide und anderer Mineralien bestehen. Man findet sie in unterschiedlicher Dicke meist als dunkle traubenförmige oder zapfenförmige kompakte Massen. Wegen ihres Aussehens nennt man sie Schwarzer Glaskopf und bezeichnet sie in der Fachsprache als Psilomelan (griech. psilos = kahl, melas = schwarz). Der Mangangehalt soll bei ca. 34 Gew. % liegen. Die hiesigen Manganknollen sind in der Regel mit einer dünnen Sandschicht überzogen. Sie entfalten ihre eigentümliche Gestalt erst nach dem Entfernen dieser Sandschicht.

Die Manganknollen bildeten sich wahrscheinlich in einem sauren Sumpfwaldmilieu, wobei die manganhaltigen Anteile aus dem verwitterten vulkanischen Gestein des Schaumbergmassivs (Tholeyit) herausgelöst wurden und sich in einem tiefer gelegenen Bodenhorizont ansammelten.

Station 11: Johann-Adams-Mühle

Geschichte

Die Johann-Adams-Mühle ist eines der letzten erhaltenen Mühlenanwesen im Saarland und liegt idyllisch in einem Wiesental bei Theley. 1589 wurde sie erstmals schriftlich erwähnt. Die heutigen Mühlengebäude gehen auf das Jahr 1735 zurück.

Im Jahr 1983 erwarb die Gemeinde Tholey das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und renovierte es originalgetreu. Der zweigeschossige, ursprünglich strohbedeckte Fachwerkbau mit hochgezogenem Mühlrad, gilt als einzige Mühle im Saarland, bei der die Mahlstube noch mittelalterliche Züge aufweist und gleichzeitig wieder funktionstüchtig ist. Das Wasser wird wieder über eine 12 Meter lange Brücke aus Eichenholz zum Mühlrad zugeführt. Die Gebäudewände wurden ausgefacht und an Ort und Stelle mit einem eigens hergestellten Lehm-Strohgemisch verfüllt. Ein Reetdach schmückt das Mühlengebäude. Auch die offene Feuerstelle und der Backofen im Wirtschaftsraum wurden originalgetreu restauriert.

Heute ist in dem Mühlenensemble ein Kreismühlenmuseum. Viele liebevoll zusammengetragene Haushaltsgegenstände aus dieser Zeit verdeutlichen die mühsame Arbeit im Haushalt unserer Vorfahren: Kaffeeröster, Waschbrett, Butterfass sind nur einige wenige Beispiele davon. Im 200 Jahre alten Backofen wird noch immer regelmäßig Brot nach alter Rezeptur gebacken. Kurse können auf Anfrage bei der Gemeinde Tholey vereinbart werden. Dort, wo früher Hühner und Schweine untergebracht waren, werden heute Ausstellungen gezeigt und Kreativkurse durchgeführt. Die Landgaststätte Johann-Adams-Mühle im ehemaligen Ökonomiegebäude lädt zur Rast ein.

Station 12: Fuchshübel und Zollhäuser Seelbach

Zollhäuser Selbach

Die Selbacher Zollhäuser an der Straße nach Theley sind noch gut erhalten und die vier Wohneinheiten sind deutlich zu erkennen. Das danebenstehende Haus war das eigentliche Zollamt, wo die deutschen Beamten von 1920-1935 die Zollabfertigung zwischen dem Deutschen Reich und dem Saargebiet erledigten. Die Zollschranken standen unmittelbar vor diesem Haus.
Selbach kam mit den Gemeinden des Amtes Nohfelden am 18. Juli 1946 zum Saarland, und die Selbacher Grenzlinie verlor nach mehreren hundert Jahren Bestand ihre Bedeutung. Nur die Grenzsteine zeugen noch von dem Wechselspiel der Geschichte am Selbacher Grenzabschnitt.

Der Fuchshübel – Keltisches Fürstengrab

Der sogenannte Fuchshübel ist ein beeindruckendes Zeugnis für die frühe Besiedlung des Schaumberger Landes. In der sogenannten Latènezeit (600-0 v.Chr.) siedelten hier bereits Kelten.
Mit etwa 60 m Durchmesser und einer Höhe von 5 Metern ist der Fuchshübel der größte erhaltene Grabhügel des Saarlandes und auch heute noch deutlich im Gelände zu erkennen. Im Jahre 1837 wurde er geöffnet. Der hier Bestattete war offensichtlich ein keltischer Fürst aus der Frühlatènezeit. Auf dem Bestattungsplatz wurde eine mächtige Grabkammer aus Holz errichtet, in der man den Toten auf einem Streitwagen aufbahrte.

Er war bekleidet und als Zeichen seiner hohen Stellung in der Gemeinschaft trug er seinen goldenen Armring und einen goldenen Fingerring. An seine Seite legte man zwei Stoßlanzen mit etwa 35 Zentimeter langen Eisenspitzen. Nahe dem Fußende stellte man eine etruskische Bronzekanne, vielleicht gefüllt mit Wein, ab. Nach Schließung der Grabkammer wurde in sicher jahrelanger Arbeit ein mächtiger, weithin sichtbarer Grabhügel aufgeschüttet. Um diese Größe zu erreichen, mussten etwa acht- bis zehntausend Kubikmeter Erde bewegt werden.

Die Funde aus dem Fuchshübel sind im Rheinischen Landesmuseum in Trier zu sehen.

Station 13: Theley Busunternehmen Vignal

Firma Raoul Vignal, Omnibusverkehr

Nach dem letzten Weltkrieg lagen Industrie und Verkehr lahm. Die Eisenbahn konnte nur notdürftig ihren Betrieb aufrechterhalten, um der Industrie und den Gruben die notwenigen Arbeitskräfte herbeizubringen. Man sorgte zunächst für die Beschaffung der Lebensmittel. Die Arbeitsreserven mussten aber zu den Arbeitsstätten gebracht werden.

Raoul Vignal aus Fumel in Südfrankreich eröffnete einem Omnibusbetrieb zu Krettnich und fuhr die Bergleute von Lockweiler über Primstal zum Bahnhof Tholey und zur Grube Reden. Ausflugs- und Pilgerfahrten kamen dazu. 1965 verlegte man den Betrieb nach Theley. Hier errichtete man einen großen Parkplatz mit Werkstatt und Wohnhaus am Giesberg.

Station 14: Kriegsgefangenenlager Theley

Nur noch eine einzeln stehende Steinbaracke, die vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein als Brennerei genutzt wird, ist vom Kriegsgefangenenlager Theley übriggeblieben. In der Erinnerung der Zeitgenossen lebt das berüchtigte Lager Theley vor allem als Internierungslager der französischen Besatzungsmacht fort. Dass Deutsche dort eingesperrt wurden und Schikanen zu erdulden hatten, überlagerte schnell das Nachdenken über das, was sich vorher an diesem Ort zugetragen hatte. Wie kaum ein anderes der vielen Barackenlager im Saarland steht im heutigen Kreis St.Wendel das Lager Theley für das Elend insbesondere der osteuropäischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.
Das Lager in der Gemarkung ‚Hahnecker‘ am Ortsausgang Theley Richtung Primstal startete zur Zeit des Westwallbaues noch vor Kriegsbeginn Versorgungseinrichtung der Wehrmacht mit Großschlachterei und Verladestation. Frühestens ab Ende 1942 wurde es zum Lager für Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Wieviele Gefangene von Ende 1942 bis zum Einmarsch der Amerikaner am 18.März 1945 tatsächlich im Lager lebten, ist nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Es sollen durchschnittlich etwa 300 gewesen sein. Zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt übernahm das Landes- beziehungsweise Gauarbeitsamt Westmark die Baracken als »Sammellager« mit dem Zweck, kranke, arbeitsunfähige ausländische Arbeitskräfte zum Rücktransport in ihre Heimatländer zusammenzufassen. Mit dem Rücktransport sollten Krankenhaus- und Pflegekosten gespart werden. Der Leiter des Arbeitsamts Neunkirchen hatte bereits im März 1942 Landrat Dr. Lorscheider über entsprechende Bestimmungen informiert: »Erkrankte ausländische Arbeitskräfte, die nicht innerhalb von drei Wochen wiederhergestellt werden können, werden unverzüglich in die Heimat zurückbefördert.« Das Schreiben legt nahe, dass dies die ‚Geburtsstunde‘ des Sammellagers Theley war.

Station 15: Tholeyit-Felsen Graue Elz

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte. Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, das der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsformation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Station 16: Afrikakapelle

Seit 1958 gehört die Afrikakapelle auf der Nordseite des Schaumberges zum Landschaftsbild unserer Heimat. Ungewöhnlich ist der siebeneckige Grundriss, der die sieben Schmerzen Mariens darstellen soll. Entwerfer dieses ungewöhnlichen Sakralbaues war der Tholeyer Mönch Bonifatius Köck, der vielfach künstlerisch tätig war. Sein bekanntestes Werk sind wohl die bunten Glasfenster der Tholeyer Pfarr- und Abteikirche.

Die Afrikakapelle plante Pater Bonifactius mit siebeneckigem Grundriss und einem zeitgenössischen Innenraum. Religiöser Mittelpunkt der Kapelle ist eine, von deutschen Soldaten in afrikanischer Kriegsgefangenschaft, modellierte Pietà, die von den Soldaten nach ihrer Entlassung in einem Fußmarsch nach Deutschland gebracht wurde. An jedem der sieben Ecken steht ein Pfeiler, der über das zeltartige Dach hinaus in die Höhe ragt. Diese Formgebung erinnert an eine Dornenkrone, dem Symbol für das Leiden Christi und der Menschen. Wie kam es nun zur Errichtung dieser Kapelle?
Pater Willibrord Hauck war ursprünglich Mönch der Abtei St. Matthias in Trier. Während des Zweiten Weltkrieges wurde er als Feldgeistlicher zur Wehrmacht eingezogen. Zusammen mit tausenden deutscher Soldaten kam er in das Gefangenenlager Ram- Ram nach Französisch-Marokko. Viele fanden Trost und Hoffnung im Glauben und so legten die Soldaten das Gelöbnis ab, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Tholeyer Abt Dr. Petrus Borne.

Station 17: Blick auf Hasborn-Dautweiler

Hasborn ist ebenfalls ein Ortsteil der Gemeinde Tholey und hat aktuell 2.800 Einwohner. Die Entwicklung des Ortes ist vor allem dem Bergbau geschuldet. Zwischen 1885 und 1931 stieg die Anzahl der Bergleute von 68 auf 206. Parallel dazu entwickelte sich die Einwohnerschaft von 816 auf 1.543. Nikolaus Warken (1851 bis 1920) ist der berühmteste Sohn des Ortes. Er wehrte sich am Ende des 19. Jahrhunderts gegen die preußische Autorität und stellte mit vielen Gleichgesinnten in Bildstock 1889 Forderungen gegen die Bergverwaltung auf. Die Zeit war damals aber noch nicht reif und die Obrigkeit zu stark. Nikolaus Warken, genannt Eckstein, gilt als erster Arbeiterführer im Saarland. Der 1934 geborene Dichter Johannes Kühn ist eine weitere überregional bekannte Hasborner Persönlichkeit. Als Sohn einer Bergarbeiterfamilie schrieb er auch mehrere Gedichte zum Thema Bergbau.

Station 18: Blick auf Theley

Theley ist mit mehr als 3.200 Einwohnern der größte Ortsteil der Gemeinde Tholey. Der Ort entwickelte sich von 1885 mit knapp 1.200 Einwohner auf 2.084 im Jahre 1931. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Bergleute von 117 auf 312. In den 1950er Jahren arbeiteten viele Männer aus Theley auf der Grube Kohlwald bei Wiebelskirchen. Man sprach deshalb von der Theleyer Grube.

Station 19: Parkplatz Herzweg

Einmal rund um den Schaumberg (569 m), der wohl bedeutendsten Erhebung des Saarlandes, führt der einfach zu begehende Herzweg. Start und Ziel ist der Parkplatz am ‚Bücherbaum‘ unterhalb des Schaumberges bei Tholey. Von hier aus leiten uns die Wegweiser des Herzweges, vorbei am Schaumbergerhof, bis zur Afrika-Kapelle. Soldaten des Zweiten Weltkriegs hatten in einem Lager im Süden Marokkos das Gelöbnis abgelegt, nach einer glücklichen Heimkehr eine Kapelle zu errichten. Der Bau erfolgte im Jahre 1957 und im Jahr darauf die Einsegnung durch den Abt Dr. Petrus Borne. Wir wandern weiter in südliche Richtung, treffen auf einige Objekte und Skulpturen des Projektes ‚Gipfelkunst am Schaumberg‘ und genießen hier die schöne Fernsicht. Der Rundweg verläuft auf einer Länge von knapp drei Kilometern ohne größere Steigungen. Unterwegs besteht die Option, über einen mittleren Aufstieg den Aussichtsturm zu erreichen und danach Richtung Tholey wieder auf den Herzweg zu stoßen.

Der Bergmannsbauer

lm St. Wendeler Land gibt es keine Fördertürme, Bergehalden oder Bergschäden, aber viele Spuren des Steinkohlenbergbaus. So entstand in den 1870er Jahren der Bergmannsbauer. Viele Söhne der Dörfer um den Schaumberg folgten dem Ruf des Bergbaus und arbeiteten in den saarländischen Kohlegruben. Zu Hause betrieben sie noch eine eigene kleine Landwirtschaft. Wegen der großen Entfernung konnten sie nur an Samstagen nach Hause gehen und lebten über die Woche in Schlafhäusern. Die Verbindung industrieller Arbeit mit dörflicher Selbstversorgung war bis in die 1960er Jahre ein wichtiges gesellschaftliches Merkmal.

Station 20: Blick auf Windräder Primstal

Auf der Langheck, einer Anhöhe zwischen Primstal und Hasborn, wurden zwischen 2006 und 2011 fünf Windräder mit einer Gesamtleistung von 10 KW errichtet.

Station 21: Bergmannspfad

Der Wareswaldtunnel hat eine lange Geschichte. Bereits im auslaufenden 19. Jahrhundert bemühten sich Gemeinden und Landkreise um eine Verbesserung der Verkehrsbedingungen für die vielen Berg-und Hüttenleute aus den Orten rund um den Schaumberg. Es dauerte aber noch bis zum 1. Oktober 1915, ehe die Bahnlinie von St. Wendel nach Tholey in Betrieb gehen konnte. Vor diesem Hintergrund entstand anschließend der Bergmannspfad, die kürzeste Entfernung von Theley zum drei Kilometer entfernten Bahnhof Tholey. Das Teilstück von der Birkenfelderstraße, Richtung Tholey, bis zum ehemaligen Bahnhofsgebäude ist bis heute begehbar. In diesem Bereich erinnert eine Hinweistafel an die Märsche der Bergleute mit ihren genagelten Schuhen (darum ‚Hartfüßler‘) und den Ranzen auf dem Rücken.

Station 22: Römischer Vicus Wareswald

Am Kreuzungspunkt der Römerstraßen von Metz nach Mainz und von Trier nach Straßburg entstand in der 1. Hälfte des 1. Jhd. n. Chr. eine römisch geprägte Ansiedlung. Auf einem Höhenrücken am Fuße des Schaumbergs gelegen, umfasste die Siedlung in ihrer Blütezeit mehrere Hektar Fläche. Zahlreiche Fundstücke wie Münzen, Schmuck, qualitätvolle Keramik und Bronzestatuetten zeugen vom einstigen Wohlstand der ansässigen Bevölkerung. Das Ende der Siedlung im Wareswald kam um 400 n. Chr. Wohl unter dem Eindruck der seit langem anhaltenden Plünderungszüge germanischer Stämme wurde der Vicus verlassen und verfiel allmählich.

Dank der seit 2001 laufenden Grabungen der TERREX GmbH kann der Besucher nicht nur zahlreiche, wieder aus dem Boden auftauchende Räume, darunter Keller, Badewannen und Fußbodenheizungen bestaunen, sondern auch selbst tatkräftig mitarbeiten, denn die Grabung bietet ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern die Möglichkeit aktiv daran teilzunehmen.

Station 23: Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Tholey wurde möglicherweise noch Ende des 18. Jahrhunderts, spätestens nach 1800 angelegt und bis in die 1930er-Jahre belegt. Zwischen 1935 und 1945 wurde er weitgehend zerstört. Auf dem Friedhof ließ Dr. Walter Sender nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Die Inschrift lautet: ‚Zum Andenken an die aus hiesiger Gemeinde 1933-1945 Deportierten Emilie Kahn geb. Katz , Moses Isaak und Frau Bertha geb. Katz, Veronika und Helena Isaak, Max Götz und Frau Rosa geb. Hirsch, Kinder Anny und Margot Götz, Emma Bär geb. Löb, Julius Bär mit Frau und Kind Frau Brünette Aach geb. Sender – alle aus Tholey‘. Erinnerung an Walter Sender (1885-1961): der Walter-Sender-Platz vor dem Friedhof Eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof erinnert an Walter Sender Aus der Inschrift der Gedenktafel: ‚Walter-Sender-Platz. Der am 10. Mai 1885 in Tholey geborene Walter Sender arbeitete nach dem Ende des 1. Weltkrieges als Rechtsanwalt und begann seine politische Tätigkeit als Sozialdemokrat. Bereits 1925 warnte er vor dem Nationalsozialismus. Nach der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 flüchtete er mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Frankreich. Bis zum Kriegsausbruch konnte er in Paris arbeiten. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen versteckte er sich in den Bergen Südfrankreichs. Nur so konnte er als Jude der Verfolgung durch deutsche und französische Faschisten entgehen. Dr. Walter Sender ließ nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Er starb am 29. August 1961 in Luzern.‘

Station 24: Erlebnisbad Schaumberg

Das Erlebnisbad Schaumberg ist ein modernes Freizeit- und Erlebnisbad im südwestdeutschen Raum. Zu den Attraktionen zählen eine 103 Meter lange Black-Hole Tunnelrutsche mit Lichteffekten, das Lagunenbecken mit Strömungskanal, die Whirlpools und die Dampfbäder. Auch Babys fühlen sich in dem 36 °C warmen Kinderbereich pudelwohl. Ein 18 000 Quadratmeter großes Außengelände sorgt während der Sommermonate für Abwechslung.

Die ausgedehnte Saunalandschaft im römischen Ambiente mit finnischen Saunen, Dampfsauna und Blockhaussauna stellt selbst verwöhnte Saunafans zufrieden. Die neue Sauna- und Wellnesslandschaft ‚Sauna Vicus‘ im Erlebnisbad wurde frei nach römischem Vorbild erbaut.
Zu den Attraktionen gehört eine rustikale Kelo-Aufguss-Sauna für bis zu 80 Gäste. Eine Erlebnisdusche in Form eines römischen Tempels lädt danach zum Abkühlen ein.

Im neuen Wellness-Gebäude gibt es insgesamt drei Anwendungsräume für Massagen oder kosmetische Behandlungen. Ein Panoramaruheraum mit herrlichem Blick auf die Landschaft der Schaumbergregion lädt zum Erholen ein. Eine Steinsauna im Erdgeschoss, in der ein mit heißen Steinen beladener Korb in ein Wasserbecken eintaucht, eine Infrarot-Sauna sowie eine große Liegewiese komplettieren das Angebot. Die Räume schmücken Wandmalereien nach Vorbildern aus römischer Zeit.

Station 25: Projekt Totholz

Bundesweites ‚Alt- und Totholzprojekt‘ Totholz ist alles andere als tot und sollte vielmehr als Lebenselexier des Waldes verstanden werden. Umso wichtiger ist es, dass sich Initiativen und Projekte eingehend mit der Totholzthematik beschäftigen, angepasste Bewirtschaftungsstrategien für die Waldwirtschaft entwickeln und sie einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Vor diesem Hintergrund ist im Januar 2013 im Saarland das ‚Alt- und Totholzprojekt‘ gestartet worden.

Gefördert wird das Projekt aus Bundesmitteln im Rahmen des Bundesprogrammes zur Umsetzung der Biologischen Vielfalt (BBV). Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des NABU-Landesverbandes, des Saarforst Landesbetriebes, verschiedener Experten unterschiedlicher Fachgebiete mehreren privaten und kommunalen Forstbetrieben. Ziel ist es, neue Strategien und Managementkonzepte zu erarbeiten, um den bislang weitgehend unbeachteten Lebensraum Alt- und Totholz in die bestehende Waldbewirtschaftung auf ganzer Fläche zu integrieren. Es geht also nicht darum, neue Waldschutzgebiete auszuweisen, sondern eine Vision ‚Wirtschafts- und Lebensraumwald 2100‘ gemeinsam mit den Waldbesitzern zu etablieren und als neue ordnungsgemäße Waldwirtschaft zu definieren.

Das Projekt läuft insgesamt 6 Jahre, also bis 2018. Die Gemeinde Tholey ist neben anderen Kommunen Projektpartner und stellt am Schaumberg entsprechende Referenz- und Entwicklungsflächen zur Verfügung. Es sind Abschnitte, in denen Alt- und Totholz zukünftig eine große Bedeutung haben werden. Wer mehr über das Projekt wissen will, kann sich auf der Internetseite www.wertvoller-wald.de informieren.

Station 26: Abteigrenzstein

Dieser Grenzstein zeigt den Abtsstab als Symbol des Eigentums der Abtei Tholey und gehörte zur Begrenzung eines kleinen Waldes, der am Hang des Schaumberges zum umfangreichen Besitz der Abtei gehörte. Der Grenzstein bezeichnete mit ehemals weiteren Steinen den genauen Umfang des Abteiwaldes gegenüber dem Land der Gemeinde und dem Land der Einwohner sowie dem ursprünglichen eigenständigen Bannbezirk des Schaumberger Hofes, der zum Domänenbesitz des Herzogs von Lothringen gehörte. Auf Anordnung des Herzogs von Lothringen wurden 1742 alle Wälder der Abtei vermessen und ausgesteint. In vielen Fällen haben sich derartige Kleindenkmäler erhalten, so z.B. im Engscheider Wald bei Sotzweiler. Die Wälder wurden in Schläge eingeteilt und stellten so den Brennholzbedarf der Abtei sicher. Freilich konnte das kleine Wäldchen am Schaumberg nur im bescheidenen Maße dazu beitragen, lag dafür aber sehr nahe zur Abtei.
Ein Buch mit den Waldvermessungsprotokollen und vielen Karten ist im Abteiarchiv vorhanden.

Station 27: Klapperstorchenstein

Dieser bemerkenswerte Stein aus Tholeyit (basischer Andesit), aus einem 210 m mächtigen Magmagang im Rotliegenden, etwa 250 Mio. Jahre alt, dem anstehenden ortstypischen Magmagestein, steht etwas unterhalb des Schaumbergplateaus am Südhang. Die südliche Hanglage mit vielen Wasserquellen führte zu einer sehr frühen Besiedlung dieser Gegend. Die Menschen der Vor- und Frühgeschichte haben zahlreiche archäologische Zeugnisse wie Hügelgräber und das Fürstengrab von Theley hinterlassen.

Diesen Stein umrankt eine Fruchtbarkeitssage. Auf einigen Karten ist er als Keltenstein bezeichnet, und er wurde bei einer Erneuerung des Serpentinenweges wieder aufgestellt. Ob der Stein bereits im Neolitikum aufgestellt war, ist unklar. Jedoch wurden für lange Zeit die neolithischen Denkmäler fälschlicherweise den Kelten zugeschrieben.

Station 28: Tholeyit

Eine geologische Besonderheit der Schaumbergregion ist der ‚Tholeyit‘, aus ihm ist der Schaumberg aufgebaut.

‚…Der Name rührt von der etwas abweichenden Mineralzusammensetzung gegenüber der Gesteinsunterteilung her, die zum Zeitpunkt der wissenschaftlichen Bearbeitung im vergangenen Jahrhundert bestanden hatte.Um diese Abweichung zu verdeutlichen, wurde das Gestein nach dem ersten Fundort ‚Tholey‘ benannt.

Während der Abkühlungsphase des Magmas bildeten sich die Hauptbestandteile des Tholeyits, der zu 50 % aus Feldspat, zu 30 % aus Hornblende und zu 9 % aus Olivin besteht. An der Erdoberfläche verwittert der Tholeyit oft in Form von schalen-artig aufgebauten Kugeln mit einem Durchmesser von 10 cm bis zu 100 cm.

Aufgrund von Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung kommt es jedoch auch vor, daß der Tholeyit in fast unverwitterter Form vorliegen kann. Beispiele hierfür finden sich an der Straße von Tholey nach Theley…‘, so beschreibt der Geologe Claus Eifler den Tholeyit der Felsfomation ‚Graue Elz‘ in seiner Schrift über die Geologie des Schaumberger Landes. ‚Nordwestlich des Schaumbergmassivs sind in die Tholeyer Schichten mehrere Lagergänge eingeschoben, deren Mineralbestand von dem des Schaumberggesteins abweicht.

Das Gestein wird als doleritischer Olivinbasalt bezeichnet (Jung 1958). In den Randzonen dieses Ganges haben sich Mandeln und Hohlräume mit Achaten, Jaspis und Bergkristallen gebildet.

Station 29: Schaumbergturm

Der Schaumberg ist eine der höchsten Erhebungen im Saarland und das Wahrzeichen der Gemeinde Tholey. Er gilt als Hausberg des Saarlandes. Seit mehr als 2000 Jahren ist das Schaumberger Land mit der Gemeinde Tholey als kommunaler Mittelpunkt ein Ort der Geschichte. In den 1950er Jahren nahmen dort tausende Bergleute und ihre Familien an der jährlichen Knappenwallfahrt der Abtei Tholey teil. Seit 1976 ist das Schaumbergplateau eine deutsch-französische Begegnungsstätte. Im Inneren des Turms befinden sich heute mehrere Ausstellungen, auch eine ‚Bergmannsecke‘, mit Erinnerungen an die vielen Bergleute aus der Region.

Info:
Deutsch-Französische Begegnungsstätte Schaumberg GmbH
Schaumbergturm 06853/50 200 90
Gemeinde Tholey 06853/508-0
schaumberg@tholey.de
www.mein-schaumberg.de
Postanschrift: Im Kloster 1, 66636 Tholey
Hausanschrift: Zum Schaumbergturm 1, 66636 Tholey

Station 30: Wälle der mittelalterlichen Burg

Die Besiedlung des Schaumbergplateaus reicht bis in die gallo-römische Zeit zurück, als der Berg vermutlich ein Höhenheiligtum trug.

Viele Epochen der Vor- und Frühgeschichte haben auf und um den Schaumberg herum ihre archäologischen Spuren hinterlassen, die entweder als Bodendenkmäler im Gelände oder als Exponate in vielen Museen zu besichtigen sind.

Im Jahr 634 wird Castrum Theulegium urkundlich erwähnt, dessen Existenz auf dem Schaumberg noch archäologisch nachzuweisen ist, jedoch könnten die heute sichtbaren Wälle und Gräben, die das Schaumbergplateau sichelförmig nach Westen, Nordwesten und Norden umgeben, ein Zeugnis einer der frühesten Burganlagen auf deutschem Boden sein.

Station 31: Wegekreuz am Schaumberg

Wegekreuz am Schaumberg

Station 32: Schaumberger Hof

Ursprünglich befand sich hier das alte Herrenhaus des ehemaligen Amtmann des Oberamtes Schaumberg, Casper Le Payen, das er sich vor mehr als 290 Jahren erbauen ließ. Dieses Gebäude wurde 1960 wegen Baufälligkeit abgerissen. Dort wurde eine Bildungsstätte für die ländliche Jugend errichtet, die Platz bot für 17 Einzel- und Doppelzimmer. In den 70er Jahren wurden die Gebäude als Meditationszentrum genutzt. Unter dem Namen ‚Exercitium Humanum‘ fanden dort bis 1982 Kurse zum Thema ‚Zen-Meditation‘ und ‚Heilfasten‘ statt. Ab 1986 wurde der Schaumberger Hof zu einem Drogentherapiezentrum des Vereins ‚Hilfe für junge Menschen e.V.‘. Von 1986 bis 2016 wurden dort rund 3000 Patienten betreut.

Seit Februar 2016 werden dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht und betreut.

Station 33: Dick Eich und Dowidatgelände

Die knorrige Eiche, wuchtig mit starker Standmacht
gegen Blitze und der Wetter Polterfäuste
ehren wir, bewundern wir.
Durch Jahrhunderte schon ist sie siegreiche Kämpferin.
Wer sie sieht denkt nicht an Säge und Axt,
sie soll dauern, wirken soll ihr Beispiel.

Text: Johannes Kühn

Infomaterialien

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Hasborn

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Quierschied: Entdeckertour Quierschied-Göttelborn

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Quierschied-Göttelborn“

Die Tour ist sowohl auf Liebhaber der Industriekultur als auch auf Naturfreunde und Familien zugeschnitten. Die Aussichtspunkte, wie Halde Lydia, Halde Göttelborn, Himmelspfeil und „Weißer Riese“, ermöglichen eine wunderbare Weitsicht ins Umland der Großgemeinde Quierschied. Spielplätze, Freibad, grüne Oasen – wie der Park im Eisengraben – sowie die vielen Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke, laden zum Verweilen und Genießen ein. Anschaulich erzählt das Heimatmuseum vom früheren Leben in Quierschied. Für ein gewisses Amüsement auf der Tour sorgen humorvolle Audio-Beiträge aus dem Alltagsleben des einfachen Bergmannes.

Gestartet werden kann die Tour an jedem beliebigen Punkt. Die offiziellen Startpunkte sind der Haupt-Parkplatz im Netzbachtal, der Parkplatz an der Knubbestubb in Fischbach und in Göttelborn der Parkplatz unterhalb der Cafécantine Flöz. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt kann den Bahnhof Fischbach oder die Bushaltestellen „Hölzerbachstraße“ in Fischbach bzw. „Markt Göttelborn“ als Ausgangspunkt wählen. Die Tour kann in zwei kleineren Abschnitten unabhängig voneinander oder in einer Tagestour bewandert werden.

Für den Besuch des Heimatmuseums sowie den „Weißen Riesen“ kann man auch außerhalb der Öffnungszeiten bei der Gemeinde Quierschied einen Termin vereinbaren.

Wegstationen
Station 1: Schacht IV Göttelborn

Liebevoll ‚Weißer Riese‘ genannt, zieht das futuristische Pyramidengerüst am Schacht IV die Blicke auf sich. Mit über 90 Metern ist er der höchste Förderturm der Welt. Auf seiner Aussichtsplattform [74,3 m], die barrierefrei erreichbar ist, kann man bei klarem Wetter sogar die Nordvogesen sehen.

Station 2: Halde Göttelborn

Aus der ehemaligen Geröllhalde ist nach zweieinhalbjähriger Bauzeit ein Naherholungsgebiet geworden. Das 35 ha große Gelände lädt zum Wandern, Entdecken und Beobachten ein.

Station 3: Himmelspfeil

Der Himmelspfeil ist eine lang und schräg ansteigende asphaltierte Rampe zwischen der Bergehalde und der Solaranlage auf dem ehemaligen Göttelborner Grubengelände, an deren Spitze [384 m NN] sich eine Aussichtsplattform befindet, die einen guten Blick über den Saarkohlewald ermöglicht.

Station 4: Schützenhaus Quierschied

In Quierschied als ‚Schießstand‘ bekannt, liegt das Vereinshaus des Schützenvereins Tell in ‚da Kollbach‘. Während der Trainingszeiten des Vereins bietet die Wirtin neben Getränken auch eine kleine Speisekarte an. Bei warmen Temperaturen lädt eine große Terrasse zum Verweilen ein.

Station 5: Grube Quierschied: Mundloch des Quierschieder Stollens

Die Grube Quierschied diente vorwiegend zur Energieversorgung der Glashütte Quierschied [1729 – 1914] und förderte ausschließlich Kohle aus Stollen, die in unmittelbarer Nähe der Glashütte angelegt waren. Das einzige erhaltene Mundloch zeigt das Jahr 1850 und liegt im Kohlbachtal. Es ist der 6. und letzte Stollen der in der Geschichte der Quierschieder Grube angehauen wurde. Der Stollen war 360 m lang und wurde bis 1853 aufgefahren. Am 01. April 1888 wurde die Grube Quierschied mit dem Steinkohlebergwerk Göttelborn vereint.

Station 6: Spielplatz Wilhelmstraße / Schienenweg

Ausgerüstet mit einem kleinen Klettergerüst, Rutsche, Schaukel und Federtiere ist dieser Spielplatz schon für die Kleinsten geeignet.

Station 7: Freibad Quierschied

Mit sonnigen und schattigen Liegeplätzen, Wasserspielplatz, Kletterturm, Beachfeld und natürlich auch verschiedenen Schwimm- und Planschbecken ist das Freibad Quierschied ein Freizeitangebot für die ganze Familie.

Station 8: Altes Sängerheim

Hotel – Restaurant – Bistro ‚Altes Sängerheim‘

Das ‚alte Sängerheim‘ bietet vom kleinen ‚Bistro‘-Snack bis zum Feinschmecker-Menü eine breite Palette von leckeren Gerichten an.

Station 9: Heimatmuseum Quierschied

Das Museum präsentiert Themen der früheren Industrialisierung, wie die frühgeschichtliche Eisenschmelze, die Glashütte, den Bergbau – insbesondere die Grubenrettung, das  Knappschaftskrankenhaus sowie das Kraftwerk Weiher. Eine vielfältige Sammlung von  Gegenständen des dörflichen Alltagslebens geben Einblick in Kultur und Handwerk.

Station 10: Park im Eisengraben

Als eine Oase inmitten des Ortskerns Quierschied gelegen, lädt der Park mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen und Entspannen ein. Wer sich gerne sportlich an der frischen Luft betätigt, kann sich an dem Mehrgenerationenparcour probieren oder mit Freunden eine Runde Boule spielen.

Station 11: Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurde 1863 in 3-jähriger Bauzeit von Baumeister Carl Friedrich Müller im neugotischen Stil als einschiffiges Langhaus mit Turm erbaut. Durch die zunehmende Seelenzahl wurde 1897 die Kirche durch den Architekten Freiherr Lambert von Fisenne in 14-monatiger Bauzeit mit zwei seitlichen Anbauten zu einem dreischiffigen Langhaus umgestaltet. Der Hochaltar der Kirche ist als Flügelaltar gestaltet und enthält Holzbildhauereien. In den letzten Jahren wurde der Innenraum der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Quierschied renoviert und restauriert.

Station 12: Schacht Quierschied

1905 wurde der Schacht Quierschied als Wetterschacht für das Westfeld der Grube Maybach angehauen. Er hatte einen Querschnitt von 5 m Durchmesser und eine Endteufe von 670 Metern. Verfüllt: 1982

Station 13: Halde Brefeld

Die Grube Brefeld wurde 1872 angehauen, die dazugehörige Halde verschwand nach der Stilllegung der Grube 1962 unter einem grünen Waldmantel. Die Halde wurde wegen eines Brandes von der RAG Montan Immobilien GmbH saniert und steht jetzt wieder der Öffentlichkeit als Erholungsraum zur Verfügung. Beim Aufstieg auf dieses Relikt vergangener Zeiten wird man in die Welt eines ‚verwunschenen Ortes‘ hinein versetzt.

Station 14: Klinik Quierschied

1907 fand die Grundsteinlegung des 4. Knappschaftskrankenhauses im Saarland statt. Auf dem 6,3 ha großen Bauplatz entstand in 4-jähriger Bauzeit, mit 400 Betten und modernster OP-Einrichtung zur damaligen Zeit, der größte Klinikkomplex im Regierungsbezirk Trier. Wegen der naturnahen Lage wurden hier vor allem Bergleute, die an den Atmungsorganen erkrankt waren, behandelt.

Station 15: Knubbe-Stubb

In der liebevoll – in bergmännischem Stil – eingerichteten ‚Knubbe-Stubb‘ trifft man immer auf einen ehemaligen Bergmann, der gerne mal aus dem Nähkästchen plaudert. Die Wirtin hält neben Erfrischungsgetränken auch eine kleine Speisekarte vor. Bei größeren Gruppen bitte vorbestellen.

Station 16: Hammerkopfturm

Der Schacht IV der Grube Camphausen, besser bekannt als Hammerkopfturm ist der erste Eisenbeton-Förderturm der Welt. Er wurde im Februar 2016 zum ‚Historischen Wahrzeichen der Ingenieursbaukunst in Deutschland‘ ausgezeichnet.

Station 17: Fischbachbahn

Um den Abtransport der Kohle zu gewährleisten und Bergleute aus dem Raum Lebach und dem Illtal zu der Gruben im Fischbachtal zu transportieren, wurde im Fischbachtal von 1873 bis 1879 eine 26,5 km lange Bahnstrecke zwischen Neunkirchen und Saarbrücken gebaut. In Wemmetsweiler erfolgte ein Anschluss bis nach Lebach. Die Gruben Maybach [1881] und Göttelborn [1887] wurden durch Stichbahnen an die Strecke angeschlossen. Wichtige Haltepunkte waren der Bahnhof Fischbach-Camphausen, der sich gegenüber der Grube Camphausen befand, und Brefeld. Beide Stationen sind inzwischen geschlossen. Nur noch der ehemalige Bahnsteig und die Stationsschilder erinnern an den Bahnhof Camphausen. Inzwischen wurde weiter nördlich und damit ortsnäher ein neuer Haltepunkt errichtet.

Station 18: Beamtenkolonie Camphausen

In der ehemaligen Beamtenkolonie Camphausen sind trotz Umbau heute noch die verschiedenen Häusertypen klar erkennbar. Der ältere Teil der Wohnhäuser in der Verlängerung der Heinitz- und der Maybachstraße, sind Doppelhäuser mit einem Mittelrisaliten und seperaten  Wirtschaftsgebäuden. Der angewendete Häusertyp ab 1914 wird von einem breiten Risalitgiebel, Mansarden und Biberschwanzeindeckung geprägt. In der Heinitzstraße wohnten die höheren Bergbeamten in repräsentativeren Häusern und Villen. Eine gut erhaltene Villa von 1906 steht in der Heinitzstraße 29.

Station 19: Halde Lydia

Der heutige sanierte und rekultivierte Tafelberg mit seiner Kegelaufschüttung ist geradezu ein Paradies für Wanderer und Mountainbiker. Die Halde erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 66 ha. Das Haldenplateau, auf 330 m über NN gelegen, ermöglicht eine wunderschöne Aussicht auf den Saarkohlewald.

Station 20: Netzbachtal

Gasthaus ‚Zum Seeblick‘

Idyllisch direkt am Netzbachweiher gelegen, lädt das Gasthaus zum Seeblick zum Rasten ein. Neben Kaffee und Kuchen werden auch kleine Gerichte angeboten.

Netzbachtalweiher

1971 begann die damals selbstständige Gemeinde Fischbach das untere Netzbachtal zum Naherholungsgebiet auszubauen. Es entstand der ca. 19 ha große Netzbachtalweiher mit dem angrenzenden kleineren Rosenweiher, der als Vorweiher fungiert. Idyllisch in den Saarkohlewald eingebettet lädt die Weiheranlage mit mehreren Ruhebänken zum Erholen und Entspannen ein. Sie ist Ausgangspunkt von verschiedenen Spazier- und Wanderwegen. Seit der Gebietsreform 1974 gehört das Naherholungsgebiet zum Stadtgebiet von Saarbrücken.

Station 21: Saarkohlenwald

NATURA 2000- und Naturschutzgebiet ‚Saarkohlenwald‘

Natura 2000-Gebiete sind Bestandteil eines europaweit verpflichtenden Schutzgebietsnetzes zum Schutz besonderer Lebensräume und Arten.

Dieses Gebiet weist eine Größe von ca. 2439 ha auf. Das Schutzgebiet liegt in der Stadt Saarbrücken (Gemarkungen Malstatt-Burbach, St. Johann und Dudweiler), der Gemeinde Quierschied (Gemarkungen Quierschied und Fischbach) sowie der Gemeinde Heusweiler (Gemarkung Holz). Es umfasst im Wesentlichen die Waldgebiete zwischen der Bundesautobahn A 1, der Ortslage Malstatt, der Bahnlinie zwischen Malstatt und Fischbach, den Ortslagen Fischbach und Quierschied sowie der L 262 zwischen Quierschied und Holz.

Zweck ist die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung eines günstigen Erhaltungszustandes. Das bedeutet auch räumlichen Vernetzung der Lebensraumtypen Bach-Auen-Wälder mit Schwarzerle und Esche, sowie natürliche Seen und naturnahe Flussläufe mit typischer Wasservegetation, magere artenreiche Mähwiesen, Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwälder sowie Stieleichen- Eichen-Hainbuchenwälder. Tierarten wie die Spanische Flagge (ein Falter), die Groppe (ein Fisch), Hirschkäfer, Gelbbauchunke und Biber sollen im Gebiet besonders geschützt werden. Gleiches gilt für folgende Brut- Rast- oder Zugvogelarten: Eisvogel, Grauspecht, Schwarzspecht, Mittelspecht, Halsbandschnäpper und Kuckuck.

Station 22: Prämienhäuser

Das System der Prämienhäuser wurde 1841 von der preußischen Bergverwaltung eingeführt, um den Bergarbeitern der saarländischen Gruben eigenen Wohnraum in der Nähe ihres Arbeitsplatzes zu ermöglichen. In einem Darlehensvertrag verpflichtete sich der bauwillige Bergmann, sein Haus zehn Jahre zu bewohnen und in dieser Zeit seine Beschäftigung auf den Saargruben nicht aufzugeben. Wurden alle Auflagen erfüllt, wurde die Rückzahlung der Prämie erlassen. Dies gewährte die Erhaltung einer Stammbelegschaft. Gebaut wurde nach Musterhausplänen der Saargrubenverwaltung. Neben den Wohnräumen des Erbauers, den Stallungen, war auch ein Einliegerzimmer für einen Junggesellen in Kost und Logis – der Kostgänger – vorgesehen. 1913 besaßen 37 % der Belegschaft ein eigenes Haus.

Station 23: Pfarrkirche St. Josef Fischbach

Im Juni 1911 war der Grundstein zum Bau des Gotteshauses gelegt worden. Nach 14-monatiger Bauzeit und mit Kosten von 143.000 Mark war das Werk vollendet. 1977 fand eine umfangreiche Innenrenovierung statt.

Station 24: Bergwerksiedlung Fischbach

Die Werkssiedlung in der Quierschieder Straße zeigt eine Häuserzeile mit eineinhalbgeschossigen Arbeiter- und Angestellten-Doppelhäuser des Preußischen Bergfiskus von 1904. Die Risalitgiebel sind in Fachwerk gehalten. Eine ganz andere Bauweise zeigen die zwei Beamtenhäuser [Hausnummer 5 – 11], die ebenfalls jeweils für zwei Familien gebaut wurden und aus der Zeit der Mines Domaniales Francais von 1924 stammen.

Station 25: Spielplatz in der Waldparkanlage

Ausgerüstet mit einem kleinen Klettergerüst, Rutsche, Schaukel und Federtieren ist dieser Spielplatz schon für die Kleinsten geeignet.

Station 26: Hohlenstein

Mächtige nebeneinanderliegende Felsblöcke aus Sandstein mit eingebackenen Kieselsteinen. Das Wasser hat die Blöcke mannigfach zersägt und ausgehöhlt, daher der Name Hohlenstein. Ehemaliger Kriegszufluchtsort und beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt.

Station 27: Schützenhaus Göttelborn

Fast verwunschen liegt das Vereinsdomizil der Schützengilde Göttelborn 1962 e.V., eingebettet unter hohen Bäumen am Rande des Göttelborner Waldes. Besonders bei sommerlichen Temperaturen kann man im schattigen Biergarten rasten und ruhen. Aber auch im Winter lädt die heimelige Gaststube zu einem gemütlichen Aufenthalt ein.

Station 28: Cafecantine Flöz

Die ehemalige ‚Kaffeekisch‘ der Grube Göttelborn. Montags bis freitags täglich wechselnde Mittagsbüffets und Bistrokarte. Sonntags gibt es neben der Bistrokarte ein Sonntagsbüffet. Die Räumlichkeiten können für Geburtstage, Firmenfeiern, Klassentreffen, Geschäftsessen und Vorträge genutzt werden.

Station 29: Dorfplatz Göttelborn

Der Dorfplatz von Göttelborn ist ein Ort zum Ruhen und Rasten. Bänke und Tische laden unter hohen Bäumen zum gemütlichen Picknick ein. Im Vogelnest finden Kinder einen Platz zum Wohlfühlen.

Station 30: Pfarrkirche St. Josef Göttelborn

Die Werkssiedlung Göttelborn wurde 1934 durch die katholische Pfarrkirche St. Josef komplettiert. Es handelt sich um eine Stahlskelett-Konstruktion. Eine Bauweise die im 19. Jahrhundert von Technikern und Ingenieuren zunächst nur für Bahnhofshallen, Ausstellungshallen und Fabriken entwickelt worden war und nun auch der Sakralarchitektur neue Impulse gab. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde ein Bau zwischen Traditionalismus und Moderne hergestellt.

Station 31: Bergwerksiedlung Göttelborn

Die Werkssiedlung der ehemaligen Grube Göttelborn entstand zwischen 1888 und 1912 unter dem Preußischen Bergfiskus, der 23 eineinhalbstöckige Doppelhäuser baute. Sie gehört zu den bedeutendsten sozialgeschichtlichen Denkmälern der saarländischen Industriekultur. Die in der heutigen Josefstraße stehenden Doppelhäuser waren für Bergbeamte vorgesehen, während die Arbeiterhäuser in der Grubenstraße errichtet wurden.

Infomaterialien

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Quierschied

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Ockfen-Schoden: Geologisch-naturkundlicher Lehrpfad

Abwechslungsreiche Rundwanderung mit grandiosen Aussichten: Die Tour führt Sie zum Bocksteinfels bis zum Bismarckturm in Schoden und entspannt am Saarufer zurück nach Ockfen.

Wegbeschreibung

Vom Hotel beginnend können Sie vorbei an den drei Forellenweihern Richtung Ockfen gehen. Folgen Sie ab Ortseingang der grünen Radwegbeschilderung die nach Irsch führt. Kurz hinter Ockfen wandern Sie nun links ab durch das Tal zwischen dem „Irminenwald“ und „Geisberg“ (Richtung Bocksteinfels).

Nachdem Sie die lang gezogene Steigung fast geschafft haben, gehen Sie an der Weggabelung vor dem linken Weinberg links den flachen Weg weiter zum Bocksteinfels. Bald erreichen Sie die Informationstafel B. Hier genießen Sie eine wunderbare Aussicht, bei schönem Wetter bis weit zum Hunsrück.

Immer an Waldsaum und Weinberg entlang kommen Sie zur Tafel C. An dieser Tafel laden Sitzmöglichkeiten zu einer kleinen Rast ein. Gestärkt marschieren Sie weiter und sehen nach einer Quer-Feldeinwanderung durch den Wald den Schodener Bismarckturm (Info-Tafel-D).

Weiter bergab durch die Schodener Weinberge gelangen Sie zum Weinort Schoden. Zunächst über die St. Bris-Brücke dann links an der Schodener Hauptstraße entlang sind Sie gleich an der Saar.

Benutzen Sie nun den Saar-Ufer-Weg Richtung Ockfen und kehren wieder im Weinhotel Klostermühle ein. Als Erleichterung und bessere Wegfindung achten Sie immer auf das grüne L.

Infomaterialien

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Ockfen-Schoden

Geologisch-naturkundlicher Lehrpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Textquellen

Mosellandtouristik GmbH

Ottweiler: Entdeckertour Ostertal-Ottweiler

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Ostertal-Ottweiler“

Im Mittelpunkt dieser Tour steht das Alltagsleben der sogenannten Bergmannsbauern.

Auf der gesamten Strecke erzählen Zeitzeugen aus ihrem Leben und von besonderen Erlebnissen. Außerdem führt der Weg an Stollen des ehemaligen lokalen Bergbaues vorbei.

Die Museen Steinbach und Dörrenbach thematisieren das Leben der Bergmannsbauern und die Arbeitsbedingungen im lokalen Bergbau.

Nach dem Start am Wingertsweiher führt der Weg aus römischer Zeit zunächst entlang der Ostertalbahn mit den Haltepunkten Wingertsweiher, Fürth und Dörrenbach. Von dort lohnt sich eine Fahrt mit der Museumeisenbahn. Fahrplan: www.Ostertalbahn.de

Eine weitere Attraktion bilden die vielen spektakulären Aussichtspunkte, wie Hungerberg, Hardt, Wehlberg und vor allem der 427 m hohe Betzelhübel mit dem Panoramaturm.

In Fürth lohnt sich eine Einkehr in die historische Gaststätte „Werns Mühle“ mit der restaurierten Ölmühle Wern.

Naturfreunden bietet der Weg entlang der Oster und der anschließende Aufstieg  durch die Steinbachschlucht nach Steinbach ein besonderes Erlebnis.

Wegstationen
Station 1: Wingertsweiher

Der Startplatz der Tour am Rande der Stadt Ottweiler ist der Wingertsweiher. Er wurde im Jahre 1961 angelegt und hat eine Länge von ca. 500 m. Die größte Breite beträgt 70 m. Um den Weiher herum führt ein schöner Wanderweg mit mehreren Ruhebänken.

Neben der Gaststätte „Pfälzer Stube“ gibt es einen Grillplatz, einen Spielplatz und einen Stellplatz für Wohnmobile. Für Gäste, die mit der Museumsbahn „Ostertalbahn“ anreisen, gibt es in unmittelbarer Nähe einen eigenen Haltepunkt.

Station 2: Bahnhof Steinbach

Erreichte während der Betriebszeit der Ostertalbahn ein Zug den Haltepunkt Steinbach, wird so mancher ortsunkundige Reisende vergebens nach Steinbach Ausschau gehalten haben, denn bis dorthin musste noch ein ca. 40 minütiger Fußmasch bewältigt werden. In der Regel waren die Nutzer jedoch Berg- und Hüttenleute, die insbesondere an den Wochenenden, wenn es keine oder kaum eine Busverbindung gab, den Bahnanschluß nutzten.

Nach der Stilllegung der Bahn wurde der ‚Bahnhof‘, eine Holzhütte, abgebaut. Er dient heute im oberen Ostertal als Fischerhütte. Heute kann man nur noch erahnen, wo einst die Züge der Ostertalbahn hielten.

Station 3: Brücke Ostertalbahn

Wenige Meter vor dem ehemaligen Haltepunkt Steinbach überquert der Schienenstrang den Weg vom Wingertsweiher Richtung Wanderweg nach Fürth/Steinbach (Römerstraße). Die Brücke wurde in der für die Ostertalbahn typischen Bauweise, Hartsteinkonstruktion in Rundbauweise, gebaut. Sie ermöglichte den Steinbacher Bergmannsbauern den Zugang zu ihren Feldern, die zum Teil jenseits des Schienenstranges lagen.

Eine weitere Brücke der gleichen Bauart befindet sich nur wenige hundert Meter weiter Richtung Lenzentaler Hof, dort, wo die Bahnlinie Richtung Osten schwenkt.

Station 4: Alte Römerstraße

Dieser Weg ist wahrscheinlich die älteste Verbindung zwischen dem Ostertal und Ottweiler. Vor seiner Asphaltierung konnte man an einigen Stellen die Reste einer römischen Pflasterung erkennen. Funde, die aus dem 4. Jahrhundert nach Christgeburt stammen, deuten darauf hin, dass sich im Umfeld der Straße eine Siedlung römischen Ursprungs befand.

In dem Abschnitt zwischen der B 420 und der Ostertalbahnbrücke kann man heute noch auf der linken Seite die Reste einer Wasserleitung aus der damaligen Zeit erkennen.

Station 5: Pfaffenthal

Nach der Überquerung der B 420 – vom Wingertsweiher kommend – geht der Blick links zu einer kleinen Talsenke – dem Pfaffenthal.

Das wasserreiche Tal wurde schon zu Zeiten der Römer genutzt, die hier eine Vila Rustica errichteten.

Während des Dreißigjährigen Krieges trafen sich (1635) in dieser Senke die Heere von Richard von Weimar und dem Herzog von Lauenburg, bevor sie ihren Marsch Richtung Saar fortsetzten.

Heute reihen sich mehrere Fischweiher aneinander, die sich allerdings in privatem Besitz befinden. Über das Pfaffenthal hinaus hat man bei klarem Wetter einen Blick bis ins obere Ostertal.

Über die Deutung des Names ‚Pfaffenthal‘ gibt es leider keine bzw. nur ungenügende Informationen.

Station 6: Haltepunkt Fürth

Zu den wohl stattlichsten Gebäuden am Schienenstrang der Ostertalbahn gehört zweifellos der Bahnhof Fürth. Im Bahnhofsgebäude befand sich ein Warteraum und ein Schalterraum in dem bis – vermutlich – Ende der fünfziger Jahre der Bahnhofsvorsteher seinen Dienst tat.

Im Bahnhofsbereich gab es ein ca. 300 m langes zweites Gleis, das zum Abstellen von Güterzügen vorgesehen war. Bis in die 60er Jahre wurden hier Güterwaggons durch örtliche Betriebe oder Transportunternehmen entladen. Heute ist der Bahnhof in privatem Besitz. Der Bahnsteig wird als Haltepunkt der Museumsbahn genutzt.

Station 7: Bahnhof Dörrenbach

Im Ort gab es von 1937 bis 1980 einen Bahnhof mit einer Haltestelle der Ostertalbahn. Dieser Bahnhof mit dem zugehörenden Gelände wurde 1984 von dem Dörrenbacher Heimatbund aufgekauft und zu einer Natur- und Freizeitanlage ausgebaut.

Die Ostertalbahn fährt seit 2002 als Museumsbahn. Betreiber ist der Verein „Arbeitskreis Ostertalbahn (AKO) e.V.“

Station 8: Hungerberg

Von hier aus hat man einen schönen Blick über Dörrenbach und das dahinter liegende Labachtal, das bereits zu Rheinland-Pfalz gehört. Hinter Bäumen versteckt, am Ortseingang der Siedlung Labach befindet sich der Stolleneingang zur Grube Labach, deren Betriebszeit 1954 endete.

Eine Verbindung zwischen den Gruben Haus Sachsen bzw. Grube Auguste auf Dörrenbacher Seite (im 19. Jahrh. preußisch) und der Grube Labach (damals bayrisch) – obwohl in Sichtweite zueinander – gab es nicht.

Station 9: Stollen Obere Tagestrecke

Dieser Stollen gehörte zur Grube ‚Haus Sachsen‘, die den Gebrüder Cetto aus St. Wendel gehörte.

In dem Stollen wurde in der Zeit von 1852 bis 1863 Kohle abgebaut. Vor dem Eingang des Stollens ist heute noch eine Abraumhalde erkennbar. Der Stollen erreichte eine Länge von 710 Metern.

In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als Brennmaterial knapp war, wurde er von 1947 bis 1948 wieder geöffnet. Heutiger Besitzer ist die Ruhrkohle AG.

Station 10: Museum Dörrenbach

Dörrenbach ist eine alte Bergbaugemeinde. Von 1817 bis 1903 wurden hier im sog. „Grenzkohlenflöz“ Kohlen abgebaut. Im Dörrenbacher Heimatmuseum befindet sich der Nachbau (1:1) eines 1995 in der Grube Haus Sachsen bei Dörrenbach entdeckten Kohlenstoßes.

Station 11: Dörrenbach

Dörrenbach wurde 1364, also vor 650 Jahren, erstmals urkundlich erwähnt. Es gibt aber zahlreiche Funde aus der Steinzeit, Kelten- und Römerzeit, die darauf hindeuten, dass der Ort wesentlich älter ist. Die Kirche ist um 1250 erbaut worden. Der wuchtige Kirchturm hat den Dreißigjährigen Krieg ohne größeren Schaden überstanden.

Dörrenbach ist landwirtschaftlich geprägt, davon zeugen die vielen noch erhaltenen südwestdeutschen Einhäuser, aber auch viele Kleinbauernhäuser, in denen Bergmannsbauern zuhause waren.

Die vielen Bergleute mußten zu Beginn des letzten Jahrhundert noch zu Fuß zu ihren Arbeitsstellen in Neunkirchen und Wiebelskirchen gehen, später wurden dann mehr und mehr Fahrräder genutzt, bis schließlich, ab 1938, die Ostertalbahn ihren Betrieb aufnahm.

Station 12: Dörrenbach Dorfkirche

Die Ursprünge der im Kern romanischen Kirche reichen zurück bis ins 13. Jahrhundert. Der älteste noch erhaltene Teil ist der Kirchturm, der ursprünglich als Wehrturm errichtet wurde.

Das aus spätgotischer Zeit stammende Kirchenschiff entstand im Jahre 1718 auf Anordnung von Graf Ludwig von Nassau-Saarbrücken und Ottweiler. Die Kirche wird heute von der evangelischen Kirchengemeinde Dörrenbach genutzt.

Station 13: Dörrenbach Ortsanfang

Wo heute Pendler und Schüler auf ihren Bus nach Ottweiler oder St. Wendel warten, war in früheren Zeiten der Treffpunkt der Dörrenbacher Bergleute.

Der markante ‚Maschinenschopp‘ ist verschwunden, dafür lädt aber ein herrliches südwestdeutsches Einhaus (Bauernhaus) ein, Dörrenbach zu besuchen, das mit vielen restaurierten Anwesen seinen Charakter als Bauern- bzw. Bergmannsbauerndorf erhalten hat.

Station 14: Aussichtspunkt Hardt

Blick über Fürth.

Station 15: Römerbrücke

Die Osterbrücke, im Volksmund Römerbrücke genannt, wurde vermutlich um 1550 erbaut. Sie ist in Sandsteinquadern ausgeführt und hat vier Bogen, die von abgefasten Blindbogen begleitet werden. Die Pfeiler sind in Fließrichtung der Oster rechteckig und spitz gestaltet.

1999 wurde die Brücke komplett saniert. Sie dient nun als Fußgängerbrücke. In der Mitte wurde die Statue des Hl. Nepomuk angebracht.

Station 16: Alter Turm

Der ehemalige Kirchturm ist vermutlich romanischen Ursprungs. Die Vermutungen gehen davon aus, dass die Kirche Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Ende des 18. Jahrhunderts war die Kirche bis auf den Turm bereits verfallen. Im Obergeschoss sind noch die alten gekuppelten, rundbogigen Fenster mit abgefasten kleinen Pfeilern zu sehen. Auf der Ostseite befindet sich eine kleine Tür, die zum ehemaligen Kirchenschiff führte.

Station 17: Werns Mühle

Werns Mühle

Das Landhaus Werns Mühle und die Ölmühle Wern in Ottweiler-Fürth sind ein touristisches Highlight im Saarland mit starken Wurzeln zum Bergbau. Der Standort mit Mühle und Gaststätte war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Haltepunkt für die Bergmannsbauern bei der Abholung ihrer Berechtigungskohlen auf den Neunkircher Gruben und auch Einkehrmöglichkeit für die Bergleute auf dem Fußweg zu ihrer Arbeitsstelle. Darüber hinaus haben die Bergmannsbauern ihre Ölsaaten in der Ölmühle Wern zum Öl „schlagen“ lassen.

Die Ölmühle Wern ist heute ein viel besuchtes Museum, in dem die ehemaligen Abläufe bei der Herstellung von Speiseöl im Schaubetrieb besichtigt werden können. Das Landhaus Werns Mühle bietet ein hervorragendes gastronomisches Angebot mit Übernachtungsmöglichkeiten in den ursprünglichen, anspruchsvoll renovierten Gästezimmern der Fuhrleute.

Ölmühle Wern

Die Mühle wurde bereits 1841 erbaut. Zunächst als Mahlmühle, der 1856 eine Ölmühle in Form einer Stampfmühle hinzufügte wurde. 1922 wurde die Stampfmühle durch eine Stempelpressanlage ersetzt, die eine deutlich verbessere Ölgewinnung ermöglichte.

Ihre Blütezeit erlebte die Mühle nach dem zweiten Weltkrieg, als sie rund 55 % des saarländischen Marktes abdeckte. Nach der Rückgliederung des Saarlandes war die Mühle leider nicht mehr konkurrenzfähig. Der Betrieb wurde deshalb 1959 eingestellt. Inzwischen wurde die Mühle restauriert und ist wieder voll funktionsfähig.

Station 18: Oster

Hinter der Gaststätte Werns Mühle gehen wir über eine Brücke auf einen Weg, der anschließend circa 2,5 Kilometer an der Oster entlang führt. Sie ist eine der wenigen Bäche, die über Generationen hinweg ihren Lauf kaum verändert hat. Sie entspringt am Weiselberg bei Oberkirchen und mündet bei Wiebelskirchen in die Blies. An ihrem Ufer waren bis ins 20. Jahrhundert zahlreiche Wassermühlen angesiedelt. In dem Abschnitt zwischen Fürth und der Abzweigung Steinbach befanden sich drei Mühlen, die allerdings wegen des niedrigen Gefälles ständig mit Wassermangel zu kämpfen hatten. Den Weg entlang der Oster nutzten bis in die Hälfte des vergangenen Jahrhunderts Bergleute aus Fürth und Umgebung auf dem Weg zu ihren Gruben.

Station 19: Brille Mühle

Diese Mühle wurde im Jahre 1774 von Jakob Recktenwald zunächst nur als Ölmühle gebaut. 1811 wurde sie von seinem Sohn um eine Getreidemühle mit drei Wasserrädern erweitert. Durch die Einheirat von Jakob Brill sprach man ab 1880 nur noch von Brille Mühle. Kunden der Mühle waren überwiegend Bergmannsbauern aus Fürth und Steinbach, die Getreide gegen Mehl eintauschten. Trotz einer umfassenden Modernisierung im Jahre 1952 blieb die wirtschaftliche Lage der kleinen Mühle schwierig. 1958 wurde sie geschlossen und schließlich wegen der Planung eines Rückhaltebeckens 1978 vollständig abgerissen. Heute erinnert lediglich der Mühlengraben an die Existenz dieser Mühle.

Station 20: Der Steinbach

Der Steinbach, der Bach, der dem Dorf Steinbach seinen Namen gab, ist von seiner Quelle bis zum Ortsende größtenteils kanalisiert bzw. hinter den Häusern der Ostertalstraße verschwunden und für den Wanderer nicht sichtbar. Unmittelbar hinter dem Freizeitgelände Hiemes und entlang des steil Richtung Ostertal führenden Wanderweges fließt in beeindruckenden Kaskaden der Steinbach in seinem naturbelassenen Bett Richtung Oster.

Station 21: Freizeitgelände

Der 1875 als Folge eines verheerenden Wolkenbruchs entstandene Taleinschnitt wurde früher als Müllplatz der Gemeinde genutzt. Als nach Einführung der heute bekannten Abfallentsorgung das Gelände als Lagerplatz an eine Baufirma verkauft werden sollte, gründete sich eine Bürgerinitiative und gestaltete das Gelände in den Jahren 1984 bis 1986 zum Freizeitgelände um. Seit 2013 kümmert sich der ‚Förderverein Freizeitgelände Hiemes e.V.‘ um die Pflege der Anlage und die Vermietung der Grillhütte. Auf dem Gelände befinden sich neben der Grillhütte ein großer Rasenplatz mit Seilbahn sowie ein Spielplatz für kleine und größere Kinder.

Nähere Informationen erhalten Sie unter www.hiemes.de

Station 22: Schleppersch Haus

Schleppersch Haus wurde 1841 erbaut und im Laufe der Jahre als Wohn- und auch Geschäftshaus genutzt. Nach dem Tod der letzten Eigentümerin Martha Kennel („Schleppersch Martha“) stand es einige Jahre leer, bevor es 1987 vom AWO Landesverband erworben und nach nur 7-monatiger Bauzeit komplett renoviert bereits 1988 als Begegnungsstätte des AWO-Ortsvereins Steinbach eröffnet wurde.

1993 wurde Schleppersch Haus vom Saarländischen Kulturkreis der Titel ’41. Saarländische Heimatstube‘ verliehen. Seither wird es rege genutzt für Ausstellungen und Kaffeenachmittage und kann für Familien- und Vereinsfeiern angemietet werden. Der Gastraum bietet Platz für 35 Personen, für weitere 15 Personen steht das Bauernzimmer zur Verfügung.

Station 23: Museum Steinbach

Das Museum in Steinbach zeigt Fotos und Chroniken von Straßen, Häusern, Familien und Personen; eine eingerichtete Küche, Milchküche, Wohn- und Schlafzimmer um 1900, eingerichtete Handwerkerstuben, Bergbau- und Hüttengeräte, eine Zeitungsdokumentation über die Volksabstimmung 1955 und beherbergt ein Familienarchiv.

Station 24: Blick über Steinbach

Die erstmalig 1381 urkundlich erwähnte Gemeinde Steinbach war über Jahrhunderte eng mit dem Kloster Neumünster, zu Ottweiler gehörend, verbunden.
Von dort aus erfolgte vermutlich auch die erste Besiedelung.

Von 1815 bis 1946 gehörte Steinbach als Enklave erst zum Fürstentum Lichtenberg und später zum Landkreis St. Wendel. Heute ist die ehemals selbstständige Gemeinde ein Stadtteil der alten Residenzstadt Ottweiler.

Mit Beginn des Industriezeitalters arbeiteten viele Steinbacher im Bergbau. Über den Wehlberg gingen die Bergleute, bis in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, zu Fuß zur Grube Kohlwald in Wiebelskirchen.

Station 25: Wehlberg

Auch vom Wehlberg hat man einen herrlichen Rundumblick, nach Steinbach und insbesondere ins Ostertal. Bei gutem Wetter sieht man im Hintergrund den Weiselberg, an dem die Oster entspringt. Über den Steinbachpfad erreicht man Steinbach und das gut 200 m tiefer liegende Ostertal.

Station 26: Kerbacher Loch

Etwa 150 m hinter dem Hügelkamm, in Richtung Wiebelskirchen, liegt links vom Weg das sogenannte Kerbacher Loch. Es war ein beliebter Rastplatz für die Bergleute, dort konnten sie an einer erschlossenen Quelle ihre Trinkflaschen auffüllen. Vielen sprachen dem Wasser eine besondere, stärkende Wirkung zu. Auch im Ruhestand sah man noch viele Berg- und Hüttenleute, die Wasser von dieser Quelle mitnahmen.

Das Rinnsal, das sich aus der Quelle bildet, fließt durch eine spektakuläre Schlucht Richtung Oster. Neben der Quelle wurde vor einigen Jahrzehnten eine Schutzhütte, ein Rosengarten und ein Grillplatz errichtet. Ein Abstecher lohnt sich also.

Station 27: Sandkaul

Über Generationen nutzten Steinbacher Familien den roten Sand, der sich unmittelbar unter der Oberfläche verbarg, zu Baumaßnahmen.

Jede Familie hatte ihren eigenen „Claim“. Selbst Ende der fünfziger Jahre sah man noch Steinbach mit dem Handwagen zur ‚Sandkaul‘ fahren. Relativ spät erkannte man allerdings, dass der Sand mit Salpeter durchsetzt war. Dies wurde dann auch im Laufe der Zeit besonders an Mauern zu Viehställen sichtbar.

Heute wird die Sandkaul neben Spaziergängern, auch von Mountainbikern genutzt.

Station 28: Panoramaturm

Der 20 m hohe Panoramaturm, eine Metallkonstruktion, wurde im Jahre 2013 fertig gestellt. Er befindet sich auf der höchsten Erhebung der Tour, dem 427 m hohen Betzenhübel. Von hier hat man einen herrlichen Rundumblick. In südöstlicher Richtung erkennt man die Berghalde der ehemaligen Grube Frankenholz, in südwestlicher Richtung die Halde der ehemaligen Grube Kohlwald, wo viele Ostertäler bis zur Stilllegung in den 60er Jahren beschäftigt waren. Bei guter Sicht kann man in gleicher Richtung auch die Anlage des Bergwerks Reden mit seiner markanten Halde erkennen.

Bereits 1936 wurde in unmittelbarer Nähe ein Aussichtsturm errichtet. Er erhielt zu Ehren der olympischen Spiele in Berlin (1936) den Namen „Olympiaturm“. Wegen Baufälligkeit musste die Holzkonstruktion aber Mitte der 60er Jahre abgerissen werden.

Station 29: Kirchenweg

Bereits vor über 600 Jahren nutzten Steinbachs Bewohner diesen Weg zum täglichen Kirchgang oder als Pendler zum Bahnhof in Ottweiler. Während des dreißigjährigen Krieges wurde dieser Weg auch von Heerzügen (1635) benutzt.
Heute wird dieser Weg, von dem man einen schönen Fernblick hat, nur noch von Wanderen begangen.

Von Steinbach kommend, geht der Blick auf der rechten Seite zum Hausberg der Saarländer, zum Schaumberg und dem dahinter liegenden Schwarzwälder Hochwald. Von hier aus sah man bis in die 80er Jahre auf der anderen Seite die gigantische Anlage des Neunkircher Eisenwerkes.

Infomaterialien

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Ottweiler

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!