Michelstadt: Geopark-Pfad „Landschaft im Wandel“

Landschaft wandelt sich. Sie wandelt sich in erdgeschichtlichen Zeiträumen – kaum vorstellbar langsam in Millionen von Jahren. Aber auch in kurzer Zeit wird aus einer Naturlandschaft, durch den Einfluss des Menschen, eine Kulturlandschaft die durch wechselnde Nutzung stetig ihr Gesicht verändert.

Ganz in der Nähe der östlichen Stadtgrenze Michelstadts liegt zwischen Hermannsberg und Gräsig der Rest einer vielfältigen, in Jahrhunderten entstandenen Kulturlandschaft, die von dem Flächenwachstum Michelstadts geprägt wurde.

Geologisch gesehen, bietet die Wanderung nicht nur einen Einblick in die Zeit des Muschelkalkes, der vor 240 Millionen Jahren gebildet wurde, sondern zeigt auch die typische Flora eines Kalkmagerrasens.

Start

Startpunkt für den Geopark-Pfad ist der Parkplatz am Michelstädter Friedhof. Der Rundweg ist durchgehend mit einem „L“ in gelbem Kreis markiert und kann vollständig in 2 bis 3 Stunden oder auch in zwei Etappen bewältigt werden.

„Kiliansfloß“

An der Kapellenwiese entspringt das „Kiliansfloß“, ein kleiner Bach, der bereits nach wenigen hundert Metern im Einbruchstrichter einer unerforschten Höhle im Muschelkalk verschwindet und seinen Lauf unterirdisch bis in die Altstadt von Michelstadt fortsetzt.

Wegstationen
Station 1: Landschaft im Wandel
Station 2: Nutzloses Gestrüpp? Ökologie einer Heckenlandschaft
Station 3: Durch diese hohle Gasse ... Entstehung von Hohlwegen
Station 4: Ehemaliger Kalksandsteinbruch Fenster in die Triaszeit
Station 5: Zwischen Wald und Wiese Kulturlandschaft im Umbruch
Station 6: Michelstadt – von der Entwicklung einer Stadt
Station 7: Glückauf, der Steiger kommt! Eisenerzbergbau in Michelstadt
Station 8: Kapellenwiese und Kiliansquelle
Station 9: Bergbauspuren verschwinden – eine Stadt wächst
Station 10: Geologisches Panorama Hermannsberg Eine Böschung erzählt vom Ackerbau vergangener Zeiten
Station 11: Wohin verschwindet das Kiliansfloß? Höhlen im Erbach-Michelstädter Graben

Öffnung der Doline nur bei geführten Wanderungen

Infomaterialien

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Michelstadt

Faltblatt „Die Geoparkpfade Michelstadt“

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Michelstadt

Tourenbeschreibung „Geoparkpfad Landschaft im Wandel“

Textquellen

Faltblatt „Die Geoparkpfade Michelstadt“

Mössingen: Wanderweg Bergrutsch am Hirschberg

Bergrutsch am Hirschkopf

Am 12. April 1983 ereignete sich am Hirschkopf oberhalb von Mössingen der größte Bergrutsch Baden-Württembergs seit über 100 Jahren.

Auf etwa 500 m Länge rutschte innerhalb weniger Stunden das Schichtpaket der Wohlgeschichtete Kalke-Formation (früher Weißjura beta) auf dem durchfeuchteten und instabil gewordenen Untergrund der Impressamergel-Formation (früher Weißjura alpha) und der Mitteljuraschichten im Liegenden ab (mehr als 8.000.000 Tonnen Gesteinsmaterial) .

Hierbei wurde eine Felswand aus Kalk- über Mergelstein freigelegt, die von der Basis her mittlerweile zunehmend durch Hangschutt verdeckt wird. Hinter den Rutschwällen an der Hangbasis bildeten sich Feuchtbiotope.

Inzwischen hat sich die natürliche Vegetation das Gelände weitgehend zurückerorbert. Die Folgen des Bergsturzes sind aber noch immer erkennbar – besonders eindrücklich am Aussichtspunkt „Steilwand“.

Das Naturschutzgebiet ist bis heute nicht ganz zum Stillstand gekommen. Es darf daher nur auf den ausgewiesenen Wegen betreten werden. Am besten erfolgt dies auf den markierten Bergrutsch-Wanderwegen 1 und 2.

Schutzgebiet

Der Bergrutsch am Hirschkopf ist seit 1988 auf 39 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die ungestörte Wiederbesiedlung der offenen Schutthalde und unzugänglichen Felswände ist aus biologischer Sicht der wesentliche Schutzzweck.

Für Geologen und Geographen steht die Erforschung der Massenverlagerung und der allmählichen Rückverlegung des Albtraufs im Vordergrund. Der Bergrutsch zählt zu den Nationalen Geotopen Deutschlands.

Start

Sie starten vom Bergrutsch-Parkplatz an der geteerten Straße zwischen Talheim und Belsen bzw. der Olgahöhe. An der Einfahrt gibt es auch eine Übersichtstafel. Vom Parkplatz aus sind zwei Touren mit blauen Tafeln markiert.

Die Route 1 (1 km) führt hoch zum Aussichtspunkt „Steilwand“ und auf gleicher Strecke zurück.

Die Route 2  (ca. 3 km) ist als Rundweg angelegt. Sie ist bis zur Steilwand identisch mit Route 1, führt dann aber weiter nach Westen und am Rand der ehemaligen unteren Rutschzunge hinunter in Buchbachtal.  Auf diesem Abschnitt ist ein kurzes Stück steil und felsig. Weiter unten gibt es auch kurze nasse Stellen. Die Begehung erfordert daher Trittsicherheit, Vorsicht und gute (Wander-)Schuhe. Vom Buchbachtal führt dann ein bequemer Forstweg zurück zum Parkplatz.

Wer möchte kann den Rundweg 2 auch in umgekehrter Richtung gehen.

Infomaterialien

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Mössingen

Faltblatt „Bergrutsch am Hirschkopf“ – nationales Geotop

Wehr: Erdmannswege Wehr und Hasel

Der Dinkelberg besteht aus Karbonatgestein, welches in der Zeit des Muschelkalk vor etwa 240 Mio. Jahren entstanden ist. Die ertragreichen Böden werden intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Da der Gesteinsuntergrund anfällig für Korrosion ist lässt sich zudem ein breiter Formenschatz karstmorphologischer Prozesse beobachten.

Einen wunderbaren Einblick dazu bekommt man in der Erdmannshöhle, die sich unmittelbar am Weg befindet.

Auf dem Wehrer Erdmannsweg können Sie entdecken,

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wie die letzte Eiszeit hier ihre Spuren hinterlassen hat, obwohl es im Haseltal keinen Gletscher gab

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was mit dem Wasser des Höhlenbachs geschieht

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wie weiches Wasser stärker ist als harter Fels

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weshalb Sie gerade hier Hexengeld finden können, nicht jedoch im nahen Schwarzwald

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wie eine schöne Wiese plötzlich durchlöchert wurde

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was die Erdmannshöhle mit den Eiszeiten zu tun hat

Auf dem Haseler Erdmannsweg werden Sie herausfinden,

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was die Magd im Keller erleben musste

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wie die Haseler einst Fische sammeln gingen

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wie ein Bach ganz normal ein Tal gestaltet, um kurz darauf wie vom Erdboden verschluckt zu sein

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und wie es die Natur geschafft hat, dass sich zwei Bäche kreuzen und jeder
in seiner Richtung weiter fließt

Achtung

Beide Wege haben kurze steile Passagen und sind deshalb nicht für Kinderwagen und Rollstühle geeignet.

Infomaterialien

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Wehr und Hasel

Texttafeln Erdmannsweg

Textquellen

Texttafeln

Messel: Ölschiefer-Weg

Die Tour startet bei der UNESCO-Weltnaturerbestätte Grube Messel.

Entdecken Sie die Faszination des ehemaligen Maarkratersees und erfahren Sie mehr über die spannende Entstehungsgeschichte der Grube. Eine schier unglaubliche Vielzahl und Vielfalt an besonders gut erhaltenen Fossilien aus einer Zeit vor 47 Millionen Jahren ist hier zu bestaunen.

Infomaterialien

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Messel

Wegbeschreibung Ölschiefer-Weg

Hengen: Dolinenlehrpfad

Der Pfad verläuft ohne große Höhenunterschiede mit sechs Stationen entlang einiger Dolinen zwischen Hengen und Böhringen.

Auf 8 km Länge erfährt der Wanderer an den Dolinen Wissenswertes über Geologie, Heimatgeschichte, Flora und Fauna.

Info

Stand 2021 befindet sich der Dolinenweg bzw. seine Infotafeln leider nicht mehr in bestem Zustand.

Infomaterialien

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Hengen

Dolinenlehrpfad – keine Infomaterialien vorhanden!

Gönningen: Kalktufflehrpfad

Der Tuffstein-Lehrpfad im Reutlinger Stadtteil Gönningen erläutert anhand verschiedener Schautafeln die Entstehung des Kalktuffs sowie dessen Bedeutung für die Landschaftsformung und für die Natur und Umwelt.

Der Kalktuff-Lehrpfad wurde 2003 vom Schwäbischen Albverein angelegt und 2021 vom Gönninger Bezirksgemeinderat erneuert. In elf Tafeln werden Geschichte und Hintergründe des Tuffsteins anschaulich erklärt.

Der Pfad kann entweder vom Gönninger Rathaus talaufwärts bis zum Parkplatz bei den Gönninger Seen (ca. 1 Stunde, Route siehe unten) und dann weiter bis zu den Quellen (ca. 1/2 Stunde) gewandert oder gleich bei den Gönninger Seen begonnen werden.

Dem Kalktuffauf die Spur kommt man, wenn man dem Weg durch das idyllische Wiesaztal folgt, über die Talmühle bis hin zumUrsprung der Wiesaz. Vorbei an Seen und kleinen Wasserfällen, auf schmalen Pfaden und breiten Wegen finden sichüberall Spuren des früheren Tuffsteinabbaus. Das Wasser der Quelle sprudelt eher unscheinbar zwischen den Steinenaus dem karstigen Boden herauf. Elf Hinweistafeln entlang des Weges informieren detailliert überdie Entstehung des Tuffsteins, den industrialisierten Abbau und über seine regionale und bundesweite Bedeutung.

Mit diesem Wissen sollte man sich auf dem Rückweg einige Bauwerke, in denender Gönninger Kalktuff verbaut ist, näher betrachten: das Gönninger Rathaus, das Neue Schulhaus und die Kirche – überall findet man Bauelemente aus dem großporigen Gestein.

Wegstationen
Station 1: Die Wiesaz - ein besonderes Albflüsschen
Station 2: Kalktuff prägt die Landschaft
Station 3: Stein aus Wasser ("Kalktuff")
Station 4: Die Gewinnung von Tuffstein und seine Verarbeitung
Station 5: Tiere und Pflanzenan den Seen
Station 6: Gönninger Seen: 1976 zurük zur Natur
Station 7: Pflanzen und Tiere des Baches schaffen Kalktuff
Station 8: Die Wiesaz musste wandern
Station 9: Im Profil interessant: Das obere Wiesaztal
Station 10: Gönningen und der Kalktuff
Station 11: Bauwerke aus Gönninger Tuffstein

Infomaterialien

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Kalktuffe - Naturwerksteine in Baden-Württemberg

Beschreibung Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), Freiburg

Textquellen

Mythos Schwäbische Alb