Die Umgebung des Geopfades Döbraberg-Eisenbachtal zählt zum Gebiet der geologisch vielfältigen “Bayerischen Fazies” im Frankenwald. Gesteine aus drei Erdzeitaltern und zahlreiche Phänomene der Gebirgsbildung, sichtbar z. B. an Gleitmassen als Abtragungsschutt der “Variskischen Gebirgsbildung” im Karbon, und markanten Verwerfungslinien, werden hier erschlossen.
Für die “Schwarzenbacher Serie” des Ordoviziums ist der Ort namengebend. Aus der wissenschaftlich kaum erforschten Abfolge stechen die markant ziegelroten Schiefer östlich von Schwarzenstein hervor. Die “Schwarzenbacher Serie” ist eine der ältesten Gesteinsformationen unserer Region, die vor mehr als 450 Millionen Jahren nahe des damaligen Südpols entstanden ist.
Das Silur ist durch ein weitläufiges Vorkommen von ausgesprochen harten schwarzen Kieselschiefern (Lydite) östlich von Schwarzenstein vertreten. Das Gestein gab der Gemarkung “Steinigte Hügel” ihren sehr bezeichnenden Namen. Dort wurde in alter Zeit aus dem stark schwefelhaltigen Gestein Alaun gewonnen, ein unentbehrlicher Werkstoff für das Gerberhandwerk.
Als typische Gesteine eines tiefen Meeresbeckens der Unterkarbon-Zeit treten Tonschiefer, Grauwacken und Konglomerate auf. Als Vorboten der gewaltigen Gebirgsbildung gelangten die Kohlenkalke des Eisenbachtales durch untermeerische Rutschungen aus flachen Meeresbereichen in die Abfolge.
Geologie und Stadtbild
“Döbrasandstein”, “Dürrenwaider Dachschiefer” und “Wallenfelser Marmor” säumen den Abschluss des Geopfades. Verbaut in zahlreichen Gebäuden im Stadtgebiet von Schwarzenbach, bereichert die vielfältige regionale Geologie auch das Stadtbild von Schwarzenbach ganz erheblich. Der etwa 7 km westlich von Schwarzenbach gelegene Kalkbruch am Köstenhof lieferte den in der gesamten Region häufig verbauten und als “Wallenfelser Marmor” bekannten Flaserkalk. Eines der schönsten Beispiele für die dekorative Wirkung dieses Gesteines ist die eindrucksvolle Stützmauer am Hofbauernberg am südöstlichen Stadtrand von Schwarzenbach. Das hier über Jahrzehnte hinweg dekorativ angewitterte Material erschließt an einigen Stellen den Fossilreichtum dieses Gesteines.
Aus heimischen Gesteinen besteht auch die Evangelische Pfarrkirche. Vorherrschendes Baumaterial ist hier ein sehr harter, brauner Quarzit aus dem Ordovizium. Das Gestein wurde in Brüchen an der Ostflanke des Döbraberges gewonnen und wird folglich als “Döbrasandstein” bezeichnet.
Geschichte der Stadt Schwarzenbach am Wald
Schwarzenbach am Wald wird 1372 in einem Vertragsbrief des Bischofs Ludwig von Bamberg für Nikolaus Wildenstein erstmals erwähnt. Die Entwicklung des Ortes wurde von den Gold-, Silber-, Kupfer- und Zinnvorkommen sowie Marmor- und Schiefervorkommen in der Region begrünstigt.
1478 übertrugen die ansässigen Freiherren von Reitzenstein ihre Besitzungen als Lehen an den Bamberger Bischof mit dem Vorbehald des halben Zehenten und des Bergrechtes auf Blei und Eisen.
1758 ging der Ort durch Verkauf an die Markgrafen von Brandenburg über und wurde 1792 preußisch.
Nach einem kurzen französischen Intermezzo kam die Region 1810 zu Bayern. 1954 wurde der Markt Schwarzenbach am Wald zur Stadt erhoben.
Sehenswerte Baudenkmäler am Ort sind die im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammende evangelische Pfarrkirche, das Pfarrhaus aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie das ehemalige Kantorat und Schulhaus (um 1850).
Textquelle: Webseite „Genussregion Oberfranken e.V.“