Sulzheim: Rund um den Gips

Weiße Gipssteinbrüche, blaue Seen und seltene Pflanzen in der steppenartigen Karstlandschaft prägen diesen Rundweg. Die Sulzheimer Gipshügel sind dabei einmalig. Sie zählen zu den 100 schönsten Geotopen in ganz Bayern. Denn genau hier wächst nacheiszeitliche Steppenvegetation. Ein absoluter Hingucker sind das Federgras, die Steppenwolfsmilch und gelbleuchtende Adonisröschen.

Regen- und Grundwasser greifen den Gips an und lösen ihn auf. Höhlen, Klüfte und Grater entstehen. An der Oberfläche  entdecken Sie als Ergebnis kleine Einsturzkrater im Boden, klippenähnliche Abbruchkanten, Senken und Mulden.

Nur bestimmte Pflanzen siedeln sich hier an. In Sulzheim ist eine steppenartige Karstlandschaft entstanden, die von Trockenrasen überzogen ist. Entdecken Sie seltene Pflanzen wie die Steppenwolfsmilch, das Federgras oder die hübsch blühenden Adonisröschen bei der Wanderung durch die Gipshügel.

Nördlich von Sulzheim liegen noch große Gipssteinbrüche. Der weiß schimmernde Gips wird hier im Tagebau abgebaut. Die Seen, an denen Sie vorbeikommsen sind ältere, bereits still gelegte Steinbrüche.

Mehr Infos und Wissenswertes zum Gips erfahren Sie in der Ausstellung im Gips-Informationszentrum GIZ. Hier werden auch Workshops für Kinder, Vorträge und Führungen angeboten.

Textquelle: Touristinformation Schweinfurt

Ein Rundweg zu den Höhepunkten der Gipslandschaft

Zum Gipsinformationszentrum gehört auch ein aufwändig gestaltetes Freigelände, das auch außerhalb der Öffnungszeiten zu einem Besuch einlädt!

Über 100 t Gipsgestein wurden vor dem Gipsinformationszentrum (GIZ) zu einem attraktiven Freigelände verwendet. Das Freigelände ist Rast- und Ruheraum, Abenteuerspielplatz und Freiluftausstellung zugleich. Es entstand hier ein Gipshügel, auf dem seltene Pflanzen wachsen. Ein tonnenschwerer Gipsfels lädt zum Klettern ein und historisches Steinbruchgerät lässt die früheren Mühen der Arbeiter beim Gipsbrechen erahnen.

Erläuterungstafeln beantworten Ihnen zentrale Fragen rund um den Gips und bereiten Sie damit auf den großen Gipsrundweg vor, der beim GIZ startet und durch die Sulzheimer Flur führt. Gute zwei Stunden sollten Sie für den etwa 6,5 km langen Rundweg einplanen. Die Strecke führt über Flurstraßen und Feldwege, aber auch entlang kleinerer Waldpfade. So erhalten Sie einmalige Einblicke in eine vom Gips geprägte Landschaft!
Wagen Sie einen Blick über die Abbruchkante eines aufgelassenen Steinbruchs und entdecken Sie dort ein verstecktes Biotop. Staunen Sie über die modernen Produktionsanlagen des Gipswerks und beobachten Sie die Arbeiten im Steinbruch. Bewundern Sie die einmalige Pflanzenwelt der Sulzheimer Gipshügel und helfen Sie mit, dieses Naturschutzgebiet zu erhalten.

An sieben großformatigen Tafeln erhalten Sie vor Ort Informationen über verschiedene Aspekte der Sulzheimer Gipslandschaft. Meist bieten diese Stationen auch Rastmöglichkeiten und natürlich endet der Rundweg mitten im Dorf, wo Einkehrmöglichkeiten locken.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Sulzheim“

Der Gips und das GIZ

Gips – kennt doch jeder. Das ist ein hellgraues Pulver, das mit Wasser angerührt einen Brei ergibt, der schnell erstarrt. So einfach ist das.

Wirklich? Aber woher stammt der Gips? Wie entsteht Gips? Warum wird Gips hart? Wie kommt Gips in den Baumarkt? Wozu lässt sich Gips verwenden? Wie kommt Gips in der Natur vor? Was sind Gipshügel? Und warum darf Gips in Lebensmittel?

Gips ist ein Salz der Schwefelsäure, das in oberflächennahen Gesteinsschichten vorkommt. Ein solches Vorkommen verläuft am Westrand der Haßberge und des Steigerwalds von Bad Königshofen im Norden bis Bad Windsheim im Süden. Geschichte, Kultur und Wirtschaftsleben der Orte entlang dieser Linie sind eng mit dem Gips verbunden. Das gilt besonders für Sulzheim. Seit Jahrhunderten wird hier Gips gebrochen und verarbeitet: Häuser und Scheunen bestehen aus Gipsgestein, die örtliche Mühle mahlte schon im 18. Jahrhundert Gips zu Pulver und das 1948 gegründete Gipswerk entwickelte sich zum wichtigsten Arbeitgeber des Dorfes. Darüber hinaus schuf der Gips bei Sulzheim noch ein botanisches Kleinod: Die Gipshügel mit ihrer in Deutschland einmaligen Steppenvegetation.

Gründe genug für Sulzheim, ein Informationszentrum zum Gips einzurichten – und Gründe genug, sich den Gips doch einmal genauer anzusehen.

Textquelle: Webseite „Gemeinde Sulzheim“

Der Gipskeuper

In der Zeit der Oberen Trias lag das heutige Süddeutschland im Randbereich eines flachen Meeres, dessen Küstenlinie sich ständig verlagerte. Zu Beginn des Mittleren Keupers, vor etwa 230 bis 220 Millionen Jahren, wurden pfannenartige Senken im Küstenbereich episodisch überflutet und dampften bei trockenem und warmem Klima ständig ein. Dabei fielen im Meerwasser gelöste Stoffe als Minerale aus, wodurch regelrechte Gipsschichten entstanden. So bildet der bis über 10 Meter mächtige „Grundgips“ an der Basis der „Myophorienschichten“ die Rohstoff-Basis der fränkischen Gips-Industrie. Auch in der weiteren Schichtfolge treten immer wieder Gipslagen auf, weshalb man den älteren Abschnitt des Mittleren Keupers auch als „Gipskeuper“ bezeichnet.

Das Mineral Gips ist ein wasserhaltiges Calcium-Sulfat. Wegen des steigenden Druckes durch die Überlagerung mit jüngeren Sedimenten wandelte er sich unter Abgabe des Wassers in das wasserfreie Calcium-Sulfat „Anhydrit“ um. Daher kommt im Erdinneren unter normaler Überdeckung nur Anhydrit vor. Sobald die Schichten aber durch Hebung und Abtragung wieder zur Erdoberfläche gelangen, verursachen eindringende Regen- und Grundwässer die Rückwandlung von Anhydrit zu Gips.

Karstlandschaft Sulzheimer Gipshügel

Bei Sulzheim sind die Grundgipsschichten breit aufgeschlossen. In Gebieten mit besonderer Mächtigkeit werden sie abgebaut, in anderen Bereichen, wo der Gips teilweise ausgelaugt ist, haben sich Landschaften mit einem unruhigen Relief aus pilzförmigen Gips-Härtlingen gebildet. Dort findet man auch Dolinen bzw. verfüllte Erdfalltrichter. Letztlich geologisch bedingt konnte sich auf den Sulzheimer Gipshügeln ein Vorkommen einer seltenen, reliktischen Steppenflorengemeinschaft entwickeln, das durch Federgras, Steppenwolfsmilch, Dänischen Tragant oder auch Frühlings-Adonisröschen gekennzeichnet ist. Darüber hinaus findet man auf den Gipsfelsen eine bunte Erdflechten-Gesellschaftung.

Entstehung der Gipshügel

Gips ist ein relativ leicht lösliches Gestein, seine Auslaugung beginnt, sobald es nicht mehr vollständig von den wasserundurchlässigen Schichten bedeckt ist. Zunächst entstehen Bachschwinden, Höhlensysteme und Karstquellen, mit Vergrößerung der Hohlräume kommt es immer häufiger zum Einsturz mit plötzlichen Erdfällen an der Erdoberfläche. Wenn die Auslaugung weiter voran schreitet, senken sich größere Bereiche und es bildet sich ein „Auslaugungstal“, in dem zunächst noch Restbuckel („Gipshügel“) erhalten sind. Sobald der Gips flächenhaft weggelöst ist, bleiben große Becken ohne oberirdischen Abfluss („Subrosionssenken“) zurück.

Bedeutendes Archiv der Erdgeschichte

Größere Gipskarst-Gebiete sind nur an wenigen Orten in Bayern erhalten. Die Sulzheimer Gipshügel sind ein Musterbeispiel für Entstehung und Charakteristik derartiger Landschaften. Sie stellen daher ein besonders wertvolles „Archiv der Erdgeschichte“ dar. Wegen ihrer empfindlichen nacheiszeitlichen Steppenvegetation sind die Gipshügel als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bitte verlassen Sie die Wege nicht und tragen Sie so zur Erhaltung dieses Naturschatzes bei.

Textquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (Lfu Bayern)

Wegstationen

Textquelle: Webseite „Gemeinde Sulzheim“

Station 1: Gipswerk und Gräberfeld

Über ein wiederaufgefülltes Abbaugebiet hinweg haben Sie freie Sicht auf die eindrucksvolle Anlage des Sulzheimer Gipswerkes.

Bei der Werksgründung 1948 lagen die ersten Betriebsgebäude noch im aktiven Steinbruch.

Übrigens stehen Sie gerade an der Stelle, an der 1964 ein frühmittelalterliches Gräberfeld im Gipsfels entdeckt wurde.

Station 2: Gipsbestattung und Saurierknochen

Knochen, Metallteile und Scherben tauchten als Vorboten für einen besonderen archäologischen Fund schon lange vor Beginn der 1966 begonnenen Grabungen auf.

Die im 6./7. Jahrhundert in den Gips geschlagenen Grabstätten konnten dokumentiert und die Funde gesichert werden.

Eine kleine Sensation war auch ein kleiner Saurier, den Steinbrucharbeiten 1967 bei Sprengungen entdeckt hatten.

Station 3: Gipskeuper und Wald

Im flachen Vorland des Steigerwaldes wachsen auf den schweren und tonigen Böden des Gipskeupers Eichen-Hainenbuchenwälder. Die bodennahe Vegetation prägen Bärlauch und blühende Pflanzengesellschaften.

In diesem Lebensraum fühlen sich auch viele Tiere wohl. Ein besonderes Schutzprogramm sorgt dafür, dass er auch zukünftig erhalten bleibt.

Station 4: Renaturierung und Verkarstung

Riskieren Sie einen Blick in einen aufgeschlossenen und renaturierten Steinbruch, der als Rückzugsort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dient.

Nur wenige Meter entfernt am Rand des verkarsteten Waldstücks liegt ein versteckter Ponor. Hier versickert das ablaufende Wasser des Karstgebiets.

Station 5: Steinbruch und Grundbesitz

Vor Ihnen öffnet sich ein imposanter Einblick in den Sulzheimer Gipssteinbruch, in dem auf mehreren Abbausohlen das bis zu 10 m mächtige Gipsgestein gewonnen wird.

Dazu pachtet das Gipswerk den Grund, baut den Gips ab und verfüllt die Grube wieder.

Seien Sie bitte vorsichtig und achten Sie auf die schweren Arbeitsmaschinen.

Station 6: Naturschutz und Unkenmühle

Die nacheiszeitliche Steppenvegetation der Gipshügel lockt jedes Jahr botanisch interessierte Besucher an.

Seit 1979 stehen die Gipshügel unter Naturschutz. Bitte tragen auch Sie zum Erhalt dieser einmaligen Vegetation bei. Verlassen Sie nicht die Wege!

Ganz in der Nähe steht die Unkenmühle, in der bis ins 20. Jahrhundert hinein Gips gemahlen und wohl auch gebrannt wurde.

Station 7: Mauerstein und Frankenwein

Viele Gebäude in Sulzheim wurden aus Gipsgestein errichtet, das in unmittelbarer Umgebung des Dorfes gebrochen wurde. Die hellen, weißlichen Mauern können Sie auch heute noch leicht erkennen, wenn Sie durch den Ort gehen.

Ein Sulzheimer Weingut baut seine Reben im Gipskeuper an, das soll dem Wein einen ganz besonderen Charakter verleihen.

Infomaterialien

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Bayerns schönste Geotope (87)

Infotafel „Sulzheimer Gipshügel“

Schuld: Geopfad (zerstört)

Der GEO-Pfad Schuld lädt zu einer lehr- und aussichtsreichen Wanderung ein. Die Route ist besonders auch für Kinder interessant, da sie an jeder Schautafel zusammen mit den „GeoMinis“ und „Wacke“, dem Schaf ein Rätsel zur Entstehung der Gesteine lösen dürfen.

Der Geopfad in Schuld – eine geologische und landschaftliche Zeitreise rund um Schuld.

Entlang des Geopfades kann die Entstehung der Gesteine und der Einfluss geologischer Strukturen auf die heutige Landschaft von Groß und Klein erkundet werden. Geologische Strukturen zeigen interessante Aspekte der vielfältigen Prozesse, die hier im Laufe der Erdgeschichte stattgefunden haben und stehen hierbei stellvertretend für weite Bereiche der nördlichen Eifel und des Rheinischen Schiefergebirges. An elf Standorten erwarten Sie interessante Schautafeln zu diesen erdgeschichtlichen Phänomenen in der Region. Das Besondere an den Schautafeln sind die Erläuterungen für Kinder, die den Geopfad zum spannenden Familienereignis machen: „Wacke“, das Schaf denkt sich zu jedem Punkt des Geopfades Rätsel aus, die durch eigene Beobachtung gelöst werden können.

Infotafeln

Durch die Hochwasserkatastrophe an der Ahr am 14. Juli 2021 wurden die Stationen entlang der Ahr (1, 3, 8 und 9) zerstört.

Wegstationen
Station 1: Geologie rund um Schuld – eine kleine Zeitreise

Der Geopfad lädt zu einer kleinen Zeitreise durch die geologische Geschichte der letzten 400 Millionen Jahre um Schuld ein. Entlang ausgewiesener Wanderwege kann die Entstehung der Gesteine und der Einfluss geologischer Strukturen auf die heutige Landschaft von Groß und Klein erkundet werden. Geologische Strukturen zeigen interessante Aspekte der vielfältigen Prozesse, die hier im Laufe der Erdgeschichte stattgefunden haben und stehen hierbei stellvertretend für weite Bereiche der nördlichen Eifel und des Rheinischen Schiefergebirges.

Station 2: Viel Sand und ein flaches Meer

Die steile Felswand entstand durch das Einschneiden der Ahr in die hier flach geneigte Schichtenfolge. Im unteren Bereich sind Schichten aus feinem Sandstein aufgeschlossen. Zwischen den hellbraunen Sandsteinbänken treten dünne graue Lagen von Tonstein auf, die nicht so fest sind wie die Sandsteine und daher als feine Bruchstücke aus den Lagen herausrieseln.

Im Unterdevon vor etwa 410 Millionen Jahren werden die Sande über Flussdeltas von Nordwesten in ein flaches südliches Meeresbecken hineingespült.
Der grobe Sand lagert sich nahe der Küste ab, der feine Sand am Rande der Deltas und die Trübe erreicht als Ton küstenfernere Bereiche des Beckens.

Station 3: Es wird eng – Schichten legen sich in Falten

Eine markante Faltenumbiegung ist von der Brücke aus mit Sicht auf die Steilwand unterhalb der Branderhardt erkennbar. Rechts stehen steil gestellte Schichten im Hang, deutlich sichtbar wittern die helleren harten Sandsteinrippen zwischen den dunkleren und weicheren Tonsteinen heraus. Nach links biegt die Schichtfolge in eine flache Lagerung um.

Station 4: Hart gegen weich – Gesteine bei Wind und Wetter

Hier am „Dreieck“ mündet der Armuthsbach in die Ahr. Der Aufschluss an der Straßenkreuzung zeigt steil stehende Schichten. Die steile Lagerung ist deshalb gut zu erkennen, weil die härteren hellen Sandsteinbänke mit den weicheren dunklen Tonsteinen im Wechsel vorkommen. Die Sandsteine bestehen aus feinem Quarzsand, wobei die einzelnen Körner durch eine Art Quarzzement miteinander verbunden sind.
Quarz ist ein sehr hartes Mineral, dadurch wittern die Sandsteinbänke als Härtlinge heraus. Die Tonsteine hingegen werden bei der Faltung zerschert – geschiefert. Die feinkörnigen Tonminerale zerfallen viel leichter und werden aufgrund der Schwerkraft sowie durch Regen und Wind abtransportiert.

Station 5: Aus Fels wird Boden

In unserer heutigen humiden Klimazone ist die Landschaft durch eine dichte Vegetation geprägt, die sich auf unterschiedlichen Böden entfaltet. Diese Böden haben sich in der Region meist nach der letzten Eiszeit, seit ca. 10.000 Jahren, unter Einfluss des Klimas, des Reliefs sowie der Pflanzen und Tiere gebildet.

Die Bodenschicht ist an steilen Hängen, wie an diesem Aufschluss, sehr dünn. Es ist ein für diese Region typischer Übergang vom Festgestein – Siltsteinen und Tonsteinen – zu einem Rohboden, der zu einem hohen Anteil aus Gesteinsbruchstücken und etwas Humus besteht: ein sog. Ranker.

Station 6: Was fließt denn da? – Rinnen an einem Flussdelta

In diesem kleinen ehemaligen Steinbruch erkennt man zunächst relativ flach liegende Schichten aus Sandsteinen, deren Bänke von dünnen Tonlagen unterbrochen werden. Die Sandsteine sind von unten nach oben zunehmend zerklüftet. Bei genauem Hinsehen ist ein besonderes Merkmal in der Schichtenfolge zu erkennen: eine schräg liegende, nach links abfallende Schichtung. Diese Schrägschichtung bildet eine linsenförmige, bis zu 2 m mächtige Sandschicht aus und nimmt von rechts nach links an Mächtigkeit zu.
Die schräg liegenden Schichten im linken Bereich der Felswand sind durch eine prielartige Rinne am äußeren Rande eines Deltasystems entstanden.

Solche Sedimentstrukturen entstehen durch mäandrierende Rinnen an den fingerartigen Ausläufern eines Flussdeltas. Die Strömung, die sich auch beim Eintritt in das Meeresbecken fortsetzt, schneidet am Prallhang an und lagert Sediment am Gleithang ab. Dort entsteht die im Aufschluss sichtbare Schrägschichtung, dabei schneiden sich die Rinnen in das noch lockere Sediment im Untergrund ein. Bereits abgelagerte Sandschichten werden auf diese Weise erodiert und von der Strömung weitertransportiert.

Station 7: Geologie bedeutet Landschaft

Der Blick von der Martinshütte auf Schuld und das Ahrtal in Richtung Insul lädt ein, die Landschaft und ihre Entstehung aus geologischer Perspektive zu betrachten. Die heutige Landschaft mit ihrem Relief hat sich durch Abtragung von mehreren hundert Metern Gestein herauspräpariert.

Die Täler, wie wir sie heute kennen, haben sich erst in den letzten 1 Million Jahren entwickelt. Flüsse und Bäche haben sich relativ rasch tief in die Gesteinsformationen eingeschnitten.

Häufig geschah dies entlang von Bruchlinien und Verwerfungen, dort liegt das Gestein zerbrochen vor und erleichtert es daher dem Wasser, sich hier seinen Weg zu bahnen.

Station 8: Rund und klein wird jeder Stein

Das klare Wasser der Ahr ermöglicht uns den Blick bis auf den Boden der Flussrinne. Dort liegen neben etwas Sand große und kleine Gesteine. Einige sind noch eckig, die meisten jedoch bereits gerundet, das sind die „Gerölle“. Bei Niedrigwasser liegen sie ruhig am Boden der Ahr. Steigt die Strömung, wie nach Regenfällen oder bei der Schneeschmelze, beginnen sie über den Boden zu rollen. Sie stoßen gegeneinander – das ist vom Ufer gut hörbar – und schlagen sich dabei ihre Kanten ab, bis sie rundliche Formen annehmen.

Weiche Gesteine wie Tonsteine zerfallen sehr rasch in feine Partikel und werden, so zerrieben, als Trübe im Fluss transportiert. Härtere Gesteine wie Sandsteine oder Kalksteine hingegen verwandeln sich schon nach wenigen Kilometern Transport von eckigen Bruchstücken in Gerölle. Die kleinen dabei abgeschlagenen Körner bilden dann zum Teil den Sand.

Eine regionale Besonderheit bilden die sogenannten „Mariensteine“: bei den grünlichen bis bläulichen Steinen handelt es sich um Schlacke – Überbleibsel aus der Verhüttung von Eisenerzen an der Oberahr ab dem 15./16. Jahrhundert.

Station 9: Wenn Falten brechen

Von der flachen Uferwiese aus blickt man über die Ahr auf die gegenüberliegende Steilwand. Flussabwärts in Richtung der ehemaligen Eisenbahnbrücke treten flach geneigte Sandsteinbänke auf. Sie steigen von links nach rechts, bis unterhalb des Gasthauses „Zur Linde“, leicht an. Auffällig sind die steil stehenden Schichten im unteren Bereich der 35 m hohen Steilwand, sie reichen bis in die Ahr hinein. Wie ist die Entstehung dieser Struktur zu erklären?

Zunächst kam es vor 400 Millionen Jahren, im Karbon, durch tektonische Einengung zur Faltung der devonischen Schichten. Es bildeten sich Falten mit flachen Südost-Schenkeln und steilen Nordwest-Schenkeln aus. Die Falten sind nach Nordwesten geneigt.

Bei fortschreitender Einengung konnte die Faltung die auftretenden Spannungen nicht mehr ausgleichen und die Falte zerscherte an der schwächsten Stelle: der Faltenumbiegung. Der flache Südost-Schenkel (SE) schob sich von links nach rechts schließlich über den steilen Nordwest-Schenkel (NW). Wir stehen also vor einer zerbrochenen und überschobenen Falte.

Station 10: Die Ahr – Schlagader der Region

Seit einigen hunderttausend Jahren ist die Ahr in dem durch Tiefenerosion gebildeten Tal festgelegt. Die Flussrinne schneidet sich mit der Zeit immer tiefer in das Gestein ein und zugleich weiten sich die Bögen durch Seitenerosion an den Prallhängen nach außen.

Die geologische Geschichte sowie das Einwirken von Klima und Mensch haben entlang der Ahr einen vielfältigen Lebensraum geschaffen.
Hier sind zahlreiche Reiher heimisch, aber auch Kormorane und Eisvögel sind in Schuld und Umgebung zu sehen.

Station 11: Von Mäanderbögen und tiefen Tälern

Wie ist die ehemalige Mäanderschleife der Ahr mit ihrem Umlaufberg, dem Burgberg von Insul, entstanden und warum liegt sie heute in ihrem Tal etwa 30 m tiefer?

Vor etwa 150.000 Jahren floss die Ahr noch auf einem höheren Niveau um den Burgberg herum, ähnlich wie beim Mäanderbogen von Schuld. Durch stetige Erosion näherten sich die Mäanderbögen um den Burgberg und es kam zum Durchbruch der Mäanderschleife.
Zurück blieb der Burgberg als Umlaufberg.

Infomaterialien

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Schuld

Faltblatt „Geopfad Schuld“

Lebach: Haifischpfad Rümmelbach

Die Wanderung verläuft über eine Stecke von 3,5 km durch die Seeablagerungen eines vor 290 Millionen Jahren existierenden Süßwassersees, der im tropischen Klima des Erdaltertums im Bereich von Rümmelbach seine tiefste Stelle hatte.

Der einzigartigen Kombination aus hohen Temperaturen und gelösten Eisenmineralien im Süßwassersee mit seinen Lebewesen ist es zu verdanken, dass sich Versteinerungen der damaligen Tier- und Pflanzenwelt bis heute erhalten haben. Der überaus spannende Prozess der Bildung dieser Fossilien wird bei der Wanderung ebenso erklärt wie die Entstehung der Lebacher Eier in den Seeablagerungen.

Fragen, was es mit den Lebacher Eiern auf sich hat und was man damit machen kann, erläutern neun Infotafeln, die entlang des Wanderweges aufgestellt sind, der seinen Namen dem Haifischfossil Lebachacanthus verdankt.

Auf dem Haifischpfad, der durch Wälder, ein Tälchen und den Ort Rümmelbach führt, wird der Wanderer auch auf die weiträumigen und tief greifenden Erzschürfungen, die zwischen Gresaubach, Steinbach und Niedersaubach, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts betrieben wurden, aufmerksam gemacht.

Der Haifischpfad der Stadt Lebach bietet als Kulturwanderweg eine attraktive Möglichkeit, der Heimatgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund zu gehen und vor Ort eine Quelle der saarländischen Industriegeschichte für sich zu entdecken.

Eisenrohstoff

Die Lebacher Eier enthalten Eisenerz in Form von Siderit und dienten deshalb der saarländischen Eisenindustrie als Rohstoffquelle. In Lebach selbst gab es keine Eisenschmelze, dafür aber im nachbarort Schmelz an der Prims. Für den Betreib eines Hochofens war v.a. Holzkohle und Wasserkraft erforderlich.

Ausstellung

Im Lebacher Rathaus finden Interessierte zudem eine umfangreiche Ausstellung zu den Lebacher Eiern, die allen Besuchern während der Öffnungszeiten frei zur Verfügung steht. Der Fossiliensammler E. Großhat der Stadt seine wertvolle Sammlung als Schenkung zur Verfügung gestellt.

Textquelle: Stadt Lebach

Lebacher Eier

Lebacher Eier sind Toneisenstein­geoden (Sphärosiderite), die im saarpfälzischen Rotliegend, insbesondere in der namensgebenden Region bei Lebach im Saarland vom 16. bis zum 19. Jahrhundert als Eisenerz abgebaut wurden. Ferner namensgebend war die ovale Form der Geoden, deren Eisenanteil 20 % übersteigen kann.

Entstehung

Eine frühe Beschreibung der Genese erfolgte 1967 durch den Mineralogen Günter Lensch.

Bei den Lebacher Eiern handelt es sich um diagenetische Bildungen. Sie entstanden im frühen Perm vor rund 290 Mio. Jahren in feinkörnigen, dunklen Sedimenten, die in Form dünnplattiger, dunkler, bituminöser Tonsteine überliefert sind und der Odernheim-Formation der Glan-Gruppe des Rotliegend des Saar-Nahe-Beckens zugeordnet werden. Seinerzeit handelte es sich bei diesen Sedimenten um einen Schlamm am Grund eines Süßwassersees („Rümmelbach-Humberg-See“). Welche Prozesse für die Bildung der Geoden verantwortlich sind, kann nur vermutet werden.

Das Eisen dürfte den Seesedimenten selbst entstammen. Ursprünglich war es fein (dispers) im Schlamm verteilt und könnte zunächst durch Reduktion von Fe3+ (aus z. B. Hämatit, Fe2O3) zu Fe2+ als Eisenhydrogencarbonat (Fe(HCO3)2) in eine wasserlösliche Form gebracht worden sein. Die Reduktion könnte durch die Stoffwechselaktivität von Bakterien begünstigt worden sein. Infolge der Verdichtung tieferliegender, älterer Sedimentschichten wurde eisenhydrogencarbonathaltiges Wasser aus diesen ausgetrieben und stieg langsam aber stetig in höherliegende, jüngere Sedimentschichten auf. Die Ursache der Wiederausfällung des Eisens in Form von Eisencarbonat (Siderit, FeCO3) in den jüngeren Schichten kann durch die Verringerung des Umgebungsdruckes erklärt werden, den die aufsteigenden Lösungen erfuhren, denn eine Druckabnahme führt zum Entweichen von Kohlendioxid (CO2) aus der Lösung und damit zur Carbonatfällung (Fe(HCO3)2 → FeCO3 + CO2 + H2O).

Hierbei dürften bestimmte Sedimentpartikel als Kristallisationskeime fungiert haben, sodass das Eisenkarbonat nur an ganz bestimmten Stellen im Sediment ausfiel. Dort, wo die Fällung einmal begonnen hatte, lief sie kontinuierlich weiter, und so entstanden mit der Zeit die relativ großen Toneisensteingeoden, die heute als Lebacher Eier bekannt sind.

Eisenerz

Die Lebacher Eier wurden bis in das 19. Jahrhundert als Erz in großen Tagebauen (Schotten) und teilweise auch unter Tage abgebaut und zur Eisenherstellung z. B. in der Dillinger Hütte verwendet. Das Hauptabbaugebiet lag zwischen Rümmelbach und Gresaubach. Viele Grundlagen zur historischen Nutzung der Lebacher Eier im Konzessionsfeld der Lebacher Erzgruben wurden in Buchform vorgelegt. Weitere Abbaubereiche befanden sich bei Nonnweiler, Oberlöstern, Schmelz, Steinbach und Sotzweiler. Die Verhüttung der Lebacher Eier aus dem Erzfeld Lebach erfolgte in der Bettinger Schmelze (Schmelz), Nunkircher Schmelz (Wadern), Neunkircher Eisenwerk (Neunkirchen), Alte Schmelz (St. Ingbert) und in der Saarbrück-Usingischen Hütte (Fischbach).

Fossilien

Fossiliensammler und Paläontologen schätzen die Lebacher Eier wegen ihres Fossilieninhalts. Ein Zusammenhang zwischen der Bildung einer Geode und dem Vorhandensein eines verwesenden Kadavers im Sediment gilt zwar allgemein als plausibel, weil die Stoffwechselaktivität der zersetzenden Bakterien ein für die Ausfällung von Mineralen wie Siderit günstiges chemisches Milieu schaffen kann, aber im Fall der Lebacher Eier ist ein solcher Zusammenhang nicht nachgewiesen. Die meisten Lebacher Eier enthalten nämlich keine Fossilien. Die in den Lebacher Eiern enthaltenen Fossilien gehen wahrscheinlich auf Kadaver zurück, die lediglich zufällig von Siderit umkrustet worden sind. Im Inneren der Konkretionen waren sie dann aber besser vor weiteren diagenetischen und Verwitterung­seinflüssen und somit vor einer Zerstörung geschützt als die Fossilien im unmineralisierten Sedimentgestein. Einen Überblick über die Fossilien, die im Inneren von Lebacher Eiern überliefert sind, bietet eine Ausstellung im Urweltmuseum Geoskop auf der Burg Lichtenberg bei Kusel. Eine weitere Ausstellung derartiger Fundstücke ist im Rathaus der Stadt Lebach zu besichtigen.

Textquelle: Wikipedia

Wegstationen
Station 1: Entstehung der Lebacher Einer
Station 2: Allgemeine Übersicht
Station 3: Landesgrenze
Station 4: Entwicklung des Erzgrubenfeldes im 19. Jh.
Station 5: Fossilien
Station 6: Fundstellen Lebacher Eier
Station 7: Pflanzenfossilien
Station 8: Eisengewinnung
Station 9: Die Arbeit des Lebacher Eiergrabens
Station 10: Lebacher Hai

Infomaterialien

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Lebach

Faltblatt „Haifischpfad Rümmelbach“

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Lebacher Eier

Infoblatt „Steinerne Zeugen der Erdgeschichte – Entstehung – Gewinnung – Nutzung“

Mainz: Geopfad Weisenau

Entstehung

2009 hatte der Ortsbeirat Weisenau die Anlage eines geologischen Lehrpfads im Steinbruch Weisenau beantragt. Das Grün- und Umweltamt der Stadt Mainz wurde daraufhin beauftragt, diesen in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum und dem Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz zu entwickeln und umzusetzen.

Die HeidelbergCement AG, die Firma Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG sowie der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz unterstützten die Erstellung der Tafeln.

Geopfad Weisenau

Im Mai 2011 wurde der GeoPfad Weisenau eröffnet. Der Pfad stellt eines der Leuchtturmprojekte von „Mainz – Stadt der Wissenschaft 2011“ dar. Er lädt ein zu einem informativen Spaziergang durch den Steinbruch. Zwölf Informationstafeln geben Auskunft über die Gesteine des Terziärzeitalters des Mainzer Beckens und die Geschichte des Kalkabbaus bzw. die Herstellung des Zements in dem ehemaligen Zementwerk der HeidelbergCement AG.

Zum GeoPfad Weisenau gelangen Sie über die Wormser Straße an der Fußgängerbrücke vor dem ehemaligen Steinbruchgelände.

Steinbruch Weisenau

Lange diente der Weisenauer Steinbruch der Gewinnung von Kalkstein für die Zementproduktion. Mittlerweile befindet sich das Gebiet im Prozess der Renaturierung und dient als Naherholungsgebiet. Wege wurden angelegt, Bäume und Gehölze gepflanzt, Biotope realisiert, Bänke und Papierkörbe installiert sowie Sicherheits- und Informationstafeln errichtet: Nach mehr als 150 Jahren, in denen der Abbau von Kalkstein im Vordergrund stand, ist der Steinbruch einer neuen Zweckbestimmung übergeben worden: der Natur und den Menschen. Das Areal des Weisenauer Steinbruches erhielt schrittweise ein völlig neues Gesicht – vom industriell genutzten Gebiet hin zu einem neuen Ausflugsziel, das Wissenswertes über die Geologie, die erdgeschichtliche Entwicklung, die wirtschaftliche Nutzung des Rohstoffes Kalkstein sowie über die gegenwärtige Flora und Fauna bietet.

Der Einlass erfolgt über die neuen Zugänge vom Höhenweg. Bitte folgen Sie den Hinweisschildern. Da Parkplätze nur in begrenztem Umfange zur Verfügung stehen, werden die Besucher gebeten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

© Stadt Mainz. Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Wegstationen

Textquelle: Stadt Mainz

Station 1: Willkommen auf dem Geopfad Weisenau

Der ehemalige Kalksteinbruch Weisenau war lange Zeit ein Ort geschäftigen Treibens und sicherte der Mainzer Zementindustrie den nötigen Rohstoff.

Als „Fenster“ in die Erdgeschichte macht er nunmehr die geologische Vergangenheit sichtbar. Entlang des ca. 2 km langen Rundwanderwegs lässt sich eine Zeitreise durch mehr als 20 Millionen Jahre machen.

Es lässt sich einiges über eine Ära, in der die Region vom Meer bedeckt war erfahren und es lassen sich Überreste der damaligen Meeresbewohner entdecken.

Station 2: GeoLogisch

Die Geologie ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und der Entwicklungsgeschichte der Erde. Sie beschäftigt sich also mit dem Boden unter unseren Füßen.

Rheinland-Pfalz besteht aus einem Mosaik verschiedenster Gesteine aus unterschiedlichen Epochen der Erdgeschichte. Fast die gesamte nördliche Hälfte, das Rheinische Schiefergebirge, wird von etwa 400 Millionen Jahre alten Gesteinen aus der Zeit des Devon bedeckt (1). In der Umgebung von Trier überwiegen Gesteine aus der Trias- und Jura –Zeit.

Im südlichen Landesteil sind Gesteine aus der Karbon und des Perm im Saar-Nahe-Gebiet verbreitet (2). Der Untergrund des Pfälzerwaldes besteht aus Ablagerungen der Buntsandstein- und Muschelkalk-Zeit (3).

Die jüngsten Ablagerungen der Tertiär- und Quartär-Zeit finden sich im Bereich des Oberrheingrabens (4).

Station 3: Die Natur kehrt zurück

Die Gewinnung von Rohstoffen in Steinbrüchen ist immer mit einem tiefgreifenden Eingriff in die Natur und Landschaft verbunden. Doch was geschieht, wenn der Abbau zu Ende ist?

Im ehemaligen Steinbruch Mainz-Weisenau kann man beobachten, wie die Natur das Gebiet zurückerobert. Die Renaturierung des Steinbruchs wurde so konzipiert, dass sich die Natur in großen Bereichen selbst entwickeln kann, ohne Einfluss des Menschen. So entstehen neue und besondere Biotope, die ein kleines Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt darstellen.

Die ehemalige Abbauwand ist wertvoller Lebensraum für seltene Vogelarten und für unzählige Insekten. Oberhalb der Felswände, an den trockenen Hängen, haben sich artenreiche Magerrasen angesiedelt. Sie bieten mit ihrer Blumenfülle einen optimalen Nahrungs- und Fortpflanzungsraum für Wildbienen, Heuschrecken und Tagfalter.

Auch einzelne Feuchtbiotope bieten Amphibien und Wasserinsekten einen optimalen Lebensraum.

Station 4: Kalkstein & Co

Kalksteine sind Sediment- oder Absatzgesteine. Im Wesentlichen bestehen sie aus Kalziumkarbonat, daher zählt man sie zu den Karbonatgesteinen. Kalksteine entstehen meist biogen, d.h., sie werden durch kalkabscheidende Mirkoorganismen wie Kalkalgen, Bakterien und einzellige tierische Lebewesen sowie durch Korallen gebildet. Auch aus fossilen Muscheln, Schnecken oder Schwämmen können sie bestehen.

Ihre wirtschaftliche Bedeutung als Rohstoff für die Bauindustrie, die chemische und pharmazeutische Industrie und als Naturwerkstein ist enorm.

In Rheinland-Pfalz treten Karbonatgesteine aus mehreren geologischen Zeitaltern auf. Im Mainzer Becken treten Kalk- und Mergelsteine der Tertiär-Zeit auf, die vor etwa 20 Millionen Jahre in einem flachen Meeresbecken abgelagert wurden.

Station 5: Tertiär und Meer

Als Tertiär bezeichnet man den Zeitabschnitt von vor etwa 65 Millionen Jahren bis zum Beginn des Eiszeitalters (Quartär) vor 2,6 Millionen Jahren. Der gesamte Zeitabschnitt lässt sich in die Stufen Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän gliedern. Klimaabhängige Meeresspiegelschwankungen, aber auch Senkungsvorgänge in der Erdkruste führten während der Tertiärzeit wiederholt zu Meeresvorstößen bis in das Gebiet des Oberrheingrabens und des Mainzer Beckens, wie fossile Überreste von Meereslebewesen in den Gesteinen bezeugen.

Die im ehemaligen Steinbruch Mainz-Weisenau als Zementrohstoff abgebauten Kalksteine und Mergel wurden im späten Oligozän und frühen Miozän – also vor etwa 25 bis 20 Millionen Jahren – abgelagert. Der Ablagerungsraum war eine flache, subtropische Lagune. Die hier ursprünglich als weicher Schlamm abgesetzten Sedimente wurden im weiteren Verlauf der Erdgeschichte verfestigt. Zeitweise war das Mainzer Becken durch eine offene Kalkalgen-Riff-Barriere vom tieferen, sich stärker absenkenden Oberrheingraben abgeschnürt.

Der Lebensraum bot günstige Bedingungen für verschiedene Schnecken und Muscheln, Seepocken, Muschelkrebse (Ostrakoden) und auch einzellige Lebewesen (Foraminiferen), deren Gehäuse oft massenhaft in den Sedimenten erhalten sind.

Zur Untergliederung der in Weisenau etwa 70 m mächtigen Schichtenfolge kann das erstmalige Auftreten oder das Verschwinden bestimmter Fossilien herangezogen werden. Mit ihrer Hilfe lassen sich mehrere Gesteinsformationen unterscheiden, in denen unterschiedliche Ablagerungsbedingungen dokumentiert sind.

So belegen Fossilien in Kombination mit geochemischen und sedimentologischen Untersuchungen der Gesteinsschichten Salzgehaltsschwankungen und unterschiedliche Wassertiefen, ebenso wie Stillwasserbereiche oder solche mit starker Wasserbewegung. Bezeichnet werden die verschiedenen Gesteinsformationen als Hochheim-, Oppenheim-, Oberrad-, Rüssingen- und Wiesbaden-Formation.

Station 6: ErdGeschichten 1

An der Steinbruchwand sind Ablagerungen des höheren Teils der Oberrad-Formation zu sehen. Das Gestein besteht überwiegend aus miteinander verbackenen, kleinen, Kalk umkrusteten Partikeln, die teilweise kugelig rund sind (Ooide) oder auch unregelmäßige Formen aufweisen (Onkoide). Derartige Ablagerungen bilden sich bis heute im flachen, bewegten Wasser, vor allem im subtropisch-tropischen Bereich.

Bei näherer Betrachtung des Gesteins sind zahlreiche fossile Muscheln und Schnecken zu erkennen, die vor über 20 Millionen Jahren hier in der Kalkschlamm-Lagune lebten.

Häufig sind die Muschel-Arten Falsocorbicula faujasii und Dreissena brardii, außerdem Turmschnecken der Gattungen Granulolabium und Mesohalina sowie kleine Wattschnecken (Hydrobien). Einzelne eingeschwemmte Landschnecken der Gattung Cepaea weisen darauf hin, dass sich die Ablagerungen in der Nähe der damaligen Küste des Tertiärmeeres gebildet haben.

Charakteristisch ist das im höchsten Teil der Oberrad-Formation an vielen Stellen des Mainzer Beckens zu beobachtende häufige Vorkommen von Falsocorbicula faujasii. Die Muschel bildet hier den weithin zu verfolgenden Unteren Falsocorbicula faujasii-Horizont.

Station 7: ErdGeschichten 2

Über der Oberrad-Formation schließen sich die Gesteine der Rüssingen-Formation an, deren tieferer Teil hier in der Steinbruchwand aufgeschlossen ist. Harte Kalksteinbänke wechseln mit weicheren, überwiegend aus zusammengeschwemmten fossilen Wattschnecken-Gehäusen (Hydrobien-Schill) bestehenden Lagen ab. Vereinzelt sind kleine Kalkalgen-Riffe zu sehen. Diese zeigen keine Schichtung, es lassen sich aber – teilweise schön herausgewittert – die verkalkten Wohnbauten von Köcherfliegen-Larven (Phryganeen) erkennen, die im schützenden Riffbereich in der Kalkschlamm-Lagune lebten.

Die in der Oberrad-Formation noch häufigen Turmschnecken der Gattungen Granulolabium und Mesohalina sind an der Basis der Rüssingen-Formation weitgehend verschwunden. Der Lebensraum wird von der Wattschnecke Hydrobia inflata beherrscht. Eingeschwemmte Landschnecken deuten – wie bereits im höchsten Teil der Oberrad-Formation – auf Landnähe des Ablagerungsraumes hin.

Ein sehr charakteristischer Muschelhorizont – bestehend aus unzähligen Schalen der Muschel Falsocorbicula faujasii – liegt etwa in der Mitte der Rüssingen-Formation. Es handelt sich hierbei um den Oberen Falsocorbicula faujasii-Horizont, der hier in der Steinbruchwand die höchste feste Kalksteinlage bildet. Dieser Horizont ist an sehr vielen Stellen ausgebildet und im Mainzer Becken über viele Kilometer hinweg zu verfolgen.

Station 8: Geschichte des Zementwerks Weisenau
  • 1839: Beginn des planmäßigen Abbaus von Kalkstein in Weisenau durch den Bauunternehmer Christian Lothary.
  • 1850: Bau von zwei Kalköfen zur Herstellung von Branntkalk.
  • 1864: Gründung der Portland-Zementfabrik. Diese Investition ist ein Wagnis, da zu dieser Zeit Zemente aus England den Markt beherrschen. Zement ist noch ein rarer Artikel und wird im Materialwarenladen pfundweise in Papiertüten verkauft. Ein Fass mit 180 Kilogramm brutto kostet seinerzeit etwa 15 bis 17 Mark.
  • 1910: Erwerb des Rheinischen Kalkwerks oberhalb der Kantine.
  • 1914-16: Bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs Steigerung der Jahresproduktion auf 155.534 t Zement und 1.924 t Kalk. Die Abbaustätte des Kalkwerkes wird in diesem Zeitraum durch einen Tunnel mit dem vorhandenen Steinbruch verbunden.
  • 1927: Im September dieses Jahres Inbetriebnahme von zwei großen Verbundmühlen.
  • 1929-30: Von Dezember bis April erfolgt die lange geplante komplette Elektrifizierung der Antriebe im Werk, obwohl der Betrieb bereits Mitte Februar erstmals wegen geringer Nachfrage und Siloüberfüllung abgestellt werden muss.
  • 1930-33: In diesem Zeitraum kommt es immer wieder zu Stillständen. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten erlebt die Zementindustrie als Schlüsselindustrie sowohl im zivilen als auch im Rüstungsbereich einen raschen Aufschwung. Zu dieser Zeit wird eine früher geplante große Werkssiedlung mit 41 Eigenheimen realisiert. Um der Wohnungsnot zu begegnen, gibt das Werk nach Kriegsende noch einmal 30 Bauplätze für Zweifamilienhäuser an Mitarbeiter ab.
  • 1950-65: Steigerung der Versandleistung des Werks um das Vielfache.
  • 1966: Im April nimmt eine neue Ofenlinie im Trockenverfahren den Betrieb auf.
  • 1969: Nach dem Bau einer zweiten Produktionslinie erhöht sich die Jahreskapazität auf 1,4 Millionen Tonnen. Die neuen Öfen sowie die Klinker- und Schotterlager waren aus Platzgründen im Bereich der alten Abbauflächen errichtet worden.
  • 1973: Ein Teil der Altanlage wird für die Herstellung von Maschinenputz umgerüstet.
  • 2004: Die Zementklinkerproduktion im Weisenauer Werk wird eingestellt, nur kurz nachdem das Werk eine jahrelang umkämpfte neue Abbaugenehmigung erhält. Die lange Zeit des Genehmigungsverfahrens hatte jedoch zu einem Investitionsstau geführt, zudem war die Auslastung des Werks wegen stark rückläufiger Nachfrage gering: Der Vorstand der HeidelbergCement AG veranlasst die Stilllegung des Ofenbetriebes. Die Betriebsanlagen werden in der Folge rückgebaut. Mit der Sprengung des Wärmetauschers am 13.11.2009 verschwindet ein Wahrzeichen der Weisenauer Zementindustrie.
Station 9: ErdGeschichten 3

In der etwa 30 m hohen Steinbruchwand sind 20 bis 22 Millionen Jahre alte Ablagerungen der Rüssingen- und der Wiesbaden-Formation aufgeschlossen. Eine auffällige dunkle Tonmergel-Lage bildet die Grenze zwischen den beiden Gesteinseinheiten. Dieser Horizont kennzeichnet die Basis der Wiesbaden-Formation.

Ansonsten bestehen die Ablagerungen aus hellen Kalk- und Kalkmergelstein, die immer wieder dünne Schichten aus Tonmergeln und zusammengeschwemmten Wattschnecken (Hydrobien) enthalten. Stellenweise unterbrechen kleine Kalkalgen-Riffe mit massigen Kalksteinen die ansonsten deutliche Schichtung der Sedimente.

Anhand der häufigen Mikrofossilien lassen sich wiederholte Salzgehaltsschwankungen im ehemaligen Ablagerungsraum der Kalkschlamm-Lagune nachweisen. So war das Wasser der Lagune zeitweise fast ausgesüßt und dann wieder deutlich salzhaltiger. Vor allem die zu den Einzellern gehörenden Foraminiferen und Muschelkrebse (Ostrakoden) sind ökologisch aussagekräftige Mikrofossilien.

Zur Unterteilung der Gesteinsschichten kann das erstmalige Vorkommen oder das Verschwinden bestimmter Fossilien heran gezogen werden. So kommt die kleine Wattschnecke Hydrobia inflata nur in der Rüssingen-Formation vor. In der Wiesbaden-Formation findet man andere Hydrobien-Arten und in ihrem Basisbereich ist die Foraminifere Lippsina demens besonders häufig.

Station 10: Wie wird Zement gemacht?

Zement ist einer der wichtigsten Ausgangsstoffe für Beton. Ob Häuser, Brücken oder Tunnel, Beton ist aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Doch wie wird Zement eigentlich hergestellt?

Die wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung von Zement sind Kalkstein, Ton und Mergel. Sie werden in Steinbrüchen gewonnen. Die Gesteine werden in Brecheranlagen zerkleinert, in die Schotterhalle transportiert und im Mischbett eingelagert und homogenisiert. Die gewünschte Rohmischung aus Schotter und den je nach Zementsorte erforderlichen Zuschlagstoffen, wie z. B. Quarzsand und Eisenerz, wird über Dosiereinrichtungen hergestellt. Walzenschüssel- und Kugelmühlen vermahlen das Gemisch mehlfein und trocknen es gleichzeitig, bevor es in die Rohmehlsilos gefördert wird.

Das Brennen des Rohmehls erfolgt heute hauptsächlich in Drehrohröfen mit Zyklonvorwärmern. Nachdem im Zyklonvorwärmer und Calcinator das im Kalkstein gebundene CO2 zu großen Teilen aus dem Rohmehl ausgetrieben wurde, wird es im Drehrohrofen bis auf ca. 1450°C erhitzt. Durch chemische Umwandlung, die so genannte Sinterung, entsteht ein neues Produkt: der Zementklinker. Nach dem Brennen wird der Klinker abgekühlt und in Klinkersilos bevorratet. Von dort gelangt er in Kugel- oder Walzenmühlen, wo er je nach Zementart auch mit weiteren Hauptbestandteilen, wie z.B. Kalkstein und Hüttensand (das ist granulierte Schlacke aus der Roheisenerzeugung im Hochofen), zu sehr feinem Zement gemahlen wird. Damit dieser später nicht direkt nach dem Mischen mit Wasser erstarrt, werden bei der Mahlung Gips und Anhydrit als Erstarrungsregler zugegeben.

Der fertige Zement wird nach Sorten getrennt in Silos zwischengelagert. Von dort aus wird er überwiegend als lose Ware über Terminals auf Straßen- und Schienenfahrzeuge oder auf Schiffe verladen. Nur ein kleiner Anteil des Zements erreicht den Kunden als 25 kg-Sackware.

Der gesamte Produktionsprozess wird von einem zentralen Leitstand, der mit modernster Technik ausgestattet ist, permanent überwacht und gesteuert. Alle Daten aus den Anlagen und dem Labor laufen hier zusammen. So kann eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte sichergestellt werden.

Station 11: Zement aus Mainz

Seit der Schließung des Steinbruchs in Weisenau und der Stilllegung des Ofenbetriebes wird der Zementklinker nicht mehr hier vor Ort hergestellt, sondern in einem Schwesterwerk der HeidelbergCement AG. Per Schiff gelangt der Klinker dann ins Werk Mainz. Der letzte Schritt der Zementherstellung, die Mahlung des Klinkers mit Zuschlagstoffen, findet in den hiesigen Zementmühlen statt – das Endprodukt Zement entsteht.

Von Mainz aus geht der Zement auf die Reise, um uns im täglichen Leben allgegenwärtig zu begegnen.

Denn: Zement + Sand + Kies + Wasser = Beton

Ohne Beton ist unser modernes Leben nicht denkbar. Beton ist ein vielseitiger Baustoff – zu Lande, zu Wasser und auch in schwindelerregender Höhe. Ob Straßen, Brücken, Tunnel, Türme, Häuser, Fertigteile, Betonwaren, Transportbeton – der Baustoff Beton besitzt ein riesiges Potenzial an Anwendungsmöglichkeiten.

Station 12: Ein Koloss fällt

Bis zum Jahr 2009 war das Gebäude der beiden Wärmetauscher in Weisenau eine weithin sichtbare Landmarke. Wärmetauscher dienen in einem Zementwerk zum Vorwärmen des Rohmehls das im Drehrohrofen bei bis zu 1500°C zu Zementklinker gebrannt wird. Das Vorwärmen erfolgt mit der Abwärme des Ofens und hilft dabei, Brennstoff einzusparen – somit ein ökonomisch wie ökologisch wichtiger Verfahrensschritt. Die Wärmetauschertürme sind die höchsten Gebäude von Zementwerken und damit deren Wahrzeichen.

Die beiden Wärmetauscher in Weisenau wurden 1965 erbaut und waren inklusive der Schornsteine 99,75 Meter hoch. Am 13. November 2009 wurde das Gebäude mit 110 Kilogramm Ammoniumnitrat-Sprengstoff abgebrochen. Das Bohren der 444 Bohrlöcher dauerte eineinhalb Wochen, das Besetzen der Bohrlöcher und das Abdecken der Sprengebenen nochmals drei Tage.

Infomaterialien

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Verfüllung und Renaturierung des Steinbruchs Laubenheim

Fachbeitrag Naturschutz mit integrierter Betrachtung der Umweltverträglichkeit

Textquellen

Webseite „Stadt Mainz“

Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Heilbronn: Geo- und Naturpfad

Der neue Heilbronner Geo- und Naturpfad am Jägerhaus (seit Oktober 2020) eröffnet außergewöhnliche Einblicke in die Erd- und Landschaftsgeschichte

Die Bedeutung der Steinbrüche am Jägerhaus motivierte bereits die Gründer der Heilbronner Museumsfreunde 1984 zur Errichtung eines geologischen Lehrpfads. Jetzt wurde der Pfad unter Federführung der Museen als 4 Kilometer langer Rundweg vollständig neu konzipiert und somit materiell und inhaltlich runderneuert.

Die beeindruckenden Gesteinsschichten, das Vorkommen seltener Pflanzengemeinschaften und die facettenreiche Kulturgeschichte machen die ehemaligen Steinbrüche am Jägerhaus zu einem einzigartigen Geotop in Nordwürttemberg. Rund fünf Millionen Jahre Klima- und Landschaftsgeschichte sind hier sichtbar und jetzt neu erlebbar.

Die dortigen Gesteine entstanden vor rund 230 Millionen Jahren. Damals war das heutige Süddeutschland Teil einer ausgedehnten Tiefebene. Von umgebenden Hochländern transportierte das fließende Wasser Sande und Tone ins Innere der Tiefebene – das Ausgangsmaterial für die Gesteine entlang des Lehrpfads. Deren Abbau ist seit dem 14. Jahrhundert belegt. 1968 wurde der Betrieb eingestellt und das Gelände 1972 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Heute ist der ehemalige Steinbruch Rückzugsraum für viele gefährdete Pflanzen- und Tierarten.

Die 14 neuen, interaktiven Stationen des Lehrpfads erklären die geologischen Aspekte und eröffnen außergewöhnliche Einblicke in die Natur und Kultur der Heilbronner Region. Als Pendant des Skulpturenpfads am Wartberg ist Heilbronn um eine weitere kulturelle Attraktion reicher, die sich gleichermaßen an Naturfreunde, geologisch Interessierte und Familien richtet.

Führungen

Die Städtischen Museen bieten geführte Rundgänge am Geo- und Naturpfad an. Aktuelle Termine und Details zur Anmeldung bzw. Buchung erfahren Sie auf der Internetseite oder unter der Telefonnummer 07131/562295.

© Städtische Museen Heilbronn. Mit freundlicher Genehmigung. Vielen Dank.

Hinweise zum „Geo- und Naturpfad“

  • Die Städtischen Museen Heilbronn haben ein kleines Infoheftchen (32 Seiten) als Wegbegleiter für die Hosentasche herausgegeben.
  • Der Pfad ersetzt den 1984 errichteten „Geologischen Lehrpfad Keuperweg„, der als Streckenwanderung mit 13 Infotafeln ausgewiesen war.

Weitere Infos bei …

Holger Nass

Holger Nass

Museumspädagoge

 

Stadt Heilbronn | Schul-, Kultur- und Sportamt | Städtische Museen Heilbronn

Deutschhofstraße 6, D-74072 Heilbronn

Telefon: 07131 56- 3260 (Mo, Di, Mi, Fr)

Holger.Nass@heilbronn.de

www.museen-heilbronn.de

www.facebook.com/StaedtischeMuseenHeilbronn

www.instagram.com/museenheilbronn

Wegstationen
Station 1: Einführung
Station 2: Verblüffende Geologie
Station 3: Sandkorn mit Migrationshintergrund
Station 4: Fenster in die Landschaftsgeschichte
Station 5: Minerale als Klimazeugen
Station 6: "Goldgrube" Sandsteinbruch
Station 7: Kaltluftdusche
Station 8: Zeitsprung von zwei Millionen Jahren
Station 9: Gesteine wie Blätterteig
Station 10: Vegetationsgegensätze
Station 11: Abwechslungsreich
Station 12: Uralter Wirtschaftswald
Station 13: Achtung Steinschlag!
Station 14: Kulturlandschaft auf Schilfsandstein

Naturschutzgebiet „Alter Steinbruch Jägerhaus“

Als ehemals bedeutendster Steinbruch Württembergs lieferte der Schilfsandsteinbruch beim Jägerhaus über ein halbes Jahrtausend wertvolles Baumaterial, das nicht nur in Heilbronn, sondern weit über die Stadtgrenzen hinaus hohes Ansehen genoss.

Nach Aufgabe der Nutzung 1968 drohte dem Steinbruch wie vielen anderen die Verfüllung. 1972 wurde er durch das Regierungspräsidium Stuttgart als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 1986 erfolgte die Erweiterung des Schutzgebietes auf eine Größe von knapp 30 ha.

Schutzzweck ist die Erhaltung des aufgelassenen Steinbruchgeländes als naturkundlich und kulturhistorisch bedeutsames Gebiet, die Beibehaltung der charakteristischen Eigenart als wertvoller Lebensraum für die heimische, wild lebende Tier- und Pflanzenwelt, die Sicherung des Gebietes für die nicht an Erholungseinrichtungen gebundene stille Erholung der Allgemeinheit sowie die Beibehaltung der Artenzusammensetzung des Waldes.

Das Naturschutzgebiet ist durch einen Rundweg auf den ehemaligen Zu- und Abfahrten erschlossen.

Beschreibung Steinbruch

In der alten Abbauwand erkennt man die mächtigen Sandstein-Lagen, die durch dünne Tonstein- und Mergellagen untergliedert werden.

Beim Abbau wurden große Blöcke mit schweren Stahlkeilen abgebaut. In jüngerer Zeit kamen dann auch Diamant-besetzte Sägen und Fräßmaschinen zum Einsatz.

Paläogeographie

Nach Ablagerung der Gipskeuper-Abfolgen in weiten Schlammebenen veränderten sich die klimatischen Bedingungen, und das Landschaftsbild wurde nun durch ein riesiges System miteinander verflochtener großer Flüsse („braided river“) dominiert. Die Flüsse schnitten sich metertief in die zuvor abgelagerten Tonsteine und Mergel des Gipskeupers ein. Diese relativ weichen Schichten waren leicht auszuräumen. Dadurch entstanden oft sehr breite Rinnen, in denen die Flüsse, je nach Fließgeschwindigkeit, ihre mitgeführte Geröll- und Suspensionsfracht ablagerten.

Die Hauptmasse des so abgelagerten Materials besteht aus kleinen Gesteinsbruchstücken, Quarz- und Feldspatkörnern. Daneben finden sich Glimmerplättchen sowie auch Schwerminerale. Anreicherungen von Eisen-Hydroxiden sind als dunkle Flecken zu erkennen. Dieses zunächst nicht verfestigte Sedimentgestein wurde durch darüber abgelagerte Schichten allmählich verdichtet und entwässert. Mit Sand und Schluff gemeinsam abgelagerte Tonminerale verkitteten die Körnchen zu einem tonigen Sandstein, den Schilfsandstein.

Hierauf beruht die bei den Steinmetzen beliebte gute Verarbeitbarkeit des Schilfsandsteins. Allerdings ist das tonige Bindemittel auch die Ursache für die nicht sehr ausgeprägte Verwitterungsbeständigkeit. Mit seiner guten Verarbeitbarkeit und seinem warmgelben Farbton war der Heilbronner Schilfsandstein über viele Jahrhunderte ein geschätzter Werkstein.

Er wurde in ganz Deutschland als Bau- und Bildhauerstein geschätzt und sogar exportiert. Bekannte Beispiele sind viele historische Gebäude in Heilbronn, aber auch der Kölner Dom oder sogar der Bahnhof von Amsterdam (Hansch et al. o.J.).

Nach über 500 Jahren endete um 1960 der Steinbruchbetrieb am Jägerhaus. Seit 1972 ist der Jägerhaus-Steinbruch Naturschutzgebiet.

Infomaterialien

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Heilbronn

Presseinformation zum neu konzipierten Lehrpfad vom 15.09.2020

Beuron: Eichfelsen-Panorama-Tour

Die Wanderung entführt uns auf schmalen Pfaden auf die Höhen des Donautals mit herrlichen Panoramablicken und zu zwei Höhlen.

Durch den „Schwäbischen Grand Canyon“

Rundtour mitten durch das Durchbruchstal der Jungen Donau, mit ständig neuen Perspektiven auf das berühmte Kloster Beuron und die Donau. Zweimal wird die Donau überquert und zweimal geht es von Tal hinauf zu den schönsten Panorama-Aussichten im Donautal.

Wegbeschreibung

Der Weg verläuft vom Kloster Beuron mit einem Anstieg zum Spaltfesen, dem Rauhen Stein (Einkehrmöglichkeit: Wanderheim Rauher Stein), von dort zum namengebenden Aussichtspunkt Eichfelsen dann hinunter zu Donau.

Auf der Radbrücke überquert man die Donau, bevor es auf der anderen Seite in steilen Serpentinen zur Burg Wildenstein (Einkehrmöglichkeit: Burgschenke) geht.

Danach führt der Weg nun auf die halbe Höhe hinunter, vorbei an der Petershöhle zurück nach Beuron.

Sehenswürdigkeiten

  • Aussichtsfelsen Spaltfelsen, Rauher Stein, Eichfelsen
  • Felsengarten Irndorf
  • Kapelle St. Maurus
  • Burg Wildenstein
  • Petershöhle
  • Haus der Natur Beuron (mit Ausstellung)

Infomaterialien

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Donaubergland

Broschüre „Erdgeschichte live – Unsere TOP 10 im Donaubergland“

Textquellen

Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH Tuttlingen