Gaildorf: Geologischer Pfad

Der geologische Pfad ermöglicht Einblicke in die Keuperlandschaft der Limpurger Berge.

Der Weg wurde auf der östlichen Talseite des Kochertales von der Forstverwaltung und dem Naturschutzbund angelegt und 2004 neu gestaltet. Er zeigt einen Ausschnitt aus der Schichtenfolge des Mittleren Keupers sowie der jüngeren erdgeschichtlichen Vergangenheit der Limpurger Berge.

An den 11 Stationen wird der geologische Aufbau der Landschaft um Gaildorf erläutert. Die Stadt Gaildorf hat eine sehr informative und lesenswerte Begleitbroschüre zum Lehrpfad herausgegeben.

Wegstationen

Tetquelle: Broschüre „Geologischer Pfad“ (Autor: Dieter Seegis)

Station 1: Junge Erosion

Ein kleiner Wasserlauf fräst am Hang eine Rinne aus und spült am Austritt aus der Böschung den verwitterten Ton davon. Die Dynamik der Abtragung ist gut an den freigewaschenen Baumwurzeln zu sehen.

Station 2: Oberer Abschnitt des Gipskeupers

Sichtbar sind graue Tonsteine der Grauen Estherienschichten. Es sind Ablagerungen eines riesigen, flachen Sees, der teilweise salzig war. Ihren Namen führen sie nach gelegentlich auftretenden winzigen Schalenkrebsen, den Estherien. Der Gipskeuper enthält besonders in seinem tieferen Abschnitt Gipsbänke und Gipsknollen, wonach er benannt ist.

Station 3: Schilfsandstein

Feinkörnige Sandsteine mit Tonzwischenlagen. Sedimente eines ausgedehnten Flusssystems aus dem baltisch-skandinavischen Raum, das fast ganz Mitteleuropa überzog und im heutigen Alpenraum ins Meer mündete.

In den einstigen Flusstälern wurden bis zu 30 m mächtige Sedimente abgelagert, während sich in den Überschwemmungsbereichen dazwischen (wie hier) nur wenige Meter mächtige, tonige Sandsteinlagen bildeten.

Bekannt ist der Schilfsandstein nach den örtlich häufigen Resten fossiler Schachtelhalme, die von den Steinbrechern früher als „Schilf“ angesehen wurden.

Station 4: Dunkle Mergel mit Gaildorf-Horizont

Düsterviolette und braune Tonsteine mit gelblichen, harten Dolomitbänken (Gaildorf-Bank) und Dolomitknollen, auch ausgelaugten Gipsrelikten.

Dieser Abschnitt gehört noch zum Schilfsandstein, da er stellenweise von geringmächtigen Sandsteinen überlagert wird. Er ist nach der typischen Ausbildung im Raum Gaildorf benannt. Es handelt sich um Ablagerungen einer teils sumpfigen Seenlandschaft gegen Ende der Schilfsandsteinzeit.

Station 5: Hangschutt

An den Hängen des Keuperberglands liegt über dem anstehenden Gestein häufig eine Schuttbedeckung aus Tonbröckchen, Sandsteinstücken und Sandsteinblöcken. Ein größerer Sandsteinblock ist oberhalb der Tafel erkennbar.

Hangschutt ist eine Verwitterungsbildung der letzten Eiszeit. Im Winter gefror damals der Boden tiefgründig und zerlegte das Gestein durch Frostsprengung in Brocken; im Sommer taute dieser Permafrostboden nur oberflächlich wieder auf, und der so entstehende nasse Schuttbrei wanderte talabwärts und überzog die Hänge.

Station 6: Rote Wand

Hauptabschnitt der Unteren Bunten Mergel.

Relativ einheitlich rote gefärbte Tonsteine, mit wenigen grünen Flecken und Lagen. Manchmal finden sich dünne Lagen und Knollen von Gips, der in Oberflächennähe jedoch meist ausgelaugt ist.

Zur Ablagerungszeit der Roten Wand herrschten im Keuperbecken sehr ausgedehnte, lebensfeindliche Tonschlammebenen vor. In zeitweiligen Salzseen auf diesen Ebenen wurde Gips abgeschieden.

Station 7: Lehrberg-Horizont (Lehrbergschichten)

Oberer Abschnitt der Unteren Bunten Mergel, benannt nach dem Ort Lehrberg bei Ansbach.

Rote Tonsteine mit zwischengeschalteten hellen Dolomitbänken (Lehrbergbänke), letztere sind durch begleitende graugrüne Tonsteine deutlich erkennbar. Die roten Tonsteine sind auf Tonschlammebenen entstanden, die in häufigem Wechsel überschwemmt wurden und wieder trocken fielen.

Die Lehrbergbänke dagegen stellen Ablagerungen gigantischer, aber flacher Seen von teilweise über 75.000 km² Flächenausdehnung dar. Sie bildeten sich während zeitweilig niederschlagsreicherer Klimaperioden und lassen sich in mancher Hinsicht mit dem heutigen Tschadsee in Afrika vergleichen.

Station 8: Unterer Kieselsandstein

Helle, grobkörnige Sandsteine.

Sie bilden hier aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegnüber der Abtragung eine Verebnung. Solche Kieselsandstein-Verebnungen prägen an vielen Stellen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes das heutige Landschaftsbild.

Die Sande des Kieselsandsteins wurden zur Keuperzeit von Flüssen in ausgedehnten Schwemmebenen abgesetzt, die sich vom Hochgebiet der Vindelizischen Schwelle in das Keuperbecken verschoben. Die Grobkörnigkeit ist ein Hinweis auf den relativ kurzen Transportweg vom damaligen Liefergebiet.

Station 9: Rotbraune Tonsteine im Mittleren Kieselsandstein

Der Kieselsandsteoin wird örtlich durch rotbraune, sandige Tonsteine zweigeteilt, die hier helle Dolomitknollen enthalten. Es handelt sich um einen fossilen Boden zur Kieselsandsteinzeit, in dem sich unter trocken-warmem Klima Dolomitknollen abschieden.

Station 10: Oberer Kieselsandstein

Grobkörnige Sandsteine mit rotbraunen und graublauen Tonsteinlagen. Die graublauen Farben weisen bereits auf den Übergang zum nächsten Schichtglied hin.

Station 11: Obere Bunte Mergel

Graublaue Tonsteine mit hellgrauen Dolomitlagen, hier bereits stark verwittert.

Sie bilden hier lediglich eine geringmächtige Restbedeckung auf der Verebnung des Kieselsandsteins. Es sind Ablagerungen von Tonschlamm in weiten, meist lebensfeindlichen Salzseen.

Infomaterialien

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Gaildorf

Broschüre „Geologischer Pfad Gaildorf“

Immendingen: Donauversinkung und Vulkanismus am Höwenegg

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz an der Donauversinkung in Immendingen.

Donauversinkung

Gleich zwei außergewöhnliche Naturphänomene lassen sich auf dieser Runde bestaunen. Die Donauversickerung und der nördlichste Hegauvulkan.

Weltweit einzigartig: ein Fluss der in zwei Meere fließt, ins Schwarze Meer und in die Nordsee! Und im Sommer kann man trockenen Fußes durch das Flussbett wandern.

Höwenegg

Beeindruckend auch der Hegauvulkan Höwenegg mit seinem See in faszinierender Farbgebung.

Wegbeschreibung

Vom Startpunkt aus geht es zunächst am Ufer der Donau entlang, donauabwärts. Dabei passiert man die Hauptversickerungsstellen und kann, je nach Wasserstand, einzelne Schlucklöcher sehen oder auch das komplett ausgetrocknete Flussbett.

Am Einödviadukt geht es rechts durch den Wald und bald darauf kommt man zum Gasthof Hauser an der ehemaligen Bahnstation in Hattingen. Dort die Straße überqueren und durch das Kirchtal, bis der Weg nach ca. 800 m vom Kirchtal nach links abzweigt.

Aus dem Wald kommend gelangt am bald darauf zu einem Aussichtspunkt mit Rastplatz. Wieder geht es ein Stück durch den Wald. Nach kurzer Zeit tut sich ein großes Loch am Weg auf: die Doline Michelsloch, eine typische Karsterscheinung die durch Lösungsprozesse im Untergrund entsteht. Wasser löst das Gestein auf, so dass es zu Einstürzen kommt.

In einem Bogen am Waldrand entlang weitergehen, dann wieder in den Wald. Am Aussichtspunkt bietet sich ein schöner Blick in das angrenzende Hegau mit seinen charakteristischen Vulkankegeln.

Es folgt ein Abstieg und eine Straßenquerung. Leicht aufwärts bis zum Grill- und Rastplatz und hier nach links weiter.

Ein kleine Stück leicht bergauf und plötzlich steht man vor dem grün-blau schimmernden „See“ am Vulkankrater Höwenegg. Dieser wird ein Stück umrundet und der Rückweg führt über den Parkplatz Höwenegg und durch den Wald zum Ausgangspunkt der Tour.

Der Weg ist durchgängig mit grünen Wegweisern beschildert und dem Donauwellen-Zeichen markiert (grün-blaue Wellen).

Donauversinkung

Die Donauversinkung (auch Donauversickerung) ist eine unterirdische unvollständige Flussanzapfung der Oberen Donau. Auf den Versickerungsstrecken zwischen Immendingen und Möhringen und bei Fridingen (Landkreis Tuttlingen) verschwindet Wasser der Donau an verschiedenen Stellen im Flussbett, wobei die Hauptversinkungsstelle am Gewann Brühl zwischen Immendingen und Möhringen liegt, etwa bei Flusskilometer 2755. Der Bereich ist Teil des Naturparks Obere Donau.

Der Ausdruck Versinkung wird bevorzugt, weil das Wasser sich nicht flächig im Erdreich verteilt, sondern in unterirdischen Hohlräumen als gerichteter Strom abfließt. Es handelt sich um eine unterirdische Bifurkation, da das verschwundene Wasser als Schwarze Donau die Europäische Hauptwasserscheide durchquert, im Aachtopf als Quelle der Radolfzeller Aach wieder zu Tage tritt und über den Bodensee und den Rhein in die Nordsee fließt.

Hydrographie

Das von der Versinkung abgezapfte Donauwasser verschwindet in einem Karstwassersystem der Wohlgeschichteten Kalk-Formation des Weißen Jura (ox2) und tritt in verschwammten, liegenden Bankkalken des Weißen Jura (ki 4) im rund zwölf Kilometer entfernten Aachtopf wieder aus. Es fließt sodann als Radolfzeller Aach bei Radolfzell in den Bodensee. Somit fließt ein Teil des Donauwassers auch in den Rhein. Diese geografische Situation ist eine markante Besonderheit der großen Europäischen Wasserscheide, die die Einzugsgebiete der Nordsee und des Schwarzen Meeres trennt.

Da das Wasser durch eine Vielzahl von kleinen bis sehr kleinen Rissen und Klüften abfließt, befindet sich die Verkarstung an diesen Stellen noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Das anschließende Höhlensystem bis zum Aachtopf, also der unterirdische Donau-Abzweig, ist dagegen vermutlich schon weit entwickelt. Das ergibt sich aus der engen zeitlichen Korrelation der Wassertemperaturen von Donau und Aachquelle, die eher auf einen unterirdischen Fluss als auf ein verästeltes Kluftsystem schließen lässt.

Geschichte

Die erste historisch belegte vollständige Versinkung fand 1874 statt. Seitdem ist die Anzahl der Versinkungstage pro Jahr im Schnitt stark angestiegen, wenn auch mit kleinen Ausreißern. Während Messungen von 1884 bis 1904 jährlich durchschnittlich 80 Vollversinkungstage ergaben und das Jahr 1921 mit 309 Vollversinkungstagen einen bis heute ungebrochenen Rekord hält, wurden 1922 lediglich 29 Tage gemessen, 1923 allerdings wieder 148 Tage. Von 1933 bis 1937 steigerte sich die Zahl auf 209 und von 1938 bis 1945 auf 270 Tage.

Der Zusammenhang zwischen Donauversinkung und Aachtopf wurde am 9. Oktober 1877 nachgewiesen, indem der Geologe Adolph Knop von der Technischen Hochschule Karlsruhe das Wasser in der Donauversinkung mit 10 Kilogramm Natriumfluorescein, 20 Tonnen Salz und 1200 Kilogramm Schieferöl versetzte. 60 Stunden darauf traten alle drei Substanzen als „prachtvoll grünleuchtendes“ Salzwasser mit deutlich kreosotartigem Geschmack im Aachtopf auf. Später wurde die Verbindung einzelner Versinkungsstellen erforscht. So wurde etwa 1908 in Fridingen ein Schacht angelegt, um durch Versuche herauszufinden, wohin das Wasser dieser Versinkung abfließt.

1927 wurde vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich ein zwischen den Ländern Württemberg und Preußen als Landesherr der Hohenzollernschen Lande einerseits und dem Land Baden andererseits schwelender Streit um die quantitative Beeinträchtigung des Donauwassers ausgetragen, der als Donauversinkungsfall bekannt wurde.

Textquelle: Wikipedia

Vulkanlandschaft Höwenegg

Der Vulkankomplex des Höwenegg bei Immendingen ist mit seinem geheimnisvollen „Kratersee“ nicht nur ein Juwel unter den Naturwundern der Schwäbischen Alb, sondern auch als Naturschutzgebiet und Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere geschützt.

Anders als andere Vulkanrelikte und Maare auf der Alb  gehört der Höwenegg nicht zum „Schwäbischen Vulkan“ (Uracher Vulkangebiet), sondern ist noch Teil des südlich der Alb liegenden Hegauvulkanismus. Ursache für die vulkanische Aktivität ist die Lage des Gebietes im Kreuzungspunkt zweier tektonischer Störungszonen. Der gesamte Hegau ist als Nationaler Geotop ausgezeichnet.

Der Hauptkrater ist der größte von insgesamt sechs Ausbruchstellen, aus denen Basalt und Basalttuff gefördert wurde. Seit Beginn des 20. Jh. bis 1980 wurde hier Basalt abgebaut.
Im ehemaligen Abbaubereich entstand der heute sichtbare See, der jedoch nicht identisch mit einem Kratersee aus der Tertiärzeit ist. Die feinkörnigen dunklen Basaltgesteine die im Bereich der unteren Abbauwand erkennbar sind, werden von bis zu 30 m mächtigen Basalttuffen überlagert.

Ein Ausbruch fand vor 10 Mio Jahre im oberen Miozän (Tertiär) statt. Im Kraterbereich bildete sich ein See, der von zahlreichen Tieren besucht wurde. Fossilienfunde von dreizehigen Urpferden, Antilopen und Nashörnern belegen das damalig subtropische Klima. Im Seesediment wurden die Fossilien hervorragend konserviert. Die weltberühmten Funde können im Naturkundemuseum Karlsruhe und Stuttgart bewundert werden. Aber auch im Heimatmuseum Immendingen gibt es eine kleine aber sehenswerte Sammlung.

Achtung

Es ist es nicht möglich an die Wasserfläche des Sees zu gelangen. Der ehemalige Abbaubereich ist nicht sicher, immer wieder brechen Teile der Wand ab und stürzen herab. Es besteht erhebliche Verletzungsgefahr. Deshalb ist der gesamte Seebereich durch einen Zaun geschützt. An der östlichen Seite eröffnet sich jedoch ein wunderbarer Blick.

Textquelle: UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb

Infomaterialien

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Donaubergland

Broschüre „Erdgeschichte live – Unsere TOP 10 im Donaubergland“

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Donauversickerung

Faltblatt „Der Fluss ohne Wasser“

Textquellen

Donaubergland Marketing und Tourismus GmbH Tuttlingen

UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb

Maroldsweisach: Stein-Erlebnispfad

Der Erlebnispfad startet am Besucherparkplatz der Hartsteinwerke Bayern Basalt.

Am Steinerlebnispfad um den Zeilberg bei Maroldsweisach geht es um Steinbearbeitung und Sinneserfahrung mit Steinen und das Thema Tiere und Pflanzen im Steinbruch mit Spielelementen wie Steine fühlen, Steinspiele, Klangsteine und Summstein.

Lassen Sie ihre Sinne, wie Sehen, Beobachten, Hören und Bewegung ansprechen. Genießen Sie am Erlebnispfad die tollen Panoramen in die Haßberge und nach Thüringen.

Der Rundweg ist auch mit Kinderwagen befahrbar und mit einem kleinen Abstecher erreichen Sie den Diakonie-Biergarten auf dem Zeilberg, der zu einer fränkischen Brotzeit einlädt.

Achtung, Steinbruchbetrieb !

Da der Steinbruch noch in Betrieb ist, sind unbedingt die Warnhinweise zu beachten! Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen!

Wegstationen
Station 1: Spielelement "Steine bearbeiten"

Tafel 1: Der Basalt und der Abbau

Tafel 2: Das Bürgerarchiv

Station 2: "Zeilberg-Kino"

Tafel: Entstehung des Zeilbergs

Station 3: Spielelemnet "Klingende Steine"
Station 4: Spielelement "Wer klopft da?"

Tafel: Spechte im Wald

Station 5: Spielelement "Ziel werfen"

Tafel: Abraumhalde-Lebensraum besonderer Pflanzen und Tiere

Station 6: Spielelement Sehrohr

Tafel: Natur und Technik

Station 7: Spielelement Rohre

„Lausche dem Wind“

Station 8: Tafel mit Sichtfeld

Lenensraum von Uhu & Co

Station 9: Spielelement Summstein

„Erzeuge eine Vibration“

Infomaterialien

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Maroldsweisach

Faltblatt „Stein-Erlebnispfad um den Zeilberg“

Textquellen

Rottach-Egern: Erdgeschichtliche Wanderung zwischen Wallberg und Risserkogel

Eine erdgeschichtliche Wanderung von der Bergstation der Wallbergbahn über den Setzberg zum Grubereck. Eine ausführliche Tourenbeschreibung finden Sie beim Kommunalunternehmen Alpenregion Tegernsee Schliersee.

Infomaterialien

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Rottach-Egern

Erdgeschichtliche Wanderung zwischen Wallberg und Risserkogel – keine Infomaterialien vorhanden!

Oberlauringen: Geologieweg

Die Haßberge sind neben Steigerwald und Frankenhöhe der nördlichste Teil des Fränkischen Keuperlandes.

Die Erlebnistour Geologieweg Oberlauringen führt vom Rückert-Dorf Oberlauringen über das Waldgebiet Kammerholz und den Laubhügel hinauf zum Haßbergtrauf. Von hier geht es mit einem Blick auf Schloss Craheim und Mailes zurück zum Ausgangspunkt.

Besonderheiten des Weges

Im Bereich des Marktes Stadtlauringen ist die triassische Schichtenfolge vom obersten Muschelkalk bis in den Bereich des mittleren Burgsandsteins ungestört vorhanden. Der Bereich zwischen den Oberen Myophorienschichten des Gipskeupers und dem Rhätsandstein des Oberen Keupers lässt sich in einer ca. 10 km langen Route von Mailes über den Laubhügel und über das Kammerholz nach Mailes zurück erwandern.

Zusätzlich lassen sich die Auswirkungen verschieden harter Schichtpakete auf die Verwitterung in Form von Steilanstiegen und Verebnungen erkennen. Andererseits lässt sich aber auch feststellen, dass Gesteine etwa gleicher Härte ähnlich erodieren – wie die Sandsteine des mittleren Burgsandsteins vor der Hassbergstörung und die Sandsteine des Rhätsandsteins östlich davon.

Beide stellen den Rest einer tertiären (Miozän) Altfläche dar, obwohl dazwischen mehr als 100 m Keuperschichten (oberer Burgsandstein und Feuerletten) durch die Tektonik verdeckt sind.

Die geologischen Verhältnisse sowie die teilweise damit verbundenen Auswirkungen auf Flora und Fauna, das Erlebnis der reizvollen Landschaft und die Möglichkeit der Einkehr nach erbrachter Wanderleistung machen diesen Weg äußerst reizvoll.

Infomaterialien

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Oberlauringen

Geologieweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Unterneukirchen: Geotour

Geologie zum Anfassen verspricht die Rundtour mit Start in Unterneukirchen:

Hier finden sich in einem ehemaligen Steinbruch bei Oberschroffen die „schönsten Geologischen Orgeln Bayerns“. Die bis zu zehn Meter hohen Steinschlote wirken wie überdimensionale Orgelpfeifen und stammen aus den letzten drei Eiszeiten vor zweieinhalb Millionen Jahren.

Die Strecke führt nordwärts nach Altötting und Neuötting und weiter durch den Öttinger Forst nach Emmerting und Mehring. Moore und Tümpel – sogenannte Toteiskessel – säumen den Weg. Diese mit Wasser gefüllten Senken sind Überbleibsel der letzten Eiszeit und bilden einzigartige Biotope bei Burgkirchen an der Alz.

Von hier geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Geologische Orgeln Oberschroffen

Im ehemaligen Steinbruch bei Oberschroffen sind zahlreiche Verwitterungsschlote in einem Schotterkonglomerat freigelegt. Diese „Geologischen Orgeln“ entstanden durch intensive Lösungsverwitterung während eines Interglazials – einer Warmzeit zwischen zwei Kaltzeiten. In eindrucksvoller Weise sind hier die Folgen der Klimaschwankungen der jüngeren Erdgeschichte dokumentiert.

Beschreibung

Pleistozän – das Eiszeitalter

Die vergangenen etwa 2,5 Millionen Jahre der Erdgeschichte sind durch ausgeprägte Klimaschwankungen geprägt. Mehrfach wechselten kalte und trockene Klimaphasen, die „Glaziale“, mit wärmeren und feuchteren „Interglazialen“ ab.
Während der Glaziale stießen immer wieder Gletscher aus den Alpentälern bis weit in das Vorland vor. In ihrer weitesten Ausdehnung reichten sie auch bis an den Südrand des Alztales. In den wärmeren Interglazialen schmolzen die Eismassen wieder ab und es kam zu ausgeprägten Bodenbildungen. Wie in der Gegenwart bedeckte Vegetation das Land.

Welches Gestein sieht man hier?

Der Gesteinsschutt, den die kaltzeitlichen Gletscher in Form von Moränenmaterial aus den Alpen mitgebracht hatten, wurde teilweise von Schmelzwasserströmen weiter transportiert, abgerundet und als Schotter wieder abgelagert. Solche überwiegend aus Kalksteinen bestehenden Schotter findet man auch nördlich des Alztales.

Bei Oberschroffen liegt am Talrand der Alz ein ehemaliger Steinbruch in Schottern des drittletzten Glazials, in Bayern traditionell „Mindel“ genannt. Unter warmen und feuchten Klimabedingungen der Interglazialzeit zwischen dem Mindel- und dem späteren Rißglazial bildeten sich tiefgründige Böden. Die Wurzelatmung der Pflanzen reicherte das Sickerwasser mit Kohlendioxid an, das den Kalk aus den obersten Schotterlagen löste. Tiefer im Untergrund fiel in den Hohlräumen zwischen den Kieselsteinen der gelöste Kalk wieder aus – ähnlich wie Sinter in einer Tropfsteinhöhle. So wurde der ursprünglich lose Schotter zu einem standfesten Konglomerat verbacken.

Entstehung der Geologischen Orgeln

Sowohl die Komponenten des Schotters als auch das Bindemittel bestehen überwiegend aus Kalziumkarbonat. Das Gestein ist daher – wie andere Kalkgesteine auch – sehr lösungsanfällig. Überwiegend lief dieser Prozess an der Grenze vom Boden zum unterlagernden Gestein ab. Dort löste Sickerwasser den Kalk aus dem Gestein, zurück blieben lehmige Böden. An einzelnen Stellen, wo das Wasser zum Beispiel aufgrund erhöhter Porosität etwas leichter in den Untergrund einsickern konnte, verstärkte sich der Vorgang, wodurch die Porosität weiter erhöht wurde. Schließlich formte er senkrechte Lösungsröhren, in die der entstandene Lehm laufend von oben nachsackte.

Durch den Gesteinsabbau wurden bei Oberschroffen derartige Verwitterungsschlote mit einem Durchmesser von etwa einem halben Meter freigelegt. Teilweise sind sie an der Steinbruchwand zur Hälfte angeschnitten und sehen daher wie Orgelpfeifen aus. Andere liegen noch etwas hinter der Wand und sind nur von unten her in kleinen Überhängen erkennbar. Manche Röhren beinhalten noch ihre originale Lehmfüllung, aus anderen ist diese bereits nach unten herausgefallen.

Bedeutung dieses Aufschlusses

Bei Oberschroffen gewann man im 19. Jahrhundert Bausteine, die beispielsweise für Dammbauten entlang des Inns benötigt wurden. Dabei entstand ein eindrucksvoller Aufschluss: Dutzende bis 10 m hohe Verwitterungsröhren bilden hier so genannte „Geologische Orgeln“.

Textquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU Bayern)

Infomaterialien

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Bayerns schönste Geotope

Schautafel „Geologische Orgeln Oberschroffen“