Gaildorf: Geologischer Pfad

Der geologische Pfad ermöglicht Einblicke in die Keuperlandschaft der Limpurger Berge.

Der Weg wurde auf der östlichen Talseite des Kochertales von der Forstverwaltung und dem Naturschutzbund angelegt und 2004 neu gestaltet. Er zeigt einen Ausschnitt aus der Schichtenfolge des Mittleren Keupers sowie der jüngeren erdgeschichtlichen Vergangenheit der Limpurger Berge.

An den 11 Stationen wird der geologische Aufbau der Landschaft um Gaildorf erläutert. Die Stadt Gaildorf hat eine sehr informative und lesenswerte Begleitbroschüre zum Lehrpfad herausgegeben.

Wegstationen

Tetquelle: Broschüre „Geologischer Pfad“ (Autor: Dieter Seegis)

Station 1: Junge Erosion

Ein kleiner Wasserlauf fräst am Hang eine Rinne aus und spült am Austritt aus der Böschung den verwitterten Ton davon. Die Dynamik der Abtragung ist gut an den freigewaschenen Baumwurzeln zu sehen.

Station 2: Oberer Abschnitt des Gipskeupers

Sichtbar sind graue Tonsteine der Grauen Estherienschichten. Es sind Ablagerungen eines riesigen, flachen Sees, der teilweise salzig war. Ihren Namen führen sie nach gelegentlich auftretenden winzigen Schalenkrebsen, den Estherien. Der Gipskeuper enthält besonders in seinem tieferen Abschnitt Gipsbänke und Gipsknollen, wonach er benannt ist.

Station 3: Schilfsandstein

Feinkörnige Sandsteine mit Tonzwischenlagen. Sedimente eines ausgedehnten Flusssystems aus dem baltisch-skandinavischen Raum, das fast ganz Mitteleuropa überzog und im heutigen Alpenraum ins Meer mündete.

In den einstigen Flusstälern wurden bis zu 30 m mächtige Sedimente abgelagert, während sich in den Überschwemmungsbereichen dazwischen (wie hier) nur wenige Meter mächtige, tonige Sandsteinlagen bildeten.

Bekannt ist der Schilfsandstein nach den örtlich häufigen Resten fossiler Schachtelhalme, die von den Steinbrechern früher als „Schilf“ angesehen wurden.

Station 4: Dunkle Mergel mit Gaildorf-Horizont

Düsterviolette und braune Tonsteine mit gelblichen, harten Dolomitbänken (Gaildorf-Bank) und Dolomitknollen, auch ausgelaugten Gipsrelikten.

Dieser Abschnitt gehört noch zum Schilfsandstein, da er stellenweise von geringmächtigen Sandsteinen überlagert wird. Er ist nach der typischen Ausbildung im Raum Gaildorf benannt. Es handelt sich um Ablagerungen einer teils sumpfigen Seenlandschaft gegen Ende der Schilfsandsteinzeit.

Station 5: Hangschutt

An den Hängen des Keuperberglands liegt über dem anstehenden Gestein häufig eine Schuttbedeckung aus Tonbröckchen, Sandsteinstücken und Sandsteinblöcken. Ein größerer Sandsteinblock ist oberhalb der Tafel erkennbar.

Hangschutt ist eine Verwitterungsbildung der letzten Eiszeit. Im Winter gefror damals der Boden tiefgründig und zerlegte das Gestein durch Frostsprengung in Brocken; im Sommer taute dieser Permafrostboden nur oberflächlich wieder auf, und der so entstehende nasse Schuttbrei wanderte talabwärts und überzog die Hänge.

Station 6: Rote Wand

Hauptabschnitt der Unteren Bunten Mergel.

Relativ einheitlich rote gefärbte Tonsteine, mit wenigen grünen Flecken und Lagen. Manchmal finden sich dünne Lagen und Knollen von Gips, der in Oberflächennähe jedoch meist ausgelaugt ist.

Zur Ablagerungszeit der Roten Wand herrschten im Keuperbecken sehr ausgedehnte, lebensfeindliche Tonschlammebenen vor. In zeitweiligen Salzseen auf diesen Ebenen wurde Gips abgeschieden.

Station 7: Lehrberg-Horizont (Lehrbergschichten)

Oberer Abschnitt der Unteren Bunten Mergel, benannt nach dem Ort Lehrberg bei Ansbach.

Rote Tonsteine mit zwischengeschalteten hellen Dolomitbänken (Lehrbergbänke), letztere sind durch begleitende graugrüne Tonsteine deutlich erkennbar. Die roten Tonsteine sind auf Tonschlammebenen entstanden, die in häufigem Wechsel überschwemmt wurden und wieder trocken fielen.

Die Lehrbergbänke dagegen stellen Ablagerungen gigantischer, aber flacher Seen von teilweise über 75.000 km² Flächenausdehnung dar. Sie bildeten sich während zeitweilig niederschlagsreicherer Klimaperioden und lassen sich in mancher Hinsicht mit dem heutigen Tschadsee in Afrika vergleichen.

Station 8: Unterer Kieselsandstein

Helle, grobkörnige Sandsteine.

Sie bilden hier aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegnüber der Abtragung eine Verebnung. Solche Kieselsandstein-Verebnungen prägen an vielen Stellen des Schwäbisch-Fränkischen Waldes das heutige Landschaftsbild.

Die Sande des Kieselsandsteins wurden zur Keuperzeit von Flüssen in ausgedehnten Schwemmebenen abgesetzt, die sich vom Hochgebiet der Vindelizischen Schwelle in das Keuperbecken verschoben. Die Grobkörnigkeit ist ein Hinweis auf den relativ kurzen Transportweg vom damaligen Liefergebiet.

Station 9: Rotbraune Tonsteine im Mittleren Kieselsandstein

Der Kieselsandsteoin wird örtlich durch rotbraune, sandige Tonsteine zweigeteilt, die hier helle Dolomitknollen enthalten. Es handelt sich um einen fossilen Boden zur Kieselsandsteinzeit, in dem sich unter trocken-warmem Klima Dolomitknollen abschieden.

Station 10: Oberer Kieselsandstein

Grobkörnige Sandsteine mit rotbraunen und graublauen Tonsteinlagen. Die graublauen Farben weisen bereits auf den Übergang zum nächsten Schichtglied hin.

Station 11: Obere Bunte Mergel

Graublaue Tonsteine mit hellgrauen Dolomitlagen, hier bereits stark verwittert.

Sie bilden hier lediglich eine geringmächtige Restbedeckung auf der Verebnung des Kieselsandsteins. Es sind Ablagerungen von Tonschlamm in weiten, meist lebensfeindlichen Salzseen.

Infomaterialien

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Gaildorf

Broschüre „Geologischer Pfad Gaildorf“

Murrhardt: Die „Uranlagerstätte“ Murrhardt im Schwäbischen Wald

Von Bernd Laquai

30.07.2014, Update 06.10.2018

Es ist schon interessant, dass man in den Listen über die Uranvorkommen auf der Welt, herausgegeben vom IAEA bzw. der OECD, gleich neben den ganz großen Uranlagerstätten wie z.B. Cigar Lake in Saskatchewan oder Olympic Dam in Australien das Örtchen Murrhardt im Schwäbischen Wald findet (ca. 50km nördlich von Stuttgart).

Allerdings kann man in der lokalen Presse lesen, dass das Element Uran in der sonst eher landwirtschaftlich geprägten Gegend schon nicht ganz so unbekannt ist. Hintergrund war nämlich vor kurzem der Ärger um die Novellierung der Trinkwasserverordnung aus dem Jahre 2011, die es erforderlich machte, dass an etlichen Stellen in Murrhardts Wasserwerken spezielle Uran-Filter eingebaut werden mussten, weil bestimmte Brunnen in der Gegend (z.B. nach Angaben der Organisation Foodwatch) bis zum Dreifachen der neuen Grenzwerte von max. 10μg Uran pro Liter enthielten. Zudem bescheinigt ein Forschungsbericht des Kernforschungszentrums Karlsruhe aus dem Jahre 1985 dem Örtchen Murrhardt auch noch erhöhte Radonmesswerte in der Luft im Freien, wie sie sonst eher im Schwarzwald auftreten. Es gibt daher tatsächlich Indizien, die für eine gewisse Präsenz des umstrittenen Elements in der idyllischen Natur des schwäbischen Waldes in der Gegend um Murrhardt sprechen.

Wenn man sehr gründlich nachforscht, kann man schließlich auch den wahren Grund grob erahnen. Im Jahre 1974 nämlich war die Gegend das Ziel von umfangreichen Uranprospektionsarbeiten einer damals neu gegründeten Firma mit dem eindeutigen Namen „Urangesellschaft“ mit Sitz in Frankfurt am Main. Eines der Ziele dieses von der Bundesregierung stark geförderten Unternehmens war damals, die Rohstoffversorgung für die Kernbrennstoff-Herstellung in Deutschland sicherzustellen. In der Zwischenzeit ist diese Firma Teil des französischen Nukleartechnik-Großkonzerns Areva. Auf Grund der derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Situation in Deutschland will sich heute in Murrhardt natürlich niemand mehr so recht an diese Zeit erinnern. Aber das Internet vergisst nichts so schnell, deswegen findet man doch noch so gewisse Anhaltspunkte für das Interesse dieser Gesellschaft an der Gegend um Murrhardt so zum Beispiel einen eindeutigen Artikel in der Zeitschrift „Die Zeit“.

Der Hintergrund für das Interesse der Uranprospektoren bestand in der geologischen Erkenntnis, dass das Sedimentgestein auch in der Gegend um Murrhardt ähnlich wie an den Hanglagen Stuttgarts einen gewissen Urangehalt hat, den man auch messtechnisch nicht allzu schwer nachweisen kann. Die Gegend um Murrhardt ist nämlich ebenfalls Teil des schwäbischen Schichtstufenland, genauer gesagt gehört sie zum sogenannten Keuperbergland. Der Keuper in dieser Gegend gliedert sich wiederum wie folgt:

Oberer Keuper (ko)

Rät

Mittlerer Keuper (km)

(km5) Knollenmergel

(km4) Stubensandstein

(km3) Obere und untere bunte Mergel, Kieselsandstein

(km2) Schilfsandstein

(km1) Gipskeuper

Unterer Keuper (ku)

Lettenkeuper

Der mittlere Keuper ist diejenige Gesteinsschicht, die im Bereich des Stuttgarter Talkessels bis über Murrhardt hinaus an der Oberfläche vorherrscht und die Böden prägt. Vor allem die mächtigen Sandsteinschichten sind typisch für die Gegend, von denen der feinsandige Schilfsandstein besonders häufig als Werkstein verwendet wurde, da man in ihn sehr leicht detailreiche Ornamente einarbeiten konnte, die heute noch an vielen älteren Hausfassaden sichtbar sind. Wesentlich für den Urangehalt dieser Böden ist die Tatsache, dass tonhaltige Sande mit den Wasserströmungen das gelöste Uran als sechswertiges Uranylion über weite Strecken transportiert haben (genauer gesagt aus dem Vindelizischen Land in der Urzeit). Sobald diese Gewässer in ein reduzierendes Milieu gelangten oder mit adsorbierenden oder ausfällenden Stoffen in Kontakt kamen, wurde das Uran wieder in eine 4-wertige Oxidationsstufe umgewandelt und dann ortsfest mit den sich über die Zeit verfestigenden Sand- und Ton-Sedimenten fixiert. Dies ist der Grund warum vor allem die tonhaltigen Sandsteine in der Gegend einen deutlich erhöhten Urangehalt aufweisen. Und dieser stand eben im Interesse der Uranprospektoren als noch fieberhaft in Deutschland nach Uran gesucht wurde. Wahrscheinlich war es schließlich die politische Bedeutung der prospektierenden Firma, die dafür sorgte, dass Murrhardt relativ schnell als aussichtsreiche Uranlagerstätte in die Datenbank der IAEA und OECD gelangte.

Offensichtlich aber war das eigentliche Ergebnis der Prospektionsarbeiten am Ende doch nicht ganz so üppig, so dass die Urangesellschaft schnell das Interesse an der Gegend verlor und sich eher um Ressourcen im Ausland kümmerte. Vermutlich ging damit auch der bittere Kelch an dem Städtchen Murrhardt recht schnell vorüber und Zustände, wie sie seinerzeit im Krunkelbachtal bei Menzenschwand vorherrschten, blieben der hiesigen Bevölkerung erspart.

Da sich die Halbwertszeit für den Zerfall von Uran aber doch über mehrere Milliarden Jahre hinzieht, kann der interessierte Wandersmann immer noch, mit einem guten Geigerzähler ausgestattet, auf den Wegen der Prospektoren wandeln und deren Ergebnisse einigermaßen originalgetreu nachmessen. Dazu bietet sich vor allem eine Wanderung durch die landschaftlich sehr schöne und geologisch hoch interessante Hörschbachschlucht mit ihren Wasserfällen an. Die messbaren Werte für die Ortsdosisleistung sind zwar dort nicht allzu hoch (der Flossenbürger Granit auf der Stuttgarter Königstraße erzeugt bessere Strahlungswerte) aber die Tatsache, dass man eine deutliche Veränderung erkennen kann vom Ort Murrhardt im Tal mit anfangs sehr niedrigen Werten und danach entlang der Schlucht mit zum oberen Drittel hin deutlich zunehmenden Werten und schließlich einem abrupten Abfallen am Hang oberhalb der Schlucht, das macht die Sache doch immer noch recht spannend. Da man auf dem Weg durch die Schlucht auch praktisch alle Gesteinsschichten des mittleren Keupers durchquert, was man an den Gesteinsabbrüchen an den Felswänden sehr schön beobachten kann, ist es möglich das Gesteinsprofil bzw. das Höhenprofil dem Strahlungsprofil zuzuordnen. Damit erkennt man schließlich, dass ein deutliches Maximum der Ortsdosisleistung im Übergangsbereich des Schilfsandsteins zu den unteren bunten Mergelschichten liegt.

Dieses Ergebnis unterstreicht schließlich auch den Befund aus der Landeshauptstadt Stuttgart, wo man einerseits ein gewisses Radonproblem auf den Sandsteinböden des Killesberg entdeckt hat und anderseits eine deutliche Erhöhung der Ortsdosisleistung im Bereich des alten Schilfsandsteinbruchs der Karlshöhe erkennen kann.

Damit steht nun endgültig fest, dass es im Keuperbergland um Stuttgart einen erhöhten Gehalt an Radionukliden im Gestein aufweist und man darf gespannt sein, was die Tunnelbohrungen des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ diesbezüglich noch ans Tageslicht bringen werden. Das radioaktive Gas Radon könnte jedenfalls dabei sein. Und damit könnte es dann vielleicht sogar die Landeshauptstadt Stuttgart noch schaffen in die berühmte Liste der stolzen Uranlagerstätten zu gelangen.

© Bernd Laquai

Ein Ausflugstipp von der Webseite opengeiger.de

Mit freundlicher Genehmigung. VIELEN DANK.

Infomaterialien

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Bernd Laquai

Die „Uranlagerstätte“ Murrhardt im Schwäbischen Wald  (Originalbeschreibung)

Radioaktivität

Messverfahren

Radon

Rietenau: Keuperlehrpfad Aspach

Der rund 10 km lan­ge Keu­per­lehr­pfad As­pach führt den Wan­de­rer auf 23 Sta­tio­nen in die Ge­stei­ne und die Erd­ge­schich­te ein. Der Keuperlehrpfad ist ein geologischer Pfad mit Verbindung zum Bergbau-Lehrpfad Spiegelberg. 

Der Weg ist mit klei­nen Hin­wei­s­tä­fel­chen mit der Auf­schrift „Keu­per­lehr­pfad As­pach“ aus­ge­schil­dert. Er be­ginnt am Wan­der­park­platz am nörd­li­chen Orts­rand von Rie­ten­au in der Hei­li­gen­tal­stra­ße.

Man kann den Weg in der auf­stei­gen­den Num­me­rie­rung fol­gen oder man geht in um­ge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge, be­gin­nend ab der „Sau­ri­er-Sta­ti­on“. In bei­den Fäl­len hat man Al­ter­na­tivstre­cken wie zum Bei­spiel die Ab­kür­zung über den Trips­weg. Der Wei­her­stra­ße fol­gend, biegt man nach ca. 250 m nach links in den Er­len­weg ab. Von dort sind es noch ca. 700 m bis zur Sau­ri­er-Sta­ti­on (22) an den Fisch­tei­chen mit In­for­ma­ti­ons­ta­feln zur Geo­lo­gie Süd­west­deutsch­lands, der Backnan­ger Bucht und den Le­be­we­sen der Keu­per- und Mu­schel­kalk­zeit. Drei Stein­skulp­tu­ren aus Mu­schel­kalk­ge­stein (Pflas­ter­zahn­sau­ri­er Pla­co­dus, Urlurch Mas­to­don­sau­rus und Ur­schild­krö­te Pro­ga­no­che­lys) ver­mit­teln ei­nen le­bens­na­hen Ein­druck der da­ma­li­gen Tier­welt.

Von der Sau­ri­er­sta­ti­on führt nun der Weg wei­ter nach Nor­den, dem bach­auf­wärts fol­gen­den Kohl­klin­gen­sträß­chen. Geo­lo­gisch be­fin­det man sich vom Aus­gangs­punkt bis zum be­gin­nen­den Wald­rand im Gips­keu­per (17) und (16). Der nun et­was stei­le­re Weg führt an der nur un­deut­li­chen aus­ge­bil­de­ten Schilfs­and­stein­stu­fe (15) über Flie­ßer­den (14), die in der letz­ten Eis­zeit (Wür­meis­zeit vor ca. 20.000 bis vor ca. 10.000 Jah­ren) ent­stan­den sind, bis zur Kie­selsand­stein­ver­eb­nungs­flä­che der Forstebe­ne.

Von der Forstebe­ne gibt es die Mög­lich­keit, über das Kö­nigs­sträß­le über die Sta­tio­nen Un­te­re Bun­te Mer­gel (18), Ne­ckar-Jagst-Fur­che (19) und dem Hohl­weg im Gips­keu­per (20) ei­ne stark ver­kürz­te Form des Keu­per­lehr­pfa­des (Al­ter­na­tivstre­cke) ein­zu­schla­gen, die wie­der zu­rück zum Park­platz nach Rie­ten­au führt (Stre­cken­län­ge: ca. 5 km).

Am An­fang des steil an­stei­gen­den Heu­wegs be­fin­den sich die Schich­ten des Obe­ren Bun­ten Mer­gel (13), die stel­len­wei­se stark durch­feuch­tet sind. Ent­lang des Heu­wegs sind zwei al­te Stein­brü­che mit Be­son­der­hei­ten des Stu­ben­sand­steins auf­ge­schlos­sen: Dort wur­den der sehr har­te Fleins-Sand­stein (12) und der Krus­ten­kalk (11), der in ei­nem wüs­ten­ar­ti­gem Kli­ma ent­stan­den ist, ab­ge­baut. Nach Er­rei­chen der asphal­tier­ten Hoch­stra­ße ist ei­ne wei­te­re Al­ter­na­tivstre­cke über den herr­li­chen Aus­sicht­punkt ins Murr­tal, Buch­ei­che (21), zu­rück über das Kö­nigs­sträß­leo­der das Kohl­klin­gen­sträß­chen nach Rie­ten­au mög­lich (Stre­cken­län­ge: ca. 8 km).

Wer den ge­sam­ten Keu­per­lehr­pfad er­wan­dern möch­te, über­quert nun die Hoch­stra­ße nach Nor­den auf ei­nem Tram­pel­pfad bis zum ehe­ma­li­gen Stu­ben­sand­stein­bruch (10), der re­kul­ti­viert wur­de (Auf­fors­tun­gen und Feucht­bio­to­pe). In die­sem Be­reich ist der lo­cke­re Stu­ben­sand­stein auf­ge­schlos­sen, der frü­her zum Fe­gen von Holz­fuß­bö­den ver­wen­det wur­de und der der gan­zen geo­lo­gi­schen For­ma­ti­on den Na­men gab.

Vom auf­ge­las­se­nen Stu­ben­sand­stein­bruch folgt man nun der Hoch­stra­ße in west­li­cher Rich­tung. Nach ca. 700 mzweigt an der Ta­fel (9) „Jun­ge und al­te Fluss­sys­te­me“ der Weg nach links ab. Ei­ne wei­te­re In­for­ma­ti­on zum Stu­ben­sand­stein (8) am ab­wärts ver­lau­fen­den War­test­ein­bruch­weg er­gänzt die In­for­ma­tio­nen zu die­sem Ab­schnitt. Beim wei­te­ren Ab­stieg durch das sich an­schlie­ßen­de Hei­li­gen­tal kom­men in kur­zer Fol­ge Auf­schlüs­se der Obe­ren Bun­ten Mer­gel (7) und des Kie­selsand­steins (6) zum Vor­schein. Wei­te­re Sta­tio­nen zu Quell­ho­ri­zon­ten (5) und (4) ma­chen die Be­deu­tung des Keu­per­berg­lan­des für die Was­ser­ver­sor­gung, für die Na­tur und die Men­schen deut­lich. Mit dem Über­gang aus dem Wald in den Gips­keu­per (3) wird das Hei­li­gen­tal wei­ter und brei­ter. Durch Lö­sungs­pro­zes­se und Aus­lau­gun­gen der Gips­vor­kom­men im Un­ter­grund ent­ste­hen Erd­fäl­le (Do­li­nen), die durch ei­ne Hin­weis­ta­fel ge­kenn­zeich­net sind. Die ge­sam­te Backnan­ger Bucht, wie auch die Aus­läu­fer des Keu­per­berg­lan­des sind von ei­ner frucht­ba­ren Löss-Schicht (2) über­deckt, die als staub­fei­nes Ma­te­ri­al wäh­rend der letz­ten Eis­zeit durch Staub­stür­me aus der Ober­rhei­ni­schen Tief­ebe­ne in den Gäu­land­schaf­ten ab­ge­la­gert wur­de.

Die au­ßer­halb des Keu­per­lehr­pfads be­find­li­che Ta­fel (23) er­in­nert an die im Jah­re1969 durch­ge­führ­te Tief­boh­rung bei All­mers­bach am Wein­berg.

Der Aspacher Keuperlehrpfad

Audiotour

Saurierfunde am Allmersbacher Weinberg

Audiotour

Infomaterialien

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Übersichtskarte

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Textquellen

Webseite „Schwäbischer Wald“

Spiegelberg: Bergbaulehrpfad

Auf rund 5 Kilometern führt der Bergbaulehrpfad vom Parkplatz an der Gemeindehalle Jux auf zum Teil umbefestigten Wegen durch die Spiegelberger Stollengeschichte.

Entlang des Lehrpfades sind zahlreiche Informationstafeln aufgestellt, die über die Geologie und den vergeblichen Bergbauversuche im Schwäbischen Wald informieren. Höhepunkt ist das Besucherbergwerk Wetzsteinstollen bei Jux.

Infomaterialien

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Spiegelberg

Faltblatt „Besucherbergwerk Wetzsteinstollen“

Textquellen

Tourenbeschreibung bei „outdooractive“

Welzheim: GeoErlebnisPfad

Der GeoErlebnisPfad erzählt die Geschichte der Geologie im Schwäbischen Wald und damit die Entstehung einer vielfältigen Kulturlandschaft. Wieso hat die Kartoffel nicht nur die Stärke der Bauern verändert und was machten sie, wenn das Feld ausgemergelt war? Zahlreiche Infotafeln und -stelen, Spielstationen und ein riesiges Steinxylophon laden zum Aktivsein ein.

Im Jahr 1985 wurde vom Welzheimer Forstamt der Geologische Pfad angelegt, der einen Querschnitt durch die erdgeschichtlichen Besonderheiten des Gebiets vermittelt. Schilder, Inhalte und die Broschüre waren in der Zwischenzeit veraltet, so dass die Stadt Welzheim eine Neukonzeption hin zu einem „Geo-Erlebnispfad“ entwickelte.

Infostelen, Schilder und Erlebnisstationen wurden aus Mitteln von LEADER finanziert, fachlich begleitet wurde die Neukonzeption von Prof. Dr. Manfred Krautter, Geologe und Naturparkführer im Schwäbischen Wald.

Ab März 2022 wird der neue Rundwanderweg offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Große und kleine Besucher dürfen sich dann auf spannende 6,5 Kilometer freuen: Startpunkt ist der Wanderparkplatz Laufenmühle, der gut über ÖPNV oder mit der Schwäbischen Waldbahn zu erreichen ist; alternativ kann auch an der Sternwarte Langenberg gestartet werden.

Die Strecke ist schon allein durch ihren Verlauf interessant, sie ist bequem zu gehen (aber nicht kinderwagentauglich), führt an der Kesselgrotte vorbei, bietet schöne Ausblicke in Langenberg und erfüllt den Abenteuercharakter in der Wieslaufschlucht. Sie bietet Einkehrmöglichkeiten bei der Klingenmühle, im Molina im Eins und Alles oder im Restaurant Laufenmühle.

Auf Informationstafeln werden auf einfache und erstaunliche Weise Bezüge von der Geologie zur Landschaftsentwicklung, Geschichte, Natur und Besiedlung des Naturparks hergestellt. Spielstationen wie Riesenbandolinos, ein Steinxylophon, Ruheliegen, ein Grillplatz und die Sternwarte laden zum Rasten und Staunen ein.

Textquelle: lifePR

Kastenklinge und Kesselgrotte NE Börtlingen

Es handelt sich hier um zwei sich vereinigende Klingenäste, an deren oberem Anfang Felsbildungen des Höhlensandsteins (Oberer Stubensandstein,km4) jeweils einen 4-5 m hohen Wasserfall verursachen. Die Oberkante der Wasserfälle bilden härtere Sandsteinbänke, in welche teilweise eine schmale Rinne eingetieft ist. Darunter ist der Sandstein hohlkehlenartig ausgewittert und erodiert, sodass bis 5 m tiefe Grotten entstanden. In ihnen sind gut ausgebildete Schrägschichtungsstrukturen zu sehen.

Textquelle: Geotope im Regierungsbezirk Stuttgart, Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, 2002.

Infomaterialien

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Welzheim

GeoErlebnisPfad – keine Informaterialien vorhanden!

Welzheim: Geologischer Pfad

Für den etwa 12 km langen Pfad sollte man sich Zeit nehmen. Die einzelnen Stationen liegen teilweise etwas weit auseinander, was sich aus der geologischen Situation ergibt. Daher hat der Pfad mehr den Charakter eines landschaftlich reizvollen Wanderwegs mit geologischen Erläuterungen.

Achtung

Bei der Tour handelt es sich um den 1985 vom Welzheimer Forstamt angelegten Geologischen Pfad. Schilder, Inhalte und die Broschüre sind mittlerweile veraltet, so dass die Stadt Welzheim eine Neukonzeption hin zu einem „GeoErlebnisPfad“ entwickelte. Der neue GeoErlebnispfad wurde im Frühjahr 2022 fertig gestellt.

Wegstationen
Station 1: Wasserfälle bei der Laufenmühle
Station 2: Kesselgrotte
Station 3: Aussichtspunkt Lettenstich
Station 4: Aussichtspunkt Langenberg
Station 5: Forellensprung
Station 6: Fleinssteinbruch am Renzenbühlweg bei Obersteinenberg
Station 7: Glasklinge
Station 8: Sandbruch bei der Großen Buche (Obersteinenberg)
Station 9: Liaskante beim Langenberger Wasserturm
Station 10: Erdrutsch am Lichteichenweg
Station 11: Oberer Stubensandsteinfels am Hansdobelweg
Station 12: Wieslauf-Wasserfall bei der Druckleitung
Station 13: Erosionshang unterhalb der Klingenmühle
Station 14: Ehemaliger Sandsteinbruch bei der Laufenmühle

Infomaterialien

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Welzheim

Begleitbroschüre „Geologischer Pfad“

Textquellen

Begleitbroschüre