Schiffweiler: Redener Bergbaupfade

Redener Bergbaupfade

Die Landschaft zwischen den ehemaligen Bergwerken Reden und Itzenplitz weckte bereits vor mehr als 300 Jahren die Neugier der Menschen auf die Herkunft der hier entdeckten schwarzen „brennenden Steine“, die sie auf verschiedene Art zu nutzen wussten. Mit dem Brennen des Kalkes zum Düngen der Felder, mit der „Verkokung“ zum Schmelzen des Erzes, mit der Verrußung und Verfl üssigung zur Teerproduktion und zur Farbherstellung wurde damals mit einfachen Techniken die spätere komplexe Kohlechemie vorweggenommen. Zahlreiche Spuren dieser unterschiedlichen Tätigkeiten sind noch bis heute in der Landschaft zwischen den beiden ehemaligen Bergwerken Reden und Itzenplitz sichtbar.

Über QR-Codes auf dem Wanderweg und auch auf der Website des Erlebnisortes Reden erhalten Wanderer ausführliche Informationen. Ein besonderes Flair vermitteln die extra hierfür aufgenommen Audio-Sequenzen von SR-Sprecher Joachim Weyand: An jeder Station hat man die Wahl, ob die Informationen auf hochdeutsch oder auf „saarländisch platt“ vorgelesen werden sollen.

Folgen Sie den gut ausgeschilderten Wanderwegen und erwandern Sie Schritt für Schritt Wissenswertes über den Bergbau und seine historische Bedeutung für die Region.

Redener Panorama Pfad

Der Redener Panoramapfad mit Start am Parkplatz gegenüber des Zechenhauses in Reden bietet auf der gesamten Tour beeindruckende Aussichten von der Bergehalde bis hinein in den Hunsrück.

Höfertaler Wald Pfad

Ebenfalls im Erlebnisort Reden startet der leichteste und kürzeste der 3 Bergbaupfade – der Höfertaler Waldpfad – der auf 5 km Länge nach Bildstock und wieder zurückführt.

Itzenplitzer Pingen Pfad

Premiumwanderweg

Der Itzenplitzer Pingen Pfad ist der längste der drei Redener Bergbaupfade und verläuft entlang des Itzenplitzer Weihers durch die Wälder des Naherholungsgebietes. Der Weg veranschaulicht das Thema Bergbau in der Region und führt durch die sogenannten „Pingenfelder“, die dem Weg seinen Namen geben.

An mehreren Stationen können Wanderer über einen QR-Code alle historischen Informationen zum Standort direkt auf dem Smartphone abrufen. Neben kurzen Informationstexten mit bergmännischen Anekdoten und Geschichten werden zusätzlich Bilder aus vergangenen Zeiten eingeblendet. So erfährt der Wanderer an Ort und Stelle hautnah die saarländische Bergbaugeschichte Ein besonderes Flair vermitteln die extra hierfür aufgenommen Audio-Sequenzen von SR-Sprecher Joachim Weyand: An jeder Station hat der Wanderer die Wahl, ob er sich die Informationen auf hochdeutsch oder auf „saarländisch platt“ vorlesen lassen möchte – das ist gelebte Heimatkultur und verspricht den ein oder anderen Lacher garantiert.

Infomaterialien

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Schiffweiler

Faltblatt „Redener Bergbaupfade“

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Schiffweiler

Broschüre „Redener Bergbaupfade“

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Schiffweiler

Broschüre „Erlebnisort Reden“

Illingen: Erlebnisweg „Nach der Schicht“

Hier kann der Wanderer eintauchen in das nicht immer einfache, oft auch entbehrungsreiche Leben der Bergmannsfamilie Penth, die vor rund 100 Jahren in Welschbach gelebt haben könnte. Anhand von zahlreichen Informationstafeln und Erlebnisstationen bekommt man einen Einblick in die unterschiedlichsten Alltagssituationen der damaligen Zeit.

Mit der Einstellung des Steinkohlebergbaus an der Saar am 30. Juni 2012 endete eine Ära, die das Saarland mehr als zwei Jahrhunderte wirtschaftlich, sozial und kulturell geprägt hat. Seitdem ist es ein landesweites Anliegen, die Erinnerungskultur und die Geschichte des Bergbaus auch für die zukünftigen Generationen lebendig zu halten. Bei vielen musealen Einrichtungen und Ausstellungen steht die „Arbeit unter Tage“ im Vordergrund.

Die Gemeinde Illingen möchte mit dem Erlebnisweg „Nach der Schicht“ das Leben der Bergleute und ihrer Familien in den Mittelpunkt stellen – zu Zeiten, als der Bergmann auf der Schicht im Bergwerk seinen Lebensunterhalt verdient und in der knapp bemessenen Zeit nach der Schicht als sogenannter Bergmannsbauer noch ein Stückchen Land zur Selbstversorgung bewirtschaftet hat. Anhand von Informationstafeln und Erlebnisstationen erhält man einen Einblick in den nicht immer einfachen, oft auch entbehrungsreichen Alltag der Bergmannsfamilie Penth. Die Familie, die in Welschbach vor rund 100 Jahren gelebt haben könnte, ist zwar fiktiv, nicht aber ihre Lebensgeschichte und die damaligen Verhältnisse.

Infomaterialien

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Illingen

Faltblatt „Erlebnisweg Nach der Schicht“

Freisen: Achatweg

Der Achatweg Freisen eröffnet einen Einblick in die 290 Millionen Jahre alte Erdgeschichte am Hellerberg.

Vulkanische Kräfte waren der Auslöser für die Entstehung prächtiger Achate, wie sie über viele Jahre im Steinbruch Hellerberg gefunden wurden. Highlight der Tour ist eine mächtige Felsenkugel, die durch den Steinbruch-Betrieb in einer Felswand aufgeschlossen wurde.

An 10 Stationen erhalten Sie auf dieser Wanderung faszinierende Einblicke in das erdgeschichtliche Erbe des Hellerbergs.

Tipp

Mineralienfunde vom Hellerberg lassen sich im Mineralienmuseum in Freisen und im Mineralogischen Museum in Oberkirchen bestaunen.

Infomaterialien

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Freisen

Achatweg – keine Infomaterialien vorhanden!

Düppenweiler: Entdeckertour Düppenweiler

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Düppenweiler“

Die Tour startet an der historischen Kupferhütte, wo man direkt mit einer Führung ins Kupferbergwerk beginnen kann. Sie führt über den Weltersberg vorbei an der Kohlegrube und dem „alten Dorf“. Nachdem der Mühlenberg eine herrliche Aussicht in die Region bietet, geht es vorbei am keltischen Hügelgrab zum hinteren Wehlenberg, über den weithin sichtbaren Litermont, an mehreren Steinbrüchen vorbei zurück zum Ausgangspunkt. Hier bietet das Huthaus Gelegenheit zur Stärkung mit Speis und Trank.
Wegstationen
Station 1: Historische Kupferhütte

2010 wurde die Historische Kupferhütte nach Vorbildern des 18. Jahrhunderts errichtet. Sie besteht aus dem Pochwerk und einer Schmelzhütte mit dazugehörigen Weiher.

Das Pochwerk ist eine Erzaufbereitungsanlage. Die im Bergwerk gewonnenen Kupfererze wurden hier über Wasserkraft angetriebene Pochstempel auf Sandkorngröße zerkleinert. Anschließend wurde in Waschherden durch Bewegung des Wassers das leichtere Gestein abgeschwemmt, während das schwere Erz sich auf dem Boden des Waschherdes absetzte.

Die Schmelzhütte besteht aus zwei Schmelzöfen und einem Garofen. Beim Schmelzvorgang müssen Temperaturen von über 1300° erreicht werden. Hierzu ist eine ausreichende Luftzufuhr der Öfen notwendig. Dies wird über vier Blasebälge bewirkt, die sich auf der Rückseite der Ofenmauern befinden und ebenfalls über Wasserkraft angetrieben werden.

Die Schmelzhütte dient heute auch als Standesamt der Gemeinde Beckingen.

Station 2: Weidenschacht

Der Weidenschacht wurde bereits in der Anfangsphase des Bergwerksbetriebes errichtet. Im Gegensatz zu anderen Schächten, die als bloße Licht- oder Wetterschächte dienten, war der Weidenschacht auch als Fahrschacht ausgebaut, d.h. er diente den Bergleuten zur Ein- und Ausfahrt.

Entgegen allen bergbaulichen Regeln sitzt der Weidenschacht direkt über dem darunter führenden Stollen. Bei der Freilegung des Stollens 1992/1993 wurde der Schacht unterfahren und der noch bestehende Sicherungsausbau aus alten, schweren Eichenbalken durch neuen Ausbau ergänzt. Der Schacht selbst wurde von der Dillinger Hütte 1828 aus Sicherheitsgründen mit Gesteinsmassen verfüllt.

Station 3: Historisches Kupferbergwerk

Wir stehen hier vor dem „Neuen Barbaraschacht“ des Historischen Kupferbergwerks Düppenweiler.
Bergbau auf Kupfererze ist in Düppenweiler gesichert ab 1723 nachgewiesen. Es gibt allerdings auch einige Anzeichen dafür, dass bereits wesentlich früher, insbesondere im 16. Jahrhundert in Düppenweiler Kupfererze abgebaut wurden.

Die erste und wohl auch ergiebigste und umfangreichste Abbauphase zwischen 1724 und etwa 1735 stand unter der Leitung des wallonischen Hüttenunternehmers Joseph Remacle Hauzeur. Da es in der Saargegend damals noch keine Bergleute gab, ließ er vorwiegend aus dem Erzgebirge rund 300 Bergleute nach Düppenweiler kommen. Unter seiner Regie wurde auch das erste Pochwerk errichtet. Die Kupfererzvorkommen in Düppenweiler waren sehr ergiebig. Der Kupfergehalt im Erz lag bei teilweise 60%.

Später waren es überwiegend französische Betreiber bis etwa 1786. In dieser Zeit sollte eine Feuermaschine – Vorläuferin der Dampfmaschine – errichtet werden. Die Fundamentanlage wurde fertiggestellt. Diese ist heute im Original noch weitgehend erhalten und teilrestauriert. Die Anlage ist von überregionaler Bedeutung, da sie die einzige dieser Art in ganz Deutschland ist. Obwohl auch Teile der in England gekauften Maschine angeliefert wurden, wurde die Maschine nie fertiggestellt, da die Betreibergesellschaft in Konkurs ging.

1987 begann der heutige Verein „Historisches Kupferbergwerk Düppenweiler – Verein für Geschichte und Kultur“ die Strecken teilweise wieder freizulegen. 1995 wurde das Bergwerk für den Besucherbetrieb zugelassen.

Station 4: Weltersberg

Der südöstliche Bereich des Düppenweiler Bannes, die Umgebung um den Litermont und den Weltersberg, auf dem wir uns hier befinden, ist geprägt von Gesteinen vulkanischen Ursprungs und magmatischen Lagerstätten.

Litermont und Weltersberg wurden im Perm-Zeitalter durch vulkanische Tätigkeit geschoben und hochgedrückt. Vor dem Einsetzen des Vulkanismus war allerdings auch dieses Gebiet mit den Konglomeraten des Unterrotliegenden, eines Unterabschnitts des Perm-Zeitalters, bedeckt. Als Konglomerate bezeichnet man in der Geologie ein Sedimentgestein aus einem feineren Bindemittel und Kies oder Geröll. Bei den in diesem Bereich vorzufindenden Konglomeraten handelt es sich um Ausläufer der sogenannten Kuseler Schichten, die sich von der Waderner Gegend bis hierhin nach Südwesten erstrecken. Während des Perm gab es dann durch den Vulkanismus ganz enorme Verschiebungen der Schichten und so treten gerade hier auf dem Weltersberg an manchen Stellen Gesteine an der Oberfläche auf, die sonst nur in viel tieferen Schichten zu finden sind. Dies ist an einigen Stellen an den Einschnitten in den Hängen deutlich zu erkennen.

Von hier hat man auch einen sehr schönen Ausblick auf den oberen Ortsteil von Düppenweiler.

Station 5: Alte Kohlengrube

Erstaunlicherweise gibt es auf dem Düppenweiler Bann auch Steinkohlevorkommen. Von der Stelle aus, an der wir uns befinden, kann nur die ungefähre Lage eingesehen werden. Diese befindet sich in dem Dickicht am Ende der hier liegenden Wiese in westlicher Richtung in der sogen. „Schäferei-Grät“. Von den Gruben ist heute kaum noch etwas erkennbar.

Die ersten schriftlichen Nachrichten über diese Kohlengruben, die nördlichsten im Saarland, stammen aus dem Jahre 1788. Es hieß damals, die Kohle sei „von sehr guter Qualität, gleich der festen Kohle aus dem Nassauischen“. Der Abbau erfolgte als Schachtabbau. Vor der Zeit Odelins wurden die Gruben offenbar als Bauerngruben betrieben.

1868 erhielt die Dillinger Hütte die Konzession auf das Kohlebergwerk „Gut Glück“. Sie ließ hier einen Schacht von etwa 70 m Tiefe errichten.

1869 erhielt Ferdinand Loesgen aus Riegelsberg die Konzession für das weiter westlich gelegene Bergwerk „Gute Hoffnung“.

Schon nach kurzer Zeit wurde keinen Abbau mehr betrieben, deswegen wurden beide Gruben über lange Jahre von den „ärmeren Leuten“ im Tagebau ausgebeutet.

Als Ende der 1970er Jahre ein Pferd in den Schacht der Grube „Gut Glück“ eingebrochen war, wurde der Schacht von der Gemeinde gesichert und eingeebnet.

Station 6: Steinbruch

An dieser Stelle sehen wir rechts der Straße einen heute noch kaum mehr erkennbaren Steinbruch.
Der hier anstehende Quarzporphyr ist Bestandteil der Metzer Störung, die bis zum Rhein verläuft. Er enthält in den Klüften und Spalten auch Malachit. Dieses Kupfervorkommen entspricht eindeutig dem des Kupferbergwerks auf der gegenüberliegenden Seite des Berges.

Dieser Steinbruch wurde insbesondere von den Einwohnern von Düppenweiler als Steinbruch für Baumaterial benutzt.

Hier gab es allerdings keine Sandsteinbrüche wie im Haustadter Tal. Aufwendige und teure Fassadenbestandteile aus Sandstein waren deshalb in Düppenweiler eher die Ausnahme.

Station 7: Altes Dorf

Wenn man sich rechts des Weges orientiert, kann man links am Waldrand vorbei im Talbereich gerade nach die frühere Lage des alten Dorfes Düppenweiler erkennen. Dieses Dorf wurde erstmals in einer Urkunde der Erzbischöfe von Trier von 1052 unter dem Namen „villaris“ erwähnt. Später wurde es dann „wilre“ genannt. Seinen Bestimmungsnamen „Düppen“ erhielt der Ort erst im 14. Jahrhundert. „Wilre“ war ein Töpferdorf. Eine alte Tongrube ist heute noch erkennbar. Ausgrabungen des früheren Kultur- und Heimatvereins Düppenweiler Anfang der 1980er Jahre erbrachten den Nachweis, dass hier bereits im 10. Jahrhundert eine Töpferei bestand. Der „Topf“ wird hier im Volksmund als „Deppen“ oder „Düppen“ bezeichnet. Düppenweiler hat also seinen Namen von dem alten Töpferdorf erhalten. Das alte Dorf, später in den Urkunden als Ober(düppen)weiler bezeichnet, wurde 1635 im 30jährigen Krieg von französischen und schwedischen Truppen zerstört.

Etwas weiter rechts und ganz im Hintergrund erkennt man den Melaphyrsteinbruch am Kahlenberg. Der Steinbruch liegt im Grenzbereich zwischen Düppenweiler und Reimsbach und ist nur von der Reimsbacher Seite erreichbar. Der Steinbruch gehört der Firma Arweiler und dort findet heute noch der einzige aktive Bergbau auf Düppenweiler Bann statt.

Station 8: Mühlenberg: Geologie

Wir befinden uns hier an einer auf den ersten Blick unscheinbaren Stelle auf dem Mühlenberg. Auf der rechten Seite des Weges, ca. 10 m im Wald, sehen wir eine kleine Mulde. Hier wurden in den 1970er Jahren geologische Bohrungen durchgeführt.

Der Mühlenberg zog bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jh. die Aufmerksamkeit von Generationen von Geologen auf sich und gibt auch heute noch Rätsel auf. Lange wurde eine hier zutage tretende Gesteinsserie als vordevonisch bezeichnet und damit als ältestes Vorkommen des Saarlandes betrachtet. Doch geht man heutzutage davon aus, dass am Mühlenberg kein Gestein vorhanden ist, das einem vordevonischen Zeitalter zuzurechnen ist.

Vielmehr sind die Phyllite (Tonglimmerschiefer) mit ihren Quarzlinsen dem Unterdevon zuzuordnen. Auch die Grauwacke und der ebenfalls auftretende Zellendolomit sind noch devonischen Ursprungs. Beim Zellendolomit handelt es sich um ein Gestein, das in der näheren und weiteren Region ansonsten nicht mehr aufzufinden ist. Sein Vorkommen in Düppenweiler gibt deshalb Rätsel auf.

Auch wenn die vorstehend aufgeführten Gesteine also aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, wie lange angenommen, vordevonisch sind, stellt ihr Vorkommen am Mühlenberg in Düppenweiler dennoch eine außergewöhnliche geologische Besonderheit dar, die europaweit nur noch an zwei anderen Stellen nachzuweisen ist. Bei der Tiefbohrung Saar 1 auf der Spieser Höhe konnten sie nämlich erst in 4.000 m Teufe angetroffen werden.

Station 9: Mühlenberg: Aussicht

Von hier aus hat man nun einen herrlichen Ausblick über den unteren Ortsteil von Düppenweiler, aber auch in die weitere Ferne bis zum Saarfelser und Merchinger Plateau.

Erst im 14. Jahrhundert wird das heutige Dorf urkundlich erwähnt. Man unterschied in dieser Zeit zwischen Niederweiler, dem heutigen Dorf und Oberweiler, dem alten Dorf. In nördlicher Richtung, am Ortsrand, liegt das Wohngebiet „Im Junkerath“. Hier wurden 1984/1986 beim Aushub einer Baugrube acht keltische Eisenbarren gefunden, einem der größten Hortfunde in Südwestdeutschland.
In keltischer Zeit wurde Eisen im Rennverfahren hergestellt und zu Spitzbarren zusammengeschmiedet. Eisenbarren dieser Art wurden fast ausschließlich in keltischen Siedlungsräumen aufgefunden. Das Gewicht der Barren (2460 g) entspricht fast genau dem achtfachen des keltischen Grundgewichts (= 309 g).

Die Eisenbarren dürften am Fundort entweder gelagert oder weiterverarbeitet worden sein. Ebenso denkbar ist aber auch, dass sie eventuell beim Transport über die dort in der Nähe vorbeiführende alte Heerstraße verloren gegangen sein könnten. Eine Nachbildung dieser Barren kann im Huthaus des Kupferbergwerks besichtigt werden.

Station 10: Nikolausbrunnen

Ursprünglich stand dieser „Nikolausbrunnen“ an der Hauptstraße in Düppenweiler. Er wurde in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts erbaut und trägt wohl den Namen des damaligen Bürgermeisters von Düppenweiler. Er bestand wie fast alle Brunnen aus dieser Zeit aus einer mittigen Säule mit zwei seitlichen Trögen und diente in erster Linie als Viehtränke. Eine zentrale Wasserversorgung gab es zu dieser Zeit noch nicht und die Trinkwasserversorgung geschah meist über hauseigene Brunnen (Pütze).

In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde der Brunnen erneuert. Erst 1991 mit der Neugestaltung des Dorfplatzes verlegte man den Brunnen in den hinteren Teil des Platzes. Die Konstrukteure legten Wert darauf, den Brunnen wieder in seiner ursprünglichen Struktur (allerdings mit 4 Trögen wegen seiner zentralen Stellung) zu zeigen.

Der Nikolausbrunnen wurde so zum Erzählbrunnen seiner eigenen Geschichte und der Geschichte des Ortes Düppenweiler (auf acht gusseisernen Tafeln an den Trögen). In Sandstein gemeißelt sind außerdem die Wappen von Düppenweiler und seiner Partnerstadt Etain (Frankreich).

Station 11: Pfarrkirche St. Leodegar

Die Valentinuskapelle im „Alten Dorf“ wurde immer schon von fleißigen Bürgerinnen und Bürgern gehütet und gepflegt, die jetzige Pfarrkirche im Laufe von rund 250 Jahren mehrmals renoviert, restauriert oder erweitert.

Von der alten Kirche ist nur noch der untere Teil des Turmes erhalten (der denkmalgeschützte Teil der Kirche). Der barocke Bau wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch einen neogotischen ersetzt.
Das heutige Kirchengebäude, wurde in den Jahren 1897 bis 1900 erbaut.

Das Glockengehäuse aus den 50er Jahren und der nachkonziliare „Bildersturm“ in den 60er Jahren veränderten St. Leodegar nicht unbedingt zum Besseren. Die Verschlimmbesserung im Inneren wurde um die Jahrtausendwende mit viel Aufwand wieder rückgängig gemacht. Die Wiedereröffnung fand im Jahr 2000 statt.

Nachdem das Dach ebenso mit enormem finanziellem Aufwand erneuert wurde bleibt dann aber noch die Orgel, die auch einer dringenden Überholung bedarf. Dafür hat sich mittlerweile die Bürgerinitiative „Orgelpatenschaft“ gebildet, um zumindest mittelfristig durch kreative Aktionen das nötige Geld zu beschaffen.

In der Kirche befindet sich auch eine größere Statue der heiligen Barbara, die stets besonders geschmückt ist, zur Erinnerung an die Bergleute und den Bergbau in Düppenweiler.

Station 12: Selige Blandine Merten

Im Eingang der Kirche befindet sich rechts die Blandinen-Kapelle.

Die am 10. Juli 1883 in Düppenweiler geborene und am 18. Mai 1918 in Trier verstorbene Maria Magdalena Merten wurde an Allerheiligen im Jahr 1987 von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

Der ehemaligen Ursulinenschwester zu Ehren hat ihre Heimatpfarrei Düppenweiler im Eingangsbereich der Pfarrkirche St. Leodegar eine Kapelle gewidmet. Hier befindet sich eine Knochenreliquie von ihr.

Vor der Kirche steht ein Kunstwerk, das die selige Schwester Blandine Merten als Stütze einer Himmelsleiter zeigt. Die Skulptur stammt von der einheimischen Künstlerin Margret Lafontaine.
In der alten Schule rechts vor der Kirche, heute ein soziales Zentrum des örtlichen DRK, besuchte Blandine Merten von 1889 bis 1897 die Volksschule und machte in den zwei Jahren danach ihre ersten Unterrichtsversuche als Lehrassistentin. Nachdem sie zunächst die  Lehrerinnenbildungsanstalt besucht hatte und einige Zeit in Oberthal, Morbach und Großrosseln als Volksschullehrerin unterrichtete, trat sie 1908 zusammen mit ihrer Schwester Elise in die Ursulinenkongregation Calvarienberg in Arweiler ein. Bis zu ihrem frühen Tod aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung gehörte sie dem Orden an.

Bereits kurz nach ihrem Tod begann ihre Verehrung, da mehrere Menschen nach Gebeten zu ihr Heilung erfuhren. Die Schar ihrer Verehrer und Verehrerinnen wuchs ständig, vor allen Dingen nachdem 1985 die Heilung einer österreichischen Missionsschwester von einem schweren Melanom erfolgte, die 1986 von der Kirche als Wunder anerkannt wurde. Am Hochfest Allerheiligen 1987 sprach Papst Johannes Paul II. Sr. Blandine selig.

Station 13: Geburtshaus Schwester Blandine

Blandine Merten wurde am 10.Juli 1883 als neuntes Kind in Düppenweiler geboren.
Das Geburtshaus steht in der heutigen Schlossbergstraße. Blandine war die Tochter von einfachen Bauersleuten. Insofern wohnte sie mit ihren Eltern und Geschwistern in einem sogenannten „Südwestdeutschen Quereinhaus“, das in einen Wohn- und in einen Scheunen- und Stallteil gegliedert war. Das Haus wechselte nach dem Krieg den Besitzer und wurde dann auch umfassend erneuert und den Erfordernissen eines Bäckereibetriebes angepasst. Das heutige Haus hat aber mit dem ursprünglichen Bauernhaus nur noch die äußeren Maße gemeinsam.

Bei der Seligsprechung überreichte der ehemalige Ortsvorsteher Papst Johannes Paul II. ein Gemälde von Blandines Geburtshaus. Der Bergmannsverein schenkte ihm eine Kupferskulptur des Bergbausymbols „Schlägel und Eisen“.

Fast ein Jahr nach der Seligsprechung besuchte schließlich der Trierer Bischof Hermann-Josef Spital anlässlich der Blandinenfeier das Geburtshaus der Seligen, um die dort angebrachte Tafel zu segnen.

Station 14: Museumsbunker

Bereits im Jahr 1992 hatte der damalige Kultur- und Heimatverein Düppenweiler die Idee, den Westwallbunker in der Dieffler Straße zu restaurieren und für Besichtigungen zu öffnen.
Dieser Bunker ist als Regelwerk 10 a Teil des mächtigen Westwalls, der von der holländischen bis zur schweizerischen Grenze reichte. Rund 4000 Bunker mit unterschiedlicher Größe und Bedeutung wurden in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in einem aberwitzigen Arbeitsbeschaffungsprogramm von den Nazis gebaut. Bedeutung erlangte das Bollwerk zu keiner Zeit des verheerenden Krieges zwischen 1939 und 1945.

Der Bunker in der Dieffler Straße besitzt zwei Mannschaftsräume und einen Geschützraum. Seine Besonderheit hat er in der östlichen Richtung mit einer mächtig überdeckten Hangsicherung, einem Flur, der dem Museumsbunker heute dazu dient, die leidvolle Geschichte bezogen auf Düppenweiler zu dokumentieren.

Station 15: Steinbruch im Loch und Bendersche Schanz

Nach den ältesten Angaben wurde der Steinbruch schon im Jahr 1854 von einer Gehöferschaft betrieben. Gehöferschaften stellten eine Besonderheit des alten Trierischen Landes dar. Nach Auflösung dieser Wirtschaftsform ging der Steinbruch 1885 in den Besitz der Familie Schäfer aus Düppenweiler über.

Der Melaphyr wurde in mühseliger Arbeit im Sprengverfahren gewonnen, wobei die Bohrlöcher von Hand in das harte Gestein getrieben wurden. Nach der Sprengung verarbeitete man das Material in Handarbeit zu Kleinschlag und transportierte es mit Pferdefuhrwerken für den Straßenbau in die nähere und weitere Umgebung. Durch den Bau der Bunkeranlagen des Westwalls und der hierfür notwendigen Zufahrtsstraßen gewann der Steinbruch enorm an Bedeutung. Während die jährliche Ausbeute zuvor durchschnittlich etwa 1000 m³ betrug, erreichte sie im Jahr 1939 die fünfzehnfache Menge.

Aus dem Gelände des Steinbruchs stammt ein keltischer Armreif, ein Hinweis auf die schon frühe Besiedlung in dieser Gegend.

Hier befand sich auch die sogen. „Bendersche Schanz“. Es handelte sich hier um eine Stellung österreichischer Truppen unter dem Obristen Bender in den Revolutionskriegen um 1794. Diese Truppen lagen in einer ständigen Auseinandersetzung mit den französischen Revolutionstruppen im nahegelegenen Dillingen. Die Anlage wurde durch die Steinbrucharbeiten zerstört.

Station 16: Keltisches Hügelgrab

Eine keltische Besiedlung lässt sich für diese Region mit Sicherheit ab dem 6. Jh. v. Chr. nachweisen.
Auch auf dem Litermont erkennt man noch heute eine Ringwallanlage. Ob diese Anlage keltischen oder römischen Ursprungs ist konnte bis heute nicht festgestellt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser strategisch wichtige Punkt bereits von Römern und Kelten genutzt wurde. Die Existenz von Hügelgräbern (sog. Tumuli) ist auch für Düppenweiler bezeugt. Der von 1832 bis 1848 in Dillingen als Pfarrer wirkende Heimatforscher Philipp Schmitt berichtet in seinen Aufzeichnungen über zwei solcher Tumuli, die etwa 6 Fuß (ca. 1,88 m) hoch gewesen seien und sich von dieser Stelle aus ca. 100 m weit in südlicher Richtung befunden haben. Allerdings sind diese Grabhügel heute im Gelände nicht mehr zu erkennen. Nach einer von Pfarrer Schmitt gezeichneten Karte lag der eine Hügel jedenfalls noch auf der Gemarkung von Düppenweiler, der „andere dort, wo die Wälder von Düppenweiler und Diefflen zusammenstoßen“.

Welcher Zeit die Grabhügel zuzuordnen sind, kann nicht gesagt werden, da sie nie geöffnet wurden. Aufgrund der Beschreibung Pfarrer Schmitts und der Tatsache, dass in der Umgebung vielfach ähnliche Gräber geöffnet wurden, dürften die Düppenweiler Grabhügel in die La-Tène-Zeit einzuordnen sein.

Station 17: Hinterer Wehlenberg

Von dieser Stelle auf dem 381 m hohen Hinteren Wehlenberg hat der Wanderer einen herrlichen Ausblick auf die Merchinger Muschelkalkplatte und in den Hochwald hinein.

Neben dem Kupferbergwerk hatte die Dillinger Hütte über kurze Zeit noch ein zweites Bergwerk in der Nähe des Ortes Düppenweiler in dem Distrikt „Faule Teilung” angelegt und baute dort noch bis in die 1850er Jahre hinein Eisenerze ab. Die Lage dieser Grube ist von dieser Stelle aus nicht zu erblicken, da sie in der Tallage in der Nähe des Haustadter Weihers liegt. Das geförderte Roherz kam zunächst auf die Schmelzhütte nach Bettingen und dann als gereinigtes Erz nach Dillingen. Nachdem sich der Betrieb allerdings als unrentabel erwiesen hatte, wurde er ebenso wie das Kupferbergwerk schließlich eingestellt. Kein geringerer als der später so berühmte und unglückliche Marschall Ney, der in Saarlouis als Sohn eines Böttchers geboren und aufgewachsen war, stand vor seiner militärischen Laufbahn als junger Mann in den Diensten der Dillinger Hütte und hatte auf den beiden Gruben in Düppenweiler eine Stelle als Schreiber oder Buchhalter inne.

In der Ferne erkennt man hier auch die sogen. Merchinger Platte. Entlang der gesamten Platte befanden sich in früheren Zeiten Steinbrüche, die heute noch zu sehen sind. Während in den unteren Lagen zahlreiche Sandsteinbrüche zu finden sind, wurde in den oberen Lagen dagegen früher in mühsamer Handarbeit auch der harte Kalkstein in Steinbrüchen gewonnen und in Schachtöfen gebrannt.

Auf Saarfelser Gebiet, also ganz am westlichen Ende der Muschelkalkplatte, wurde daneben schon ab der Mitte des 19. Jahrhunderts sogar Gips abgebaut. Von 1930 an bis 1962 erfolgte der Gipsabbau dann sogar im Untertagebetrieb.

Station 18: Grauer Stein

Wir stehen hier vor einem Felsgebilde ganz besonderer Art, welches schon Ursache für viele Geschichte und Sagen war und im Volksmund teilweise als „Druiden – oder Keltenstein“ bezeichnet wird.

Auf dem Litermont befinden sich verstreut liegende große Gesteinsbrocken. Es sind Gerölle des Rotliegenden der Kuseler Schichten, die beim Aufbruch des Berges vor 220 bis 160 Millionen Jahren mit dem magmatischen Quarzporphyr fest verbacken wurden und hierhin gerollt sind.
Auch der „Graue Stein“ ist vulkanischen Ursprungs. Es handelt sich um Quarzporphyr, fast reinen Quarz mit etwas Eisenanteilen.

Die Gesteinsmassen wurden beim Ausbruch des Vulkans nicht hinausgeschleudert, sondern sind als zäh fließendes Magma an die Erdoberfläche gedrückt worden. Diese Fließstrukturen lassen sich noch heute an dem kleineren Gesteinsbrücken neben dem größeren „Grauen Stein“ besonders gut beobachten. Der „Graue Stein“ steht unter Naturschutz.

Station 19: Litermont

Wir haben hier das Gipfelkreuz des 414m hohen Litermonts erreicht.

Der Litermont ist insbesondere im Saarland als „sagenumwobener“ Berg bekannt. In Tat ranken sich viele Sagen um diesen Berg. Die bekannteste unter ihnen ist die vom Ritter Maldix, der auf der Burg Litermont wohnte, den Karfreitag missachtete und bei der Jagd auf einen weißen Hirsch hinter der Nalbacher Kirche einen Felsen hinab stürzte. Anschließend soll sich der Teufel seiner bemächtigt haben und ihn in das Innere des Litermonts verbannt haben, wo er den Schatz des Teufels bewachen muss. Nur einmal im Jahr, an Karfreitag, darf er als wilder Jäger den Litermont unsicher machen. Als 414m hoher Berg ragt der Litermont aus dem Primstal hervor.

Vom Gipfelkreuz hat man bei gutem Wetter einen herrlichen Ausblick auf das halbe Saarland und insbesondere auf die ehemaligen Saarkohlengruben. Der Litermont selbst war Gegenstand eines vielfältigen Bergbaus. So tut sich unterhalb des Gipfelkreuzes ein riesiger alter Steinbruch auf. Auf der Nord – und Nordwestseite gab es weitere zahlreiche Steinbrüche auf Melaphyr, Kalk und Feldspat sowie im Kupferbergwerk Düppenweiler auf Kupfer, Blei und Brauneisenstein.
Im 12./13. Jahrhundert hat sich wohl auf dem Litermont eine kleinere Burg befunden. Hiervon sind heute nur noch spärliche Anzeichen zu finden.

Auf dem Bergplateau wurde vor einigen Jahren der Nachbau einer napoleonischen Signalstation errichtet.

Ebenso hat die Gemeinde Nalbach hier einen sogen. „Weidendom“ errichtet, der der Gemeinde auch als Standesamt dient.

Station 20: Steinbruch im Gewann „Herchenbach“

Hier in der Gewann „Herchenbach“ hatte die Firma Villeroy & Boch in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts damit begonnen, Feldspat abzubauen und legte zu diesem Zweck einen Steinbruch an.
Den Feldspat verwendete Villeroy & Boch hauptsächlich zur Herstellung von Mosaikplatten und Steingut; letzteres in der Steingutfabrik, der Fayencerie, von Mettlach. Den durch Sprengung in großen Massen gelösten Feldspat bereitete man an Ort und Stelle auf und verlud ihn auf große Loren. 1912 stellte Villeroy & Boch den Grubenbetrieb in Düppenweiler wegen veränderter Produktion ein und veräußerte 1914 den etwa einen Hektar großen, damals noch keineswegs erschöpften Feldspatsteinbruch an die Gemeinde Düppenweiler.

In der Folgezeit wurde der Steinbruch in kleinerem Umfang weiter genutzt. Die gesprengten Steine dienten jedoch nicht mehr der Herstellung keramischer Erzeugnisse, sondern fanden hauptsächlich als Baumaterial Verwendung. Noch heute finden sich viele Häuser in Düppenweiler, die aus diesen Herchenbacher Steinen erbaut sind.

Station 21: Steinbrüche in der Gemarkung „Steinunner“

Hier in der Gemarkung „Steinunner“ befinden sich mehrere sehr alte Steinbrüche; geologisch ähnlich den Steinbrüchen in der Herchenbach.

Die Steinbrüche in der „Steinunner“ wurden bereits im 16. Jahrhundert erwähnt und sind somit wohl die ältesten Steinbrüche in Düppenweiler.

Nachweislich diente der Steinbruch auch dem Aufbau der Fundamentanlage für die alte Feuermaschine (eine Vorläuferin der Dampfmaschine) am nahegelegenen Kupferbergwerk in den 1770er Jahren.

Station 22: Barbarakapelle und Linsenbergstollen

Der wallonische Unternehmer Joseph Remacle Hauzeur hatte 1724 den Bergwerksbetrieb übernommen und an die 300 Bergleute aus dem Erzgebirge beschäftigt. Diese wohnten in Baracken auf dem Bergwerksgelände. Für seine Bergleute ließ Hauzeur auf dem Bergwerksgelände auch eine Kapelle errichten, die auf einem alten Grubenriss eingezeichnet und auch beschrieben ist. Nach dieser Beschreibung mussten die Bergleute morgens um fünf Uhr zum Gebet in der Kapelle erscheinen, bevor sie eine Stunde später zur Arbeit einfuhren. Die Bergleute waren damals auch aufgrund ihrer gefährlichen Arbeit gottesfürchtig. Sie werden gleichwohl keine ganze Stunde gebetet haben. Vielmehr diente diese Zeit vor der Einfahrt auch dazu, die Bergleute zur Arbeit einzuteilen und sie vor der gefährlichen Einfahrt über steile Leitern auch wach zu halten.

Der ursprüngliche Standort der Kapelle lag etwa 30 m unterhalb dem heutigen Standort. Dort befinden sich auch noch die Fundamente der alten Kapelle. Die neue Kapelle wurde 1995 errichtet. Jedes Jahr am 3. Adventssamstag findet hier unter großer Beteiligung der Bevölkerung die traditionelle Mettenschicht der Bergleute statt.

Neben der Bergwerkskapelle befindet sich der Linsenbergstollen. Im 19. Jahrhundert wurde dieser als Suchstollen der Dillinger Hütte angelegt. Er wurde 2007 wieder freigelegt und ist heute Teil des Litermont-Sagenweges. Er ist daher auch für jedermann frei zugänglich und mit Bewegungsmeldern ausgestattet.

Station 23: Huthaus

Das Huthaus am Kupferbergwerk wurde 2003 als Info- und Aufenthaltsräumlichkeit zur Abwicklung des Besucherverkehrs im Besucherbergwerk errichtet. Heute befinden sich im Untergeschoss ein Infobüro, ein Raum zur Einkleidung der Besucher des Besucherbergwerkes sowie die Sanitärräume. Im Obergeschoss ist eine Gaststätte mit Restaurant eingerichtet zum Aufenthalt der Gäste, zur Rast für die vielen Wanderer, die den hier beginnenden Litermont-Sagenweg begehen, aber auch zur Durchführung vieler öffentlicher oder auch privater Festveranstaltungen.

Die Bezeichnung „Huthaus“ ist im Saarland im Zusammenhang mit Bergbau kaum oder gar nicht bekannt. Der Name rührt aber daher, dass in anderen bekannten Bergbaugebieten, wie z.B. in Tirol oder im Erzgebirge, der Leiter eines Bergwerks als „Hutmann“ bezeichnet wurde. Er hatte den gesamten Bergbaubetrieb zu leiten oder nach der alten Bezeichnung „zu behüten“. In seinem Haus, dem „Huthaus“, wurden alle Bergbaugerätschaften aufbewahrt und auch die gewonnenen Erze aufbewahrt. Das Gebäude war also nichts anderes, als das Verwaltungsgebäude eines Bergwerks. Im Hinblick darauf, dass die ersten Bergleute in Düppenweiler fast alle aus dem Erzgebirge kamen, wurde auch für unser Infogebäude der Name „Huthaus“ gewählt.

Über etwaige frühere Verwaltungsgebäude am Bergwerk ist nur wenig bekannt. Anfang des 18. Jahrhunderts befand sich ein solches wohl direkt auf dem Bergwerksgelände und am Ende des 18. Jahrhunderts im Dorf Düppenweiler.

Infomaterialien

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Düppenweiler

Entdeckertour – keine Infomaterialien vorhanden!

Bliesgau: Entdeckertour Bliesgau

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

Mit freundlicher Genehmigung.

VIELEN DANK.

Entdeckertour „Bliesgau“

Die Tour startet in Rubenheim am Denkmal für die Rubenheimer Bergleute. Sie führt über den Bergmannspfad vorbei am Golfclub Katharinenhof zu den Kalksteinbrüchen in Gersheim. Hier lohnt ein Abstecher zum Europäischen Kulturpark Reinheim, der mehr als das Grab der keltischen Fürstin zu bieten hat. In der Römischen Taverne des Parks locken kulinarische Genüsse zur Pause.

Anschließend führt die Tour durch das Gersheimer Orchideengebiet nach Walsheim zur ehemaligen Brauerei und dem Freibad. Über Herbitzheim, Ballweiler, Breitfurt und Bliesdalheim geht’s zurück nach Rubenheim, nicht ohne an Kalksteinbrüchen, Muscheln und Eiskellern vorbei zu führen.

Den Abschluss bildet das Museum für dörfliche Alltagskultur und das Museum des saarländischen Aberglaubens, beides unter einem Dach. Hier lohnt sich eine Führung durch den Museumsleiter, aber etwas Zeit ist dafür unbedingt einzuplanen!

Wegstationen
Station 1: Denkmal für die Rubenheimer Bergleute

Zu dem Gedenken der verstorbenen Mitglieder wurde vom Knappenverein Rubenheim im Jahre 1994 ein Bergarbeiterdenkmal errichtet.

Der Knappenverein wurde 1872 als Bergmannssterbekasse gegründet. Bereits Jahre vorher hatten Männer aus dem landwirtschaftlich verarmten Rubenheim den Weg in vor allem preußische Gruben gefunden. Sie wohnten dort für eine oder mehrere Wochen in Schlafschuppen, später in Schlafhäusern.

In der Blütezeit des Bergbaus waren rund hundert Männer aus diesem Dorf im Bergbau beschäftigt. Rubenheim war ein Bergarbeiterdorf mitten im Bliesgau – und es war nicht das einzige.

Nach ihrer „Kohlengrubenzeit“ arbeiteten Rubenheimer Bergleute in den hiesigen Kalksteingruben noch einige Jahre weiter.

Station 2: Bergmannspfad

Im 19. Jahrhundert gingen die Rubenheimer Bergleute am Sonntagabend oder Montagmorgen zu Fuß in Richtung Erfweiler-Ehlingen, über den „Schwarzen Pfad“ nach Ommersheim und von dort über Heckendalheim ins Sulzbachtal bzw. teilweise auch nach St. Ingbert.

Später, zu Zeiten der Eisenbahn wurde der Würzbacher Bahnhof in Niederwürzbach angesteuert, von wo aus die Arbeitsstätten per Bahn zu erreichen waren.

Station 3: Golfclub Katharinenhof Rubenheim

Die Anlage des Golfclub Katharinenhof ist sehr weitläufig und großzügig zwischen Wiesen und Wäldern angelegt. Von den meisten Stellen des Platzes haben die Spieler eine weite Sicht bis ins benachbarte Frankreich hinein. Zahlreiche Hügel und Schräglagen und auch die welligen Fairways lassen den Platz trotz der breiten Fairways auch für bessere Golfer zu einer Herausforderung werden.

In der dazugehörigen Gastronomie sind nicht nur Golfer, sondern auch Radfahrer, Wanderer und alle anderen Gäste herzlich willkommen.

Station 4: Kalksteinbrüche in Gersheim

Die erste Kalksteingrube in Gersheim war im Erzental zwischen Gersheim und Medelsheim. Von hier aus wurde Gesteinsmaterial mit dem „Hängebähnchen“, einer mundartlich so genannten Seilbahn über die Hauptstraße zum Bahnhof Gersheim transportiert.

Die Kalkstein-Abbruchverhältnisse waren in Gersheim wesentlich schwieriger als auf dem Stumme Berg bei Herbitzheim. Die Abraumschicht betrug bis zu dreißig Meter, also ging man nach dem Ersten Weltkrieg zum Untertagebau am Berg „auf der Lohe“ über. 1947 wurde der Übertagebau in Gersheim gänzlich eingestellt. Der Untertagebau wurde fortgesetzt.

Zweimal wurde dieser Abbau zeitlich unterbrochen. Die erste Unterbrechung war ab Herbst 1944. Familien, die nicht in die zweite Evakuierung wollten und hier verblieben, erhielten in den Stollenanlagen für rund hundert Tage sichere Notunterkünfte zum Schutz vor den Kriegshandlungen. Die Bebelsheimer Bevölkerung durfte sogar durch den Wetterschacht im Gersheimer Stollen Schutz suchen. Die zweite Unterbrechung war 1980/81 im Zuge der Unternehmensänderungen.

Im September 2005 endete in Gersheim die mehr als hundert Jahre anhaltende Geschichte des Bliesgau-Kalkbrennens für die saarländische Industrie. Kalk wurde nach 2001 hier nicht mehr gefördert, die Untertageanlagen in Gersheim wurden noch vier Jahre lang verfüllt.

Station 5: Lore am ehemaligen Gersheimer Bahnhof

Im Saarland wurden nach 1970 viele Erinnerungsstätten an den saarländischen Kohlenbergbau aufgebaut. Dies geschah besonders in Dörfern, in denen die Bevölkerung eine Beziehung zum Steinkohlebergbau besaß und die Erinnerung wachhalten wollte.

Meistens bestanden die Denkmäler aus halbierten ausgebauten Seilscheiben auf den Fördertürmen. Beliebt war ferner ein ausgedienter Hund, in den man schwarz angemalte Kalksteine als Kohle geladen hatte. Hund ist die bergmännische Bezeichnung für die unter Nichtbergleuten bekannten Loren.

Station 6: Bahnhof Gersheim

Als Ende des 19. Jahrhunderts der Kaiserslauterner Bahnhof an der Ludwigsbahn zu klein geworden war, wurde dort ein neuer Bahnhof geplant und gebaut. Die Steine des alten Bahnhofes wurden sorgfältig abgetragen, geborgen und an die neue Eisenbahnlinie Bliestal verbracht. Damit wurden die beiden Bahnhöfe in Breitfurt und Gersheim aufgebaut. Der hiesige Bahnhof ist mithin der halbe alte Kaiserslauterner Bahnhof.

Der Bahnhof war für die Brauerei Walsheim ein sehr wichtiger Umschlagsplatz, deshalb hieß er eine Zeitlang auch „Gersheim-Walsheim“. In früheren Zeiten hieß er auch „Bliesgersheim“. Und im zweiten Weltkrieg wurde die Strecke wegen der militärischen Einrichtungen und schnellen Truppenverschiebungen nach Saargemünd und Bitsch zu einer bedeutenden Schnellzugstrecke. Gersheim war für wenige Jahre ein D-Zug-Bahnhof.

Station 7: Kalkwerk Gersheim

1951 erfolgte ein großer Umbau des Gersheimer Kalkofens. Man baute moderne Schachtöfen auf und riss die alten Ringöfen ab. In den Schachtöfen wurde der Kalk unter Zusatz von Feinkohle gebrannt. Das Material wurde dann über Schrägaufzüge in die Öfen gebracht.

Im Sommer 1962 wurde ein Transportband vom Kalkbruch über die Blies zum Werk im Tal gebaut. Der Kalk wurde nun schon im Bruch zerkleinert und dem Werk zugeführt. Die bis dahin bestehende Seilbahn wurde stillgelegt und abgebaut.

Das Gersheimer Kalkwerk besteht heute nicht mehr. Die Bahntrasse Homburg – Sarreguemines, die am Werk vorbei führte ist heute ein gern gefahrener Radweg.

Station 8: Walsheimer Brauereikeller

Der Brauereikeller der „Walsheim Brauerei“ wurde zwischen 1876 und 1878 gebaut. Damals firmierte die Brauerei noch unter dem Namen „Walsheim-Brauerei Schmidt und Guttenberger“. Es handelt sich dabei um das erste Gebäude, das auf dieser Seite der Straße gebaut wurde. Die ersten Gebäude der Brauerei, wie zum Beispiel die Verwaltung, die Wohnhäuser, die Stallungen und die Mälzerei waren zunächst nur auf der anderen Seite gebaut worden. Heute von vorne zugänglich, war das Gebäude damals komplett unterirdisch angelegt. Die Fenster die an der Fassade zu sehen sind, waren zum damaligen Zeitpunkt nur Lichtschächte. Im Inneren war der Keller in einen Lagerraum und kleinere Kühlkammern aufgeteilt. Im Lagerraum lagerten zunächst Holz-, später Aluminiumfässer mit einem Gesamtvolumen von 50.000 Hektoliter. In den Kühlkammern wurde Eis gelagert. Das Eis stammte bis zur Beschaffung einer Kältemaschine 1886 aus den Eisweihern in der Umgebung. Der Lagerraum und die Kühlkammern waren jeweils mit Eichentüren getrennt. Durch Öffnen und Schließen dieser Türen wurde die Temperatur im Lagerraum reguliert. Durch Rinnen am Boden und Öffnungen an der Decke konnten Kondenswasser und Wasserdampf entweichen.

Station 9: Walsheimer Freibad und Campingplatz Walsheim

Bevor die weltberühmte Walsheim Brauerei eine Kältemaschine erhielt um Stangeneis zu produzieren, musste das Eis zur Kühlung des Bieres auf anderem Wege beschafft werden. Dafür wurden rund um Walsheim Eisweiher angelegt, um in den Wintermonaten Natureis abschlagen zu können. Nachdem man in den 30er Jahren sich entschieden hatte keine Eisweiher mehr zu betreiben, entschied der damalige Brauereidirektor Dr. Karmann den oberen Eisweiher am Hetschenbach zu einem Schwimmbad in Stahlbeton-Ausführung umbauen zu lassen. 1938 wurde dann der Badbetrieb offiziell aufgenommen. Die Nutzung des Freibades war kostenlos. 1950 kam es dann zur ersten Sanierung des Bades, zur Einzäunung und zum Bau des Campingplatzes. Erst 1974 kam dann das Nichtschwimmer-Becken dazu. Zwei Jahre später wurde das alte Becken durch ein neues Sportbecken mit Kläranlage ersetzt. Die Wasserversorgung erfolgte durch frisches Walsheimer Quellwasser aus dem Hetschenbachtal.

Heute gilt das Walsheimer Freibad als eines der schönsten und erholsamsten in der Region und ist in der Regel ab Mai bis Mitte September geöffnet.

In unmittelbarer Nähe des Freibades befindet sich ein idyllisch gelegener Campingplatz. Dieser bietet großzügige Stellplätze für Wohnwagen oder Zelte. Gäste mit Wohnmobil können sowohl Stellplätze auf dem Campingplatz als auch außerhalb nutzen. Zum Campingplatz gehört eine Gaststätte.

Station 10: Ringofen in Herbitzheim

Wir befinden uns auf dem Freizeitweg in Richtung Gersheim mit einem Hinweisschild und zugleich an dem einzigen Ruinenrest des Herbitzheimer Ringofens. Dieser Kalkofen wurde 1888 erbaut. Im Gegensatz zu dem Blickweiler Ofen wurde dieser nur im Bedarfsfall in Betrieb genommen. Der Ofen soll der erste dieser Art in unserem Raum gewesen sein. Nach einer Anlaufzeit beschäftigte der Herbitzheimer Betrieb bis zu 40 Arbeiter. Das tägliche Ergebnis war etwa eine Tonne gebrannter Kalk pro Arbeiter.

Was ist ein Ringofen?

Die Keramikindustrie und die Kalkbrenner versuchten im 19. Jahrhundert ihre Produktionsarbeit zu optimieren, zu rationalisieren. In beiden Fällen war das ständige Aufbauen der Rohprodukte und Abbauen der Fertigprodukte zeitraubend und teuer. Die Ingenieure konstruierten Ring- und Tunnelöfen, die eine frühe Fließbandarbeit ermöglichten. Solche Öfen konnten permanent beschickt werden, brannten durch und lieferten – ebenfalls permanent – die Fertigware. Die Arbeitsprozesse mussten nicht unterbrochen werden, wie bei den älteren Schachtöfen.

Station 11: Gleis 1

Am 1.4.1879 wurde die Bahnlinie Zweibrücken – Saargemünd, die auch durch Herbitzheim führte, eingeweiht. Wesentliche Gründe für den Bau der Bahnlinie waren wirtschaftliche Überlegungen im Zusammenhang mit der industriellen Kalkwirtschaft für die Eisenproduktion.

Am „Gleis 1“ kamen die Pferdefuhrleute mit ihren Kalkwagen an, um den Kalkstein in Güterwagen der Eisenbahn umzuladen. Einst war dieser Ort das Ende der schweren Fahrten der Kalkwagen der Steinbauern vom Stummen Berg herunter. Hier wurde der Kalk, gewogen und auf Eisenbahnwaggons verladen und abgefahren.

Der Weg, später als „Ladestraße“ bekannt heißt heute „Gleisweg“ und war für die Rubenheimer und Herbitzheimer Arbeiter und Bergleute einst die Route, die sie zum Bliesdalheimer Bahnhof nahmen.
1991 wurde der Betrieb der sogenannten Bliestalbahn übrigens gänzlich eingestellt.

„Gleis 1“ heißt heute ein Biergartenlokal und lädt am Bliestal-Freizeitweg zum Verweilen und zur Stärkung ein.

Station 12: Alter Steinfahrerweg

Der Bruch im Stumme Berg, benannt nach dem alten Inhaber von Stumm, war im Besitz des Neunkircher Eisenwerks. Der Kalk wurde von Herbitzheimer „Stäänbaure“ (Steinbauern) geladen und transportiert. Innerhalb der Geschichte der saarländischen Industrie dürften die Herbitzheimer Steinbauern eine Ausnahme darstellen.

Sie waren Nebenerwerbslandwirte, die durch den regelmäßigen Kalksteintransport einen lukrativen Nebenverdienst hatten.

Steinbauern schafften sich besonders belastbare Pferdewagen und bespannten diese mit kräftigen Pferden, die jedoch nach einem Arbeitsleben von vier bis fünf Jahren schon ausgedient hatten.
Als Hilfspersonal wurden Bremser beschäftigt, die dafür sorgten, dass auf dem abschüssigen Weg Pferde und Wagen keine Schäden erlitten. Zu den Bremsern zählten auch einige Bauersfrauen.
Der Weg von oben war ein gefährlicher, da die schwer beladenen Wagen nur durch viel Geschick von den Fuhrleuten und Bremsern gefahren werden konnten. Bei langen feuchten Wettern konnten die Wagengleise (Fahrspuren) ausgefahren werden, was die Sicherheit der Fuhren weiter verschlechterte. Es kam häufig zu Unfällen.

Die Steinbauern beluden zusammen mit den Bremsern und gelegentlich weiterem Hilfspersonal die Wagen, fuhren die Steine durch die heutige Kremelstraße zu Tal an die frühere Ladestraße, heute Gleisweg. Dort wurden die Steine in Eisenbahnwaggons verladen. Ziel war zunächst noch der Kalkofen in Blickweiler, später der in Gersheim und auch die Neunkircher Hütte.

Station 13: Stumme Berg

Oberhalb Herbitzheim liegt der hier so genannte „Stumme Berg“. Er trägt seinen Namen nicht, weil es angeblich so ruhig auf dem Berg ist.

Vielmehr gaben die Menschen aus Herbitzheim und Rubenheim dem Berg mit dem Flurnamen „Hanickel“ nach Beginn des Kalkabbaus diesen Namen, nach dem der im ganzen Kaiserreich bekannte Stahlproduzent Freiherr von Stumm Eigentümer des Berges geworden war und hier seinen Hüttenkalk grub.

Station 14: Kalkabbau in der heutigen Zeit

Die Kalksteingewinnung im Bliesgau hat eine Jahrhunderte währende Tradition. Seit der Besiedlung des Bliesgaus wird das heimische Gestein als Baumaterial verwendet. Im Bliesgau lassen sich an vielen Stellen die Zeitzeugen verschiedener Epochen des Bauens mit Kalkstein erkennen.

Im Jahr 2009 wurde die seit jeher bestehende Kalkgewinnung im Bliesgau wieder intensiviert. Getreu dem Motto „Aus der Region für die Region“ gewinnt die Naturprodukte Rubenheim GmbH und Co.KG qualitativ hochwertige und landschaftstypische Baustoffe und bringt diese auf den Markt.

Station 15: Der Kalbenberg bei Ballweiler und Seilschwebebahn

Der Ballweiler Kalbenberg war ein wichtiger Kalksteinbruch von bestem Qualitätsmaterial.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts lieferten die Bauern von Blickweiler, Ballweiler und Wolfersheim Kalksteine von eigenen Grundstücken. Sie an die Neunkircher Hütte geliefert. Auf diese Weise entstand auch hier zeitweise ein kleines Steinbauerntum.

Ende der 1890er Jahre kaufte die Neunkircher Kalkwerksgesellschaft lohnende steinhaltige Ländereien auf und legte dort selbst einen großen Steinbruch an. Der Steinbruch wurde optimal bewirtschaftet. Kleinkalk wurde mit kleinen Kippwagenzügen auf die Halde befördert. Die kleinen Brüche, die Bauerngruben und das System der Steinbauern verschwand in diesem Bereich.
Um den Kalkofen voll und ganz ausnutzen zu können und nicht zu sehr von den Witterungsverhältnissen und den Fuhrunternehmern abhängig zu sein, wurde zum Transport der Kalksteine im Jahr 1901 eine eigene Beförderungsanlage, im Volksmund „Drahtseilbahn“ genannt, erbaut. Die Stromversorgung wurde durch die Generatoren der Mimbacher Mühle mittels Wasserkraft sichergestellt.

In der Mitte der 1930er Jahre wurde in Ballweiler ein Untertagebau begonnen. Kriegsbedingt endete der Betrieb in Ballweiler und Blickweiler im Jahre 1944. Die durch den Tagebau angelegten Stollen blieben in der Bevölkerung in guter Erinnerung, weil sie in den letzten Kriegsmonaten als Schutzräume für sie und der umliegenden Dörfer dienten.

Station 16: Blickweiler Kalkofen

Der Ringofen von Blickweiler stand auf dem Gewerbegelände der heutigen Holzhandlung Becher
1898 wurde neben der Eisenbahnlinie der Bau dieses Ringofens begonnen. Erbauer waren neben Zweibrücker Bürgern auch die Besitzer der Mimbacher Mühle, die mit ihren Generatoren auch die Stromversorgung sicherstellte, sowie Karl Schmidt aus Walsheim, der Eigentümer der Walsheim Brauerei. Auffallend war ein 65 Meter hoher Kamin, damals das höchste Bauwerk im Bliesgau, und der erste Industriebau in der Region, bei dem sich nachweislich ein tödlicher Unfall ereignete, als ein Arbeiter zu Tode stürzte.

Ziel war es, den Qualitätskalk in Ballweiler abzubauen, ihn per Seilbahn zum Blickweiler Ofen zu befördern, dort zu brennen, um ihn dann mit der Eisenbahn zur Neunkircher Hütte zu transportieren.

1943 wurde der Betrieb kriegsbedingt eingestellt. Zudem wurden die Anlagen 1945 durch Kriegseinwirkung beschädigt, sodass Ofen und der mittlerweile auf 75 Meter aufgestockte Schlot teilweise zerfielen. 1946 bestanden die gesamten Werksanlagen in Blickweiler nur noch aus Ruinen. Die Produktion wurde danach nie mehr aufgenommen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Kalkaufbereitung für die Eisenindustrie ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Steinkohlebergbaus war.

Station 17: Breitfurter Mühle
Die Breitfurter Mühle wurde 1425 erstmals urkundlich erwähnt. Im Gegensatz zu vielen anderen Mühlen im Saarland hat sie den Sprung in unsere Zeit geschafft und ist heute die einzige verbliebene Getreidemühle im Bliestal und die größte Getreidemühle westlich des Rheins. Sie gehört zur Juchem-Gruppe und verarbeitet überwiegend Getreide von regionalen Erzeugern.
Station 18: Bliesdalheimer Eiskeller

Im 19. Jahrhundert führte die Industrialisierung, wozu auch der Bergbau gehörte, zu einer Reihe von Veränderungen und Erleichterungen im Alltag.

Im Bereich Ernährung wurden so beispielsweise auch Produktion und Vertrieb von Bier weiterentwickelt. Der Eiskeller von Bliesdalheim sollte für eine korrekte Bevorratung solcher Getränke sorgen sollte.

Das Prinzip der Eiskeller war eine Zwei-Keller-Technik. Ein kleiner möglichst würfelförmiger Raum war der eigentliche Eiskeller, in dem das im Januar geschnittene Eis als Kühlelement gelagert wurde. Die Bevorratung von Eiskellern war auf zwei Jahre kalkuliert. Der zweite, wesentlich größere Teil der Eiskeller war der mechanisch regelbare Kühlraum, an den die gelagerte Eismasse ihre Kälteenergie abgab.

Der Bliesdalheimer Eiskeller ist eine typische Bergmannsarbeit. Bergleute, die die kraftraubende Untertagearbeit in den Kohlebergwerken aufgaben, verdingten sich als oft als Kalksteinbergleute oder teilweise auch als Hauer beim Eiskellerbau im Buntsandstein. Wissenschaftler stellten anhand der Aushau-Spuren eine Entstehung des Bliesdalheimer Eiskellers um 1850 fest.

Der Keller kann nach Rücksprache mit der Gemeinde Gersheim in den Sommermonaten besichtigt werden. Während der Wintermonate dient er als Fledermausquartier.

Station 19: Museum für dörfliche Alltagskultur und Museum des saarländischen Aberglaubens

In der Hauptstraße von Rubenheim, befindet sich unterhalb der Kirche das Museum für dörfliche Alltagskultur und auch das Museum des Saarländischen Aberglaubens. Eigentümer ist die Familie Altenkirch, die das alte, mehrfach prämierte ehemalige Bauernhaus bewohnt. Das Haus war das ehemalige Gasthaus Hepp und stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Das Museum für dörfliche Alltagskultur wurde bereits 1988 eröffnet. Unzählige Exponate stammen aus Bauern- und Arbeiterfamilien des 19. und 20. Jahrhunderts und dokumentieren das Alltagsleben besonders der unteren Sozialschichten wie Kleinbauern, Arbeiter, Tagelöhner und Vaganten des Saarraumes und angrenzender Gebiete.

Das Museum des Saarländischen Aberglaubens, seit 2013 geöffnet, zeigt aus einer der größten deutschen Sammlungen zu diesem Thema in einzelnen kleinen Ausstellungen den alltäglichen Aberglaube des gleichen Sammelraumes. Besonders zahlreich sind vorhanden: Bauopfer, Hausgeister, Amulette und Talismane, zauberische Zettel aber auch weitere Exponate. In der Regel ist das Museum jeden 3. Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Station 20: Europäischer Kulturpark – Geschichte grenzenlos erleben

Im idyllischen Tal der Blies, im Herzen des UNESCO Biosphärenreservats Bliesgau, liegt der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim unmittelbar auf der deutsch-französischen Grenze. Die Einbettung in die Kulturlandschaft und die ökologisch wertvolle Flussaue lassen den Besuch des Archäologieparks zu einem einmaligen Erlebnis werden.

Neben den Siedlungsschwerpunkten in keltischer und römischer Zeit spiegeln Funde von der Steinzeit bis ins Frühmittelalter – und letztlich bis in heutige Zeit – eine kontinuierliche Siedlungsentwicklung innerhalb des Talkessels wider.

Das weitläufige Außengelände umfasst die freigelegten Gebäudereste einer römischen Kleinstadt (vicus) mit Thermen und jene eines herrschaftlichen Landguts. Archäologisches Highlight ist das rekonstruierte und begehbare Grab der keltischen „Fürstin von Reinheim“ mit reicher Trachtausstattung und Grabbeigaben aus der Zeit um 370 v. Chr.

Es gibt ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm und interessante Erlebnis- und Bildungsangebote!

Das Freigelände ist ganzjährig zugänglich. Die Museumseinrichtungen sind vom 15. März bis 31.Oktober täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet.

Station 21: Orchideengebiet Gersheim

Orchideen sind die artenreichste Pflanzenfamilie der Erde. Man kennt heute über 25.000 Arten, die zu mehr als 700 Gattungen.

Die meisten europäischen Orchideen sind an Kalkboden gebunden und gedeihen ausschließlich auf ihm. Sie sind „kalkhold“. Nur wenige meiden den Kalk. Ihre Lebensräume sind in Mitteleuropa die Kalkgebiete der Hügellandschaften der niederen Mittelgebirge und der Alpen. Eine ganze Reihe unserer mitteleuropäischen Orchideen gedeiht in Wiesen, und zwar in Berg- und Gebirgswiesen, auf Bergmatten und in Sumpfwiesen.

Im Orchideengebiet zwischen Gersheim und Herbitzheim wachsen rund 30 verschiedene Arten Orchideen auf engem Raum, die von Anfang Mai bis Anfang Juli nach telefonischer Anmeldung besichtigt werden können.

Unserem Klima entsprechend fällt die Hauptblütezeit der Orchideen in den Frühling und Frühsommer. Sie beginnt etwa Mitte April, erreicht ihren Höhepunkt Anfang Juni, und klingt im Juli allmählich aus. In diesem Zeitraum bietet die Gemeinde Gersheim (Tel. 06843/801-301) auch Führungen an.

Infomaterialien

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Bliesgau

Entdeckerour – keine Infomaterialien vorhanden!

Schwalbach: Entdeckertour Schwalbach-Ensdorf

Entdeckertouren

"Auf den Spuren der Berg- und Hüttenleute in der Saarregion"

Die Entdeckertouren sind Wanderrouten in der Saarregion, die als Tages- oder Halbtagestouren flexibel gestaltet sind. Wegbetreiber ist der Saarländische Museumsverband e.V.

Mit den „Entdeckertouren“ begibt sich der Wanderer auf Spurensuche und verbindet diese mit Einblicken in die Vielfalt der Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie. Damit werden nicht nur Relikte aus der Ära der Berg- und Hüttenleute präsentiert, sondern viele ehemalige Berg- und Hüttenleute kommen auf diesen Touren selbst zu Wort und erzählen die Geschichten und Erlebnisse, die ehemals von Generation zu Generation weiter geben wurden, damit diese nicht in Vergessenheit geraten.

TIPP:

Als digitaler Wegbegleiter steht eine App zur Verfügung, die man auf der eigens erstellten Webseite "Entdeckertouren Saarland" herunterladen kann. Der installierte Routenplaner führt den Wanderer GPS-gestützt zu und durch die Touren oder zu einzelnen Punkten der Strecke.

© Saarländischer Museumsverband e.V.

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VIELEN DANK.

Entdeckertour „Schwalbach-Ensdorf“

Die Tour ist in Form einer Acht angelegt und besteht aus zwei einzelnen Schleifen, die jeweils separat gegangen werden können. Eine Schleife führt Richtung Ensdorf, die andere entdeckt Sehenswertes in und um Schwalbach. Gestartet werden kann die Tour entweder am Schützenhaus in Schwalbach oder in Ensdorf am Freibad oder an der Campingstubb am Polygon.

Über die Campingstubb am Polygon führt sie über den Schwarzen Weg vorbei an der Hasenbergkapelle zu Stollenmundlöchern. Über Bergmannsheim und Kaffeküch bringt sie uns zum weithin sichtbaren Polygon an der Bergehalde. Anschließend führt die Tour vorbei an vielen Relikten der Bergbauära wie den bekannten Bergmannsprämienhäusern oder dem Maison Gatterwang zur Grube Knausholz und dem Schmiedehammer. Nachdem wir gelernt haben, was ein „Muttaklutz“ ist, führt die Tour über den Neyschacht zum Waldsee Hülzweiler.

Wegstationen
Station 1: Restaurant Schützenhaus

Das Bistro-Restaurant Schützenhaus bietet kreative Mittelmeerküche, Spezialitäten vom Grill, Fischgerichte und gutbürgerliche Küche. In den Sommermonaten kann man den Blick von der Terrasse genießen.

Station 2: Campingstubb am Polygon

Die Campingstubb´ bietet eine kleine, aber feine Karte mit gutbürgerlicher Küche. In den Sommermonaten ist die Außenterrasse geöffnet.

Station 3: Der schwarze Weg
Dieser Weg war Ende des 19. Anfang des 20 Jahrhunderts für viele Ensdorfer die kürzeste Verbindung zwischen Wohnung und ihrem Arbeitsplatz, dem Schacht in Griesborn. Damals war es üblich, dass die Männer den Weg von und zur Arbeit gemeinsam gingen.
Station 4: Grube Griesborn - Ensdorfer Schacht

Der Ensdorfer Schacht der früheren Grube Griesborn (Kronprinz Friedrich Wilhelm) liegt linksseitig am Ortsausgang Griesborn in Richtung der Gemeinde Ensdorf. Angehauen und abgeteuft wurde er 1866. Der Schacht diente von 1875-1930 als Förderschacht, ab 1930 wurde er als ausziehender Wetterschacht der Grube Duhamel in Ensdorf genutzt. Die Baufelder gehörten ab 1920 auch der neuen Grube Duhamel. Von 1925 bis 1957 wurde das gesamte Baufeld unter der Grube Ensdorf und der Grube Griesborn aufgeteilt. Danach gehörte das komplette Baufeld wieder zur Grube Duhamel in Ensdorf.

1969 wurde der Ensdorfer Schacht verfüllt. Nach der Demontage des Fördergerüstes wurde der Schachtkopf, das ist der obere Abschluss des Schachtes direkt am Boden, mit einer Betonplatte abgedeckt. Das Areal des Ensdorfer Schachtes wurde später als Lagerstätte für die nationale Kohlenreserve vorgehalten.

Heute befindet sich auf dem Gelände des Ensdorfer Schachtes ein Neubaugebiet ein Fachmarktzentrum, ein Metallbauunternehmen und der Bauhof der Gemeinde Schwalbach. Der 2015 komplett sanierte Schachtkopf liegt auf dem Gelände des Gemeindebauhofes.

Station 5: Ortsansicht Hülzweiler
Vom Sportzentrum Schachen genießt man einen herrlichen Blick auf Hülzweiler. Von hier aus blickt man über das ganze Dorf mit all seinen kleinen, verwinkelten Straßen und Gassen. Auch die schöne Dorfkirche ist gut zu erkennen. Die Tradition des „Tuppens“ hat hier noch einen hohen Stellenwert. So wird auch auf der alljährlich stattfindenden Helzwella Kirw, einer der größten Kirmesveranstaltungen im südwest-deutschen Raum, immer noch fleißig getuppt. Die Kirw startet jedes Jahr am 2. Samstag im August und zieht sich über fünf Tage durch ganz Hülzweiler. Viele bekannte Bands, ein Frühschoppen samt Konzert, bunte Fahrgeschäfte und dutzende Vereinsstände locken so jedes Jahr Besucher aus nah und fern nach Hülzweiler.
Station 6: Freilichtbühne Hülzweiler

Vier führende Mitglieder des Theatervereins „Veritas“ hatten die Idee im Hülzweiler Wald eine Freilichtbühne zu errichten.

1927 wurde sie mit dem Drama Andreas Hofer zum ersten mal bespielt.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde 1952 der Spielbetrieb mit dem Schauspiel Die Räuber wieder aufgenommen.

Heute zählt die Freilichtbühne Hülzweiler zu den größten und vielleicht schönsten Freilichtbühnen Süd-West Deutschlands.

Seit 1982 wird jedes Jahr von der Volksbühne Hülzweiler anspruchsvolles Freilichttheater geboten.
1000 Theaterfreunde finden auf den Zuschauerrängen Platz und die Spielfläche hat auf drei Ebenen eine Gesamtgröße von 750 qm.

Station 7: Waldsee Hülzweiler

Im idyllischen Tal des Naherholungsgebietes Hülzweiler mit Waldsee und Naturfreilichtbühne befindet sich der Start- und Zielpunkt für den Internationalen Weitwanderweg Hülzweiler. Ab hier lassen sich 9 Rundwege mit insgesamt 160 km erwandern.

Der idyllisch gelegene Waldsee ist zu jeder Jahreszeit ein wahres Refugium für Wanderer und Spaziergänger. Zum Ausruhen laden zahlreiche Ruhebänke sowie mehrere Schutzhütten ein. Die Seehütte liegt direkt am Waldsee und lädt zur Beobachtung von Enten und Schwänen ein. In der näheren Umgebung des Waldsees finden sie auch die Schutzhütte „Auf Schwarscht“ die über eine Grillanlage verfügt. Nicht weit davon befindet eine hervorragende Kneippanlage, die im Sommer zur Erfrischung einlädt.

Station 8: Neyschacht

Der Neyschacht diente ursprünglich als Wetterschacht für die Grube Griesborn. Später wurde er als Seilfahrts- und Materialförderungsschacht genutzt. Angehauen und abgeteuft wurde der Schacht 1867, später bis ins Flöz Schwalbach und ins Flöz Wahlschied.

Im März 2013 wurde die Bewetterung eingestellt und der Schacht wurde mit einem etwa 70 Meter starken Betonpfropfen über dem kompletten Schachtquerschnitt verschlossen.

Zu sehen ist noch das zweitälteste Fördergerüst des Saarbergbaus, 1899 von der Saarbrücker Firma Arnoth und Bäcker erbaut, sowie das ehemalige Funktionsgebäude. Auf dem Gelände steht noch eine besondere Rarität: der stählerne Wasserturm mit seinen 300 m³ fassenden, genieteten Hängebodenbehälter. Es ist eine Bauart, die sich auf dem saarländischen Steinkohlebergwerken kein zweites Mal wiederfinden lässt. Der im Jahr 1900 erbaute Wasserturm wurde 1938 vom Ensdorfer Schacht in Griesborn zum Neyschacht umgesetzt.

Station 9: Restaurant Rhodos
Griechische Küche mit tollen Ambiente bietet das Restaurant Rhodos am Rande von Schwalbach. Lassen Sie sich dabei von wechselnden Tagesgerichten und vielen verschiedenen Kreationen begeistern.
Station 10: Elmer Schacht, Aussichtsturm Krickelsberg
In der Schachtstraße befinden sich die Reste des Elmer Schachtes. Der Elmer Schacht wurde 1936 als Ersatz für die stillgelegte Knausholzer Grube errichtet und ging 1941 in Betrieb. Die Belegschaft betrug zuletzt etwa 1.100 Arbeiter Untertage und 100 Übertage. Die Elmer Grube war eine der rentabelsten in der ganzen Montanunion. Im saarländischen Kohlerevier nahm die Elmer Grube in der Pro-Kopf-Leistung die erste Stelle ein. Außer der Schachtförderungsanlage befanden sich in Elm auch die Verwaltung der Grube Griesborn und die entsprechenden Betriebsanlagen. Nachdem die Kohleabbaufelder erschöpft waren, wurde die Grube stillgelegt. Bis auf das ehemalige Pförtnerhäuschen wurde die Anlage komplett demontiert. Mit der Stilllegung der Grube Elm ging 1972 eine über 200-jährige Bergbaugeschichte in den Bachgemeinden zu Ende.
Station 11: Der Schmiedehammer

Vom Aussichtsturm „Zum Krickelsberg“ hat man einen sehr schönen Blick auf das Naherholungsgebiet Mühlenthal. Dort gibt es mehr als nur einen Geheimtipp:
Zunächst kann man hier den tollen Schmiedehammer besichtigen. Anfang der 50er baute die französische Verwaltung eine der größten und modernsten Produktionsanlagen in Völklingen. Hierbei wurde auch eine Schmiede gebaut. Der Schmiedehammer war Teil dieser Anlage. Schäden, die durch Störungen auf den Walzenstraßen entstanden, wurden durch ihn beseitigt. Nach einem Modernisierungsprogramm 1992 wurde der Schmiedehammer nicht mehr benötigt und sollte verschrottet werden. Die Idee, ihn aufzustellen, nahm der Ortsrat Elm gerne auf und so fand der Schmiedehammer bis heute seinen Platz.

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist das bis über die Grenzen von Schwalbach hinaus bekannte Elmer Mühlenfest, das alle zwei Jahre im Mühlenthal stattfindet.

Station 12: Kurstenberg
Vom Kurstenberg hat man einen Blick auf das obere Areal der ehemaligen herrschaftlichen Grube Schwalbach. 1785 wurde sie im Flöz Schwalbach als Stollengrube eröffnet und auch während der französischen Revolution betrieben, kartographiert wurde sie im Auftrag Napoleons von Beaunier et Calmelet im Duhamel-Atlas, Blatt 41. 1827 erhielt die Grube Schwalbach den Namen den Namen Kronprinz Friedrich Wilhelm. Der Abbau erfolgte schließlich ab Ende 1828, Anfang 1829, im Tiefbauverfahren über die Anlage Kronprinz Friedrich Wilhelm in der Bierstraße. Vorhanden ist heute noch das Bethaus der Bergleute in der Elmer Straße, das heute als Wohnhaus genutzt wird, sowie die Schachtabdeckung des Wetterschachtes 2 (ehemals 9) mit einer Teufe von 27,5 m.
Station 13: Grube Knausholz
Die Grube Knausholz wurde 1924 durch die französische Verwaltung angehauen und bis zum Flöz Wahlschied geteuft. Die Stilllegung erfolgte bereits1936. Im Jahr 1972 wurde der Schacht verfüllt und 1973 mit einer Betonplatte abgedeckt. Leider sind keine Gebäude mehr vorhanden. In früheren Jahren, um 1774, gab es unterhalb des Schachtes nassauische Kohlengräbereien, der Knausholzer Stollen wurde bereits 1898 durch die preußische Bergverwaltung angehauen und als Stollengrube betrieben.
Station 14: Wilhelmschacht

Der Wilhelmschacht beim Schwalbacher Schützenhaus wurde 1873 angehauen und bis zu einer Tiefe von 66,1 m abgeteuft. Anscheinend hatten sich die Erwartungen in den Schacht nicht erfüllt, so dass er nach 14 Jahren 1887 wieder verfüllt wurde.

Von der Schachtanlage sind keine Gebäude mehr vorhanden. 1966 ist das letzte Mauerwerk am Schacht abgebrochen und wurde mit einer Betonplatte abgedeckt. Eine noch vorhandene Einzäunung deutet aber auf den ehemaligen Ansatzpunkt des Schachtes hin.

Gegenüber des Wilhelmschachtes steht heute das Schießsportzentrum des Schützenvereins Tell Schwalbach. Der alte Kirchenpfad von Knausholz zur kath. Kirche St. Martin in Schwalbach verläuft zwischen der Schießsportanlage und dem Schacht. Dieser Pfad führt zur höhergelegenen Römerstraße.

Station 15: Muttaklutz

Von dieser Stelle hat man einen schönen Ausblick auf die Bergehalde des ehemaligen Bergwerks Duhamel in Ensdorf. Ab 1913 wurden hier die Wasch- und Flotationsberge, die Nebengesteine der Kohleförderung abgelagert.

Das Foto zeigt die Bergehalde im Dezember 2010, also 1 ½ Jahre bevor am 30. Juni 2012 in Ensdorf die letzte Saarkohle gefördert wurde. Heute steht auf der Halde das Saarpolygon, ein Symbol für über 250 Jahre Bergbau.

Generationen von Bergleuten haben über Jahrhunderte ihr Brot im Bergbau schwer verdient, aber auch so manches, was nicht niet- und nagelfest war, mit nach Hause genommen.

Im Sprachgebrauch nannte man die Häuser der Bergleute „Glück Auf – Häuser“, da Bergleute alles was sie, insbesondere zum Hausbau, benötigten, gerne von der Grube mit nach Hause nahmen.
So nahm praktisch jeder Bergmann den Muttaklutz, ein Stück Holz, mit nach Hause.

Der Schwalbacher Mundartdichter Berthold Philippi hat hierüber, als wahre Begebenheit, ein Gedicht verfasst.

Station 16: Ehrenmahl Hohberg, ehem. Standort Kasholzschacht

Der Kasholzschacht wurde 1873 angehauen und bis auf rund 150 Meter in das Flöz Wahlschied abgeteuft und bis 1927 als Wetter- und Wasserhaltungsschacht der Gruben Kronprinz Friedrich Wilhelm genutzt. Er versorgte ab 1878 über eine rund 3 km lange Leitung einen Teil von Schwalbach mit Trinkwasser. 1958 wurde der ehemalige Schacht schließlich verfüllt, um darauf ein Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege und des Deutsch-Französischen Krieges von 1871 zu errichten. Artefakte sind nicht mehr sichtbar, da alle Gebäude abgerissen und der ehemalige Schachtbereich überdeckt wurden.

Unterhalb des Schachtstandortes Hohberg lag die erste administrierte herrschaftliche Schwalbacher Grube die auf Erlass des Fürsten Wilhelm Heinrich zu Nassau und Graf von Saarbrücken 1754 eingerichtet wurde. Diese lag im Distrikt „Pfaffenacker“. Um 1760 bestand diese aus 2 Stollen und sechs Kohlengräbern.

Station 17: Quatre Vents: Maison Gatterwang

Das Maison Gatterwang wurde ehemals als Zoll- und auch als Wirtshaus genutzt. Es wurde vor 1750 vom Nassauer Fürsten aus Saarbrücken erbaut, um die Kohlenausfuhren aus Lothringen zu kontrollieren, seine jetzige Form erhielt es jedoch erst Jahre später bei einem Umbau. Erbaut wurde das Maison Gatterwang hinter der damaligen Staatsgrenze zu Lothringen/Frankreich. Diese Grenze bestand über 200 Jahre und trennte die beiden Gemeinden Schwalbach und Griesborn. Sie verlief, von unterhalb des Hohberges kommend, entlang der heutigen Vier-Winde-Straße bis zur Hauptstraße. Von dort weiter in Richtung Ensdorf bis zur Hochmark, wo die heutigen Ortsteile Schwalbach-Griesborn, Hülzweiler und die Gemeinde Ensdorf zusammentreffen.

Station 18: Quatre Vents: Bergmannsprämienhaus

Das saarländische Prämienhaus ist ein besonderer Typ Haus, welcher durch seinen besonderen Aufbau viele Ortsansichten im Saarland beeinflusste und teilweise heute noch bestimmt. Dabei handelt es sich um ein Arbeiterhaus vor allem für Bergarbeiter, welches in dieser Form nur im Saargebiet zu finden war. Es gab eine Ausführung mit nur zwei Achsen und ab 1850 auch eine dreiachsige Version, die aufgrund des geringen Platzangebotes und der hohen Kinderzahl entstanden ist. Die Idee und Umsetzung des Systems „Prämienhaus“ kam von Bergamtsdirektor Leopold Sello, um neue Arbeiter für die Steinkohlegruben anzuwerben und sie und ihre Familien an die Region zu binden. Zwischen 1842 und 1918 entstanden so etwa 9000 Prämienhäuser im Saarland. Mit dem Ende der preußischen Herrschaft über den Großteil des saarländischen Industriegebietes endete auch die Ära der Prämienhäuser abrupt.

Station 19: Quatre Vents: Der Ensdorfer Stollen

Der Stollen wurde 1833 zwecks schnellerem, leichterem Transport der Kohle zur Schiffsverladung an die Saar in Ensdorf angeschlagen. Die Förderung begann schließlich 1842. Der Kohletransport erfolgte mit schienengebundenen Transportwagen, sogenannten Grubenhunten, die von Pferden zum Zielort nach Ensdorf gezogen wurden. Diese Art des Transportes wurde aus England übernommen. Ende des 19. Jahrhunderts kam es dann zum Einsatz einer Seil- und Kettenbahn, um die Förderung zu vereinfachen. Die Strecke zieht sich über 2350 Meter, beginnt am Stollenmundloch im Ensdorfer Park, hinter dem Rathaus, und endete in Schwalbach an der Ensdorfer Stollensohle. 1876 wurde ein Tagstollen auf Quatre Vents zum Ensdorfer Stollen angelegt. 1910 wurde die Stollenförderung zur Schiffsverladung schließlich eingestellt. Die Strecke wurde dann zur Fahrung und zum Materialtransport zur Grube Ensdorf weiter genutzt. Im Krieg diente der Stollen der Zivilbevölkerung als Luftschutzstollen.

Station 20: Hallen-Freibad Schwalbach

Fitness & Badespaß für die ganze Familie Im Sommer ins Freibad!

Gerade für Familien mit Kindern bietet die Anlage viele Möglichkeiten zum Spielen und Planschen. Ob im Nichtschwimmerbecken mit tollen Attraktionen wie einem Delphin oder Wasserpilz und einer Rutsche oder auch außerhalb des Beckens mit eigenem Spielplatz mit Klettergerüst, einem überdachten Sandkasten sowie einem Beachvolleyballfeld. Auch Jugendliche kommen im großen Schwimmerbecken mit Sprungturm (1m, 3m & 5m) voll auf ihre Kosten!

Zu den kalten Jahreszeiten steht das Hallenbad mit seinem höhenverstellbaren Beckenboden sowohl kleinen als auch großen Schwimmern zur Verfügung.

Station 21: Turnerheim Griesborn

Das Turnerheim Griesborn ist ein Geheimtipp: gutbürgerliche Küche und ein schönes Ambiente laden zum Verweilen ein. Jeden Dienstag finden besondere Events statt.

Station 22: Alabama - American Café

…bietet amerikanische Küche in einem ganz besonderen Flair. Ob Burger oder Nudeln, hier ist für jeden etwas Leckeres dabei.

Station 23: Restaurant Saalbau

Das Restaurant im Saalbau Schwalbach entführt in eine außerordentliche Welt der kulinarischen Erlebnisse.

Station 24: Grube Kronprinz Friedrich Wilhelm

Der Bergbau hat von jeher für die Einwohner der Gemeinde Schwalbach eine besondere Bedeutung. In den Ortsteilen Elm, Hülzweiler und Schwalbach trug er maßgeblich dazu bei, dass aus einst kleinen Bauerndörfern im Laufe der Zeit eine blühende Gemeinde mit knapp 18000 Einwohnern wurde.

Die Kenntnisse über den Kohleabbau gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück, allerdings erfolgte der Abbau zunächst nur für den privaten Gebrauch. Ab dem frühen 18. Jahrhundert ist dann der gewerbsmäßige und technisch anspruchsvolle Abbau in Schwalbach nachgewiesen. Der Bergbau hat also in der Gemeinde eine über 250-jährige Tradition und so finden sich die Symbole „Schlägel und Eisen“ im Gemeindewappen wieder. Am Standort des heutigen Rathauses befanden sich früher die Betriebsgebäude der ehemaligen Grube Kronprinz Friedrich Wilhelm. Der heutige Festplatz liegt auf der damaligen Bergehalde.

Station 25: Von der Schachtanlage zum modernen Rathaus

Dort wo 1841 der Schacht der Grube Kronprinz-Friedrich-Wilhelm abgeteuft und bis 1929 ein Bergwerk betrieben wurde, erhebt sich nunmehr – sozusagen als neuer Ortsmittelpunkt das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums der Gemeinde Schwalbach.

Das „alte“ Rathaus beherbergte nur einen Teil der Verwaltung, weitere Dienststellen waren bisher in den ehemaligen Schulgebäuden der Albero- bzw. Lindenschule untergebracht.

Die Gemeinde Schwalbach sollte endlich eine Zentrum erhalten, dass sinen Namen verdient. Anfang Juni 2004 war es endlich soweit: der Weg zum Ausheben der Baugrube, die Gründungsmaßnahmen bis zum Gießen der Bodenplatte war frei. Schließlich wurde am 11. September 2004 der Grundstein gelegt und am 12. Februar 2005 feierten Bauherren, Bauleute mit den Bürgerinnen und Bürgern das Richtfest. Nach nur 14 Monaten Bauzeit wurde das neue Rathaus am 02. November 2005 seiner Bestimmung übergeben.

Station 26: Grube Griesborn „Haus Nr.1“

Das heutige „Haus Nr.1“ in der Straße „Am Eisenbahnschacht“ ist ebenfalls ein historisches Gebäude. Erbaut wurde es 1856 und ist heute in Privatbesitz. Nach Auskunft der heutigen Besitzer war es früher wohl ein Bürogebäude.

Die Güterstation lag etwa in der Mitte der heutigen Straße, zwischen dem Haus Nr. 1 und der Dienstwohnung des Bahnhofvorstehers, neben den damaligen Gleisen.

Station 27: Grube Griesborn - Bahnbetrieb

Der preußische König Friedrich Wilhelm IV hatte mit Kabinettsorder vom 16. August 1858 die Genehmigung zum Bau der Zweigbahn von der Station Ensdorf bis zum Eisenbahnschacht genehmigt. Der Bau der Eisenbahnlinie erfolgte 1859 mit Bahnanschluss zur Eisenbahnstrecke Saarbrücken – Trier. 1861 fuhr der erste und nur ein Jahr später schlon der letzte Kohlenzug von Griesborn nach Ensdorf. Die ehemalige Dienstwohnung des Bahnhofvorstehers, die wohl auch zur Abwicklung des Bahnbetriebes diente, befindet sich in der Straße „Am Eisenbahnschacht“. Die Dienstwohnung wurde mit den Tagesanlagen zwischen 1857 und 1861 errichtet und ist heute in Privatbesitz.

Station 28: Kettenstollen Mundloch

Der Griesborner Kettenstollen wurde in den Jahren 1889/1890 aufgefahren und 1892 fertiggestellt. Die maschinelle Kettenförderung war von Beginn an vorgesehen, die Hunten waren Schienengebunden (Flurförderung). Zur Förderung im Stollen wurde auf die Stirnseiten der Hunten eine Stange aufgesteckt, an deren Ende eine gabelförmige Klaue angebracht war. In diese wurde das Kettenglied eingelegt und der Förderwagen konnte durch Zugkraft bewegt werden. Die geladenen Kohlenhunten wurden vom Ensdorfer Schacht, da dort keine eigene Kohlenlaufbereitung existierte, zur Aufbereitung am Eisenbahnschacht gezogen. Nach dem Aufbereitungsprozess wurden die Nusskohlen entweder zum Landabsatz an den Ensdorfer Schacht zurück gebracht oder verblieben vor Ort zur Bahnverladung. Die leeren Kohlenhunten wurden wieder durch den Kettenstollen zum Ensdorfer Schacht zurückbefördert. Am Ende des Kettenstollens auf dem Betriebsgelände des Ensdorfer Schachtes war ein eigenes Fördergerüst errichtet, um die Hunten nach Übertage zu heben bzw. nach Wiederbefüllung in den Kettenstollen zu befördern. Das Stollenmundloch, auf dem Eisenbahnschacht, liegt auf dem ehemaligen Rasenbankbereich des Schachtes.

Station 29: Grube Griesborn - Eisenbahnschacht

Der Eisenbahnschacht der Grube Griesborn wurde zwischen 1857 und 1861 angehauen und abgeteuft, eine weitere Abteufung erfolgte 1879. Zu der Schachtanlage gehörten mehrere Nebenschächte. Der Eisenbahnschacht wurde 1926 komplett verfüllt und ein Jahr später auf rund 350 Meter erneut abgeteuft und war bis 1950 in Betrieb.

Der Bau der Eisenbahnlinie erfolgte schließlich 1859 mit Anschluss an die Strecke zwischen Völklingen und Ensdorf. Zwei Jahre später am 03. April 1861 fuhr der erste Kohlenzug von Griesborn nach Ensdorf. Heute befindet sich im ehemaligen Kompressorenhaus der Sitz des Schmiede- und Schlossermuseums. In der ehemaligen Trafostation der Grube ist heute das Flachsmuseum untergebracht. Das frühere Gebäude der Fördermaschine wurde zur Turnhalle und das Magazin als Sozialgebäude der Förderschule Lernen des Landkreises Saarlouis –Schule am Eisenbahnschacht-, umgebaut.

Station 30: Hasenbergkapelle, Kapelle & Barbaraplatz

Das Gebiet, auf dem wir uns nun befinden, ist Denkmal der Dankbarkeit für die glückliche Heimkehr aus dem Krieg und Gedächtnisstätte für die Ensdorfer Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges.
Dieser Berg, der im 1. und 2. Weltkrieg wegen seiner besonders weiten Übersicht und Lage von strategischer Bedeutung war, sollte nach Ende des Krieges für friedliche Dienste in Anspruch genommen werden.

Unmittelbar verbunden mit der Hasenberganlage ist das „Haus Hasenberg“, in dem früher Besucher zu „Tagen der Einkehr und Besinnung“ zusammenkamen.

Der Barbaraplatz wurde am 20.09.1959 eingeweiht. Das Hochkreuz wurde in feierlicher Prozession von der Kirche bis zum Barbaraplatz hinaufgetragen und aufgerichtet. Zahlreiche aktive und pensionierte Bergleute pflegen die weitläufige Anlage.

Station 31: Ensdorfer Stollenmundloch

Bei dem Ensdorfer Stollenmundloch handelt es sich um eines der ältesten Zeugnisse des Kohlenbergbaus im hiesigen Raum. Der Stollen Richtung Schwalbach/Griesborn ist 2.350 m lang und wurde 1833 angehauen. Seit 1842 waren im Stollen Pferde zum Ziehen der Kohlewagen im Einsatz. Von dort wurde Kohle aus Schwalbach über einen Schienenweg entlang des Lochbachs zur Verschiffung an die Saar gebracht. 1910 wurde der Stollen, der zu Grube Kronprinz Friedrich Wilhelm gehörte, geschlossen.

In den letzten Monaten des 2. Weltkrieges diente der Stollen den Ensdorfern als Schutz vor Bomben, er wurde im Dezember 1944 durch die Wehrmacht gesprengt.

Das Eingangsportal wurde 1987 als Zeichen bergmännischer Pionierarbeit und in Erinnerung seiner Schutzfunktion restauriert.

Station 32: Bergmannsheim

An der gleichen Stelle, an der heute das Bergmannsheim steht, befand sich ab 1840 ein Stall für Pferde, welche die Kohlenloren aus dem Grubenstollen zu der Schiffsverladestelle an der Saar zogen.
Die königliche Berginspektion I Ensdorf hat in den Jahren 1900-1901 den Bau eines Bergmannsheimes betrieben. Analog zu einem Offiziersheim sollten auch für die höheren Bergbeamten geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Das Haus war in all den Jahren Mittelpunkt kultureller Veranstaltungen der Bergverwaltung.
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Bergmannsheim fast völlig zerstört.
Der Wiederaufbau erfolgte nach Kriegsende in mehreren Etappen durch die Gemeinde, bis 1984 (Gemeindesaalbau), allerdings nicht mehr in dem alten Stil.

In einem Festakt wurde die Eröffnung am 25. Januar 1985 feierlich vollzogen. Entsprechend der Tradition heißt das Haus seither wieder Bergmannsheim Ensdorf.

Station 33: Café Stormwind
Das Café Stormwind bietet in gemütlicher Atmosphäre gutbürgerlicher Küche und kann in den Sommermonaten mit einem Biergarten aufwarten. Die Speisekarte bietet ein vielfältiges Angebot.
Station 34: Bergehalde
Östlich der Anlage Duhamel wurden die Wasch- und Flotationsberge, die Nebengesteine der Kohleförderung, abgelagert. Erstes Bergematerial fiel bereits 1913 an, in größerem Umfang wurden Berge jedoch erst seit 1961 aufgehaldet, als die Fördermengen und die Mechanisierung erheblich gestiegen waren. Heute beträgt die Grundfläche der Halde allein rund 47 Hektar. Die auf den Halden abgelagerten Waschberge bestehen aus Tonschiefer, Sandschiefer und Sandstein und enthalten heute nur noch geringe Mengen an Kohle. Die Haldenschüttung wanderte stetig in östlicher Richtung, wo ein Absinkweiher vorgelagert entstanden war. Große Teile der Halde sind mittlerweile wieder kultiviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Am Südhang liegt eine kleine Weinbaufläche mit 99 Rebstöcken. Der „Weinberg“ liegt im Zentrum der für die touristische Erschließung freigegebenen Fläche.
Station 35: Kaffeeküch´ am Standort Duhamel
In der Kaffeeküch´ konnten sich früher die Bergleute vor der Schicht mit Essen und Trinken versorgen oder nach der Schicht ein Feierabendbier nehmen. Heute ist sie eine Kantine und Anlaufpunkt aller RAG-Mitarbeiter am Standort Duhamel. Ihre bergmännische Atmosphäre verleiht ihr einen ganz besonderen Charme. Angeboten werden Snacks, kalte Gerichte und Getränke.
Station 36: RAG-Repräsentanz
Nach Beendigung des Steinkohlenbergbaus hat sich die RAG zum Ziel gesetzt, einen maßgeblichen Beitrag zum Strukturwandel und zur Energiewende im Saarland zu leisten. Dies gilt insbesondere für ehemalige Bergbaustandorte. Aus der denkmalgeschützten Maschinenhalle des ehemaligen Bergwerks Saar ist die RAG-Repräsentanz an der Saar entstanden: Ein Ort der Begegnung, der Bergbau und Wandel einer Region erlebbar macht. In einem spannenden architektonischen Rahmen schlägt die auch interaktive Dauerausstellung „Bergbau. Unser Erbe“ eine Brücke von der Zeit des aktiven Bergbaus zu den vielfältigen Themen des Nachbergbaus und Strukturwandels. Geschichten von Menschen, Orten und Ausstellungsstücken lassen Vergangenheit und Zukunft lebendig und erlebbar werden.
Station 37: Polygon

Das Polygon ist ein Symbol für über 250 Jahre Bergbau, gleichzeitig steht es für den Neubeginn und Strukturwandel einer ganzen Region. Es ist eine begehbare Großskulptur aus Stahl: zwei schräg stehende Pylone im 45 Grad-Winkel sind mit einem Brückenelement verbunden.

Gesamthöhe: 27,55 m
Tragsystem als räumliches Fachwerk mit Außenhülle, feuerverzinkt, Gewicht: 250 t
Fundament: Stahlbetonfundament, 50 m x 12 m
Gewicht: 1.500 t
9 Etagen mit Zwischenpodesten, 265 Stufen, davon West-Turm: 133 Stufen, Ost-Turm: 132 Stufen
Projektstart Planungsbeginn: Januar 2012: Architektur- und Tragwerksplanung
Bauzeit: November 2015 – September 2016

Infomaterialien

agsdi-file-pdf

Schwalbach

Entdeckertour Schwalbach-Ensdorf – keine Infomaterialien vorhanden!