1tn In den Stölln 43 et 55 dieses alten Josephi Baus, welchen die dermaligen Gewerckschaft anno 1776 geöffnet und damit ihren Bau angefangen, hat Unterzeichneter gesehen, dass die alten in diesem keinen ordentlichen streichenden Gang sondern nur 3, 4, 6 auch 7 Zöllige ganz Erzlere Trümmer von Gips spath hatten, die so seltsam fallen, und streichen, dass man in der That behaubten kann, sie Streichen nach allen möglichen Stunden und Gegenden, und verflächen sich nach allen möglichen Richtungen oder Graden; die Gang art zwischen diesen Trümmern, ist ein, ins grüne schielende Graupen artiges Gestein.
Dass gebürggestein aber ist, wie überall hier im breisgau granitartig, kurz, und grob klüftig; Unterzeichneter hat mittels einen in dem Stolln Nr 43, welchen die damalige Gewerckschaft St: Anna stolln genannt hat, veranstalteten ebensöhligen Kreütz schlag von 7 Lachter das Ende der Mächtigkeit gedachter Spat Trümmer noch nicht erreichen könne, doch aber haben sie sich etwas vermündert, er kann demnach die Mächtigkeit derselben nicht bestimmen, ohngeachtet nun in diesen Spathtrümmern nicht das geringste von Erz zu sehen; so hat die dermalige Gewerckschaft demnach Erznester erbaut die manche Ct: Silber haltiges Bleyerz gaben; dieses veranlaste den Unterzeichneten zu untersuchen, ob man vorläufig keine Merckmale geben könnte, die solche Nester verrathen; er fand endlich, dass wo zwey solche Stathtrümmer zusammen zu streichen scheinen, und gleiches verflächen haben, man in dem Mittel zwischen solchen Trümmern gedachte Erznester finde, die aber ausgeschnitten werden, wo die Trümmer zusammen kommen.
Ein österreichische Lachter zu sechs Schuh entspricht 1,8965 m.
Nicht minder werden solche Nester erbauet in den Mitteln zwischen 2 Spath Trümmer, die im verflächen zusammen kommen, und wircklich sich zu fallen; da aber diese und jene art Trümmer überhaubt sehr kurz, und auch ziemlich selten sind, und man auf diese Nester nur von ohngefähr geräth; so hat die dermalige Gewerckschaft erfahren, dass man, bis wieder ein solches Nest erreichet wird, viel mehr verbaut als das eroberte Nest im Metall Werth beträget, ohngeachtet diese Nester gemeiniglich pläzen vom reichesten obgedachten Erz gaben.
Da nun Unterzeichneter in der Tagrevier des alten Josephi Bau sah, dass die Alten einen ordentlichen Schachtbau, bey Nr 43, 64, 65 ½ und 68 geführt haben; so muss man natürlicher weiss schließen, dass gedachte Trümmer in der Teüfe aus gehen und sich entweder in ordentlich streichende Gänge, oder viel mehr in Stock wercke verwandlen.
Wenn man nicht schon durch gedachten Schachtbau davon überzeügt wäre, könnte man zum Theil sich auch durch folgende Erfahrung davon überzeügen. Nach einem erbauten Erznest, dass schon in der 3tn Lachter sich obegedachter massen auss scheint, liess Unterzeichneter nich 4 Lachter Tief abteüfen, er sah: das je tiefer man in dieser nicht beträchtlichen Teüfe niederfuhr sich die Trümmer Theils in einander verliehren, sich besser aufrichteten, und sich nicht mehr so verworren im Streichen und Fallen zeigten.
Wie tief man aber Abteüfen müsse, um einen streichenden Gang oder ein Stockwerck zu erbauen; dieses zu erkennen schien gedachter Teüfe nicht hinlänglich, es wäre auch unnöthig gewesen weiter ab zu teüfen, weil der mit Nr 49 bezeichnete alte Schacht, der von der Sohl des Stolles Nr 43 niedergeht mit grund vermuthen liess, dass man in alte Zechen einschlagen würde;
Nachdem die Alten mittels den 2 Stlln Nr 43 et 55 erfahren, dass in der höhe dieser Stölle die Trümmern keinen ergiebigen Bau versprechen, war gedachter Schacht Nr 49 vermuthlich der 1te mit welchem Sie die Teüfe untersuchten, nach diesem werden sie den Kunst schacht Nr 43 und dann jene Nr 64 et 65 ½ bey welchem 1ten allem ansehen nach das Zechen haus und die Zungkammer, bey letzterm aber die Scheidstube gestanden, geöfnet, und die Förderniss mittels dem Kanalwasser eingerichtet haben.
Dass aber die Zungkammer oder gewölt bey Nr 64 gewesen, bezeügt dass der Suggenthaler Steiger anno 1778, an diesem Ort etliche Ct: schon abgenutztes und etliche Ct: noch gar nicht gebrauchtes, gezähn von allen Gattungen unter dem Schut gefunden hat, worünter auch ein von Eisendraht geflochtenes Sieb ohne Kranz gewesen.
2tn es ist anmerkungswürdig dass es aus dem was man am Tag siehet, scheine die Alten hätten ihrem Josephi Stoller Haubtbau nur zwischen den 2 Letten Kluften Nr 64 et 60 die 214 Lachter voneinander sind, geführet, besonders weil sie mit dem obern Stolln Nr 55 der Letten Kluft Nr 60 gegen Abend nur nach gebauet, diese aber nicht durchbrochen, sondern dafür nur wieder gegen Abend nachgebauet einen ins Kreüz sich von der Letten Kluft abtheilenden Trum biss zu Nr 62 nach gefarren, welches Sie aber biss an Tag gegen Nr 66 wo ein Einbruch zu sehen, verhaut haben. Dieses veranlaste die dermalige Gewerkschaft, das Feld Ort Nr 62 noch einige Lachter, in der Hoffnung etwas zu erbauen, zu verlängerm, Sie fanden einige Erznester, da sie aber aus giengen, verliessen sie es wieder.
Ohngeachtet dessen aber scheinet der Tagschacht Nr 68 zu beweisen, dass die Alten mittels diesem ausserhalb der Lettenkluft Nr 60 angelegten und von derselben 68 Lachter, von dem Haubtschacht Nr 65 ½ aber 150 Lachter entfernten Schacht; das Gebürg untersucht haben, indem dieser Schacht dergestalten neben dem Kanal geöfnet worden, dass das Wasser desselben etwan zu einer Treibmaschin benuzet werden konnte, und noch inlänglich fall übriggebleiben, dass eine Treib oder Fördernissmaschin bey dem Schacht Nr 65 ½ betrieben werden konnte.
Nicht minder scheint gedachtes zu beweisen weil in der Halden des gedachten Schachts Nr 68 kein Erz, sondern nur der mit der obgedachten Grünlichten Graupen arteigen Gang Gestein vermischte Gipsspat, gefunden wird, welche Gang art man auch in denen mit Nr 74, 75 bezeichneten im höchsten Gebürg und in wieder abfallenden bey Nr 76 geöfneten Schächten, aber auch ohne Erze findet.
Aus diesem nun lässt sich schliessen, das der Zertrümmerte sehr mächtige Gang hinter der Letten Kluft Nr 60 wircklich fort streiche, aus dem aber dass auf den Halden dieser Alten Arbeiten hinter der Letten Kluft keine Erze zu finden, könne man nicht schlüsen der Gang seye hinter der Letten Kluft nicht edel den a) kann es seyn das die Überschwemmung den Bau unterbrochen bevor man die edle Revier erbauet, welches dadurch wahrscheinlich wird, weil die halden dieses und der höchsten Schächte bey Nr 75, 76 sehr klein sind, ohngeachtet man annehmen muss, dass das grosse Wasser die Halden zimlich vermindert haben wird. b) Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Alten von der Sohl des Schachtes Nr 65 ½ die Lettenkluft Nr 60 durchbrochen, und hinter derselben auch eine edle Revier erbauet, und desswegen den Schacht Nr 68 abgetauft haben, sowohl wegen frischen Wettern, als um die Förderniss zu erleichtern, wann der Bau weiter gegen Mittag verlängeret würde.
Dass dieser Schacht von dem anderen Schächten zu weit gegen Abend, folglich in einer anderen Absicht könnte aufgemacht worden seyn, die Ursach zu seyn, die nehmlich weil es scheint die Alten haben vermög dem Lokale diesen Schacht, so weit gegen Morgen aufgemacht, damit Sie das Kanalwasser darauf leiten und etwan eine Treibmaschin entrichten könnten.
Nebst dem konnte auch die Letten Kluft Nr 60 den Gang selbst mehr gegen Morgen verschoben haben, dann das von dem zertrümmerten Gang etwas jedoch ohne Erz mit diesem Schacht erbauet worden, davon giebt, wie gesagt worden, die Halden hinlängliches Zeigniss. Hier kann man sich einiger massen einen Begriff von der Mächtigkeit der oft erwähnten Spat Trümmer oder des zertrümmerten Gangs machen; wen man sich erinnert dass diese auch mit den Schächten Nr 74, 76, 76 erbauet worden. Könnten diese nicht auch in der gedachten Strecke von 980 Lachter mehr edle Stockwercker machen, oder in einer gewissen TiÜfe zu einen ordentlichen Gang zusammen scharren?
Da die Alten zu gedachter Zeit noch nicht mit Pulfer arbeiteten, so können die Gruben, da alle 3 mit gedächtem Personal von 300 Hauer betrieben worden, noch nicht stark ausgehaut sein; besonders da ehr zu glauben dass der Geschicht schreiber die Anzahl der Hauer vermehrt als vermindert hat, denn da in der Zeit wo dieses Werck gebauet worden, das Silber in Verhältniss, mit dem geringen Werth der Lebensmittel, und des Arbeiters Lohn einen grossen Werth hatte, ohngeachtet die Mark kaum 8 f galt, so konnten auch 200 auf reiche Erze arbeitende Hauer, sehr groose Ausbeüt machen.
Diesem zufölge dörfte die Erhebung dieses Wercks biss dahin, wo die Alten gearbeitet haben, als das Werck zerstört worden nicht viele Zeit, und auch nicht sonderlich grosse Kösten erfordern. Es versteht sich von selbst, dass über die Kösten kein genauer Überschlag gemacht werden kan, weil die zu gewältigenden Strecken nicht bekant, sondern nur beyläufig können angegeben werden wo von weiter unten.
Es verstehet sich ferner von selbst, dass da die Alten dieses Werck Schacht mässig betrieben, man einen oder den anderen Schacht an vortheilhaftesten aber Zwey zugleich, gewältigen muste, um dahin zu gelangen wo die Alten den Etzabbau verlassen mussten
Den dass mit den 2 Stöllen Nr 43 et 55 der zertrümmerte Gang von den Alten nur untersuchet, und die erbauten edlen Nester die Unertsuchung des Ganges unter sich, den von der Sohl des Stollens Nr 43 abgeteüften Schacht Nr 49 veranlasset, und der damit entdekte Adel so auch das sehr seichte Thal selbst zum Schacht mmessigen Bau anlass gegeben, hat, dieses Bedarf keines Beweises.
Es ist daher zu bedauern, dass die dermalige Gewerkschaft auf die Gewältigung gedachter zwey Stöllen und der darin geführten Bau nach Abzug der eroberten Bergwercks producten an Bley, Silber, glatte Kupfer pr 2007 f 31 kr und nach Abzug der Kösten für die Taggebäude als Zechenhaus, Poch werck, und Schmelz hütte, welche zusammen = 4437 f 55 kr 2 Pf. kosten; = 15462 f 19 kr 2 Pf fructlos verbauet /: wie all solches Unterzeichneter aus den Rechnungen selbst ausgezogen hat :/ und eine Zeit von zehn Jahren verschwendet hat. Man sagt fruchtloss, weil, wenn sie von diesem Werck den mit Grund zu hoffenden Nutzen erhalten will, Sie von neuem anfangen und wenigstens 2 Schächte gewältigen müste, um dahin zu gelangen, wo die Alten den Erz hau verlassen müsten.
Da man die Schacht mässige Gewältigung nicht höher als auf 20 f das Lachter gewältigen können, so hätte dieselbe mit den 15462 f 800 Lachter gewältigen können, dass sie aber nicht so viel hätten gewältigen dörfen, könnte vielleicht aus der folgenden beyläufigen Kalkulation, die man nur zur Prüfung vorlegen will ersehen werden.
Es wäre nemlich die Absicht auf die Sohle desjenigen Bau der Josephi gruben zu gelangen, der zwischen den 2 Lettenkluften Nr 53 et 60 von den Alten betrieben worden, der von einer Lettenkluft zur anderen 214 Lachter beträgt, nun will man setzen, die Alten seyen 100 Lachter Tief nieder gefahren, und hätten in dieser Tiefe zwischen Nr 43 bis 60 alles verhaut.
Wenn man nun 214 mit 100 multipliziert so wären 21400 Kubik Lachter aus geschlagen worden, weil man aber nur im Durchschnitt eine breite von 3 Schuh annehmen kann, so wären, wenn man einen der Geschichte gemäsen angehaltenen Bau von 83 Jahren animt, ausgeschlagen worden 42800 Lachter, Thut jährlich 515 Lachter; nun dörfte es umsomehr hinlänglich sein in durchschnitt monatlich 3 Schuh auf einen Hauer in der Höhe von 1 Lachter und 3 Schuh breite zu rechnen, als die Alten diese Höhe und breite Bekannter masen mit ihrer schrem arbeit sehr selten beobachtet haben, folglich hätten jährlich an gedachtem verhau 85 Mann und twar auf Erz gearbeitet, wenn nun auch zur Abteüfung der Schächte, und auf den übrigen Arbeiten im Tauben gestein nur 24 Mann dazu gerechnet werden, so hätten in der alten Josephen Gruben jährlich 109 Mann gearbeitet. Man nehme ferners an, dass in gedachten 83 Jahren im durchschnitt jährlich 250 Man in allen 3 Gruben angestellt gewesen /: den vermög der Geschichte sollen nur in den Letzteren 15 biss 20 Jahren 300 Man gearbeitet haben :/ so bleiben für die 2 übrigen Gruben noch 141 Man übrig, weil es aber scheint, dass der St: Anna Stolle störcker als die 3. Gruben betrieben worden, so will man diese 100 und der 3te 41 Mann zutheilen, und folglich die Joseph Gruben für die am stärksten betriebene an-nehmen.
Wenn man endlich hiernach anmercket, dass der Gang mächtiger als 3 Schuh oder gar ein stock werck verhauet, so werde der angenohmene verhau von 100 Lachter grad untersich noch zu starck sein: ohngeachtet dessen will man dabey verbleiben, und daraus die wahrscheinliche Folge ziehen, dass die dermalige Gerwerckschaft, wenn sie z:B: den vermuthlich tiefesten Kunstschacht, Nr 43 mit In begriff des Sumpts a 115 und den obersten Schachts Nr 65 ½ mit 100 Lachter gewältiget hätte! Dieselbe nach obgedachten Überschlag a 20 f per Lachter als solches mit 4300 oder um eine runde Zahl zu machen 5/M f hätte betreiben können. Da aber auch nebst dem die eben söhlige Gewältigung der 214 Lachter langen Ströcke zwischen den 2 Letten Klufte Nr 43 et 60 nöthig gewesen wäre die Lachter zu gewältigen aber höchstens 10 f gekostet haben würde, weil die Schachtförderniss hier nöthig so hätte sie darauf noch ferner 2140 f folglich um dahin zu gelangen, wo die Alten vom Erzhau vertrieben worden, in allem verwenden müssen 7140 f mithin hätte Sie noch von ihren bissherigen Kösten a 15462-19-2 erspahrt 8311 f 19 kr 2 Pfg.
Da einem aufmercksamen Bergmann, der von den Alten betriebene, klar vor Augen liegende schacht mässige Bau, ohnmöglich entwischen kann, so geht der gedachte fruchtlose, Bedaurungswürdige Bau der Suggenthäler Gewerckschaft, ein auffallendes Beyspiel, von der hierländigen groben Ignoranz im Bergbau, da 8 Man Hauer 4 in jedem Schacht in 2 Schichten mit 4 Zimmerleüten, und 2 gehülfen, dann 8 Grossen Häsplern 4 in jedem Schacht, und in jeder Schicht 8 Säubejungen 6 Wasser Zihren /: es versteht sich dass die Haspler nur Höchstes biss zu einer Tiefe von 20 biss 30 Lachter können gebraucht werden :/ Schacht und Stolle mesig im durchschnitt Monatlich wenigstens 14 Lachter hätten gewältigen können, so wären gedachte 429 Lachter längstes in 2 ½ Jahr mittelst der geding Arbeit gewältiget worden, die Gewerckschaft, hätte folglich schin vor 7 ¼ Jahr das Ziel erreichet.
„hierländige grobe Ignoranz“: Im Bergwerk Suggental offensichtlich endemisch.
Warum aber 2 Schächte, und welche hätten solln gewältiget werden, wäre nun hier anzuzeigen. Da der Schacht Nr 65 ½ dem mittägigen, vielleicht sehr wenig, oder gar nicht verhaueten Feld dem Schacht Nr 68 am nechsten ist, und die alten vermuthlich, ein in der 2ten Anmerckung Lit: C: erinnert worden, von dem gedachten Schacht Nr 65 ½ gegen jenem Nr 68 die Letten Kluft Nr 60 durchbrechen, und ihm zu gebauet haben; so ist es wohl nicht zu zweifflen, dass die gewältigung des Schachts Nr 65 ½ nützlicher wäre, als die Gewältigung des Schachts Nr 64.
Weil man aber in dem zu gewältigenden Schacht, Wasser zu erwarten hat; und die Wetter, wen man mit der Gewältigung die Ebensohl erreicht, manglen würden; so wäre noch der alte Kunstschacht Nr 43 zu Leeren, welcher von Tag an 22 Lachter Tiefer als der Schacht Nr 65 ½ liegt; Es ist natürlich. dass der Sumpf dieses Kunst Schachts unter die Tiefeste Eben Sohl dieses Baues und vielleicht wohl auch jene des Alten St: Anna Stollens Nr 30, wenn der Bau dieses letztern unter seine Sohl nieder ginge, nach gedachten Sumpf werden geleitet haben. Man hätte folglich, wenn beede Schächte zugleich wären gewältiget worden, keine Wässer im Schacht Nr 65 ½ zu heben gehabt.
3tn In der Absicht, ob der Schacht mässige bau der Alten des St: Josephi Stollns, und der Stolln mässige des Alten St: Anna Stollns Nr 30 nicht ganz oder zum Theil unterteüfet werden könnte, hat Unterzeichneter von dem Mündloch des 3tn Alten Baues Nr 5 et 1 /: den die dermalige Gerwerckschaft anno 1780 öfnen, und bis Nr 1 et 4 Gewältigen lassen :/ biss zu Nr 90, welcher mit jenen Nr 5 der Tiefeste Punckt der ganzen Revier ist :/ den Nr 91 ist schon auf dem Teritorium des Markgrafen von Baden :/ die auf der Karten sicht baren Züge längst dem Elzsach machen lassen.
Aus welchen nun zu ersehen, dass man bey Nr 90 den St: Anna Stolln Nr 30 nur 16, den alten Josephi Stolln oder den dermaligen St: Anna Stolln Nr 43, 22 Lachter Seiger mittelst dem Stolln Nr 5 unter Teifen würde, folglich wäre die fernere Gewältigung dieses Stollens und die fernere Vorrückung desselben /: weil man nicht weiss wie weit er zu gewältigen :/ die vortheilhafteste, wenn man von dieser Seite die St: Anna Stollner Alte arbeiten unter Teüfen und sich mit der gedachte ein zubringenden Seiger Teüfe von 16 Lachter begnügen wollte.
Alein da die Alten mittels den Schächten Nr 43, 64, 49, 65 ½ gewiss schon viel tiefer nieder gefahren sind, und zu vermuthen dass von der St: Anna Stollner solh auch schon abgeteüft worden, so scheinet ein zu Bau jedoch nur zur Zeit der Ausbeüt von der Sohl des Schachtes Nr 43 unter die Alten Arbeiten des Anna Stollns um so mehr das nüzlichste zu sein, als man aller dings aus denen am Tag sichtbaren Stölln Nr 24-27, 30 und den vielen Tag schächten glauben kann. Das von der Solh des St: Anna, und des Stollens Nr 5 über sich nicht viel mehr zu suchen sein dörffte.
Dass aber dieser Stolln Nr 5 zu dem Josephi Stollner Bau nur den dienst leisten müsten, dass man an der Wasserhebung mittels dem Schacht Nr 43 22 Lachter seiger ersparte, ist leicht einzusehen; Massen man mit diesem bau haubt sächlich das mitnächtige unverhaute feld zur absicht haben solte.
Da nun solcher gestalten kein Erbstollen in diesem seichte Gebürg mit sonderlichem Vorteil anzubringen, mithin die Wasserhebung, und förderniss und der Bau immer durch Schächte zu geschehen hätte, so scheinet der Schacht Nr 43 der 22 Lachter Seigern, nidriger, als der Nr 65 ½ ist, so wohl in ansehung der Alten St: Anna stollen als der alten Josephi Gruben in so lang die beste lage zu haben, biss man gegrindete Ursachen hat den Bau gegen Mittag über der Letten Kluft Nr 60 von der Teüfe hinaus, zu erweitern; in welchem Fall der Schacht Nr 65 ½ oder der schon angefangene Sub Nr 68 der nach Erförderniss weiter Abgeteüft werden müste, zur Förderniss eingerichtet, und diese mittels dem wieder herzu stellenden Kanal, durch Bremss Künste eingerichtet werden könnte.
Indessen aber könnte die Gewältigung der 2 Schächte Nr 43 et 65 ½ sobald die Haspel förderniss zu schwer würde, mittels Einrichtung der Ross gäpel fort gesetzt werden; denn zu einer Brems Kunst ist kein Wasser vorhanden; eben also könnte die Wasserhebung, so bald sie mit Menschen händen zu kost bar würde, mit einer Ross kunst, die zugleich zum Treiben eingerichtet werden könnte fort gesetzt werden.
4tn Zur Erklärung der Charte hat man schlüsslich anzumercken, dass der Stolln Nr 37, 38, 40, als man mit Ausgrabung des plazes zur Radstuben der Schmelz hütte, auf ein Nest Kupfer erz traf, dass bey 2 ½ ztn Kupfer gegeben, von der damaligen Gewerckschaft anno 1780 geöffnet worden, eine Letten Kluft schnit das Trum aus, und da hier auch nur kurze Trümer erbauet worden, so scheint dass an ausbut mit diesem Stolln eben so wenig zu hoffen, als mit den Stolln Nr 43 et 55, Er steht deswegen biss man die Teüfe angreifen wird, in der freyung.
Unterzeichneter hat nun mittels der 2tn und 3tn Anmerckung seine Meinung vorgelegt wie das Suggenthaler Werck hätte geöffnet werden sollen; um solches wieder empor zu bringen. Er hat daraus darzuthun getrachtet, dass die dermalige Gewerckschaft bissher einen Fruchtlosen Bau mit 19465 f ½ kr Kösten geführet, und 10 Jahre umsonst gearbeitet habe, und dass sie mut ganz neüen Kösten wieder anfangen müsse um sich in die vortheil hafte Lage zu setzen in welcher die Alten sich befanden als das Werck zerstört wurde.
Nachdem er dieses der Gewerckschaft begreiflich gemacht und dem zufolge ihr gerathen den dermaligen unützen und schädlichen Bau in den Stölln Nr 43 et 55 einzustellen, und jenen anzugreifen, si hat Sie zwar darein gewilliget, aber zugleich ihre unvermögenheit anzugreifen und zu betreiben mit folgenden Gründen dargethan.
1tn hat Sie dem Unterzeichneten aus den Rechnungen erwiesen das sie auf die erbauten Tag gebäude noch wircklich schuldig seyn 2322 f 43 kr 2 Pf. 2tn Als Sie Anno 1776 dieses Werck öffnete, seye es ganz vergewercket gewesen; wegen dem inner so lang fruchtloss anhaltenden Bau aber, seyen 69 Kuxen nach und nach ins Retendat gefallen, den übrigen 59 würde folglich die vom Unterzeichneten vorgeschlagene Unternehmung zu schwer fallen besonders da ihnen zugleich obgedachte Schulden zugefallen, und Sie die Zinsen davon abtragen müssen.
In Rücksicht dessen haben Sie gebetten se Majestät mögte allergnädigst geruhen die Hälfte des Suggenthaler wercks mit folgenden Bedingnissen zu übernehmen.
1th Die Hälfte der obgedachten Schuld mit 1161 fl 17 kr entweder gleich zu bezahlen oder Sie nach und nach in die quartalige Zubuss eunzutheilen und folglich mit den quartaliter betreffenden Zinsen a 4% dergestalten zu Tilgen, dass davon quartaliter wenigstens 50 f vom Kapital bezahlt werden, denn auf diese Art hat die Gewerckschaft entschlossen, diese Schuld abzutragen.
2tn Weil die noch bestehenden Gewercken die Zubussen der nach und nach ins Retardat gefallenen Kuxe pro Rata bezahlen müsten, das ihnen, jenes, was Sie für diese Retardat Kux bissher beygetragen, welches wie solches dem Unterzeichneten ausgewiesen worden 3780 f beträgt, jedoch nur von der auzuhoffenden Ausbeüt, nach und nach, und zwar nach Thunlichkeit wieder Ersetzet werden mögte, biss dahin aber wäre, das Kapital mit 4% folglich mit jährlichen 151 f 12 kr zu verzinsen.
Dagegen überlässt die Gewerckschaft seiner Majestät, die Hälfte der Taggebäude, die in einem geräumigen und Gut gebauten Zechenhauss einem Pochwerck mit 9 Eisen und den erforderlichen Wasch, oder sogenannten Keher herden. Auf welchem Poch wercke eine Wohnung für 2 Familien gebaut ist, und die mit einem Ofen, einem Treiubherde, und mit 2 Mauern eingefasten Rost feldern versehene Schmelzhütte; welche zusammen wie die Rechnungen ausweisen herzustellen gekostet haben: 4437 f 55 kr. Nicht minder überlässt dieselbe Dr. Majestät das dermalige vorräthige Berg wercks gezähn, und die übrigen zu dem Werck gehörigen Geräthschaften.
Da Unterzeichneter sowohl die angegebenen Schulden per 2322 f 34 kr 2 Pfg. als die für die Retardat Kuxe bezahlten 3780 f richtig befunden, und demselben die bedingnisse sehr billich und Moderat scheinen, so hat er keinen Anstand, auf die Übernahm der Hälfte dieses Wercks aus folgenden Gründen einzurathen.
1tn Findet derselbe aus alledem, was bissher von ihm, über dieses Werck vorgebracht worden keine Ursach zu zweiflen, dass ein sehr ergiebiger Bergbau gehoffet werden könte, sobald man mittels der Gewältigung der 2 angezeigten Schächte dahin gelanget, wo die Alten gewesen, als das Werck zerstöret worden, wohin man höchst wahrscheinlich längstens in 3 Jahren kommen, und die von den Alten hinterlassenen reichen Erze erreichen könnte, wovon die Alten halden hinlängliches Zeügniss geben.
2tn Würde man von der Teüfe dieses Werckes, zu seiner Zeit auch das Alte St: Anna stollner Werck Nr 30 und alle von diesem Stolln gegen Morgen liegende Alte Gebäude unterteüfen und wieder empor bringen können.
3tn Hat man die gegründeste und schönste Bergmännische Aussicht, in das mittägige, wenigstens in der Teüfe noch ihnverhaute Feld, dass von Nr 60 biss da, wo das abfallende Gebürg Nr 75 anfängt eine Strecke von 980 Lachter hat, und eine Seiger höhe von der Eben sohl des Stolles Nr 43 biss zu gedachstem Nr 75 von 172 Lachter nach und nach einbringt.
4tn Ist an Gruben Bau holz kein Mangel, den solche kan aus dem gleich daran stossenden schlagbaren, und auf ewigen Nachwuchs von Hoch Löbl: Regierung einzutheilen, anbefohlenen kammeralen Engelwald hinlänglich erhalten werden. Da ausser der Schacht zimmerung, hier zu Land, zu dem bergbau, selbst, wen den Gängen noch gearbeiten wird, fast gar kein Gruben holz nöthig ist, weil das Gebürg gar nicht Brüchig ist; so macht der Holzverbrauch zum Bergbau, eine sehr geringe Auslag, und verursacht folglich einen nicht betrachtungs würdigen Holzverbrauch, Selbst zur Schacht zimmerung, dörfen nur weit vonein ander stehende Schacht Ringe angebracht werden, folglich ist zu dieser ohngleich weniger Holz, als in brüchigen Gebürgen nöthig.
Es würde demnach das Suggenthaler Werck, einen sehr unbeträchtlichen Theil, jenes Holzes quanti, des gedachten Engelwaldes verbrauchen, was vermög dem auf ewige Zeiten einzutheilen anbefohlenen Schlägen, jährlich geschlagen werden kann; Hingegen
5tn Ist in der Gegend des Suggenthals zum Schmelzen kein Kohlholz vorhanden, dieses aber darf die Erhebung dieses Wercks nicht hindern, weil man die Erz und Schliche nach Hofsgrund mittels einem fracht Lohn von 24 kr vom Ct: transportieren und alda verschmelzen kan, welches aber vielleicht grosten Theils durch den v. Bornischen amalgations Prozes erspart werden könnte, weil die Erze so reich an Silber sind.
Bei der Bornischen Amalgamation, auch Ungarische Amalgamation genannt, handelt es sich um eine Silberlaugung mit Quecksilber in geheizten, unten spitz zulaufenden konischen Kupferkesseln. Man lese hierzu etwa: Ign. v. Born, Über das Anquicken der gold. und silberhaltigen Erze, Rohsteine, Schwarzkupfer und Hüttenspeise, Wien, 1786. Hat sich nicht durchgesetzt.
6tn Ist dermalen zu 2 Poch wercker jede a 9 Eisen hinlänglich Wasser vorhanden; es steht aber nur eines an dem Ort der auf der Charte zwischen den 2 Nummeren 39-40 angemerckt ist, das andere könnte man erhalten wen die ohnhin ünüze Schmelzhütte, weil swie in 5ten gesagt wordem, kein Kohlholz vorhanden die bey Nr 38 zu sehen in ein Poch werck verwandlet würde, messen sie dann hinlänglich gross ist; und wenn das Werck mehr Pochwercke erforderte, und man fände nicht rathsam den alten Kanal wieder herzustellen, so könnten am Elzbach, dem es in der trocknesten Zeit niemalen an hinlänglichen Wasser mangelt, allda wo er vor dem Suggental vorbeyflüsst nach belieben erbaut werden; Biss dahin hätte man eine Strecke von dem Schacht Nr 43 von 590 Lachter.
7tn Wenn zur Erhebung dieses Wercks, das in der 2tn Anmerckung angezeigte Personale angestellt würde; und damit monatlich 14 Lachter gewältigt würden, worauf man allerdings rechnen kann; und wenn wie in der 3tn Anmerckung wahrscheinlich kalkuliret worden, nicht mehr als 420 f ferners zu bezahlung. der vermög der 1tn Bedingniss an der Schluld quartaliter abzutragend. 25 dann an Zinsen laut der 2tn Bedingniss von den 3780 f, die der Gewerckschaft von der Zubuss ersezet werden sollen. Das quartalige Ratum aus jährliche 151 f 12 kr “ 36 – Summa “481 Thut auf ein Jahr “ 1924 R:w: in Wiener Währung aber “ 1603 f 20 kr.
Hingegen da es dass ansehen hat, dass das halbaerarische Hofs Grunder Bleybergwerck noch in diesem laufenden Jahr, wo nicht zur Ausbeüt gelangen, doch wenigstens sich selbst vorliegen werde, so würde das Montanaerarium im Letzteren Fall jene 980 f R:w: oder 800 f W:w: welche bis hier jährlich darauf zu verwenden verwilliget worden und Erspahrung bringen.
9ten Wenn das aerarium gedachte Hälfte des Suggenthaler Wercks nicht übernähme, ist nichts anders zu erwarten, als dass dieses so sehr hoffentliche Werck immer werde erhoben werden, den die noch wenigen übrigen, und in der That kleinmüthigen Gewercken, haben sich in gedachten Fall entschlossen, die Tag gebäude zu verkaufen, und damit ihre Schulden zu bezahlen; hingegen wenn das Aerarium zur Hälfte mit bauet, haben Sie den Entschluss gefasset, um so bald als möglich das vorgesetzte Ziel zu erreichen, die starcke Zubuss, die zur Anstellung des vom Unterzeuchenetn vorgeschlagen obgedachten personalis nötig wird, und die quartaliter auf eine Kuxe 6f 57 ¼ kr, betraghen würde, ganz gern, und wenn es nöthig noch mehr zu bezahlen.
Datenquelle: Webseite „Kartan“