Ab hier beginnt nun mit der Weißjura Gruppe (“Malm”) der Oberjura. Unter den Lesesteinen dominieren ab jetzt weiße bis hellgelbe Kalksteine. Eine erste Infotafel verrät uns, dass wir uns auf den Gesteinen der Dietfurt Formation (Oxfordium bis Kimmeridgium, “Malm alpha bis beta”) befinden. Die Dietfurt Formation ist eine klassische Kalk-Mergel-Wechselfolge, die im Liegenden (“Malm alpha”) noch stark mergeldominiert ist, zum Top hin (“Malm beta”) nehmen die Mergel dann zunehmend ab, bis zwischen den Kalkbänken schließlich nur noch dünne Mergelfugen zu erkennen sind.
Gleichzeitig finden wir nun zum ersten Mal auf gleicher Höhe eine weitere Formation, namentlich die Massenkalke der Frankenalb Formation, die sich hier mit den Bankkalken der Dietfurt Formation verzahnen. Die Massenkalke gehen auf ehemalige Riffe und riffähnliche Strukturen zurück, die vor allem von Kieselschwämmen und verschiedenen Algen dominiert waren. Die Frankenalb Formation beginnt mitten im “Malm alpha” und erstreckt sich überregional bis in den “Malm zeta”, auf dem Hesselberg erosionsbedingt allerdings nur bis zum Beginn des “Malm gamma”.
Gehen wir die Stufen hinauf, erreichen wir schließlich ein kleines Häuschen. Vor diesem aufgeschürft sind die weichen Schichten des Impressamergels (Oxfordium, “Malm alpha”). Hier lassen sich teilweise auch einige Fossilien finden. Ein Stück weiter erscheint eine weitere Infotafel, diesmal zu den aufliegenden Bimmamatum-Schichten (Oxfordium, “Malm alpha”), die hier allerdings nicht aufgeschlossen sind.
Nach einem weiteren kurzen Fußmarsch kommen wir schließlich auf dem obersten unbewaldetem Plateau des Hesselbergs an. Mit Blick nach Osten sehen wir den Sendemast und direkt darunter unseren letzten Aufschluss. Im Süden sehen wir Gerolfingen und die flachen Hügel des Liasvorlands, im Hintergrund davon erhebt sich der Kraterrand des Nördlinger Ries. Blicken wir schließlich nach Südosten, sehen wir den Hahnenkamm, den südwestlichen Ausläufer der Frankenalb. Die Schichten der Frankenalb reichten einst bis zum Hesselberg und darüber hinaus. Wir blicken hier also auf die gleichen Schichten, die wir auch auf dem Hesselberg gesehen haben.
Wir befinden uns nun im oberen Teil der Dietfurt Formation, den sogenannten Werkkalken oder Planula-Schichten (Kimmeridgium, “Malm beta”), die wir auch im letzten Aufschluss sehen werden.
Der Weg zum Sendemast führt über verschiedene kleine Dolinen, die dem Plateau eine hügelige Topographie geben. Unsere letzte Station ist anhand der meterhohen Kalksteinstrukturen schon aus der Ferne leicht zu erkennen. Auch bei diesem handelt es sich wieder um ein frei zugängliches Geotop.
Im Nordteil des Aufschlusses stehen noch die Bankkalke der oberen Dietfurt Formation an, diese gehen aber relativ schnell in die Massenkalke der Frankenalb Formation über, die den gesamten Aufschluss dominieren. Betrachtet man die Massenkalke aus der Nähe, lassen sich die vielen fossilen Schwämme erkennen, die das Gestein aufbauen. Neben den Kieselschwämmen sind die Kalksteine auch reich an anderen Fossilien, darunter Brachiopoden, Ammoniten, Muscheln und Seeigel. Im Top der Kalksteine folgt schließlich noch der Platynota-Mergel, der gleichzeitig den Übergang zur Arzberg Formation (Kimmeridgium, “Malm gamma”) markiert.